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33 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Möchte ihm nicht im Dunkeln begegnen...
"Jorgy" wie er sich manchmal selbst liebevoll nennt, ist kein gewöhnlicher 14-Jähriger. Er mordet, plündert, brandstiftet und führt einen großen Haufen Rüpel an, einer schlimmer als der andere. Doch wie konnte es soweit kommen? Mit neun Jahren sah er die brutale Ermordung seiner Mutter und seines kleinen Bruders live mit an. Seit diesem Tag...
Veröffentlicht am 25. Mai 2011 von Tina

versus
18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein schwieriger Fall.
SPOILER: Bücher von Platon oder aus Plastik, Indien heißt jetzt Indus, Kampftechnicken aus Nippon, teutonische Gebräuche, päpstliche Kommissionen, Jesus, Geschichten von Robin Hood, Bauten der Römer und schließlich jene der "Erbauer".
Ein postapokalyptisches England, welches 1111 Jahre nach dem "Tag der Sonnen" existiert, aber...
Veröffentlicht am 12. Februar 2012 von *Tintenklecks*


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33 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Möchte ihm nicht im Dunkeln begegnen..., 25. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Prinz der Dunkelheit (Broschiert)
"Jorgy" wie er sich manchmal selbst liebevoll nennt, ist kein gewöhnlicher 14-Jähriger. Er mordet, plündert, brandstiftet und führt einen großen Haufen Rüpel an, einer schlimmer als der andere. Doch wie konnte es soweit kommen? Mit neun Jahren sah er die brutale Ermordung seiner Mutter und seines kleinen Bruders live mit an. Seit diesem Tag gibt es für ihn nur ein Ziel: Rache an den Verantwortlichen!
Zugegeben, der Plot hört sich wirklich plump an. Man kann sich kaum vorstellen, wie es der Autor schaffen soll, hier eine neue und überraschende Geschichte zu bieten. Ich habe mir das Buch mit dem Gefühl gekauft hier einen lohnenswerten Newcomer zu lesen und lag damit goldrichtig.

(Prinz) Jorg ist ein sehr gewöhnungsbedürftiger Charakter. Im Grunde ist er gnadenlos, unverbesserlich, gewalttätig, ohne jede Spur von Mitgefühl. "So bin ich eben, und wenn Ihr Entschuldigungen wollt, so kommt und holt sie euch" (S. 380). Wieso ist er so geworden? Natürlich ein traumatisches Ereignis in seiner Kindheit. Keine große Überraschung.
Was das Buch aber lesenswert macht, ist die Vielschichtigkeit des Prinzen. Als ich mich erst mal an seine "Art" gewöhnt hatte, war ich immer wieder erstaunt, wie er Probleme löst und völlig unbeirrbar seinen Weg geht. Man folgt ihm gespannt: Auch wenn zu Beginn das Ziel Rache klar vorgegeben ist, gefällt mir, wie der Autor die Fäden gesponnen und am Ende wieder zusammengeführt hat.

Jedes Kapitel wird durch einen "Einführungssatz" eingeleitet und bietet bereits einen kurzen Vorgeschmack. Meistens werden "Brüder" der Gruppe, die er anführt, beschrieben. Mark Lawrence hat so einige verabscheuungswürdige Kreaturen geschaffen, keinem davon würde ich gerne des Nachts begegnen. Faszinierend ist aber wieder wie dieser junge Kerl alle in seiner Hand hat und entweder manipuliert oder durch taktische Führung an sein Ziel kommt.

Auf Jorg muss man sich erst ein wenig einlassen, dann finde ich, bekommt man eine gute spannende Geschichte geboten. Das Buch selbst ist nicht allzu lange (um die 370 Seiten). Es mag sicher weiter gestrickte Charaktere und Welten geben, aber mich hat Jorg wunderbar unterhalten und ich würde gerne mehr von ihm lesen!
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37 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jorg ist böse, aber man kann ihm einfach nicht böse sein, 17. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Prinz der Dunkelheit (Broschiert)
Ich habe sehr an diesem Buch gezweifelt. So viele begeisterte Rezensionen im Web? Um was geht es in 'Prinz der Dunkelheit' (im Original weniger dramatisch 'Prince of Thorns')?

Rezensionen schienen meine Vorurteile zu bestätigen: Bei aller Begeisterung ging aus jeder hervor, dass der im Lauf der Handlung nur 10-15 Jahre alte Prinz Jorg von Ankrath ein menschenverachtender, kalter, von Rache getriebener Psychopath ist. Hier drängte sich mir unwillkürlich ein Vergleich zu Joe Abercrombie und Richard K. Morgan auf. Abercrombies Charaktere sind oft liebenswert verschrobene Freaks, was sie auch interessant macht. Allerdings ging der Witz seiner ersten Trilogie in folgenden Bänden meiner Einschätzung nach verloren und es blieben auf Dauer leider ermüdende seltsame Freaks übrig. Richard K. Morgan hat sich nie davor gescheut, Sex und Gewalt ungeschminkt zu präsentieren. Allerdings ging er in 'The Steel Remains' und in ersten Auszügen von 'The Cold Commands' zu weit. Brutale Gewalt um ihrer selbst willen ist mir nichts.

Mark Lawrence ist auch ein Brite. Ein Newcomer, zumindest hatte ich vorher noch nichts von ihm gelesen. Würde er in eine ähnliche Kerbe schlagen? Ja, und auch wieder nicht. Die Story ist intelligent, hat einige oft wirklich überraschende Twists die stets Ungereimtheiten erklären, die sich zuvor im Handlungsverlauf ergeben haben.

Der Prinz ist ein übler Bastard. Besonders wenn gute Menschen sich für ihn opfern. Das Buch beginnt mit einer brutalen Plünderung, Bauern werden getötet, ihre Töchter vergewaltigt und ihr Dorf gebrandschatzt. Und das alles weil Jorg als Kind in ein Dornendickicht geworfen wurde. Dick genug um ihn schwer zu verletzten, aber keiner suchte ihn darin, was ihm das Leben rettete. Die Männer Graf Renars töteten und vergewaltigten seine Mutter und seinen kleinen Bruder William vor seinen Augen. Sein königlicher Vater musste schließlich aus politischen und taktischen Erwägungen Frieden schließen mit Renar und heiratete eine neue Frau. Etwas in Jorg zerbrach.

Hier wollte ich fast schon aufhören zu lesen. Ein brutaler Racheplot, nein wie originell! Zum Glück tat ich es nicht. Jorg wird den Leser oft abstoßen, und dennoch fesselt er. Er ist tapfer und wagemutig, seine Pläne sind so brilliant wie seine Begleiter ein bunter Haufen aus Abschaum und rührend treuen Gefolgsleuten. Was mir besonders gefällt ist die hochmittelalterliche Welt die elegant mit Einflüssen aus Moderne und Antike verbunden wird. Jorg kennt Nietzsche, es gibt auch Dinge wie 'Erbauerstahl', aber von Computern und moderner Technik hat niemand mehr Ahnung. Bis auf die Magier/Zauberer/Hexer, die hinter vielen der hundert Könige stecken und sie heimlich beeinflussen. Magie ist sehr subtil in diesem Buch. Traumhexer treiben ihre Opfer mit Alpträumen in den Wahnsinn oder senden Meuchelmörder, während diese im Traum gefangen sind.

Der Prinz hat Rache an Graf Renar geschworen. Er hat ein gespaltenes Verhältnis zu seinem Vater, der in ihm nur eine Bedrohung der Thronfolge sieht. Aber er wird es schaffen. Bis zum Alter von fünfzehn Jahren wird er König sein. Und mit zwanzig will er Kaiser sein. Vielleicht schafft er es in möglichen Folgebänden auch das Herz der faszinierenden Prinzessin Katherine zu gewinnen, die ihn leider aus guten Gründen hasst.

Jorg ist böse, aber man kann ihm einfach nicht böse sein. Jemand der im Bett Schlachtpläne schmiedet während er auf dem nackten Hintern einer Hure ein Buch liest, unersetzliche Kunstobjekte spontan als Ablenkungsmanöver demoliert und sogar Untoten das Grauen lehrt ist einfach bemerkenswert. Mark Lawrence ist es gelungen, einen bösen Charakter liebenswert zu machen und ihn auf eine gewitzte, abwechslungsreiche und spannende Reise zu schicken. Ich habe das Buch innerhalb von nur zwei Tagen gelesen, so gut hat es mir gefallen.
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18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein schwieriger Fall., 12. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Prinz der Dunkelheit (Broschiert)
SPOILER: Bücher von Platon oder aus Plastik, Indien heißt jetzt Indus, Kampftechnicken aus Nippon, teutonische Gebräuche, päpstliche Kommissionen, Jesus, Geschichten von Robin Hood, Bauten der Römer und schließlich jene der "Erbauer".
Ein postapokalyptisches England, welches 1111 Jahre nach dem "Tag der Sonnen" existiert, aber zurück im Mittelalter ist. Die Idee ist nicht neu, neu aber sein Protagonist. Jorg.
Die Geschichte um einen 14jährigen Prinzen, der Rache für den Tod seiner Mutter und den seines Bruders will - und natürlich den Thron - war für mich nicht immer, und dann immer weniger nachvollziehbar. Trotz vieler Rückblenden blieb die Story konfus und oft zerfahren. Zuviel wollte der Autor an Ideen unterbringen. Zudem konnte ich mich nicht wirklich auf den Ich-Erzähler Prinz Jorg einlassen. Einen 14jährigen Jungen mit solcher Kaltblütigkeit, Sadismus, nicht geringen Wahnsinn, Brutalität und nach-mir-die-Sintflut-Charakter auszustatten, fand ich zunächst faszinierend, dann grenzwärtig und schließlich nur noch blöd (Vorsicht 2ter Spoiler: Nachdem Jorg aus einer Laune heraus fast ein ganzes Arsenal an "alten" Vernichtungswaffen/Atombomben ohne Rücksicht auf Verluste gezündet hätte).
Alle anderen Personen, Makin einmal ausgenommen, sind so auswechselbar, wie sie auch der Prinz wahrnimmt und sie folglich auch ins Gras beißen.
Die Sprache war teilweise brilliant in ihrer Klarheit, dann wieder öde in ihrer Belanglosigkeit. Das Ganze wirkte unausgegoren und mehr wie ein Konzept.
Was als Innovation angepriesen wurde, blieb für mich mitten auf dem Weg dorthin leider stecken. Man darf gespannt sein, wie der Autor das im zweiten Band fortführt.
Alles in allem bin ich sehr gespalten was dieses Werk betrifft. Deshalb 3 Sterne.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anders, aber gut Anders, 5. April 2014
Von 
Norek (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Prinz der Dunkelheit (Broschiert)
Ich lese dieses Buch in English. Nachdem ich gerade Band 2 und 3 bestellt habe habe ich mir gedacht ich schreibe hier eine kurze Rezession über den ersten Teil der "The Broken Empire" Trilogie. Ich habe dies Buch zu Weihnachten von meinen Schwiegereltern schenken bekommen da sie wissen das ich eigentlich nur Fantasy Bücher lese und dieses Buch hat "So ausgeschaut als würde es ihm gefallen".

Prince of Thorns geht um einen kleinen Jungen der große Pläne hat. Mit 9 Jahren hat dieser Prinz die Ermordung seine Mutter und seines Bruder miterlebt und nur knapp selbst überlebt. Einige Ereignisse, seine Bildung und seine von da an schon fast kranke Persönlichkeit sorgen dafür das er als kleines Kind Anführer von Straßenräubern wird und zwar keine Jugendgang sondern Erwachsene Banditen. Und er hat nur ein Ziel: Er will die König über die gesamten Herzogtümer werden.

Bis dahin ist das Buch zwar ein wenig ungewöhnlich da das Buch aus der Ich Perspektive eines Kinds erzählt wird der einem viel zu Erfahren vor kommt als sein Alter eigentlich zulassen sollte. Aber ansonsten eine "normale" Fantasy Geschichte. Sie hat alles was das Fantasy Herz begehrt, Geister, Magie, Nekromanie, Schwertkampf, Monster usw. bis auf einmal von Plato, Sokrates, Jesus, Satan, Papst (in dem Fall eine Päpstin) und anderen aus unserer Welt bekannten Persönlichkeiten, Sprachen oder sonstigem spricht. Anfangs habe ich es einfach für "Faulheit" gehalten und gedacht es soll vielleicht eine alternative Weltgeschichte sein. Damit lag ich aber sehr Falsch. In Wirklichkeit spielt diese Geschichte wie ich mittlerweile herausgelesen habe mindestens 1.000 Jahre in der Zukunft also eine extreme post Apokalyptische Geschichte in welcher ALLE Technologie verschwunden ist und es nur noch einige Zeichen der Builder (Erbauer) gibt welche fantastische Bauwerke hinterlassen haben und hier und da Bücher die jedoch so gut wie kein lebender Mensch mehr versteht.

Ich möchte hier jedoch keine zu großen "Spoiler" liefern. Die Geschichte ist extrem Schnelllebig. Auf jeder Seite passiert etwas neues und teilweise Unerwartetes. Ich konnte jedoch erst wirklich in dieses aufregend und spannend geschriebene Buch eintauchen und die dort beschriebene Welt akzeptieren als ich verstanden habe wie die Verbindung dieses Buches zu unserer Welt ist. Ich hoffe mit dieser kurzen Rezession so manchen Leser, der gerade die ersten 20 Seiten gelesen hat und total verwirrt ist warum Latein und Plato vorkommt, zu Helfen besser in diese fabelhafte Geschichte eintauchen zu können und nicht erst wie ich auf Seite 200.

Diese Geschichte ist wirklich Lesenswert. Ich kann es kaum erwarten im zweiten Teil weiter zu lesen und bin meinen Schwiegereltern dankbar das sie befunden haben das dieses Buch so aussieht als ob es mir Gefallen könnte, da ich sonst wohl nie dieses Buch gelesen hätte!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Düster und brutal, 4. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Prinz der Dunkelheit (Broschiert)
Jorg, 14 Jahre, führt eine Bande gewissenloser Mörder an, mit der er durchs Land zieht und alles niederbrennt, was ihm im Wege steht. Doch er hat große Pläne: Er will seinen Platz als Thronfolger zurück, und dafür geht er nicht nur sprichwörtlich über Leichen ...

Dieses Buch ist moralisch eigentlich nicht tragbar. Die Hauptfigur plündert, mordet und vergewaltigt, und dennoch ist man ihr nach spätestens 100 Seiten hoffnungslos verfallen.
Jorg wandelt ständig an der Grenze zwischen "gerade noch erträglich" und "jenseits von Gut und Böse". Aber man kann nicht anders, als ihn zu lieben.
Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Es spielt in einer Welt, die auf faszinierende Weise in der unseren verankert ist, was man aber erst viel später begreift. Der Fantasyaspekt ist relativ gering, der Anteil an blutigem Gemetzel dafür umso höher. Leser mit schwachen Nerven werden nicht viel Freude an diesem Buch haben.
Was mich besonders faszinierte, war die wunderschöne Sprache, die oftmals in krassem Kontrast zu den beschriebenen Szenarien steht.
Zwischen aller Grausamkeit wirft Jorg immer wieder seine eigenen philosophischen Gedanken ein, denn er ist als Königssohn hoch gebildet.
Er versucht nicht, seine Verbrechen zu beschönigen oder zu rechtfertigen. Er ist sich bewusst, was er tut und steht hinter seinen Entscheidungen.
Dabei ist er aber keineswegs gefühllos. Auch er hat hinter all der Kaltblütigkeit seine Ängste und Sorgen.

Ich glaube, dieses Buch kann man nur hassen oder lieben. Dazwischen gibt es nichts.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich schluckte die Nacht, und die Nacht schluckte mich", 1. Oktober 2011
Von 
kamelin - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Prinz der Dunkelheit (Broschiert)
Als der neunjährige Jorg hilflos mit ansehen muss, wie Mutter und Bruder vor seinen Augen abgeschlachtet werden, zerbricht etwas in ihm. Nachdem er erfährt, dass sein Vater den Überfall nicht rächen wird, schließt sich der Junge kurzerhand einer Gruppe von Halsabschneidern und Straßenräubern an, die er schon bald anführt. Plündernd und mordend zieht er durch das zerrissene Reich, bis er ein Jahr vor seiner Volljährigkeit, dem Fünfzehnten Geburtstag, den Drang verspürt, zurück in die Heimat zu kehren. Denn es gibt eine Sache, die ihm wichtiger ist als seine Rache: Der Thron von Ankrath.

Viel mehr vom Inhalt möchte ich eigentlich nicht verraten, denn gerade die überraschenden Wendungen und unerwarteten Ereignisse haben einen nicht geringen Teil der Spannung ausgemacht.
Am meisten jedoch hat mich Jorg fasziniert, ein Anti-Held, wie man ihn selten trifft. Es gehört schon eine gepfefferte Ladung Mut dazu, einen derart abstoßenden Charakter zu schaffen, den ich nicht mal in meinen abgefahrendsten Albträumen treffen möchte. Wenn es in der Literatur eine widerlichere Hauptfigur gegeben hat, ist sie mir bisher nicht begegnet. Jorg ist ein skrupelloser Vergewaltiger und Mörder ohne Gewissen oder einen Funken Mitgefühl. Ein Menschenleben bedeutet ihm nichts, andere Schicksale berühren ihn nicht. Er macht was er macht, nur aus einem einzigen Grund: Weil er es kann.
Als Leserin mochte ich ihn nicht, dennoch wollte ich wissen, wie es mit ihm weiter geht. Dabei konnte ich irgendwann nicht mehr aufhören zu lesen, und obwohl die Geschichte an manchen Stellen ziemlich brutal ist, wird diese Blutrünstigkeit durch Jorgs trockenen Humor wieder aufgehoben.

"Messerarbeit ist eine schmutzige Arbeit, und doch bleibt Bruder Grumlow immer sauber." (S.71)

Ein weiterer Punkt, der diesen Roman in meinen Augen neben den exzellent gezeichneten Charakteren, einem hohen Spannungsbogen und dem Wortwitz auszeichnet, ist der Schreibstil, denn dieses Buch ist verdammt gut geschrieben. Ob man den Helden nun mag oder nicht, die schonungslose Schreibweise passt perfekt zu ihm. Mark Lawrence arbeitet mit Bildern, und schafft mit wenigen Sätzen eine gestochen scharfe Vorstellung:

"Manche sagen, dass der Rote Kent ein schwarzes Herz hatte, und vielleicht stimmt das. Aber wer ihn dabei beobachtete, wie er eine aus sechs Fußsoldaten bestehende Patrouille mit Beil und Messer erledigte, würde sagen, dass er die Seele eines Künstlers hatte." (S. 217)

Was mir zudem gut gefallen hat ist, dass es keine Plattheiten gibt. Trotz seines Verhaltens ist Jorg ein vielschichtiger Charakter, und auch die Bande gewissenloser Meuchelmörder in seinem Kielwasser zeigt nicht selten überraschenden Tiefgang. Nachdem ich in die Geschichte eintaucht bin, konnte ich Jorgs Handlungsweise immer besser nachvollziehen - auch wenn mir oft nicht gefiel was er tat. Diese Empathie ermöglicht die sehr nahe wie schonungslose Schreibweise, die fast schon gegen meinen Willen eine emotionale Nähe zum Helden geschaffen hat.
Dass der Autor mir ermöglicht hat, mich in einen gefühlsmäßigen Krüppel hineinzuversetzen, dem man nicht im Dunkeln begegnen möchte - dieses Kunststück hat mir vielleicht sogar am Besten gefallen.

Fazit:
Mark Lawrence Schreibstil ist bemerkenswert, schon allein deswegen sollte man das Buch meiner Ansicht nach lesen. Und trotz der Brutalität der Geschichte und einem anfangs unsympathischen Helden, hat mir die Geschichte mit ihrem schräg-schwarzen Humor einen riesen Lesespaß bereitet.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dunkel, Duester, Interessant, Tiefgruendig., 22. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Prinz der Dunkelheit (Broschiert)
"Die Dunkelheit ist nicht das Ende, sie ist erst der Anfang"
Interessant, vielversprechend und verlockend klingen diese Worte für denjenigen, der die Rückseite des Debütromans von Mark Lawrence genauer betrachtet. "Prinz der Dunkelheit", im Original "Prince of Thorns" (~ Prinz der Dornen), nennt sich seine düstere Geschichte um den jungen Jorg. "Dieses Buch verschlingt Sie mit Haut und Haaren!", so spricht Robin Hobb über 381 bedruckte Seiten, bekannt u.a. durch ihre unglaublich faszinierende Geschichte um Fitz den Weitseher oder die Lebensschiffe, wenngleich diese Werke mehr Ruhe ausstrahlen als das vorliegende und ein Vergleich der Autoren demnach weniger sinnvoll erscheint.

Kronprinz Jorg erzählt uns seine Geschichte, wirft den Leser dabei jedoch gleich am Anfang ins kalte Wasser, lässt ihn im Dunklen stehen. Ja, "sie ist erst der Anfang", diese Aussage scheint sich gleich zu Beginn zu bewahrheiten. Hat man jedoch die ersten wenigen Kapitel verinnerlicht, nimmt die Geschichte immer mehr Gestalt an und die einzelnen Fragmente finden stets neue Verbindungslinien. Dabei spult Jorg mitten unter der Haupthandlung der Gegenwart des Öfteren in die Vergangenheit zurück, 4 Jahre um genau zu sein, als er noch 10 Jahre alt war. Denn damals begann der bereits erwähnte "Anfang". Gefangen in einem Dornengestrüpp, gelähmt von Angst, muss Jorg mit ansehen, wie seine Mutter und sein Bruder ermordet werden. Kurze Zeit später erfährt er, dass sein Herr Vater, König des Reiches, den Tod seiner Frau und eines seiner Söhne ungestraft lassen will. Nunja, er fordert zumindest ein paar Golddukaten und Handelsmöglichkeiten am Fluss. Jorg hingegen ist seit dem Unfall besessen von dem Ziel, den Verantwortlichen - Graf Renar - zur Strecke zu bringen. Dies ist der Grund, warum er eine Gruppe Inhaftierter Räuber und Halunken befreit und um sich schart, 4 Jahre lang plündernd durch die Länder zieht, um sich schließlich doch eines Tages wieder seinem Vater zu zeigen. In dessen Auftrag zieht er dann weiter, um einen Feind seines Erzeugers in die Knie zu zwingen, stößt dabei jedoch auf eine neue Art Feind. Und Freund. Und muss letztendlich die Erfahrung machen, dass nicht nur er selbst ein herzloser Mensch ist. Ob er Rache nehmen wird oder wie diese aussieht, das soll jeder Leser bitte selbst herausfinden. Nur eines kann ich sagen, oder vielmehr Jorg:"Mit zwanzig werde ich Kaiser sein." (S. 380)

Dem Buch gebe ich insgesamt 4 Sternchen. Obwohl die Handlung simpel, fast schon ein wenig plump wirkt (Junge will Rache, zieht umher, bekämpft böse Menschen, etc. etc.), und auch das sprachliche Level größtenteils keine hohen Anforderungen stellt, konnte mich Mark Lawrence doch sehr überzeugen. Oft las ich von einem "brutalen, gewaltätigen" Buch in anderen Rezensionen. Meiner Meinung nach geschehen diese blutigen, bösartigen Taten jedoch in solch geringem Ausmaß, dass ich dieser Aussage nur bedingt zustimmen kann. Denn "brutal" ist es dennoch, allerdings vor allem in Bezug auf Jorgs Innenleben.
Im stolzen Alter von 10 Jahren macht er sich mit einer Gruppe erwachsener, grober Männer auf den Weg ins Nirgendwo. Oft fragte ich mich: Wie schafft er das? Woher kommt sein Respekt? Sein treuer Begleiter Makin spricht diese Gedanken sogar einmal aus:
"Manchmal machst du selbst mir was vor, so gut bist du, Jorg."
"Und worin bin ich so gut?"
"Darin, in in Rolle zu schlüpfen. Mit deiner Intuition fehlende Jahre zu ersetzen. Mangelnde Erfahrung mit Einfallsreichtum wettzumachen."
"Du glaubst, ich müsste alt sein, um mit einem alten Kopf zu denken?"
"Ich glaube, du müsstest länger gelebt haben, um das Herz eines Mannes wirklich zu verstehen. Du müsstest mehr Geschäfte in deinem Leben gemacht haben, um den Wert des Geldes, das du so unbekümmert ausgibst, besser zu schätzen." (Seite 283)

Er ist jung, roh, grob, keineswegs jungenhaft. Ein kleiner Schlächter, wenn man so will. Geführt von seinem Zorn, angespornt vom Ziel der Rache. Oft fühlt er die kleinen Dornen in sich. Wie sie an ihm ziehen. Ihn aufschneiden. Doch was machen sie? Halten sie ihn zurück? Sind sie seine Angst? Oder stacheln sie ihn an?

Aus psychologischer Sicht empfand ich den Roman sehr interessant, Jorgs Gedanken, Äußerungen, Handlungen werden enorm gut vermittelt. Auch wenn das "in Jorg Hineinversetzen" nicht unbedingt möglich ist (wer hat schon als Zehnjähriger andere Menschen abgeschlachtet?) werden seine Beweggründe doch sehr anschaulich gestaltet. Häufig musste ich mich fragen, wem sein Hass wirklich gilt. Graf Renar, dem Mörder? Seinem Vater, der nichts unternahm? Ihm selbst, weil er zu schwach war?
Und obwohl Jorg oftmals emotional abgestumpft erscheint, tauchen doch zahlreiche Stellen auf, in denen ein Funken Hoffnug auf Liebe zu erkennen möglich sind.
"Ich versuchte mir vorzustellen, wie er ungläubig den Kopf schüttelte. Oder wie er lächelte, aufstand und mir die Hand auf die Schulter legte. Ich versuchte zu hören, wie er mich lobte und Sohn nannte. Doch meine Augen wurden blind, und die Worte, die mein Vater sprach, waren so leise, dass ich sie nicht verstand." (S. 297)

Was mich ebenfalls begeistern konnte, war Jorgs Sicht der Welt. Und sich selbst. Er kennt sich. Er weiß, was er tut. Er ist kein "durchgeknallter Irrer", der Massenmorde begeht. Er wird bewegt. Und er bewegt. Auf eine sehr bizarre Art und Weise. Und er zeigt uns, den Lesern, wie die Welt in einzelnen Bereichen aussieht.
"Wir wickeln unsere brutale und rätselhafte Welt in den Schein von Verstehen. Wir übertünchen die Löcher in unserem Verständnis mit Wissenschaft oder Religion und geben vor, dass Ordnung geschaffen wurde. Oft funktioniert diese Illusion. Wir gleiten über Oberflächen, ungeacht der Tiefen darunter. Wir sind wie Libellen, die über einem meilentiefen See schwirren und kurvenreiche Wege fliegen, ohne Ziel und Sinn. Bis etwas aus den kalten Tiefen kommt und nach uns greift.
Die größten Lügen bewahren wir für uns selbst auf. Wir spielen ein Spiel, in dem wir die Götter sind, in dem wir die Wahl treffen und die Strömung uns folgt. Wir geben vor, von der Wildnis getrennt zu sein. Wir geben vor, dass die Kontrolle des Menschen tief reicht, dass die Zivilisation mehr ist als nur ein dünner Anstrich auf der Barbarei und uns die Vernunft an dunklen Orten begleitet." (S. 313)

Und einer Aussage Jorgs kann ich ebenfalls zustimmen:
"Wie seltsam: Je tiefer das Loch, desto mehr zieht es den Menschen an. Die Faszination, die auf der schärfsten Schneide lebt und an ihrer Spitze funkelt, wartet auch im tiefen Fall." (S. 227)

Einen Punkt muss ich dem Buch leider abziehen, da es in seiner Gesamtbetrachtung ein wenig an Mörtel erinnert. Irgendwo sind ein paar Löcher. Ob diese nun wirklich negativ sind, darf jeder für sich entscheiden.
Empfehlenswert ist der Roman auf alle Fälle.
Angenehm, wenn ein Roman einen auch nach der Lektüre noch beschäftigen kann.
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5.0 von 5 Sternen Mal was ganz anderes, 18. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Prinz der Dunkelheit (Broschiert)
Mark Lawrence schreibt gleichzeitig intelligent und kurzweilig und präsentiert und mit Jorg von Ankrath einen Protagonisten, dessen Handeln so verständlich wie (oftmals) abscheulich ist. Als junger Prinz, der auf Rache aus ist, spinnt er seine Pläne für seinen Aufstieg auf den Thron und die Rache an seinen Peinigern.

Lawrence gelingt es außerdem ein sehr stimmiges Setting zu entwickeln, in dem er Fantasy-Elemente mit en Überresten einer lange vergangenen Hochzivilisation vermischt, zu denen selbst gelehrte Charaktere (wie Jorg) kaum noch intellektuellen Zugang finden. Er macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

Nicht nachvollziehbar ist für mich in diesem Punkt die Kritik vieler anderer Rezensenten.

"Das ist ja gar keine reine Fantasy, das ist am Ende ja post-apokalyptisch!"

Ach echt?^^ Wo ja bloß von Anfang von Dinge wie Stahlbeton, Rom, die Kirche, Plato, Plutarch, "Geisterlichter" (Glühbirnen^^), Sun Tzu und Mutagene erwähnt werden. Dass diejenigen dann auch noch gerne übersehen, dass die Handlung nicht in England spielt, sondern in dem was heute Frankreich und Belgien ist, verleiht der Kritik auch nicht unbedingt mehr Gewicht.
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3.0 von 5 Sternen Fesselnd aber...., 14. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Prinz der Dunkelheit (Broschiert)
Rache, Wut, Grausamkeit, Sehnsucht, Verrat.

Den Titel Prinz der Dunkelheit hat das Buch zu recht insofern wurden meine Erwartungen erfüllt. Es liest sich gut und fesselt den Leser von der ersten Seite an.

Nicht weiterlesen wenn Ihr nichts über den Inhalt des Buches wissen wollt und warum ich 2 Sterne abgezogen habe.

Als Jorg das erste Mal die Erbauertexte erwähnt die auf "Plastik" geschrieben sind, ahnte ich schon in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Als Jorg mit seiner Truppe vor einer "sprechenden" Tür steht und die Worte EMP Verriegelung fallen, spätestens da war für mich klar das ich mir die nächsten 2 Bücher nicht kaufen werde.

Mich stört die Vermischung von Mittelalter und Radioaktiver Strahlung inkl. Atombomben. Darum 2 Sterne Abzug von mir, ansonsten hätte ich vermutlich 5 Sterne gegeben.
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5.0 von 5 Sternen Wahrlich ein Prinz der Dunkelheit, 5. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Prinz der Dunkelheit (Broschiert)
Mal was anderes - kein Held, der in Tugenden aufgeht. Hier geht es mal um einen Antihelden, der fast jede Todsünde lebt. Und der Aha-Effekt bleibt nicht aus, genau mein Geschmack.
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