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105 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker, sorgfältig neu ediert und erstmals vollständig
Dieser Band enthält die Maxim-Kammerer-Trilogie, also die drei Romane "Die bewohnte Insel", "Ein Käfer im Ameisenhaufen" und "Die Wellen ersticken den Wind". Alle drei sind bereits vor Jahren erschienen, in der DDR als Hardcover mit sehr schönen Umschlagillustrationen von Carl Hoffmann, in der BRD als Taschenbücher bei Suhrkamp. Warum bekommt dieser...
Veröffentlicht am 14. April 2010 von Chrononaut

versus
8 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Thema verfehlt
Ich muß zugeben, als ich dieses Buch bestellt habe, hatte ich eine bestimmte Erwartungshaltung. Ich hatte ein paar Bücher von Sergej Lukianenko gelesen und war auf der Suche nach "etwas ähnlichem". Ich erwartete mir Science Fiction, neue Ideen, spannend erzählte Stories mit überraschenden Wendungen. Vielleicht so wie die Bücher von Phillip...
Veröffentlicht am 18. Juli 2011 von Steinwolf


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105 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker, sorgfältig neu ediert und erstmals vollständig, 14. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Strugatzki Gesammelte Werke 1: Drei Romane in einem Band: Die bewohnte Insel; Ein Käfer im Ameisenhaufen; Die Wellen ersticken den Wind (Taschenbuch)
Dieser Band enthält die Maxim-Kammerer-Trilogie, also die drei Romane "Die bewohnte Insel", "Ein Käfer im Ameisenhaufen" und "Die Wellen ersticken den Wind". Alle drei sind bereits vor Jahren erschienen, in der DDR als Hardcover mit sehr schönen Umschlagillustrationen von Carl Hoffmann, in der BRD als Taschenbücher bei Suhrkamp. Warum bekommt dieser Band nun fünf Punkte?

Darum:

1. Erstmals kann man die Trilogie komplett in einem Band bekommen und am Stück lesen - auch wenn nach eigenen Aussagen die Gebrüder Strugazki nie daran gedacht haben, die drei Romane als zusammengehörig zu betrachten. Tatsächlich ist es nicht nur eine durchgehende Hauptfigur (Maxim Kammerer), sondern auch ein durchgehendes Thema. Die weit fortgeschrittene Menschheit greift unerkannt und insgeheim in die Geschicke der Bewohner anderer Welten ein, um deren Lage zu bessern, sie weiterzuentwickeln, ihnen Segen zu bringen. Dieses Gutmenschentum bringt Kammerer in einige Konflikte: Darf man das? Was genau ist gut für andere? Bin ich ein Diktator, wenn ich anderen Leuten den Planeten umkrempel? Und allmählich muß Kammerer erkennen, daß auch die Menschen von außen beeinflußt werden. Die geheimnisvollen Wanderer, eine weit überlegene Art von Außerirdischen, haben sich längst eingemischt und agieren insgeheim auf der Erde...

2. Erstmals kann man die Romane so lesen, wie sie ursprünglich gedacht waren. Die Zensur hatte erst in der Sowjetunion zugeschlagen, und dann bei der deutschen Ausgabe nochmal, diesmal die in der DDR. Erik Simon (Sternbilder, Mondmysterien, Reisen von Zeit zu Zeit) hat sich die Mühe gemacht, die ungekürzten und unzensierten Originalfassungen durchzusehen und alles wieder einzufügen, was irgendwelche selbsternannten Weltverbesserer und Zensurapostel verändert hatten. Diese Eingriffe reichen von "entlarvend" über "strohdumm" bis zu "lächerlich". Nun sind alle gestrichenen Stellen neu übersetzt worden und an den richtigen Plätzen wieder eigefügt.

Unverstümmelt liest sich vieles ganz anders.

3. Es gibt ein interessantes Vorwort von Dmitry Glukhovsky, dem Autor des Erfolgsbuches Metro 2033. Es endet mit der völlig richtigen feststellung: "Die Strugatzkis - das ist kraftvolle, talentierte, ernsthafte Literatur. Das ist wahre lebendige Klassik. Das sind galaktische Sterne von der Größenordnung eines Ray Bradbury oder eines Kurt Vonnegut, glauben Sie mir. Sie konnten sie bei sich auf der westlichen Hemisphäre nur nicht so gut sehen." (S. 16)

4. Im Anhang wird ein Aufsatz von Boris Strugazki abgedruckt, in dem er berichtet, wie die Romane entstanden sind (Arkadi starb je leider bereits 1991).

5. In einem Essay "Eine Zukunft mit zwei Enden" erläutert Erik Simon die Doppelbödigkeit der Trilogie.

6. In einem Anmerkungsteil werden Anspielungen, Begriffe und Querverbindungen erklärt, die dem deutschen Leser nicht unbedingt bekannt sein dürften.

Und außerdem ist diese Trilogie eine Wucht von einem Buch. Kaufen! Lesen!

Anmerkung: Für alle Menschen, die Bücher nur in gediegener, fest gebunderer Form im regal sehen möchten, gibts eine textidentische Luxusausgabe im Golkonda-Verlag.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Band Eins der gelungenen Gesamtausgabe, 16. Oktober 2010
Von 
Maxim - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Strugatzki Gesammelte Werke 1: Drei Romane in einem Band: Die bewohnte Insel; Ein Käfer im Ameisenhaufen; Die Wellen ersticken den Wind (Taschenbuch)
Der Erste Band der Gesamtausgabe beinhaltet die Maxim-Kammerer-Trilogie Bestehend aus; - Die bewohnte Insel, - Ein Käfer im Ameisenhaufen, - Die Wellen ersticken den Wind. Jedes dieser Drei Romane ist ein eigenständiges Werk, verbunden durch den Protagonisten Maxim. Sie alle reihen sich in den Zukunftszyklus - Die Welt des 22 Jahrhunderts ein.
Alle Drei Bücher wurden nach den ungekürzten Originalversionen von Erik Simon ergänzt.

- Die bewohnte Insel;
Für die Veröffentlichung des Buches mussten die Strugatzkis etliche Kompromisse eingehen. Wie bei den meisten ihrer Werke hatte die damalige allmächtige Zensurbehörde vieles zu bemängeln, insgesamt 896 Änderungen mussten vorgenommen werden. In der hier vorliegenden Ausgabe wurde der Text wieder so hergestellt wie er einmal vorgesehen war. Diese Überarbeitete Fassung neu zu lesen lohnt sich, auch wenn man den Inhalt des Buches schon kennt.
Kurze Inhaltsangabe:
Auf dem Planeten Saraksch verunglückt Maxim Kammerer, Mitarbeiter der freien Suche im Kosmos. Dort erlebt er einige Abenteuer, er wird Soldat, geht als Widerstandskämpfer in den Untergrund, wird verhaftet und in ein Arbeitslager eingesperrt. Von dort aus organisiert er seine Flucht, entdeckt intelligente Hundeähnliche Wesen die Kopfler, nimmt Kontakt zu den Sogenannten Mutanten auf. Der Kreis schließt sich und Maxim landet wieder in der Armee. Ein neuer Krieg wird vorbereitet und da wird jeder der kämpfen kann gebraucht. Das Volk wird mit Strahlen gefügig gemacht, Maxim gelingt es die Zentrale für die Strahlentürme zu zerstören. Dort stellt er fest dass nicht alles so einfach ist wie es scheint. Hier begegnet er zum ersten Mal Rudolf Sikorsky, einen Progressor von der Erde. Dieser erklärt ihm die wahren Zusammenhänge. Maxim hat die Wahl zur Erde zurückkehren, oder als Progressor auf Saraksch bleiben.

- Ein Käfer im Ameisenhaufen;
Ist keine Direkte Fortsetzung von der bewohnten Insel, aber es wird öfters Bezug genommen auf die Ereignisse von damals. Die Handlung ist einem Kriminal- bzw. einem Detektivroman ähnlich. Für einiges was in dem Buch angesprochen wird, gibt es von den Strugatzkis keine hinreichende Erklärung. Aber das ist das Reizvolle daran, man kann ihre Bücher immer wieder lesen ohne dass die Handlung ermüdet. Der eigenen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Kurze Inhaltsangabe:
Maxim ist inzwischen Mitarbeiter der Komkon 2 und Rudolf Sikorsky sein Vorgesetzter.
Die Komkon ist zuständig für die Sicherheit, z.b. greift sie ein wenn gefährliche Experimente die Erde bedrohen.
Als Lew Abalkin ein Progressor vom Planeten Saraksch flieht und auf der Erde untertaucht, bekommt er den Auftrag diesen ausfindig zu machen. Noch weiß er nicht was hinter all dem steckt. Doch je länger er sich mit dem Fall beschäftigt, umso mehr Einzelheiten kann er herausfinden.
Bei seiner Recherche liest Maxim einen Bericht über die Geschehnisse auf dem Planeten Esperanza. Dort wurde fast die gesamte Bevölkerung von den Wanderern (einer Superzivilisation) evakuiert. Nur ein kläglicher Rest fristet unheilbar Krank sein Dasein. Bei seinen weiteren Untersuchungen findet er heraus, das Albakin eines der Sogenannten Findelkinder ist. Diese wurden von den Wanderern erschaffen und niemand kann sagen ob diese harmlos oder gefährlich sind.

- Die Wellen ersticken den Wind;
Mit diesem Roman wird die Trilogie abgeschlossen. Eigentlich hatten die Strugatzkis geplant noch ein Viertes Buch zu schreiben. Nach dem Tod van Arkadi wurde die Idee jedoch erst einmal verworfen. Später wollte Boris zusammen mit einem anderen Schriftsteller das Projekt vollenden. Aber das ist schon eine Weile her und bislang hat sich da nichts getan. Schade eigentlich, eine Fortsetzung hätte ich mir sehr gut vorstellen können. In die Die Wellen ersticken den Wind, wird die Erzählung mit Dokumenten, Interviews, Briefe, Kommentare usw. versehen. Das ist eine etwas andere Erzählform als wie in den vorangegangenen zwei Teilen.
Kurze Inhaltsangabe:
Maxim Kammerer inzwischen selbst Abteilungsleiter bei Komkon 2, blickt zurück auf ein Ereignis das 30 Jahre zurück liegt. Er lässt damals durch seinen Mitarbeiter Toivo Glumov mehrere Ereignisse untersuchen. Welche auf das Wirken der geheimnisvollen Wanderer auf der Erde hinweisen. Mehrere Menschen haben ein höheres geistiges Potential entwickelt, diese werden als Menten bezeichnet. Nicht alle sind von der Gefährlichkeit der Wanderer überzeugt. Aber Toivo glaubt daran und versucht Beweise für die Bedrohung zu finden. Bis er feststellt das er selbst ein Mente ist, daraufhin taucht er unter.

Abgerundet wird diese Ausgabe mit einem Vorwort von Dimitry Glukhovsky, einem Nachwort von Boris Strugatzki sowie einen Kommentar von Erik Simon

5 Punkte für diesen gelungen Ersten Band
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große Sammlung der Maxim Kammerer-Geschichten - mit Erläuterungen in der von den Autoren gewünschten Form, 10. März 2013
Von 
K. Beck-Ewerhardy "kgbeast" (Moers) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
In diesem ersten Band von Heynes Strugatzki-Reihe werden die drei Romane um die Figur Maxim Kammerer in einer neuen Übersetzung und in der Vorzensurform vorgestellt:

Die bewohnte Insel

Ein Raumschiff landet auf einem fremden Planeten, an Bord ein Mann namens Maxim Kammerer – nicht unbedingt das hellste Licht unter den Sonnen. Während er sich in seiner neuen Umgebung ein wenig umsieht wird sein Schiff stark beschädigt und wenig später sieht er sich als Gefangener einer Gruppe von Leuten, die weder seine Sprache sprechen, noch unbedingt Verhaltensweisen zeigen, die für Maxim nachvollziehbar sind. Er versucht herauszubekommen, was diese Leute antreibt und was sie eventuell von ihm wollen, während sie selbst sich über seine Widerstandsfähigkeit, seine Kraft und seine offensichtliche Dummheit in Bezug auf die Welt wundern. Er ist zunächst ein überaus sozialistisch erzogener Robinson in einer Welt, mit der er wenig gemein hat.
Wegen seiner körperlichen Fähigkeiten und seiner kämpferischen Macht wird er in die „Kämpfende Garde“ aufgenommen, eine Art Elitekampftruppe. Hier lernt er ein wenig mehr über die Gesellschaft in der er lebt und sieht seltsame Euphorieausbrüche zu festgelegten Uhrzeiten innerhalb der Truppe, die ihn selbst aber nicht zu berühren scheinen. Nach einem überaus erfolgreichen Einsatz wird er mit in ein Verhörteam aufgenommen, wobei er erstmals Kontakt mit sogenannten Entarteten bekommt, Menschen, die sich während der Euphoriephasen oft in schmerzhaften Zuckungen auf dem Boden winden und die außer aus Maxims Sicht verständlicher Kritik an der Gesellschaft kein Verbrechen begangen haben – und manche nicht einmal das. Als er beauftragt wird, zwei dieser Personen hinzurichten wendet er sich gegen seine Vorgesetzten.
Im Folgenden schlägt sich Maxim auf die Seite des Widerstands, den er aber schnell als undurchdacht und unorganisiert erlebt, weswegen er den Einsätzen nicht mit allem Einsatz und voller Konzentration folgt, was schließlich zu seiner Inhaftierung führt. Diese wiederum bringt ihn aus politischen Erwägungen in eine Art Strafbattalion, in wo er damit beschäftigt ist, die Hinterlassenschaften eines grausamen Kriegs zu beseitigen. Ein Ausbruch mit dem Versuch, mit der Gegenseite in diesem Krieg Kontakt aufzunehmen zeigt ihm, dass seine neue Heimat unglaublich viel komplexer ist, als er dies bisher geglaubt hat und dass es hier Gefahren gibt, die sein Fassungsvermögen übersteigen. Am Schluss führt seine Begegnung mit einer Person, die der „Wanderer“ genannt wird zu einer überaus beschämenden Erkenntnis.

Nicht jeder, der in einem hypothetisch erfolgreichem und fortschrittlichen System aufgewachsen ist ist notwendigerweise ein überlegener Mensch in einem anderen System und er ist auch nicht notwendigerweise in der Lage, ein „primitiveres“ System so zu begreifen, dass er darin nutzbringend für alle agieren kann, was das erfolglose Herumwerkeln Maxims in seiner neuen Umwelt deutlich zeigt. Die Strugatzkis zeigen hier einen überaus idealistisch agierenden – wenn auch nicht immer denkenden – Menschen, dem es deutlich an Schulbildung und Hintergrund fehlt und der darum bei allen guten Vorsätzen gezwungen ist, für ihn und andere fatale Fehler zu machen – und gleichzeitig gewisse Prämissen zu Beschleunigung der historischen Dialektik in Frage stellt. Eine gelungene allegorische Darstellung des sozialistisch-historischen Determinismus und den Gefahren von „gut gedacht, aber nicht gut gemacht.“

Ein Käfer im Ameisenhaufen

Jahre nach den in "Die bewohnte Insel" beschriebenen Ereignisse finden wir Maxim Kammerer als dienstältesten Progressor auf der Erde. Durch seine Erfahrungen wurde beschlossen, die Nichteinmischungsregel aufzuheben und die Progressoren sind nun aktiv damit beschäftigt, andere humanoide Kulturen evolutionstechnisch auf Vordermann zu bringen. Eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe für die es einen sehr gründlichen Ausleseprozess gibt.

Doch nun scheint einer der Progressoren durchgedreht zu sein und Maxim wird aufgefordert, ihn ausfindig zu machen. Doch seine vorgesetzte Behörde gibt ihm nicht die notwendigen Informationen um seinen Auftrag auszuführen und so muss er gleichzeitig versuchen, hinter die Motive seiner Auftaggeber zu kommen, während er selbst versucht, den Auftag zu erfüllen.

Am Ende warten auf ihn und die Leserschaft eine erstaunliche Überraschung, die als Templat für allerlei spätere SF-Geschichten gedient zu haben scheint.

In der Form von Fallprotokollen und Akten aus verschiedenen Bereichen, die Maxim in der Recherche verwendet wird die Geschichte nach und nach vor seinen und unseren Augen aufgeschlüsselt. Ein überaus gechickt gestaltetes Erzählwerk, das ganz anders vorgeht als sein Vorgänger in der Reihe.

Die Wellen ersticken den Wind

Nachdem in "Die bewohnte Insel" der Raumfahrer Maxim Kammerer unverhofft auf einem weniger entwickelten Planeten landet und dort gegen alle Regeln in die Entwicklung der Gesellschaft eingegriffen hat und sich in "Ein Käfer unter Ameisen" der gleiche Kammerer als Senior-Progressor - also als jemand, der nun solche Einmischungen professionell betreibt - einen abgängigen Progressor aufspüren soll, geht es in diesem dritten Band darum, dass die Menschheit mittlerweile versucht durch chemische und genetische Manipulation in ihre eigene Entwicklung einzugreifen, nicht wissend, dass es noch eine andere Macht gibt, die gegenüber der Menschheit auch eine Progressorenrolle einnimmt und die dabei zum Teil gegensätzliche Wege verfolgt. Und diese Macht kommt aus einer ganz und gar unerwarteten Richtung.

Erzählt in Berichten und Interviews mit verknüpfenden und erläuternden Zwischenbemerkungen Maxim Kammerers lässt dieser kurze Roman bewusst viele Leerstellen, die Leserinnen und Leser mit ihrer Kenntnis der damaligen russischen Gegenwart und der vorhergehenden beiden Geschichte selbst ausfüllen sollten, was heutzutage - Jahrzehnte später - einiger Erläuterungen bedarf, die man aber zum Glück im Netz finden kann. Gelungener und überraschende Abschluss der Reihe, der Vorbild für viele andere SF-Geschichten und -Serien gewesen sein dürfte.

Das Buch schließt ab mit einer Darstellung der Produktions- und Publikationsgeschichte durch Boris Strugatzki und einer allgemeineren Werkdarstellung durch Erik Simon, die überaus erhellend ist. Außerdem gibt es noch einen Erläuterungsapparat, der den heutigen - hier vor allen Dingen nicht-russischen Leserinnen und Lesern wichtige zusätzliche Hinweise gibt. Diese Erläuterungen sind zum Teil aus dem text heraus direkt ansteuerbar.

Eine sehr gewinnbringende Sammlung aus dem Werk der beiden wichtigsten russsichen SF-Schriftsteller.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen menschlich-psychologische Science-Fiction, 11. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Strugatzki Gesammelte Werke 1: Drei Romane in einem Band: Die bewohnte Insel; Ein Käfer im Ameisenhaufen; Die Wellen ersticken den Wind (Taschenbuch)
ich habe die 3 erste Bände von meinem deutschen Freund Geschenk bekommen, da er wusste, dass ich die Gebrüder Strugatzki sehr begehre.Selbs noch als Kind habe ich Ihere Roman "Der Montag fängt am Samstag an" gelesen und durch einen ironischen und weit durchdringenden Stil des Romans gefesselt war. Da ich schon mindestens 5 mal die Romane aus diesen Band auf Russisch gelesen habe und jetzt noch auf einem Atem auf Deutsch, kann ich auch sagen, dass Die Übersetzung sehr authentisch ist.

Zum Autor:
Boris Strugatzki, 1933, wurde mit seinem Bruder Arkadi (1925-1991) zu einem der erfolgreichsten russischen Science-Fiction-Autoren. Die Gesamtauflage des Autorenduos erreichte im Original etwa 40 Millionen Exemplare. Ihre Bücher wurden in rund 30 Sprachen übersetzt. Vor allem die Erzählung "Picknick am Wegesrand", unter dem Titel "Stalker" von Andrej Tarkowski verfilmt, brachte ihnen Weltruhm ein.

Die erste Band stellt uns dreiteilige Maxim-Kammerer-Reihe dar.
1. Die bewohnte Insel(1969)
2.Ein Käfer im Ameisenhaufen(1979)
3.Die Wellen ersticken den Wind(1985)

Das Thema "glücklich strahlende Zukunft" zieht sich wie ein roter Faden durch ganze Werke von Strugatzki und erst fasziniert. Aber später bekommt man so ein unklärliche Unruhe, nein alles scheint in Ordnung zu sein: Helden erobern die Weltall, Wissenschafter schaffen die Abfall-freien Technologien...
Alles ist gut ..Nur ein unruhiges Gefühl.Dann stellt man plötzlich fest, dass diese strahlende Zukunft absolut steril ist. Helden verlieben sich nicht, streiten sich nicht , haben keine Kinder, und wenn doch, dann werden Kinder in Internaten groß gezogen.

Offenbar sind die menschlichen Gefühle in dieser harmonischen Welt einfach nicht nötig. Nein das Liebesthema ist da, nur selbst von Helden verurteilt.

" ...Nachdem sie aus den Ferien zurückgekommen war, in seinem letzten Jahr im Internat, war es aus zwischen ihnen. Irgendetwas war geschehen. Wahrscheinlich hatten sie ihn schon im Griff Er wandte sich schon von ihr ab und blickte durch sie hindurch. und schaute sie nie wieder an er war schon fast Progressor, schon auf halbem Wege in eine andere Welt, in der einer den anderen quält und verrät"(Ein Käfer im Ameisenhaufen S 486-487)

Die Helden sind so mit der Arbeit beschäftigt, dass sie keine Zeit haben sich zu verlieben.
Die Autoren bringen zum Schluss, dass eine strahlende Zukunft ist ebenso unmöglich und unerreichbar, wie die Konstruktion eines Perpetuum mobile. Sie können nicht brechen die Gesetze der Natur können nicht gegen die Gesetze der Gesellschaft machen.

Alles in allem, sind Werke von Strugatzki ein absolutes Muß für diejenigen, die sich auch für philosophischere Werke der SF interessieren und denen die reine Hardcore SF und klassische Space-Märchen um Sternenkönige und Planetenprinzessinnen nicht ausreichen. Gerade deshalb kann man es eigentlich auch bedenkenlos solchen Leuten vorsetzen, die behaupten, sich nie für SF-Literatur zu interessieren. Viel Vergnügen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die "Maxim-Kammerer-Trilogie" in einem Buch, 8. August 2013
Von 
Stefan T. (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Strugatzki Gesammelte Werke 1: Drei Romane in einem Band: Die bewohnte Insel; Ein Käfer im Ameisenhaufen; Die Wellen ersticken den Wind (Taschenbuch)
Die erste Frage, die sich stellt, wenn man die dicken Bücher der Strugatzki-Gesamtausgabe sieht, ist natürlich: Braucht man das, wenn man bereits alles von den russischen Schriftsteller-Brüdern im Schrank hat? Ich persönlich würde den Kauf jedem empfehlen, der ein paar Euro übrig hat und gerne diese Klassiker der russischen Science Fiction liest - auch wenn man vielleicht schon das eine oder andere Strugatzki-Werk im Regal stehen hat. Die in den Gesamtausgaben enthaltenen Romane wurden nämlich nicht nur neu übersetzt, sondern auch um in früheren Veröffentlichungen gestrichene Passagen ergänzt. Das bedeutet, dass man hier in den vollständigen Genuss der Bücher kommt, was früher kaum möglich war. Hinzu kommen umfangreiche Anmerkungen zu allen enthaltenen Geschichten - verfasst von Boris Strugatzki persönlich. Der Autor geht dabei nicht nur auf die Entstehungsgeschichte jedes Romans ein, sondern versucht auch zu erklären, was der jeweilige Hintergrund war und warum die Brüder in der Sowjetunion durchaus um ihr Leben fürchten mussten. Diese Anmerkungen sind mitunter genauso spannend wie die eigentlichen Geschichten und für sich schon beinahe den Kaufpreis wert. Noch dazu fällt durch die Anmerkung die Interpretation des teilweise doch recht schwer zu entschlüsselnden Stoffes wesentlich leichter. Für mein Dafürhalten ist die Gesamtausgabe also eine runde Sache.

Und wer noch nichts von den Strugatzkis hat, ist mit der Gesamtausgabe ohnehin bestens bedient. Band 1 enthält die drei lose zusammen hängenden Geschichten um Maxim "Mak Sim" Kammerer. Obwohl man durchaus von einer Trilogie sprechen kann, sind die drei Romane sehr unterschiedlich und zeigen verschiedene Facetten des Strugatzkischen Schaffens. Fazit: 5 Sterne und eine Kaufempfehlung.

Hier noch ein paar Worte zu den einzelnen Geschichten in diesem Band:

***** "Die bewohnte Insel" ist der Einstieg in die Trilogie um Maxim Kammerer. In diesem Roman wird der Frage nachgegangen, wie ein Außenstehender Änderungen in einer Gesellschaft herbeiführt, ohne zunächst eine Einmischung zu wollen. Die Geschichte wirkt auf mich sehr verdichtet, viele Details fallen beim ersten Lesen kaum auf. Dadurch "Die bewohnte Insel" zunächst schwer verständlich - weitere Lesedurchgänge beheben das und lassen langsam mehr und mehr Verständnis für die philosophischen Zusammenhänge aufkommen.

**** In "Ein Käfer im Ameisenhaufen" arbeitet der Protagonist als eine Art Detektiv - er versucht einen verschwundenen Progressor zu finden, der sich noch dazu höchst seltsam verhält. Maxim Kammerer spiel zwar immer noch eine wichtige Rolle, ist aber nicht mehr alleinige Hauptperson. Ein sprödes Buch, in dem sich viele Sätze dem sofortigen Verständnis entziehen - eigene Interpretationsleistung ist hier außerordentlich gefragt.

***** "Die Wellen ersticken den Wind" ist das Finale der Trilogie, die zwar nur lose zusammenhängt, deren Einzelbände man für sich genommen aber dennoch nur schwer versteht. In diesem Roman ist Maxim Kammerer nur noch in der Rahmenhandlung präsent. Er sammelt Dokumente in denen ein Protagonist Hinweisen nachgeht, die auf eine Anwesenheit von außerirdischen Progressoren auf der Erde hindeuten. Stilistisch unterscheidet sich das Werk von seinen Vorgängern deutlich - weniger herausfordernd ist es deshalb nicht. Ein sehr gelungener Abschluss der Trilogie ist es in jedem Fall.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wissenschafts- und Sozialfiktion auf hohen Niveau, 14. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Abtauchen in fremde Welten und doch spürt und weiß man, dass der Mensch seine Probleme überallhin mit nimmt. Obwohl die Werke ja schon einige Jahre auf dem Buckel haben, ist das der Sprache nicht anzumerken. Für mich stimmt alles.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fettes Lob an Heyne. Und an die Strugatzkis sowieso., 2. Juni 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Strugatzki Gesammelte Werke 1: Drei Romane in einem Band: Die bewohnte Insel; Ein Käfer im Ameisenhaufen; Die Wellen ersticken den Wind (Taschenbuch)
Ich bin dem Heyne-Verlag sehr dankbar dafür, dass er die Strugatzkis wieder auf dem deutschen Markt verfügbar macht. Dass der Verlag sich aber derart viel Mühe mit Druck, Paperback-Bindung und Typografie gegeben hat, verdient besonderes Lob. Ganz unabhängig vom grandiosen Inhalt ist es eine Freude, das Buch zu lesen. Absolut nicht selbstverständlich. Wären solche Taschenbücher die Regel, dann hätten Kindle und Co es vermutlich schwerer, das klassische Buch vom Markt zu verdrängen.

Mein Favorit ist übrigens DER KÄFER IM AMEISENHAUFEN. Ein geniales, geradezu perfektes Buch (Dieses Mal sind Inhalt, Ideen und Sprache gemeint). Ich habe es mindestens fünf Mal gelesen.
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7 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesen diese Triologie der Strugatzkis !, 2. Juni 2010
Von 
Jens Sonnenberg (Lentföhrden,Schleswig-H.) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Strugatzki Gesammelte Werke 1: Drei Romane in einem Band: Die bewohnte Insel; Ein Käfer im Ameisenhaufen; Die Wellen ersticken den Wind (Taschenbuch)
Hallo !
Der enthaltene Roman "Die bewohnte Insel" ist genial, deswegen volle Empfehlung.
Die beiden folgenden sind für mich nicht so unglaublich fesselend zu lesen gewesen, trotzdem
muss man sie auch lesen, da eine interessante Geschichte auf den Leser wartet.
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8 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Thema verfehlt, 18. Juli 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Strugatzki Gesammelte Werke 1: Drei Romane in einem Band: Die bewohnte Insel; Ein Käfer im Ameisenhaufen; Die Wellen ersticken den Wind (Taschenbuch)
Ich muß zugeben, als ich dieses Buch bestellt habe, hatte ich eine bestimmte Erwartungshaltung. Ich hatte ein paar Bücher von Sergej Lukianenko gelesen und war auf der Suche nach "etwas ähnlichem". Ich erwartete mir Science Fiction, neue Ideen, spannend erzählte Stories mit überraschenden Wendungen. Vielleicht so wie die Bücher von Phillip K. Dick, vielleicht auch philosophischer, wie es so in der Natur der Russen liegt.

Was habe ich stattdessen bekommen? "Die bewohnte Insel" ist eine langatmige Parabel über das Leben in einer Militärdiktatur (der ehemaligen Sowjetunion?), der Versuch eines einzelnen Individuums, sich erst in diese einzufügen und dann dagegen zu rebellieren. Wie spannend und unheimlich ich das in "1984" empfunden hatte, wie genial dort scheinbare Widersprüche in der Philosophie ("Krieg ist Frieden" usw.) erklärt werden - in diesem Roman dagegen ist alles platt, langweilig und vorhersehbar.
"Ein Käfer im Ameisenhaufen" schildert die Suche eines Menschen (oder doch nicht?) nach seiner Identität, allerdings aus der Sicht von Maxim Kammerer, der den Auftrag erhält, diesen Mann zu suchen. Viel besser hat mir das in "Blade Runner" gefallen, wo die Hauptperson selbst zweifelt, was sie denn nun ist - Mensch oder Roboter?
Den dritten Roman habe ich mir dann erspart.

Vielleicht können Freunde von "ernsthafter" Literatur mit diesem Buch ja etwas anfangen, als SF- und Lukianenko-Fan kann ich nur entschieden davon abraten, ich habe kaum je langweiligeres gelesen.
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