Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor b2s Cloud Drive Photos Erste Wahl sommer2016 designshop Hier klicken Learn More Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen
22
3,9 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 18. Mai 2007
"Morddeutung" ist ein Kriminalroman, bei dem der (fiktive) Mordfall mit dem (historischen) Aufenthalt Sigmund Freuds in den USA verknüpft ist. Ein (fiktiver) amerikanischer Gefolgsmann Freuds wird als Psychoanalytiker hinzugezogen, um die Überlebende eines Mordanschlags unter Freuds Anleitung zu therapieren - doch die junge Nora ist alles andere als ein naives, unschuldiges Mädchen...

Für Freudianer ist "Morddeutung" ein Fest - jedes Versatzstück ist an Bord, selbst wenn es chronologisch nicht passt (wie etwa die Gegenübertragung, die Freud zu jener Zeit noch nicht verstand); schon der Romantitel ist eine Adaption von Freuds epochalem Werk, "Die Traumdeutung". Nora ist der Dora nachempfungen, der Patientin aus Freuds berühmtester und kontroversester Fallstudie ("Bruchstück einer Hysterie-Analyse"). Dabei bekommen die Versatzstücke auch ein Eigenleben; Nora zum Beispiel lässt ihre Dora-Rolle hinter sich und entpuppt sich als gewieft und mit allen Wassern gewaschen. Ein Fest ist die Rivalität der Freud-Eleven Ferenczi und Jung, und dass Jung als quasi-dement geschildert wird, lässt jedem eingefleischten Freudianer das Herz höher schlagen ;-)

Doch trotz der vielen intertextuellen Freud-Referenzen weist der Roman zahlreiche Schwächen auf. Mich hat schon die Hauptmotivation für den Roman nicht überzeugt; ohne einen nachvollziehbaren Grund kam Freud durch seinen USA-Besuch zum Schluss, dass die USA ein verdorbenes und unrettbar verlorenes Land seien - man vermutet eine nicht überlieferte, traumatische Erfahrung Freuds in den USA. Jed Rubenfeld möchte hierfür in seinem Roman eine Erklärung liefern; meines Erachtens scheitert er darin, denn nichts an der Handlung ist traumatisch für den im ganzen Buch stets als ausgeglichen geschilderten Freud.

Die Kriminalhandlung selbst ist überkonstruiert, da sie sowohl die Dora-Konstellation sowie eine radikale Gegen-den-Strich-Interpretation derselben integrieren muss. Dass am Ende seitenweise die Protagonisten dem Leser erklären müssen, weshalb was wie passiert ist, zeigt schon, dass die Konstruktion des Krimis nicht geglückt ist. Das dämliche Liebes-Happy-End passt dazu wie die Faust aufs Auge.

Und in der Tat, der Autor, ein Jurist, beherrscht sein neues Handwerk noch nicht so ganz: Die Wechsel in der Erzählperspektive nerven - Ich-Erzählung wechselt mit dritter Person, und das zeugt nicht vom Können des Autors. Seine Figuren sind auch nur teilweise rund; beim Charakter des Coroner lügt der Autor den Leser erst mal ganz ordentlich an (mehr soll hier nicht verraten werden), und das sollte einem guten Autor nicht passieren.

Dass dieser Roman so hoch gelobt wird, ist mir unverständlich - das kann nur mit den vielen gelehrten Freud-Referenzen zu tun haben, bei denen die Kritiker anscheinend vor Ehrfurcht erstarren. Eigentlich 2 Sterne, aber wegen der sehr guten Darstellung der dekadenten, neureichen High Society ist ein dritter Stern noch gerechtfertigt.

PS: Wer einen wirklich guten Krimi mit klugen psychoanalytischen Ansätzen in derselben Zeit in New York lesen will, der sollte lieber zu dem düsteren und doch brillanten Roman "Die Einkreisung" von Caleb Carr greifen.
11 Kommentar| 31 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. März 2012
New York, Ende August 1909. Der Psychiater Stratham Younger bekommt Besuch: Eine Gruppe Psychologen, darunter Siegmund Freud und C.G. Jung, besucht die Vereinigten Staaten, wo Freud eine Vorlesungsreihe halten soll. Da wird eine junge Frau auf grausame Weise vergewaltigt, misshandelt und getötet. Doch dann verschwindet die Leiche aus dem Leichenschauhaus. Kurze Zeit danach wird eine andere Frau, Tochter einer reichen Familie, misshandelt. Die junge Frau verliert ihr Gedächtnis und ihre Sprache, und während die Polizei mit ihren Mitteln die Taten untersucht, beginnt Younger mit der Therapie. Dabei bricht er in ein Geflecht aus missverstandener, lesbischer und zerstörender Liebe ein und muss bald feststellen, dass nichts ist wie es scheint... Rubenfeld ist Psychiater, kein Kriminalschriftsteller. Das merkt man auch. Die Tatsache, dass die Handlung immer wieder durch Lektionen zum Thema Psychoanalyse und durch Gedanken zum Stück Hamlet von Shakespeare unterbrochen wird, macht das Lesen nicht gerade einfach. Das wäre noch zu verzeihen gewesen, hätte Rubenfeld nicht mit allen Klischees von Kriminalromanen gearbeitet, die ihm gerade ratsam erschienen. Munter bedient er sich der Ideen bekannter Krimiautoren. Da ist es schon fast bewundernswert, dass er es schafft, die krude, konstruierte Story ohne einen Logikbruch enden zu lassen. Den Versuch, einen intelligenten Krimi zu schreiben, muss man anerkennen. Doch dazu reicht es eben nicht aus, ein fähiger Professor für Psychologie zu sein. Schade.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. September 2015
Kaufen sie alle noch verfügbaren Exemplare auf, wenn sie können... Ein Psycho-Krimi der allerersten Sorte. Ich habe mir einige Exemplare noch gesichert und schon fast alle wieder verschenkt. Lange Rede kurzer Sinn: Tolle Sache für New York Fans, die auch ein wenig an Historie interessiert sind und wissen wollen, wie Sigmund Freud bei den Amerikanern angekommen ist. A propos - Die grüne Couch in der Mittagspause ??? Tja, das ist das Leben.....
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Januar 2009
Jed Rubenfeld hat mit "Morddeutung" ein Buch kreiert, welches unter einem gewissen Zwitter-Dasein leidet. Zum einen ist hier eine (leidlich spannende) Kriminalgeschichte zu entdecken, in welcher die etwas lieblos konstruierten Charaktere im New York des angehenden 20. Jahrhunderts einem Mörder auf der Spur sind. Zum anderen erzählt Rubenfeld von der Reise Sigmund Freuds in die USA und verwebt dessen Erscheinen, Denken, Mitwirken und Handeln mit den fiktiven Ereignissen um die sonderbar wirkende Mrs. Action, die dem Mörder anscheinend nur durch Glück entkam und infolgedessen nun die Aufmerksamkeit des Ich-Erzählers Stratham Younger, des Detectives Littlermore und noch weiterer Personen auf sich zieht.
Klingt interessant, ist es aber nicht. Denn eben durch diese Überfrachtung mit Ideenballast wirkt der Roman oft konstruiert, seltsam hölzern. Spannung kommt nur selten auf und die Theorie-Exkurse um Freud und seine Gefolgschaft wirken im Kontext zu den Geschehnissen deplatziert. Rubenfeld wollte zuviel und lässt den Leser nach Ende des Buches etwas irritiert zurück.
Der Einbau der Ich-Perspektive hat mir persönlich ganz gut gefallen, schlägt die ordnende Hand in diesem Buch jedoch rüde beiseite.
Mal hier ein kleiner Brocken Psychoanalyse, mal hier ein paar Seiten Krimi, dazu noch ständig wechselnde Verdächtige und wirre Mutmaßungen......nun ja.

Fazit: "Morddeutung" ist eines solcher Bücher, auf welches man sich voll und ganz "einlassen" muss. Nur muss man gleichzeitig jene literarischen Kröten schlucken wollen, die uns Rubenfeld mittels wirrem Handlungsaufbau und hölzerner Gesamtstruktur bietet. "Meins" war es nicht.
0Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Februar 2007
Historischer Hintergrund: Sigmund Freud, C.G. Jung und Ferenczi besuchen die USA im Jahre 1909. Sie werden in die Ermittlungen zu einem Mordfall einbezogen. Ein junger amerikanischer Psychoanalytiker und Freud-Verehrer wird mit der Behandlung eines überlebenden Opfers eines sadistischen Mörders beauftragt. Er ist zugleich Betreuer für Freud und die anderen während des USA Aufenthaltes. Das ganze spielt in der New Yorker High Society, das Leben der Oberklasse, aber auch die Kehrseite, die einfachen Arbeiter und deren Leben werden gut geschildert. Debütantenbälle und der Dreck der Hochhaus- und Brückenbauten, Appartements und billige Absteigen - alles steht nebeneinander in dieser irren Stadt, die in dieser Zeit wuchert und sich zum Macht- und Finanzzentrum der Welt entwickelt.

Die Ablehnung der klassischen" Neurologen und der (amerikanischen, puritanischen) Gesellschaft überhaupt gegen die sexuellen Deutungen Freuds, Freuds Konzepte überhaupt, der Streit zwischen Freud und Jung, der letztlich zur Trennung der beiden führt, ihre unterschiedlichen Ansätze - alles das ist Thema des Krimis und wird sehr gut geschildert. Immer wieder wird dieses Wissen in Gesprächsform eingestreut und so vermittelt, dass man es (a) versteht und (b) nicht als aufgesetzt oder belehrend empfindet. Das ist genial gemacht. Zumal der Krimi spannend bis zum Schluss bleibt (nur die Auflösung des ganzen Falls hat mich dann enttäuscht).

Tip: Man sollte zum Lesen Shakespeares Hamlet und eine kurze Freud-Biografie bereithalten.

Für Krimi-Fans ein Stern Abzug wegen des Endes... das ist wirklich zu sehr gekünstelt, schade. Der Leser wird die ganze Zeit beschäftigt mit allen möglichen Deutungen und dann kommt ein Griff in eine stereotype Mottenkiste mit Geheimgängen und doch nicht so guten... (Nun, ich will das Ende nicht verraten)...
11 Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. Februar 2007
Anfang des 20. Jahrhunderts kam Sigmund Freud nach New York. Warum er nach seiner eigentlich erfolgreichen Reise immer negativ von diesem Aufenthalt berichtet hat, stellt seine Biografen bis heute vor ein Rätsel. Jed Rubenfeld bietet in "Morddeutung" eine frei erfundene Erklärung für dieses Geheimnis:

New York 1909. Nachdem eine halbnackte und geschändete Frauenleiche auftaucht und kurze Zeit später eine Tochter aus gutem Haus auf beinahe identische Weise misshandelt wird, steht Detective Littlemore vor einem Rätsel, denn das zweite Opfer hat Stimme und Gedächtnis verloren und kann der Polizei daher nicht weiterhelfen.

Zur gleichen Zeit kommt Sigmund Freud mit C.G. Jung und Sándor Ferenczi nach New York, da er in den Vereinigten Staaten für sein Werk geehrt werden und eine Vorlesungsreihe über die Psychoanalyse halten soll.

So kommt es, dass Freud und sein amerikanischer Kollege Stratham Younger versuchen, mithilfe der Psychoanalyse die Erinnerungen der jungen Frau freizulegen und dem Mörder dadurch auf die Spur zu kommen, ehe er erneut zuschlagen kann ...

Im Folgenden entspannt sich eine spannende Geschichte vor dem atmosphärisch dargestellten Hintergrund des New Yorks des frühen 20. Jahrhunderts.

Dabei nimmt Handlung immer wieder neue Wendungen und die Charaktere sind für manche Überraschung gut, aber dennoch verläuft sich die Geschichte nicht, sondern bildet ein kohärentes Ganzes. - Und neben einer fesselnden Erzählung lernt der Leser sogar die Grundlagen der Psychoanalyse kennen.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. September 2014
Das Buch wurde schon vor längerer Zeit von mir gelesen und ist auch durch einige Hände in der Verwandschaft gewandert. Alle waren begeistert davon.

Es ist herrlich erfrischend in ein Zeitalter einzutauchen, welches zeitlich gesehen garnicht so weit entfernt liegt, aber schon fast unvorstellbar geworden ist. Die Komponente mit der psychologischen Deutung durch die Denke des Hr. Freud und C.G. Young ist einfach toll - als Fan solcher psychologischer Theorien.

Ich kann den Krimi zu 100% empfehlen, da ich ihn verschlungen habe und er mir sehr gut im Gedächtnis geblieben ist - im Gegensatz zu den meisten anderen Krimis.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Mai 2007
Eigentlich stimme ich mit der Bewertung von "Mietzekatze" völlig überein und enthalte mich deswegen einer diesbezüglichen Stellungnahme.

Zwei Aspekte möchte ich aber doch ergänzen: 1) der spannende Aufbau - man kann das doch recht umfangreiche Werk nicht aus den Händen legen ... und 2) die meiner Meinung nach sehr interessante Interpretation von Hamlet und dem umgekehrten Ödipuskomplex. Da hat Jed Rubenfeld mich wirklich überzeugt....
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Hier haben wir eine echte Entdeckung für Krimifreunde mit anspruchsvollem Geschmack! Mr. Rubenfeld wandert auf Caleb Carrs Spuren, ist dabei aber absolut eigenständig und originell. Ein historischer Krimi der Extraklasse, der neben einer spannenden Story viel Wissenswertes und Interessantes über Freud, die Psychoanalyse und die Stadt New York im Jahr 1909 vermittelt. Ich konnte nicht aufhören zu lesen und empfehle dieses Buch, das in England und Amerika ein echter Bestseller war und ist, nachdrücklich. Es wäre schön, wenn der Autor auf diesem Niveau noch mehr gelingen würde.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. August 2007
Sigmund Freud kommt mit einigen befreundeten Psychoanalytikern nach New York, um Vorlesungen zu halten. Seine Kollegen in Amerika haben Kentnis ueber einen sich soeben ereigneten Fall erhalten, bei dem eine Frau misshandelt und ermordet wurde und eine zweite mit tiefem Trauma ueberlebt.Da diese sich an den Vorfall jedoch nicht erinnern kann, werden die Analytiker gebeten, sie zu behandeln, um der Polizei zu ermoeglichen, den Moerder zu fassen.
Verwoben in die Moerderjagd, die sich weitaus komplizierter gestaltet als angenommen, ist die Geschichte der Psychoanalyse selbst - der ueberaus brisanten Theorie der Entstehung von Neurosen durch in der Kindheit unterdrueckte Wuensche. Diese Brisanz eroeffnet sich - im Buch auf die Zeit von Freuds Amerikabesuch vordatiert - durch die Reaktion der Gesellschaft, der Medien, und, ganz wesentlich, der Haltung der vermeintlichen Anhaenger und Kollegen. Jung's Bruch mit den von Freud aufgestellten Prinzipien der Psychoanalyse wird detailliert dargestellt.
Meiner Meinung nach verdient das Buch mindestens 6 Sterne. Neben der ueberaus spannenden und durch viele Irrwege fuehrenden Kriminalgeschichte empfinde ich es auch als wohltuend, Freud's klassische Psychoanalyse einmal nicht, wie heute so haeufig anzutreffen, laecherlich gemacht zu sehen, sondern, so gut es der Autor vermag, die Ideen und Methoden in leichter Form dargestellt zu wissen. Hervorragend!
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden