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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packender Roman über eine schillernde Persönlichkeit der europäischen Geschichte
Mit John Law of Lauriston hat sich Claude Cueni eine schillernde und interessante Persönlichkeit der europäischen Geschichte als Hauptfigur für seinen historischen Roman "Das große Spiel" ausgewählt, die bisher noch wenig in diesem Genre (mir ist sonst lediglich Janet Gleesons historischer Roman "Der Mann, der das Geld erfand" bekannt) beleuchtet...
Veröffentlicht am 1. November 2006 von Galarina

versus
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine spannende, aber unausgewogene Darstellung John Laws
Wer sich näher mit John Law (1671-1729) auseinandersetzt, muß zu dem Schluß kommen, daß ein historischer Roman über diese schillernde Figur des ausgehendenden 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts kaum scheitern kann Die vielen überaus positiven Rezensionen scheinen dies zu bestätigen. Dennoch hinterließ Cuenis Bestseller bei mir...
Veröffentlicht am 2. März 2010 von Alfred Wollmann


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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packender Roman über eine schillernde Persönlichkeit der europäischen Geschichte, 1. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Das grosse Spiel (Gebundene Ausgabe)
Mit John Law of Lauriston hat sich Claude Cueni eine schillernde und interessante Persönlichkeit der europäischen Geschichte als Hauptfigur für seinen historischen Roman "Das große Spiel" ausgewählt, die bisher noch wenig in diesem Genre (mir ist sonst lediglich Janet Gleesons historischer Roman "Der Mann, der das Geld erfand" bekannt) beleuchtet wurde.

John Law of Lauriston, geboren Anfang des 17. Jhdts. in Edinburgh, war Sohn des Innungsmeisters der Goldschmiede von Edinburgh und Geldverleiher William Law. Nach dem frühen Tod seines Vaters ging John Law nach London, wo er zunächst als Frauenheld und Spieler bekannt wurde. Beim Spiel machte er sich seine hervorragenden mathematischen Kenntnisse und Fähigkeiten zu nutze, indem er Gewinnchancen im voraus kalkulierte. Verstrickt in eine Intrige der Mätresse Charles II., Elisabeth Villiers, wurde er von Beau Wilson, einer stadtbekannten Persönlichkeit, zum Duell gefordert, und in Folge des Duells wegen Mordes angeklagt und zum Tode verurteilt. Mit Unterstützung konnte John Law fliehen und suchte in verschiedenen europäischen Ländern Exil, wo er sich an den Spieltischen der besseren Gesellschaft über sein mathematisches Talent in kurzer Zeit ein Vermögen erspielte. Die große Liebe seines Lebens wurde die unglücklich verheiratete Lady Catherine Knowles, mit der Law im Exil zusammen lebte und Kinder bekam. Zu dieser Zeit erfand er eine Geldtheorie und ein Finanzsystem, das er beständig weiterentwickelte, während er in Schottland und Italien versuchte seine Finanzideen umzusetzen. Erst in Frankreich, wo er sich 1714 niederließ, bekam er, gestützt durch den Regenten Philippe d'Orléans, die Möglichkeit dazu, da Ludwig IX. durch langwierige und kostspielige Kriege, seinen aufwendigen Hof und den Bau des Schlosses Versailles die französischen Staatsfinanzen in einen desolaten Zustand gebracht hatte. So erhielt Law 1716 die Erlaubnis zur Gründung der Banque Générale und der Einführung des Papiergeldes in Frankreich. 1717 wurde die Mississippi-Kompanie gegründet, die ein staatliches Monopol für den Handel mit Louisiana erhielt, zur Finanzierung wurden Aktien emittiert. Das große Spiel nahm seinen Lauf und eine Zeit des wirtschaftlichen Erfolgs setzte ein, in der soziale Schranken durchbrochen wurden. Aus verschiedenen Gründen geriet das System im Mai 1720 vollständig außer Kontrolle. Der erste Börsencrash der Geschichte setzte ein. John Law musste fliehen und war als einst reichster Mann der Welt in Kürze vollkommen überschuldet. Seine Ideen gab er aber niemals auf...

Claude Cueni führt John Law zunächst als unbeständigen, charakterschwachen Hasardeur und angeberischen Draufgänger ein, der in seiner Persönlichkeit zwar durchaus faszinierend ist, aber deutliche Schwächen hat. Erst im Laufe des Romans zeigt sich dem Leser, daß John Law eher verkanntes Genie, hervorragender Geldtheoretiker und Finanzier als Glücksspieler ist. Die Facetten seiner Hauptfigur arbeitet der Autor nicht nur über dessen Karriere heraus sondern auch über die Beziehungen zu seiner Frau, seinem Bruder und seiner Mutter. Als Nebenfiguren tauchen interessante Charaktere, wie Daniel Defoe oder Lieselotte von der Pfalz auf.

Erzählerisch gelingt es Claude Cueni nicht nur das schillernde Leben von John Law spannend zu beleuchten sondern auch seine finanzwirtschaftlichen Theorien einfach und verständlich einzuarbeiten, so dass niemals der Eindruck lehrbuchhafter Passagen entsteht. Dabei ist Cuenis Sprache direkt und schnörkellos. Vor allem gelingt dem Autor das Kunststück, den Leser von Beginn an zu fesseln; der Leser ist bereits mit der ersten Seite "mitten im Buch", ein Einlesen entfällt vollständig.

Leider hat Claude Cueni einige durchaus wesentliche Ereignisse im Leben John Laws und der tatsächlichen Geschichte verändert, was meines Erachtens dramaturgisch nicht notwendig gewesen wäre. Eine diesbezüglich Angabe in einem Nachwort oder Anhang zur Trennung von Fiktion und Realität fehlt bedauerlicherweise. Dennoch führt dieser Mangel für mich nicht zu einer Abwertung dieses historischen Romans, denn Claude Cueni hat es geschafft, ein eigentlich trockenes Thema so mitreißend und packend zu verarbeiten, daß er beim Leser Interesse, Begeisterung und Neugier weckt und damit zur Eigenrecherche über das tatsächliche Geschehen motiviert.

"Das große Spiel" ist ein überaus spannender und lehrreicher historischer Roman über John Law of Lauriston, der seinen Lesern die Entstehung unserer heutigen Finanzsysteme auf unterhaltsame Weise nahe bringt, selbst wenn man sich bisher nie für Finanzfragen interessiert haben sollte. Trotz seiner inhaltlichen Unkorrektheiten ist der Roman wegen der fesselnden Darstellung sehr empfehlenswert. Ich werde mir sicher auch Claude Cuenis früheren historischen Roman "Cäsars Druide" zulegen, in der Hoffnung, dass dieser genauso mitreißend ist.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dran bleiben! Visionen spielerisch zum Leben erwecken., 23. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Das grosse Spiel (Gebundene Ausgabe)
Claude Cueni stellt uns in einem grossartigen Roman John Law vor, einen schottischen protestantischen Mathematiker, Logiker, Glücksspieler, Lebemann, Visionär. John Law erscheint uns als lebhaftiger, gern gesehener Edelmann, von dem sich die Leute in ganz Europa bei einer Partie Pharao gerne das Geld aus der Tasche nehmen lassen. Denn immer ist da Weisheit und Klugheit und die Vision vom blühenden Staat mit florierendem Handel und voller Beschäftigung mit im Spiel.

Alles aktuelle Themen. Und weil unser John Law of Lauriston ein Leben lang Ueberzeugungsarbeit leisten muss, beginnen wir am Rande einer lebhaften Geschichte durch London, Amsterdam, Venedig und Paris selbst etwas über Staatsfinanzen, Börsenwesen und Inflation zu verstehen. Schlussendlich waren es die Franzosen, bei denen er sein System ausprobieren konnte. Es wäre alles gut gelaufen, wenn der Herr Regent nicht die Druckpresse zu viel betätigt hätte.

Das der Hauptfaden. Und hineingewoben ist die unglaubliche Geschichte einer unehrenhaften Liebe mit einer verheirateten Frau, Szenen von Vertrauen und dessen Verlust, Episoden mit Neidern, Intriganten und dem lieben Gevater Tod. Es überwiegen das Fröhliche, das Leichte und die grosse Idee, welche John ein Leben lang verfolgt.

Ich freue mich auf den Film!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mathematik, Stochastik, Wirtschaftstheorien', 30. November 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das große Spiel (Audio CD)
sind kaum Begriffe, die unterhaltsame Lektüre versprechen. Doch Claude Cueni gelingt es mit der Geschichte des John Law of Lauriston, den Zuhörer zu fesseln.
John Law war eine der schillernsten Figuren des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts. Als Sohn eines schottischen Geldverleihers, beschäftigte er sich schon früh damit Geld möglichst gewinnbringend für sich arbeiten zu lassen. Mit seinen profunden Kenntnissen der Mathematik und Stochastik, gewann er durch Glücksspiel ein vermögen. Der tödliche Ausgang eines Duells zwang ihn allerdings zur Flucht auf das europäische Festland. In Paris machte er sich - wie zuvor schon in London - mit seinem Spielerfolg auf sich Aufmerksam. Er lernte den Duc d'Orleans, dem späteren Regenten Frankreichs kennen. Dieser half ihm, trotz zahlreicher Anfeindungen von Neidern, Zweiflern und Lobbyisten zum Posten des obersten Finanzkontrolleurs der französischen Krone.
Diese Stellung erlaubte es Law erstmals seine weitreichenden wirtschaftspolitischen Vorstellungen umzusetzen. Mit Errichtung der sogenannten "Mississippi-Aktiengesellschaft", kam es zu einem unerwarteten Boom in dem zuvor durch Krieg, Korruption und Misswirtschaft hochverschuldeten Frankreich. Law wurde formal zum mächtigsten Mann der Erde und Franzosen aller Schichten konnten davon profitieren. Durch Aktienanlagen gelang es Mitglieder aller Bevölkerungsschichten zu Reichtum zu gelangen. Die gesellschaftlichen Unterschiede verschwammen. Doch Hiobsbotschaften aus dem fernen Louisiana liessen die Aktienhausse platzen und Laws Gegner bekamen Oberwasser.

"Das Grosse Spiel" ist kein literarisches Feuerwerk, dazu fehlt es den agierenden Charakteren an Tiefe. Auch die äusseren Lebensumstände dieser Zeit werden nicht eingehend beschrieben. Stattdessen werden dramaturgisch unbedeutende Handlungsstränge, wie z.B. die Szenen um Daniel Defoe verfolgt. Ebenso schreckt Cueni nicht vor der mittlerweile unvermeidbaren Schilderungen sexueller Praktik zurück. Die detaillierte Schilderung, wie der 12 jährige Law vom Dienstmädchen in die Liebeskunst eingeführt wird, ist unnötig, unglaubwürdig und effektheischend.

Dennoch ist es ein äusserst kurzweiliges Vergnügen. Das wiederkehrende Auf und Ab in Laws Leben, sein stetes Bemühen seine Visionen zu verwirklichen, die Dekadenz des Systems, das Intrigantentum der Lobbyisten sowie die verständlich beschriebenen Grundlagen der Geldpolitik dieser Zeit, machen dieses Buch zu einem kurzweiligen und lehrreichen Hörgenuss. Cueni gelingt es die Spannung von Kapitel zu Kapitel aufrecht zu erhalten oder neu aufzubauen.

Von daher: hörenswert
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine spannende, aber unausgewogene Darstellung John Laws, 2. März 2010
Von 
Alfred Wollmann (Erding, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das große Spiel (Taschenbuch)
Wer sich näher mit John Law (1671-1729) auseinandersetzt, muß zu dem Schluß kommen, daß ein historischer Roman über diese schillernde Figur des ausgehendenden 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts kaum scheitern kann Die vielen überaus positiven Rezensionen scheinen dies zu bestätigen. Dennoch hinterließ Cuenis Bestseller bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits ist den zahlreichen Rezensenten zuzustimmen, daß man nicht enttäuscht wird, wenn man "einfach" eine spannende, nicht weiter zu hinterfragende, flüssig erzählte, in einem Zug zu lesende Geschichte erwartet. Eine andere Frage ist, ob der Roman seinem Objekt gerecht wird. Hier kommen Zweifel auf.

Cuenis Erzählstil hat handwerklich mehr Schwächen als Stärken. Dem Autor ist es offensichlich ein Anliegen, dem Leser durch streckenweise sehr realistische Schilderungen der städtischen Lebensverhältnisse in Edinburgh, London und Paris ein Bild der Zeit zu vermitteln, das in konventionelle Geschichtsbücher kaum Eingang findet. Dieses löbliche Unterfangen wird aber allzuoft wieder konterkariert durch einen modernen umgangssprachlichen Redestil der Romanfiguren, der eher dem Drehbuch einer Fernsehproduktion angepaßt wäre. Der Roman büßt dadurch erheblich an Authentizität ein. Wenn in der Unterhaltung zwischen Law und dem Marquis d'Argenson letzterer sich polemisch über die Steuersenkungspläne Laws mit den Worten ereifert "Kann es sein, daß ich während des Schulunterrichts irgendeine Lektion verpaßt habe?" (S. 378) so erinnert der Dialog an Fernsehserien, wirkt aber in diesem "Setting" völlig unglaubwürdig - zumal man berücksichtigen muß, daß der Schulunterricht der Grammatikschulen des 18. Jhs im wesentlichen aus Latein und Griechisch bestand. In dieselbe Kategorie fällt die Bemerkung des Regenten, man müsse in die Stadt umziehen, weil das Versailler Schloß "total verpisst" sei (S. 293).

Dem Autor gelingt es zum Teil, den Umbruchscharakter des Denkens der Zeit herauszuarbeiten; doch bleibt er hierin immer wieder in Ansätzen stecken und wendet sich schnell wieder griffigen Episoden zu. Atmosphärische Beschreibungen und Reflexionen sind deshalb eher selten; gelungen ist z.B. die Beschreibung der durch den spanischen Erbfolgekrieg verursachten Verwüstungen anläßlich einer Reise Laws von Amsterdam nach Paris 1712 (S. 256-8). Der biographisch angelegte Handlungsstrang wird durch zahlreiche Nebenfiguren wie dem überaus negativ gezeichneten Daniel Defoe und durchaus überflüssige Episoden überfrachtet, deren Zweck man wohlwollend damit umschreiben könnte, ein Sittengemälde der Zeit liefern zu wollen. Hierzu gehört auch die Fokussierung auf die Duellpraktiken der Zeit, die zwar spannungssteigernd wirkt, aber John Law als Mensch und Protagonist in den Hintergrund treten läßt. Da über die Jugendzeit John Laws faktisch nichts bekannt ist, gehen die Schilderungen des ersten Drittels des Romans einschließlich der Londoner Zeit (mit Ausnahme des Wilson-Duells und der folgenden Gerichtsverhandlung) auf das Konto der künstlerischen Freiheit des Autors. Daß der Klappentext", der die Geschichte als "unglaublich, aber wahr" anpreist, zu relativieren ist, versteht sich vor dem Hintergrund der Quellenlage von selbst. Gänzlich abwegig und unglaubwürdig wird es aber, wenn John Law aus nachvollziehbaren pragmatischen Gründen in Frankreich zum Katholizismus konvertiert, die Aufnahmeprüfung aber lediglich - wie könnte es anders sein - in der Verführung durch eine Nonne besteht (S. 391 ff.) Zudem weist der Roman Schwächen in der Charakterzeichnung der Protagonisten auf. Das Verhältnis zwischen John und seinem jüngeren Bruder William ist unglaubwürdig und holzschnittartig. Williams über lange Zeit von blankem Haß gegenüber seinem erfolgreichen Bruder geprägtes Verhältnis schlägt plötzlich in geschäftliche Kooperation um, die darin mündet, daß William Johns letztlich scheiternder Stellvertreter in Louisiana wird. John Laws Leben als Spieler und Attraktion der Salons wird breit geschildert; daß er aber spätestens in seiner Pariser Zeit ein sehr nachdenklicher, introvertierter Mensch gewesen sein muß, der immer öfter die Spieltische mied, beweisen seine zahlreichen tiefschürfenden Memoranden. Es ist ein gewisser Bruch in Laws Biographie zu beobachten, der bei Cueni nicht hinreichend herausgearbeitet. wird.

Der Roman wird John Law nicht gerecht, weil er ihn einseitig als Spieler und Lebemann zeichnet. Daß Law ein seine Zeit weit überragender, origineller volkswirtschaftlicher und geldtheoretischer Denker und Vorläufer des Monetarismus war, dessen bis heute noch nicht vollständig erfaßte, geschweige denn edierte Schriften erst in letzter Zeit eine Würdigung erfahren, kommt nur in Ansätzen zum Ausdruck. Cueni modifiziert immerhin das in der älteren Literatur dominierende Bild des Spekulanten Law, der mit der "Compagnie d'Occident" eine bis dahin beispiellose Spekulationswelle entfacht und sich selbst über die Maßen bereichert haben soll. Law war in dieser Spekulation der unschuldig Getriebene. Er erkannte von Anfang an klar das Deckungsproblem und die unzulässige Aufblähung der Geldmenge durch Betätigung der Notenpresse, in diesem Fall durch den Regenten.
Daß diese Fragen bereits Anfang des 18. Jahrhunderts sich in dramatischer Weise auswirkten und bis heute immer wieder in Spekulationskrisen virulent werden, sind ein überaus spannendes Kapitel nicht nur der Wirtschaftsgeschichte, sondern heute auch Gegenstand der "behavioural finance"-Forschung und der Geldpolitik im allgemeinen. Anschaulich wird im letzten Drittel des Buches gezeigt, daß überhitzte Märkte und Spekulationswellen den sich entfaltenden globalen Kapitalismus von Anfang an begleiteten.

Zugegebenermaßen ist es für einen Autor leichter, ein Sittengemälde mit in Maßen unterhaltsamen, bisweilen aber mätzchenartigen und effektheischenden Episoden zu zeichnen. Dies geht zunächst auf Kosten der Charaktere, die wie in einem Kostümfilm auftreten und verschwinden, also flach und austauschbar werden. Überhaupt wirkt sich die Nähe des Autors zum Medium Film für den Roman problematisch aus, weil die Perspektive der Zweitvermarktung den Romantext passagenweise von Anfang an bestimmt zu haben scheint.
Die ernsthafte und sehr viel anspruchsvollere Aufgabe, Laws Denken romanhaft dem Leser zu vermitteln, hat Cueni über weite Strecken gescheut. Trotz aller angesprochenen Schwächen ist das Buch dennoch lesenswert, weil es auf unterhaltsame Weise wenig bekannte wirtschaftsgeschichtliche Ereignisse vermittelt und zu weiterem Nachdenken über wirtschaftstheoretische Fragen anregt. Für diesen Aspekt sei auf die Abhandlung von Antoin E. Murphy, "John Law. Ökonom und Visionär" (Düsseldorf: Verlag Wirtschaft und Finanzen, 2002, engl. 1997) verwiesen.
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Jahrhundert-Werk!, 9. August 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das grosse Spiel (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman ist ein absolut gelungenes Werk, der beste, den ich seit dem Medicus gelesen habe!

Man fängt an zu lesen und möchte das Buch nicht mehr weglegen.

Man bekommt einen lebendigen Eindruck von den Anfängen der - ich möchte fast sagen, der Zivilisation.

Als ganz Europa von Kriegen gebeutelt wird, Millionen Menschen an Hunger und Kälte sterben, die Kindersterblichkeit bei 80 Prozent liegt, überall Pest und ähnliches wüten (Sogar in Städten wie London wurden die Nachttöpfe einfach aus dem Fenster auf die Straßen entleert, die sanitären Anlagen von ganz Versailles bestanden aus gerade mal 300 Nachttöpfen) und niemand Arbeit findet, weil es einfach kein Geld mehr zum Bezahlen gibt, da alles verfügbare Metall für Kanonen verbraucht war - in dieser Zeit hat ein Mann eine Vision, wie er ganz Europa aus dieser Misere führen kann: Durch die Einführung von Papiergeld.

Man wird schon fast schwindelig bei dem Gedanken, wie es heute in unserer Welt aussehen würde, hätte es diesen einen Mann nicht gegeben, der wieder und wieder versucht hat, eine Regierung nach der anderen für seine Idee zu gewinnen und es schließlich im völlig am Boden liegenden bankrotten Frankreich geschafft hat. Ich werde noch oft an John Law denken, wenn ich einen Geldschein in die Hand nehme.

Es ist, als würde man die Geschichte selber durchleben. Die dreckigen Städte, die Armut, aber auch die Orgien der Reichen oder die Begegnungen mit anderen bekannten Größen wie dem Autor von Robinson Crusoe, Daniel Defoe (Im Original findet sich eine Widmung an Law) oder Montesquieu, der einen Bericht über Law im Auftrage des französischen Hofes verfasste.

Danke, John Law, für Ihren Beitrag in der Welt, auf dem sich unser heutiger Wohlstand begründet!

Danke, Claude Cueni, für das wohl am besten recherchierte Buch, das ich je gelesen habe und bei dem ich so oft bestürzt, erstaunt, erregt und gespannt war, aber oft auch wegen Ihres feinsinnigen Humors, mit dem Sie schreiben, lauthals gelacht habe.

Genial!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch über ein faszinierendes Genie, 28. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Das grosse Spiel (Gebundene Ausgabe)
Ein wirklich gelungenes Buch über eine ansonsten fast vergessene schillernde Gestalt der Geschichte.

Ich möchte jetzt nicht zu sehr meine Vorgänger wiederholen - nur kurz - der Roman ist spannend zu lesen, interessant und geistreich.

Allerdings war Law nicht der Erfinder des Papiergeldes. Diese Ehre gebührt der Bank von Amsterdam die schon 1609 Banknoten ausgab.

Law gebührt jedoch die Ehre diese Idee umgesetzt zu haben.

Er forderte dies zuerst in Schottland (über seine Schrift Money and Trade Considered, with a Proposal for Supplying the Nation with Money)

und erst später in Frankreich.

Der französische Regent der total pleite war, der französische Staat der von Geldmangel und Stagnation geplagt war schufen die ideale Voraussetzungen.

Law gebührt ein Ehrenplatz der Geschichte, er brachte mit dem Papiergeld, der Deckung des Geldes durch Grundbesitz usw. eine wichtige/nötige Neuerung. Vor allem war er seiner Zeit aber auch weit voraus.

Erst ab Mitte der 60er Jahre des 20. Jhdt. spielte die unsinnige Deckung mit Edelmetallen keine Rolle mehr.

Law meinte das Vertrauen der Menschen in die Währung sei am wichtigsten.

Laws Eroberungskünste bei Frauen werden im Roman tiefgestapelt. Tatsächlich war er ein bekannter Charmeur der es wusste die Frauen zu verführen.

Dennoch der Roman ist ein Meilenstein, endlich mal etwas anderes zudem spannend geschrieben, kurzweilig, lehrreich.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Leben - ein Ziel, 24. Juli 2008
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das große Spiel (Taschenbuch)
Dieses Buch ist unvergleichbar! Auch wenn andere Bücher, wie z.B. "Die Pastellkönigin" von M. Jary, auch das Leben von einem der größten Männern der Weltgeschichte erzählen, schafft es keins so viele Einzelheiten in so einer unvergleichlichen Qualität darzustellen.
Es ist beeindruckend, wie ein Mann, der seiner Zeit weit voraus war, sein ganzes Leben der Verwirklichung einer großen Idee widmet. Der große Ehrgeiz und ein wacher Geist paaren sich bei John Law mit tadellosen Manieren, der Eleganz und einem der schönsten Männergesicht des 18. Jahrhunderts. Aus dieser Mischung entsteht ein Mann, der zu den mächtigsten und wichtigsten Männern Frankreichs wird.

Ein unvergleichbarer Roman über die Macht, Intrigen, die Engstirnigkeit des konservativen Denkens der Anhänger eines alten Systems, über Missgunst, Neid, aber auch Liebe, Mut, Glaube und Stärke...
Außerdem wird einem vor Augen geführt, was in unserer Gesellschaft als selbstverständlich gilt: Das Papiergeld hatte Vieles zu durchkämpfen, bis es Silber/Gold-Münzen ersetzen konnte.

Unbedingt lesen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolute Unterhaltung und auf keinen Fall trockene Historik!, 22. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das große Spiel (Taschenbuch)
Ich hab den Roman an zwei Abenden verschlungen. Ich lese groeßtenteils Fantasy und hab gerade mit historischen Buechern oefter laneger als durchschnittlich zu tun, sie durchzulesen. Das liegt meistens an den wirklich umfangreichen Daten und der Anzahl an Personen, die man sich merken muss ' da brauch ich immer einen freien Kopf, um genug Aufmerksamkeit zu haben.

"Das große Spiel" war voellig anders und darf sich trotzdem zurecht historischer Roman nennen. Zuweilen hatte ich das Gefuehl, es handle sich um eine Art Roadmovie.

Schreibweise/stil von Cueni sind so fluessig und er schafft so zuegig und unmissverstaendlich die Zustaende der damaligen Zeit zu beschreiben, dass keine Fragen offen bleiben. Dabei vernachlaessigt er aber auf keinen Fall die Fakten. Das Buch ist tatsaechlich wunderbar recherchiert und schildert lebending und schillernd Vieles, was man vielleicht selbst schon wusste. Es geht quasi um die Erfindung des Papiergeldes und die Revolutionierung des Kreditwesens, als Metall fuer Muenzen langsam knapp wird und fast nur noch die Ressourcenfelder eines Landes, oder aber Kriege darueber entscheiden, ob ein Land liquide ist oder nicht.

Der Hauptcharakter John Law war mir absolut symphatisch und ich kam nich umhin, mich ein wenig in ihn zu verlieben. Ein Mann, ein Spieler, ein brillianter Mathematiker der zuerst fuer seine Ideen brennt und fuer das Bild, dass er von der Welt hat ' der es sich zur Lebensaufgabe macht, die Welt (zumindest im Finanzwesen) so zu revolutionieren, damit sie zu einem besseren Platz fuer alle Menschen wird.

Als Frau behagte mir natuerlich auch das verwegene Kaempfen um die eine (verheiratete) Frau, die er liebte. Am Ende blickt man zusammen mit John Law auf sein Leben zurueck und sieht, was er tatsaechlich erreicht hatte ' man sieht ebenso all die Rueck -und Schicksalsschlaege. Einem wird klar, Wie Menschen mit Ideen, die bereit sind fuer diese zu kaempfen und zu sterben, unsere Welt erschufen, wie wir sie kennen.

Meine Meinung: Ein absolut fantastisches Buch, das mir Appetit auf mehr historische Romane gemacht hat. Es bietet, finde ich, alles was man sich wuenschen kann: Mehr als eine handvoll Leute, die eng ins Geschehen mit eingestrickt werden, gut ausgebaut wurden; immer wieder gut geschilderte Situationsbeschreibungen zur damaligen Zeit (gerade die Verhaeltsnisse in Frankreich) und zum Weltgeschehen; einleuchtende Erklaerungen zum Finanzwesen, die Lust auf eigene Recherche gemacht haben; eine Liebesgeschichte ' auf die ich ehrlich gesagt, sonst gerne verzichte, aber in dieser Form gehoerte sie einfach dazu ' das lag wohl daran, dass Cathrine sich absolut abhebt von den Damen der damaligen Zeit und wie ein Baum hinter ihrer Liebe und Johns Ideen stand - das hat mir imponiert.

Absolute Unterhaltung und auf keinen Fall trockene Historik!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannendes Thema, toll vorgetragen, 23. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Das große Spiel (Audio CD)
5 Sterne für dieses tolle Hörbuch! Ich bin ein sehr ungeduldiger Hörbuchhörer und schaffe es bei mehr als 50% nicht über die erste CD hinaus. Ganz anders bei diesem. Mitreissend von Anfang an - auch wenn es nicht gleich klar ist worum es eigentlich geht. Anfangs dachte ich es ginge nur um Spielen und Pokern und geschellschaftliche Intrigen. Erst ab der 2. CD wird langsam klar was das mit dem grossen Spiel auf sich hat und der Name ist eigentlich leicht irreführend.

David Nathan liest sehr facettenreich und engagiert, die Geschichte ist historisch spannend und hat einen sehr aktuellen Bezug. Eine Finanzkrise im 18. Jahrhundert, die erstaunliche Parallelen zur heutigen Krise zeigt. Geld, Gier, Macht, Maßlosigkeit, Visionen, Phantasien, Erhöhung der Geldmenge und die Folgen, etc..

Aber eigentlich geht es ja um ein viel spannenderes Thema: Die "Erfindung" des Papiergeldes, einer Staatsbank und Aktienhandel, Gewinnwahrscheinlichkeiten, Geldverkehr etc.. Eingebettet in einen Biographie von John Law und geschichtliche Geschehnisse im späten 17. bis mitte 18. Jahrhundert. Die Figur ist so faszinierend und ungewöhnlich, dass ich am Ende beschlossen habe erstmal garnicht nachzuforschen ob es John Law wirklich gegeben hat, weil ich insgeheim hoffe, dass er wirklich gelebt hat - auch wenn er an manchen Stellen sicher etwas idealisiert wurde.

Ich freue mich schon auf weitere Werke von Claude Cueni und David Nathan.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hätte Noah Gordon diesen Roman geschrieben, wäre "Der Bankier" dabei herausgekommen. :-), 10. August 2008
Von 
Apicula "Biene" (Apiculis) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (#1 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das große Spiel (Audio CD)
Hörbuch-Rezension: DAS GROSSE SPIEL von Claude Cueni, gelesen von David Nathan | bearbeitete Fassung | 6 CDs im ProfilePac (Pappcover zum Einstecken) | Spielzeit 456 Minuten (77 Tracks) | erschienen bei Lübbe AUDIO

Meine aktuelle >>>Top-Hörbuch - Empfehlung<<< -müsste ich denn eine abgeben- würde dieses Hörbuch betreffen. Denn hier vereinen sich:

$$$$$__Historische Fakten über die Einführung des
_______Papiergeldes im Speziellen und Revolutionierung
_______der Finanz-Wirtschaft in Europa im Allgemeinen.
$$$$$__Dramatischen Lebensumstände eines Gentlemans,
_______Visionärs, Dandys, Glücksspielers, brillanten
_______Mathematikers und Beraters des französischen
_______Königshofes, der kaum 10 Jahre am Stück am
_______selben Ort lebte; noch im selben Land.
$$$$$__Eine un/glückliche Liebesgeschichte mit einer
_______verheirateten Frau: Lady Catherine Knowles.
$$$$$__Die Krönung: Das Ganze wird dann auch noch klar
_______und verständlich brillant vorgelesen von David
_______Nathan, der für mich in Sachen Hörbuch-Lesung
_______mittlerweile den zu den Favoriten zählt und der -
_______sollte Ihnen sein Name nicht viel sagen - seine
_______charakteristische Stimme Schauspielern wie
_______Johnny Depp oder Christian Bale leiht.

Kurz, die faszinierende Lebensgeschichte eines brillanten Kopfes unserer Geschichte (John Law - Ökonom und Visionär), der das europäische Wirtschaftssystem maßgeblich beeinflusst hat; dessen Visionen allerdings zu seiner Zeit verkannt bzw. ausgenutzt wurden. --- Auf meiner persönlichen Hörbuchskala ein eindeutiges:

HÖRRLICH! (und 5 $-Noten noch dazu: $$$$$)
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Das große Spiel
Das große Spiel von Claude Cueni (Taschenbuch - 2. Januar 2008)
EUR 8,95
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