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233 von 261 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wow, was für ein Buch!
Wow, was für ein Buch! DAS LIED DER DUNKELHEIT gehört zu den besten High Fantasyromanen, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Glaubwürdige Charaktere, mit denen man so richtig mitfiebern kann, originelles Setting, tolle Handlung, spannende Actionszenen und tiefer gehende Themen lassen nichts zu wünschen übrig.

Tagsüber gehen...
Veröffentlicht am 12. Mai 2009 von hwm

versus
17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen show! don't tell...oder: Ein Buch vom Weltrang eines...lahmen Debütromans
Zuallererst: Nein, glauben Sie nicht dem einen, alles entscheidenden Satz auf der Rückseite des Buches: Ein Roman vom Weltrang des Herrn der Ringe (oder so ähnlich). IST ES NICHT. WIe auch fast alle anderen Bücher, die ähnliche Lobeshymnen erhalten, es NICHT SIND. Ich verstehe gar nicht, warum man jedes Buch mit HdR vergleichen muss. Natürlich hat...
Vor 7 Monaten von kassiopeya veröffentlicht


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233 von 261 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wow, was für ein Buch!, 12. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Lied der Dunkelheit: Roman (Taschenbuch)
Wow, was für ein Buch! DAS LIED DER DUNKELHEIT gehört zu den besten High Fantasyromanen, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Glaubwürdige Charaktere, mit denen man so richtig mitfiebern kann, originelles Setting, tolle Handlung, spannende Actionszenen und tiefer gehende Themen lassen nichts zu wünschen übrig.

Tagsüber gehen die Menschen ihrer Arbeit nach, kümmern sich um ihre Familie, feiern und leben ihr Leben wie es sein sollte. Nachtsüber verbarrikadieren sie sich hinter ihren Mauern und Schutzzeichen. Denn des Nachts kommen die Dämonen aus der Erde und wer sich außerhalb der magischen Runenzeichen befindet, stirbt eines grässlichen Todes. Feuerdämonen, Felsdämonen, Holz- und Luftdämonen - es gibt so viele von ihnen und die Menschen werden immer weniger.

Arlen sieht wie seine Mutter von Dämonen zerfleischt wird, während sein Vater vor Furcht bebend hinter den Runenzeichen kauert*. Als sein Vater nur wenige Tage darauf eine neue Braut findet, hält Arlen es nicht mehr zu Hause aus. Er bricht auf um nach Menschen zu suchen, die den Mut noch nicht aufgegeben haben und gegen die Dämonen kämpfen.

Als ich DAS LIED DER DUNKELHEIT gelesen habe, habe ich die Welt um mich herum vergessen. Nur mit Widerwillen bin ich den notwendigsten Aufgaben nachgegangen (Sandwiches sind eine tolle Erfindung, man kann lesen während man sie isst ;-)
Wahrscheinlich hat mir der Roman so gut gefallen, weil er mich auf verschiedenen Ebenen berührt hat und mir keine (gröberen) Schwächen aufgefallen sind.
Grundsätzlich sind Dämonen, die Menschen angreifen, nichts Neues. Aber Bretts Magiesystem, basierend auf magischen Runen und die Tatsache, dass die Menschheit dem Aussterben nah ist, ohne dass es irgendjemand bewusst wäre, machen für ein spannendes Setting.
Bretts Stil ist flüssig, anschaulich und sehr funktional. Er weiß genau, wo er das Messer ansetzen muss, um unnötige Szenen zu eliminieren. So spannt die Handlung einen Zeitraum von ca. 20 Jahren, von denen nur das Wichtigste und Interessanteste gezeigt wird. Das ist herrlich erfrischend, denn gerade High Fantasy neigt zu unnötigen Ausschweifungen.
Es gibt 3 Hauptcharaktere, von denen Arlen ganz klar der bedeutendste ist. Man begegnet ihm zum ersten Mal mit 11 Jahren, als die Erkenntnis, dass Furcht die Menschen lähmt, sein Leben auf den Kopf stellt. Sein Durst nach Vergeltung und seine Weigerung sich zum prophezeiten Erlöser hochstilisieren zu lassen, sind die Eckpfeiler der Handlung. Überhaupt sind Furcht, ihre verschiedenen Formen und wie Menschen damit umgehen zentrale Themen des Buches. Selbst Arlen ist nicht davor gefeit.
Ein weiterer Hauptcharakter ist die junge Dorfschönheit Leesha, die sich gegen die Ehe und für das Heilen entscheidet. Mit dieser Figur geht Brett ein großes Risiko ein - viele Autoren sind daran gescheitert und haben fade, eindimensionale Gutmenschen produziert. Nicht so Brett. Irgendwie schafft er aus Leesha einen faszinierenden Charakter zu machen und die Schwierigkeiten des Dorflebens ebenso packend darzustellen wie Hofintrigen oder den Kampf gegen die Dämonen.
Der dritte Hauptcharakter ist ein junger Musiker, der viele Schicksalsschläge einstecken musste. Arlen, Leesha und Rojer begegnen sich erst gegen Ende des Buches, nahe dem Höhepunkt. Ihr Zusammentreffen und was sich daraus entwickelt wird entscheidend für das weitere Geschick der Welt.

Von mir bekommt DAS LIED DER DUNKELHEIT nicht nur 5 Sterne, sondern auch eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für alle High Fantasyfans. Ich kann es kaum erwarten endlich Das Flüstern der Nacht zu lesen.

* Situation vereinfacht dagestellt
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut gemacht, aber mit Einschränkungen, 23. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Lied der Dunkelheit: Roman (Taschenbuch)
In "Das Lied der Dunkelheit" hatte ich hohe Erwartungen gesteckt. Ich wollte unbedingt wieder in eine große, phantastische Geschichte versinken, die mich mit ihren epischen Ausmaßen fesselt und atemlos zurücklässt. Diese Erwartungen wurden zum Teil erfüllt, jedoch nicht ganz.

Das Problem, das ist mit "Das Lied der Dunkelheit" hatte, beginnt beim Protagonisten. Arlen macht schreckliches Leid durch, als sein kleines, überschaubares, dörfliches Leben zerstört wird, seine Mutter umkommt und daraufhin in ihm eine Einsicht keimt, die sein späteres Leben vergiften wird. Er wird der tätowierte Mann, ein Aufständischer gegen den Horror der Dämonen, aber auch eine geschundene, unpersönliche Seele, die keine Aussicht auf Erlösung findet. Das alles ist wirklich tragisch - ich jedoch bin nicht bis zu Arlen durchgedrungen. Ich konnte ihm zwar durch seine Lehr- und Wanderjahre folgen, habe die unterschiedlichen und oft sehr atmosphärischen Schauplätze genossen, aber ich war immer "hinter" ihm, nicht "neben" ihm oder gar an seiner Seite.

Als düsterer und masochistischer Protagonist ist er natürlich toll - die Vorstellung, wie er sich selbst die Tätowierungen beibringt und wie nicht nur Farbe, sondern echter Hass in seinen Körper eindringt und nach und nach das Dämonische ihn selbst durchdringt, hat mir sehr gefallen. Aber das wars dann auch mit meiner Euphorie. Der Rest des Buches ist für mich ganz ordentlich erzählt und macht das, was alle guten High Fantasy Romane machen: Nämlich eine geschlossene, mal mehr mal weniger originelle Welt aufzubauen, innere und äußere Landkarten zu entwerfen und durch diese erschaffene Welt zu reisen, um zum Schluss großes Unheil zu verhindern.

Deshalb kann ich "Das Lied der Dunkelheit" weiterempfehlen, aber nicht uneingeschränkt. Wer gut gemachte, männliche High Fantasy sucht, ist hier richtig; wer ein fein gesponnenes zwischenmenschliches Netz an Personen und Plot sucht leider nicht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandios!, 9. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Lied der Dunkelheit: Roman (Taschenbuch)
Jede Nacht steigen Dämonen aus der Erde hervor und die Menschen verkriechen sich in ihren Häusern, die von Siegeln geschützt werden, die allerdings nicht immer Sicherheit bringen.

Der Roman erzählt die Geschichte dreier junger Menschen, die versuchen, mehr aus ihrem Leben zu machen: Arlen, der seine Mutter bei einem Dämonenangriff verloren hat und der Meinung ist, dass man sein Leben nicht den Dämonen unterordnen sollte, Leesha, die sich gegen das, was ihre Zukunft sein soll, auflehnt und Kräutersammlerin wird und Rojer, der erst dreijährig beide Eltern und zwei Finger verloren hat, von einem Jongleur aufgezogen wird und zeigt, dass er diesen Beruf trotz seiner Behinderung auch beherrschen kann.

Der Roman ist der ersten Band einer geplanten fünfteiligen Serie und hat mir von der ersten Seite an sehr gut gefallen. Peter V. Brett hat eine düstere und bedrückende Welt erschaffen, in der die Menschen jede Nacht in Lebensgefahr schweben. Diese Welt ist schon im ersten Band gut ausgereift. Vor allem mit Arlen bereisen wir einen großen Teil davon und lernen die verschiedenen Gebiete kennen, die jeweils ihre eigenen Besonderheiten haben. Auch der kulturelle, religiöse politische und soziale Hintergrund ist schon gut, aber noch nicht umfassend ausgebaut (wir wollen ja auch noch weitere Bände lesen). Gut hat mir die Karte gefallen, die man auch öfter zu Rate zieht, will man doch wissen, ob Arlen, Leesha und Rojer sich womöglich treffen werden.

Auch die Charaktere sind gelungen, nicht nur die drei Protagonisten, der Autor zeichnet tiefgründige Figuren, manchmal – vor allem in der Antagonisten-Fraktion – etwas überzeichnet, aber nur wenige Personen sind eindimensional dargestellt. Und auch hier gibt es noch genug Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die nächsten Bände. Die Dämonen, zunächst einfach nur schreckliche Monster, werden im Laufe des Romans etwas enträtselt, hier gibt es noch viel zu entdeckendes Potential, ich bin gespannt, was noch alles aufgedeckt werden wird.

Der Autor erzählt flüssig und spannend aus den Perspektiven der drei Hauptcharaktere und setzt die Perspektivewechsel so geschickt, dass es immer wieder zu kleinen Cliffhangern kommt, die einen, so man die Zeit hat, immer weiter lesen lassen, die 800 Seiten des Romans sind flott gelesen. Die Handlung spielt in einem Zeitraum von 15 Jahren und zeigt die Entwicklung der drei von Kindheit an, Zeitsprünge (in beide Richtungen) sind klug gesetzt und die Entwicklungen der Figuren immer nachvollziehbar.

Sehr gut gefallen hat mir die Widmung „Für Ötzi ...“, am Ende des Romans erhält sie einen Sinn, der direkt auch meine Phantasie anregte … Sehr schön auch die „Siegel“ zwischen den einzelnen Abschnitten, wobei jeder Teil des Buches ein eigenes hat.

Die Geschichte ist relativ in sich abgeschlossen. Natürlich bleiben Fragen offen und am Ende gibt es eine Entwicklung, die man noch nicht so recht einzuschätzen weiß, aber man kann das Buch einigermaßen zufrieden aus der Hand legen, auch wenn man auf jeden Fall wissen will, wie es weiter geht.

Insgesamt ein sehr gelungener Roman, der Lust auf mehr macht und allen Genrefans ans Herz gelegt werden kann. Zwei weitere Bände sind bereits erschienen (und werden von mir zeitnah gelesen werden).
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Lied der Dunkelheit - Ein absolutes Meisterwerk, 5. April 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Das Lied der Dunkelheit: Roman (Taschenbuch)
Allgemeine Informationen
Autor: Peter V. Brett
Verlag: Heyne
Originaltitel: The Painted Man
Serie: Dämonen Zyklus
Seitenanzahl:

Klappentext
Weit ist die Welt - und dunkel…
… und in der Dunkelheit lauert die Gefahr. Das muss der junge Arlen auf bittere Weise selbst erfahren. Schon seit Jahrhunderten haben Dämonen, die sich des Nachts aus den Schatten erheben, die Menschheit zurückgedrängt. Das einzige Mittel, mit dem die Menschen ihre Angriffe abwehren können, sind die magischen Runenzeichen.
Als Arlens Mutter bei solch einem Dämonenangriff umkommt, flieht er aus seinem Heimatdorf. Er will nach Menschen suchen, die den Mut noch nicht aufgegeben und das Geheimnis um die alten Kriegsrunen noch nicht vergessen haben…
„Das Lied der Dunkelheit“ ist ein eindringliches, fantastisches Epos voller Magie und Abenteuer. Es erzählt die Geschichte eines Jungen, der einen hohen Preis bezahlt, um ein Held zu werden. Und es erzählt die Geschichte des größten Kampfes der Menschheit - der Kampf gegen die Furcht und die Dämonen der Nacht. Episch und düster - die faszinierendste Weltenschöpfung der letzten Jahre.

Erster Satz
Das große Horn dröhnte.

Meine Meinung
„Das Lied der Dunkelheit“ von Peter V. Brett ist für meinen Geschmack vor allem eins: perfekt. Ich habe schon lange keine Serie mehr begonnen, welche mich ab dem ersten Buch und ab der ersten Seite dermaßen fesseln konnte.
Die Geschichte spielt in einer Welt, in der in der Nacht Dämonen aus der Erde, genauer gesagt aus dem Horc, kommen und der Menschheit den Garaus machen will. Doch die Menschen haben gelernt sich mit sogenannten „Siegeln“ zu schützen. Diese Siegel sind verschiedene Zeichen, welche um das Haus, die Stadt,… gemalt werden, um die Dämonen vom Eindringen abzuhalten.
Anfangs begleitet der Leser Arlen, einem 11 jährigen Jungen aus Tibbets Bach, dem man bei seinem alltäglichen Leben begleitet. Das mag jetzt vielleicht nicht so spannend klingen, aber durch die Dämonenangriffe ist sein Leben eigentlich alles anders als „alltäglich“. Als seine Mutter bei einem Dämonenangriff ums Leben kommt, flüchtet er und macht sich alleine in der Dunkelheit auf den Weg.
Nachdem der Leser Arlen einige Zeit begleiten durfte, wechselt die Sicht zu Leesha. Auch Leesh hat kein leichtes Leben, vor allem durch ihre Mutter. Als sich dann das Gerücht, Leesha hätte sich von ihrem Verlobten vor der Hochzeitsnacht entjungfern lassen, umgeht, flüchtet sie sich zu der Kräutersammlerin Bruna und geht bei ihr in Lehre. Ich möchte hier noch kurz auf einen zwar nicht allzu wichtigen, aber in meinen Augen genialen, Charakter aufmerksam machen: Enry, Leeshas Vater. Anfangs ist er der unterdrückte Ehemann, der sich dann nach und nach seiner Ehefrau entgegenstellt. Für mich ist Enry einfach ein äußerst sympathischer Charakter, den ich nicht unbeachtet lassen wollte.
Nach Leesha wechselt die Sicht zu Rojer. Seine Familie wird bei einem Dämonenangriff umgebracht und dadurch wächst er bei dem Jongleur Arrick auf. Rojer ist für mich der schwächste der drei Hauptcharaktere, obwohl er durch seine später entdeckten Kräfte keinesfalls schwach ist. Arlen ist aber definitiv die Hauptperson und für mich auch der Charakter, mit dem ich am meisten mitfühlte.
Im Laufe des Buches lernen sich zuerst Leesha und Rojer kennen, welche dann danach auf Arlen treffen. Viel mehr möchte ich aber hier nicht mehr verraten.
Wichtig zu erwähnen ist noch, dass teilweiße sehr viel „herumgesprungen“ wird. Man begegnet den Charakteren immer nach einigen Jahren wieder. Dies fand ich aber auch durchaus interessant und ich konnte auch wirklich sehr schön nachvollziehen, wie sich Arlen, Leesha und Rojer über die Jahre veränderten.

Cover/Gestaltung
Das Cover ist sehr schön gestalten und folgt auch den aktuellen Trends. Was mich sehr gefreut hat, war die Karte auf der Buchinnenseite. Diese ist wirklich schön gestaltet und es sind nur die Orte aufgezeichnet, die im Buch auch wirklich vorkommen. So kann man immer genau den Weg der Protagonisten verfolgen.

Fazit
Dieses Buch würde ich jeden Fantasyliebhaber ans Herz legen, da es ein absolutes Meisterwerk ist. Die Story ist spannend und originell und die Charaktere schön herausgearbeitet. „Das Lied der Dunkelheit“ bekommt von mir, ohne zu zögern, 5 von 5 Sterne.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen show! don't tell...oder: Ein Buch vom Weltrang eines...lahmen Debütromans, 9. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Lied der Dunkelheit: Roman (Taschenbuch)
Zuallererst: Nein, glauben Sie nicht dem einen, alles entscheidenden Satz auf der Rückseite des Buches: Ein Roman vom Weltrang des Herrn der Ringe (oder so ähnlich). IST ES NICHT. WIe auch fast alle anderen Bücher, die ähnliche Lobeshymnen erhalten, es NICHT SIND. Ich verstehe gar nicht, warum man jedes Buch mit HdR vergleichen muss. Natürlich hat Tolkiens Werk die Fanatsyliteratur geprägt, ist tiefgängig und eigentlich DIE Definition von High Fantasy. Aber trotzdem muss es ja nicht als eine Art Prädikatslabel missbraucht werden, wie so ein bio-Gütesiegel.

Zumal dieses Buch von "Herr der Ringe" ungefähr so weit entfernt ist wie mein Kontostand von dem, sagen wir, eines Bill Gates.
Warum also habe ich das Buch gekauft?

Ja - die Aufmachung des Buches, die einsame schwarze Gestalt vor einer verschwommenen Landschaft - das und der Klappentext waren ausschlaggebend. Ich gebe es zu. Aber selbst, wenn ich die ersten paar Seiten dieses spontanen In-der-Mittagspause-Kauf angelesen hätte - so wäre ich vermutlich trotzdem mit "Das Lied der Dunkelheit" in Händen aus dem Buchladen gegangen. Wie schon einige Vorrezensenten bemerkten, ähnelt die Aufmachung sehr dem Buch "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss, was wohl beabsichtigt war. Und die ersten paar Seiten vermögen durchaus zu fesseln. Leider hält der Autor nicht, was er auf den ersten Seiten verspricht. Eine liebevoll gezeichnete Welt mit ausgefeilten Charakteren, einem ordentlichen Spannungsbogen und glaubhaften Entwicklungen sucht man vergebens. Daher verstehe ich wirklich nicht die vielen vielen Fünf-Sterne-Rezensionen auf dieser Seite.

Ich möchte nicht noch einmal den Inhalt zusammenfassen - das haben hier viele Rezensenten dankenswerter Weise schon getan.
Meine Hauptkritikpunkte:

1)"Flat" oder zu deutsch "flache" Charaktere - eigentlich der schwerwiegendste Fehler für einen Autoren. Es hätte gelohnt, sich besonders für Arlen, aber auch für Leesha und Rojer mehr Zeit zu nehmen, ihnen eine halbwegs glaubhafte Lebensgeschichte zu zeichnen. Stattdessen scheint es mir oft, als hätte Brett zu Beginn seines Schreibprozesses grob jedem Charakter gerade so viel Hintergrund, Aussehen und Charaktereigenschaften zugeordnet, dass er mit dem Schreiben loslegen konnte. Über die Motivation der CHaraktere erfahren wir reichlich wenig, denn es reicht eben nicht, dass etwa eine Frau einmal im Leben hintergangen wurde und deshalb eine prüde Keuschheitsikone wird. Es reicht auch nicht, dass ein Junge seine Mutter verliert und dann bloß noch scheuklappenmäßig seinen Kampf verfolgt. Das KANN man so beschreiben, aber dann braucht es viel mehr kleine Begebenheiten auf dem Weg, viel mehr Details und VIEL WENIGER ZEITSPRÜNGE. Das bringt mich zu:

2) Die Zeitsprünge. Sie sind natürlich mit Schuld an der MIsere der unnahbaren, irgendwie skizzenhaft bleibenden Charaktere. Wenn Brett schon eine Fantasy-Reie schreiben wollte, wieso hat er nicht einfach im gesamten ersten Buch die Jugend der drei Charaktere abgehandelt? Stattdessen Zeitsprünge, die auch noch zwischen den CHarakteren wechseln, wobei Rojer völlig nachlässig behandelt wird, obwohl er meines Erachtens nach sogar das größte Potential gehabt hätte. Enttäuschte Liebe zu Leesha? Eifersucht auf den Tätowierten Mann? Ein zerstörtes Ideal, das er sich zunächst von diesem aufbaut? Nun gut, vielleicht kommt das alles noch in den nächsten Büchern (die ich mir aber nicht mehr kaufen werde) aber darauf wetten würde ich nicht.

3) Abziehbildhafte Nebencharaktere. Ebenfalls viel zu wenig Aufwand für diejenigen, die eine Geschichte erst richtig interessant machen können, wie man an Martins "Song of Ice and Fire" sieht. Dort werden Nebencharaktere irgendwann zu Hauptfiguren, niemals darf man irgend jemanden unterschätzen, und genau so soll es sein. Hier sind die Nebencharaktere nichts weiter als laufende Klischees, plot devices, wie in schlechten TV-Serien.

4) Ziemlich lächerliche Feinde. Auch hier reicht es einfach nicht, zu schreiben, dass der Horcling irgendeinen Kopf abbeißt (ich dachte: ah, ok...) oder halbe Menschen durch die Luft fliegen. Das lässt einen doch völlig kalt. Es ist in der Tat so, wie ein anderer Rezensent schrieb, arg einem Computerspiel ähnelnd (bei dem man sich nun auch nicht um die Kollateralschäden sorgt, da man nie eine Beziehung zu ihnen aufgebaut hat). Die Angriffe der Dämonen verlaufen langweilig immer nach dem gleichen Schema. Ehrlich gesagt, mir erschienen die Horclinge wie aus einem Kindergartenmärchen entsprungen. Furcht generiere ich nicht durch möglichst viel Tote, sondern durch das UNgewisse, durch das, was ich nicht zeige, sondern nur andeute. Und damit zu meinem zusammenfassenden, wichtigsten Punkt:

Brett verletzt einfach den wichtigen Grundsatz für Autoren: Show, don't tell. Bei Brett fiel mir das wirklich extrem auf, dadurch wirkt das Buch auch so holprig und unausgearbeitet. Er erzählt zu viel und ZEIGT zu wenig. Emotionen usw. erschließen sich dem Leser nicht dadurch, dass der Autor sie uns haarklein erzählt, sondern dadurch, dass der Charakter etwas entsprechendes tut und wir zu der Erkenntnis selbst gelangen können.

Schade, eine gute Story-Idee wurde bei diesem Debüt-Roman verschenkt.
Zwei Sterne gebe ich trotzdem für die guten Ansätze, hier eine eigene Welt zu erschaffen, verschiedene Perspektiven einzunehmen und für den ingesamt flüssigen Stil ohne große sprachliche Patzer (abgesehen von den neumodischen Begriffen, die manch einer hier auch schon moniert hat). Trotzdem werde ich meine Zeit künfitg lieber anderen Fantasyreihen widmen, wobei ich schon gar nicht mehr zu hoffen wage, jemals wieder etwas gleichrangiges zum "LIed von Eis und Feuer" zu finden. Ein Buch vom Rang eines Herrn der RInge :)
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut, aber... (evt Spoilergefahr), 29. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Lied der Dunkelheit: Roman (Taschenbuch)
Ich habe das Buch auch auf Gut glück bestellt und bin ganz zufrieden. Meinen Vorgängern kann ich mich weitgehend anschliessen aber zum ganz grossen Buchglück fehlt "irgendwas". Bei HdR hatte ich das "Set" und die Völker/Personen anhand der Beschreibungen immer genau vor meinem geistigen Auge (schon Jahre vor der Verfilmung) und das fehlt mir hier. Ich reime mir einige Dinge zwar zurecht und es kommt etwas weitgehend "mittelerde-mittelalter-mäßiges" dabei raus, z.B. erinnert mich die Beschreibung von Miln an Minas Tirith - nicht nur wegen des Namens, aber viele Plots und die anderen freien Städte mit ihren Eigenheiten und Bewohnern werden auch kaum, bzw. gar nicht beschrieben, was ich sehr schade finde. Nur von Krasia bekommt man eine genauere Idee (inklusive Heiligem Krieg, tiefschwarzverschleiderten Frauen, wartendde Jungfrauen im Paradies und fanatischen Kämpfern, nicht schwer zu raten, wer hier wohl Pate gestanden hat).

Die Dämonen insgesamt sind in meinem Kopf anhand der Beschreibungen eher zu einer Art Reptilien (gefährlich aber doof) geworden und so habe ich bei den Angriffen speziell der Winddämonen immer den (grottenschlechten) Film "Herrschaft des Feuers" in meinem Kopf, was mich nervte. Vielleicht weil auch hier die Story eine ähnliche war, nur dass die modernen, technisch gut ausgestattetn Menschen nicht von Dämonen, sondern von Drachen drangsaliert werden, daher in Verschanzungen ins Elend zurückfallen und um das nackte Überleben kämpfen, während einige Wackere aber Fiese Typen den Kampf aufgenommen haben und diejenigen, die nicht kämpfen, verachten.... (erinnert irgendwie an die Krasianer, oder?). Dämonen sollen aber dämonisch rüberkommen, und nicht wie "Jurassic Park" (in Rudeln jagende Sanddämonen = Raptoren, usw...), nur weil sie aus dem Boden kommen, statt aus dem Wald, macht sie das jetzt nicht wirklich fantastisch oder unheimlich, jedenfalls ging es mir so.

Die "Werdung" von Arlen in der Wüste zum Tätowierten Mann und auf welchen Wegen er wieder in der Nähe seiner alten Heimat auftaucht, wird hoffentlich im zweiten Teil näher erzählt, denn das war für mich das Faszinierendste und wird einfach unterschlagen. Grillt sich ein Dämonensteak und taucht als nächstes einige Jahre später verhüllt auf einer Landstrasse auf einem riesigen Pferd wieder auf, das er als Fohlen schon trainiert hat, wie wie immerhin noch erfahren dürfen. Wie, wo, wann???? Ich will das wissen!
Und dann noch solche "Anschlussfehler". An einer Stelle wird z.B. die Hauptperson als komplett kahl, sogar ohne Augenbrauen, beschrieben und einige Seiten weiter schüttelt er den Kopf so heftig, dass Regentropfen aus seinem Haar fliegen. Sowas hat mich schon damals auf den ???-Kassetten geärgert...

Fazit: Wilder Bunter Mix mit Anleihen aus alten und neueren Fantasymachwerken (Bücher wie Filme), immerhin mal Zauberer, flüssig und spannend zu lesen mit zwar wortkargen aber sympathischen Figuren aber nicht "perfekt". Freue mich trotzdem auf den zweiten Teil (aber nicht auf eine Verfilmung, wie ich hier erfahren durfte, da weiss ich ja jetzt schon, was dabei rauskommt....). Gelangweilt habe ich mich keine Minute und darauf kommts mir ja an.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Keinerlei Atmosphäre!, 29. September 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Das Lied der Dunkelheit: Roman (Taschenbuch)
Auch ich habe mir das Buch aufgrund der hohen Bewertungen einiger Rezensenten gekauft. Bisher konnte ich mich auch fast immer darauf verlassen, dass das Buch den Bewertungen entspricht. Bei diesem Buch jedoch leider nicht. Vielleicht sollte ich dazu anmerken, dass ich kurz zuvor "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss gelesen hatte und meine Erwartungen etwas zu hoch waren. Und der Vergleich mit HdR ist doch sehr weit hergeholt. "Das Lied der Dunkelheit" trägt nicht die wunderbare Magie und Atmosphäre in sich, wie es Tolkien's großartiges Werk vermag. Auch der Schreibstil ist wohl eher einfach gestrickt, denn besonders herausragend. Aber nun zum Buch selbst.
Die Idee mit den Dämonen und den Bannzeichen ist an sich gar nicht so schlecht. Nur leider hapert es ganz stark an der Umsetzung. Das ganz Buch ist bis ins kleinste Detail vorhersehbar! Es gibt keinerlei Überraschungen oder Zusammenhänge. Ich hatte niemals das Gefühl irgendein Rätsel lösen zu müssen. Es existierten einfach keine. Es blieben keine Fragen offen, die mich zum Nachdenken aufforderten und welche dann im Laufe der Geschichte aufgelöst worden wären . Es war immer dasselbe!! Es wird Nacht, die Dämonen schwebten durch den Boden und schlugen gegen die Bannzeichen. Und das über mehrere Seiten. Ich hasste es regelrecht, wenn es in dem Buch dunkel wurde. Der Autor hätte sich bestimmt 200 Seiten sparen können. Oder besser, er hätte sie auf die Ausarbeitung der Charaktere verwenden können. Denn das ist der 2. Punktabzug meines Erachtens. Ich hatte weder bei Arlen, noch bei den anderen beiden das Gefühl irgendetwas über sich herausgefunden zu haben. Es findet keinerlei Entwicklung statt. Auch nach den Zeitsprüngen nicht, die mich leider auch dazu verleiten, einen Punktabzug zu geben. Zeitsprünge können sehr gut für ein Buch sein. Sie geben Rätsel auf und der Autor hat die Möglichkeit einiges zurückzuhalten, was er im späteren Verlauf wieder mit der Handlung verstricken kann. Der Leser wird somit zum Grübeln verleitet. Doch was macht der Autor?!? Er schreibt lediglich, dass Arlen sich in den letzten Jahren den Körper mit Tätowierungen zugekleistert hat und in der Weltgeschichte rumgehupft ist, jedoch nichts weiter herausgefunden hat! Dies war wirklich eine grausame Umsetzung.
Fazit: Am liebsten würde ich nur einen Stern vergeben (wegen der Idee), aber ich möchte das Buch auch nicht vollständig zerreißen. Die 3 Punktabzüge müssen jedoch sein. Das ist nämlich das erste Buch, welches ich nicht bis zum Schluss durchgelen hab. Und das hab ich auch weiterhin nicht vor....
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12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider enttäuschend, 19. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Lied der Dunkelheit: Roman (Taschenbuch)
Ich habe mir das Buch gekauft, weil es wirklich interessant von der Story her klang und weil schon auf dem Klappentext angekündigt wird: "Epos vom Weltrang Herr der Ringe".
Doch leider wurde mein Kauf mit einem Buch belohnt, das nicht mit einem spannenden Plot oder fesselnden Charakteren zu überzeugen vermag. Im Buch geht es im Prinzip nur darum, Schutzsiegel zu malen und sich vor den ziemlich stupiden und menschenfressenden Horclingen zu retten. Die Hauptprotagonisten Arlen, Leesha und Rojer machen keine nennenswerte Entwicklung durch und treffen meiner Meinung nach auch viel zu spät, erst gegen Ende des Buches, aufeinander. Mit Rojer konnte ich mich fast überhaupt nicht anfreunden,da die Kapitel mit ihm immer relativ kurz und nicht besonders interessant geschrieben waren- ich hätte vielleicht sogar auf Leesha und Rojer verzichten können, wenn dafür die Geschichte mit Arlen etwas ausführlicher und besser beschrieben worden wäre. Denn gegen Ende heißt er nur noch der "Tätowierte Mann" und damit konnte ich mich ebenfalls überhaupt nicht anfreunden.
Auch haben mich die großen Zeitsprünge gestört. Wenn ein Autor dies zu oft macht, dann wirkt es meistens auf mich so, dass ihm nicht allzu viel eingefallen ist, mit das er die Lücken beschreiben könnte. Manchmal mag es ja gut eingesetzt sein, aber manchmal so wie hier hat es mich einfach gestört.

Alles in allem war ich enttäuscht, vor allem, weil das Buch sehr vielversprechend angepriesen und mit "Herr der Ringe" verglichen wurde, mit welchem sich " Das Lied der Dunkelheit" auf keinen Fall messen kann.

Also keine klare Kaufempfehlung von mir- die zwei Sterne habe ich nur für die einigermaßen interessanten Ansätze verliehen, die das Buch dennoch gezeigt hat.
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41 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen schöne Grundidee, aber zu viele große (Logik-)Schwächen, 5. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Lied der Dunkelheit: Roman (Taschenbuch)
Vor 300 Jahren stürzte die Rückkehr uralter und längst vergessener Dämonen die Menscheit aus dem Zeitalter der Wissenschaft und Technologie zurück in eine mittelalterliche Welt. Die Überlebenden (die in versprengten Siedlungen und einigen Freien Städten leben) schützen sich und ihr Hab und Gut gegen die Damönen, die bei Anbruch der Nacht aus dem Horc steigen und im Morgengrauen wieder dorthin entschwinden, durch Bannkreise, errichtet aus gezeichneten Siegeln und Runen. Ihr Leben ist geprägt von der Furcht und des Stillstands, ein (Wieder-)Aufbau jeglicher Infrastruktur wird durch die Dämonen/Horclinge zunichte gemacht. Einzige Verbindung zu anderen Siedlungen sind die seltenen Kuriere, die es wagen, längerere Reisen zu unternehmen und des Nachts unter freiem Himmel zu campieren, geschützt durch tragbare Bannzirkel. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die drei Hauptcharaktere Arlen, Leesha und Rojer. Arlen ist der Titelheld (das Buch heißt im Original "The Painted Man"), und durch seine Kindheitsgeschichte taucht der Leser in die Geschichte ein. Man ist den "Aufbau der Welt" betreffend auf dem gleichen Kenntnisstand wie Arlen, und entdeckt mit ihm Stück für Stück die Welt außerhalb seiner Siedlung, nachdem er von dort entflohen ist.
So weit, so gut...kann einen die Geschichte anfangs in seinen Bann ziehen und über kleine Unregelmäßigkeiten im Gesamtgeflecht oder klischeehafte und übertriebene Nebencharaktere hinwegsehen lassen, enthüllen sich im weiteren Verlauf - je mehr man die Welt Arlens kennenlernt - immer mehr grobe logische Fehler (die entworfene Welt ist in sich nicht schlüssig), aber auch meiner Meinung nach schwachsinnige, teilweise schon kranke, Persönlichkeitsentwicklungen.

Einige Beispiele (Spoilergefahr):

- Durch kleinste Verschmutzungen (Wasser, Staub,abbröckelnde Farbe,...) verlieren die Siegel ihre Wirkung und die Horclinge können in die Bannkreise eindringen. Doch anscheinend sind die feuerspeienden Feuerdämonen, fliegenden Winddämonen, riesigen Felsdämonen, Wasserdämonen usw. zu "blöd", in 300 Jahren irgendwelchen ernsthaften Schaden in den Frein Städten mit ihren mitunter prunkvollen Palästen anzurichten. Eine Freie Stadt ist etwa komplett auf Holzplanken gebaut, damit die Dämonen nicht durch den Boden eindringen können, weil sich der Nebel, aus dem sie sich verfestigen, nicht durch das Holz kann (ähm, ja...).

- Arlens Lehrmeister in der Kunst des Siegelzeichnens erzählt im von seinem Traum, alle Siedlungen durch geschützte Wege zu verbinden, um das Reisen wieder sicherer zu machen. Doch ist dieser zum Scheitern verurteilt, da ein einziges "Loch" den Dämonen alles öffnen würde. Später lernt man dann eine Siedlung kennen, die ihre einzelnen Häuser genau auf diese Weise miteinander verbindet. Also, im Fall der Fälle geht direkt die ganze Siedlung unter...so blöd kann kein Mensch sein.

- in einem Kapitel verfängt sich ein Winddämon zwischen zwei Bannkreisen, aus denen er nur mit größter Mühe entkommen kann. Aber kein Mensch kommt in 300 Jahren auf die Idee, Dämonen zu fangen und von der aufgehenden Sonne töten zu lassen.

- Arlen wird zum Tätowierten Mann, indem er sich die entdeckten Kampfsiegel auf den kompletten Körper tätowiert (und sich deshalb die Haare, Augenbrauen usw. entfernt) und fortan nur mit einem Lendenschurz bekleidet mit Armen und Beinen die Dämonen bekämpft. Hierbei zieht er sich Verletzungen aller Art und Schwere zu, doch wieso verdeckt niemals Blut, zurückbleibende Narben usw die Siegel in dem Maße, dass er für die Dämonen todbringend angreifbar gemacht werden kann? Warum sollte er sich auch Waffen und Schilde und Rüstungen mit den Siegeln anfertigen lassen und damit das Verletzungsrisiko minimieren, wenn er quasi nackt als Kung-Fu-Kämpfer mit bloßen Händen gegen die Dämonen kämpfen kann? Ab dem Zeitpunkt der Wandlung habe ich mich nur noch durch die restlichen Seiten des Buches gequält. Bei aller Phantasie, aber für so etwas finde ich nur noch ein Wort: Schwachsinn.

- Für Leesha gibt es anfangs nur einen Lebensgrund: Ihren Verlobten Gared. Seitenlang himmelt sie ihn herzzerreißend an und lässt den Leser von ihrer unerschütterlichen Liebe zu ihm wissen, um ihn dann, weil er seinen Kumpanen erzählt hat, er hätte schon mit ihr geschlafen, für immer zu verlassen, um ein Leben ohne Mann als Kräutersammlerin zu führen, in der Hoffnung, vielleicht doch irgendwann dem "Richtigen" zu begegnen und ihm ihre Unschuld zu schenken. Okay, aber der schwer verdauliche Hammer kommt noch: Dies endet damit, dass sie - schon als alte Jungfer verschrien - von einer Räuberbande vergewaltigt (!) wird und sich direkt danach dem gerade begegneten Tätowierten Mann hingibt. Ich bin auch kein Freund seichter Gut-und-Böse-Literatur, aber irgendwo sind auch mal Grenzen gesetzt. Solche Schilderungen haben eine tiefergreifende Wirkung als etwas rollende Köpfe, quellende Gedärme und ähnliches. Sie sind geradezu abstoßend. Überhaupt scheinen die Personen sich den ganzen Tag über nichts anderes als Sex Gedanken zu machen oder ihn zu praktizieren (vor allem im Tal der Holzfäller). Anderes Beispiel: Ein Farmer, der mit seinen 2 Töchtern etwas abgelegen wohnt und die ältere zum Geschlechtsverkehr zwingt.

- zur religiösen und militärischen Gegenmacht entwickeln sich gegen Ende des Romans die Bewohner einer Wüstenstadt, deren Männer Turban tragen, die viele verhüllte Gattinnen haben und arabisch angehauchte Namen tragen. Ersonnen von einem amerikanischen Autor. Also bitte...

Dies sind nur einige Dinge, die mir den Lesespaß verdorben haben. Doch vor allem die groben logischen Fehler innerhalb der ersonnenen Welt dürfen in einem Buch, welches ein erwähnenswerter Bestandteil der größeren Werke der fantastischen Literatur sein will, nicht vorkommen. Das ist schade, denn aus dem Stoff hätte viel mehr gemacht werden können...
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21 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Guter Ansatz, aber insgesamt enttäuschend, 11. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Lied der Dunkelheit: Roman (Taschenbuch)
Das Lied der Dunkelheit: Roman

Okay, alles in allem gesehen ist die Geschichte gar nicht mal so schlecht. Dämonen bedrohen Nacht für Nacht die Menschheit, die sie nur mit Schutzzeichen, den sogenannten Siegeln, abwehren kann. Drei Charaktere entwickeln ungewöhnliche Fertigkeiten und nehmen den Kampf auf. So weit, so schon mal gelesen. Ist im Prinzip aber nicht schlimm, denn der Autor wählt einen genialen Ansatz: Er lässt die Menschen quasi aus der Höhe der Wissenschaft mit Hilfe der Dämonen ins finstere Mittelalter zurückfallen.

Leider wird diese an sich sehr interessante Idee im Buch eher sporadisch verfolgt. Der Konflikt Wissenschaft gegen Religion wird zwar angedeutet, aber immer wieder fallen gelassen. Nun könnte man ja sagen, dass der Autor nicht sein ganzes Pulver im ersten Buch einer Reihe verschießen will. Das ist ja verständlich, aber leider ist die gesamte Story irgendwie wenig tiefschürfend erzählt. Die Dialoge zwischen den Figuren sind schlicht ein Witz und laufen meist nach einem Schema ab, tiefere Beziehungen werden nicht gebilded, die Gefühlswelt der Charaktere wird entweder komplett ignoriert oder bei jedem Charakter auf einen Sachverhalt festgelegt. Bei Arlen eben der Traum von Freiheit, bei Leesha ihre Mutter und ihre Jungfräulichkeit, bei Rojer frühkindliche Erlebnisse.

Ein besonderes Ärgernis ist für mich, dass es dem Autor leider nicht gelingt, Atmosphere aufzubauen. Nein, man hält nicht den Atem an, wenn die Horclinge zum hundertsten Mal gegen die Barrieren trommeln. Viel eher will man sich die Ohren zuhalten, um sich besser auf die Handlung konzentrieren zu können.

Spannung? Selten. Ein echter Spannungsbogen baut sich erst ganz gegen Ende auf. Davor wird jede Situation entweder sofort geklärt oder aber so weit in den Hintergrund geschoben, dass man bei ihrer Lösung nur noch ein: "Aha, wird ja mal Zeit" denkt, wie beim einarmigen Dämon.

Schade, denn immerhin weiß Peter V. Brett genau, wann er Schluss machen muss, nämlich dann, wenns interessant werden könnte. So es denn für dieses Buch nicht für eine zumindest positive Bewertung reicht, so habe ich doch ein wenig die Hoffnung, dass der Nachfolger ein bisschen mehr hermacht, wenn nicht in der Tiefe, dann zumindest, was die Spannung angeht.

Für dieses Buch allein gebe ich ganz klar keine Kaufempfehlung.
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Das Lied der Dunkelheit: Roman
Das Lied der Dunkelheit: Roman von Peter V. Brett (Taschenbuch - 4. Mai 2009)
EUR 15,00
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