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177 von 196 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spannende Thrillerkost mit nur vereinzelten Schönheitsfehlern,
Von
Rezension bezieht sich auf: Verdammnis: Roman: Millennium Trilogie 2 (Gebundene Ausgabe)
Mit "Verdammnis" führt Larsson konsequent fort, was er mit "Verblendung" begonnen hat. Diesmal steht Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander im Mittelpunkt des Interesses. Lisbeth ist eine wunderbar ambivalente Figur mit einer geheimnisvollen Vergangenheit. Sie ist scharfsinnig und gewitzt, moralisch, aber nicht gesetzestreu, und schlägt aus dem Umstand, dass sie aufgrund ihrer körperlichen Erscheinung immer wieder unterschätzt wird, Kapital. Im Grunde reicht schon allein die Betrachtung von Lisbeth dazu, einen Roman zu füllen.Der Blick in Lisbeths Vergangenheit ist dabei gleichermaßen spannend wie düster. Stück für Stück kommt eine unheimliche Wahrheit ans Tageslicht, deren ganzes Ausmaß durchaus erschreckend ist. Der um Realismus besorgte Leser wird hier aber auch so manchen Kritikpunkt finden. Manches mag ein wenig zu konstruiert klingen und auch die Figur der Lisbeth Salander, die manchmal wie eine moderne Ausgabe einer technikbegabten und aggressiven Pippi Langstrumpf wirkt, erscheint teils ein wenig zu überzeichnet. Dennoch geht von der Figur eine nicht zu leugnende Faszination aus, die den Leser zu fesseln vermag. Am Ende schießt Larsson zwar ein wenig über das Ziel hinaus, lässt Salander zu sehr wie einen mutierten Superhelden erscheinen, der übermenschliches zu leisten vermag und reizt damit ihre Möglichkeiten bis an die Grenze aus, dennoch ist "Verdammnis" absolut spannende Kost mit "Page-Turner"-Potenzial. Der gemächliche Start täuscht ein wenig darüber hinweg, aber wenn der Krimi-Plot erst einmal richtig losgeht, zieht Larsson kontinuierlich die Spannungsschraube an. So entwickelt "Verdammnis" sich zu einem Roman, den man kaum aus der Hand legen mag und bei dem man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hat, Larsson hätte auch nur eine Seite zu viel geschrieben. Das Ende der Geschichte kommt dann leider etwas abrupt und der Leser wird ohne Vorwarnung und ohne, dass eigentlich die Handlung richtig abgeschlossen wird, aus der Geschichte gerissen und muss sich wohl bis zum driten Band der "Millennium-Trilogie" gedulen, um zu erfahren wie es weitergeht. Für Quereinsteiger ist die "Millennium-Trilogie" übrigens gänzlich ungeeignet. Die Handlung baut aufeinander auf und in "Verdammnis" werden viele Details ausgeplaudert, die man vor der Lektüre von "Verblendung" definitiv nicht wissen sollte. FAZIT: Bleibt unterm Strich trotz kleinerer Mängel und einem etwas überzogenen Finale immer noch ein sehr guter Eindruck zurück. Ein Thriller, der von Anfang bis Ende die Spannung auf einem so hohen Niveau hält, dass man das Buch kaum zur Seite legen mag. Und so siegt am Ende eben doch die freudige Erwartung des dritten Teils der Trilogie über das Stirnrunzeln über die vereinzelten Kritikpunkte an "Verdammnis". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
50 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Fest für jeden Thrillerfan und eine kritische Reflexion zugleich - Stieg Larssons: Millenium-Trilogie,
Von
Rezension bezieht sich auf: Verdammnis (2): Roman: Millennium Trilogie 2 (Taschenbuch)
Die Millenium-Redaktion arbeitet an einem brisanten Fall. Der junge und engagierte Journalist Dag Svensson hat jahrelang im international-tätigen Mädchenhandel recherchiert und will nun in Zusammenarbeit mit der Millenium-Redaktion unter der Leitung von Mikael Blomkvist und Erika Berger, diesen brisanten Fall öffentlich machen. Dieses Vorhaben bleibt nicht lange unbemerkt und urplötzlich ist Dag Svensson tot, ermordet. Die Polizei hat allerdings schnell einen Verdächtigen: Lisbeth Salander. Die junge, wie schwierige Hackerin mit der Mikael Blomkvist einst im Vanger-Fall zusammen gearbeitet. Als wenig später Nils Bjurman, Salanders gesetzlicher Betreuer, ebenfalls ermordet aufgefunden wird, haben sich Polizei und die Medien bereits auf Salander eingeschossen. Diese ist allerdings wie vom Erdboden verschwunden oder doch nicht...? Da Mikael der Einzige ist der an Salanders Unschuld glaubt, beginnt er dort nach Beweisen ihrer Unschuld zu recherchieren, wo sein Kollege Dag wohl in ein Wespennest gestochen hat..."Verdammnis" ist der zweite Roman aus der Millenium-Trilogie von Stieg Larsson. Die Geschichte knüpft gut 1,5 Jahre nach dem Ende des letzten Romans an. Die Geschichte entwickelt sich anfänglich durchaus solide. Auf den ersten gut 200 Seiten wird nahezu ausschließlich auf die Figur Lisbeth Salander eingegangen. So das diese, im ersten Roman noch sehr "unbekannte" Figur, Seite für Seite mehr an Konturen gewinnt und damit defintiv die Hauptrolle im zweiten Roman innehat. Es bleibt dabei nicht aus, dass "Verdammnis" stellenweise etwas langatmiger daherkommt, wie der Vorgänger, denn zwischen den Morden und dem spannungsgeladenen Finale gibt es immer wieder viele Seiten mit Geplänkel. Aber dies, und das ist das geniale von Larssons Schreibstil, kann sich schlagartig ändern. Da passiert gut 20 Seiten lang rein gar nichts und dann schlägt Larsson urplötzlich aus dem Nichts zu und zieht die Spannungsschraube gewaltig an. Alleine für diese gelungenen Kniffe verdient sich der Autor schon 5 Sterne. Aber auch für die gnadenlose Offenlegung der Gesellschaft (hier verkörpert durch die schwedische und damit sicherlich beliebig austauschbar), ihren Einstellungen und Gesetzmäßigkeiten machen diesen Roman zu einem wirklich lesenswerten und gesellschaft-kritischen Buch, dass mit der Figur Lisbeth Salander einen perfekten Reibungspunkt zu bieten hat. Auf den letzten 300 Seiten, des rund 750 Seiten starken Werkes beginnen sich die Ereignisse förmlich zu überschlagen, so dass man spätestens hier gänzlich dem Buch verfallen ist. Die Spannung wird bis ins Unermessliche getrieben, so dass wohl jeder Thriller-Fan hier vollstens auf seine Kosten kommen wird. Das packende Ende dieses zweiten Teils ist anschließend der nahtlose Übergang zum dritten Roman (Vergebung: Roman). Einsteigern sei an dieser Stelle empfohlen, um vor allem die Figur Salander in ihrer ganzen Komplexität zu verstehen, unbedingt mit dem ersten Roman (Verblendung: Roman) dieser Trilogie zu beginnen, es lohnt sich - 5 Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gute Unterhaltung, aber auch nervend,
Rezension bezieht sich auf: Verdammnis: Roman: Millennium Trilogie 2 (Gebundene Ausgabe)
Auch in diesem Buch spielen die von Band 1 bekannten Personen die Hauptrollen. Michael Blomkvist, ein Journalist bei der Zeitschrift Millennium, Lisbeth Salander, eine Frau mit herausragenden Talenten und Fähigkeiten, aber sozialer Inkompetenz sowie die ebenfalls bekannten Nebenfiguren wie z.B. Erika Berger, die Millennium-Herausgeberin.An sie wird eine Story über Mädchenhandel herangetragen, die an Brisanz nicht zu überbieten ist. Die Autoren, Dag Svensson und seine Freundin Mia Bergman, haben eine Fülle von Material und dazu Namen hochrangiger Personen zusammengetragen, die sich des Mißbrauchs Minderjähriger strafbar gemacht haben. Mikael und Erika sind damit einverstanden, diese Story als Zeitschrift und Buch zu veröffentlichen. Beides steht kurz vor der Veröffentlichung, als Dag und Mia brutal ermordet werden. In Verdacht gerät Lisbeth Salander, deren Fingerabdrücke auf der Mordwaffe gefunden wurden. Kurz darauf wird auch Nils Bjurman, der gesetzliche Betreuer Lisbeth Salanders ermordet aufgefunden. Bjurman hatte Lisbeth Salander im Jahr davor vergewaltigt, was diese ihm bitter vergolten hat. Als eine Verbindung zwischen den Morden hergestellt wird, beginnt eine Hetzjagd auf Lisbeth Salander. Wie schon im ersten Band passiert auch hier - von den Morden abgesehen - die ersten 250 bis 280 Seiten gar nichts. Die Geschichte plätschert vor sich hin, ohne hypnotisch zu fesseln aber auch ohne gähnende Langeweile zu verbreiten. Es wird ermittelt, geredet und gelebt - und vor allem literweise Kaffee getrunken und kiloweise belegte Brote verspeist. Was mir allerdings in diesem Band noch viel mehr aufstößt, als beim ersten, ist die steigende Stilisierung Lisbeth Salanders zur nahezu unbesiegbaren Superheldin. Die ersten 200-250 oder noch mehr Seiten wird sie in ihrer Andersartigkeit so beweihräuchert, daß es mir wirklich zuviel geworden ist. Am Anfang des Buches wird "Fermats Satz" eingeführt, eine mathematische Gleichung, von der Fermat behauptet, es gäbe keine ganzzahlige Lösung für sie. Für diese Aussage gäbe es auch einen Beweis. Über Jahrhunderte hinweg hat fast "jeder Mathematiker mit einiger Selbstachtung" nach diesem Beweis gesucht. Aber wer hätte je etwas anderes erwartet, als daß das Lisbeth diesen Beweis mal so nebenher herausfindet? Sie ist extrem klug und eine äußerst talentierte Computerhackerin. Sie schlägt ihren sich jeden Zug abringenden Gegner beim Schachspiel mühelos, wobei sie für jeden eigenen Zug nur kurz von ihrer Lektüre 'Dimensions in Mathematics' aufschaut, der "Bibel" für Mathematiker. Sie baut Motoren auseinander und wieder zusammen, bringt Profiboxer ins Schwitzen, ringt brutale Hardcore-Rocker nieder, hat ein fotografisches Gedächtnis und ist nahezu jedem bei nahezu allem weitaus überlegen - außer im sozialen Umgang. Wer immer sich mit dem Lisbeth anlegt, hat bereits verloren. Da verwundert es natürlich nicht, daß ein extrem muskulöser, äußerst brutaler, an völliger Schmerzunempfindlichkeit (und Angst vor der Dunkelheit) leidender Hüne lieber vor ihr flüchtet, als sich nachts mit ihr anzulegen. Auch die Mordvorwürfe, die Hetzjagd auf sie und die reißerischen Schlagzeilen in allen Zeitungen bringen das Lisbeth nicht aus der Ruhe. Statt dem einzigen, der ihr beistehen will - Mikael Blomkvist - zu helfen, spielt sie kryptische Spielchen mit ihm. Der Polizei ist sie sowieso immer einen Schritt voraus, das braucht eigentlich nicht extra erwähnt zu werden. Das Finale wartet schließlich mit dem endgültigen, absurden Höhepunkt auf. Im nächsten Band kann sie bestimmt auch fliegen und hat einen Röntgenblick. Nebenher ist die Frau schwer kriminell. Im letzten Band hat sie - natürlich (mit Ausnahme von Mikael Blomkvist) völlig unbemerkt - drei Millarden Kronen gestohlen. Sie bricht in Geschäfts- und Privaträume ein, hackt sich in fremde Computer (natürlich auch in bestmöglich geschützte), lädt sich fremde Daten und Mails auf ihren eigenen Rechner, eignet sich fremde Identitäten an, übt brutale Selbstjustiz (in deren Folge auch schon mal einer draufgeht), usw. Wenn mal wieder ein Kapitel mit ihren "Heldentaten" begann, habe ich fast aufgestöhnt. Der Ausgang war sowieso klar. Sie ist zugegebenermaßen eine von den üblichen Romanfiguren völlig abweichende Person. Sie bietet einige Überraschungen und ist auch nicht grundsätzlich unsympathisch ist, weil Stieg Larsson nicht vergißt, ihr auch ein paar Macken und Schwächen anzuhängen. Aber trotz ihrer außergewöhnlichen Merkmale wird sie mit der Zeit langweilig und völlig vorhersehbar. Aber trotz allem: das Buch zu lesen, ist kein Fehler. Es war, wie gesagt, an keiner Stelle richtig langweilig und teilweise sehr spannend, wenn es auch nicht der große Brüller ist. Man wird gut unterhalten. Das Ganze etwas straffer erzählt - der von der Beweihräucherung Lisbeth Salanders befreite Inhalt der ersten 200-300 Seiten hätte vermutlich auf ein Zehntel der Seiten gepaßt - hätte allerdings nicht geschadet. Stieg Larsson hat in diesem Band einige Köder gelegt, die den Leser zum nächsten Band greifen lassen sollen. Ich werde es tun. Ich habe den dritten Band sowieso als erstes gekauft, weil ich nicht wußte, daß es sich um eine Trilogie handelt. Mal sehen, wie es weitergeht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
WORUM GEHT ES?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Verdammnis (2): Roman: Millennium Trilogie 2 (Taschenbuch)
Lisbeth Salander, eine brillante Ermittlerin und sehr eigenwillige Persönlichkeit, kommt nach einem einjährigen Auslandsaufenthalt zurück und wird in einen Dreifachmord verwickelt. Die Polizei hält sie für die Täterin, nicht aber ihr Freund - der Journalist Mikael Blomkvist und ihr ehemaliger Chef des Sicherheitsdienstes, die ihrerseits Ermittlungen aufnehmen, um ihre Unschuld zu erweisen. Und auch Lisbeth Salander bleibt nicht untätig. Es geht um Mädchenhandel und noch viel mehr. Die Kreise ziehen sich bis in höchste Schichten der schwedischen Gesellschaft.WER IST DER AUTOR? Der mit zahlreichen Preisen geehrte Schwede Stieg Larrsson war Journalist und einer der weltweit führenden Experten für Rechtsextremismus, was in seinen Büchern auch immer wieder deutlich wird. Leider starb er 2004 an den Folgen eines Herzinfarkts, so dass er nur drei Kriminalromane fertig stellen konnte. Die haben es aber in sich. WIE IST ES GEMACHT? Es ist der zweite Teil dieser Trilogie, der sich unmittelbar an den ersten Band anschließt. Allerdings muss man ihn nicht gelesen haben, um die Geschichte zu verstehen. Und die Leser des ersten Bandes werden auch nicht mit vielen Einzelheiten gelangweilt, die sie bereits kennen. Das Buch lebt sehr stark von den beiden sehr gegensätzlichen Hauptpersonen, die in diesem Fall ermitteln: Dem Wirtschaftsjournalisten Mikael Blomkvist, ein systematischer und analytischer Kopf, aber auch ein einfühlsamer Mensch. Und Lisbeth Salander, Mitte 20 und damit rund 15 Jahre jünger als Blomquist. Sie bewegt sich auf der Grenze zum Autismus, hat ein fotografisches Gedächtnis, ist eine begnadete Hackerin, aber auch zuständig für die Momente, in denen mal brutale Gewalt ausgeübt werden muss. Kalle Blomquist und Pippi Langstrumpf sind gewissermassen erwachsen geworden und boah ist dieses Buch spannend!! Man sollte es nur anfangen, wenn man weiß, dass man in den nächsten ein zwei Tagen nicht sehr viel anderes zu tun hat. DER ERSTE SATZ (worum es geht, kommt sehr viel später und es ist ganz anders als der Leser vielleicht zunächst vermutet): "Er hatte sie mit Lederriemen auf einer schmalen, stählernen Pritsche gefesselt." Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
43 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Super Lisbeth und Kalle Blomquist im Taka-Tuka-Land,
Rezension bezieht sich auf: Verdammnis (2): Roman: Millennium Trilogie 2 (Taschenbuch)
Regen Sie sich schon über die Überschrift auf? ;-)Keine Sorge, sie ist humorvoll gemeint. Immerhin gehe ich gerade ein Risiko ein: ich kritisiere einen erfolgreichen, von der Kritik gelobten Krimi. Darf man das? Ich denke ja. Man muss sogar. Den ersten Teil "Verblendung" fand ich recht gut - sogar gut bis auf das meiner Meinung nach überflüssige allzu gute doppelte Ende. Ein bisschen Frust hätte ich dem doch recht eitlen Helden schon gegönnt. Teil 2 "Verdammnis" beschäftigt sich nun intensiver mit Lisbeth Salander, sicher in Teil 1 als eine interessante Figur entworfen. Doch jetzt übertreibt der Autor meiner Meinung nach: Lisbeth wird von der schwierigen, unberechenbaren und verletztlichen Frau aus Teil 1 zu einer femistischen Kampfamazone und Intelligenzbestie, die zudem mit einem enormen Vermögen aus einer Gaunerei in Teil 1 ausgestattet ist. Dass Lisbeth eine "Weltklassehackerin" sei, muss wiederholt erwähnt werden. Auch Fermats letzten Satz löst sie angeblich "so aus Spaß", wobei Larsson ihre Lösung natürlich nicht verraten kann, da er sie selbst eben nicht weiß. "Pippig Langstrumpf auf Acid" war mein spontaner Gedanke zu diesem Wandel. Ich war verblüfft, als ich später las, dass der Autor tatsächlich an Pippi Langstrumpf dachte, als er Lisbeth in Teil 2 beschrieb. Das Problem ist allerdings: diese Pippi wirkt weitaus bizarrer und irrealer als das Original. Und trauriger. Traurig, weil diese als so überlegen und geradezu perfekt beschriebene Frau etwas nicht hat, was Pippi in Übermaß hatte: Lebensfreude. Larsson versucht eine Erklärung damit, dass Lisbeth ein sozial gestörter, vielleicht sogar seelisch kranker Mensch ist. Dem widerspricht das Buch jedoch eigentlich, da Lisbeth die meiste Zeit überhaupt keine Probleme im Umgang mit anderen Menschen hat. Sieht man genau hin, fällt sogar auf, dass Larsson nach einem einfachen Schema vorgeht: alle, die Lisbeth mögen oder von ihr gemocht werden, sind die Guten. Die schlechten Charaktere hassen Lisbeth oder werden von ihr gehasst. So schlicht scheint diese kleine Welt. Die Story war schon in Teil 1 nicht unbedingt durchgehend stimmig. In Teil 2 kommen Elemente dazu, die ich fast trivial, weil kolportagehaft, finde: ein Bösewicht ist zugleich ein KGB-Handlanger, weitere finstere Gestalten kommen aus der zumindest rechtslastigen Szene und sind stark und dumm (einer davon ist sogar ein Deutscher, natürlich ein blonder Hüne) und alle Fieslinge sind auch Frauenfeinde. Naja. Lisbeth wird einer Straftat verdächtigt und polizeilich gesucht, Michael will ihr helfen. Leider nutzt der Autor ein Mittel, die Spannung zu erhalten, dass mich nicht so überzeugte: Lisbeth, obwohl selbst in Gefahr, redet nur in kryptischen Botschaften mit ihrem Freund. Nach einer Weile fand ich das nur noch anstrengend und zunehmend unglaubwürdig. Hier sollte die Handlung einfach in die Länge gezogen werden, die Auflösung war dann auch nicht sonderlich überraschend, denn wer hätte ehrlich gedacht, dass Lisbeth...? Fazit: sicher hat der Hype um den Autor einen nicht geringen Anteil an der Popularität der Bücher. Die Romane sind rein inhaltlich sicher nicht schlecht, aber eben auch keine Meisterwerke. Meiner Meinung nach sogar eher ein wenig unter dem Durchschnitt guter Krimis. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
84 von 108 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Heyne Verlag - gib Gas!!!!!,
Von mausaki "igel" (vom Berg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Verdammnis: Roman: Millennium Trilogie 2 (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich meinem Vorsatz untreu geworden bin, nur Taschenbücher zu kaufen, weil Hardcover so schwer ist, musste ich den zweiten Teil von Stieg Larssons Trilogie unbedingt jetzt schon haben. Ich hätte es nicht ausgehalten, die Fortsetzung von "Verblendung" erst im Herbst 2008 (laut Heyne Verlag) als TB in den Händen zu halten. Und wieder ist es passiert: Über 700 Seiten in drei Tagen. Wir erfahren viel über den Hintergrund von Lisbeth Salander, endlich auch, warum die Mutter von ihr überhaupt im Pflegeheim war. Mikael Blomkvist versucht, Lisbeth von den Anschuldigungen zu entlasten, die im Zuge einer Reihe von Morden gegen sie erhoben werden. Ganz Schweden hetzt sie als Mörderin, eine Rufmordkampagne sondergleichen, und dennoch versucht sie mit Hilfe ihrer beträchtlichen Fähigkeiten, den wahren Umständen auf die Spur zu kommen. Wie schon in "Verblendung" ist das alles so spannend erzählt, dass man einfach nicht aufhören kann. Das Ende - nun ja, auf jeden Fall ein Cliffhanger und ein ganz klein wenig sehr unwahrscheinlich. Aber das tut diesen rundherum wunderbaren Stunden mit Salander/Blomkvist keinen Abbruch - bloss: wie soll ich es bis Band 3 (Frühjahr 2008) aushalten?
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20 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Die Trilogie kommt ins stocken...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Verdammnis (2): Roman: Millennium Trilogie 2 (Taschenbuch)
Der zweite Teil der Trilogie birgt deutliche Unterschiede im Gegensatz zu seinem Vorgänger. Ich muss gestehen, mich hat diesmal weniger die Geschichte fasziniert, sondern vielmehr die Tatsache oder das Gefühl alte Bekannte wiederzutreffen und deren Lebensweg zu verfolgen. Stand noch im ersten Teil eine verworren-komplizierte Geschichte um das düstere Familiengeheimnis des Vanger-Clans im Vordergrund, so treffen Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander diesmal auf ein unschönes Kapitel der Neuzeit und ein grosses Problem der Gesellschaft: den Mädchenhandel.Salander gerät mehr oder weniger durch einen Zufall ins Fadenkreuz der Ermittlungen eines Dreifach-Mordes. Somit beschäftigt sich der Roman auch überwiegend mit ihr und lässt Blomkvist sogar zeitweise links liegen. Dafür werden häufiger der Leiter der Ermittlungen, Kommissar Bublanski und sein Ermittlerteam ins Spiel gebracht. Dementsprechend schildert das Buch die Geschichte aus drei Sichtweisen. Zur Story selbst will ich nicht mehr sagen, da vieles auf dem ersten Teil aufbaut und man ihn unbedingt gelesen haben sollte um nicht des öfteren mit einem Fragezeichen auf dem Gesicht dazusitzen. Ansonsten wird wieder fleissig Kaffee gekocht und getrunken, Powerbooks hochgefahren, IKEA-Möbel aufgebaut und natürlich, als wäre es das normalste auf der Welt, hingegangen, gefragt: "willst du sex?", gerne, danke, bett. Nüchtern betrachtet fehlt "Verdammnis" einfach die Dichte, die "Verblendung" hatte. Die Geschichte hat mich nicht so berührt und auch die Spannung hielt sich in Grenzen. Trotzdem sind mir Mikael und Lisbeth so richtig an Herz gewachsen und deswegen freue ich mich auch auf den dritten und letzten Teil den ich mir für den Urlaub aufhebe und übe mich solange in "Vergebung". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
79 von 105 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Bewertung vs. Realität,
Von
Rezension bezieht sich auf: Verdammnis (2): Roman: Millennium Trilogie 2 (Taschenbuch)
Wieder mal ein Buch, welches überschwenglich gelobt wird und letzlich doch sehr enttäuscht.Viele kritisierte Eigenschaften des Romans (Produktnennungen, viele Personen, "später Beginn des eigentlichen Krimis nach rd. 250 Seiten) sind bestimmt Geschmackssache und haben mich persönlich gar nicht so sehr gestört. Was ich aber unglaublich finde, ist das total unglaubwürdige Ende des Romans. Da liest man über 700 Seiten und wird mit so einem Mist abgespeist! ! Spoiler ! Zuerst dachte ich noch, Respekt, er lässt seine Hauptprotagonistin sterben, wow! Aber dann die folgende "Zombie-Fortführung" war einfach zu viel des Guten. Lisbeth steht von den Toten auf, buddelt sich aus Ihrem Grab, und masakriert anschliessend Zala. Das ganze mit erlittenem Kopfschuss und 2 weiteren Körpertreffern. Der blonde Riese bekommt Angst und läuft weg, statt ihr den Rest zu geben. Es wundert mich wirklich, dass die Leute die 5 Sternchen verteilen, sich an diesem Blödsinn nicht stören. Ich fühle mich jedenfalls ziemlich verar.... vom Autor. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Nervig und ohne suspense,
Rezension bezieht sich auf: Verdammnis (2): Roman: Millennium Trilogie 2 (Taschenbuch)
War im ersten Teil Lisbeth Salander noch ein belebendes Element nervt sie im zweiten Teil nach einigen Seiten nur noch mit ihrem misantrophen Autismus und ins nahezu lächerlich übertrieben Genialität. Leider wird das bis zum Ende nicht besser, eher im Gegenteil. Auch die anderen Figuren, wie zum Beispiel ihr Halbbruder und Vater, wirken alles andere als authentisch sondern mehr wie drastische Karikaturen und bleiben stets blutleere Kunstfiguren. Suspense habe ich in diesem Roman kaum erlebt, schnell ist klar, wer der Täter ist und wie die unterschiedlichen Handlungsfäden zusammengehören. Nein, ich kann den hype um diese Trilogie absolut nicht nachvollziehen, es gibt wesentlich bessere Kriminalromane.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Millennium Trilogie geht weiter...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Verdammnis (2): Roman: Millennium Trilogie 2 (Taschenbuch)
Verdammnis" ist Stieg Larsson's zweiter Band aus der Millenium Trilogie. In seinem ersten Teil "Verblendung" erfahren wir so einiges über den Hauptprotagonisten Mikael Blomkvist der scherzhaft auch oftmals Kalle Blomkvist genannt wird. In "Verdammnis" hingegen wird der Leser auf eine spannede Art und Weise in die Vergangenheit von Lisbeth Salander entführt.Die zurückgezogen lebende Hackerin Lisbeth versucht nach der ganzen Vanger-Clan Geschichte sich von Mikael zu distanzieren, immerhin hat sie ihn schon viel zu nahe an sich herangelassen. So folgt man ihr in den ersten Kapiteln in auf ihrer Weltreise und bekommt übermittelt mit was für Gedanken sie sich herumschlägt. Zur gleichen Zeit herrscht in der Millenium Redaktion mal wieder Trubel da ein neues Magazin über Mädchenhandel und auch ein Buch, für das sich die Redatktion Dag Svenson herangezogen hat, erscheinen soll. Stieg Larsson beschreibt wieder einmal gekonnt die Gedankengänge von Mikael die sich nicht nur rund um die Recherche zum Thema Mädchenhandel drehen sondern er denkt auch oft daran was mit Lisbeth los ist. Des öfteren steht Mikael vor ihere Wohnung und versucht sie telefonisch zu erreichen, doch mit keinem Erfolg, unmittelbar nach der Wennerström Geschichte (bei der Lisbeth eine große Rolle spielte) hatte sie sich abgenabelt und Mikael kann sich nicht vorstellen warum. Als bald darauf Dag Svenson und seine Partnerin Mia Bergmann ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden werden ist Lisbeth Salander die Hauptverdächtige. Kurz darauf wird Lisbeth's rechtlicher Betreuer Bjurmann tod aufgefunden...auch hier scheint die Hauptverdächtige Lisbeth zu sein. Es zweifelt jedoch nicht nur Mikael an ihrer Unschuld, sondern auch ihr ehemaliger Arbeitgeber Dragan Armanski. Mikael beschließt in eigener Regie zu ermitteln da nicht nur eine Freundin von ihm verdächtigt wird sondern bei diesem Vorfall sein guter Freund Dag ums Leben gekommen ist. Mit viel Gefühl und Schmerz beschreibt Stieg Larsson Mikales innere Zerissenheit. Die Klemme in der er steckt wird einem nur zu schmerzlich bewusst. Man kann gut nachvollziehen wie ihm in einer solchen Situation zu Mute ist. Man stellt sich immer wieder die Frage ob Mikael auf die Spur der wahren Mörders kommt und fiebert regelrecht mit ihm mit. Genau wie in Stieg Larsson's "Verblendung" beginnt die Story eher wie eine Krimigeschichte, mit etwas wenigers Spannung. Man wird zuerst mit den ganzen Begebenheiten vertraut gemacht und stolpert dann schnurstracks ins Abenteuer hinein das einem das Blut stocken lässt. Die Spannungskurve wird zum Ende des Romans immer höher, so dass man es kaum mehr erwarten kann zu erfahren was mit Lisbeth und Mikael passieren wird. Mein Fazit: °°°°°°°°°°°° "Verdammnis" ist die gut gelungene und spannungsgeladene Vortsetzung von Verblednung. Wie auch schon im ersten Roman dreht sich alles um den Journaliten Mikael Blomkvist und die Hackerin Lisbeth Salander. Wieder einmal rutscht Mikael in eine aussichtslose Sache hinein...nur diesmal kann ihm Lisbeth nicht so zur Seite stehen wie vorher, da sie selbst die Verdächtige ist.... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Verdammnis: Roman: Millennium Trilogie 2. Der Roman zum Film von Stieg Larsson (Taschenbuch - 4. Januar 2010)
EUR 9,95
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