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46 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein "dunkles" Buch von einem großartigen Autor
Nach der Veröffentlichung eines Bandes mit Erzählungen hat Donald Ray Pollock nun mit seinem ersten Roman bewiesen, dass er ein ganz Großer der amerikanischen Literatur ist. Das Handwerk des Teufels" hat mich von der ersten Zeile an gepackt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen.

Es ist heftig, erschreckend, ergreifend, beängstigend,...
Veröffentlicht am 8. Februar 2012 von Hamlet

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gewaltbad
Der Roman hat mich nicht überzeugt. Ich stieß auf diesen Titel auf der Suche nach Neuem von Cormac McCarthy. "Das Handwerk des Teufels" erreicht niemals dessen Klasse. Sicher ist die sprachliche Qualität ansprechend, die Geschichte des jungen Arvin anrührend, doch schon in der Schilderung der religiösen Obsession seines Vaters...
Vor 3 Monaten von fiedelmann veröffentlicht


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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verstörend und nachhaltig beeindruckend!, 17. März 2012
Das Buch spielt in den 50-iger Jahren im Mittleren Westen Amerikas. Nichts ist normal, das Leben ist ein hoffnungsloser Alptraum, der regiert wird von pädophilen Predigern, sadistischen Serienkillern und korrupten Sheriffs. Arvin, aufgewachsen in diesem Reigen, sucht daraus einen Ausweg, als seine Schwester vom ortsansässigen Prediger missbraucht wird. An die Gesetze hält auch er sich nicht, trotzdem ist er der Einzige, der dem Leser am Ende ein bisschen Hoffnung schenkt.

Es wird erst im Laufe des Buches klar, wie all die verschiedenen Geschichten und Personen zusammenhängen und das ist atemberaubend spannend. Bildgewaltig und schonungslos reisst Pollock den Leser in den dunklen Abgrund der Gewalt. Es wäre unerträglich, wenn nicht diese Momente vollkommener Zärtlichkeit aufblitzen würden, die den Leser entspannen, nur um ihn dann erneut in die Hoffnungslosigkeit zu stürzen.

Pollock ist ein grossartiger Schriftsteller, den wir uns unbedingt merken sollten. Er beherrscht die grosse Kunst, Bilder in unserem Kopf entstehen zu lassen. Er hat es nicht nötig, jedes blutige Detail zu beschreiben, er tönt es an und der Film im Kopf des Lesers beginnt zu laufen.

Das Buch ist dunkel, grausam, verstörend und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck, den man nicht so schnell wieder los wird.

Für mich immer ein Qualitätssiegel!
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gewaltig! Ergreifend!, 15. Februar 2012
Ich hab mir das Buch letzte woche gekauft und war im nu damit durch!

Ein Buch das mich allein vom Coverbild faszinert und angesprochen hat.
Und genauso ist auch der Inhalt, fesselnd vom anfang bis zum ende.

Das Buch spielt in den 50er Jahren im mittleren Westen von Amerika.

Das Leben wird beeinflusst von Verbrechen, Religion und korrupten Sheriffs.

Die Hauptperson, Arvin, verliert nicht nur seine Mutter sondern muss sich als Waise bei seinen Großeltern durchschlagen. Er lernt dort seine Freundin kennen, die jedoch vom Ortsprediger missbraucht wird und Arvin Rache nimmt....

Zur gleichen Zeit machen sich zwei Serienkiller auf dem Weg um arglose Tramper auf brutale Art und Weise hinzurichten.... und auch irgendwann kreuzen sie Arvin's Weg..... und nach und nach fügt sich ein Puzzleteil ins nächste.....

Donald Ray Pollock beschreibt das Leben und Leiden in den 50ern, die menschlichen Abgründe so brilliant das man mit den Akteuren einfach mitfühlen und sich genau in deren Lage versetzen kann.

Ein Buch das man nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Ein Buch das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, so abscheulich psychopathisch beschrieben, das man förmlich den Schmerz, das leid, den geruch und die Angst spüren kann.

Erschreckend, ergreifend, brutal und verstörerisch brilliant - ein meisterwerk der Literatur und zählt schon jetzt mit zu einem meiner lieblingsbücher!!!!!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwischen Klischee und echter Trauer, 1. August 2012
Zwischen West-Virginia und Ohio werden wir Zeugen einiger irgendwie wohl typischen Schicksale jener, die der amerikanische Traum vergessen hat oder die eh nie davon gehört haben. Da gibt es Prediger, die ihre Aufgabe nicht sonderlich ernst nehmen, andere, die sie ausnutzen, da treten Hinterwäldler auf, die Mitte/Ende der 50er Jahre und bis weit in die 60er hinein wirken, als stammten sie als Statisten aus Steinbecks "Früchte des Zorns", wir erleben, wie Menschen Menschen quälen und töten, ohne Grund, ohne Sinn und wahrscheinlich auch ohne viel Verstand. Wer die Welt haßt, wer das Leben haßt, der hat wahrscheinlich auch keine Probleme damit, die Welt, das Leben zu beenden.

Der junge Arvin wird von seinem Vater gezwungen, an den seltsamsten, irrsinnigsten Ritualen christlicher Opferung teilzunehmen, deren man lange beiwohnen durfte in der Literatur, alles, um seine Mutter im Gebet zu erretten; Sandy und Carl, ein Paar der literarischen Sonderklasse, machen sich im Sommer für jeweils 2 Wochen auf, Tramper einzusammeln, sie zu foltern und zu töten, damit Carl seine Sammlung abstruser Pornographie aufstocken kann; die Kumpel Roy und Theodore klappern die hinterwäldlerischen Gemeinden ab, predigend und singend, bis es sie aufgrund religiösen Wahns in die Flucht treibt, nachdem Roy seine Frau umgebracht hat, weil er beweisen wollte, daß er Tote erwecken kann; die junge Lenora, ein hässliches und unscheinbares Geschöpf, schon bei der Geburt eher ungewollt, wird Opfer eines Priesters, der ihr die Liebe verspricht; der Sheriff Bodecker schließlich, Sandys Bruder und der Mann, der den jungen Arvin einst fand, nachdem dessen Vater sich umgebracht hatte, bangt um seine Wiederwahl, muß das Andenken seiner Schwester um jeden Preis ehren und hat sich längst in so dunkle Machenschaften verstrickt, daß man von ihm als Vertreter eines "Gesetzes" schon lange nicht mehr sprechen kann.

All diese Figuren stehen irgendwie miteinander in Beziehung und nach und nach werden diese dem Leser aufgedeckt und ergeben schließlich, einem Spinnennetz gleich, eine Verflechtung, die schickslahaft scheint, der keiner der Protagonisten entkommen kann und in der jeder an einem lange vor seiner Geburt festgesetzten Platz zu stehen scheint, bis sein Einsatz gefragt ist.

Das alles wird mit nahezu alttestamentarischer Wucht erzählt. Pollocks Sprache ist prägnant, eingängig, direkt. Er erschafft diese Atmosphäre gnadenlosen Negativismus' ohne dabei auf allzu explizite Darstellungen von Gewalt oder Sex zurückzugreifen, dennoch gibt es Momente eindringlichsten Grauens. Vor allem der Beginn, die Szenen, die davon erzählen, wie Arvins Vater Willard - geprägt und geplagt von grauenhaften Bildern aus dem Krieg im Südpazifik - in einem Schub religiösen Wahns versucht, seine Frau durch Tieropfer, Blutopfer im Grunde, zu erretten und glaubt, auf diese Weise ihren Krebs bezwingen zu können, ist schon literarische Sonderklasse. Hier gelingt es dem Autor, zugleich Willards Verzweiflung als auch Arvins Abstumpfung in Anbetracht des Wahns, der seinen Vater befällt, darzustellen. Aber auch an anderen Stellen gibt es immer wieder Momente, in denen Pollock seinen Figuren wenn schon keine Gnade, so doch zumindest Mitgefühl angedeihen läßt. Und manchmal gelingt es ihm dann, daß wir sogar Mitleid mit einem wie Theodore haben, der uns in der Handlung zuvor eigentlich nur als Widerling begegnet ist.

Das alles wird nicht erklärt, ansatzweise noch Willards Wahn, aber gerade das Killerpärchen Sandy und Carl - das im Übrigen einige Vorbilder in der Realität hat; in der Lakonie, mit der sie geschildert werden, wohl am ehesten wohl Charlie Starkweather und Caril Ann Fugate, ihrerseits auch Vorbilder für das Pärchen in Terrence Malicks "Badlands - Zerschossene Träume" von 1973 - bleiben analytisch auf der Strecke. Sie werden beschrieben, man erahnt hier und da Carls Impotenz in Anbetracht "normaler" sexueller Handlungen, aber weder erfahen wir, warum sie so sind, noch, was ihre Motivation ist. Deshalb auch der Rekurs auf Malicks Film: Vieles in diesem Buch scheint weniger der Wirklichkeit entnommen und geschuldet, sondern intensiver Beschäftigung mit der amerikanischen popkulturellen Beschäftigung mit den dunklen Seiten des Lebens, der Gesellschaft, des Landes. Das ist kein Fehler, im Gegenteil, in der Postmoderne entstehen viele große filmische und literarische Kunstwerke gerade in der Selbstreferenzialität auf andere Kunstwerke. Das ist hier ohne Frage der Fall.

Allerdings setzt da auch die einzige Kritik am Text ein: Warum, fragt man sich beim Lesen, warum musste das alles noch einmal so geschrieben werden? Wir kennen diese Figuren der amoralischen, kalten, gefühllosen Sorte zur Genüge aus hard-boiled Stories, aus Filmen und Fernsehserien, eigentlich, denkt man sich, ist das alles irgendwie schon erzählt. Aber seltsamer Weise gelingt es Pollock dann eben doch, uns so zu fesseln, daß wir wissen wollen, wie es weitergeht. Er gewinnt seinen Figuren manches Mal noch Facetten ab, die sie v.a. glaubwürdig machen, was bei dieser Art von Literatur das eigentlich größte Problem ist: Die Glaubwürdigkeit. Meist ersticken diese White-Trash-Figuren daran, aus den Klischees, denen sie ja eigentlich schon entsprungen sind, nicht mehr entkommen zu können, sie werden Opfer ihrer selbst; bestenfalls macht man es wie David Lynch in "Wild at HEart" und läßt den einen Protagonisten über den anderen feststellen: Du bist nichts als eine Attrappe! Eine Witzfigur aus Pappe, Dekor! (so Bobby Peru zu Sailor) und gibt damit immanent zu, daß man sich in der Welt des reinen Klischees bewegt. Pollock weiß das, muß das wissen, als intelligenter Autor im 21. Jahrhundert. Er verläßt sich deshalb wohl auch so sehr auf die Wucht seiner Sprache, nicht so sehr auf sein Personal. Und gewinnt.

Das ist selten und macht "Das Handwerk des Teufels" sicherlich zu einem der besten (post)modernen Hard-Boiled-Romane, zugleich verrät er aber auch eine Menge über Amerika, und DAS macht das Buch zu mehr als einem reinen Spannungsroman. Denn in Zeiten einer religiös motivierten politischen Rechten, in Zeiten, in denen ein Riß druch diese Gesellschaft geht, von dem man sich als Europäer manches Mal fragt, wie der je noch zu kitten sein soll, erzählt Pollock eben auch davon, wie diese Risse entstehen. Angesiedelt zwischen 1945 und ca. 1967 bringt er ganz nebenbei die Zeitenwende der Bürgerrechtsbewegung und der Hippies ins Spiel, ohne das dies je wirklich explizit gemacht würde. Und er zeigt, wie der mittlere Westen, die absolut tiefste Provinz Amerikas, davon erst seltsam unberührt blieb und dann in Angst erstarrte und lediglich mit Aggression und Gewalt auf diese Art der Veränderung reagieren konnte. Vielleicht müsste man das ebenfalls kritidieren: Es treten nur diese Art Menschen auf, alle anderen sind bestenfalls Opfer. Außer Lenora und der Großmutter Emma, die Arvin aufzieht nach dem Tod seiner Mutter, hat man es im Grunde nur und ausschließlich mit Mensche zu tun, die schlecht sind, böse im religiösen Sinne. Und diese wiederum sind es, die all jene Errungenschaften, die die 60er Jahre hervorbrachten beschmutzten und erneut verwarfen, bis heute.

Der Negativismus (nicht Nihilismus!), der aus den Zeilen dieses Buches spricht, deutet also auch an, woran es dieser Nation, die einmal sooo groß zu sein versprach und im Grunde seit nunmehr 70 Jahren nur noch enttäuscht, mangelt. Man versteht die Angst eines Autoren wie Pollock vor diesen Mitgliedern seiner Gesellschaft. Hier wird der Schmerz anderer zur eigenen Lust, Lust selbst wird zum Geschäft (wie alles andere auch), demokratische Errungenschaften (wie ein Sheriffamt) werden zu verschacherten Möglichkeiten der Korruption und jeder Glaube - ob religiöser, politischer oder ideologischer Art - pervertiert zum Wahn. Niemand scheint an irgendetwas zu glauben, außer an die Möglichkeit, den eigenen Vorteil maximal zu nutzen.

Angesiedelt ist das alles nicht von ungefähr zwischen West-Virginia und Ohio, also sozusagen am Tor hinaus in die Weiten des Westens, dahin, wo angeblich die Verheißung des amerikanischen Traums beginnt. Sandy und Carl waren sogar in Kalifornien und sind von da geflohen, als sie Opfer eines Pornorings wurden. Der Priester Teagardin seinerseits will dort hin, nach Kalifornien, weil er gehört hat, daß es dort "Frischfleisch" gäbe in Hülle und Fülle, all die jungen Ausreißerinnen, die in die Hippieparadiese San Francisco und LA abhauten. Die will er anzapfen. So gerinnt dieses teils bergige, teils schon den Maisfeldern Iowas ähnelnde Gebiet zu einem Symbol für das provinzielle, enge, engstirnige Amerika, das Verlierer am Laufband produziert, Menschen, die eigentlich sowieso nie eine Chance haben und daraus auch meistens nichts machen, die die eigenen Vorteile suchen und an nichts glauben. Die meinen, ihre Freiheit, die ihnen ja verfassungsgemäß zugesichert ist (wie auch das Glück) in einer Flasche Whiskey und dem Tragen eines Gewehrs auszuleben. Und genau der Typus ist es natürlich, der auch heute wieder Typen wie George W. Bush hervor- und an die Macht bringt.

So hat man es hier letztlich eben nicht nur mit einem Roman über eine längst vergangene Zeit und einige skurille Typen zu tun, sondern mit einem hochaktuellen Lagebericht aus der Mitte einer mehr und mehr zerreißenden Gesellschaft und Nation.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich..., 17. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Handwerk des Teufels: Roman (Taschenbuch)
...fesselnd. Handlungsstränge laufen nach und nach zusammen. Zudem in der Breite betrachtet ein ernüchternder Blick auf ein amerikanisches Sittenbild, das trotz der Extreme nicht unglaubwürdig daher kommt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen verstörend brutal krank, 30. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
verstörend brutal krank - psychopathen unter uns - einfach ein toller Thriller - nichts für zarte Gemüter Spannung und Nervenkitzel pur
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der perfekte Roman für düstere Winterabende!, 20. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Handwerk des Teufels: Roman (Taschenbuch)
Was für ein Roman! Wie konnte der mir so lange durch die Lappen gehen? Asche auf mein Haupt!

"Das Handwerk des Teufels" ist ein großartiges Stück Literatur, in dem der Autor Donald Ray Pollock mit passenden, ehrlichen, und die Hoffnung raubenden Worten die Schicksale verschiedenster Menschen im Nordosten der Nachkriegs-USA erzählt, ihre oftmals deprimierenden Existenzen miteinander verbindet und sie schließlich nacheinander scheitern lässt. Jeder Satz in diesem Roman ist eine Wunde, eine kleine Tragödie, ein winziger Tod. Optimismus ist in dieser Zeit, in diesem Nichts von Ort und Gegend fehl am Platze. Scheinbar alle Menschen sind mehr oder weniger korrupt, gewalttätig, fanatisch, pervers, feige, ihrem Schicksal kampflos ergeben.

Es gibt keine guten Menschen, nur solche, die weniger Dreck am Stecken haben, als andere. Alle Familien haben hinter ihren oftmals schmutzigen und armseligen Fassaden noch schmutzigere und armseligere Geheimnisse zu verbergen. Da sind sich die Reichen und Armen, die Zivilisierten und Asozialen, die Schwulen und Heteros, die Männer und Frauen, Erwachsenen und Kinder, Cops und Ganoven sehr ähnlich. Pollock wirft mit Klischees um sich, dass es manch einem vielleicht graut, aber irgendwie wirkt doch alles wie aus einem Guss: das mordende White Trash-Serienkillerpaar, die religiösen Irren mit ihren sexuellen Trieben, die feigen, weichen Anwälte mit ihren dekadenten Lebensstilen, die gehörnten Ehemänner mit ihren Mordphantasien, die saufenden Wilderer aus den Wäldern und kleinen Dörfern des hohen Nordens... kein düsteres Vorurteil wird ausgelassen - und jedes einzelne mit so viel dunkler Liebe zum Detail gefüllt, dass es einen in seinen Bann zieht, dass man das Buch kaum aus den Fingern legen kann, dass man wissen will und muss, wie es mit den Leuten weiter geht.

Man verschlingt die Seiten, weil man wissen will, wann die Mörder gefasst werden, wann die korrupten Polizisten zur Rechenschaft gezogen werden, wann sich die Schwachen endlich erheben und gegen ihre Unterdrücke aufbegehren, wann sich alles zum Guten wendet - nur um dann erneut enttäuscht zu werden, wenn ebendies nicht geschieht. Und trotzdem liest man immer weiter, liest das deprimierende Schicksal dieser Hauptperson, bald den Tod jener, trauert um einen liebgewordenen Charakter und freut sich, dass ein anderer dem Wahnsinn noch einmal von der Schippe gesprungen ist.

"Das Handwerk des Teufels" ist brutal, schonungslos, atemberaubend, mitreißend, düster, melancholisch, Wut entfachend, manchmal auch komisch, tragisch.... kurz: ein fast meisterhaftes Werk über die gesamte Bandbreite der dunkleren menschlichen Zivilisation und damit - auch wenn sein Handlungszeitpunkt auf die frühe Nachkriegszeit zurückdatiert wurde - auch jetzt noch so aktuell und aufrührend.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk der modernen amerikanischen Literatur, 6. Mai 2012
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch erscheint zwar in der Krimibestenliste der Zeit, es ist aber kein eigentlicher Kriminalroman und jemand, der evtl einen Krimi im herkömmlichen Sinne sucht, könnte sogar enttäuscht sein. Dies ist ein Roman über tiefe menschliche Abgründe und spielt im Amerika der 40-iger bis 60-iger Jahre tief in der Provinz und hauptsächlich bei Protagonisten aus der weissen amerikanischen Unterschicht. Das Buch beschreibt hervorragend die Folgen von Armut und daraus resultierender Chancenlosigkeit, eine Gesellschaft, in der Kinder schon mit Gewalt und notabene auch Schusswaffen in Kontakt kommen mit all den daraus resultierenden Folgen. Es beschreibt einfach die Ausweglosigkeit einer Gesellschaftsschicht, in der es nur Verlierer gibt und keinerlei Zukunft. Es gibt nicht gute oder böse, alle sind irgendwie verdammt. Das gilt auch für die Vertreter diverser Freikirchen, die im Buch auch reichlich zu Wort kommen und in all ihrer Erbärmlichkeit grossartig dargestellt werden. Das Buch ist ein Meisterwerk und aus meiner Sicht vergleichbar mit z.B. dem Werk von Sartre. Dieses Buch ist erschütternd zu lesen, es irritiert, aber es ist ganz einfach grossartige Literatur, Nobelpreisverdächtig.
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5.0 von 5 Sternen Eindringlich, berührend, fesselnd: ein starkes Buch, 6. Januar 2014
Von 
FG "fg" (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Der mittlere Westen der USA kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges: Willard Russell kehrt von den Schlachtfeldern des Südpazifiks in seine provinzielle Heimat zurück, er verliebt sich und wird Vater. Sein Sohn Arvin ist zehn Jahre alt, als die Familie von einem verhängnisvollen Schicksalsschlag getroffen wird. Doch dabei bleibt es nicht: Bereits zu der Zeit von Arvins Geburt setzen sich düstere Ereignisse in Gang, die die Familie Russell und die Menschen in ihrer Umgebung Jahre später einholen werden.

Pollock verbindet hier mehrere Lebensgeschichten mit Hilfe von einigen Zeitsprüngen über ca. 20 Jahre hinweg von 1945 bis in die späten 60er. Im Mittelpunkt stehen dabei neben der Familie Russell das White-Trash-Ehepaar Henderson und die beiden Cousins Roy und Theodore, welche sich als Prediger, Zirkusattraktion und Gelegenheitsarbeiter durchschlagen.

„Das Handwerk des Teufels“ wird getragen von einer dunklen, verzweifelten und, so meine Wahrnehmung, sehr intensiven Grundstimmung des Untergangs. Das Leben der Menschen ist brutal, dreckig und hart. Gewalt, Alkoholismus, sexuelle Perversionen sind allgegenwärtig, das Leben kann jederzeit würdelos zur Hölle werden oder abrupt zu Ende gehen.

Ich nenne die Stimmung des Buches intensiv, weil der Gewalt hier nichts Pubertäres anhaftet, sie wirkt nicht wie billige Effekthascherei. Im Gegenteil kommt sie, selbst wenn sie nüchtern betrachtet überzogen dargestellt sein mag, authentisch, ernsthaft und sehr nachdenklich machend daher. Man wird den Zweifel nicht los, dass Menschen tatsächlich ein derart sinnentleertes Leben führen können (auch wenn die wenigsten zu Mördern werden). Dies ist unter anderem Pollocks unprätentiösem, lakonisch-nüchternem Stil zu verdanken - über alle Maßen beeindruckend, wie er das hinbekommt. Der Mann meint es ernst. Das Buch enthält, nebenbei bemerkt, eine sehr berührende Szene des Abschieds zweier Freunde, welche trotz der beileibe nicht sympathischen, vielmehr geradezu verabscheuungswürdigen Typen ihre Wirkung nicht verfehlt. Dass Pollock da noch Mitgefühl wecken kann, muss man ihm hoch anrechnen. Die Menschen hinter brutalen Büchern sind im Glücksfall große Humanisten. So auch hier.

Für mich eines der eindringlichsten und fesselndsten Büchern der letzten Jahre.
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5.0 von 5 Sternen volle Punktzahl, 6. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Handwerk des Teufels: Roman (Taschenbuch)
Kein Witz: Einer der besten Krimis/ Thriller überhaupt. Das Buch hat mich wirklich umgehauen: Tolle Geschichte, super Erzählstil, skurrile Charaktere! Grandios. Dieses Buch müsste von Tarantino oder Lynch verfilmt werden!
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5.0 von 5 Sternen Spannend, 8. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Handwerk des Teufels: Roman (Taschenbuch)
Gutes Buch, das sich toll entwickelt. Aus scheinbar zusammenhanglosen Einzelgeschichten entwickelt sich eine Verbindung zwischen einigen Irren und einigen armen Seelne, die unweigerlich zur Katastrophe führen muss. Sehr sehr lesenswert
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Das Handwerk des Teufels: Roman
Das Handwerk des Teufels: Roman von Donald Ray Pollock (Taschenbuch - 12. August 2013)
EUR 9,99
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