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4.0 von 5 Sternen Turner zum Ersten!
Nach den Erfolgen, die der kleine Verlag Liebeskind mit den Veröffentlichungen von James Sallis feiern durfte, scheint jetzt Heyne das Szepter übernommen zu haben und weitere Romane von Sallis herauszubringen. Den Anfang macht der erste Teil der Turner-Trilogie. Wie so oft bei Übersetzungen ist der deutsche Titel leider etwas dümmlich ausgefallen, das...
Veröffentlicht am 6. August 2009 von Hiro

versus
5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Naja
Der Inhalt las sich ganz gut. Mir gefällt allerdings der Schreibstil nicht besonders (holpert) und die Handlung plätschert vor sich hin. Wahrscheinlich definiert man das dann als Krimi - während eine straffere Handlung ein Thriller ist. Die Rückblenden und einige Charaktere sind recht unterhaltsam, aber am Ende bleibt doch der leise wehende Mantel der...
Veröffentlicht am 1. August 2009 von Dr. Gaius Baltar


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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Turner zum Ersten!, 6. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Dunkle Schuld: Roman (Taschenbuch)
Nach den Erfolgen, die der kleine Verlag Liebeskind mit den Veröffentlichungen von James Sallis feiern durfte, scheint jetzt Heyne das Szepter übernommen zu haben und weitere Romane von Sallis herauszubringen. Den Anfang macht der erste Teil der Turner-Trilogie. Wie so oft bei Übersetzungen ist der deutsche Titel leider etwas dümmlich ausgefallen, das Original heißt herrlich lakonisch "Cypress Grove".

Sallis ist nicht ganz leicht zu fassen. Vordergründig schreibt er Kriminalromane, aber es steckt doch immer deutlich mehr dahinter. War "Deine Augen hat der Tod" noch phasenweise arg ins Philosophische entrückt, ist der vorliegende Roman eher eine Hommage an das Leben fernab der Großstadt. Es wird zwar die für den amerikanischen Kriminalroman (seit Chandler) typische Kritik an den herrschenden Verhältnissen größtenteils ausgespart, trotzdem ist Sallis weit davon entfernt, das kleinstädtische Amerika rosarot zu zeichnen. Aber vielleicht ist "Dunkle Schuld" eben auch gar kein echter Kriminalroman, Heyne untertitelt auf dem Cover (das im übrigen das ansprechende Design der Bücher von Liebeskind aufgreift) auch nur mit "Roman".

Dieser, nennen wir ihn Roman, funktioniert auf zwei Ebenen. In den Kapiteln strikt abwechselnd erzählt Turner (Ex-Cop, Ex-Knacki, Ex-Therapeut, Ex-Liebhaber, eigentlich Alles-Ex) von den Geschehnissen der Gegenwart und seiner bewegten Vergangenheit. Verläuft der Gegenwartsstrang chronologisch akkurat, sind die Abstecher in Turners Vergangenheit doch immer nur allein stehende Episoden. Es ist schwer, sich von Turner ein Bild zu machen. Dafür aber beobachtet Turner um so genauer, eigentlich sind zum Ende alle Charaktere schärfer umrissen als er selbst.

Zur Wertung: Der im Zentrum der Gegenwartshandlung stehende Kriminalfall funktioniert leider nicht. Wer einen waschechten Krimi lesen will, sollte anderweitig zugreifen. Zum einfach so wegschmökern eignet sich das Buch ebenfalls nicht. Mir hat es aber trotzdem gut gefallen, ich lese Sallis einfach gern. Er fordert den Leser, kaut ihm nicht alles vor und lässt ihn die Lücken zwischen den Gedankensprünge seiner Protagonisten (und seiner eigenen) selbst auffüllen. Er zeigt die Unwägbarkeiten des Lebens und kommt immer wieder darauf zurück, wie schnell man durch eine einzige Handlung plötzlich auf der anderen Seite steht, obwohl man sich doch von dort meilenweit weg und in Sicherheit gefühlt hatte. 4 Sterne.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Krimi, viele Geschichten, 22. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Dunkle Schuld: Roman (Taschenbuch)
Das war mein zweiter Sallis nach Driver und ich fand ihn fast noch besser. Während Driver ein kompaktes, geradliniges und reines Krimimeisterstück ist, gibt es in diesem Südstaaten-Regionalkrimi neben einer eher gemütlich vor sich hin spazierenden Handlung hunderte von kleinen Skizzen, Episoden, abgebrochenen Lebensläufen der Verlierer des heutigen Amerika. So entfaltet sich ein schreckliches Sozi-Panorama, gegen das die Hölle wie ein harmloser Schrein aus dem europäischen Mittelalter wirkt.

Turner, die Hauptfigur ist selbst ein gebrochener Typ: Ex-Literaturstudent, Ex-Vietnamkämpfer, Ex-Cop, Ex-Knakie und Ex-Pychotherapeut ist er an allem gescheitert und hat sich jetzt zurückgezogen, irgendwo aufs Land, in ein Nirgendwo-Tennessee. Doch dann geschieht in der nahen Kleinstadt ein Mord und man zieht ihn als Berater hinzu. Und er nimmt Witterung auf...

Man sieht den Film schon direkt vor sich. In der Hauptrolle Clint Eastwood, als Sheriff Gene Hackman.

Sallis fährt das beste auf, was ein Autor von heute zu bieten hat: prägnante, nicht zu glatte Sprache, pointierte Dialoge, Atmosphäre, überraschende Beobachtungen, Figuren mit Profil und Background.

Ich freue mich schon auf weitere Sallis-Veröffentlichungen hierzulande.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Underdog und Südstaatenflair, 1. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Dunkle Schuld: Roman (Taschenbuch)
Das Sujet des Romans scheint klar: eine Kleinstadt, ein Underdog, der bei den Ermittlungen hilft und ein mysteriöser Ritualmord. Doch James Sallis versteht es, weit mehr daraus zu machen. Feinsinnige Charakterzeichnungen treffen auf subtilen Witz, der Charme einer Kleinstadt tritt zu Tage und man lauscht gebannt den Erzählungen des Autors.

Aufgeteilt ist das Buch in zwei Handlungsstränge: die Gegenwart, die sich mit der Aufklärung des Mordes befasst und nichtlineare Rückblicke, die sich mit der Vergangenheit des Underdogs Turner beschäftigen. Kapitelweise werden die Stränge gewechselt.

Wie in jedem beliebigen Schreibratgeber zu lesen ist, bremsen Rückblenden den Textfluss und sollten der Dynamik des Lesens zuliebe vom Autor gemieden werden. Ich bin mir nahezu zu 100 Prozent sicher, dass Sallis die Rückblenden gerade aus diesem Grund in seinen Text eingebaut hat. Sie entschleunigen den Text und versetzen den Leser in die behäbige Stimmung, die wie Melasse durch die Südstaatenkleinstadt rinnt und an sämtlichen Protagonisten zu kleben scheint.

Ich fühlte mich beim Lesen eingebettet in dieses Milieu, als wäre ich Zuschauer und verfolgte das Geschehen sitzend auf einer Verandaschaukel.

Genau genommen ist nur die Hälfte dieses Buches ein Krimi. Die andere Hälfte ist der Lebensgeschichte von Turner gewidmet, die nicht minder spannend zu verfolgen war. Denn Turner ist eine komplexe Figur mit einer bewegten Vergangenheit.

Das Besondere an diesem Buch ist mit Sicherheit nicht ein besonders raffinierter Mordfall. Dieser gerät meines Erachtens sogar etwas in den Hintergrund. Es ist die Aneinanderreihung zahlloser Geschichten, witziger Bonmots, bildhafter Umschreibungen und intelligenter, teilweise nahezu philosophisch angehauchter Sprüche, die den Text für mich haben leuchten lassen. Hier zwei Textbeispiele:

S. 193
Langsam wie Gletscher schleppten sich Wolken über den Himmel.

S. 297
Sich von etwas zu trennen, das ist der Schlüssel, das Geheimnis, das einem niemand verrät. Vom ersten Tag deines Lebens an beginnen sich Dinge um dich herum aufzutürmen: Bedürfnisse, Wünsche, Ängste, Abhängigkeiten, Bedauern, verlorene Verbindungen. Sie sind immer da. Aber du kannst entscheiden, was du damit machst. Kannst sie polieren und ins Regal stellen. Kannst sie wegpacken hinter dem Haus bei der Trauerweide. Kannst sie auf die Veranda vor der Haustür schleppen und dich darauf setzen.

Erzählperspektive: Ich-Erzähler aus Sicht Turners.

Überblick über die Trilogie:
Band 1: Dunkle Schuld
Band 2: Dunkle Vergeltung
Band 3: Dunkles Verhängnis
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen lohnender Blick in Amerikas Kleinstadt-Seele, 19. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Dunkle Schuld: Roman (Taschenbuch)
Dunkle Schuld" (im Original stimmiger und schlichter mit Cypress Grove" betitelt) ist der erste Teil einer Trilogie von James Sallis, die sich um die Hauptfigur Turner dreht. Deklariert ist das Buch eigentlich als Krimi, aber eigentlich ist es das nicht. Fans von beinharten Ermittlungen und bizarren Todesfällen, die einen klassischen Krimi oder gar Thriller erwarten - wie der Mord zum Auftakt ja auch verheißt -, könnten bitter enttäuscht werden. Sallis' Roman ist sperrig, nicht leicht zugänglich, bisweilen zäh - und doch ein lohnendes Leseerlebnis.

Der Autor wirft einen scharfen und sprachlich einzigartigen Blick auf ein Provinznest in den US-Südstaaten, in dem die Dinge einfach etwas anders laufen, und lässt uns am Leben des desillusionierten Protagonisten Turner teilhaben. Die Kapitel berichten immer abwechselnd von den Geschehnissen in Cypress Grove, bei denen nur äußerst langsam etwas Licht in die Ermittlungen um den Gekreuzigten dringt, und von Turners Vergangenheit. Diese ist durchaus bewegt, denn Turner ist bei all seinen Lebensstationen quasi der Verlierer, den das Leben ernüchtert hat - erst war er ein Cop, dann landete er im Gefängnis, schließlich wurde er Therapeut, bis er schließlich allem den Rücken kehrte. Dies alles wird unglaublich trocken und lakonisch geschildert, dabei mit einem Höchstmaß an Atmosphäre. Sallis' schreibt über das kleinstädtische Amerika, und das kann er wirklich gut. Der Mord und die Ermittlung sind dabei fast Nebensache, und das Ende ist - zumindest aus Krimi-Sicht! - enttäuschend. Durch den ständigen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit wirkt der Roman zerfasert und spannungsarm, aber er möchte eben auch kein Spannungsroman sein.
James Sallis' Stil wird man entweder sehr mögen oder gar nicht - seine eigenwillige Art zu schreiben ist sicher einzigartig, versperrt sich aber auch oftmals dem Leser. Neugierige sollten auf jeden Fall einen Blick in diesen Roman werfen, wenn sie einen großen Autor der amerikanischen Gegenwartsliteratur lesen wollen; für Krimifans ist Dunkle Schuld" aber eher nichts.

Dunkle Schuld" wird im Englischen fortgesetzt mit Cripple Creek" und Salt River", der Erscheinungstermin für den deutschen zweiten Teil der Turner-Trilogie steht noch nicht fest.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Cypress Grove, 13. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Dunkle Schuld: Roman (Taschenbuch)
Wunderbarer Krimi. Ich habe ihn in einem Zug gelesen und sehr genossen. mir hat besonders gefallen, daß er mit den eingeschliffenen Lesegewohnheiten bricht. Hier gibt es keine exakte lineare Handlung, kein Heldenepos und das mag die Handlung hoprig erscheinen lassen. Ist es aber nicht, wie bei jedem guten Buch muss man etwas investieren damit man sich mit der lektüre anfreunden kann. Die Figuren in diesem Roman sind mit leben erfüllt, ihre handlunegen sind nicht vorhersehbar, der Plot und die Story erscheint nicht ausgedacht, alles in allem geht dieser krimi schon in richtung Novelle, alles ganz angenehm, da einem nicht immer vor Spannung die Eingeweide weh tun müssen und man sich beim Lesen entspannen kann. Die Hauptfigur wird nicht nur als handelnder detectiv geschildert, sondern man bekommt gleichsam die Möglichkeit, den Werdegang, die Biographie dieser Figur nachzuvollziehen. Das macht dieses Buch erst richtig lesenswert, am ende fand ich die biographischen Schilderungen sogar spannender als den Plot. Was gibtt es noch zu sagen? Ja, wenn man ein sehr gutes buch abseits des Mainstreams lesen will... hier ist es.
Der Titel "Dunkle Schuld" ist allerdings weit mehr als ein Griff ins Klo.
Er weckt falsche Erwartungen weil man am Anfang denkt hier wird irgendwie mit einer dunklen Vergangenheit abgerechnet. Ist aber überhaupt nicht so.
"Cypress Grove" drückt besser aus, was dieses Buch ist. Die Hauptfigur hat hier die Möglichkeit "endlich abzuladen" und zu verarbeiten, was sie mitbringt... eigentlich ganz angenehm
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4.0 von 5 Sternen Easy wie die Südstaaten so sind!, 2. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dunkle Schuld: Roman (Taschenbuch)
Wer die Südstaaten kennt, kann sich vorstellen, dass dieses Buch etwas gemächlicher und anstrengend sein kann. Viele Rückblenden und eine fast zu einfache Story. Aber wert Sie zu lesen!
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4.0 von 5 Sternen EIN LONESOME RIDER WIE EINST LUCKY LUKE, 7. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Dunkle Schuld: Roman (Taschenbuch)
In "'Dunkle Schuld"' zeichnet JAMES SALLIS das kleinbürgerliche und miefige, aber dennoch sympathische Bild einer Kleinstadt in den Südstaaten der USA. Es ist der Auftakt einer Trilogie.

DIE STORY:

Nach einem 'Ritualmord' wird das beschauliche Südstaatennest Cypress Grove aufgeschreckt. Hier ist sonst nichts los. Jeder kennt jeden und geht jeden Tag beschaulich seinem gewohnten Rhythmus nach. Was wundert's wenn es in einer solchen abgeschiedenen Idylle auch keinen richtigen 'Polizeiapparat' gibt und geben muß. Dieser rekrutiert sich überwiegend aus einem Sheriff (Lonnie Bates) und seinem Deputy (Don Lee). Ihre Aufgabe besteht darin, verstreute Hühner einzufangen oder, wenn es hoch kommt, mal den Hausfrieden wieder herzustellen, wenn es einmal ' alkoholbedingt ' zu einer Auseinandersetzung zwischen Eheleuten etc. kommt. Da paßt ein Mord einfach nicht hin und überfordert Sheriff und Deputy. Deshalb macht Sheriff Bates sich auf den Weg zu Turner, einem Ex-Cop aus Memphis, der sich auf einem einsamen Hof vor den 'Toren' von Cypress Grove niedergelassen hat, um ihn um Hilfe bei den Ermittlungen zu bitten. Obwohl Turner mit seiner Vergangenheit -' insbesondere der als Cop -' abgeschlossen hat, läßt er sich breitschlagen beginnt zusammen mit dem Sheriff und dessen Deputy mit den kaum erfolgversprechenden Ermittlungen. Es gibt eigentlich keinen richtgen Ermittlungsansatz. Dennoch gelingt es am Ende, durch einen Zufall, die Sache aufzuklären und Turner kann sich ' diesmal in weiblicher Begleitung ' wieder in seine Abgeschiedenheit zurückziehen...

FAZIT:

JAMES SALLIS erzählt die Geschichte in einem sehr lakonischen Stil und mit häufiger ' knapper ' wörtlicher Rede in der ersten Person aus Sicht des Ex-Cops Turner. Die Schilderung bricht mit jeglichen L.A.- oder N.Y.-Klischees Amerikas. Von Hektik und omnipräsenter Kriminalität keine Spur. Bereits der gewählte Schauplatz ist außergewöhnlich. Auch die Hauptfigur ' Ex-Cop Turner ' ist eher ein Antiheld als der bewundernswerte Überflieger. Er hat mit der Vergangenheit ' die dem Leser nach und nach durch Rückblenden nahe gebracht wird ' abgeschlossen, ohne jedoch eine versoffene oder verkrachte Existenz geworden zu sein; er will einfach nur Abstand und Ruhe haben. All dies hört sich nicht nach den idealen Zutaten für einen spannenden Kriminalroman an und dennoch überrascht das Buch gerade in diesem Punkt. Denn JAMES SALLIS' knapper Erzählstil voller Lakonie mit häufiger wörtlicher Rede und kurzen Kapiteln führt zu einem überraschenden Tempo und Spannung. Dabei überzeugt der Roman insbesondere auch in der Authentizität die er über das Leben und die Atmosphäre in einem derartigen kleinstädtischen Kosmos vermittelt. Auch wenn Turner nicht der Überflieger ist, ist er doch durchweg sympathisch gezeichnet und kommt absolut glaubwürdig 'rüber. Man nimmt SALLIS ab, dass Turner 'die Schnauze voll hat' und sich einfach nur noch zurückziehen will. Andererseits ist er aber auch nicht in der Lage ' gerade in einem derartigen Mikrokosmos ' die ihm angetragene Hilfe auszuschlagen. Also willigt er ein, macht seinen Job und verschwindet dann wieder leise und (fast) einsam, wie einst Lucky Luke in den Comics von Morris....

Eine empfehlenswerte Lektüre, die sicherlich Freunden von Dashiell Hammett und Raymond Chandler oder James Ellroy gefallen wird, also viel Spaß dabei!
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5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Naja, 1. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Dunkle Schuld: Roman (Taschenbuch)
Der Inhalt las sich ganz gut. Mir gefällt allerdings der Schreibstil nicht besonders (holpert) und die Handlung plätschert vor sich hin. Wahrscheinlich definiert man das dann als Krimi - während eine straffere Handlung ein Thriller ist. Die Rückblenden und einige Charaktere sind recht unterhaltsam, aber am Ende bleibt doch der leise wehende Mantel der Langeweile haften.
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0 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das war nichts, 7. Oktober 2010
Von 
Krimi-Vielfraß "N.F." (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Dunkle Schuld: Roman (Taschenbuch)
Ein "Ich"-Erzähler (der Ex-Polizist Turner) präsentiert in diesem Buch zwei Geschichten paralel. Zum einen berichtet er über einen aktuellen Mordfall in dem er ermittelt und zum anderen über einzelne Lebensepisoden aus seiner Vergangenheit. Dabei pendelt er von Kapitel zu Kapitel zwischen beiden Erzählebenen sinnentleert hin und her, ohne auch nur annähernd einen Bezug zwischen den Geschehnissen zu vermitteln. So geht sowohl Spannung als auch Leselust pö á pö flöten und es breitet sich Langeweile aus, wo der Leser auch hinblickt. Am Romanende muß man darüberhinaus auch noch feststellen, daß die Mordfallauflösung fast schon absurd zu nennen ist. Was für ein Reinfall.
Fazit: Die Turner-Reihe mag eine Fortsetzung erfahren, deren Ignorierung allerdings eine Zeitersparniss darstellen dürfte und gleichzeitig die Möglichkeit eröffnet wirklich interessante Bücher zu lesen.
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Dunkle Schuld: Roman
Dunkle Schuld: Roman von James Sallis (Taschenbuch - 6. Juli 2009)
EUR 8,95
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