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31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ist Mord auf eine Formel zu bringen?
"Ein argentinischer Mathematikstudent bekommt ein Stipendium an der Universität Oxford und wird dort Zeuge einer Reihe von Morden, die einem logischen Muster zu folgen scheinen", fasst der Klappentext die Ausgangsposition des Romans zusammen. Der junge Mann aus Buenos Aires macht in der englischen Geistesmetropole die Bekanntschaft eines gewissen Arthur Seldom, mit...
Veröffentlicht am 25. Februar 2005 von the_clairevoyant

versus
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie töten Mathematiker?
Die Pythagoras-morde ist das erste Buch des argentinischen Autors Guillermo Martinez, das ins deutsche übersetzt wurde. Ein argentinischer Stipendiat in Oxford untersucht zusammen mit einem renommierten Mathematikprofessor eine Serie von Morden, die auf den ersten Blick ein blutiger Rachefeldzug gegen den Professor zu sein scheint. Der Mörder hinterlässt...
Veröffentlicht am 11. Dezember 2006 von Anna Stark


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31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ist Mord auf eine Formel zu bringen?, 25. Februar 2005
"Ein argentinischer Mathematikstudent bekommt ein Stipendium an der Universität Oxford und wird dort Zeuge einer Reihe von Morden, die einem logischen Muster zu folgen scheinen", fasst der Klappentext die Ausgangsposition des Romans zusammen. Der junge Mann aus Buenos Aires macht in der englischen Geistesmetropole die Bekanntschaft eines gewissen Arthur Seldom, mit dem er versucht, der Verbrechensserie auf die Spur zu kommen. Seldom ist nicht irgendwer, sondern einer der herausragendsten Mathematiker seiner Zeit, eine Koryphäe sondergleichen, dem unter der Studentenschaft Kultstatus zukommt.
Erstes Mordopfer wird die betagte, an den Rollstuhl gefesselte Wohnungsvermieterin des Argentiniers, die dazu noch an Krebs gelitten hatte. Als Hinweis lässt der Täter den Ermittlern ein Kreissymbol zufallen. Opfer Nummer zwei wird ein unheilbar kranker Professor, der in einer Spitalabteilung - bekannt als "Aquarium" - dahinsiechte. Das zu ihm korrelierende Symbol ist fischähnlich. Als Dritter kommt ein steinalter Musiker während einer Orchesteraufführung zu Tode. Das Zeichen für ihn: eine Triangel. Der vielleicht Aufsehen erregendste Mord ist jener an zehn geistig behinderten Kindern, deren Schulbus bewusst in den Tod gelenkt wird. Dazu passt die Tetraktys, eine Pyramide aus zehn Punkten. Tötet der Mörder ohnehin Todgeweihte? Steckt "Eugenik" als Motiv dahinter? Oder doch Persönliches?
Warum "Pythagoras-Morde"? Was hat das alles mit dem gleichnamigen antiken Mathematiker zu tun? Nun, der gelehrte Mann hatte in Kroton, auf Sizilien (das im 6. Jh. v. Chr. griechische Kolonie war), eine Anhängerschar um sich gesammelt; einen eingeschworenen Bund, dessen Angehörige als ein Mittelding zwischen Magier und Naturwissenschafter lehrten. Bis heute ist die Zahlenmystik und Geometriesymbolik der Pythagoräer erhalten geblieben. Der Kreis steht für die Eins, den Ursprung, das Perfekte, das Göttliche. Die Zwei hingegen wird durch das Überschneiden zweier Kreisbahnen dargestellt, als Dualität, Polarität, Abspaltung. Inmitten der Kreisbahnen entsteht ein elliptisches Gebilde, auch "Fischblase" bezeichnet. Die Triade wiederum gilt als die Verbindung zweier Extreme; "die Möglichkeit, den Gegensätzen Harmonie und Ordnung zu verleihen". Geht der Mörder von Oxford anhand einer simplen symbolischen Reihe von 1,2,3, etc. vor? Gehört er einem Geheimbund an? Oder ist alles nur ein gründlich geplantes Ablenkungsmanöver? Die Antwort kommt erst mit der letzten Tat, dem Zehnfachmord; denn auf das Drei- folgt nicht etwa ein Viereck, sondern eine Pyramide aus zehn Punkten. Zehn ist die Summe aus eins plus zwei plus drei plus vier, sozusagen das Allesvereinende, die heilige Figur der alten griechischen Sekte.
Der argentinische Studioso wird von seinem britischen Mentor langsam an des Rätsels Lösung herangeführt. Wobei dazwischen immer wieder Exkurse in die theoretische Mathematik unternommen werden. Etwa zum Genius Kurt Gödel (1906-1978), der 1930 sein berühmtes Theorem, den Gödelschen Unvollständigkeitssatz, formulierte. Er hatte, populärwissenschaftlich ausgedrückt, bewiesen, dass in der Mathematik nicht alles beweisbar ist. Demzufolge heißt das, arithmetische Systeme sind entweder in sich widersprüchlich oder aber unvollständig. Damit schließt Guillermo Martínez den Bogen von der naturwissenschaftlichen zur kriminalistischen Logik. Widersprüche und Unvollständigkeiten gilt es auch in den "Pythagoras-Morden" mit probaten Lösungsansätzen anzugehen. Dabei bedient sich der Autor eines spätscholastischen Philosophen, William Occam (um 1285-1349/50). Das später nach ihm benannte "Ockham Rasiermesser" oder "Sparsamkeitsprinzip" besagt, dass von mehreren äquivalenten Theorien die einfachste die beste ist. In anderen Worten: Wenn nach einem Unwetter ein Baum umgefallen daliegt, ist es sinniger anzunehmen, Wind und/oder Blitz hätten ihn gefällt, als etwa streitende Riesen - obwohl dies prinzipiell vorstellbar wäre. Das Rasiermesser der Logik schneidet zusätzliche Variablen (wie etwa die Beweiserbringung, dass es Riesen gibt) ab. Ganz am Ende des Romans tut der argentinische Student dasselbe mit eventuellen Verschwörungstheorien im Zusammenhang zur Mordserie.
Nicht genug der mathematischen Geheimniskrämerei: Noch ein weiteres Mysterium der formelbrütenden Zunft bringt Guillermo Martínez - wie sein Romanheld selbst studierter Mathematiker - aufs Tapet. Jenes von "Fermats letztem Satz". Pierre de Fermat (1607-1665) hatte als Randbemerkung in einem Buch über den griechischen Arithmetiker Diophant niedergeschrieben, dass ihm der Beweis gelungen wäre, warum der Satz des Pythagoras a2 + b2 = c2 nur für die Zweierpotenz, nicht aber für alle höheren ganzzahligen Potenzen gilt. Leider, so Fermat, reiche der Platz nicht aus, diese Beweisführung im Detail auszuführen. Betrüger oder Genie? Die nächsten drei Jahrhunderte versuchten sich Mathematiker der Reihe nach darin, "Fermats letzten Satz" hieb- und stichfest zu belegen. Eine hohe Geldprämie war ausgesetzt worden, und es gab Suizide aus wissenschaftlicher Verzweiflung - sprich alles, was zur Legendenbildung nötig ist. Erst 1995 war dem Briten Andrew Wiles der Beweis letztlich gelungen. Wiles kommt als Nebenfigur in "Die Pythagoras-Morde" vor: Am 23. Juni 1993 war er in Oxford zur ersten Beweisführung angetreten, die aber gescheitert war. Martínez baut diese Realepisode in seinen Kriminalroman ein.
Was Wiles angeht, hat Guillermo Martínez vielleicht ein paar kleine Anleihen bei Simon Singhs Buch "Fermats letzter Satz" genommen. Im logischen Grundmuster erinnern "Die Pythagoras-Morde" an den Roman eines anderen lateinamerikanischen Autor ("Das Klingsor-Paradox" des Mexikaners Jorge Volpi. Darin geht es um die umstrittene Person des Physikers Werner Heisenberg, den die Einen als Verhinderer der Nazi-Atombombe ansehen, die Anderen als Hitlers geheimen Forschungschef (Codename "Klingsor"). Das was Heisenberg für Volpi ausmacht, ist der fiktive Arthur Seldom für Martínez. Der Zugang zu ihm bleibt ambivalent. Dem jungen argentinischen Studenten erscheint er wie Sherlock Holmes und Dr. Moriarty zugleich. Seldom ist die große Unbekannte im Roman, die Variable, die es zu besetzen gilt. Wer Oxford schon mal besucht hat, der weiß, wie gut diese geheimnisvolle Doppeldeutigkeit zu der dort omnipräsenten Gedankenlastigkeit und (neo-)gotischen Architektur passt. Martínez hat für diese Art Roman das perfekte örtliche Ambiente gewählt: eine Stadt, deren Zentrum praktisch eine einzige auf Colleges zersplitterte Universität ist.
Leser, die einen primär emotionsgeladenen Krimi bevorzugen, sollten von "Die Pythagoras-Morde" Abstand nehmen wie eine Parallele von der anderen. Denn obwohl menschliche Abgründe und tiefe Gefühle darin beschrieben werden, geschieht dies mit der kalten Präzision der Mathematik. Romanfreunde, die sich hingegen gerne in logische Paradoxa und vernetzte Gedankenkorridore hineinwagen, sollten sich - vorerst zaghaft wie die Tangente - dann aber - mit der Schneid einer Sekante - immer selbstbewusster an Martínez' Seiten heranwagen.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, 22. Oktober 2007
Mit Entsetzen mußte ich feststellen, daß dieses echte Meisterwerk in der Wertung nur im Mittelmaß liegt, dank einiger - nun, mindestens einer - Rezensionen, die meines Erachtens den Kern des Romanes nicht erkannt bzw. grob verfehlt haben.
Ich will mich hier nicht mit einer erneuten Inhaltsangabe aufhalten - meine Vorgänger haben diesen bereits hinreichend dargestellt. Meine Rezension bezieht sich auch nicht auf die Leistung des deutschen Übersetzers, die in der Tat nicht besonders hoch sein kann, wenn er den Titel mit "Die Pythagoras Morde" überträgt und damit bereits einen großen Teil der Pointe (und vor allem der Spannung) nimmt.
Wohl aber möchte ich den meines Erachtens eigentlich genialen Zug dieses Romans hervorheben, der nämlich darin besteht, ihn auf zwei Ebenen lesen zu können. Kann man sich der Lösung des Falles einmal auf der rein inhaltlichen Ebene annähern, kann man gleichzeitig die im Text dargelegten logischen Zusammenhänge und Theoreme als Anhaltspunkt nehmen, um zu der Lösung zu kommen. Diese Verbindung gelingt Martínez ganz hervorragend. Denn zwar ahnt man bereits auf Seite 1, wer hier der Täter sein könnte; aber durch die logische Struktur des Buches einerseits und gewisse inhaltliche "Twists and Turns" andererseits ist man von dem Ende überrascht, ohne, wie so oft, enttäuscht zu sein, weil das Ende sich so voll und ganz der Kombinationsgabe des Lesers entzog. Und dies ist meines Erachtens auch das Ziel des Autors gewesen: Eine echte Verbindung zwischen Lebenswelt und mathematischer Logik herzustellen. Die letztere ist nicht bloß schmuckes Beiwerk, sondern integraler Bestandteil dieses Romans. Gerade dies überzeugt.
Es sei jedoch zugestanden, daß dieses Buch denjenigen wenig Freude bereiten wird, die sich (a) gern an psychologischen Analysen, an der Darstellung menschlicher Beziehungen erfreuen oder (b) kein Interesse an den mathematisch-logischen Inhalten dieses Buches haben bzw. sie nicht verstehen. Menschliche Beziehungen spielen für dieses Buch eine zentrale Rolle. Doch der Autor zäumt das Pferd von hinten auf: Nicht über die menschlichen Beziehungen ergibt sich für den Leser die Lösung des Falles, sondern über die logischen Beziehungen der Fakten untereinander kommt er zur Lösung und letztlich zu den zugrunde liegenden menschlichen Beziehungen, die das Verhalten der Akteure bedingt haben. Das mag den einen oder anderen Leser nicht befriedigen, zeugt aber von der Originalität des Autors. Auch den Vorwurf, Martínez würde nicht alle aufgegebenen Rätsel auflösen, kann ich nicht verstehen und wüßte gerne, welches das ungelöste Rätsel wohl wäre? Nach meiner Lektüre ist die zentrale Stärke des Buches, keine losen Enden zu lassen und logisch letztlich alles aufgelöst und erklärt zu haben. Das Buch ist damit auch in ästhetischer Hinsicht gelungen: Es ist der praktische Beweis dafür, daß ein Prosatext die klare, unbestechliche Schönheit der Mathematik aufgreifen und adäquat in ein anderes Medium umsetzen kann. "The Oxford Murders" ist ein schönes Buch für kluge Menschen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie töten Mathematiker?, 11. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Pythagoras-Morde: Roman (Taschenbuch)
Die Pythagoras-morde ist das erste Buch des argentinischen Autors Guillermo Martinez, das ins deutsche übersetzt wurde. Ein argentinischer Stipendiat in Oxford untersucht zusammen mit einem renommierten Mathematikprofessor eine Serie von Morden, die auf den ersten Blick ein blutiger Rachefeldzug gegen den Professor zu sein scheint. Der Mörder hinterlässt nach jedem Mord ein Zeichen einer mathematischen Reihe, die es zu entschlüsseln gilt.

Außer der spannenden Handlung eines Krimis wird der Leser in die historische Entwicklung der Logik eingeführt und mit einigen gut erklärten Hypothesen vertraut gemacht. In dieser Hinsicht ist das Buch lehrreich und trotzdem gutlesbar, weil der Autor als promovierter Mathemathiker sich in seiner Materie befindet. Jedoch, was das schriftstellerische angeht, kann man ihn (noch) nicht in eine Reihe mit großen Namen der Krimiwelt stellen. Einerseits sind die Rätsel nicht ganz so ausgeklügelt wie z.B. bei Dan Brown, andererseits ist der Versuch die psychologischen Erklärungen miteinzubauen etwas unsicher.

Insgesamt sind die "Pythagoras-morde" eine unterhaltsame, leichtverdauliche Lektüre.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sherlock Holmes hätte seine Freude, 7. März 2011
Von 
Xirxe (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Pythagoras-Morde: Roman (Taschenbuch)
Oxford - Hort des Wissens und der Bildung. Selbst Serienmörder hinterlassen hier nicht einfach nur ihre Toten, sondern in diesem Fall auch Nachrichten mit kryptischen Zeichen, die gezielt Seldom, einem berühmten Mathematiker, zugespielt werden. Nichts scheint die Toten miteinander zu verbinden, außer diesen Nachrichten und der Tatsache, dass alle bereits wesentlich länger lebten als ihnen die Medizin vorhergesagt hatte. Gemeinsam mit Seldom macht sich der argentinische Mathematikgaststudent, der das erste Opfer fand, bei dem er zur Untermiete lebte, auf die Suche nach dem Täter.
Entsprechend ihrer Profession verläuft die Suche nach streng mathematisch-philosophisch-logischen Gesichtspunkten unter Heranziehung u.a. der Thesen Gödels und Wittgenstein. Doch keine Angst: Auch für mathematisch Nicht-Vorbelastete ist dies alles gut nachvollziehbar und so manche/r wird entdecken, dass Mathematik alles andere ist als nur graue Theorie.
Spannend, überraschend und auch noch lehrreich - so muss ein Rätselkrimi sein!
PS: Wer in einem Lesekreis des Krimis Lösung gemeinsam errätseln will, sollte bis Kapitel 24 lesen. Im 25. wird die ganze Wahrheit offengelegt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Keine Angst vor der höheren Mathematik - auch wenn sie gelegentlich tödlich ausgehen kann., 11. Februar 2011
Guillermo Martinez scheint es bei der Themenwahl für seinen ersten Kriminalroman nicht um den kommerziellen Erfolg gegangen zu sein, sonst hätte er sich wohl kaum für die höhere Mathematik entschieden; verbreitet doch kein zweites Schulfach wie die Mathematik bei vielen Menschen noch lange nach dem Ende der eigenen Schulzeit derartig Furcht und Schrecken. Aber was blieb Martinez anderes übrig, kennt er sich doch als Mathematiker in keinem anderen Fachgebiet besser aus? "Die Pythagoras-Morde" beweist derweil zum wiederholten Mal, dass es einem Debutroman durchaus zugute kommen kann, wenn ein junger Autor sich zunächst einem Thema widmet, mit dem er inhaltlich intim vertraut ist.

Eigentlich lese ich selten Krimis. Dass sich "Die Pythagoras-Morde" überhaupt auf meinem Lesestapel wiedergefunden haben, ist einem dieser eigentlich wenig willkommenen, wenn auch gutgemeinten Geschenke zu verdanken, die der weihnachtliche Familienbesuch gelegentlich mit sich bringt. Entsprechend lange hat es gedauert, bis ich Martinez eine Chance gegeben habe. Das er nun doch zum Zuge gekommen ist, hat vor allem daran gelegen, dass ich zwischenzeitlich - ohne den Zusammenhang zu bemerken - Martinez neuesten Roman "Roderers Eröffnung" gelesen habe und von diesem einigermaßen angetan gewesen bin.

"Die Pythagoras-Morde" ist das, was man vermutlich als intelligent-konzipierten Krimi bezeichnen könnte. Ein junger argentinischer Mathematik-Student verbringt ein Auslandssemester in Oxford. Kaum in der neuen Umwelt angekommen, findet er eines Nachmittags seine Vermieterin tot auf dem Sofa vor. Als wenig später ein weiterer Todesfall geschieht und beide in den Zusammenhang mit seltsamen Symbolen geraten, die an die Adresse eines renomierten Mathematik-Professors gesendet werden, ist der mathematische Spürsinn nicht nur des Erzählers gefordert. Es entspinnt sich ein sehr kurzweiliger Krimi, der ohne die genre-üblichen Spannungselemente (Verfolgungsjagden, Schießereien etc.) auskommt. Dass Martinez nebenbei das Krimigeschehen in das für die Mathematik geradezu historische Ereignis der Lösung von Fermats letztem Satz einbettet, macht aus einem guten Krimi einen besonderen Kriminalroman.

Guillermo Martinez' "Die Pythagoras-Morde" ist sicherlich nicht geeignet für Leser, denen der Gedanken an a2 + b2 = c2 bereits die Laune verhagelt. Für Freunde eines die grauen Zellen beanspruchenden Lesevergnügens bietet dieses Buch aber zwei Lesetage mit garantiertem Zufriedenheitsfaktor.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mittelprächtiger Krimi, 26. November 2007
Von 
kfir "liesundlausch.de" (Langenbach, Oberbayern, Zonenrandgebiet zu Niederbayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
Ein argentinischer Austauschstudent kommt im Rahmen eine Stipendienaufenthaltes an die mathematische Fakultät von Oxford. Just am Tage seiner Ankunft kommt es bei seiner Gast-Mutter zu einem Tod, der zwar auf den ersten Blick natürlich aussieht, doch sich an Hand eines mathematischen Rätsels als Beginn einer Mordreihe entpuppt.

Die Story wird sehr schön und vor allem detailreich und detailgetreu beschrieben, die Geschichte nimmt einen ruhigen Verlauf. Als Krimi für meinen Geschmack einen zu ruhigen Verlauf, denn der Spannungsbogen wölbt sich nur mässig über die wenig sensationelle Geschichte. Dabei geben die Morde und das mathematische Rätsel doch einiges an spannender Thematik her. Doch komischerweise hatte ich als Mathe-Leistungskursler mit nur mittelprächtigen Noten des Rätsels Lösung wesentlich schneller auf der Haben-Seite als der Mathe-Freak und all die Leute an der dort geschilderten Fakultät. Mit eingesponnen ist eine sehr schöne Liebesgeschichte, die allerdings auch nicht nachhaltig genug verfolgt wird, als dass sie ausgereizt wurde. Auch das Ende der Story konnte ich nicht als befriedigend bezeichnen, es ist so wenig spektakulär wie das gesamte Buch.

Insgesamt ein mittelprächtiger und unspektakulärer Krimi in einem interessanten Umfeld.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Beutelkatzen in London, 28. Februar 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Pythagoras-Morde: Roman (Taschenbuch)
Ein argentinischer Student in London, der den Fermat-Beweis von Wiles ins mörderische Geschehen einfließen lässt: Mathematikern mit Krimilust lässt es das Herz höher schlagen. So sind auch diese Passagen über das Werk großer Mathematiker und Logiker die gelungensten des Krimis. Nichtmathematiker oder Nichtphilosphen werden es schwer haben, diese Gedankengänge auf die Krimihandlung zu übertragen. Der anspruchsvolle Hintergrund lässt die eingebettete Liebesgeschichte noch überflüssiger erscheinen. Dem Autor nicht anlasten sollte man einige Zufälle, obwohl auch die Wahrscheinlichkeitsrechnung bemüht wird. Der Plot selber hält manche Pointen bereit, das übliche Verdächtigtenbeiwerk ist genreüblich und hält sich in Grenzen. Ohne den originellen Hintergrund wäre es eher ein simpler Whodunit als ein Thriller. Wer alle seine Agatha Christies gelesen hat, findet hier noch mal eine kleine Variante.

Leider sind Grammatik und Rechtschreibung (alt) mit einigen Fehlern behaftet (Verantwortung des Übersetzers), was das Lesevergnügen ebenso wie die abschnittslosen Seiten etwas trübt.

Die spannendste Frage blieb für mich bis zum Schluss offen: Wie kam das Opossum nach London?
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4.0 von 5 Sternen Oxford Krimi mit einer Nebenrolle für Andrew Wiles, 28. Juni 2014
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Rezension bezieht sich auf: Die Pythagoras-Morde: Roman (Taschenbuch)
Eine altehrwürdige englische Universitätsstadt, ein Mathematiker, der zu Illustration seiner Theorien die Kriminalistik in einem seiner populären Werk verwendet, das ist der Ausgangspunkt für den (Kriminal)roman „Die Pythagoras Morde“ von Guillermo Martínez, dessen Protagonist ein junger Mathematiker aus Buenos Aires ist, der mit einem Postdoc Stipendium nach Oxford reist, seine Studienbetreuerin Prof. Bronson, hat alles bestens vorbereitet, sein Stipendium erlaubt es, eine Unterkunft außerhalb der Colleges zu mieten, Prof. Bronson vermittelt ein Zimmer zur Untermiete bei der Witwe eines ehemaligen Oxford Professors, Mrs. Eagleton. Der Ich Erzähler weist also einige Parallelen zur Biographie des Autors auf, der selbst promovierter Mathematiker ist und zwei Jahre in Oxford eine Postdoc Stelle inne hatte; die dabei gesammelten Eindrückte dürften so in die Erzählung eingeflossen sein.

Nach einigen Tagen der Eingewöhnung, trifft unser Student gemeinsam mit Arthur Seldon, einem berühmten Mathematiker, am Haus von Mrs. Eagleton ein - sie finden die Witwe tot, erstickt, in ihrem Sessel vor. Der herbeigerufenen Polizei berichtet Seldon, dass er auf Grund einer mysteriösen Nachricht, die er in seinem Postfach im Merton College fand, besorgt nach Mrs. Eagleton sehen wollte...

So entspinnt sich die Geschichte einer seltsamen Serie von Morden, die stets begleitet sind mit symbolischen Ankündigungen an Seldon, will der Täter damit dem Professor mit einem kriminologisch mathematisches Rätsel herausfordern? – für Seldon und unseren Protagonist beginnt eine intellektuelle Schnitzeljagd.

Vergleichbar mit Sherlock Holmes und Dr, Watson, oder William von Baskervill und Adson von Melk, zieht das Paar durch Oxford, dabei werden auch die Lokalitäten der berühmter Universitätsstadt gewürdigt – es lohnt sich beim Lesen, einen Stadtplan zur Hand zu haben (google maps mag's auch tun) –, dabei werden die Fälle analysiert, diskutiert, mit allerlei Bezügen auf Mathematik und Logik; sogar Gödels Unvollständigkeits- Theorem findet Erwähnung. In die Geschichte eingewoben wird auch der legendäre Vortag von Andrew Wiles an der benachbarten Cambridge Universität am 23. Juni 1993, der mit dem Beweis des berühmten Fermatschen Vermutung endete und sogar Resonanz in der Tagespresse fand.

Der Roman knüpft durchaus bei den intellektuell getragenen Kriminalgeschichten von Arthur Canon Doyle oder Umberto Eco an, wenn auch die Erörterungen über 'logische Reihen' sich gelegentlich wiederholen und unnötig in die Länge ziehen.

Die letztendliche Auflösung des Rätsels um die Mordserie ist dann aber umso brillierter. Insgesamt ein schöner Roman, der im Mathematiker 'Milieu' spielt, und eine ansprechende Geschichte auf dem Hintergrund eines Kriminalfall erzählt.
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5.0 von 5 Sternen für Mathematik-Insider, 5. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Pythagoras-Morde: Roman (Taschenbuch)
selbst für mich als Mathematikerin stellenweise mühsam zu lesen! Es kommen sehr viele mathematische Begriffe vor, die man nicht alle kennt. Wenn man bereit ist, darüber hinweg zu lesen, bleibt ein spannender Krimi.
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5.0 von 5 Sternen hat nichts mit Mathe zu tun!, 21. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Pythagoras-Morde: Roman (Taschenbuch)
Ein Student kommt nach Oxford, um dort Mathe zu studieren. Kaum ein paar Tage im Lande, findet er seine VErmieterin Tot auf dem Sofa. Weitere Morde folgen.
Keine Angst, es geht nicht um Mathematik. die beschränkt sich auf den Professor und fünf Symbole. Aber es liest sich sehr gut und ist spannend bis zum Schluss.
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Die Pythagoras-Morde: Roman
Die Pythagoras-Morde: Roman von Guillermo Martinez (Taschenbuch - 1. Juli 2008)
Gebraucht & neu ab: EUR 46,63
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