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439 von 507 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. März 2006
Bei Ankündigung sogenannter "Buchereignisse des Jahres" ist Skepsis immer angebracht.
Trotzdem war ich neugierig auf den Erstling des Schweden Stieg Larsson, der posthum erscheint, da der Autor bereits 2004 verstarb.
Und tatsächlich handelt es sich bei "Verblendung" um einen hochspannenden, perfekt aufgebauten Thriller der Extraklasse.
Dieser Kriminalroman ist eine unwiderstehliche Mischung aus "Cupido" von Jilliane Hoffman und den besseren Wallander-Romanen von Henning Mankell.
Im Mittelpunkt steht der Journalist Mikael Blomqvist, dessen ansonsten tadelloser Ruf nach Enthüllungen über die Geschäftspraktiken eines Großindustriellen angeschlagen ist. Da kommt ihm das Angebot eines alten Patriarchen, der mit Mühe die Reste seines Konzerns zusammenhält, gerade recht. Für den alten Mann soll Blomqvist ein Rätsel der Familiengeschichte der Vangers lösen.
Mehr als dreißig Jahre zuvor verschwand bei einem Familienfest die damals dreizehnjährige Nichte. Noch immer erhält Hendrik Vanger zu seinem Geburtstag von ihr ein Geschenk, dabei sprechen alle Indizien dafür, dass sie an jenem Tag einem Verbrechen zum Opfer fiel. Mikael Blomqvists Ermittlungen bekommen eine ganz neue Richtung, als er die Hilfe einer jungen Privatdetektivin annimmt und mit ihr in einer Familiengeschichte herumwühlt, die mehr als nur die eine sprichwörtliche Leiche im Keller zu bieten hat...
Über 750 Seiten führt einen der Autor immer wieder auf falsche Fährten, in Untiefen und Abgründe.
Dieses Buch ist zugleich ein psychologisches Meisterstückchen als auch ein sorgfältig recherchierter Wirtschaftskrimi.
Sehr lange hat mich kein Kriminalroman mehr so begeistert, gleichzeitig so in Atem gehalten wie eben dieses Buch von Stieg Larsson, in dessen Nachlass noch zwei weitere Kriminalromane auf die Veröffentlichung warten.
Unverbraucht frisch, ungeheuer spannend und doch mit allen klassischen Attributen eines guten Kriminalromans versehen ist "Verblendung" absolut empfehlenswert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ein schwedischer 688 Seiten-Krimi. Es geht um den Journalisten Mikael, der als Mitherausgeber eines politischen Magazins von Enthüllungsjournalismus lebt. In seiner journalistischen Arbeit ist er gezielt gelinkt worden und auf Falschinformationen herein gefallen. Sein guter Ruf ist ruiniert, ein Gericht verurteilt ihn sogar zu einer kurzen Freiheitsstrafe. In dieser Situation ist er psychisch, beruflich und finanziell auf einem Tiefpunkt seines Lebens angelangt. Da macht ihm überraschend ein 82 jähriger Großindustrieller ein Angebot. Er soll das Verschwinden seiner Lieblingsnichte aufklären, nach der seit 43 Jahren vergeblich gesucht wird. Mikael willigt ein und zieht für ein Jahr nach Norrland in ein Holzhaus am Meer.

Als seine Mitarbeiterin für die Recherchen wird Lisbeth, eine junge Frau engagiert, die sich am Rande der Gesellschaft in der Hacker-Szene bewegt. Beide, Mikael und Lisbeth sind faktisch Outlaws, Außenseiter der schwedischen Gesellschaft. Ihre Ermittlungen und Recherchen werden von Stieg Larsson minutiös beschrieben. Faszinierend ist, dass bei allen Ermittlungen keine Polizei beteiligt ist. Ein (Wirtschafts) Krimi ganz ohne Kommissar, Inspektor und Staatsanwalt - das ist ungewöhnlich.
Mikael und Lisbeth klären das Verschwinden der Nichte des alten Mannes auf und bringen anschließend noch den Wirtschaftskriminellen zur Strecke, der Mikael in den beruflichen Ruin getrieben hatte.
Ich habe dieses Buch - auch gerade wegen der ausführlichen Charakterstudien der handelnden Personen - mit Spannung und Interesse gelesen.

Kritikpunkte? Ja, die gibt es:
Der allgemeine Trend in der Krimiszene zum Serienmörder. Ein mikriger Mord reicht nicht, müssen schon eine Handvoll sein, besser noch ein Dutzend - und auch das reicht nicht - 40 Morde - das ist doch schon was. Und diese 40 Morde geschehen natürlich unter unvorstellbaren grausamen Umständen. Diesen Trend der Krimiautoren zur immer mehr Ermordeten und zu immer größerer Grausamkeit widert mich an. Genauso wie die genüsslich beschriebenen SM-Gewaltszenen, die in diesem Buch immer wieder auftauchen. Hier geschieht nichts im Einverständnis unter Erwachsenen, hier wird Menschen - völlig überflüssig für den Erzählstrang - extreme Gewalt angetan.
Was viele Rezensenten vor mir schon anmerkten: Der Buchtitel hat überhaupt nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun. Er ist ein totaler Fehlgriff des Verlages. Es hört sich vielleicht im Zusammenhang mit den beiden anderen Büchern von Stieg Larsson, "Verdammnis" und "Vergebung" ganz gefällig an - aber "verblendet" ist im vorliegenden Krimi niemand. Höchstens der Lektor des Heyne Verlages, der sich den Titel ausgedacht hat.
Noch ein Kritikpunkt: Der Plot - der Erzählstrang. Nachdem der Massenmörder entlarvt und das Verschwinden der Nichte aufgeklärt wurde, fällt die Spannung im Buch von Hochspannung auf mäßige Spannung ab. Die letzten 100 Seiten des Krimis können mit den ersten 500 nicht ganz mithalten. Das ist schade und meines Erachtens ein handwerklicher Fehler des leider viel zu jung gestorbenen Autoren.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. April 2012
Die Suche nach der vor 40 Jahren verschwundenen Nichte Harriet, eingebettet in die geheimnisvolle Geschichte der Industriefamilie Vanger, gefiel mir persönlich sehr gut. Der Wohnsitz der Vangers, die kleine schwedische Insel Hedestad, passt hervorragend zu der Familie mit dem mysteriösen Hintergrund.

Der farblose Protagonist Mikael Blomkvist harmoniert bei seinen Ermittlungen über die verschwundene Nichte Harriet zwar gut mit der mannigfaltigen Lisbeth Salander, aber sie ist es, die ihm und der Geschichte Charisma verleiht. Die von der Gesellschaft ausgestoßene, sozial inkompetente und unter Vormundschaft gestellte Lisbeth Salander mit ihrem provozierenden Aussehen ist meiner Meinung nach wesentlich überzeugender dargestellt als der durchschnittlich wirkende Journalist Mikael Blomkvist, auf den, warum auch immer, alle Frauen fliegen. Vielleicht ein Versuch des Autors das Erscheinungsbild seiner Figur aufzupeppen, denn nahezu jede Frau will was von dem Typen. Dieser Versuch wirkt an manchen Stellen so aufgesetzt und unglaubwürdig, dass ich nicht selten lachen musste. Außerdem stellte ich mir beim Lesen immer wieder die Frage, ob die Schweden wirklich so viel Kaffee trinken. Das ist ja unglaublich.

Es kommt selten vor, aber die schwedische Verfilmung ist besser als das Buch, weil der Film sich auf das Wesentliche konzentriert. Den Hype auf dieses Buch kann ich nicht verstehen, aber es unterhält gut und ist somit lesenswert, wenn man mal von den ersten 100 Seiten, die echt langatmig sind, und einigen kleinen Schwächen zwischendurch, absieht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.Zunächst werden über gut 100 Seiten die Schauplätze und Personen vorgestellt,für mich etwas zu sperrig und langatmig.Dann entwickelt sich die Handlung über die nächsten 250 Seiten,also bis zur Hälfte,langsam,wobei jedoch im Erzählstrang Reporter und Mordermittlung eine schöne Atmosphäre entwickelt wird,bei der Ermittlerin gehts dagegen mit Vergewaltigungen und Folter schon heftiger zu.Die Ermittlung auf der Insel ist ein klassisches Indizienpuzzle,das ab der Hälfte immer mehr Fahrt aufnimmt,dazu kommts zur Lebensbedrohung,dann auch zum körperlichen Kampf.Nachdem das Mordrätsel gelöst ist,werden die restlichen ca.100 Seiten darauf verwendet,den bösen Wirtschaftsboss in der Tonne zu treten.
Die Mordgeschichte ist sehr spannend aufgebaut,es gibt aber wesentlich faszinierendere "Puzzles".Die Hauptpersonen werden zwar ausgiebig vorgestellt,gerade die Ermittlerin Salander,die schillerndste Figur,verhält sich danach aber garnicht als Soziopathin,sie kümmert sich in der WG sogar um den Haushalt.Ein Dreiecksverhältnis kommt auch vor,total unglaubhaft,für die Geschichte unerheblich und für den Handlungsfluss nur störend.Die ständige Kaffeetrinkerei nervt auch etwas.Insgesamt aber ein sehr unterhaltsames Buch,was oder wer hat denn keine Macken...?
Übrigens hat mir der Film sehr gut gefallen,dort sind die störenden Elemente nicht drin,die Handlung ist sinnvoll "abgespeckt" und leicht verändert,wäre das Buch so,hätt ich 5 Sterne gegeben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Mai 2013
Worum geht es:

Durch eine scheinbare Intrige verliert Mikael Blomkvist beinahe alles was er sich jahrelang aufgebaut hat: In einer Enthüllungsstory prangert er die Machenschaffen eines landesweit berühmt-berüchtigten Geschäftsmannes an, nur auf Grundlage der Aussage eines alten Bekannten, und muss schnell erkennen dass er sich damit ziemlich in die Nessels gesetzt hat. Doch neue Arbeit bleibt nicht lange aus, denn ein anderer prominenter Geschäftsmann bittet ihn, für ihn zu arbeiten, in einer Sache die ebenso heikel wie aussichtlos erscheint: Vor etlichen Jahren verschwand die junge Hariet spurlos vom Anwesen der Familie, und kann nur das Opfer eines Verbrechens geworden sein, bei dem jeder Tatverdächtig ist. Doch die Tat liegt Jahre zurück, und die Indizien sind sperrlich. Trotzdem versucht sich Mikael an dem Fall.

Gemeinsam mit Lisbeth, einer rebellischen jungen Frau, taucht er in die Familiengeschichte ein, und fördert schreckliches zu Tage.

Meine Meinung:

Als wirklich spannend kann man es nicht bezeichnen, wie das Buch beginnt. Denn die ganze Anfangsgeschichte um Mikael Blomkvist ist zwar schon irgendwie interessant, plätschert aber mehr oder weniger nur vor sich hin. Keine blutigen Morde, keine grausamen neuen Erkenntnisse, keine überraschenden Wendungen, wie man es sonst von anderen Thrillern gewohnt ist. Erst nach gut 3-4h Hörbuchdauer, nimmt die Geschichte fahrt auf, und die Dinge beginnen sich zu entwickeln. Für meinen Geschmack leider zu spät.

Ab diesem Zeitpunkt wird die Story wesentlich mitreißender, bis zur schockierenden Aufklärung des Falls Harriert Wanger, aber bleibt dennoch nur mittelmäßig.

Grund dafür ist vermutlich die totale Sterotypisierung der Charaktere: Mikael und Lisbeth könnten so wie sie sind, aus der Geschichte geschnitten und in jede andere x-beliebige wieder eingesetzt werden. Beide sind Charakter die man schon 100 gesehen zu haben scheint. Vor allem aber ihre scheinbaren Superkräfte und Agentenmethoden an einfach JEDE Info zu kommen, lassen diese junge und sooo klischebehaftete junge Frau doch eher lächerlich als glaubwürdig erscheinen.

Ansonsten wird man aber doch sehr gut unterhalten, was vermutlich auch stark an dem Sprecher liegt: Dietmar Bär ist einfach ein begnadeter Sprecher, der der Geschichte den Schliff gibt, den der Autor versäumt hat. Dennoch hätte man den Verlauf gut und gerne um 100-200 Seiten kürzen können, ohne irgendwas an weltbewegender Handlung zu vermissen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Juni 2012
Geschmack ist subjektiv.
Gerade im Literaturbereich erscheint was den einen vor Spannung zerreißen lässt dem anderen geradezu gnadenlos langweilig.

Diesen Tatbestand berücksichtigend durchaus um Toleranz bemüht bin ich dennoch verwundert über die knapp 110 schlechten Bewertungen (1-2 Sterne).

Hier zerreißen sich Rezensenten den Mund darüber, Herr Larsson verlöre sich in Alltäglichkeiten wie zum Beispiel dem Essen, dem Konsum von Kaffee oder Zigaretten. Andererseits monieren die selben Kritiker, die Charaktere würden nur oberflächlich entwickelt und die Geschichte erführe daher nicht genug Tiefgang.

Tiefgründigkeit von Protagonisten, Situationen und somit des Gesamtwerkes entsteht aber durch eben diese alltäglichen Kleinigkeiten, die zwar jedem geläufig sein mögen. Gerade deshalb dienen sie aber dazu, dem Leser eine bestimmte Vertrautheit mit den handelnden Charakteren zu vermitteln.

Und gerade das hat Larsson im ersten Teil seiner Trilogie sehr gut gemacht. Die Geschichte baut gekonnt Spannung auf, man lernt die einzelnen Figuren kennen (und mögen oder eben auch nicht). Der einzige Vorwurf meinerseits besteht darin, dass die Rahmengeschichte des Hauptakteurs Blomkvist, der versucht seinen angeschlagenen Leumund wieder herzustellen etwas zu viel Platz beansprucht. Das hätte ich in der Detailtiefe nicht gebraucht.

Wer ein Faible für spannende gut geschriebene Krimiliteratur hat kann hier beherzt zugreifen.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Juli 2013
Stieg Larssons Bücher sind ein millionenfach verkauft, es gibt kaum jemanden, der noch nichts von den Büchern - oder den Filmen - gehört hat, nur mir war dieser Hype bis vor kurzem relativ unbekannt, da ich meine Bücher meist abseits der Bestseller-Listen auf Flohmärkten und in Antiquariaten kaufe. Zufälligerweise fand sich beim Umräumen das Buch "Verblendung" von Stieg Larsson im Bücherregal meiner Freundin und ich nutzte die Gelegenheit, auf den Express dieser Trilogie aufzuspringen.
Das Buch geht los, der Hauptakteur - ein ziemlich smarter, kluger, kritischer, erfolgreicher und bei Frauen beliebter Journalist - wird vorgestellt und über Umwege sowie quälend lange Nebengeschichten in den Plot eingeführt. Ein millionenschwerer, alter Geschäftsmann will das Rätsel gelöst haben, an dem er schon sein ganzes Leben knabbert: Die Entführung oder/und Ermordung seiner Nichte. Es vergehen viele viele Seiten über die Familie des Geschäftsmannes, über den Tag der Tat, Verdächtige, Anwesende, Theorien und so weiter und so fort... Zum Miträtseln taugt der Abschnitt noch nicht so richtig, denn er ist ja erst das Fundament der noch folgenden Ermittlungen und allzu spannend ist es auch nicht. Um den Überblick über alle Namen und die Familienverhältnisse - die leider durchaus wichtig sind - zu behalten, sollte sich der geneigte Leser zudem eine Ahnentafel erstellen.
Irgendwann geht's dann richtig los, der Journalist ermittelt, aber so richtig passiert nicht viel. Er guckt sich dieses an, geht jener Spur nach, trinkt Kaffee, redet mit dem damals ermittelnden Kommissar, trinkt Kaffee, lernt die ganze Sippe des Geschäftsmannes kennen, trinkt Kaffee, beginnt ein Affäre, trinkt Kaffee, eben all das, was man so macht, wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll.
Dann wird auch über Umwege die Hauptakteurin der Trilogie in die Geschichte eingeflochten; vermutlich, um die Langeweile ein wenig zu überbrücken, denn der Journalist und sie landen bald im Bett. Außerdem ist sie als Charakter furchtbar interessant: Als Gegenentwurf zum Journalisten (ein leicht verruchter Stiefmutters Liebling) ist sie sozial inkompetent, vorbestraft, aufmüpfig, trotzköpfig und mit einer mir-ist-beinahe-alles-egal-Attitüde ausgestattet. Zum Glück ist sie aber immerhin hochintelligent, besitzt ein fotografisches Gedächtnis und hat das Hacking quais neu erfunden. Hilft natürlich, wenn man einen Fall lösen will. Ich finde, dass der Larsson es sich so viel zu einfach macht. Seine Hauptakteure können ja alles, da muss er ja nichts mehr können. Das mag ein wenig übertrieben sein, aber so richtig habe ich mich mit dem Ermittler-Team einfach nicht anfreunden können, denn sie wirkten auf mich zu konstruiert, die Laster zu gewollt und die "Liebesgeschichte" zu aufgesetzt.
Dann auf einmal, es wird endlich spannend, es passiert was, kaputte Autos, Perverse, biblische Rätsel, Schüsse aus dem Hinterhalt, was will man mehr? Der Knackpunkt der Geschichte huschte jedoch an mir vorbei als wäre nichts gewesen und auf einmal war die Action sowas von im Rollen und ich konnte mir auch nach mehrmaligen Nachlesen keinen wirklichen Reim darauf machen, wie wer auf die Lösung gekommen ist, die den nächsten Schritt bedingt hat... Schade! Egal! Weiter im Geschehen, es geht voran, Nebenschauplätze werden beleuchtet, es wird noch weniger geruht, noch mehr Kaffee getrunken, es wird ein bisschen blutig, dann kommt eine interessante Wendung und der erste Teil ist vorbei.
Es ist ein durchaus dickes Buch mit einer großen Geschichte, die zwar spannend ist, aber durch viel zu viel Trara, Konfetti, Scheinwerfer und Nebel künstlich aufgebläht wurde, um als Ausgangspunkt einer Trilogie dienen zu können.
Zugegeben: Es reizt mich, weiterzulesen und zu lesen, was mit den beiden passiert, aber ich befürchte, dass der Inhalt dieses Buches in den kommenden Bänden noch mal auf's Gründlichste dargelegt werden wird und ich mir die ganze Zeit mehr Authentizität wünschen werde. Wie dem auch sei: Es ist gute Lektüre für einen nächtlichen Flug oder einen Tag am Strand, für die Busfahrt zur Arbeit oder für das Wartezimmer beim Hausarzt, aber vom Hocker gehauen hat sie mich keineswegs.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Inhalt:

Der einflussreiche Industrielle Henrik Vanger bekommt jedes Jahr zu seinem Geburtstag eine Blume geschickt. An sich nichts ungewöhnliches, wäre da nicht die Tatsache, dass dies das "Stammgeschenk" seine totgeglaubten Nichte Harriet war. Vanger engagiert den Wirtschaftsjournalisten Mikael Blomkvist mit der erneuten Recherche zu Harriets Verschwinden. Mikael gerät mit seinen Recherchen schnell in das Fadenkreuz einer skrupellosen Verschwörung.

Zum Buch:

Seit seinem Erscheinen wird dieses Buch, beziehungsweise die gesante Trilogie, als ein absolutes Highlight des Genre gefeiert. Dies kann ich leider nicht bestätigen. Dieses Buch hat eindeutig seine Stärken, aber diese sind für knappe 700 Seiten doch sehr rar gesäht. Der Schreibstil ist nur standardmäßig. Die Geschichte hatte auch keine wirklichen Überraschungen zu bieten.

Fazit:

Dieses Buch ist wirklich nicht schlecht. Aber ein wahres Highlight ist es auch nicht. Für eine Dicke von knapp 700 Seiten passiert nicht genug.

Dennoch Viel Spaß beim Lesen!

Bis bald!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. August 2013
Über den Inhalt des Buches wurde hier schon viel geschrieben, darum geh ich nicht näher darauf ein. Ich möchte vielmehr über mein "Lese-Empfinden" schreiben, um das es ja meiner Meinung nach letztendlich geht.
Ich bin enttäuscht von dem Buch! Hab es mir von einer Freundin geliehen, weil es ja so hochgelobt wird, und hätte sie mir nicht gesagt, ich müsste unbedingt weiter lesen, hätte ich abgebrochen.
Erst nach über 100 Seiten wird überhaupt klar, um welches Verbrechen es sich handelt und erst nach rund 400 Seiten wird das Buch für mich spannend!
In meinen Augen ergeht sich der Auto übermäßig in den Beschreibungen der vielen Personen, Landschaften usw., dass die ganze Geschichte unnötig zäh wirkt. Ich bin noch mit mir am Hadern, ob ich mir den 2. Teil "antun" soll, den 1. Teil lese ich ganz sicher kein 2. Mal. Die 2 Sterne gebe ich für die letzten knapp 300 Seiten, wo der Krimi dann endlich auch zum Krimi wird.
Ich hab schon viele Krimis gelesen, die 1000x packender sind...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Juli 2014
"Verblendung" hat mich durchschnittlich gut unterhalten. Trotz der Länge des Buches ließ es sich durchweg gut lesen, und ich war auf die Auflösung des "Rätsels" gespannt. Aaaber: So richtige Spannung kam für mich zu keinem Zeitpunkt auf. Dafür ließ mich die Geschichte am Ende doch eher kalt. Das mag auch daran gelegen haben, dass ich zu den Hauptfiguren, Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander, keinen richtigen Zugang gefunden habe. Ihr persönliches Schicksal hat mich letztlich nicht wirklich interessiert. Die Story an sich kommt eher schwerfällig in Gang; die ersten paar hundert Seiten sind im Prinzip nebensächlich und nur dazu gedacht, dass sich der Leser besser mit Mikaels Hintergrund auskennt. Ebenso fand ich die letzten 100 Seiten überflüssig - zur Auflösung der kompletten Story sicher nicht, aber wie dieser Aspekt der Geschichte ausgeht, ist vorhersehbar.

Fazit: Nett, lesbar auf jeden Fall, aber nicht wirklich ergreifend - zumindest für mich.
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