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37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, das in vielen Genres zuhause ist
Müsste ich das Buch mit einem Wort beschreiben, würde ich folgendes wählen: Meisterwerk.

Es ist einfach unglaublich wie Dan Simmons es schafft den Leser in die Situation der Seemänner, die im ewigen Eis gefangen sind, zu versetzen. Man hat beim Lesen das Gefühl, das man sich selbst auf dem Schiff mit den Männern befindet -...
Veröffentlicht am 3. November 2008 von Sir Arthur Conan Poe

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Tod ist weiß
"Wenn meine Handschrift schwer zu lesen ist, so liegt es daran, daß ich zittere. Aber es ist nicht nur die Kälte, die mich zittern macht.
Immer wenn ich einen der Männer oder Officiere zu kennen glaube, stelle ich meinen Irrthum fest. Selbst in einer Million Jahren wird es der medicinische Fortschritt nicht vermocht haben, die geheimen Abgründe...
Veröffentlicht am 7. Mai 2010 von Tanja Heckendorn


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37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, das in vielen Genres zuhause ist, 3. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Terror (Gebundene Ausgabe)
Müsste ich das Buch mit einem Wort beschreiben, würde ich folgendes wählen: Meisterwerk.

Es ist einfach unglaublich wie Dan Simmons es schafft den Leser in die Situation der Seemänner, die im ewigen Eis gefangen sind, zu versetzen. Man hat beim Lesen das Gefühl, das man sich selbst auf dem Schiff mit den Männern befindet - draußen auf dem Eis, in bitterer Kälte, in stockdunkler arktischer Nacht.
Das Buch ist eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Man weiß, welches Schicksal den Männern blüht und dennoch bangt und hofft man mit ihnen und hantelt sich von Tag zu Tag um das Überleben um einen weiteren Tag zu verlängern. Die Handlung schwankt zwischen aussichtslosem Pessimismus und immer wieder aufflackerndem Optimismus. Der Gang der Handlung entwickelt sich weiter und man wird Zeuge wie die Mannschaft immer weiter aus ihren normalen, gewohnten Umgangsformen abgleitet in eine Welt in der er es um das nackte Überleben geht.
Die Handlung ist sehr spannend präsentiert: Simmons wechselt die Perspektive der fokussierten Person und auch die Art der Erzählung. Dr. Goodsirs Perspektive wird beispielsweise durch seine Tagebucheinträge dargestellt. Zusätzlich wird die Erzählung durch den Wechsel zwischen Gegenwartsberichten und Rückblenden aufgewertet.

Das wohl bemerkenswerteste an diesem Buch ist aber, wie schon viele Rezensenten erwähnt haben, dass Dan Simmons Werk nicht nur Elemente aus mehreren Genres verwendet, sondern es tatsächlich mehreren Genres zuzuordnen ist. Das Buch ist nicht nur ein Gemisch, das ein neues Ganzes ergibt, die einzelnen Genreteile ergeben nicht nur zusammengenommen eine konsistente Geschichte, sondern auch jeder für sich genommen einen eigenständigen Teil. So ist dieses Buch nicht nur historischer Roman und Abenteuerroman, sondern kann auch Freunde der Phantastik und Horrorliteratur begeistern - Dan Simmons ist ein Virtuose auf sämtlichen Instrumenten des Orchesters.
Persönlich hat mich der historische Aspekt am meisten angesprochen und ich kann nur sagen, dass er perfekt konstrutiert ist. Man hat nicht eine Sekunde das Gefühl, dass die Personen anders sprechen, denken oder handeln als es für die beschriebene Zeit üblich ist. Das ist einfach erstaunlich für einen Autor, der nicht auf historische Romane spezialisiert ist, insbesondere da Kollegen von Dan Simmons, die eben gerade das sind, dies gar nicht so selten nicht schaffen.
Auch sprachlich weist das Buch ein sehr gutes Niveau auf und es ist sehr wohltuend, dass Simmons sein Publikum mit sprachlichen Trivialitäten verschont und beweist, dass er Qualität produziert. Sehr positiv ist, dass Simmons verschiedene literatische Referenzen in sein Buch einbaut. Als großer Edgar Allan Poe Fan sind besonders seine eingewobenen Tribute an diesen Autor ein Hochgenuss für mich.

Die Bewertung fällt leicht, wie selten: ganz klar fünf Sterne
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klirrender Wahnsinn, 31. Januar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Terror: Roman (Taschenbuch)
Dan Simmons schafft es wie kaum ein anderer, den Leser in fremde Welten zu entführen und ihn dort an bizarren, unheimlichen, erhabenen und surrealistischen Momenten teilhaben zu lassen.
Dieses mal nimmt er den Leser auf eine Reise in den nördlichen Polarkreis mit, wohin 1845 die Franklin Expedition mit zwei Schiffen aufbrach um einen Weg durch die Nordwest Passage zu finden. Nach einem Jahr der Suche froren beide Schiffe im kanadisch-arktischen Archipel im Packeis fest. Mit exzellenter Recherche Arbeit schildert Simmons die Situation an Bord der Schiffe, abwechselnd aus der Sicht der beiden Kapitäne, eines Offiziers, eines Schiffsarztes und anderen Teilen der Mannschaft. Die Atmosphäre in dieser unendlichen Eiswüste mit Temperaturen bis unter -50° C und wenig Tageslicht ist so unheimlich, wie das Monster aus dem Eis, das Simmons erfand, um es ab und zu aus dem Schneetreiben auftauchen und seine Beute holen zu lassen.

Die Eckdaten der Expedition, die Orte, das Verhalten der Mannschaft sowie die Pläne und Anweisungen der Kapitäne stimmen größtenteils mit den wahren Geschehnissen der Franklin Expedition überein, wie sie später rekonstruiert wurden. Auf eintausend Seiten schildert Simmons die vierjährige Arktis Odyssee der Schiffe "HMS Terror" und "HMS Erebus" in einer Szenerie die gleichzeitig ein Ort überirdischer Schönheit und tödlicher Grausamkeit ist. Die damalige Fortschrittsgläubigkeit stellt sich hier als schwerer Irrtum dar, aus dem später viele Erkenntnisse für andere Expeditionen gewonnen wurden. Sowohl was die mit Kohle betriebenen Schiffe als auch die Qualität der Lebensmittel, Kleidung und Ausrüstung anging, waren die Konsequenzen fatal. Hinzu kam die völlig ungerechtfertigte Selbstüberschätzung der englischen Admiralität mit ihrem selbstgerechten Glauben an ihre Zivilisationserrungenschaften und überlegene Kultur. Während der dreijährigen Gefangenschaft im Packeis schwinden langsam alle Illusionen über eine überlegene Technik und Kultur dahin, während die Lage der Seeleute mit jedem Tag hoffnungsloser und bedrohlicher wird. Sehr überzeugend und ausführlich schildert der Autor den langsamen Verfall der Mannschaft, bis hin zu Krankheit, Tod, Mord, dem Verlust der Autoritätsstruktur und dem schier endlosen Grauen, einem überlegenen und scheinbar intelligenten Wesen ausgeliefert zu sein.

Das Monster aus dem Eis steht als Gegensatz dazu für die wilde Mythologie der Innuit, die eine ureigene, für Außenstehende schwer verständliche Beziehung zu ihrer Umwelt haben. In dem fiktiven Schluss des Romans schwenkt Simmons in den Lebensraum der arktischen Ureinwohner und der Leser erhält einzigartige Einblicke in das spirituelle Leben dieser Kultur. Dieser Wechsel der Perspektiven ist wie eine warme Dusche in diesem vor Kälte und Wahnsinn klirrenden Roman. Nach dem dramatischen Scheitern der Expedition und dem drohenden Tod in der Eiswüste, taucht der Leser in das fremde, naturnahe und archaische Leben der Innuit ein und erfährt vollkommen neue Sichtweisen mit den Bedingungen der Arktis umzugehen. Diese Wendung der Geschichte wird zu einem genialen Kunstgriff, der dem Leser die Möglichkeit gibt, das Geschehen noch einmal aus einem vollkommen anderen Blickwinkel zu betrachten.

Es ist in mehrfacher Hinsicht ein fantastischer Roman, eine Mischung aus detailiertem Tatsachenbericht und frei erfundenen Elementen. Diese Symbiose ist allerdings sehr gelungen und macht aus dieser eindrucksvollen Expeditionsbeschreibung einen großartigen Roman, der einem das Grauen von Menschen vor Augen führt, die einen Kampf um ihr Leben führen und an ihrer Unfähigkeit scheitern, die gewohnten Denkmuster zu verlassen und auf außergewöhnliche Bedingungen zu reagieren. Hier öffnet sich ein Abgrund zwischen zwei Welten, in dem sich mythische Geschöpfe und verlorene Seelen begegnen. Auch werden tiefe Einblicke in die verschiedenen Persönlichkeiten der Schiffsbesatzungen und deren Verhalten innerhalb einer strengen Schiffshierarchie offenbart. Im Angesicht der Ausweglosigkeit ihrer Situation werden die wahren Charaktere der Teilnehmer sichtbar und zeigen sich in den unterschiedlichen Auffassungen des einzigen Zieles dieses nicht enden wollenden Albtraums: irgendwie zu überleben.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckend, 24. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Terror (Gebundene Ausgabe)
Dass Dan Simmons ein guter Schriftsteller ist, muss er schon lange nicht mehr beweisen. Und so langsam mausert er sich auch hierzulande vom Geheimtipp zum Beststeller - Autor. Dan Simmons lässt sich dabei auf kein Genre festlegen - mal SF, mal Horror, und nun ein düsteres Abenteuerbuch mit Fantasy-Motiven.

Obwohl das Buch gute 1000 Seiten stark ist, fesselt es von der ersten bis zur letzten Minute. Jeder weiss, wie die Expedition ausgegangen ist, und obwohl vieles bis heute unbekannt ist, so merkt man doch dem Buch an, dass es gut recherchiert wurde.

Simmons zeigt uns eine Expedition, die von Anfang an unter keinem guten Stern steht. Glaubhaft schildert er die verhängnissvolle Technikgläubigkeit und die naive Arroganz der Crew ein, und von Beginn an baut er eine düstere - geradezu depressive - Stimmung auf.

Viele Kritisieren die Fantasy bzw. Inuit-Momente in dem Buch, doch meines Erachtens bilden sie einen erforderlichen Widerpart zur "technikgläubigen, rationellen Expedition" und somit wird eine zweite Ebene in das Buch eingebaut - der Zusammenstoss zweier Welten. Mit viel Einfühlungsvermögen nimmt sich Simmons der Inuit-Welt an und wenn er die letzten Seiten ausschliesslich in der Sprache der Inuit schildert, so ist das wohl für den einen oder anderen ermüdend, zugleich aber auch eine grosse Referenz an diese Kultur. Gerade in diesen letzten Seiten erhöht er eine gescheiterte Expedition zum Sinnbild einer ganzen Generation, die durch ihr ausschliesslich rationelles Denken und Handeln jeden Bezug des mystischen verloren hat und präsentiert uns ein religiöses Ende mit Verdammung und Erlösung.

Fazit: Ein Buch für die kommenden langen Wintermonate. In letzter Zeit habe ich selten ein so starkes Buch gelesen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großer Roman!, 29. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Terror (Gebundene Ausgabe)
Wobei sich groß sowohl auf die Qualität als auch auf den Umfang des Romans von Dan Simmons bezieht. In "Terror" erzählt der Autor die teilweise richtige und teilweise erfundene Geschichte der Besatzung der Terror und der Erebus auf der Suche nach der Nordwestpassage. Es ist unglaublich, wieviel Simmons für den Roman recherchiert hat; die sprachliche Leistung ist bemerkenswert. Trotz der immensen Länge von fast 1000 Seiten wird das Buch kaum langweilig, was auch daraus resultiert, dass die einzelnen Kapitel von unterschiedlichen Personen (z. B. John Franklin, Francis Crozier, Dr Goodsir etc.) erzählt wird. Teilweise darf der Leser auch einen Blick in das Tagebuch des Arztes Goodsir werfen. Spannung erzeugt Dan Simmons auf zwei Arten: zum einen schildert er eindrucksvoll das Leid der Seeleute, die reihenweise an Skorbut erkranken, einer grausigen Krankheit, die auf Mangel an wichtigen Nährstoffen zurückzuführen ist. Zum anderen wird die Besatzung von einer schrecklichen Kreatur in Gestalt eines riesigen Eisbärs heimgesucht, dem immer wieder Leute zum Opfer fallen. Simmons gelingt es außerdem durch Einbindung verschiedener Gedanken und Träume der einzelnen Personen den Lesegenuss noch zu erhöhen. Auch über die Mystik der Inuits wird der geneigte Leser einiges erfahren.
"Terror" ist der erste Roman von Dan Simmons, den ich gelesen habe. Eigentlich wollte ich mich nach einem neuen Horrorautoren umsehen, da ich schon sehr viel von King, Koontz und Saul gelesen habe. Doch zumindest "Terror" ist kein waschechter Horrorroman, obwohl doch einige Elemente dieses Genres auftreten. Als nächstes werde ich mir "Sommer der Nacht" vornehmen, wobei ich sicher bin, dass dieser Roman grusliger sein wird.
"Terror" ist für alle, die schlicht und einfach gerne lesen und die vielleicht ein Interesse an den tragischen Erlebnissen von John Franklin, an historischen Romanen und an nicht allzu grusliger Horrorliteratur im sprachlich höchsten Niveau haben.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Historische Fiktion über eine glücklose Polarexpedition, 28. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Terror (Gebundene Ausgabe)
Terror von Dan Simmons

Die „Terror“ ist eines der Schiffe der Polarexpedition von Sir John Franklin, die im Jahre 1845 begann.
Die Handlung beginnt als die Schiffe bereits im Eis der Arktis festsitzen. Neben der eisigen Kälte, wird die Mannschaft aber auch von einer schleichenden Paranoia heimgesucht. Die aber nicht ganz unbegründet ist, denn bald verschwinden die ersten Seeleute, und später tauchen auch schon die ersten Leichenteile auf.
Terror ist ab nun nicht nur der Name des Schiffes, Terror ist die Bezeichnung der Seeleute für die unheimliche Kreatur, die unter ihnen blutige Ernte macht. Und es gibt noch eine dritte Quelle für Terror. Nachdem die Schwierigkeiten im Eis immer schlimmer werden, Kälte, Skorbut, mysteriöse Erkrankungen - wird der Mensch selbst zu seinem größten Feind – Teile der Besatzung beginnen zu meutern und schrecken vor Mord und Kannibalismus nicht zurück.
Die Polarexpedition Sir John Franklins ist historisch verbürgt und auch so der Name seiner beiden Schiffe, der „Erebus“ und der „Terror“. Auf der Suche nach der Nordwestpassage war diese Expedition in Packeis geraten und blieb Jahrzehnte verschollen. Über ihr Schicksal gibt es verschiedene Hypothesen und Dan Simmons hat aus all diesen Hypothesen einen eigenen fiktiven Verlauf gestaltet, der sich spannend liest, hat man erst einmal die maritimen Fachbegriffe realisiert.
Sehr zu empfehlen
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klaustrophobische Eishölle, 16. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Terror: Roman (Taschenbuch)
Rezension Dan Simmons ' Terror

Das ist schon ein ganz schöner Brocken den Dan Simmons dem Leser passend zum Weihnachtsfest vorlegt. Mit seinen fast 1000 Seiten und beinahe 600 Gramm Gewicht sicher ein kaum zu übersehendes Geschenk unterm Weihnachtsbaum.
Simmons erzählt die auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte der Franklin-Expedition die 1845 mit dem Auslaufen der beiden englischen Schiffe HMS 'Terror' und HMS 'Erebus' beginnt Sie haben sich aufgemacht, die sagenumwobene Nordwestpassage zu finden ' den Weg durch das Eis der Arktis zum Pazifik.
Wer mit den historischen Fakten vertraut ist, wird wissen, das die Expedition die Passage nicht fand und seitdem als verschollen gilt.
Viel wurde um den Verbleib der beiden Schiffe spekuliert und genau hier setzt Simmons mit seinem Buch an.
Aus der Sicht des Kapitäns der Terror,Francis Crozier lernt der Leser das Schiff und die Besatzung kennen. Tagebucheinträge des Schiffarztes, Berichte von ausgewählten Mannschaftsmitgliedern runden das Bild ab.
Nach ihrem glorreichen Aufbruch sitzen die beiden Schiffe über zwei Jahre im festen Eis der Arktis fest. Eine Situation, die schnell klaustrophobische Gefühle erzeugt.
Simmons bemüht sich sehr um Authentizität so benutzt er ein umfangreiches Glossar an Seemanssprache das dem Leser das Gefühl vermittelt, teil der Manschaft zu sein, so sind die Zeitangaben in Glasen und Wachen. Etwa: 'zwei Glasen zur Abendwache', was etwa gegen 21:00 Uhr wäre. Ein umfangreiches Glossar am Ende des Buches gibt Auskunft über alle verwendeten Begriffe. Der Leser wird gerade zu Beginn dieses Glossar öfters bemühen sich aber mit der Zeit in diesem speziellen Fachterminus fast wie ein Seeman auskennen, wie ein Teil der Mannschaft eben.
So entsteht ein eindringliches, teilweise beklemmendes Bild der beiden Schiffe im Eis, in der kalten arktischen Nacht, im Kampf ums nackte Überleben.
Denn Simmons wäre nicht Simmons, wenn nicht auch ein übernatürliches Element in diese ohnehin schon lebensfeindliche Welt einbrechen würde: etwas ist draußen auf dem Eis und tötet die Männer.
Auf den ersten Blick ein gewagter Genremix, der deswegen funktioniert, weil Simmons Geschichte authentisch ist. Seine Sprache ist klar, die Handlung immer logisch und gut abgestimmt. Kurzum, der Leser 'glaubt' was Simmons ihm berichtet. Und das ist durchaus der nackte Horror, das ist Krankheit, Kannibalismus, Intrigen und die allgegenwärtige mörderische Kälte.
Dabei versteht er es, den Leser bei der Stange zu halten, die ganze Zeit steht die Hoffnung im Raum, dass die Männer -wieder besseren Wissens ' doch überleben und den Weg nach Hause schaffen.
Ein Buch, das seinen Platz unter dem Weihnachtsbaum verdient hat und - einmal begonnen - den Leser so schnell nicht wieder aus der Eishölle entkommen lässt!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ohne warme Decke und gut gefüllten Kühlschrank nicht lesbar!, 12. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Terror (Gebundene Ausgabe)
Ich bin doch immer wieder überrascht wie Dan Simmons mich zu dazu bringt über Themen zu lesen, die ich doch aus geistiger Faulheit bisher gern kurz abgehandelt habe. So geschehen bei der Ilias von Homer und ebenso über die Zeit nach dem Umbruch in Rumänien - und jetzt die Expeditionen ins Eis...
Wie die meisten dickeren Bücher von Dan Simmons gibt es einige Längen im Buch. Das Gesamtwerkt jedoch besticht aufgrund der vielen Details zur Schifffahrt, den Gegebenheiten im Eis und die exzellenten Recherchen zu den historischen Hintergründen.
Das Credo, welches das ganze Buch durchzieht ist ein Zitat aus Hobbes' Leviathan "...ihr Leben ist einsam, armselig, scheußlich, tierisch und kurz..."
Ich kann nur davon abraten, dass Buch ohne warme Decke und ausreichend Essen in der Nähe zu lesen!
Es warten ein paar überraschende Wendungen in der Handlung, und die Dan Simmons eigenen Momente des offensichtlich Absurdem und dann doch nicht völlig Abwegigem...
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Tod ist weiß, 7. Mai 2010
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Terror: Roman (Taschenbuch)
"Wenn meine Handschrift schwer zu lesen ist, so liegt es daran, daß ich zittere. Aber es ist nicht nur die Kälte, die mich zittern macht.
Immer wenn ich einen der Männer oder Officiere zu kennen glaube, stelle ich meinen Irrthum fest. Selbst in einer Million Jahren wird es der medicinische Fortschritt nicht vermocht haben, die geheimen Abgründe der menschlichen Seele zu ergründen."
(Aus dem persönlichen Tagebuch von Dr. Harry D.S. Goodsir, 06. Juni 1848, Zitat Seite 693 des Romans TERROR).

England, 19. Mai 1845: Die HMS Erebus und HMS Terror starten die Sir John Franklin Arktisexpedition zur Erzwingung der Nordwestpassage mit einer Besatzung von 134 Mann. Sie kehren nie wieder zurück.
Dan Simmons Roman nimmt sich dem Schicksal der Besatzungsmitglieder dieser ehrgeizigen Expedition an. Im Packeis der arktischen Insel sitzen die modernsten Schiffe ihrer Zeit fest. Im weißen Alptraum gefangen, kämpfen die Männer gegen die feindlichen Bedingungen einer fremden Welt, aber auch gegen die Dämonen in ihrem Innern. Im Oktober 1847 beginnt das erste Kapitel dieser schrecklichen Geschichte, die den Leser mit der spannenden und zu gleich grauenhaften Schilderung eines eindrucksvollen Dramas fast von der ersten Seite an fest in ihrem Bann hält. Und bis zum Ende des seitenstarken Romans hofft man, wider jede Vernunft, dass wenigstens einer der Männer überlebt, deren Gedanken und Erfahrungen man über die Kapitel hinweg mitverfolgt hat und daher seltsam vertraut wurden.

Da ist einmal der Kapitän Crozier, der auf der Terror das Regiment führt und ein ziemliches Alkoholproblem hat. Von Natur aus mit einer melancholischen Gemütsart geschlagen und von der Liebe seines Lebens enttäuscht, ist er die meiste Zeit betrunken. Doch der reichliche, private Vorrat an Whiskey schrumpft immer weiter zusammen. Wie wird es um seinen Zustand bestellt sein, wenn das Suchtmittel nicht mehr zur Verfügung steht? Der Kapitän, der für seinen umsichtigen Verstand bekannt ist und dem Leiter der Expedition, Sir John, gute Ratschläge gegeben hat, auf die aber niemand hören wollte, steht kurz vor einem persönlichen Dilemma. Ein Problem mit dem Alkohol kennt Sir John Franklin nicht, da er als besonders frommer Mann abstinent lebt und selbst auf seinem Schiff Erebus ein strenges Auge auf seine Mannschaft hat. Der stattliche Mann, der bei seinen Männern hohes Ansehen genießt, ist zwar ein Fachmann auf dem Gebiet der Seefahrer, aber von Vorsichtsmaßnahmen oder Rettungsvorkehrungen für den Notfall hält er leider nicht viel. Der Gedanken, dass seine Schiffe oder Seeleute einmal Hilfe oder gar Rettung benötigen könnten, ist für ihn einfach unfassbar und völlig absurd. Nachdem jedoch die Schiffe unbeweglich im Eis feststecken und kein Sonnenlicht den kalten Ort jemals zu erwärmen scheint, werden die Männer unruhig. Überaus abergläubisch fürchten sie auch die Anwesenheit des Eskimomädchens auf der Terror. Lady Silence, wie sie wegen ihrer stummen Zunge genannt wird, wurde von Kapitän Crozier aufs Schiff geholt, nachdem die Männer ihren Vater oder Ehemann tödlich verletzt hatten. Der blondgelockte Leutnant Irving soll die Frau im Auge behalten, was er vielleicht ein wenig zu gründlich tut, denn er verliebt sich in die fremde Schönheit. Irving lagen in seiner Heimat die Frauenherzen zu Füßen und eine junge Lady hatte ihn schon fast in den Hafen der Ehe geführt. Doch der junge Mann möchte sich zunächst noch die Hörner abstoßen und sein Junggesellenleben genießen. Das Abenteuer einer großen Seefahrt kommt ihm da wie ein Rettungsanker vor. Doch die eiskalten Bedingungen im arktischen Gebiet lassen ihn ziemlich abkühlen. Viel-leicht kann ihm Lady Silence zeigen, wie man in dieser Eiswüste überlebt und vor allem an das lebenswichtige Frischfleisch kommt? Es scheint allerdings noch ein Wesen zu geben, welches sehr gierig nach Fleisch ist und zwar nach menschlichem. Ein riesengroßes, weißes Untier versetzt die Schiffsmannschaften in Angst und Schrecken. Eines Nachts macht auch der mutige Eislotse Thomas Blanky Bekanntschaft mit dem furchtbaren Wesen, doch es gelingt ihm zu fliehen und verletzt sein Leben zu retten. Sir John hat kurze Zeit darauf weniger Glück. Beim Versuch, dem Untier durch eine Falle zu schnappen, muss der Leiter der Expedition sein Leben lassen. Der Commander James Fitzjames nimmt seinen Platz ein und wird mit einer ganz anderen Gefahr konfrontiert. Die Firma, welche die Schiffe mit Lebensmitteln und Vorräten versorgte, war sträflich nachlässig. Die Hälfte der Konserven ist nicht richtig verschweißt und die konservierten Lebensmittel sind zum großen Teil nicht lange genug gekocht worden. Der Arzt Harry D.S. Goodsir macht sich um die Gesundheit aller Beteiligten große Sorgen. Da nach der jahrelangen Fahrt auch die Wirkung des mitgeführten Zitronensaftes nachlässt, bedroht der tödliche Skorbut die Expeditionsteilnehmer. Während sich die Zustände auf den Schiffen immer mehr verschlechtern, schwindet die Zuversicht, dass die Terror und die Erebus weiterfahren können. Als die angeschlagene Mannschaft zögerlich beschließt, den Landweg einzuschlagen und ums Überleben zu kämpfen, stehen die Chancen nicht sehr gut. Zudem sinkt die Moral der Männer und einige lassen ihre schlimmste Seite immer mehr zum Vorschein kommen. Hat der Terror sie bereits fest in seinen Krallen?

Am Anfang können die zeitlich etwas versetzten Berichte den Leser etwas verwirren. Doch schließlich findet er sich unter den Männern und den Schiffen genauso gut zurecht, wie ein echter Teilnehmer der Expedition. Die Bedingungen, unter denen die Beteiligten leben, sind zum Teil fast unvorstellbar, doch sie werden mit einer überzeugenden Eindringlichkeit geschildert. Die realitätsnahen Schilderungen bekommen durch die stets latente Gefahr einer fast überirdischen Bestie einen zusätzlichen Horrorfaktor. Ob dies wirklich nötig gewesen wäre, ist natürlich Ansichtssache. Natürlich mag es der Einführung in die Sagen- und Gedankenwelt der Inuit dienlich gewesen sein, dieses Wesen auftreten zu lassen. Am Ende gelingt es Simmons auf jeden Fall einen Bezug der historischen Gegebenheiten zur Neuzeit und sogar Zukunft herzustellen, in dem er anmerkt, dass die unbarmherzige Ein-welt nur ein Schatten der düsteren Probleme ist, welche die Menschen erwarten, wenn das Eis auf einmal zu sehr schmilzt und nicht nur die Einwohner dieser arktischen Welt bedroht und für immer vertreibt.

Der Roman ist sehr anschaulich und spannend geschrieben und ist auch für den anspruchsvollen Leser mit vielen philosophischen Betrachtungen ansprechend. Thematisch gesehen, ist es aber eine eher unerfreuliche Lektüre und es ist natürlich eine berechtigte Frage, aus welchen Gründen man mit so einem Alptraum aus Schnee und Eis beschäftigen sollte. Wer sich für die Abgründe der menschlichen Seele, die sich in Ausnahmesituationen auftun, interessiert und auch vor morbiden Szenen nicht zurück schreckt, der wird hier sicherlich bestens bedient.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial !, 5. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Terror (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte ist das Beste was ich im letzten halben Jahr gelesen habe. Es ist einfach super wie der Autor Mystik und Historisches miteinander verbindet. Ein Buch das einem vor Augen hält, unter welchen unmenschlichen Bedingung die Besatzungen der beiden Schiff im Eis versuchen zu (über)leben. Man nur froh sein, daheim in der warmen Wohnung zu sitzen....
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ich hab' Zentralheizung ... und das ist gut so., 12. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Terror: Roman (Taschenbuch)
Booaah, da möchte man wirklich nicht dabei gewesen sein. Der Roman beschreibt das Schicksal einer britischen Expedition, die 1845 unter der Leitung von Sir John Franklin in die Arktis aufgebrochen war, um die Nord-West-Passage zu finden und in ost-westlicher Richtung zu durchsegeln. Von der historischen Reise ist niemand zurückgekehrt. Die zwei Schiffe, die namensgebende Terror und Sir Franklins Flaggschiff Erebus, sind samt der vollständigen Besatzung im Eis der kanadischen Arktis verschwunden.

Atmosphärisch sehr dicht und eindringlich rollt Simmons die Geschichte der beiden Schiffe aus der Sicht verschiedener Besatzungsmitglieder auf und hält sich dabei sehr eng an die heute bekannten Fakten. Ewige, alles durchdringende Kälte, Hunger, Krankheit, Verstümmelung und Tod. Schon bevor diese Expedition zur Katastrophe wurde, haben die Mitglieder der Besatzung unter heute unvorstellbaren Bedingungen gelebt. Dan Simmons gelingt es, das alles so zu erzählen, dass man ihm glaubt, dass es sich damals genau so abgespielt hat.

... und hier beginnt das Problem, das einige Vorrezensenten mit dem Roman haben. Denn irgendwann taucht ein Monster auf und dezimiert gnadenlos die Besatzung. Aus dem historischen Roman ist ein Horror/Fantasy-Roman geworden, ohne dass sich am authentischen Stil des Buches etwas ändert. Ich kann mir vorstellen, dass mancher, der bisher mit dem Gefühl gelesen hatte, etwas zu lernen, sich nun vorgeführt vorkommt. Es ist tatsächlich etwas unglücklich, dass auch der Klappentext einen Tatsachenbericht erwarten lässt.

Stört man sich daran nicht (und ist hiermit ja auch vorgewarnt) dann bleibt ein großartiges Buch, das mich mit der schaurigen Geschichte bis zum Schluss in seinen Bann gezogen hat. Einen Punkt ziehe ich ab, weil das Monster nicht notwendig war und damit die Chance vertan wurde, ein großartiges _und_ historisch plausibles Buch zu veröffentlichen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Lesen!
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Terror: Roman
Terror: Roman von Dan Simmons (Taschenbuch - 1. Dezember 2008)
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