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5.0 von 5 Sternen Eine spannende Geschichte
Der neue Roman von Douglas Coupland, dem Erfinder" der Generation X (Er beschreibt die Lebensweise und Ängste einer Bewegung, die den Konsumwahn wiederstehen und eigene Werte leben möchte. 1991 erschien sein Roman Generation X und 1993 der Episodenroman Life after God. Die Geschichten der Generation X) beschreibt eine Welt in näherer unbestimmter Zukunft,...
Veröffentlicht am 14. November 2010 von Ralf Boldt

versus
15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zähe Geschichten
Coupland kann formulieren. Treffende Beobachtungen und knackige Dialoge stecken in dem Buch.
Gleichwohl vermag das Buch insgesamt nicht zu überzeugen.

Die Welt bei Coupland ist globalisiert und vernetzt, vom Call Center in Sri Lanka bis hin zu Blogs und Vlogs finden sich gängige Stichworte wieder. Aber seine Zukunftsannahmen und...
Veröffentlicht am 16. September 2010 von Ralf Deckers


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine spannende Geschichte, 14. November 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Generation A: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der neue Roman von Douglas Coupland, dem Erfinder" der Generation X (Er beschreibt die Lebensweise und Ängste einer Bewegung, die den Konsumwahn wiederstehen und eigene Werte leben möchte. 1991 erschien sein Roman Generation X und 1993 der Episodenroman Life after God. Die Geschichten der Generation X) beschreibt eine Welt in näherer unbestimmter Zukunft, in der es keine Bienen mehr gibt. Keiner weiß, warum. Dies scheint auf dem ersten Blick auch gar nicht so schlimm zu sein, denn es gibt ja zur Not noch Kunsthonig. Doch wer bestäubt nun die Blüten? Das Fehlen der Bienen hat die Welt verändert. Obst ist zu einer seltenen Delikatesse geworden und alle Pflanzen müssen per Hand bestäubt werden, denn auch die meisten anderen Insekten sind spurlos verschwunden.
In dieser Welt werden rund um den Erdball fünf junge Menschen überraschend von Bienen gestochen.
Zack aus Iowa ist das erste Opfer. Er ist ein Vernetzungsjunkie und ständig über Satellit mit allen möglichen Informationsquellen verbunden. Am liebsten sitzt er nackt in einem High-Tech-Mähdrescher und schneidet Kunstwerke in Maisfelder.
Harj stammt aus Sri Lanka. Er ist der einzige aus seiner Familie, der einen Tsumani überlebt und ein Telefon-Verkaufsgenie.
Samantha lebt in Neuseeland. Ihre Eltern eröffnen ihr, dass sie an nichts mehr glauben.
Julien ist offiziell Student in Frankreich, interessiert sich aber mehr für Online-Games wie World Of Warcraft als für seine Studien.
Die fünfte gestochene ist Diana. Sie ist ein religiöses Mauerblümchen mit Tourette-Syndrom. (Neuropsychiatrische - Erkrankung, die durch Tics charakterisiert ist. Diese Tics können Muskelzuckungen sein oder Lautäußerungen. Diese Lautäußerungen können auch drastische Beschimpfungen beinhalten.)

Blitzschnell werden die fünf jeweils nach dem Stich von einer Eingreiftruppe eingesammelt und in verschiedene Hochsicherheitslaboratorien gebracht. Dort leben sie einen Monat in absoluter Isolation. Nur eine künstliche Persönlichkeit spricht mit ihnen (mit der Stimme nach Wahl). Sie haben keinerlei bewussten Menschenkontakt. Sie werden ständig mit Fragen bombardiert und dann betäubt. Während der bewusstlosen Phasen werden Blutproben genommen. Die Zimmer sind absolut steril und alle Dinge innerhalb dieser Isolationszellen haben keinerlei Beschriftungen oder Markenlogos. Sie dürfen nicht Fernsehen oder ins Internet oder irgendetwas lesen. Die Umgebung gibt keine Reize an die Gefangenen ab. Als Nahrung gibt es nur eine eingefärbte Masse unbestimmbarer Zusammensetzung.
Alle werden dann wieder freigelassen, wobei sich jeder um seine Rückkehr selbst kümmern muss. Doch das Leben ist nicht mehr wie zuvor. Die fünf bekommen Sehnsucht aufeinander und versuchen, miteinander Kontakt aufzunehmen. Schließlich werden sie von Serge, einem Wissenschaftler, eingesammelt und auf das Archipel Haida Gwaii gebracht. Dort lebt der Indianerstamm der Haidas.
Serge fordert die fünf auf, Geschichten zu erzählen. Er sei der Entdecker hochspezialisierter Mikroproteine - sogenannter Eonen - und beim Geschichtenerzählen werden bestimmte dieser Proteine freigesetzt. Und so erzählen alle nacheinander mehrere Geschichten. In diesen Erzählungen sterben unsterbliche Superhelden, die Menschheit verliert die Fähigkeit zu lesen oder niemand kann mehr Ziffern als solche erkennen. Sie erzählen vom Alleinsein, von Einweg-Flügen zum Mars, von erzwungenen Zeitreisen ins Mittelalter, von der Erfindung der Sprache und von Trickbetrügern. Jeder der Geschichten verarbeitet das Leben der fünf Menschen und sie gleichen sich immer mehr an. Die Fünf bemerken, dass sie ein immer größeres Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln.
Schließlich beginnen sie Serge zu durchschauen. Er ist der Entdecker von SOLON. SOLON ist ein chronosuppressives Arzneimittel, das die Zeit für Menschen verkürzt oder verlängert, je nach Gemütslage. Es macht hochgradig abhängig und hat ihn reich gemacht. Die fünf von den Bienen gestochenen haben ein bestimmtes Starter-Enzym in sich, dass es leichter mache, das bisher künstlich erzeugte SOLON zu produzieren und auch gleichzeitig ein Gegenmittel zu entwickeln...
Generation A ist keine Fortsetzung der Romane um die Generation X. Generation A ist eine gnadenlose Darstellung der heutigen Welt mit all ihren Fehlern. Konsum, Marken, die totale Kommunikation von Menschen, die sich nichts zu sagen haben, die vermeintliche Abhängigkeit von SMS, Internet und Email wird in diesem Roman thematisiert. Jeder hat den ganzen Tag über Stress und keine Zeit, aber niemand hat noch richtige Ziele.
Internet, Wikipedia und Google, Trash-Serien, Ronald Reagan, Jonny Hallyday, Science Fiction, Star Trek, Yoda, die Simpsons, Superman und Batman, IBM, Mercedes und IKEA sind Bestandteile des Romans und der internen" Erzählungen. Die gesamte heutige Welt wird einmal durch den Fleischwolf gejagt und landet als fast ungenießbare Burger-Frikadelle zwischen zwei Sandwich-Scheiben auf einem riesigen Teller. Es wird ein (fiktiver) Beipackzettel des SOLON abgedruckt und Wikipedia-Artikel zitiert.
Sprache ist ein zentrales Thema. Wie entsteht und funktioniert Sprache? Wer ist der Erzähler in unserem Kopf, wenn wir lesen? Wie sähe eine Welt ohne Sprache oder eine reduzierte Sprache im SMS-Stil aus? Hier gibt der Autor dem Leser interessante Denkanstöße und entwickelt teilweise verrückte Ideen.
Der Autor Coupland ist ein guter Beobachter und lässt uns an diesen Beobachtungen teilhaben. So entdeckt er die Brummzyklen eines Kühlschranks".
Die reihum laufenden Kapitel der fünf Hauptpersonen werden aus der Perspektive des Ich-Erzählers geschildert, wobei in einigen Kapiteln den Personen schon Dinge bekannt sind, die sie zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen konnten, sondern erst später von den jeweils anderen Personen erfahren haben können. Innere Monologe legen die Gedanken der Personen dar. Manchmal wird auch der Leser direkt einbezogen, was wie ein Sog in die Geschichte wirkt.
Die Sprache ist modern, zeitgemäß und wird stellenweise auf einige Leser erschreckend ob ihrer Deutlichkeit und Offenheit sein und dies nicht nur in den Schilderungen der Tics von Diana. Schimpfworte und sprachliche Obszönitäten müssen aber ertragen werden, denn sie gehören zum Roman dazu und passen in den Kontext des Themas Sprache".
Couplands Roman erschließt sich trotz allen Tiefgangs erfrischend einfach. Vom Leser wird aber ein großes Maß an Kenntnissen der Medienlandschaft und der Pop-Kultur.
Ist Generation A nun ein Science Fiction Roman? Science - Wissenschaft - ist ein wichtiges Thema in diesem Roman und den Leser erwartet eine Menge an fiktiven Ideen und Elementen. Also ein klares JA: Generation X ist Science Fiction und dazu noch verdammt gute SF.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Danke für dieses leicht abgefahrene Buch, 8. Februar 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Generation A (Taschenbuch)
Generation ist wieder mal ein schräges, spanndendes ganz leicht ins Surreale kippendes Buch über Menschen, die irgendwie anders sind als alle anderen - und doch findet man sich irgendwo in jedem von ihnen wieder. Manchmal merkt man gar nicht, dass die Handlung in der Zukunft spielt; denn es ist nicht die ferne Zukunft, sondern eine, die wir selbst noch zu Lebzeiten erreichen könnten.

Die Hintergründe für die mysteriösen Bienenstiche bleiben lange unklar - lediglich ein paar subtile Hinweise reizen zum Spekulieren und halten das Buch spannden.

Witzig auch die Idee, die Hauptpersonen (die von Bienen Gestochenen) Geschichten erfinden zu lassen. Die müssen sie innerhalb des Forschungsprojekts, von dem sie unter die Lupe genommen werden, einander erzählen, ohne zu wissen, was das eigentlich soll. Was dabei rauskommt ist ein echtes Kuriositätenkabinett!

Ein spannendes Buch, das einem mal wieder das Gefühl gibt, an lauter abgefahrenen Ideen teilzuhaben!
Den einen Punkt Abzug gebe ich, weil die Hauptpersonen sich einem nicht richtig erschließen und nicht so richtig die gewisse "Compassion" auslösen, die 100%iges Schmökerpotenzial ausmachen. Es ist eben eher ein Buch nur für den Kopf - Gefühle stehen weit im Hintergrund.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zähe Geschichten, 16. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Generation A: Roman (Gebundene Ausgabe)
Coupland kann formulieren. Treffende Beobachtungen und knackige Dialoge stecken in dem Buch.
Gleichwohl vermag das Buch insgesamt nicht zu überzeugen.

Die Welt bei Coupland ist globalisiert und vernetzt, vom Call Center in Sri Lanka bis hin zu Blogs und Vlogs finden sich gängige Stichworte wieder. Aber seine Zukunftsannahmen und -befürchtungen sind alles andere als originell (ständig wird gepostet, unsere Sprache verkümmert auf und zukünftig noch unter SMS-Niveau, die Natur ist kaputt, die Menschheit ist von Angststörungen geplagt und sucht ihr Heil in Sedativen).

Zudem wird das Buch, insbesondere zum Ende hin, relativ zäh. Das Buch beginnt schwungvoll. Aber die entwickelten Handlungsstränge werden nicht zu Ende geführt. Stattdessen sitzen fünf Personen, alle von Bienen gestochen, auf einer Insel versammelt und reihen (Generation X lässt grüßen) Geschichte an Geschichte. Sicher, alle haben eine Gemeinsamkeit, wie der Autor über eine Romanfigur mitteilen lässt. Die Geschichten sind auch kompakt und streckenweise durchaus interessant erzählt. Gleichwohl lässt der Reiz der Geschichten zügig nach.

Auch die Erzählungen des Wissenschaftlers Serge, die Hintergründe und Erklärungen zum Ende hin nachliefern, überzeugen nicht. Die Erzählungen wirken konstruiert und hastig hinzugefügt, ohne die losen Fäden der Erzählung überzeugend aufzunehmen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Generation 2.0, 1. Januar 2011
Von 
jury - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Generation A: Roman (Gebundene Ausgabe)
Verständlicherweise versuchte der mit Generation X 1991 bekannt gewordene Douglas Coupland, mit der 2009 erschienenen "Generation A" noch eins draufzulegen. Aber wie man schon an den Buchstaben erkennen kann, ist er in der falschen Richtung unterwegs.

Waren es damals noch drei Protagonisten, die in einem Selbstfindungsprozess Sinn und Unsinn des Konsumwahns reflektierten, müssen nun gleich fünf junge Menschen aus allen Winkeln der Welt von einer - genauer: von fünf - Bienen gestochen werden. Die gute Nachricht: Zumindest Zack, Sam, Julien, Diana und Harj überleben es, was man von den Bienen nicht behaupten kann.

Und das ist schade, denn Bienen gibt es (fast) nicht mehr in der Welt des Buchs. Kaum gestochen, werden die jungen Damen und Herren auch schon von schwer vermummten schnellen Eingreiftruppen deportiert und erst getrennt, dann zusammen den merkwürdigsten Experimenten unterzogen. Bald stellt sich heraus, dass hinter dem Ganzen ein Plan und hinter dem Plan ein gewisser Serge steckt.

Während sich alle für Serge Erzählungen ausdenken müssen, wächst die Gruppe zusammen und beginnt zu begreifen, was mit ihr und der Welt geschieht.

Natürlich geht es um Ökologie, um Drogen, um die Zukunft der Menschheit, um Macht und deren Missbrauch. Das könnte durchaus ein spannendes Buch abgeben, tut es aber nicht; im Gegenteil, schon beim dritten Bienenstich stellt sich Sodbrennen ein. Man fragt sich, ob man nun das ganze Buch durch Bienenstichrezepte serviert bekommt. Diese Ödnis wiederholt sich, wenn die fünf Epigonen Scheherazades sich weniger interessante als skurrile und eintönige Geschichten ausdenken. Die wenigen restlichen Seiten enthalten die eigentliche, dünn und lieblos ausgemalte Erzählung, die durchaus thematisch und in der Anlage überzeugt, aber so, wie sie rüberkommt, zu keinem Moment fesselt. Zudem stoßen einem logische Ungereimtheiten auf.

Bereits der Ansatz, die Fünf seien etwas Besonderes, weil sie am Internet-Tropf hängen, pervertiert wohl eher die Realität. Und warum sollte der böse Konzern sie nach der ersten Testreihe überhaupt freigeben, wenn er sie später wieder zusammenbringen möchte? Die ulkige "Jugendsprache" macht eine Weile Spaß, wirkt aber schnell aufgesetzt und konstruiert. Wenn Coupland auf eine Freak-Leserschaft spekuliert, hat er vielleicht übersehen, dass genau diese Gruppe wohl eher selten ein Buch in die Hand nehmen wird.

Als Roman fällt "Generation A" also eindeutig durch - da hätte einem eine Testdosis "Solon" vielleicht bleibendere Erkenntnisse verschafft. Ein wenig punkten kann Coupland aber durch kleine, aber nachdenklich stimmende Momentaufnahmen aus einer wenig antörnenden, aber leider durchaus vorstellbaren Welt von morgen, in welche uns, wenn nicht der bekannte Himmel einstürzt, der Weg, den wir so gierig verfolgen, ohne größere Zweifel führen wird.

jury 3* A0434 1.1.2011e 7 A
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannung, Gesellschaftskritik, intelligente Unterhaltung!, 12. September 2010
Von 
Buchkolumne.de (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Generation A: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wir leben weiter wie bisher, setzen die Zerstörung der Natur fort und suchen unsere Freunde im Internet statt in der realen Welt, nehmen Medikamente gegen alles und jeden, jeder Gefühlszustand kann künstlich herbeigeführt werden. Doch unsere Umwelt macht dies nicht einfach so mit, neben vielen weiteren Tausenden Tierarten sind inzwischen auch die Bienen komplett ausgestorben, bereits seit mehreren Jahren. Und dann werden auf einmal doch fünf verschiedene Menschen auf fünf verschiedenen Erdteilen von einer Biene gestochen. Die Aufregung ist groß, die Jugendlichen werden sofort unter wissenschaftliche Beobachtung gestellt und nachdem kein direkter Zusammenhang erscheint, wieder in ihr normales Leben entlassen. Allerdings hat sich inzwischen alles geändert, sie sind weltweit berühmt geworden und können kaum mehr vor die Tür gehen. Als sich nun ein obskurer Wissenschaftler meldet und sie auf eine einsame Insel entführt, da finden sie überraschende Gemeinsamkeiten...

Douglas Coupland, der im Übrigen 1961 auf einem Stützpunkt in Deutschland geboren wurde, unterhält uns hervorragend, nur um hinterrücks die Gesellschaftskritik ins Unterbewusstsein einzupflanzen. Immer wieder ertappt man sich als Leser dabei, dass Coupland möglicherweise von unserer Welt und nicht von einer weit entfernten schreibt - dass die dargestellten Charaktere möglicherweise sehr gut auf den Leser selbst passen und dass evtl. nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch man selbst sein Verhalten bei Gelegenheit einmal überdenken könnte. Er vereint hier eine spannend beschriebene Zukunftvision, die eine Weiterentwicklung unserer aktuellen Welt ist und nicht mehr allzu weit entfernt scheint. Durch die fünf verschiedenen Protagonisten garantiert er Abwechslung, Wiedererkennungseffekt und Spannung und so fühlte ich mich am Ende gut unterhalten, aber auch beim eigenen schlechten Verhalten ertappt. So gut wie Douglas Coupland hat mir noch kein Autor die Moral untergeschoben - dafür fünf Sterne für den inzwischen kanadischen Autor und Journalist.
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20 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gottes letzte Generation - Filet vom Krimileser, 28. August 2010
Von 
callisto (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Generation A: Roman (Gebundene Ausgabe)
In einer nahen Zukunft. Die Bienen sind ausgestorben und die Menschheit muss sich alternative Nahrungsmittel erzeugen. Die Welt und die Zukunft sind so trostlos geworden, dass sich viele Menschen mittels einer neuen Droge namens Solon die Zeit schneller vergehen lassen, um das Leben so subjektiv kürzer ertragen zu müssen.
Da gibt es plötzlich einen neuen Hoffnungsschimmer: 5 Personen auf 5 Kontinenten werden plötzlich von einer Biene gestochen. Ist die Biene und mit ihr die Hoffnung der Menschheit zurückgekehrt?

Das Buch wird von diversen Feuilletons hoch gelobt:
"Das neue prophetische Werk des literarischen Weltstars."
"Kühne Gedankenflüge, brüllend komisch."
"Coupland ist ein gelassener Altmeister des realistischen Erzählens."
...
Nominiert für den "Rogers Writers' Trust Fiction Prize".
Ganz ehrlich, ich kann das nicht nachvollziehen. Die ersten 125 Seiten gehen noch, sie lesen sich flüssig und sind soweit halbwegs interessant. Die 5 Protagonisten Zack, Samantha, Julien, Diana und Harj werden vorgestellt. Man erfährt ein wenig über ihr Leben und wann und wo sie von der Biene gestochen wurden. Danach werden sie erst einmal in Quarantäne gesteckt und da wiederholen sich die Beschreibungen, weil allen mehr oder minder das Gleiche passiert. Aber selbst das würde ich schon fast als 125 Seiten komplette "Nicht-Handlung" beschreiben, es passiert nicht wirklich viel.
Die Protagonisten sind entweder unsympathisch wie der proletarische, primitive Zack oder einfach nur eindimensional, flach und uninteressant.
Teil 2, also der Rest des Buches ist noch uninteressanter und langweiliger, man könnte diesen wohl als geistige Selbstbefriedigung des Autors beschreiben. Die "Helden" kehren nach Hause zurück, stehen vor den Nichts und treffen sich anschließend auf einer einsamen Insel um sich Geschichten zu erzählen. Danach gleitet die Geschichte ins pseudoesoterische ab wie solche Textstellen zeigen: "Wir haben Gottes Schoß gefunden. Wie haben die Teile von uns weggeschnitten, die zu Cartoons geworden waren. Und wir haben die Welt wieder in ein Buch zurückverwandelt (S. 333).
Die Erzählweise des Autors ist gewöhnungsbedürftig. Jedes Kapitel wird aus der Ich Perspektive eines der 5 Protagonisten erzählt. Dabei ist aber selbst diese innere Sicht in die Personen flach und so identisch, dass es teilweise schwer fällt die Personen auseinanderzuhalten, dies jedoch ist möglicherweise sogar beabsichtigt.
Wirklich kritisieren muss ich leider den nicht wissenschaftlichen Hintergrund des Buches. Es wird nicht ganz klar, ob jetzt nur die Bienen oder alle Insekten gestorben sind. Wenn nur die Bienen, genaugenommen die Hochleistungsbiene apis mellifera gestorben ist, ist das nicht so eine Katastrophe wie Einstein es prophezeite "Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr" (A. Einstein)
Das ist schlichtweg falsch. Nicht nur Bienen bestäuben die Pflanzen, die meisten Nahrungsmittelpflanzen sind Windbestäuber (Getreidearten, Nüsse...) oder teils Selbstbestäuber (Erdbeeren, Tomaten,...). Des Weiteren gibt es durchaus noch andere bestäubende Insekten wie Hummeln, die bereits in Gewächshäusern eingesetzt werden und auch wilde, solitär lebende Bienenarten.
Zynisch könnte man jetzt natürlich sagen, dass das Verschwinden der Bienen viele neue Jobs in der Landwirtschaft schaffen würde. Und ganz ehrlich, Bestäubung von Hand gibt es bereits heute bei Kiwis, weil die entsprechenden Insekten in China leben. Die Pollen werden in Wasser gelöst und dann die Blüten damit besprüht, sehr effektiv, wenn man so den Kiwi Export aus Neuseeland betrachtet.
Bienen stechen nur, wenn sie sich verteidigen, weil es sie normalerweise das Leben kostet, da überlegt man sich zwei Mal ob man jemanden einfach so stickt, wenn man danach stirbt. Die Reaktion der Wissenschaftler ist einfach nur Schwachsinn. Ein Stoff im Blut, der Bienen anziehen soll, Mücken vielleicht, aber nicht Bienen. Und danach gleich ganze Häuser auf der Suche nach Bienen auseinandernehmen? Schwachsinniger geht es nicht, vor allem wenn man weiß, welche Strecken Bienen zurücklegen können.
Auch was die Spliceosomen Theorie des Autors angeht ist die nicht haltbar. Es scheint er hat sich bei Wikipdia einen unbekannteren Proteinkomplex rausgesucht ohne dessen Funktion auch nur ansatzweise zu verstehen, dessen Definition abgetippt und sich was Nettes dazu ausgedacht inder Hoffnung, dass kein Biologe dieses Buch je lesen wird. Ich werde an dieser Stelle nicht darauf eingehen wie empfindlich RNA ist und dass man sie nur mal anniesen muss und schon hat sie sich eine RNase eingefangen und löst sich auf.
Was mich aber ganz besonders nervt sind die vielen USA endemischen Begriffe, die nicht erklärt wurden und die man hier wohl kaum kennen dürfte, wie locks of love, Wonka Kinder, Staples, Craigslist, da wären Anmerkungen des Übersetzer angebracht gewesen, aber der war nicht einmal in der Lage richtig zu übersetzen. Dieser Übersetzungefehler hat mich schier auf die Palme gebracht: S. 82: Das Essen hier saugt- Wie blöd kann ein Übersetzer sein?! Hat das denn kein Lektor korrigiert bevor es in Druck ging? The food sucks heißt dass Essen ist scheiße.
Den Vogel schießt aber die Verwendung des ausgelutschesten Klischees ab, wenn es um Bienen geht. In jedem billigen Horrorfilm, in dem es um Bienen oder andere Insekten geht, die irgendwie die Menschen verändern und beeinflussten taucht irgendwann das platte Klischee des Schwambewusstseins (bei Menschen) auf, platter und vorhersehbarer geht es nun wirklich nicht.
Und nebenbei, nur weil man die Hirnzellen eines anderen Menschen ist nimmt man mit diesem keinen Kontakt auf oder können wir etwa mit Kühen oder Schweinen telepathisch kommunizieren nur weil wir deren Hirnzellen in der Wurst essen! DNA wird nicht aufgenommen und integriert nur weil man sie isst (Außnahme C. Elegans) sonst würden wir schon lange Photosynthese betreiben.

Fazit: 333 Seiten gähnende Langeweile mit flachen, langweiligen, belanglosen Charakteren. Kaum Handlung. Ein Haufen wissenschaftlich nicht haltbarer Schwachsinn, der teils von sich gegeben wird. Das gepaart mit pseudoesoterischen Ergüssen gepaart mit ausgelutschen Klischees aus B Movies. Eines der langweiligsten Bücher das ich die letzten Monate, ach was sage ich, in den letzten Jahren gelesen habe.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Generationenwechsel, 9. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Generation A: Roman (Gebundene Ausgabe)
Douglas Coupland erfand 1991 den Begriff der Generation X. Sein gleichnamiges Buch avancierte zum Kultbuch der MTV Generation. Im Jahr 2010 erscheint nun sein Roman Generation A", der nach einer Rede des Schriftstellerkollegen Kurt Vonnegut vor Absolventen der Universität Syracuse in den USA benannt wurde.
Die Welt in Generation A ist in einem katastrophalen Zustand. Das ökologische Ungleichgewicht lässt Bienen und viele andere Insekten aussterben, die Masse der Menschheit ist auf Grund ungesunder Ernährung und der Freisetzung neuer Fruktosemoleküle verfettet. Es herrscht akuter Nahrungsmangel durch eine weltweite und bedrohliche Bestäubungskrise. Wer sich vor der Zukunft ängstigt und Panikattacken in dieser beschleunigten Welt nicht mehr ertragen kann, nimmt das staatlich zugelassene Medikament Solon ein. Weil Solon auch von emotionalen Bindungen befreit, empfindet der neue Mensch" einen inneren Frieden. Viele leben aber nur noch in ihrer Erinnerung, "sie wärmen sich die Hände an der Glut der Erinnerung", sehen sich Vergangenes auf Youtube an und vereinsamen zusehends. In dieser Welt werden fünf junge Menschen, fast zeitgleich an den verschiedensten Orten dieser Welt von einer Biene gestochen. Da die Vernetzung mit Internet und den digitalen Medien so weit fortgeschritten ist, dass es eigentlich kein Privatleben mehr gibt, erfährt die Welt und die Pharmaindustrie von diesen Stichen schneller als den fünf jungen Menschen lieb sein kann. So werden Zack, Samantha, Julien, Diana und Harj aufgegriffen und zu Versuchszwecken in Labors, in robotergesteuerte Einzelzellen, gesteckt. Dort werden sie regelrecht durchleuchtet und auseinander genommen, um etwaige Gemeinsamkeiten aufzudecken. Es verdichtet sich der Verdacht, dass es einen Zusammenhang zwischen der Massenproduktion des profitablen Medikaments Solon und dem Aussterben der Bienen gibt. Die Welt feiert via Internet die Gestochenen mittlerweile wie Popstars, mit einer Mischung aus Panik und Hysterie. Als die Untersuchungen der Wissenschaftler abgeschlossen sind, finden sich die Probanden auf einer einsamen kanadischen Insel wieder und erzählen sich dort Geschichten, um zu überleben und durch die Welt der Gedanken ihre Autonomie zu bewahren.
Douglas Coupland hat mit Generation A eine irrwitzige und verstörende Endzeitvison geschrieben. Der Autor, den man als futuristischen Soziologen bezeichnen könnte, hat die momentanen Phänomene, wie das massenhafte Bienensterben unserer Gegenwart, zu Ende gedacht und dabei einen rasant erzählten Ökothriller erschaffen. Ihm geht es nicht um logische technische oder naturwissenschaftliche Details eines möglichen Endzeitszenarios. Es ist ein Gedankenexperiment, ein Dekameron des digitalen Zeitalters." In Generation A" steht der Mensch im Vordergrund und was die irrsinnige und vernetzte Beschleunigungswelt und die Machtmechanismen kontrollierender Instanzen mit ihm anrichten könnten. Anklänge an Orwells 1984 und Huxleys Schöne neue Welt" sind offensichtlich und gewollt. Es ist ein Buch über die Magie des Erzählens über die Kraft von Geschichten und die Möglichkeiten, die im selbstbestimmten Leben eines Individuums stecken können. An diesem Buch werden sich, wie so oft an den Büchern Couplands, die Geister scheiden. Für die einen ist es eine Zumutung, für die anderen eine betörende und schräge, opake und zutiefst menschliche Satire auf die globalisierte und technikversessene Welt.
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5.0 von 5 Sternen SEHR GUT!, 3. September 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Generation A: Roman (Taschenbuch)
habe das buch VERSCHLUNGEN! unglaublich gutes buch, sehr genial geschrieben, ein neuer lieblingsautor von mir! bin jetzt auf der suche nach mehr lesestoff. genial genial genial!
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4.0 von 5 Sternen Interessante Story, gute Charaktere, 10. August 2012
Von 
Peer Sylvester "peerchen" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Generation A (Taschenbuch)
Coupland ist einerseits bekannt für Geschichten, die gut das Lebensgewfühl ausdrücken (Genration X, Shampoo Planet, Mikrosklaven) und andererseits für schräge Geschichten (Girlfriend in a coma, Mrs. Wyoming), dieses Buch gehört klar in die letztere Kategorie. Immerhin spielt es in der (nahen) Zukunft, in der Bienen (eigentlich) ausgestorben sind und eine Droge, die mitgefühl verdrängt, Mode ist. Dabei wird die Geschichte aus der Sicht der 5 Hauptcharaktere erzählt, die allesamt kurz nacheinander von Bienen gestochen wurden. Diese Charaktere sind gut geschrieben und allesamt liebens- und vor allem lesenswert. Auch die Geschichte nimmt immer mehr Fahrt auf und man will wirklich wissen, worauf es ankommt. Leider nehmen die (schon in anderen Kommentaren erwähnten) Geschichten das Tempo aus dem Buch. Zwar sind die Geschichten durchaus witzig und passen auch sehr, doch vielleicht ist es die eine oder andere zu viel. Zumal das Ende dann etwas sehr knapp geraten ist. Doch alles in allem hat mit Generation A sehr gut gefallen und dürfte in meiner "Coupland-Skala" recht weit oben liegen. Es kommt nicht ganz an meinen Favorit Jpod ran, schlägt aber die meisten seiner eigenen Bücher (u.a. Shamppoo Planet und Girlfriend in a coma) um eine Länge.
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4.0 von 5 Sternen Sag' mir, wo die Bienen sind..., 22. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Generation A: Roman (Gebundene Ausgabe)
Inhalt ('Handlung') und Erzählperspektive
****
In einer nicht allzu fernen Zukunft (vielleicht 10-15 Jahre) sind die Bienen ausgestorben. Das wirkt ein bißchen skurril und eigentlich nicht sehr spektakulär, hat aber einige weitreichende und recht trostlose Folgen - wie z.B. das Fehlen von Äpfeln, Blumen und anderer Pflanzen. Von Anfang an geistert auch das Medikament Solon durch sämtliche Handlungsstränge - eine Droge, die das Zeitgefühl, soziale Neigungen sowie alle Gedanken an die Zukunft unterdrückt, einen nur noch allein sein wollen läßt und sofort süchtig macht.

Dann werden plötzlich fünf junge Leute - Zack, Samantha, Julien, Diana und Harj, die sog. Wonka-Kids - auf vier verschiedenen Kontinenten fast zeitgleich von Bienen gestochen.

Nachdem sie (recht rabiat) in Quarantäne gesteckt und ihnen literweise Blut abgezapft wurde, werden sie schließlich von einem durchgeknallten Wissenschaftler auf einer abgelegenen Insel vor Alaska zusammengebracht und sollen einander selbst ausgedachte Geschichten erzählen.
Im weiteren Verlauf stellt sich heraus, dass das Solon die Ursache für das Verschwinden der Bienen ist. Und auch, dass Serge - der 'Versuchsleiter', der die fünf auf die Insel verfrachtet hat - der Erfinder des Solon ist und jetzt vorgeblich nach einem Mittel sucht, um die Bienen wieder zurückzubringen. In Wahrheit hat er aber natürlich ganz andere, sehr finstere Absichten...
Nach einigen weiteren - teils recht abstrusen - Verwicklungen löst sich schließlich alles in Wohlgefallen auf...

Coupland nimmt hier in kurzen Kapiteln jeweils abwechselnd die Ich-Perspektive eines der fünf Gestochenen ein. Das ist einerseits sehr unterhaltsam und abwechslungsreich, andererseits führt es aber dazu, dass man schon etwas Konzentration und Muße aufbringen muss, um der Story zu folgen. Der allwissende Erzähler, der einem immer mal wieder einen wiedererkennbaren Brocken hinwirft, so dass man den 'roten Faden' wieder aufnehmen kann und man wieder 'reinkommt', nachdem man das Buch zur Seite gelegt hat, zieht seine Fäden hier im Hintergrund. Es empfiehlt sich deshalb, längere Passagen am Stück zu lesen; und fürs Lesen vorm Einschlafen ist wohl auch etwas Unkomplizierteres besser geignet - ansonsten kann es schnell passieren, dass man am Ende meint, eine leicht wirre Ansammlung von süffisanten Anekdoten und schmissigen Formulierungen über 'die Welt von heute' gelesen zu haben.
Die Enthüllungen/Pointen/Wahrheiten des Buches kommen in Form von Geschichten daher, die sich die Wonka-Kids gegenseitig erzählen. Auch wenn sie Fakten enthalten, nach denen die Protagonisten handeln (also auf der Ebene des Romans 'real' sind), entsteht so erzählperspektivisch nochmal eine Relativierungsebene - ein in der postmodernen Literatur nicht eben seltenes Vexierspiel. Das Besondere hier ist, dass dieses Sich-gegenseitig-Geschichten-Erzählen nichts weniger als die Welt retten soll...

Eine neue (oder vorherige) Generation ?
****
Auf dem Cover prangt ein Label 'Vom Autor von Generation X'. Offensichtlich eine Marketingmassnahme des Verlags - wobei ich mir nicht denken kann, wofür die gut sein soll: Wenn Douglas Coupland ein Buch mit dem Titel 'Generation <you-name-it>' herausbringt, dann ist der Querverweis schon so deutlich, wie er überhaupt nur sein kann. Wer da nicht gleich Generation X im Kopf hat, kennt dieses Buch halt einfach nicht - und dem wird dann auch dieser 'dezente' Hinweis nicht weiterhelfen. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, prangt auf dem hinteren Klappentext auch noch in Fettdruck und Großbuchstaben(!): 'Um Längen besser als Generation X!'. Das ist erstmal sachlich falsch und auch sonst völliger Unsinn - weil es suggeriert, dass ein wie auch immer gearteter Vergleich zwischen den beiden Büchern sinnvoll und angemessen wäre.
Dabei stellt Coupland schon in einem vorangestellten Zitat von Kurt Vonnegut (übrigens aus dem Jahr 1984, also ein paar Jahre vor Erscheinen von Generation X!) recht deutlich klar, dass Generation A nicht irgendeine Art Sequel oder Prequel zu Generation X ist, sondern der Titel eher als ein - natürlich ironisches - Zitat zu verstehen ist. So wird denn auch in Generation A weder eine neue Generation porträtiert, noch wird die Geschichte der Generation X fortgeschrieben, deren Angehörige inzwischen so um die 40 sind. Wenn man denn schon unbedingt einen Bezug zu Generation X herstellen muß, dann ist das Buch am ehesten vielleicht so etwas wie ein Status-Update: 20 Jahre sind ins Land gegangen, wir sind jetzt total global vernetzt, haben Facebook und Twitter etc., aber bei Licht betrachtet hat sich rein gar nichts geändert...

Fazit
****
Die Symbolik (das Solon, welches die Bienen - sozusagen den Kitt der Pflanzenwelt - hat verschwinden lassen; die kaputte Welt, die durch Geschichtenerzählen errettet werden soll) ist für meinen Geschmack etwas sehr dick aufgetragen, aber das ist eben typisch Coupland: grell, laut, zynisch, absichtlich oberflächlich und nicht sehr subtil - und dahinter scheint dann immer der leise, fast schon moralisierende Kulturkritiker und Menschenfreund durch. Ähnlich geht es mir mit der Handlung: Die ist eine sehr gewollt konstruierte Versuchsanordnung, die am Ende dann auch nur mit einigen ziemlich abstrusen Volten zu einem runden Ende geführt werden kann. Hier wollte Coupland eindeutig zu viel. Aber man liest Coupland ja auch nicht wegen der Handlung (da gibt es weiß Gott Bessere...), sondern wegen seiner treffenden Beobachtung und Beschreibung unseres alltäglichen Irrsinns.
Von diesen beiden Punkten mal abgesehen, ist Generation A ein ziemlich gutes, süffiges und unterhaltsames Buch, das alles bietet, was man von Coupland erwartet. Coupland-Fans werden ihre Freude daran haben. Wer aber noch nie etwas von Coupland gelesen hat, sollte es erstmal mit Eleanor Rigby versuchen und danach entscheiden, ob er Lust auf mehr Coupland hat.
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Generation A: Roman
Generation A: Roman von Douglas Coupland (Taschenbuch - 12. Februar 2012)
EUR 8,99
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