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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen39
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am 8. Dezember 2006
Hier hat Heyne mal nicht aus einem US-Buch zwei gemacht, sondern aus zwei US-Büchern eines. Für alle diejenigen, die sich nicht von dem grottenschlechten Cover (Siehe als Vergleich hierzu die Cover der Originalausgaben "The Risen Empire" und "The Killing of Worlds") und dem Titel abschrecken lassen, wartet ein wirklich spannendes Buch.

Inhalt:

Die Amazon Beschreibung trifft den Inhalt der ersten 100 Seiten schon ziemlich genau, auch wenn es in dem Buch noch um deutlich mehr geht, was sich aber ohne zuviel zu verraten schlecht beschreiben lässt...

Der Autor hat hier zahlreiche eigentümliche Subsparten der klassischen Sci-Fi Literatur vereint: In einem Handlungsstrang geht es um politische Intrigen im Kaiserlichen Senat - und später Kriegsrat (Hat etwas von Dune). In einem direkt um Captain Laurent Zai, der 10 Lichtjahre entfernt die Fregatte Luchs im Orbit von Legis XV kommandiert (packende Raumschlachten inklusive). Dann gibt es noch eine Rix-Soldatin (offenbar von Ellen Ripley persönlich geschult), die auf dem Planeten "undercover" unterwegs ist, um dem Verbundbewusstsein - eine riesige, planetenweite KI - zu helfen und deren Loyalität dabei auf die Probe gestellt wird. Und schließlich bilden auch die Gedanken des Verbundbewusstseins selbst, welches sich selbst Alexander (nach Alexander dem Großen) nennt und auf der Suche nach dem Geheimniss des Kaisers und einem Weg sich selbst zu verbreiten ist, einen eigenen Handlungsstrang.

Es ist sehr interessant wie der Autor diese - zunächst völlig voneinander losgelösten - Handlungsstränge miteinander verwebt und es immerwieder neue Überraschungen für den Leser gibt. Jede Hauptfigur hat andere Ängste und Probleme, die aber letztendlich der Schlüssel für das Erreichen ihrer jeweiligen Ziele sind. Leider werden nicht alle Handlungen am Ende gänzlich aufgelöst; ob Scott Westerfeld noch ein drittes Buch plant ist mir nicht bekannt.

Schreibstil:

Nur um es vorweg zu nehmen: man sollte schon etwas Ahnung von den Naturwissenschaften haben, um die zahlreichen technischen Erläuterungen in dem Buch zu verstehen. Der Autor benutzt häufig Vergleiche, um seine Apparate und abstrakten Theorien zu erklären. Es gibt kaum ein Gebiet, das dabei nicht berührt wird: Physik, Biologie, Chemie, Nanotechnik, Informatik und Mechanik - von allem kommt etwas vor. Aber das alles behindert nicht beim lesen, denn die Apparate sind letztenendes auch nur Werkzeuge der einzelnen Charaktere, welche die entscheidenden Handlungen durchführen. Manchmal fühlt man sich ein wenig wie in einer Outer-Limits Folge versetzt, da es am Ende des Buches doch ziemlich phantastisch wird.

Die Erzählung wird hautsächlich aus den Gedanken der Hauptfiguren vorangetragen (Meine Lieblingsfigur ist das Haus der Senatorin, welches übrigens später noch eine wichtige Rolle spielt ;) ), weswegen man die zahlreichen Personen und auch Handlungsebenen recht gut auseinanderhalten kann.

Das ist auch wichtig, denn immer wieder gibt es kurze Zwischenhandlungen, wie z.B. über den ersten Offizier der Luchs - einer Frau, die heimlich in ihren Captain verknallt ist, die aber nachdem sie erfährt das er eine Geliebte in der Heimat hat möglicherweise zweimal darüber nachdenkt, ob sie ihn vor den Meuterern an Bord seines Schiffes warnt...

Fazit:

So muss ein Sci-Fi Roman aussehen! 5 Sterne vergebe ich nur sehr selten, aber dieses Buch hat sie sich redlich verdient!

Ein Buch, bei dem wirklich jeder Sci-Fi Fan etwas geboten bekommt: Sehr gute Charakterentwicklung, Massig neue Technik, grandiose Raumschlachten, philosophisch-ethische Fragen, bizarre Kulturen, fremde Welten und das alles in einer allumfassenden Story verwoben.

Klingt Komplex? - Ist es auch, aber auf eine angenehme Weise.
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am 9. Januar 2009
Die ferne Zukunft: Die Menschen haben sich in zwei große Gruppen gespalten, nämlich die Bewohner der achtzig Welten des Kaiserreichs und die "Rix". Während die einen Traditionen pflegen und der seltsamen, kaiserlichen Hierarchie dienen, haben die Anhänger des Rix-Kults ihr Dasein den sogenannten Verbundbewusstseinen untergeordnet, jenen Intelligenzformen, die sich ganz automatisch bilden, wenn eine planetarische Computerstruktur eine bestimmte Komplexität überschreitet - um fortan schlauer zu sein, als ein Mensch auch nur erträumen kann.

Das Leben im Kaiserreich aber ist auch von Technologie geprägt. Die größte Ehre und das Lebensziel der meisten Bewohner besteht allerdings darin, nach dem Tod wiedergeboren zu werden, um dann ewig in einer Art schöpferischer Askese zu leben. Der vom Kaiser höchstselbst vor 1600 Jahren entwickelte, geheimnisvolle "Symbiant" ermöglicht die immerwährende Regeneration. Diese Toten bewegen sich in Enklaven innerhalb des Reiches und haben nur wenig Kontakt mit den Lebenden.

Dann wird ein Anschlag auf die "junge" Schwester des Kaisers verübt. Die Rix dringen in den Palast auf Legis IV ein. Der Kommandant der "Luchs", Kriegsheld Laurent Zai, muss mit seinem hochmodernen Raumschiff eingreifen, um das schlimmste zu verhindern. Noch während des Rettungsversuchs gelingt es den Rix-Kämpfern, auf dem Planeten ein Verbundbewusstsein zu initiieren - die größtmögliche Katastrophe für die Infostruktur dieser Welt, da das Bewusstsein nur durch die völlige Zerstörung der gesamten Struktur wieder entfernt werden kann. Und außerdem entkommt eine hochgefährliche Rix-Soldatin. Der Rettungsversuch scheitert, die Kaiserschwester stirbt. Captain Laurent Zai wäre jetzt eigentlich verpflichtet, sich mit der Ehrenklinge das Leben zu nehmen ...

Dies fasst lediglich die Eröffnung von "Weltensturm" zusammen, dessen vielschichtige Handlung sich auf mehr als 800 überaus lesenswerten Seiten entfaltet. Politische Intrigen, Liebe, Ehre, Loyalität, Krieg und ganz, ganz viel Technik spielen ihre Rollen bei diesem intelligenten Space-Opus - und das auf höchstem Niveau. Westerfeld wechselt dabei abschnittsweise die Perspektiven, wobei nicht selten auch technologische Lebensformen wie das auf Legis IV entstandene Verbundbewusstsein, aber auch ein cleveres Haus auf "Heimat" die Erzählstimme übernehmen. Auf diese Art dringt man in die sehr unterschiedlichen Sichtweisen ein, und am Ende mag man sich kaum entscheiden, welcher Partei man selbst eigentlich den Vorzug gegeben hätte.

Großartige, spannende und geistreiche Science Fiction, zwar mit einigen altbekannten Versatzstücken und Ideen angereichert, die aber so verblüffend und kreativ verwoben wurden, dass man sich gleich nach der Lektüre der letzten Seite eine Fortsetzung wünscht. Vorzüglich erzählt - und exzellent von Andreas Brandhorst übersetzt. Fanastisch!
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am 13. September 2007
Sollte der Leser nicht ein ausgesprochener Hardcore SF - Fan sein, wird dieser auf den ersten 180 Seiten schier verzweifeln und wahrscheinlich entnervt das Handtuch werfen.
Auf diesen Seiten ist die Handlung nur rudimentär vorhanden und dient ausnahmslos als Vehikel um eine beispiellose Flut von SF- Begriffen über den Leser auszuschütten ohne diese auch nur annähernd zu erklären.
Doch wird der Leser, sollte er den ersten Teil überstehen, dann mit einer wirklich guten und spannend geschriebener Story belohnt.
Die verschiedenen Handlungsstränge werden endlich klar erkennbar und die Hauptprotagonisten schälen sich schön langsam heraus.
Sehr detailreich beschriebene Weltraumkämpfe, Intrigen in der Politik auf "Heimat" dem Hauptplaneten der achtzig Welten, ein Kaiser der sein doppeltes Spiel treibt, eine Senatorin aufgerieben zwischen Liebe und Pflicht usw. usf. halten den Leser in Atem
Wirklich sehr gut gemacht dieser lange Mittelteil und die Handlungsstränge streben einem grandiosen Höhepunkt zu.
Der Leser erlebt damit 550 spannende, interessante und in wirklich bester SF Manier geschriebene Seiten und dann..., ja hier beginnt die eigentliche Katastrophe in diesem Roman.
Sollte es keine Fortsetzung geben und derzeit sieht es nicht danach aus, wird hier vom Autor der "Finale Supergau" an seinen Lesern veranstaltet:
Denn kein EINZIGER Handlungsstrang wird wirklich komplett aufgelöst!
Was ist mit den Rix?
Hat Alexander, die verbundene Intelligenz am Ende doch gewonnen?
Was passiert mit der Senatorin und Capitan Zai?
Hat der Kaiser wirklich alles verloren, oder gewinnt er die Abstimmung?
Dann kommen auch noch die unsäglichen letzten 5 1/2 Seiten, also bitte was soll das?
Mir kommt vor als ob Herr Westerfeld es allen recht machen wollte und sich jeder Leser seinen eignen Schluss vorstellen kann.
Ein Kunstgriff der bei einem einzigen Handlungsstrang durchaus einmal seine Berechtigung hat, aber doch bitte nicht alle Handlungsstränge offen lassen.
Ich weiß es sind durchaus harte Worte, aber kein Ende zu schreiben ist Betrug an den Lesern.

Tut mir leid dies zu schreiben, aber der Leser wird vom Autor am Ende komplett im Regen stehen gelassen.
Der Autor hat sich damit selber um die Früchte seines Erfolges gebracht.
Ein Marathonläufer würde auch nicht nach einem 42 Kilometern langen anstrengendem Lauf einen Meter vor der Ziellinie stehen bleiben, aber genau so kommt mir das Ende von "Der Weltensturm" vor.

Das auf der Buchrückseite von einer mysteriösen Bruderschaft die Rede ist, die jedoch im ganzen Buch kein einziges Mal erwähnt wird sei nur am Rande erwähnt.
Irreführende Klappentexte von Heyne sind ja eher die Regel als die Ausnahme.
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am 25. Juni 2007
Als ich mich im Internet über dieses Buch schlau gemacht habe, war ich doch sehr neugierig geworden. Da war die Sprache davon, das dieses Buch schnell, tief und spektakulär sei. Im Vergleich zu Peter F. Hamilton sei es nicht so langatmig bzw. langweilig.

Jetzt habe ich es selber gelesen.

Es ist aus meiner Sicht richtig einen Vergleich mit Hamilton zu machen, da beide Space Operas schreiben.

Was bei Weltensturm fehlt ist die Liebe zum Detail bei den Charakteren, die Hamilton oft bewiesen hat. Der in vielen Foren gepriesene Weltraumkampf in Weltensturm zieht sich hin, liest sich gemütlich und dominiert das Buch, ist aber sicher nicht so spektakulär, wie viele es darstellen.

Alles in allem kann ich sagen, dass Weltensturm ein Buch ist, welches vergleichbar ist mit den Space Operas von Peter F. Hamilton.

Wenn es über mehrere Bände gegangen wäre, um die einzelnen Charakteren und Geschichten auszubauen, hätte ich wahrscheinlich nicht gemerkt, dass es sich um einen anderen Autoren handelt.

Beide Autoren zeichnen sich durch Kreativität aus und sind in der Lage Dinge aus sehr großer Sicht zu sehen.

Wer also Space Operas liebt sollte trotz seiner "Kürze" dieses spannende und ideenreiche Werk lesen.

Ich hoffe, dass es in Zukunft mehr und umfangreichere Space Operas von diesem doch noch recht unbekannten und neuen Autoren gibt!
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am 24. April 2007
das buch ist spannend und gut geschrieben, bei einigen stellen bleibt einem aufgrund des einfallsreichtums des autoren sogar die luft weg, allerdings muß ich auch ein paar dinge bekritteln:
- man braucht sicher einige seiten, um mit den vielen sehr technischen und/oder fiktiven ausdrücken klarzukommen. für leser wie mich, die kein technisches studium vorweisen können und das buch trotzdem lesen möchten, bleibt nur, einfach über die vielen unverständlichen ausdrücke hinwegzustolpern und sich an die handlung, nicht aber an details zu halten
- aus einigen dingen (die meuterei, die beziehung zwischen captain und 1. offizier, die zukünftige beziehung zu den rix...) hätte man definitiv mehr herausholen können - da hab zumindest ich mir eine bessere "auflösung" gewünscht
- dass das ganze imperium wankt, bloß aufgrund des vieldiskutierten "geheimnisses", ist wenig glaubhaft
- dass sich keinerlei wie auch immer gearteter humor in diesem buch findet, mag für dieses genre typisch sein, schade finde ich's aber trotzdem, es muß doch zwischen asimov und adams noch eine grauzone geben, oder?

für geeichte sf-fans jedoch, die nicht schon wie ich überlegen müssen, was denn eine KI ist, sicher ein leckerbissen und eine empfehlung
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am 6. Mai 2016
Es braucht eben einen fantastischen Erzähler wie Peter F. Hamilton, um eine Space Opera zu schreiben. Notfalls auch einen Iain Banks, zumindest in den wenigen Kultur-Romanen, die nicht totaler Schrott sind. Möglicherweise findet auch Alastair Reynolds irgendwann zu seiner Hochform zurück. Hauptkritikpunkt an Herrn Westerfields Versuch ist für mich die Rückblenden-Mechanik, die systematisch jede Spannung ruiniert. Man kann dieses Buch durchaus mit gewissem Genuss lesen, aber die Planeten drehen sich auch ungestört weiter, wenn man darauf verzichtet.
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am 20. Juli 2009
Das Buch wird im Klappentext in eine Reihe mit Asimov's Foundation oder Herbert'sildert Dune Zyklus gestellt. Zwar sind die Zutaten ähnlich (auch hier gibts ein Imperium unter einem tyrannischen Kaiser) aber dafür ist die Handlung doch sehr präzise an wenigen Orten und spannt auch keinen Bogen über lange Zeiträume. DAS ist aber gerade die Stärke des Romans der damit die Handlung stark beschleuingt (es gibt in der Tat hier nur 1 (!) Raumschlacht zw. 2 Schiffen - aber die ist sehr gut geschildert (Physik, Charaktere). Zumal sich Westerfeld selbst die Beschränkung auferlegt, die Lichtgeschwindigkeit tatsächlich Grenze sein zu lassen und damit den beschwerlicheren Weg nimmt (nur die Datenkommunikation ist instantan da mit Quantenverschränkung gearbeitet wird). Am Ende gibts sogar einen kleinen Cliffhanger somit evtl. mehr aus dem Universum der Rix und Menschen.
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am 3. Januar 2011
Eines vorweg geschoben:
Ganz zu recht beschweren wir uns immer wieder, wenn die deutschen Verlage aus einem englischen Original zwei Bücher machen. Hier ist es - leider eine rühmliche Ausnahme - mal anders rum. Heyne hat aus zwei Büchern eins gemacht (und ich muss gestehen, mir ist der Übergang nicht aufgefallen).

Was genau ist Weltensturm eigentlich für ein Buch? Ein anderer Rezensent betitelte diesen Roman als "unepisches Epos" - und da ist was dran wie ich finde.
An eine große Space Opera nach dem Zuschnitt von Dan Simmons oder Alastair Reynolds (wie die Amazon Redaktion uns nahe legt, s.o.) kommt Westerfeld jedenfalls nicht ran. Dafür fehlt es dem Roman an Tiefe, die der Autor in über 800 Seiten durchaus hätte entwickeln können, es aber nur ansatzweise tut. Stattdessen schwankt das Werk zwischen Sci-Fi, Military SF, politischen Thriller und Space Opera und kommt schließlich zu einem unwürdigen, überhasteten Ende.
Positiv ist mir an dem Buch aufgefallen, dass Westerfeld das Problem der Zeitdilatation nicht wie viele seiner Kollegen durch Hyperraum- oder Dimensionssprünge "wegschreibt", sondern dass er dieses Phänomen der Relativitätstheorie berücksichtigt und beschreibt, wie die Menschen mit dem "Zeitdieb" umgehen.

Worum geht's denn eigentlich?
Das Imperium des unsterblichen Kaisers erstreckt sich über 80 Welten. Der Kaiser, der vielen Jahrhunderten das Geheimnis der Unsterblichkeit entdeckte, herrscht seitdem unangefochten und bestimmt selbst, wem für besondere Verdienste die Unsterblichkeit verliehen wird.
Captain Laurent Zai, ein durch fürchterliche Folter an Körper und Seele versehrter Kriegsheld, ist mit seinem Schiff - der "Luchs" - auf einer schwierigen Mission unterwegs: Er soll mit seiner Crew die Schwester des Kaisers aus den Fängen der Rix befreien. Doch als die Situation eskaliert, droht dem Imperium ein erneuter Krieg mit den Rix.
Auf dem Heimatplaneten wird währenddessen die oppositionelle Senatorin Oxham, die heimliche Geliebte des Captains, in den Kriegsrat des Kaisers berufen. Schnell geraten beide an ihren "Fronten" in fatale Gewissenskonflikte...

Ich lese eigentlich keine Military SF und darum kann ich mir darüber kaum ein Urteil erlauben, aber gerade die Darstellung der Konflikte der beiden Protagonisten, die Charakterisierung des innerlich (und durch grauenhafte Folter im wahrsten Sinne des Wortes auch äußerlich) zerrissenen Captains und die politischen Machtspiele zwischen Senatoren, Kriegsrat und Kaiser machen aus dem Roman deutlich mehr als eben "nur" ein Military SF Buch.
Dass es andererseits zu einer gelungenen Space Opera nicht ganz reicht, liegt für meinen Geschmack daran, dass Westerfeld, nach einem tollen Einstieg, in dem er das Setting gut aufgebaut hat, im Mittelteil zu viel Seiten und Zeit mit taktischen Angriffs- und Abwehrmanövern der Luchs und einer zur Einzelkämpferin dezimierten Rix verschwendet.
Und nachdem das Buch im letzten Drittel wieder richtig spannend wird, kommt es schließlich zu einem unwürdigen Schluss, der auf mich fast wirkt, als hätte Westerfeld auf einmal schnell zum Ende kommen wollen oder müssen. Nichts gegen offene Enden, die zum weiterdenken anregen, aber (ohne etwas verraten zu wollen) Westerfeld lässt hier einfach zu viele interessante und wichtige Fragen, die noch viel Potenzial gehabt hätten, offen.

Und jetzt noch ein wenig Kritik, in der ich etwas spoilern muss:
Das ach so grauenhafte Geheimnis, des Kaisers, wegen dem sich Laurent Zai sogar übergeben muss als er es hört, ist zwar schlimm, weil es die Grundfesten der Gesellschaft der Grauen erschüttert. Aber ich fand es jetzt nicht so dramatisch und habe (auch weil Westerfeld es so lange als Spannungsmoment vor dem Leser verbirgt) eigentlich die ganze Zeit auf das Geheimnis hinter dem Geheimnis gewartet - aber da kam dann leider nix mehr...

3,5 Sterne würde ich geben - unterm Strich runde ich hier mal ab zu guten 3 Sternen.
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am 18. Juni 2008
Zunächst einmal, das tut zwar zum Inhalt nichts zur Sache:
Das Buch ist von der Masse her schwer und die Seiten schnitten mir beim Lesen in die Hand, was beim langatmigen Beginn und meiner Gewohnheit, im Bett zu lesen anfangs sehr oft dazu führte das Buch wegzulegen, wo ich doch Bücher wie Spin in einer Nacht verschlingen konnte. In der Mitte kommt Spannung auf und zum Schluss hat das Buch ein dünnes Ende und weist die Spannung eines schlechten Schulgeschichtsbuches auf.
Zum Inhalt: Das Kaiserreich, das angeblich die Unsterblichkeit erfunden hat, wird vom in Form eines Kollektivbewusstseins agierender Menschen - eher Cyborgs- namens Rix bedroht, die die Kaiserwelten mit einem vernetzten Computer-ich analog einem Virus infizieren wollen, weil sie solche Wesensformen als eine Art Gottheit ansehen.
Die Mischung der Philosophien aus Individual- Kollektivwesen, Fragen der Sterblichkeit sind vordergründig interessant, letztlich jedoch nur oberflächlich angerissen; spannend wird es zwischendurch, weil die Liebesgeschichte der Hauptakteure und eine Weltraumschlacht geschickt miteinander verwoben werden und dann auch professionell erzählt sind.
Zwischendrin aber stimulierten die äußert langatmigen Passagen mich, die Erinnerung daran wachzurufen, dass ich das alles schon einmal gelesen hatte:
Die Rix ähneln den Borg aus Star Trek, die Rix werden nur sympathischer dargestellt.
Die nur mit relativistischer Geschwindigkeit zu bewegenden Raumschiffe verfügen wissenschaftlich paradox trotzdem über eine überlichtschnelle Kommunikation. Die Technologie ist z.B. bei Vernor Vinge, Eine Tiefe am Himmel, bereits beschrieben, nur eben besser...
Die medizinische Technologie scheint allenfalls dem 21.Jahrhundert zu entstammen, hier hätten geniale Wissenschaftler also noch richtig Möglichkeiten, zu erfinden.
Alles in allem reicht es eben nur für 2 (bis 3) Sterne.
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am 15. November 2010
Ich freue mich, dass der Roman etliche begeisterte Leser gefunden hat. Mich hat er nicht ansprechen können.

Sehr gut gelungen sind dem Autor die Beschreibungen der Waffensysteme und alles was mit Technik zu tun hat; er malt Trends aus, die sich heute abzeichnen.

Völlig unverständlich blieb mir das politische System, das in diesem Roman im Hintergrund eine Rolle spielt. Wer welche Ziele hat, wie er sie verfolgen kann, wie eine erfolgreiche Aktion aufzubauen ist. Alles unklar. Was wollen diese Personen überhaupt?

Insgesamt bleiben alle Personen bloße Schatten. Meisterpilot bekommt einen Auftrag und führt ihn aus. Soldat bekommt einen Auftrag und führt ihn aus. Und so weiter.
Die Figuren bekommen keine Persönlichkeit, keinen Charakter, keine Vorlieben, keine Abneigungen. Sie sind weder sympathisch noch unsympatisch. Mir waren sie einfach egal, nachdem ich ein Drittel des Romans gelesen hatte und die Lektüre beendete.

Insgesamt ist mir diese Welt sehr fremd geblieben (das kann man natürlich auch als große Leistung des Autors sehen, weil uns künftige Zeiten vermutlich sehr fremdartig erscheinen würden, könnten wir sie erleben). Für mich war das aber kein tolles Leseerlebnis, sondern nur langweilig.
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