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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lycidas war kein Zufall - Lilith ist weltklasse!!!
Nachdem ich letztes Jahr „Lycidas“ von Christoph Marzi geradezu verschlungen hatte, habe ich mit großer Spannung auf den Nachfolgeband „Lilith“ gewartet. Obwohl meine Erwartungen schon sehr hoch waren, hat mich der Autor positiv überrascht und meine Erwartungen noch übertroffen!
Zu den aus „Lycidas“ bekannten und...
Veröffentlicht am 28. November 2005 von Galarina

versus
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nach Lycidas leider nur noch halbgar
Ich gestehe ich bin von Lycidas, dem ersten Band aus der Reihe über die Alten Metropolen, sehr begeistert gewesen.

Zwar waren viele Elemente anderen Fantasy-Werken entliehen (vor allem Neil Gaimans fantastischem "Neverwhere") aber man hatte nie das Gefühl, dass hier einfach Ideen gestohlen wurden. Viel mehr hatte man das Gefühl, dass hier jemand...
Veröffentlicht am 4. Dezember 2009 von L. Franke


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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lycidas war kein Zufall - Lilith ist weltklasse!!!, 28. November 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lilith: Die Uralte Metropole 2 - Roman (Taschenbuch)
Nachdem ich letztes Jahr „Lycidas“ von Christoph Marzi geradezu verschlungen hatte, habe ich mit großer Spannung auf den Nachfolgeband „Lilith“ gewartet. Obwohl meine Erwartungen schon sehr hoch waren, hat mich der Autor positiv überrascht und meine Erwartungen noch übertroffen!
Zu den aus „Lycidas“ bekannten und liebgewonnenen Figuren wie Emily, Aurora, Wittgenstein und Maurice Micklewhite gesellen sich neue Charaktere. Von London und der uralten Metropole geht die Reise nach Paris, wo sich wieder eine eigene Welt eröffnet. Die vielschichtige Handlung in Vergangenheit und Gegenwart ist in ihren Ebenen auf vielfältige Art und Weise verknüpft, ebenso Mystisches und Mythisches, und es zeigt sich erneut, dass Gut und Böse nicht klar voneinander trennbar sind. Wann immer ich dachte, dass der Autor mich in eine bestimmte Richtung führt, musste ich feststellen, dass ich im Irrtum war. Christoph Marzi zündet aufs Neue ein gigantisches Feuerwerk an Ideen, egal ob im Ägypten oder Rumänien der Vergangenheit oder im London oder Paris der Gegenwart.
Sprachlich bleibt Christoph Marzi bei seiner an Dickens orientierten Sprache und seinem trockenen, manchmal lakonischen Humor, der den Leser auch in traurigsten Momenten immer wieder zum Schmunzeln bringt. Wiederholungen von Kommentaren bestimmter Personen empfinde ich nach wie vor als sympathisch, Wiederholungen verschiedener Feststellungen des Erzählers sind für mich nicht enervierend sondern in gewisser Weise beruhigend und anheimelnd. Auch bei „Lilith“ darf sich der Leser an vielen literarischen und musikalischen Anspielungen erfreuen und sich durchaus zu weiterer Lektüre anregen lassen. Obwohl „Lilith“ ähnlich wie der Vorgängerband in mehrere Bücher bzw. Teilabschnitte gegliedert ist, wirkt der Roman kompakter und runder als sein Vorgänger, und ist deutlich dynamischer, weil der Spannungsbogen nicht durchbrochen wird. Wer mit den Rückblenden bei „Lycidas“ Probleme hatte, wird sich freuen, eine klarere Strukturierung bei „Lilith“ vorzufinden.
Auch wenn der Autor immer wieder kurze Zusammenfassungen oder Hinweise auf das Geschehen im Vorgängerband „Lycidas“ macht, empfehle ich, diesen vorher zu lesen, um die Entwicklung der Charaktere zu erleben und alle Anspielungen und Witze, die sich zum Teil auf „Lycidas“ beziehen, verstehen zu können.
Mit „Lilith“ beweist Christoph Marzi, dass sein Überraschungserfolg „Lycidas“ kein Zufall war, und zeigt wie einfallsreich und spannend phantastische Literatur sein kann. Ich wünsche dem Autor, dass seine Trilogie auch in andere Sprachen übersetzt werden wird, da die ersten beiden Bände meines Erachtens ohne weiteres mit den Werken ausländischer Autoren und Preisträger mithalten können.
Dem Heyne-Verlag gebührt ein Lob für die wirklich gelungene Gestaltung der beiden ersten Bände der Trilogie, auch wenn ich es nach wie vor bedauere, dass es keine Hardcover-Versionen gibt. Leider sind in der ersten Auflage von „Lilith“ noch viele durchaus störende Tippfehler vorhanden, einige Wörter fehlen sogar, was hoffentlich beim letzten Band der Trilogie vermieden werden kann.
In Ermangelung des sechsten Amazon-Stern vergebe ich 5 Sterne, denn Lilith hat alles, was einen hervorragenden phantastischen Roman ausmacht: Einfallsreichtum, Überraschungsmomente, interessante Protagonisten, Niveau, Dramatik und ein Quentchen Humor.
Sie wollen wissen, ob ich den letzten Teil der Trilogie mit Spannung erwarte? Fragen Sie nicht.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolute Weltklasse aus Deutschland, 22. November 2005
Von 
Hans Schuhmacher "Andersweltreisender" (Ladenburg/Neckar) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lilith: Die Uralte Metropole 2 - Roman (Taschenbuch)
Nachdem Lycidas der Überraschungserfolg des letzten Jahres war, waren die Erwartungen bei Lilith natürlich sehr hoch. Viele Autoren sind diesem Druck nicht gewachsen, aber Christoph Marzi nimmt diese Hürde mit Leichtigkeit.
Einfach wunderbar ist diese Dickensche Sprache und diese absolut Liebenswerten Akteure. Emily und Aurora sind einem so ans Herz gewachsen, daß man sich unendlich mit ihnen freut oder leidet wie ein geprügrlter Hund, wenn sie mal wieder von ihrem Schicksal eingeholt wurden. Bei aller Dramatik und Trauer hat man aufgrund des trockenen Humors aller Akteure immer ein lächeln auf den Lippen.
Verblüffend ist es wieder, wie Marzi es schafft die Mythologien und Religionen verschieder Kulturen miteinander zu verweben und zu einem Ganzen zu machen. Unendlich viel Fachwissen muß der Autor besitzen, um dieses mit so viel Leichtigkeit auf das Papier zu bringen.
Frau Rowling sollte sich hier mal ein Beispiel nehmen. Er ist nicht immer Mythenwilderei notwendig um ein spannendes Buch zu schreiben.
Ich möchte dieses Buch nicht nur Fantasylesern empfehlen, sondern jedem der ein hervorragend geschriebenes Buch zu schätzen weiß.
Allerdings sollte man vorher Lycidas lesen, um Zusammenhänge klarer erkennen zu können, was aber sicherlich keine Strafe ist, sondern ebenfalls Unterhaltung auf höchsten Niveau.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nach Lycidas leider nur noch halbgar, 4. Dezember 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Lilith: Die Uralte Metropole 2 - Roman (Taschenbuch)
Ich gestehe ich bin von Lycidas, dem ersten Band aus der Reihe über die Alten Metropolen, sehr begeistert gewesen.

Zwar waren viele Elemente anderen Fantasy-Werken entliehen (vor allem Neil Gaimans fantastischem "Neverwhere") aber man hatte nie das Gefühl, dass hier einfach Ideen gestohlen wurden. Viel mehr hatte man das Gefühl, dass hier jemand eine Homage an die anderen großen Autoren der heutigen Zeit in Form einer spannenden Geschichte abliefert. Mehr als einmal musste ich innehalten und schmunzeln, als mich beim Lesen die Erinnerung an die schon sehr abgegriffenen Werke in meinem Bücherregal überkam.

Leider wirkt der zweite Band zu sehr auseinander gerissen, um die (immer noch reichlich vorhandenen) Anspielungen auf andere Bücher in eine richtig spannende Geschichte zu kleiden. Zu oft springt der Autor zwischen verschiedenen Zeiten hin und her und zu ähnlich sind sich die Gedankengänge der einzelnen Charaktere um wirklich zwischen ihnen unterscheiden zu können.

Ohne genauer auf die Handlung einzugehen, lässt sich sagen, dass der Autor versucht einen Vampirroman im Sinne von Brian Lumleys "Necroscope" zu schaffen. Jedoch wird die Spannung der ersten Kapitel, welche Vampire als uralte Monstren mit interessanter Hintergrundgeschichte beschreibt, im späteren Verlauf dadurch verwässert, dass plötzlich die alten Vampir-Klischees aufgegriffen werden. So entsteht kein einheitlicher Gesamteindruck und die Gegenspieler der Hauptfiguren verlieren einiges von dem Charme, der die ungewöhnlichen Figuren des ersten Bandes ausgemacht hat.

Zudem fällt einem sehr oft auf, dass der Autor versucht mit verschiedenen Stilmitteln Spannung zu erzeugen, wobei er sich jedoch in unnötigen Gesprächsfetzen verfängt und die Szenen unnötig gestreckt erscheinen.
Ein Beispiel, ohne die spätere Handlung zu verraten: Häufig wird ein Kapitel mit Sätzen wie "Der Angriff kam überraschend..." begonnen, gefolgt von einem mehrseitigen Dialog der Charaktere, die sich ausgerechnet darüber unterhalten, dass alle einen Angriff erwarten. Dies fällt unglücklich auf und stört die Glaubhaftigkeit der Szenen.

Zudem gibt es verschiedene historische Anspielungen, welche fehlerhaft wirken. So erwähnt ein Charakter um das Jahr 1920 beiläufig den Staat Israel, obwohl die Region damals noch als Palästina bekannt war und Israel erst zwei Dekaden später gegründet wurde.

Alles in allem bleiben also einige (manchmal gezwungen) wirkende Versuche andere Fantasy-Werke zu zitieren und in die Geschichte einzuflechten, während die eigentliche Handlung und die Charaktere eher schwach und kaum ausgestaltet bleiben.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Misslungene Erzählperspektive rekordverdächtig, 29. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Lilith: Die Uralte Metropole 2 - Roman (Taschenbuch)
Unglaublich, wie viele Fehler man bei der Ich-Erzählperspektive machen kann! Bereits die Idee wirkt künstlich und konstruiert:

Die Wahrnehmung des Waisenkindes Emily wird aus der Perspektive ihres Mentors Wittgenstein erzählt. Man merkt, das Ganze ist ein Jugendbuch, das nur wegen grausiger Hohlbein-Details in der Erwachsenenfantasy landete. Hat da jemand schnell und naiv alle "Sie" für Emilys Perspektive (oder den auktorialen Erzähler) durch Wittgensteins "Ich" ersetzt?

Die nachträgliche Ich-Perspektive führt zu äußerst ulkigen Szenen: So sorgt der Mentor sich einmal, dass Emily auf dem glatten Boden ausrutschen könnte (nein, sie ist keine Dreijährige!) - dabei gehen sie zusammen über den Boden! Dass ER ausrutschen könnte, kommt ihm nicht in den Sinn. Dieser Mentor denkt im ganzen Buch mehr, was Emily denkt, tut und fühlt als was er selbst denkt, tut und fühlt.

Oder so was: "hörte Emily mich flüstern" oder "Erschrocken drehte ich mich um und erkannte zu meiner Überraschung jenen Mann wieder" - dieser Wahrnehmungsstil wirkt einfach komisch für jemanden, den so den hochwürdig klingenden Namen Wittgenstein hat.

Manchmal denkt man auch, es ist Emilys Dritte-Person-Perspektive - und stutzt dann, wenn urplötzlich nach vielen Seiten das Wörtchen "Ich" da steht. Man erinnert sich: diese bescheuerte Erzählperspektive ...

Wenn so was ein Books-on-Demand-Autor verbrochen hätte, hätten viele das schlechten Stil genannt, aber es ist ja von Heyne ...

Erzähltechnisch nervig ist es auch, zweimal die Handlung radikal und höchst unoriginell zu unterbrechen mit einem 150 (!!) Seiten und einen 50 (!) Seiten langweiligen Forschungsbericht aus Ägypten. In DER Breite ist das nicht für die Geschichte relevant.

Dennoch hat das Buch einige positive Seiten: Einen Sternzacken gibt's von mir für die ersten Sätze von vielen Kapiteln. Die Magie, den Leser mit dem ersten Satz zu beeindrucken, beherrscht der Autor ziemlich gut.

Vier weitere Sternzacken gibt's für viele Beschreibungsabsätze. Auch wenn der Autor sein Londonbild und den Stil aus englischen Werken kopiert haben mag, wer dieses altmodisch-klassisch-magische Londonfeeling mag, wird viele Passagen in dem Buch genießen.

Beschreibungen beherrscht der Autor eindeutig besser als Erzählperspektive und Dialoge (das "Fragen Sie mich nicht" macht die Figuren unsympathisch).

Trotz erheblicher handwerklicher Erzählschwächen sind die Figurenkonstellation und der Konflikt angenehm komplexe Kost für London-Fantasy-Fans.

Annette Scholonek
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantasy erster Güte, 11. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Lilith: Die Uralte Metropole 2 - Roman (Taschenbuch)
Zum Inhalt:

Der zweite Teil handelt von Vampyren, oder Wiedergänger, wie sie meist das Buch über genannt werden. Leute verschwinden in London und seltsame Wesen "Vroloks" treiben ihr Unwesen in der Stadt, die andere Leute durch einen Biss infizieren.

Ein unbekannter entführt Emilys Mutter und verlangt von ihr, in die Hölle einzudringen und Lillith zu finden.

Doch auf einmal verschwinden Aurora und Micklewhite, die ebenfalls tiefer in das Ganze verstrickt sind, als beide ahnen.

Die Spur führt sie nach Paris und sie kommen einem seltsamen Geschöpf namens al-Vathek auf die Spur. Er und die mysteriöse Carathis, die ihn zu einem Wiedergänger gemacht hat, scheinen hinter den seltsamen Geschehnissen in London zu stecken.

Doch alles ist anders als es scheint und in den tiefen der Hölle kommt es schließlich zur Entscheidung...

Ich fand das Buch einfach klasse, es ist eine gelungene Fortsetzung von Lycidas und neben der Story beeindruckt Marzi auch mit seinem Schreibstil.

Er führt seinen Leser komplett in die irre, er spinnt ein so tolles Netz aus Intrigen, dass man, genau wie die Hauptperson, gar nicht weiß, wem man noch trauen soll und den meisten Figuren erst mal misstraut. Außerdem zeichnet er nicht eintönig Schwarz und Weiß, sondern bei ihm hat alles zwei Seiten.

Man verabscheut die Dinge, die manche Personen tun, aber gleichzeitig kann man sie auch verstehen oder hat zumindest Mitleid mit ihnen, auch wenn man nicht gutheißt, was sie tun. Und wenn man eine Person dann mal richtig hasst, dann zerstört er gekonnt mit nur einem Satz diesen Hass und führt einem vor Augen, dass diese Person nicht einfach nur böse ist und immer böse war.

Ein wirklich beeindruckendes Buch voller Emotionen, Verwicklungen, Ereignisse und liebevoller Details.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Christoph Marzi - Der Meister der Ambivalenz, 28. September 2006
Von 
Sylvia Schmidt (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lilith: Die Uralte Metropole 2 - Roman (Taschenbuch)
Christoph Marzi ist der Meister der Ambivalenz! Es ist wirklich unglaublich, wie abgründig Marzi schreibt. Zuerst werden die Personen so geschildert, wie sie Herr und Frau Jedermann kennt. Böse, gemein, hinterhältig, gefährlich. Und man glaubt das lange auch, weil man diese Figuren aus den Sagen und Legenden eben als Archetyp der "Bösen Buben" abgelegt hat. Doch dann..... Marzi entblättert langsam die Hintergründe, erklärt die Lebens- und Leidensgeschichte und plötzlich beginnt man die Bösen und das Böse zu verstehen und allmählich auch zu bemitleiden. Wer würde denn Satan und seinen weiblichen Gegenpart Lilith jemals bemitleiden und Verständnis für sie haben? Wer würde jemals einen Dämon oder einen Ghul bemitleiden? Aus unserem Sagen- und Legendenverständnis heraus eigentlich niemand. Und dennoch schafft es Marzi mit einem ungeheuren Menschen- und Dämonenverständnis ;-), dass wir plötzlich die Beweggründe der Bösen verstehen.

Und DAS nenne ich Kunst!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Oberflächlich und wirr, 19. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Lilith: Die Uralte Metropole 2 - Roman (Taschenbuch)
Man hat mir dieses Buch geschenkt, und einem geschenkten Gaul schaut man ja bekanntlich nicht in Maul. Leider kommt man bei einem Buch nicht umhin hineinzuschauen. Da ich Teil 1 nicht gelesen habe, war ich darauf gefasst, mich nicht sofort in Handlung und Charaktere hinein versetzten zu können. Das änderte sich jedoch, selbst nachdem ich den Inhalt des ersten Teils recherchiert hatte, durch das ganze Buch hindurch nicht. Die magere Handlung bleibt wirr und unlogisch, die Charaktere so flach und emotionslos, dass man meint, Pappkameraden würden durch eine Kulisse geschoben. Ich weiß noch immer nicht, ob ich mir Wittgenstein wie Gandalf, den Grauen oder Dr. Van Helsing vorstellen muss.
Zudem ist Herrn Marzis Schreibstil äußerst gewöhnungsbedürftig! Abgesehen von ständigen Wiederholungen bestimmter Phrasen und seinen Umgang mit Genitiv und Satzzeichen werden immer wieder Sätze zerhexelt, bis aus einer Zeile eine Spalte geworden ist. Wort-Punkt-Absatz-Wort-Punkt-Absatz-... Das kann man ja mal machen, aber es zum Stilmittel zu erheben ist zu viel des Guten! Es stört den Lesefluss ganz enorm und ist bestenfalls eine gute Methode, Platz zu schinden, um das Buch künstlich aufzublasen, damit es teurer verkauft werden kann. Darüber hinaus beginnt das Buch, in der Ich-Form geschrieben, aus der Sicht des Herrn Wittgenstein, der jedoch unerklärlicherweise viel häufiger die Gedanken anderer wiedergibt als seine eigenen. Und die Perspektive ändert sich selbst dann nicht erkennbar, wenn Wittgenstein über weite Passagen gar nicht zugegen ist.

Was das "wahre Feuerwerk an Ideen" angeht, das Herr Hennen auf dem Klappentext verspricht, so sind es leider meist nicht Herrn Marzis Ideen. Vielmehr bedient er sich dreist bei etlichen Schriftstellern - von Kipling über Melville und Dickens bis Stoker und Beckford, um nur einige zu nennen - bis hin zur Übernahme von Namen, Dialogen und Handlungsschnipseln. Ich fand es als Kind lustig, wenn in einem "Gespenster"-Comic Charlton Gable mit Clark Heston kämpfte, aber ich will mich nicht hunderte von Seiten lang fragen müssen, warum ein Charakter in einem Buch, das NICHT "Dracula" von Bram Stoker ist, Arthur Holmwood heißt, zumal mir das selbe Buch dauernd erklärt, es gäbe keine Zufälle! Das ist nicht originell, sondern fantasielos. Und es lässt den Leser vermuten, dass die Teile, die nicht direkt fremden Federn zuzuordnen sind, ebenfalls nicht Herrn Marzis Kreativität entspringen könnten. Falls es das Bestreben des Autors war, seiner Geschichte dadurch mehr Authentizität zu verleihen, so hätte er die tatsächlichen Gegebenheiten, die er einwebt, besser recherchieren sollen. Da wird zum Beispiel schon 1920 der Staat Israel erwähnt, der erst 1948 gegründet wurde, oder das 762 n. Chr. gegründete Bagdad wird über zweitausend Jahre zurück in die Zeit der Pharaonen versetzt. Das mögen Nebensächlichkeiten sein, aber auch bei wesentlicheren Aspekten hat der Autor ziemlich geschludert. Ein Kernthema des Buches sind die sogenannten "Vinshati", vampirartige Untote, die den Protagonisten zu schaffen machen. Zu Anfang wird einige Male inhaltsschwanger, doch ohne weitere Erklärung der Satz "Vetala panscha vinshati!" rezitiert. Dies ist der Hindu-Mythologie entliehen, und es handelt sich dabei um fünfundzwanzig Geschichten eines (Vampir-)Dämons namens Vetala. Wörtlich übersetzt hieße "Vetala panscha vinshati!" also "Vetala fünf zwanzig". Die Bezeichnung für Marzis Dämonen ist also "Zwanzig". Folgerichtig müsste ich hier eine Parallele zur "Wilden Dreizehn" aus "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" vermuten. Wenn sich ein Autor so wenig Mühe gibt, frage ich mich, was er von seinen Lesern hält.

Das führt zu der Frage, für welche Zielgruppe das Buch geschrieben wurde. Für Kinder ist es definitiv zu brutal, für Erwachsene zu unausgegoren. Leser, die "Die Zwerge" etc. mochten (es wird ja auch kräftig gegenseitig gebauchpinselt), die weniger Wert auf Logik und Authentizität legen und Bücher unreflektiert konsumieren, werden sicher ihren Spaß daran haben, aber jeder halbwegs Belesene, der nur etwas an der dünnen Oberfläche kratzt, wird eine Enttäuschung nach der anderen erleben.
Den einen Stern gibt's für die ganz wenigen poetischen Momente in dem Buch, die ich vertrauensvoll tatsächlich dem Autor zuschreibe.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gelddruckmaschine?, 22. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Lilith: Die Uralte Metropole 2 - Roman (Taschenbuch)
Zuerst mal gibt es einen dicken Minuspunkt für den Autor bzw. den Verlag:
Das Cover ist ja ganz hübsch und das Buch sieht auch ganz schick zwischen dem ersten und dem dritten Teil der Trilogie im Regal aus. Aber leider ist das Buch mit großer Schrift und jede Menge Leerseiten dermaßen aufgeblasen, daß man das Buch allein aufgrund des Formats als Papierverschwendung bezeichnen muß. Nur so läßt sich im Buchhandel wohl der relativ hohe Preis irgendwo zwischen Hardcover und Taschenbuch rechtfertigen.

Zum Inhalt:
Das Buch ist weniger eine Fortsetzung als vielmehr eine Kopie des ersten Teils. Die gleichen Locations, die gleichen Personen, die gleichen Bösewichte, die gleichen Monster. Totgeglaubte sind wieder da, Altbekannte haben plötzlich eine neue Vergangenheit und der Rest tritt unter neuem Namen auch wieder an.
Bei dem Cover könnte man meinen, das Buch spielt in Paris, aber auch das stimmt so nicht ganz. Lediglich das letzte Drittel spielt in Paris, davor ist man wieder in London und ein Großteil des Buches spielt sogar im alten Ägypten.

Man merkt, ich bin etwas verärgert. Der Schreibstil von Marzi gefällt mir nach wie vor sehr gut und das Buch ist auch durchaus spannend und an den richtigen Stellen gruselig, aber was Marzi insgesamt hier abliefert, ist einfach zu wenig.

Bei Lycidas wird oft kritisiert, daß alles zusammengeklaut ist. Das hat mich nicht gestört. Aber daß er nun bei Lilith bei sich selbst klaut und einfach sein eigenes Buch mehr oder wenig noch mal schreibt, finde ich schon dreist. Deswegen nur zwei Punkte.
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neues aus der uralten Metropole ..., 4. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Lilith: Die Uralte Metropole 2 - Roman (Taschenbuch)
Mit "Lycidas" dürfte Christoph Marzi einer der Überraschungserfolge des Jahres geglückt sein, für den der Autor obendrein noch den deutschen Phantastikpreis 2005 als bestes deutschsprachiges Debüt einsacken konnte. Mit "Lilith" erzählt Christoph Marzi nun, wie es mit Emily, Wittgenstein und all den anderen liebgewonnenen Figuren weitergeht.
Schnell taucht der Leser wieder in Marzis geheimnisvolle Welt der uralten Metropole ein. Marzi schafft es schon innerhalb weniger Kapitel die Atmosphäre, die auch schon "Lycidas" ausgezeichnet hat, erneut heraufzubeschwören. Weil ein Teil der Handlung auf den Geschehnissen aus "Lycidas" aufbaut, sei zur vorherigen Lektüre des ersten Romans dringend geraten.
Marzis Geschichten vereinen unheimlich viele Dinge in sich: Mythen, reale historische Figuren und unverkennbare Inspirationen durch klassische Autoren der englischen Literaturgeschichte. Eine Prise Charles Dickens, eine gute Portion Neil Gaiman und als besonderes Prädikat ein großer Schuss klassische Gothic-Novel in Form unverkennbarer Parallelen zu "Vathek" von William Bedford. Garniert wird das Ganze mit Marzis eigenen kuriosen Einfällen: Fegefeuer, die Menschen auf offener Straße nachstellen und sie in die Hölle bringen, Blumen des Bösen, die im Leid der Menschen aufblühen, Wüstenwinde, die in Reimform sprechen – "Lilith" ist eine Fundgrube verrückter Ideen.
Faszinierend ist bei "Lilith", wie auch schon bei "Lycidas", die Ambivalenz der Figuren. Marzi zeichnet nicht klischeehaft in Schwarz und Weiß. Gut und Böse vermischen sich und sind keine streng abgegrenzten Lager, was einen besonderen Reiz der Erzählung ausmacht. Man weiß nie so recht, woran man ist und selbst sympathische Figuren haben einen schwarzen Fleck auf ihrer Seele. Das ist herrlich unplakativ und macht die Geschichte umso spannender.
Marzi ist es mit "Lilith" gelungen ist, "Lycidas" auf wunderbare Art und Weise fortzusetzen. Die Romankomposition gefällt bei "Lilith" noch besser. Die Erzählung ist straffer und gradliniger und damit im Endeffekt auch noch durchgängiger spannend als im ersten Roman. Auch der Nachfolgeroman ist ein Feuerwerk an Ideen. Unverkennbar ist Marzis Vielzahl an Inspirationsquellen, die man sicherlich gerne als Hommage an die jeweiligen Autoren verstehen darf.
FAZIT: Eine Geschichte voller Charme, Witz, liebevoller Figuren und skurriler Ideen. Von Emily und Wittgenstein lasse ich mich jederzeit wieder gerne mit hinab nehmen, in die uralte Metropole unter der Stadt der Schornsteine. Ein Highlight deutschsprachiger Fantasyliteratur!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Würdiger Nachfolger von Lycidas, 26. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Lilith: Die Uralte Metropole 2 - Roman (Taschenbuch)
Viel erwartet hatte ich nicht, denn zu schnell kam dieser Nachfolger von Lycidas in meinen Lesestapel. Aaaaber, da habe ich mich getäuscht: Fand ich Lycidas am Ende schon sehr gut, so hat mich Lilith vollends in den Bann geschlagen.
Wer Lycidas noch nicht gelesen hat, dem sei die vorherige Lektüre stark angeraten. Zwar wird eine eigenständige Geschichte erzählt, aber die Hauptpersonen werden in Lycidas eingeführt.
Die erneut düstere Fantasy-Geschichte im etwas anderen London ist sehr kurzweilig und spannend. Es geht um Vampire und deren Ursprung, mehr sei nicht verraten. Geschickt wird die Entstehungsgeschichte des Vampirismus in als Erzählungen eingeflochtene fiktive Rückblenden erzählt. So taucht man sehr schnell in den Geschehnissen ab und wird bis zum (trotz des Seitenvolumens überraschend schnell erreichten) Ende der Geschichte gefesselt.
Sehr zu empfehlendes Märchen für Erwachsene!
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Lilith: Die Uralte Metropole 2 - Roman
Lilith: Die Uralte Metropole 2 - Roman von Christoph Marzi (Taschenbuch - 7. November 2005)
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