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144
4,3 von 5 Sternen
Das Geständnis: Roman
Format: TaschenbuchÄndern
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54 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Wer die alten Erfolge >Die Firma<, >Die Akte<, >Die Jury< oder >Das Urteil< des Autors John Grisham geschätzt hat, wird >Das Geständnis< lieben!

Am Anfang steht ein Geständnis. Travis Boyette, ein verurteilter Sexualstraftäter kommt zu Reverend Keith Schroeder in dessen Kirchengemeinde in Kansas und gesteht den Mord an Nicole Yarber, einem weißen Mädchen aus Texas. Für diesen Mord wurde allerdings der Schwarze Donte Drumm unschuldig verurteilt. Dieser sitzt seit neun Jahren in der Todeszelle und soll in vier Tagen durch die Todesspritze hingerichtet werden. Der Gewissenskonflikt des couragierten Reverend, die zweifelhafte Glaubwürdigkeit des Verbrechers Boyett, die Bemühungen des Anwalts der Verteidigung Robbie Flak sowie der sich zuspitzende Wettlauf gegen die Zeit sind in kurzen Worten auch schon die Fakten, die für atemlose Spannung in dem hochkarätigen Justizthriller sorgen. Zudem kommen die Mütter der beiden Opfer (Opfer des Verbrechens und Opfer der Justiz) zu Wort, was die emotionale Ebene verstärkt.

Die brisanten Themen Todesstrafe, Verstrickungen der Staatsgewalt, erzwungene Geständnisse und Ungerechtigkeit im Namen des Gesetzes stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Darüber hinaus geht es um die Rolle der Medien in der Gesellschaft. Neben der Hinterfragung der amerikanischen Gerichtsbarkeit versteht es Grisham, "typisch amerikanisches" wie Rassendiskriminierung und den Stellenwert von Football in den USA mit in die Handlung einfließen zu lassen. Zu den Hauptakteuren gesellen sich viele weitere Personen, die allesamt gut abgegrenzt und charakterisiert sind. Somit behält man den Überblick und kann den einzelnen Standpunkten besten folgen. Obwohl diese Standpunkte vorhersehbar sind, tut das der Spannung zu keinem Zeitpunkt einen Abbruch. Die einzelnen Handlungsstränge bauen sich stimmig auf, laufen parallel nachvollziehbar nebeneinander bis sie schließlich zusammenlaufen. Die Handlung selbst bleibt bis zum Ende fesselnd. >Das Geständnis< ist rasant und lässt aufgrund des vorgegebenen Tempos unweigerlich schneller lesen. Das hohe Maß an Identifikation des Lesers mit den handelnden Personen machen diesen Pageturner aus.

Ich habe von Anfang an mitgefiebert; habe mich parteiisch gefühlt als wäre ich mittendrin im Pulk des Verteidigungsteams. Das war der Grund, warum ich es kaum erwarten konnte, das Buch weiterzulesen. Ich habe zwei atemlose Nächte mit "John" im Bett verbracht, und empfehle >Das Geständnis< uneingeschränkt all jenen, die sich gerne die Nächte mit Lesen um die Ohren schlagen.

Die "Gerechtigkeit nach texanischer Art" sorgt für erstklassige Unterhaltung, dabei stimmt das Plädoyer des Autors gegen die Todesstrafe nachdenklich und klingt nach. Grisham ist back!
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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. September 2011
Es ist schon lange her, als ich "Die Firma", "Die Akte" und mein bisheriges Lieblingsbuch von Grisham "Die Jury" las. Daher kann ich meine selbst gestellte Frage nicht wirklich beantworten. Fakt ist, daß Grishams "Formkurve" eindeutig wieder nach oben zeigt. Nach teilweise furchtbar langweiligen Büchern wie "Berufung" oder "Die Begnadigung", ging es mit "Der Anwalt" und "Das Gesetz" doch deutlich nach oben und hat mit "Das Geständnis" einen neuen Höhepunkt in der Autoren-Karriere von Grisham erreicht.
Es ist ein tolles Buch. Spannend und erschreckend. Das Katz-und-Maus Spiel das Travis zu Beginn mit Keith spielt, die Fahrt der beiden, der verzweifelte Versuch von Robbie Flak die Hinrichtung zu verhindern, welcher am Anfang meint, daß Travis nur ein weiterer Spinner ist, der sich nur profilieren will. Als Robbie allerdings keinen Ausweg mehr hat, klammert auch er sich an den letzten Strohhalm. Die Rechts-Maschinerie mit Polizisten (die Geständnisse erzingen), Anwälten (die sochle Geständnisse nicht hinterfragen), Richtern (die solche Geständnisse, obwohl widerrufen vor Gericht zulassen) und Politikern (die Entscheidungen treffen, je nachdem ob sie meinen, daß damit die nächste Wahl gewonnen wird), wird (wie schon des öfteren bei Grisham) gründlich durchleuchtet und die Schwächen aufgezeigt. Grisham beschreibt auch die Menschliche Seite, welche den zuvor genannten abhanden gekommen ist.
Rein zufällig habe ich eine Dokumentation über das im Buch beschriebene Huntsville gesehen und wie es aussieht stimmen diverse Zahlen, die Grisham im Buch beschreibt (Todeszellenaufenthalt bis zur Hinrichtung 10 Jahre, usw.). Auch diverse "Nebenprodukte" einer solchen geplanten Hinrichtung hat Grisham großartig und nachvollziehbar beschrieben. Angefangen mit den Medien, die sich natürlich auf soetwas wie die Geier stürzen würden, bis hin zu den bürgerkriegsähnlichen Zuständen und dem eingreifen der Nationalgarde.

Zuletzt eine "Kennzahl" von mir. Ich komme nicht sehr oft zum lesen und daher dauert es immer doch eine Weile bis ich so einen 500 Seiten-Schmöker durch habe. Normalerweise brauche ich für ein durchschnittliches Buch 1 Monat. Für "Das verlorene Symbol" von Dan Brown (etwa 800 Seiten) habe ich 3 oder 4 Monate benötigt, da es so zäh war. Für dieses hier habe ich gerade mal 10 Tage gebraucht. Während des lesens war ich gefesselt, gespannt, traurig, zornig, habe ungläubig den Kopf geschüttelt und war erheitert. Braucht ein Buch mehr Emotionen?
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 25. August 2011
Mit seinem neuen Roman "Das Geständnis" hat John Grisham mich nach seinen vorherghenden Flops wieder etwas versöhnt. Das Buch ist ein engagiertes Plädoyer gegen die Todesstrafe und eine große Kritik am Rechtssystem bestimmter Staaten Amerikas.

Als eines Tages ein mehrfach verurteilter Sexualtäter, Travis Boyette, im Haus des Revernd Keith Schroeder auftaucht und den Tod an einem jungen Mädchen gesteht, dessen vermeintlicher Mörder in einigen Tagen hingerichtet werden soll, weiss Keith Schröder zuerst nicht, wie er darauf reagieren soll.Boyette begündet sein Geständnis damit, dass er bald sterben wird, da er einen inoperablen Hirntumor habe und er vorher die Unschuld des verurteilten Farbigen Donte Drumm bezeugen will. Außerdem wisse er wo die Leiche Nicole Yarbers vergraben liege, da er dies selbst getan habe. Donte Drumm wurde nämlich zum Tode verurteilt, obwohl niemals eine Leiche gefunden wurde und er nach einem erpressten Geständnis,das er später widerrief, immer wieder seine Unschuld beteuerte.
Der Leser erfährt nun in diesem Buch, wie die Mühlen der Justiz im Staate Texas malen. Ein engagierter Rechtsanwalt"Robbi Flagg"setzt sich für die Aussetzung der Todesstrafe des Beschuldigten ein und beginnt ein Rennen gegen die Zeit.Wird er es schaffen Donte vor der Todesspritze zu bewahren?

Ich fand das neue Buch des Autors streckenweise sehr berührend, vor allem die Szenen aus der Todeszelle, Spannung kam auch streckenweise auf, was mich aber am meisten begeistert hat, war die Darstellung der verantwortlichen Personen, die mit der Rücknahme dieses Urteils zu tun hatten.Man hatte nicht das Gefühl, dass sie über einen Menschen urteilten, sondern es ging ihnen eigentlich immer nur um Prestige und ihre Wiederwahl.Auch die Darstellung des zum Tode Verurteilten ist dem Autor meiner Meinung nach gut gelungen, seine Gedanken und Gefühle wurden sehr überzeugend rübergebracht.
Auch die Mittel, die Justiz und Polizei anwenden,um ein Geständnis aus dem Beschuldigten herauszupressen,wurden spannend erzählt.Die überall anzutreffende Presse, die sich wie die Schmeißfliegen auf diese Sache stürzten und sogar von der Mutter des Opfers sehr medienträchtig eingesetzt wird,machen dem Leser noch einmal sehr deutlich, dass es weniger um den Menschen, als vielmehr um sensationsheischende Effekte geht, die die Zuschauer gierig aufsaugen.

Allerdings gibt es auch einige Kritikpunkte und desshalb auch keine 5 Sterne.
Stellenweise ging es mir etwas zu pathetisch zur Sache und einige Situationen waren auch etwas unglaubwürdig.Ins Detail möchte ich jetzt nicht gehen, da ich dann zu viel verraten würde.

Trotz aller kleinen Schwächen, hat mir das neue Buch des Bestsellerautors wieder gut gefallen und ich finde es wesentlich gelungener, als seine Vorgänger
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Keith Schroeder, Pfarrer einer lutherischen Kirche in Topeka, Kansas, ahnt nicht, was auf ihn zukommt, als eines Morgens ein Fremder sein Büro betritt, um sich etwas von der Seele zu reden. Solche seelsorgerlichen Gespräche sind für einen Pastor normal, jedoch hat dieser Besucher etwas zu beichten, was auch ein Geistlicher selten zu hören bekommt. Er sterbe demnächst an einem Gehirntumor, erklärt der Mann, und wolle vielleicht bekennen, dass er der Mörder eines seit 10 Jahren aus der Kleinstadt Slone in Texas verschwundenen Mädchens sei.
Für den Mord an Nicole Yarber, die bei ihrem Verschwinden 17 Jahre alt war, sitzt allerdings ein anderer Mann in der Todeszelle, seine Hinrichtung steht nur wenige Tage bevor. Die Leiche wurde nie gefunden und der Verurteilte, Donté Drumm, hat sein Geständnis längst widerrufen und beteuert seither seine Unschuld.
Bild von John Grisham via Amazon.comDamit beginnt ein Buch, wie es John Grisham schon länger nicht gelungen ist. Ein Buch, das den Leser fesselt und bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt. Ein Roman, dessen Handlung mitunter Wege nimmt, die der Leser nicht zu gehen wünscht. Ein realistisches, ein ehrliches Buch. Eine aufwühlende, eine tief beeindruckende Erzählung.
Es gibt Bücher, auch von John Grisham, in denen findigen Juristen auch das unmöglich scheinende Herumreißen einer Situation gelingt, in denen dann doch noch das Gute siegt. Solche Bücher zeichnen nicht immer ein akkurates Bild des Lebens, aber sie haben zweifellos ihre Vorteile: Man schöpft Hoffnung, dass es eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt.
The Confession hat auch seine Vorteile, aber die liegen auf ganz anderen Ebenen.
In erster Linie ist es natürlich ein spannender Roman, der dem Leser keine Atempause gönnt. Man müsste ja eigentlich schlafen gehen, aber man kann das Buch nicht beiseite legen. Nur noch eine Seite … nur noch das Kapitel … nur noch ein paar Seiten …
Das Buch kann aber auch Augen öffnen: Realistisch schildert der Autor, mit welcher tiefen Überzeugung, Gott auf ihrer Seite zu haben, schwarze und weiße Christen ganz unterschiedliche Meinungen und Einstellungen biblisch begründen. Er schildert, warum und wie Donté in neun Jahren, unschuldig im Gefängnis, seinen einst lebendigen und zuversichtlichen Glauben verloren hat.
Keith plunged ahead. “Robbie tells me you were raised in a church, batized at an early age, had a strong faith, raised by parents who were devout Christians.”
“All true. I was close to God, Mr. Schroeder, until God abandoned me.”

“You blame God for the past nine years?”
“Yes, I do. … I was eighteen years old, a longtime Christian, still active in church, but also doing some things that most kids do, nothing bad, but, hell, when you grow up in a house as strict as mine, you’re gonna rebel a little. … I stayed off the streets. I was looking forward to college. Then, for some reason I guess I’ll never understand, a bolt of lightning hits me square in the forehead. I’m wearing handcuffs. I’m in jail. … My fate is determined by twelve white people, half of them good, solid Baptists. The prosecutor was a Methodist, the judge was a Presbyterian …”
John Grisham schildert auch, mit welchen Glaubenskonflikten Pfarrer Schroeder zu kämpfen hat. Und nicht nur das, seitens seiner Kirchenobrigkeit gerät er zusätzlich unter Druck. Überall finden sich Menschen, die ganz genau mit der Bibel in der Hand erklären können, was richtig ist, was Gottes Wort sagt - und die Widersprüche könnten kaum gewaltiger sein. Schließlich gehen Kirchen in Flammen auf, der Hass lodert in Slone. Politiker und Juristen suchen nach Lösungen und finden keine. Die Lage wird immer prekärer …
The Confession hat mich gepackt und bewegt, wie es selten einem Roman gelingt. Ich habe geweint beim Lesen – und das passiert mir kaum einmal.
John Grisham erspart weder sich noch den Lesern grauenhafte Erlebnisse und unbequeme Fragen. Keith Schroeder wird am Ende der Erzählung ein anderer Mensch sein als zuvor. Der Leser - das wäre sehr zu wünschen - auch. Mein Denken und Glauben hat sich durch diese Lektüre jedenfalls verändert.

Mein Fazit: Wie man es auch betrachtet, dies ist ein rundum packendes, durchdachtes, erschütterndes, spannendes Buch; eines der besten, die John Grisham bisher verfasst hat. Unbedingt lesen!

P.S.: Ich habe das Original gelesen, zur Qualität der deutschen Übersetzung vermag ich nichts zu sagen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Juli 2012
Die ersten Romane von John Grisham habe ich mit Begeisterung gelesen und noch heute in guter Erinnerung. Dann folgten einige schwächere Romane dieses Autors, weshalb ich schon lange keines seiner Bücher mehr gelesen hatte. Erst der Erfolg des Justizthrillers "Das Geständnis" machte mich wieder auf diesen Autor aufmerksam und neugierig, und der Klappentext versprach ein hochgradig spannendes Leseerlebnis.

Donté Drumm, Afroamerikaner aus Texas, steht kurz vor seiner Hinrichtung. Er wurde der Ermordung der siebzehnjährigen Nicole Yarber, einer Mitschülerin, bezichtigt, für schuldig befunden, obwohl deren Leichnam nie gefunden wurde, und zum Tode verurteilt. Vier Tage vor seiner Hinrichtung wird Reverend Keith Schroeder in seinem Büro von dem gebrechlich wirkenden Travis Boyette besucht. Der mehrfach verurteilte Sexualstraftäter Travis Boyette erklärt ihm, als Sterbenskranker sein Gewissen erleichtern zu wollen, und gesteht dem Reverend Vergewaltigung und Ermordung von Nicole Yarber. Reverend Schroeder steht vor der Gewissensfrage, wie er mit dem Geständnis umgeht, und sucht Wege, wie er die Hinrichtung von Donté Drumm verhindern kann - ein nervenaufreibender Wettlauf mit der Zeit beginnt...

Wie gewohnt, ergreift John Grisham mit seinem Justizthriller "Das Geständnis" Partei und zeigt sich als klarer Gegner des amerikanischen Systems der Todesstrafe. Zu diesem Zweck fokussiert er seinen Thriller nicht allein auf die zeitliche Spanne, den wahren Täter juristisch wirksam zu eröffnen, und so eine Hinrichtung zu verhindern, sondern beleuchtet das Umfeld von Donté Drumm einschließlich Justiz, Medien und politischer Verantwortungsträger und deren Verquickungen. So wird "Das Geständnis" zum Krimi und Gesellschaftsroman, in dem der Autor sein zentrales Anliegen mit Themen wie Rassendiskriminierung, Medienhysterie, Bürokratie und Korruption verknüpft. Dies geht etwas zu Lasten der Spannung des Romans, der rasant startet und zunächst atemberaubend spannend ist, bis hin zu einem massiven Spannungsabfall in der Mitte des Buches, den ich ohne näher auf den Inhalt einzugehen, leider nicht erläutern kann. Des Weiteren geht dies auch zu Lasten der Ausgestaltung der Charaktere, die nahezu ausschließlich Schwarz - Weiß gezeichnet sind. Trotz dieser Schwächen in Aufbau und Erzählung des Romans ist "Das Geständnis" auch in spannungsärmeren Sequenzen durchaus interessant und kurzweilig zu lesen.

Der Autor hat einen uramerikanischen Roman geschaffen, was sich in Setting und Charakteren der Geschichte klar zeigt, bedient sich dabei aber leider vieler Klischees. Grishams Sprache ist gewohnt klar, sachlich, aber auch schlicht, Dialoge dominieren den Erzählstil und so kommt die Botschaft des Autors als sachliches, nachdenklich machendes Plädoyer gegen die Todesstrafe beim Leser an. Weiß man allerdings, dass Grisham seine Botschaft in Variation immer wieder verpackt und sendet, kann sein Plädoyer leicht als Predigt empfunden werden.

Seltsam für Grishams klaren Sendungswillen mutet an, dass er sich im Anhang für etwaige Fehler damit entschuldigt, dass er nicht gern recherchiert

Auch wenn "Das Geständnis" wegen seiner Schwächen an die ersten Justizthriller von John Grisham wie "Die Firma, "Die Akte" und "Die Jury" nicht herankommt, fand ich das Buch doch so gut, dass ich mir vorstellen kann, auch seinen nächsten Roman zu lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Donté Drumm, ein zur Todesstrafe verurteilter Schwarzer, wartet in Texas auf seine Hinrichtung. Vor neun Jahren soll er eine junge Frau ermordet haben. Obwohl die Leiche nie gefunden wurde und erhebliche Zweifel an seiner Schuld bestehen, soll die Hinrichtung stattfinden.

Robbie Flak, Drumms Anwalt, versucht seit neun Jahren, die Unschuld seines Mandanten zu beweisen. Auch jetzt reicht er bis zum letzten Tag Anträge ein, um die Hinrichtung zu verhindern.

In einem anderen Bundesstaat beginnt für Keith Schröder, einen lutherischen Pfarrer, der Arbeitstag ganz normal.. Bis plötzlich Travis Boyette, ein verurteilter Sexualstraftäter, in seinem Büro erscheint und sein Gewissen erleichtern will.

Angeblich will er damals das Mädchen ermordet haben und er hat auch Beweise für seine Behauptung.

Keith kommt in Gewissenskonflikte, denn Boyette darf den Staat nicht verlassen. Dieser ist aber nur bereit, den Fundort der Leiche preiszugeben, wenn Keith ihn nach Texas bringt.

Wider jeglicher Vernunft begibt sich Keith mit Travis auf die Reise. Nun beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.. Wird die Hinrichtung aufgehalten werden können ???

Mir hat der Roman sehr gut gefallen; man wird quasi gezwungen, sich mit dem Thema Todestrafe zu beschäftigen.

Der zuständige Staatsanwalt, der Richter, der Polizeichef, keiner will zugeben, dass das Urteil evt. ein Fehlurteil sein könnte.

Der Gouverneur tut Travis , genau wie alle anderen, als einen Spinner ab, obwohl er zum Beweis den Ring des toten Mädchens hat.

Ein Zeuge, der Drumm damals beschuldigt hat, zieht auch in der letzten Minute seine Aussage zurück, um sein Gewissen nicht mit dem Tod eines Unschuldigen zu belasten.

Doch die zuständigen Verantwortlichen wollen das alles nicht sehen.

Für sie ist Drumm schuldig und fertig !

Der Anwalt will noch einen Eilantrag am Hinrichtungstag einreichen , doch die Geschäftsstelle des Gerichts schließt vor seiner Nase. Bürokratie !!!

Es gibt anscheinend kein Unrechtsbewußtsein bei den Verantwortlichen; sie übersehen die vielen und neuen Beweise, die dafür sprechen, dass sie im Begriff sind, einen Unschuldigen zu töten.

Wieder ein richtig spannender Grisham und ein heikles Thema. Bisher hatte ich persönlich immer eine feste Meinung zur Todesstrafe, aber nach dem Lesen dieses Buches komme ich doch sehr ins Grübeln..
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Die unmittelbar bevorstehende Hinrichtung eines Mannes, der von sich behauptete, unschuldig zu sein, war für die regionalen Medien uninteressant. Dieses Thema war zu alltäglich geworden. Aber nachdem bekannt geworden war, dass Weiße und Schwarze Kirchen anzündeten, spitzten einige Produzenten von Nachrichtensendungen die Ohren. Die Schlägereien an der Highschool machten das Ganze noch interessanter. Womöglich Rassenunruhen? Das war zu gut, um es zu ignorieren. Als dann auch noch die Nationalgarde angekündigt wurde, gab es kein Halten mehr. Am späten Nachmittag wimmelte es in Slone nur so von bunt lackierten Übertragungswagen aus Dallas, Houston und anderen Städten, von denen die meisten eine Liveschaltung zu ihren Sendern einrichteten. Als das Gerücht aufkam, dass ein Mann, der behauptete, der wahre Mörder zu sein, vor den Kameras ein Geständnis ablegen wolle, zogen die Medienleute in Scharen zum Bahnhof. ...
Dana Schroeder saß seit zwei Stunden vor dem Fernseher und starrte gebannt auf CNN. Sie wartete auf Neuigkeiten aus Slone. Bis jetzt waren nur zwei Berichte gesendet worden, kleine Schnipsel über die Unruhen und die Nationalgarde. Sie hatte zugesehen, wie der Gouverneur sich lächerlich gemacht hatte. Doch die Berichterstattung gewann an Fahrt. Als sie das Gesicht von Travis Boyette sah, sagte sie laut: "Da ist er."
Ihr Gatte war im Todestrakt und stand dem Jungen bei, der für den Mord verurteilt worden war, und sie sah den Mann vor sich, der den Mord begangen hatte.
("Das Geständnis", Seiten 329-331).

Dies ist nicht John Grishams erste Abrechnung mit der Todesstrafe und bestimmt nicht seine letzte. Schonungslos und detailliert gewährt er dem Leser Einblicke in ein Rechtssystem, welches durch menschliche Unfähigkeit und Korruption zerfressen und manipulierbar ist. Ein unschuldiger, junger Mann wurde vor Jahren für einen Mord zum Tode verurteilt. Gerade vier Tage vor seiner Hinrichtung taucht ein verurteilter Schwerverbrecher bei einem Geistlichen auf, um ein seltsames Geständnis abzulegen. Nicht der Gefangene in der Todeszelle hat das Verbrechen begangen, für welches er in wenigen Tagen sterben soll, sondern eben dieser Sexualstraftäter, der mehr als sein halbes Leben im Gefängnis verbracht hat und nun schwer krank selbst an der Schwelle des Todes steht. Was hat dieses Geständnis für die Beteiligten zu bedeuten? Wird es gelingen, einen Unschuldigen zu retten und die Gerechtigkeit wieder herzustellen?

Der Roman selbst ist in drei Teile untergliedert: 1. Das Verbrechen. 2. Die Strafe und 3. Die Entlastung. Der Autor nimmt sich viel Zeit die Geschehnisse, welche zu einer Verurteilung in einem schrecklichen Mordfall führten, aufzuarbeiten. Drumm, der als Sportheld an seiner Schule gefeiert wurde, wird zum Sündenbock der Polizei. Schonungslos wird von den unmenschlichen Verhören im örtlichen Revier berichetet, welche schließlich ein Geständnis Drumms zur Folge hatten. Zu diesem Zeitpunkt ahnt jedoch keiner von Drumms Freunden und Verwandten, dass dieses Notgeständnis zum wichtigsten Beweismittel im Mordprozess dienen wird. Obwohl das Offensichtliche scheinbar auf der Hand liegt, wird Drumm schließlich zum Tode verurteilt.
Natürlich bleibt auch immer Keith Schroeder, der als Reverend vor einer Gewissensentscheidung steht, im Blickpunkt des Lesers. Nachdem ihm Travis Boyette nicht nur den Mord an der damals siebzehnjährigen Nicole Yarber gestanden hat, sondern auch Details zum Auffinden der Leiche gegeben hat, glaubt Schroeder für Gerechtigkeit sorgen zu müssen. Allerdings besteht das Problem, dass der unschuldig Verurteilte in einem anderen Bundesstaat einsitzt und Boyettes Bewährungsauflagen verlangen, dass er seinen derzeitigen Aufenthaltsort nicht verlässt. Außerdem scheint Donté Drumms Anwalt die Mitteilung des Geistlichen nicht besonders ernst zu nehmen, obwohl er ansonsten wie ein Besessener für die Freilassung seines Mandanten kämpft. Schließlich nimmt Keith die Herausforderung seines Lebens an, doch er ahnt nicht welche Erfahrungen ihm mit den Medien, der Politik, dem Rechtswesen und sogar von Seiten seines Arbeitsgebers, der Kirche, bevorstehen.

John Grisham ist noch immer der charismatische Erzähler, der tief in Justizkreise einsteigt und aktuelle Themen brisant und anschaulich darstellt. Aber im Vergleich zu seinen ersten Werken wird der Ton härter und realistischer. Dabei lässt der Autor keinen Zweifel an der Botschaft an den Leser. Gefesselt und angespannt verfolgt man die Geschichte dieses Romans, die den Meister des Fachs verrät. Allerdings kann der Einruck nicht ganz verwehrt bleiben, dass Grisham bei seiner Hauptfigur ein wenig den objektiven Blick vermissen lässt und die Figur etwas zu undifferenziert darstellt. Auch mag das politische Engagement eines Geistlichen von der Kanzel herab ein wenig befremden, oder liegt das daran, dass man mit amerikanischen Gepflogenheiten dann doch weniger vertraut ist? Wie dem auch sei, ist es John Grisham ohne Frage gelungen, einen packenden Roman mit brennenden Grundfragen des amerikanischen Rechtssystems zu schreiben. Man darf gespannt sein, welches Eisen der Autor als nächstes anpackt.
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am 21. Januar 2012
Kurz zum Inhalt: Travis Boyette, ein rechtskräftig verurteilter Sexualstraftäter, der mehr als sein halbes Leben hinter Gittern verbracht hat, gesteht einen Mord, für den ein anderer verurteilt wurde: Donté Drumm. Dieser sitzt seit acht Jahren in der Todeszelle und soll in genau vier Tagen hingerichtet werden. Ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Der Roman ist in drei Teile unterteilt, sozusagen die Vorgeschichte, der Hauptteil, und wie es "danach" weitergeht.

Das Buch "Das Geständnis" von John Grisham ist ein sehr packendes Buch über die (Un-)Gerechtigkeit.

Es ist so lebendig geschrieben, dass man mit den jeweiligen Figuren richtig mitfiebert. Immer wieder habe ich mich gefragt, ob es möglich ist, die Hinrichtung aufzuhalten und habe mich teilweise richtig geärgert, wenn Travis Boyette, der sich als wahrer Täter ausgibt, mal wieder "querschießt" und die Zeit davon läuft.

Man spürt richtig die Beklemmung der jeweiligen Personen und macht sich auch unweigerlich Gedanken, ob man der Todesstrafe grundsätzlich zustimmen soll oder sie ablehnen soll. Grisham liefert hierzu auch Fakten im Buch und läßt deutlich werden, wie er dazu steht.

Man muß immer weiterlesen, um zu wissen, ob Donté Drumm gerettet werden kann oder nicht (das verrate ich hier natürlich nicht).

Wer sich fragt, ob eine Geschichte sich so zutragen könnte, sollte unter "Troy Davis" googeln.

Ich kann das Buch nur jedem empfehlen! Es ist wirklich packend und kurzweilig und lässt einem viel drüber nachdenken, wie man selbst zu dem Thema steht.
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am 12. Dezember 2012
Aus der kaum überschaubaren Fülle von oftmals langweiligen Justizthrillern auf dem Buchmarkt sticht Grishams Geständnis förmlich heraus. Dies mag daran liegen, dass der Leser bereits nach den ersten zehn Seiten mitten im Geschehen drin steckt und sich dieser Spannungsbogen bis in's letzte Viertel des Buches aufrecht erhält. Der Leser wird Teil des Prozesses und verschmilzt irre bildhaft mit dem typisch amerikanischen Texas, den Leuten auf den Strassen, den Bars und Cafes, den Telefonkabinen und Autos der Stadt. Illustrativ werden aber nicht nur juristische Geschehnisse, sondern auch die ethnische Problematik zwischen Schwarz und Weiss und menschenrechtliche Fragen verarbeitet. Das Geständnis glänzt durch eine sachlich bezogene Position im tatsächlichen Politikum der modernen Welt und besticht durch genaue Recherchen, was juristische Prozesse, die Todesstrafe, das Gefängnis und Justiz-Angelegenheiten betrifft. Durchaus spannend zu lesen, von Beginn bis Schluss! ... und trotz ralitätsnaher Story bleibt dem Leser das Ende bis zum Schluss verborgen.
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am 26. Dezember 2011
Ich bin etwas hin- und hergerissen. Auf der einen Seite beste Grisham-Unterhaltung mit einer interessanten Ausgangsposition. Ich verweise auf die Inhaltsangaben der Vorrezensenten. Doch irgendwie bekam ich das Gefühl nicht los, dass ich das alles oder so ähnlich schon bei Grisham gelesen habe (zum Beispiel die endlos scheindenden Berichte über die Zustände im Todesgefängnis erinnerten doch stark an "Die Kammer"). Überhaupt hat das Buch einige Längen, die ich so bei Grisham nicht kenne.

Insgesamt ist "Das Geständnis" ein fanal gegen die Todesstrafe. Es ist Grishams Dampfhammer, denn im Gegensatz zur "Kammer" droht hier einem offensichtlich Unschuldigen die Gaskammer. Es ist aber auch eine Hetzschrift gegen die Justiz gerade in Texas. Wege aus dem Dilemma zeigt Grisham allerdings nicht auf.
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