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TOP 500 REZENSENTam 9. September 2012
Inhalt:

Im Leben von Jason Priestley läuft es zur Zeit nicht wirklich rund: Seine Ex-Freundin, der er immer noch hinterher schmachtet, steht kurz vor der Hochzeit mit einem Anderen und auch in seinem Job als Rezensionsredakteur fristet er ein eher erfolgloses Dasein. Gründe genug, sich ein bisschen in Selbstmitleid zu suhlen und sein Elend gemeinsam mit Kumpel Dev in dem ein oder anderen Bierchen zu ertränken.

Eines Tages stößt er unvermittelt mit einer jungen Frau zusammen und dabei gerät deren Einwegkamera zufällig in Jasons Hände, der keine Möglichkeit mehr hat, die Kamera zurückzugeben. Jason ist fasziniert von der schönen Fremden und zusammen mit Dev mutieren die beiden zu Sherlock Holmes und Doktor Watson und ermitteln mit reichlich Eifer an der Identifizierung der unbekannten Schönen …

Einschätzung:

Ach herrje, das ist ja ein Kerl! Irgendwie war mir das zunächst gar nicht so bewusst und ich hab’ da einfach mal vorausgesetzt, dass es sich bei Danny Wallace eigentlich nur um eine Frau handeln kann. Keine Ahnung warum, aber ich war felsenfest davon überzeugt, dass sich hinter diesem Vornamen doch tatsächlich ein weibliches Wesen verbirgt und Danny vielleicht eine Abkürzung für Daniela sein könnte. Was für eine rege Fantasie meinerseits *schmunzel*

Also DIE Überraschung ist schon mal gelungen und die Story hat da auch so einige abenteuerliche und ausgefallene Momente für die Leserschaft in petto.

Der Autor (da …, ich hab’ mich dran gewöhnt) erzählt dabei auch noch aus der Perspektive seiner Geschlechtsgenossen und das dicke, fette Überraschungsei ist perfekt! Ungewohnt, aber echt gelungen!

Und ich kann euch versichern, ich hab’ mich bestens amüsiert, obwohl ich mit meinen Ü40 sicherlich nicht unbedingt zur anvisierten Leserschaft gehöre und das Ganze wohl eher auf die jüngere Generation abzielt. Als ob ich mich von so was abschrecken lassen würde! *grins*

Ich hab’ mich da einfach mal von unserem Hauptprotagonisten namens Jason Priestley mit auf diese verrückte Irrfahrt durch London und Umgebung mitnehmen lassen und kam mir dabei manchmal vor wie ein wild gewordenes Duracell-Häschen auf Ecstasy. Durchaus angenehm, aber manchmal auch anstrengend. Ja auch kein Wunder, was wildere ich auch im falschen Genre rum!

Übrigens, unser Hauptakteur heißt hier wirklich Jason Priestley und da dieser Name Anfang der Neunziger Jahre ziemlich angesagt war, kann ich auch mitreden. Mein eigentlicher Favorit bei den Protagonisten ist ja der gute Dev, bester Freund und erfolgloser Secondhand-Vidospielladenbesitzer. Einfach zu herrlich, wenn der Kerl immer wieder einen geistigen Spagat hinlegt und philosophische Kommentare und lapidare Statements zum Besten gibt.

Und wenn der gute Dev mit von der Partie ist, dann ist die nächste Missetat auch nicht weit – der Leser kann sich da auf bizarre Situationskomik samt kerniger und prägnanter Wortwechsel einstellen, die in der ein oder anderen Szene einige dicke Lacher verspricht.

Mein ganz persönliches Highlight der Story war ja die Kurzreise von Jason, Dev und Matt nach Whitby, wo die Herren der Schöpfung mit ihren Aktionen bei mir für einen richtigen Lach-Flash gesorgt haben und ich selbst jetzt noch rückblickend einfach mal loswiehern muss.

Danny Wallace’ Schreibe ist halt genauso wie er selbst: hipp und modern – dazu ein bisschen schnodderig – damit liegt er irgendwie total am Puls der Zeit und wenn er als waschechter Londoner Junge uns Lesern seine Heimatstadt aus seiner Sicht näherbringt, hat das ein ganz besonderes Flair, dem man sich als Leser nur schwer entziehen kann.

Fazit:

Schräge und trendige Unterhaltungskomödie, die mit viel Witz und Kreativität in Szene gesetzt ist und natürlich mit dem typisch englischen Humor versehen, den der Autor hier wunderbar einbringt. Von mir gibt’s volle 5 von 5 Punktn für „Stalker“ Jason auf der Suche nach seiner großen Liebe! (AK)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. September 2012
Liebe auf den ersten Blick? Das gibt’s doch gar nicht!

Aber so etwas wie einen ganz besonderen Moment zwischen zwei unbekannten Menschen, den gibt es schon - zumindest Jason Priestley zufolge. In seinem Beruf als Lehrer und in seiner Beziehung gescheitert, wohnt Jason nun mit einem Studienfreund zusammen und arbeitet bei einer kostenlosen U-Bahnzeitung - ja, genau, diese Zeitungen, die man den aufdringlichen Leuten immer abnimmt und dann gleich wieder liegen lässt. Eigentlich hat Jason gar keine besondere Ahnung von Musik, Kunst oder Restaurants, und doch schreibt er über sie, um ein wenig Geld zu verdienen und um beschäftigt zu bleiben. Aber dann begegnet er eines Abends einer Frau auf der Charlotte Street. Vollgepackt mit Kisten und Tüten stolpert sie ins Taxi und Jason hilft ihr dabei. Als die Tür schon zugeschlagen und das Taxi weggefahren ist, bemerkt er, dass er noch etwas von ihr in der Hand hält - eine Einwegkamera, deren Film voll ist. 12 Bilder und ihr Gesicht, das ihm nicht mehr aus dem Kopf geht, hat er nun, um herauszufinden, wer diese Frau ist...

Wer glaubt, bei diesem Buch würde es sich um eine atemberaubende Jagd durch London handeln, der liegt falsch. Denn Jason Priestley ist kein impulsiver Teenager, der jegliche Risiken eingeht, nur um das zu finden, wonach er so konzentriert sucht. Stattdessen muss sein Freund Dev ihm auf die Sprünge helfen, indem er mit ihm die Fotos entwickeln geht und ihn zu allerlei Erkundigungen antreibt. Für mich war das erst ganz schön enttäuschend, aber schnell wird klar, warum Jason so ist, wie er ist. Durch Erinnerungsfetzen und Andeutungen erfährt man nach und nach, dass Jason eigentlich allen Grund hat, aufkeimenden Hoffnungen gegenüber misstrauisch zu sein. Deshalb bewahrt er sich auch lieber diesen einen perfekten und doch unvollständigen Moment im Kopf und unternimmt nichts, um ihn weiterzuführen oder zu zerstören.

Die Suche nach der Unbekannten ist aber trotzdem der rote Faden, der sich durch dieses Buch schlängelt. Allerdings passiert auf den knapp 500 Seiten auch noch viel mehr - denn Jason muss mit der Verlobung und Schwangerschaft seiner noch immer geliebten Exfreundin klarkommen, mit dem traurigen Dasein, das er und sein bester Freund führen, und der Tatsache, dass er es wohl niemals zu einem angesehenen Journalisten bringen wird - wenn er nichts dafür tut.

Danny Wallace beschreibt den harten Weg des Wiederaufrappelns nach einem schweren Schlag, den Schritt zum Neuanfang und zur Tatkraft, was gar nicht so leicht ist für jemanden, der seit mehr als 30 Jahren immer eher zugesehen hat, als sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Jason ist dabei der Protagonist, den man gerne diesen Weg bestreiten sieht - etwas faul, immer ein bisschen verträumt, sehr zynisch und doch mit einer guten Portion Humor. Seine Gedankengänge sind gut nachzuvollziehen, aber manchmal möchte man ihn ganz gerne etwas antreiben, weil er viel zu viel passieren lässt oder den Trost im Pub bei einem Bierchen sucht.

Auch das restliche Figurenensemble ist ganz amüsant mitzuerleben. Die vernünftige Exfreundin mit ihrem noch viel vernünftigeren (und todlangweiligen) Verlobten, die abgehärmte Chefin, der optimistische, etwas trottelige Freund. Sie alle sind nichts Neues, aber trotzdem so ausgestattet, dass man gerne über sie liest. Das liegt aber auch nicht zuletzt an Danny Wallace‘ Stil, der immer genau den richtigen Ton trifft. Witzig, manchmal aber auch sehr ruhig und nachdenklich beschreibt er Jasons Geschichte und bewirkt, dass man Seite um Seite weiterblättert.

Vielleicht habe ich einfach etwas Falsches erwartet, aber für mich war es störend, dass vor allem anfangs die Geschichte einfach nicht in die Gänge kommt. Zunächst geschieht etwas Interessantes, dann wird aber doch nur darüber geredet und gehofft, aber eine Zeitlang passiert fast gar nichts. Diese Längen bewirkten, dass ich nicht richtig in die Geschichte hereinkam und sie erst viel zu spät spannend wurde.

Witzig und schön geschrieben ist "Auf den ersten Blick" allemal. Es macht Spaß, über die vielen verschiedenen Figuren zu lesen und die Suche nach der unbekannten Frau ist auch sehr interessant. Leider aber geht diese erst etwas später los, sodass man sich als Leser zunächst mit ein paar Längen begnügen muss. Die Geschichte über den gescheiterten Mittdreißiger strotzt nicht vor Individualität, gehört aber zu den besseren. Zum Zwischendurchlesen eignet sie sich deshalb gut, aber die Neuerfindung des Rads oder eine rasante Jagd durch London wegen einer Frau sollte man hier doch nicht erwarten.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
"Meinst du denn, dass wir sie suchen sollten?"
"Heute Abend fällt eine Entscheidung!", lallte Dev. "Es liegt in der Luft! Wir haben schon ein Pfund an der Quiz- Maschine gewonnen und waren in einer Ausstellung über Wolle. Der Zeitpunkt ist perfekt!" (S. 152)

Ein Buch wie "Auf den ersten Blick" habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Was wirklich schade ist, weil genau solche Bücher die Fähigkeit haben, mich für ein paar Stunden einzufangen und bis ins Herz zu erfreuen.
"Auf den ersten Blick" ist - ich nenne es mal - ein Quasselbuch. Während die meisten Bücher ihr Augenmerk auf ihre Geschichte bzw. deren Vorantreiben legen, lässt uns Danny Wallace hier stattdessen ausgiebig an den Gedankengängen seiner Hauptfigur teilhaben. Jason Priestley - und nein, es handelt sich dabei NICHT um den Darsteller aus der Serie "Beverly Hills 90210", aber keine Sorge, den Spruch hat er in seinem Leben schon mehrfach gehört... - nun, Jason jedenfalls begegnet eines Tages einer jungen Frau auf der Charlotte Street in London. Es ist nicht so, dass er sich sofort unsterblich verliebt, aber dennoch geht ihm diese Begegnung und vor allem das Lächeln dieses Mädchens nicht mehr aus dem Kopf. Wie es der Zufall will, hält er nach diesem Zusammentreffen die Kamera dieser Frau noch in der Hand, als diese schon längst weg ist. Ist das vielleicht ein Zeichen? Er fängt an, sich mithilfe der entwickelten Fotos auf ihre Spur zu begeben und sie inmitten der Millionenstadt London wiederfinden zu wollen. Kein leichtes Unterfangen, doch tatkräftige und durchweg gutgemeinte Unterstützung erhält er von seinem Freund Dev, sowie nach und nach auch von anderen bemerkenswerten Menschen, die er kennenlernt.
Nun, warum ist "Auf den ersten Blick" in meinen Augen also ein Quasselbuch? Es ist so: Jason ist ein Träumer und Denker, und das merkt man schon nach wenigen Absätzen. Von den knapp 500 Seiten, die das Buch umfasst, enthalten vielleicht gute 300 davon tatsächliche Handlung. Ansonsten kommen wir in den Genuss von Gedankengängen, Auseinanderpflückungen von Gesprächen und facebook-Inhalten, Überlegungen zum Leben, zur Liebe und warum diese manchmal nicht funktioniert, zu London und seinen Bewohnern, zu Träumen, Wünschen und Zielen. Klingt vielleicht etwas anstrengend; tatsächlich aber wird es auf keiner einzigen Seite langweilig. Das liegt vermutlich daran, dass Danny Wallace herrlich ungezwungen und humorvoll schreiben kann und eine tolle Beobachtungsgabe hat, die mich so manches Mal hat auflachen lassen. Danny Wallace lebt und arbeitet in London, er weiß, wovon er spricht und das merkt man auf jeder Seite. Außerdem habe ich mich unweigerlich in manchen Gedanken von Jason wiedergefunden, da ich vieles einfach genauso sehe bzw. ähnlich darüber denke. Hat mir wirklich manchmal aus der Seele gesprochen und das hat mir gefallen.
Jason - ebenso wie Dev und seine Problemchen - wachsen einem zunehmend ans Herz und man kann gar nicht anders, als weiterlesen zu wollen, um herauszufinden, ob Jason sein Fräulein Unbekannt denn wirklich noch ausfindig machen kann. Zugegeben, die Handlung bekommt im letzten Drittel des Buches einen kleinen Durchhänger, was daran liegt, dass Jason das Leben in die Quere kommt und das mit seinen Absonderlichkeiten gnadenlos zuschlägt. Darüber gerät die Suche nach der Unbekannten fast ins Vergessen.
Sieht und liest man über die kleine Länge jedoch hinweg, kann ich "Auf den ersten Blick" nur empfehlen an jeden, der Geschichten über das Suchen und Finden der Liebe im Hier und Jetzt mag. Und der gern ausschweifenden und locker-plauschigen Erzählstil mag.
Übrigens: das Ende des Buches ist einfach schön.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. September 2012
'Auf den ersten Blick' ist mal wieder der Beweis dafür, dass auch ein Buch mit fast 500 Seiten zu kurz sein kann.

Jasons Leben läuft gerade alles andere als rund. Sarah, mit der er vier Jahre lang eine Beziehung führte, hat ihn verlassen. Auf Facebook teilt sie Fotos von ihrem Urlaub mit ihrem neuen Partner, mit dem sie nun sechs Monate zusammen ist. Aber natürlich muss es noch schlimmer kommen: Sie verloben sich. Jegliche Hoffnung, dass Sarah doch noch zu ihm zurückkommen könnte, löst sich mit dieser Statusmeldung in Luft auf. Doch in dieser Zeit fühlt sich etwas für ihn an wie ein neuer Anfang: Er begegnet einer jungen Frau, kurz darauf sogar ein zweites Mal, in der selben Straße. Und er bereut es, nicht den Mut aufgebracht zu haben, sie anzusprechen.
Mit seinem Kumpel Dev begibt er sich auf die Suche nach ihr. Er weiß nur, dass sie zwei Mal in der selben Straße in ein Taxi gestiegen ist und er besitzt ihre Einwegkamera, auf der sich zwölf Fotos befinden. Und das letzte Bild zeigt ein ganz besonderes Motiv.

Auf den ersten Blick ist aus der Sicht des Protagonisten Jason geschrieben.

Fazit: Aufmerksam bin ich auf das Buch, wie so oft, durch das ansprechende Cover und den Titel geworden. Der Klappentext und die Tatsache, dass es sich um einen Roman handelt, der in einer tollen Stadt - London - spielt, haben mich noch neugieriger gemacht.
Ich hatte ein wenig Angst, dass das Buch in den typischen "Chick lit"-Bereich abdriftet (mit dem ich in der Regel wenig anfangen kann), was aber überhaupt nicht der Fall war. Im Gegenteil - bei diesem Buch handelt es sich um einen schönen Liebesroman, der locker und witzig geschrieben ist, ohne, dass der Schreibstil darunter leiden musste.
Oft wird dem Leser vor Augen geführt, dass die Geschichte in London spielt, sei es durch Straßennamen, Stadtteile oder das einbringen von anderen interessanten Informationen über die Stadt, was mir sehr gut gefallen hat.
Wie bereits erwähnt kann auch ein Buch mit fast 500 Seiten zu kurz sein, zumindest war es das für mich. Ich habe es wirklich gerne gelesen, achtete gar nicht mehr auf die Seitenzahl und landete irgendwann plötzlich auf der letzten Seite. Dass das Buch aus der Sicht eines jungen Mannes geschrieben ist, war eine schöne Abwechslung.

Lange Rede, kurzer Sinn: Dieses Buch gehört zu meinen Jahreshiglights. Ich würde es jedem empfehlen, der - so wie ich - nicht auf "Chick lit" steht, sondern gerne schöne, unterhaltsame Liebesromane lesen möchte. Wenn ihr dazu noch angetan von London seid, perfekt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. November 2014
Als Jason Priestley in einer der trostlosesten Situationen seines Lebens plötzlich der Frau seiner Träume gegenübersteht, ist der Moment schneller vorbei, als er denken kann. Alles, was von der schönen Unbekannten bleibt, ist eine kleine Einwegkamera mit 15 Fotos. Nach anfänglichem Zögern beschließt er, die Chance zu nutzen und die Frau zusammen mit seinem Freund Dev durch Hinweise auf den Fotos aufzuspüren.

"Diese kleine Sekunde der Hoffnung ist ein Schatz, vielleicht für immer, bis wir auf dem Totenbett liegen [...] und noch im Sterben widmen wir einen letzten, selbstsüchtigen Gedanken dem, was vielleicht passiert wäre, wenn wir vor vierundsiebzig Jahren zu dem Mädchen mit den Uggs, das draußen vor dem Nando's CDs verkaufte, tatsächlich »Hallo« gesagt hätten. Es geht um das Was wäre, wenn?. Das Was dann?. (S.180)

Wenn man den Inhalt dieses Buches betrachtet, kann man zu zwei sehr unterschiedlichen Auffassungen kommen: Gedacht war es sicherlich als Geschichte eines Mannes, der nichts unversucht lässt, um seinem Leben nach einer schweren Trennung einen neuen Sinn zu geben. Ein Mann, der durch eine zufällige Begegnung mit einer hübschen Frau neue Hoffnung schöpft und sich, wie der Klappentext es beschreibt, auf eine "witzige und hinreißend romantische Odyssee durch London" begibt.
Leider geht der Schuss nach hinten los und sie wirkt vielmehr wie die Geschichte eines depressiven Menschen ohne Lebenssinn und ohne Zukunftsvisionen, der sich, an Oberflächlichkeit kaum zu übertreffen, wortwörtlich auf den ersten Blick in eine Frau "verliebt", sie daraufhin in seiner Fantasie idealisiert und schließlich stalkt.
Am Aufbau des Buches ist deutlich zu erkennen, dass es nicht um die psychologisch gesehen interessant Betrachtung eines obsessiven Stalkers handeln soll, sondern um eine Geschichte, die die oftmals merkwürdigen Wege der Liebe beschreibt. Die versprochene hinreißende Romantik sucht man allerdings vergeblich, da die Ausgangssituation an sich bereits viel zu gruselig ist und auch kaum Sympathie für den Protagonisten aufkommen will.

"Im Spiegel hinter ihm erblickte ich mein Gesicht. Ich sah müde aus. Manchmal betrachte ich mich und denke: »So sieht es jetzt aus? «, und dann denke ich: »Ja, so sieht's aus. Besser wird es nicht werden. Morgen wird es nur noch schlimmer, und so geht es immer weiter, bis ans Ende aller Tage. « (S.22/23)

Jasons Denken und Handeln ist geprägt von seiner negativen Lebenseinstellung und seine depressiven Gedankengänge, in denen er oftmals vom Schlimmsten ausgeht, sind geradezu ansteckend. Insgesamt schaffen es die auftretenden Personen kaum, Interesse zu wecken. Dev ist ein platter, stereotyper, sehr künstlich wirkender Charakter, dessen einzige hervorstechende Eigenschaft es ist, sich in der Art, wie er handelt und spricht, an das Herkunftsland seiner derzeitigen, stets wechselnden, Angebeteten anzupassen.
Immer wieder hängen die beiden in trägen "Was wäre wenn"-Überlegungen fest, treten auf der Stelle und kommen, genau wie die Geschichte, kaum voran. Rund 200 Seiten weniger hätten dem knapp 500 Seiten dicken Buch sicher nicht schlecht getan.
Im Grund geht es immer wieder um das Schicksal, um die Hoffnung ... und um die Hoffnung auf das Schicksal. Wenn die Geschichte denn mal vorangeht, ist dies fast immer unglaubwürdigen, stark konstruiert wirkenden Zufällen zu verdanken. So kommt es zum Beispiel mehrfach vor, dass der Protagonist zufällig jemandem begegnet, der ein zufällig gerade herumliegendes oder hervorblitzendes Foto sieht und ebenso zufällig bei genau diesem Bild weiß, wo sich der gesuchte Ort befindet.

Stilistisch gesehen hat das Buch eine Besonderheit aufzuweisen: Es ist sicherlich ungewöhnlich, dass der Protagonist sich selbst vorstellt, den Leser direkt anspricht und unbeantwortete Fragen stellt. Das ist an einigen Stellen interessant, führt an anderen aber auch zu überflüssigen Füllsätzen, bei denen Jason ironischerweise selbst die Unwichtigkeit und Überflüssigkeit dieser Passagen betont.

"Stolpernd kam Pawel näher und drehte sich um, weil er sehen wollte, worüber er gestolpert war. Es war ein Legostein. Keine Ahnung, wieso ich das erzähle." (S.83)
"Wir waren irgendwo hinter Barnet auf der A1. Das muss man nicht wissen." (S.135)

Die Geschichte lässt sich angenehm leicht lesen und weist die ein oder andere gelungene Stelle auf. Schade ist allerdings, dass zahlreiche Wiederholungen auftauchen und speziell der Humor sich sehr auf deren Wirkung verlässt. Neben Devs bereits erwähnter Anpassung an seine Angebeteten, hat auch Jason solch eine wiederkehrende Angewohnheit, die vielleicht beim 1. Mal lustig daher kommt, aber spätestens bei dem dritten Wiederkäuen nervt. Hinzu kommt, dass viele der Witze im Buch an sich bereits nicht lustig sind und andere durch die Übersetzung gänzlich ihre Bedeutung verlieren.

Leider kam bei mir kaum Interesse für die Charaktere oder den Verlauf der Geschichte auf. Im Endeffekt stellt sich mir die Frage, warum man etwas über das miserable Leben einer fiktiven Person lesen wollen sollte, das weder zum Lachen, noch zum Mitfühlen oder Nachdenken anregt. Auch wenn "Auf den ersten Blick" grundsätzlich nicht schlecht ist, gibt es auf dem Markt sicherlich zahlreiche Bücher, die dem Versprechen "witzig und hinreißend romantisch" auch tatsächlich nachkommen und insgesamt besser zu unterhalten wissen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. März 2013
Jason, 30, eigentlich Lehrer, kämpft sich gerade mehr schlecht als Recht durchs Leben. Er jobbt bei einer miesen lokalen Zeitung als freier Journalist, wohnt bei seinem besten Kumpel und hilft auch zweitweise in dessen Viedospiele-Laden aus.
Er befindet sich gerade in dem schlimmsten Tief seines Lebens, da er wegen eines Amoklaufs an seiner Schule ein Trauma erlitten hat und seinen Job nicht mehr ausüben kann, zudem verlässt ihn fast zeitglich seine große Liebe Sarah. Es gelingt ihm weder sie zu vergessen, noch einen Sinn in seinem Leben zu sehen. Als seine Ex dann auch noch die Verlobung mit ihrem neuen Freund verkündet, meint er, ganz unten angekommen zu sein, bis er eines Tages auf der Charlotte Street zufällig einer jungen Frau ins Taxi hilft. Aus ihren Taschen fällt eine Einwegkamera, als er es jedoch bemerkt, ist sie schon weg. Sein Kumpel Dave drängt ihn daraufhin, die Fotos entwickeln zu lassen und sich auf die Suche nach der Unbekannten Schönen zu machen. Gesagt, getan....

Mein Fazit:

Ich war überrascht, da die Suche nach der Unbekannten eigentlich gar nicht so sehr der überwiegende Inhalt des Buches war. Die Beziehungen zu Sarah, seiner Kollegin Zoe, zu Dave und seiner Bekannten Abbey stehen eigentlich im Vordergrund. Über weite Strecken ist die Unbekannte eigenlich nur Nebensache. Für den ein oder anderen mag die Geschichte dehalb ein wenig langatmig erscheinen, ich fand gerade aber auch das an vielen Stellen extrem unterhaltend.
Der Autor schreibt einfach über einen jungen Mann, der seinen Liebeskummer in Alkohol ertränkt und dabei auf Facebook den neuen Partner seiner Ex beleidigt, mit seinen Kumpels einen Road Trip unternimmt und sich einfach gehen lässt. Ich habe an vielen Stellen gelacht und fand Jason einfach nur sympathisch. Das Buch kann ich also nur empfehlen.
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am 27. Januar 2013
Nach dem Cover und der Beschreibung hatte ich mir einen lockerleichten Liebesroman erwartet. Nach den ersten Kapiteln war ich überrascht: Ein typischer Liebesroman ist das nicht, aber gerade deshalb richtig gut. Die Figuren sind herrlich schräg, Verlierertypen, eigentlich, aber gerade dadurch ungeheuer sympathisch. Schnell ist klar: Die Suche nach der geheimnisvollen Unbekannten ist im Grunde eine Suche nach sich selbst. Und es macht Spaß, den Protagonisten dabei zu begleiten, durch skurrile Situationen, angefüllt mit (britischem) Humor, diesem Roman verzeiht man sogar das eher seichte Happy End.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Oktober 2012
Meinung
Ein unterhaltsames Buch das sich trotz der knapp 500 Seiten sehr schnell dem Ende neigte.

Inhalt
Jason hilft einer Frau in ein ein Taxi zu steigen, dabei behält er ausversehen ihre Einwegkamera, auf welcher 10 Fotos von der Fremden sind.
Anhand dieser Fotos macht sich Jason zusammen mit seinen Kumpels auf die Suche nach dieser Frau, denn auch wenn er sie nur kurz sah, hat sie es ihm angetan.
Ein Odyssee quer durch London beginnt.

Charaktere
Jason ist ein mitte dreiziger Mann, der einst als Lehrer arbeitete und sich in eine Frau verliebte die er nur für den Bruchteil einer Sekunde sah. Er muss sie finden und anhand mit den Fotos dieser Frau begibt er sich auf die Suche. Jason ist ein sehr sympathischer Mann der sich über sehr viele Dinge Gedanken macht und diese, unter anderem, in Form von Blogeinträgem, aber auch einfach nur so mit dem Leser teilt.
Dev ist der beste Kumpel von Jason und ebenfalls eine sehr sympathische und humorvolle Persönlichkeit. Er unterstützt Jason auf seiner Suche so gut er kann.
Abby ist eine junge Frau, die Jason auf seiner Suche, nach der Unbekannten, kennen lernt.
Abby entpuppt sich auch als sehr nett und liebevoll, sie besitzt auch eine verrückte Seite.
Alle Charaktere, die hier genannten aber auch die nicht genannten, waren mir sehr sympathisch.

Schreibstil & Aufbau
Der Schreibstil war super. Geschrieben wurde aus der Sicht des männlichen Protagonisten Jason, der auch gleich zu Beginn den Leser direkt ansprach und sich vorstellte, was schon einmal einige Sympathiepunkte einbrachte.
Auch die Gedankengänge von ihm waren sehr unterhaltsam und auch teilweise tiefgehender, jedoch in keinster Weise langweilig.
Aufgebaut ist das Buch in Kapiteln, zwischendurch folgen immer mal wieder ein paar Blogeinträge von Jason, welche mir sehr gut gefallen haben.
Das das Buch knapp 500 Seiten hat, sollte den Leser auf keinen Fall abschrecken es zu kaufen, denn es liest sich anhand des lockeren Schreibstils sehr schnell.

Fazit
Ein Buch das mich sehr überrascht hat. Wenn man sich den Klappentext durchliest erwartet man einen typischen Liebesroman. Ich habe auch gedacht das es so einer ist und war schon auf der ersten Seite sehr überrascht. Ich habe sofort gespürt das dieses Buch anders ist.
Und tja was soll ich sagen, es war anders aber trotzdem toll.
Ich habe beim Lesen sehr viel Freude gehabt und Jason ist mir als männlicher Protagonist, während der Geschichte, sehr ans Herz gewachsen.
Auch wenn allein die eigentliche Handlung wesentlich weniger Seiten vereinnahmte, und der größte Teil unter anderem aus Jasons Gedankenwelt bestand, habe ich es trotzdem unheimlich gerne gelesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ich habe dieses Buch geschenkt bekommen und rechnete nach dem Lesen des Klappentextes mit einer klebrigen Liebeskomödie. Beim Lesen wurde ich aber schnell an High Fidelity erinnert. Nicht unbedingt aufgrund der Geschichte - da höchstens wegen des Freundes des Protagonisten, der einen Videospielladen hat - sondern vielmehr aufgrund des Schreibstils. Stecke grad noch mitten im Buch und hoffe beim Lesen, es möge gar nicht enden, weil jede Seite so Spaß macht.
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am 28. Mai 2015
Vorbemerkung: Diese Rezension ist Teil von "gelesen & geschätzt", einer Rubrik auf meinem Blog mit einer Rezension jede Woche.

Romane sollen uns unterhalten. Das ist keine besonders tiefe Wahrheit. Wenn es aber gute Romane sein sollen, soll darin mehr liegen als die einfache Lustbefriedigung. Ein guter Roman sollte dem Leser dabei helfen, sein eigenes Leben, seine eigenen Kämpfe, Siege, Niederlagen und Pattsituationen, in einem bessere, klareren Licht zu sehen.
Unterhaltung.
Aufklärung.
Natürlich sind beide Ziele nicht unbedingt einfach zu erreichen. Es bedarf ein gewisses Fingerspitzengefühl, großer Gedanken über das Leben und alles darinnen, und eine Vorstellungskraft, die nicht nur im Kopf des Autors Sinn macht.
Schwieriger wird es noch, wenn man bedenkt, dass nicht jeder Mensch die gleichen Geschichten amüsant und unterhaltsam findet. Genauso wenig werden die gleichen Gedanken immer hilfreich für jedes Leben sein. Eine Rezension kann entsprechend nur diese beiden Ziele aus der Sicht des einen Lesers bewerten, der sich mit einem Roman befasst hat.
Als ich vor ein paar Wochen Auf den ersten Blick von Danny Wallace war ich vor allem von der rückseitigen Empfehlung angezogen, die das Buch mit Zwei an einem Tag von David Nicholls vergleicht, den ich liebe und verehre.
Nachdem ich mich aber durch die knapp 500 Seiten gequält hatte, war ich mehr als enttäuscht. Aus meiner Sicht fehlte dem Buch so ziemlich alles, was mich an einem Roman kribbelig macht. Es ist natürlich wichtig zu sagen, dass das kein absolutes Urteil sein kann. Es wird sicher viele Menschen geben, dem das Buch viel gegeben habe. Deswegen meine eher schwülstige Einleitung – es ist wie eine vorgeschobene Entschuldigung.

Komm über sie hinweg! - was die Geschichte zusammenhält
Die Geschichte des Romans dreht sich um Jason, der sich als Gelegenheitsjournalist für eine Wegwerfzeitung in London über Wasser hält und versucht, über seine missglückte Beziehung zu Sarah hinwegzukommen. Dabei hilft ihm die Begegnung mit einer geheimnissvollen Frau, der er ins Taxi hilft und dabei ihre Wegwerfkamera behält – ausversehen. Wie auch immer so etwas passieren soll.
Was folgt ist eine, von Jasons Freund und Mitbewohner Dev initierte, Spurensuche durch Großbritannien, bei der die wackeren Gefährten anhand der Fotos herauszufinden versuchen, wer diese Frau eigentlich war.
Auf der Suche treffen sie stereotype Studentinnen, die irgendwie schräg sind, schweigsame Ex-Schüler, die in einer Werkstatt arbeiten, und merkwürdig-attraktive Chefredakteurinnen, die keine wirkliche Persönlichkeit entwickeln.
Gleichzeitig versucht der Protagonist eigentlich dauerhaft, seine Beziehung zu verarbeiten und irgendwie ein neues Leben zu beginnen, was ihm sehr zweifelhaft zu gelingen scheint. Dabei bleibt undefiniert, was eigentlich dieses eigene – neue – Leben sein soll, wo er Identität zu finden meint, und was das ganze überhaupt zu bedeuten hat.
Mehr fließt die Geschichte vor sich hin, ohne wirkliche Höhen- oder Tempowechsel. Es scheint mehr als eine Episode aus der Trumanshow vor dem Ende in dem Film entnommen, ohne wirkliche Bedeutung für das Leben des Zuschauers, aber irgendwie trotzdem konsumierbar.

Komm in vernünftige Situationen! - Was der Geschichte fehlt.
Was der Geschichte in erster Linie gefehlt hat, waren glaubwürdige Charaktere. Gerade darin in dieser Roman so gar nicht vergleichbar mit David Nicholls bemerkenswertem Werk, das von lebendigen Charakteren voller Wirklichkeit und liebenswerten Schrullen voll sind. Dabei muss man nicht einmal jeden Charakter mögen, um ihm zu glauben und die Möglichkeit zu bekommen, die Welt aus seinen Augen zu sehen.
Wallace hat in seinem Roman tatsächlich aussichtsreiche Charaktere und auch Situationen angelegt, an denen sie wachsen könnten. Nach und nach verpasst er aber die Chance, seine Charaktere auszuführen oder zu vertiefen, sodass alle Figuren irgendwie auf ihre Schrulle beschränkt bleibt, die schon beim ersten Blick deutlich werden. Die schräge Studentin. Der ständig optimistische Mitbewohner. Die hart-aber-herzliche Chefredakteurin. Der unselbstständige Protagonist.
Am nächsten kommt einer Charakterentwicklung wohl der ehemalige Schüler von Jason – Matt – der mit seiner eigenen Zukunft ringt. Gerade darin liegt ja eine faszinierende Dynamik, die viel Potential für die Figur enthält. Merkwürdigerweise wird er aber an einem bestimmten Punkt, ohne wirklich erkennbaren Grund, aus der Geschichte herausgeschrieben und bekommt dafür später einen sehr fadenscheinigen Grund. Hierbei ist Entwicklung zu sehen, sie spielt sich aber merkwürdig außerhalb der Geschichte ab und lässt sich nicht wirklich nachvollziehen.

Komm erstmal klar! - Was mich wirklich genervt hat
Diese Problematik ließe sich ja noch auf ein Erstlingswerk zurückführen. Nicht jeder Autor ist ein Naturtalent, und gerade die natürliche Charakterentwicklung ist sicher eine der schwersten Teile einer Romankomposition.
Wirklich unangenehm fand ich an dem Buch dann, dass nicht wirklich etwas passiert. Zumindest nichts, das wirklich von Bedeutung wäre. In diesem Sinne ist das Buch wirklich zu brav, zu wenig irgendwie aufdringlich. In diesem Sinne habe ich es als Leser gerade als Problem empfunden, dass das Buch einfach vor sich hinfließt, von einer alltäglichen Situation in die Andere.
Das bedeutet freilich nicht, dass es an keiner Stelle unterhaltsam war. Wäre das der Fall, hätte ich es sicher wesentlich schneller zur Seite gelegt und nicht bis zum Ende gelesen. Vielmehr könnte man vielleicht sagen, dass die Unterhaltungseben sehr wenig visionär war, keinem wirkliche Zweck diente, als mehr skurille Situationen darstellte. Viele davon konnten so oder so ähnlich aus dem Alltag stammen und waren irgendwie auch von nur sehr geringer Dauer.
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Ich fühle mich immer schlecht, wenn ich einen Verriss schreibe. Deswegen mache ich es auch so selten. Es ist mir auf der einen Seite zu einfach, einen solchen zu schreiben. Dinge zu kritisieren findet man immer, und sie irgendwie unterhaltsam aufzuschreiben ist auch nicht besonders schwer. Zumindest rede ich mir das ein.
Außerdem finde ich es wirklich wenig anziehend, Menschen zu häufig zu sagen, von welchen Büchern sie die Finger lassen sollten.
Das größte Problem ist dabei allerdings, dass ich nicht an den vielen Leuten zweifele, deren Blick auf diesen Roman völlig anders ist. Ich bemerke das immer wieder, wenn ich Menschen David Nicholls Romane empfehle, die ich in dieser Rezension schon mehrmals erwähnt habe. Die wenigsten haben die gleiche Begeisterung dafür entwickeln können wie ich.
Deswegen sage ich auch nicht: Lass die Finger von diesem Buch.
Lies es ruhig, sieh ob es dir etwas sagt.
Aber ich bedauere die Zeit, und das Geld, das ich in diesen Roman investiert habe. Weil ich mit erschreckend wenig wieder herausgekommen bin.

Soviel für Heute.

Marcus-B. Hübner
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