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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschend tiefgründig und berührend
Ig Perrish hat es nicht leicht: Nicht nur, dass jeder Bewohner seines Heimatortes glaubt, er sei der Mörder seiner Freundin Merrin, nein, nun wachsen ihm auch noch Teufelshörner. Mit ihnen gehen außergewöhnliche Kräfte einher. Jeder Mensch, den er berührt, erzählt ihm plötzlich seine tiefsten Geheimnisse und bösesten Gedanken...
Veröffentlicht am 13. Dezember 2010 von Dominik Grittner

versus
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schnellstart... und dann zum Ende gekämpft
Nach "Blind" war ich voller Hoffnung diesen Titel betreffend. Dass der Autor mit King'schen Genen behaftet ist, konnte ich ganz gut in den Hintergrund drängen. Ein Vergleich zum "großen" Vater ist 1. zu früh und 2. ohnehin unangemessen.
"Teufelszeug" legt mal ganz flott los. Ig Perrish erkennt nach einer durchzechten Nacht sein Spiegelbild nicht...
Veröffentlicht am 2. Januar 2013 von real_schweiger


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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschend tiefgründig und berührend, 13. Dezember 2010
Von 
Dominik Grittner (Oschersleben) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Teufelszeug (Gebundene Ausgabe)
Ig Perrish hat es nicht leicht: Nicht nur, dass jeder Bewohner seines Heimatortes glaubt, er sei der Mörder seiner Freundin Merrin, nein, nun wachsen ihm auch noch Teufelshörner. Mit ihnen gehen außergewöhnliche Kräfte einher. Jeder Mensch, den er berührt, erzählt ihm plötzlich seine tiefsten Geheimnisse und bösesten Gedanken. So auch sein Bruder Terry - ein bekannter Gitarrist, der noch auf den großen Durchbruch wartet - welcher ihm beichtet, wer der wahre Mörder von Merrin ist.

Teufelszeug wird als "Rock'n'Roll"-Roman angepriesen. Nun, das trifft nur bedingt zu. Natürlich lebt der Roman von einem eigenwilligen Schreibstil mit abgedrehten Charakteren und höchst unterhaltsamen Begebenheiten - schließlich reden wir hier vom Sohn von Stephen King. Aber was Joe Hill anders handhabt und was ihn seine Lektüre auf eine inspirierende Ebene hievt ist der menschliche Kern, der zum Handeln der Hauptpersonen antreibt. Komplexe Gefühlswelten werden hier logisch aufbereitet, Erinnerungsszenarien werden genau an den richtigen Stellen eingestreut. Sie packen den Leser zunächst mit Skurrilität, später mit Emotionen. Das phantastische Element dient hier zur Metaphorik. Hill gelingt der Spagat eine tieftraurige Geschichte zu verpacken, ohne die Emotionen zu untergraben oder zu übersteuern. Da glaubt man ihm gern, dass er das Buch fünfmal überarbeitet hat.

Fazit: Völlig eigenständiges Werk, das originell auf Gott und Teufel blickt und trotz Tiefe ein Thriller bleibt. Grandios!
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28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echter Höllenroman!, 2. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Teufelszeug (Gebundene Ausgabe)
Teufelszeug ist ein großartiges Buch, dass ich nur allen wärmstens ans Herz legen kann. Im Voraus möchte ich anmerken, dass es sich nicht um eine typische Horrorgeschichte handelt, wie "Blind" sie etwa dargestellt hat. Stattdessen betrachte ich "Teufelszeug" eher als einen Thriller mit Elementen einer Horror- und Krimi-Story.
Literarisch bewegt sich Hill stehts auf sehr hohem Niveau - jede Szene hat seinen Sinn, es gibt somit keine einzige überflüssige Stelle in diesem Roman. Zudem nutzt Hill sehr ausgewogen die Stilmittel der Reprise, unterschiedliche personale Erzähler, geschickt eingesetzte Rückblicke sowie Symbole.
Zur Handlung möchte ich gar nicht viel verraten, nur so viel, dass ich sie wirklich sehr spannend fande und immer wissen wollte, wie es weitergeht. Häufig wirft Hill dem Leser ein paar Fragen auf, deren Klärung er im weiteren Verlauf der Handlung verspricht. (Und auch einhält)
Am Ende des Buches war ich sehr traurig, dass es schon vorbei war. Ich fand durchweg alle Charaktere sehr sympathisch und liebenswert, selbst die Antagonisten. (Was stets ein Zeichen für eine gute Figurendarstellung ist.) Die Ideen, denen dieser Roman zugrunde liegt, sind so gut, dass man aus ihnen durchaus zwei Bücher hätte schreiben können. Deshalb ist das Ende auch ein kleiner Dämpfer.

Ich empfehle das Buch all jenen, die sich gerne auf eine spannende, emotionsgeladene Geschichte einlassen, die mit einigen fantastischen Elementen aufwartet.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die "King'sche" Krankheit..., 13. Dezember 2010
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Teufelszeug (Gebundene Ausgabe)
Das Schlechte vorweg: Als "King'sche Krankheit" bezeichne ich als alter Stephen King-Fan, der alle seine Bücher gelesen hat, Kings Probleme mit dem Schluß. Sogar geniale Bücher wie "Das letzte Gefecht", an denen es wirklich sehr wenig auszusetzen gäbe, enden merkwürdig. Der junge Mr. King hat scheinbar nicht nur Daddy's Schreibtalent sondern auch die Kingsche Krankheit geerbt. Leider. Da ich selbst gelegentlich schreibe, weiß ich, daß nichts schwerer zustandezubringen ist als eine gute Antwort auf alle Fragen, die man aufwirft, aber es ist und bleibt die "King'sche Krankheit".
zum Buch selbst gibt es eigentlich bis auf den abstrusen, schwer verständlichen und für mich nicht mal als alter Horror-Fan logisch nachvollziehbaren Schluß nichts Schlechtes zu sagen. Es war spannend geschrieben, und ich habe am Sonntagnachmittag um 15:00 Uhr angefangen und gegen 0:00 Uhr mit Lesen aufgehört, da ich eben genau diesen SCHLUSS herbeigefiebert habe. Wie immer nach einer King-Lektüre ging ich zu Bett und wusste nicht mehr als vorher, war aber zuvor wirklich blendend unterhalten worden.
Der junge King hat zweifelsohne das Talent seines Vaters geerbt. Fäkalsprache stört mich nicht, wenn sie dazu benutzt wird, einen Charakter zu zeichnen, im Fall von Lee ist das auch prächtig gelungen. Mit morbider Faszination tauchte ich ein in die Gedankenwelt eines wirklich "Bösen" und schüttelte mich innerlich vor so viel Soziopathie und Grausamkeit. Respekt, Herr King, Respekt. Das hat bis heute nur Koontz mit "Intensity" bei mir zustandegebracht.
Die Geschichte selbst ist schön geschrieben, interessant, spannend und stilistisch auf gutem Niveau. Wenn nur der blöde Schluss nicht wäre.
Eine klare Kaufempfehlung von mir gibt es auf jeden Fall, denn ich hatte die letzten Jahre schon sehr viel schlechtere Bücher in den Fingern.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schnellstart... und dann zum Ende gekämpft, 2. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Teufelszeug: Roman (Taschenbuch)
Nach "Blind" war ich voller Hoffnung diesen Titel betreffend. Dass der Autor mit King'schen Genen behaftet ist, konnte ich ganz gut in den Hintergrund drängen. Ein Vergleich zum "großen" Vater ist 1. zu früh und 2. ohnehin unangemessen.
"Teufelszeug" legt mal ganz flott los. Ig Perrish erkennt nach einer durchzechten Nacht sein Spiegelbild nicht wieder, sind ihm doch tatsächlich zwei Hörner gewachsen. Sehr schöne Schilderung der Szene, für mein Emfpinden auch mit ansprechendem Humor versehen. Es geht spannend weiter, als ihm Menschen anbieten, ziemlich üble Dinge zu erledigen und nur noch auf seine Erlaubnis warten/hoffen. Alles liest sich bis hierhin vielversprechend, spannend, beinahe packend.

Viel schlimmer aber als seine Hörner ist der gegen ihn - aber mangels Beweise fallengelassene - Vorwurf, seine Freundin ermordet zu haben. Ig sieht sich folglich kollektiver Ablehnung gegenüber, wird von den Polizisten schikaniert und selbst seine Eltern drehen ihm den Rücken zu. Hill schreibt dies für meinen Geschmack etwas zu weinerlich, die folgenden Ereignisse nehmen mich dadurch auch nicht mehr richtig mit.

Es folgt bald der erste Ausflug in Ig's Kindheit - ein Prolog, wie er seinen zukünftigen besten Freund und darauf seine spätere Freudin kennenlernt und was sie miteinander verbindet.
Ab hier stecke ich als Leser in einem Dilemma. Die Vergangenheit scheint nun wichtiger als die Gegenwart zu sein, eine schlüssige Erklärung über die Hörner liefern sie lange Zeit auch nicht. Stattdessen liest man mittelprächtige Kindheitserinnerungen mit Mutproben, Liebe zur Musik, das Erwachen der großen Liebe... man ahnt schon früh wohin die Reise geht und Joe Hill hat kein Mittel parat, Irrungen und Windungen einzubauen, die mich als Leser bei der Stange halten.

Nach dem gutem Start hatte ich in Folge sehr viel Mühe das Buch zu lesen. Der Stil ist gefällig, lässt er aber auch nicht über die Mängel der Storyline hinwegsehen.
Wo in "Blind" immerhin noch sehr viel Übersinnliches und Gespenstisches treuer Begleiter des Lesers war, so nimmt hier Kollege "Langeweile" viel Zeit für sich in Anspruch. Selbst das Finale, was ja doch irgendwie nach dem ganzen Aufbau und Hinarbeiten etwas mehr bieten sollte, verpufft so schnell wie öde und man wundert sich hinterher, bis hierhin durchgehalten zu haben.

Ein guter Start macht für mich noch zwei Punkte, der Rest ist Geschmacksache - meinen trifft er jedenfalls nicht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Originell, aber nicht perfekt., 2. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Teufelszeug: Roman (Taschenbuch)
Bei Büchern besteht immer die Gefahr, dass man bei einer Rezension zu viel von der Handlung erzählt und deshalb den interessierten Leser Spannung klaut. Deshalb halte ich mich kurz.

Zunächst: Alle Vergleiche mit Stephen King sind unangebracht, da Hill einen ganz eigenen Stil hat. Das Buch besticht durch eine sehr originelle Grundidee, die im ersten Drittel des Buches grandios umgesetzt wird. Hätte Hill das Niveau über den ganzen Roman gehalten, wäre es zweifellos ein Kultbuch geworden. Wie hier aber schon mehrfach erwähnt wurde, verliert das Werk zunehmend an Fahrt und kommt erst am Schluss wieder in die Gänge. Einiges hätte man pointierter schreiben können.

Dennoch ist Teufelszeug eine interessantere Neuveröffentlichung im Bereich des Horrors der letzten Jahre, weil Hill nicht auf den Zug der temporeichen Ultra-Brutalo-Schocker aufspringt. Sein Roman ist komplexer und dürfte den ein oder anderen überfordern. Das spiegelt sich dann auch in so mach einer Ein-Sterne-Wertung wieder.

Wer neugierig auf ein etwas anderes Horror-Buch ist, dass mit einer originellen Idee punkten kann und völlig auf einen strahlenden Helden verzichtet, sollte sich den Roman ruhig zur Hand nehmen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Ich sterbe!" - Nachdem er die Worte ausgesprochen hatte besserte sich seine Stimmung sofort ..., 15. August 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Teufelszeug (Gebundene Ausgabe)
Joe Hills TEUFELSZEUG beginnt so, wie man es sich von einem guten Buch wünscht: Schon ab der ersten Seite steckt man voll drin und unser Held Ignatius Martin Perrish wird vor vollendete Tatsachen gestellt - ihm wachsen Hörner. Seine Freundin Glenna benimmt sich plötzlich sehr merkwürdig und frisst wie ein Schwein. Ig Perrish hat keinen blassen Schimmer, was er in der letzten Nacht getan hat.

Ja, das ist der Stoff aus dem die gruseligen Geschichten sind. Dem Held wachsen Hörner, er muss erst einmal aufarbeiten, was letzte Nacht los war und es bleibt jede Menge Spielraum für die folgenden gut 500 Seiten. Hinzu kommt, dass niemand die Hörner wirklich zu bemerken scheint, aber sich alle Leute, die er trifft äußerst seltsam benehmen. Ach ja. Dann ist es auch noch genau auf den Tag ein Jahr her, dass Igs Freundin Merrin ermordet wurde und er damals unter Versdacht stand. Der wahre Mörder wurde allerdings nie gefunden. Aber Ig macht sich nun auf die Suche, denn dank seiner Hörner sagen die Menschen in seiner Nähe plötzlich die Wahrheit. Und die liegt in der Vergangenheit ...

Joe Hill hat gute Ideen. Er nimmt normale Menschen und wirft sie mitten ins unerklärliche Geschehen. Teufelszeug entwickelt sich langsam aber unaufhaltsam. Der Leser erfährt bald, was sich in Igs Kindheit und Jugend zugetragen hat, wie er Merrin kennen lernte und bald erfährt Ig dank seiner Hörner auch, wer der wahre Mörder ist.

Die Metamorphose von Ig erfolgt langsam und schleichend, wird aber mit Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit erzählt - wie Alltägliches eben. Joe Hill gelingt es, dass die Leser immer auf Ig Perrishs Seite sind, egal in was er sich verwandelt, was er tut und was er plant. TEUFELSZEUG vermischt coole Action mit theologischen Grundsatzfragen über Gut und Böse. TEUFELSZEUG lässt sich schnell und unkompliziert lesen, ein gewisser Spannungsbogen ist immer vorhanden, auch erzeugt durch die verschiedenen Sichtweisen der Erzählung und die Rückblenden in die Vergangenheit. Am Ende schwächelt das Buch leider ein klein wenig, aber ansonsten ganz nett zu lesen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitreißend und absolut fesselnd!!, 1. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Teufelszeug (Gebundene Ausgabe)
Endlich mal wieder ein Roman der einen richtig in den Lesesessel presst!

Iggy Perrish wacht eines Tages mit Hörnern am Kopf auf. Jeden Mitmenschen dem er begegnet wird von den Hörnern in Bann genommen und schüttet somit Iggy seine Seele aus. Nur die harten Fakten, die sein gegenüber wirklich machen möchte, werden Iggy erzählt. Somit entschließt sich Iggy nach dem Mörder seiner Freundin zu suchen welche im letzten Jahr ermordet wurde.

Soweit zur Grundhandlung. Viel interessanter sind allerdings die zahlreichen Nebenhandlungen und Beschreibungen der Charaktere, da man einen sehr guten Einblick hinter den "öffentlichen Menschen" erhält und wahre Sehnsüchte zu Tage getragen werden.

Was mich allerdings am Meisten beeindruckt hat ist die Grundthematik zwischen Gut und Böse - Gott und Teufel die immer wieder erwähnt werden.

Ist Gott wirklich immer Gut und der Teufel immer Böse, nach diesem Buch werden Sie sicherlich darüber etwas nachdenken.

Absolut empfehlenswerter Roman, nicht nur für die leichte Belletristik sondern auch zum Nachdenken!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartiges Beispiel des leider aus der Mode gekommenen Magischen Realismus, 6. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Teufelszeug: Roman (Taschenbuch)
Die Übersetzung von Hannes Riffel gelten nicht als die allerbesten, wenn es sich nicht um Sci-Fi handelt, doch die packende, drastische, stark emotionalisierende Schreibweise Joe Hills konnte auch er nicht trüben.

Ich habe häufiger gehört, dass sich Nicht-Literaturwissenschaftler die Frage stellten, zu welchem Genre Teufelszeug (übrigens eine fürchterliche Übersetzung des O-Titels "Horns", das kann der Heyne-Verlag doch besser!) gehört, Fantasy, Melodram, Thriller... Auf dem Cover ist nur "Roman" zu lesen. Ich war sehr positiv überrascht, dass Joe Hill ein bemerkenswert gutes Beispiel des viel zu wenig geschätzten und bekannten Magischen Realismus geschaffen hat. Dieses Genre wurde in den letzten Jahrzehnten wenn überhaupt, dann nur von Indie-Filmen bedient, z.B. in "Die fabelhafte Welt der Amelie". Joe Hills Geschichte hat diesen schauerlich fantastischen Flair ohne künstlich zu wirken. Die surrealen Elemente unterstützen das eiskalte Grauen der Realität und macht diese umso wirklicher. Diese Elemente sind Metaphern, über die man ewig grübeln könnte, nicht plump oder zu simplel, sodass Hills Handwerk mit Gogols "Die Nase", Bulgakows "Der Meister und Margarita" und Kafkas "Die Verwandlung" konkurrieren kann. All die fantastischen Segmente sind verfremdent und doch greifen sie direkt in die Tiefen des Unterbewusstseins.

NUN ZUM BUCH: Bereits mit den ersten Seiten packt die Story mit ihren surrealen Rätseln und ihrer unverblümten, depressiv-vulgären Sprache an der richtigen Stelle an. Die Liebesgeschichte, die hinter Igs schrecklicher Reise steht, hat weder Romantik noch Schönheit zu bieten; Sie ist realistisch. Die Charaktere könnten als einheitsbreiig betitelt werden, doch wäre es doch ein ganz anderes Buch geworden, wenn sie alle ideal ausgefeilt wären. Dem Leser bleibt Raum für seine Fantasie, da kaum unwichtige Details beschrieben werden. Hill formte die Charaktere gewiss bewusst ähnlich, da sie alle schreckliche Erinnerungen zu verdrängen versuchten.
Die Thematik der Geschichte ist passend zur Postmoderne vielschichtig und unterschiedlich zu deuten. Für die einen mag "Liebe kennt keine Grenzen" im Vordergrund stehen, für andere "Das Böse in uns", für wieder andere "Das Verbergen des wahren Ichs".
Wenn man am Ende des Buches angekommen ist, das Echo des aprupten Endes noch im Geist schwirrt, bleibt die Frage "Was habe ich da gelesen? Was soll mir das sagen?". Ich habe noch Wochen nach dem Ende meiner Lektüre lange über Joe Hills Geschichte nachgedacht, mir versucht einen Reim auf all dieses Surreale und doch so wirklich Scheinende zu machen. Und jetzt, etwa 2 Monate später bin ich mit vielen Thesen fertig, doch habe mit so vielen anderen noch gar nicht angefangen.

FAZIT: Joe Hill schafft mit seinem Werk ein gutes Bild von allem Schrecklichen in der Gesellschaft. Das Buch regt zum Nachdenken an und ist auf jeden Fall eins, das nicht so schnell vergessen wird.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Hölle im Taschenbuchformat, 13. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Teufelszeug: Roman (Taschenbuch)
Dieser Roman ist wirklich total abgedreht. Und die Idee ist wirklich mal innovativ, aber ich denke, dass vlt. Viele etwas anderes erwartet habe. Ich, im übrigen auch. Aber, was ich bekommen habe, hat mir trotzdem sehr gut gefallen. Ich bin ein Joe Hill Fan durch und durch. Ich habe seine ersten zwei Bücher förmlich verschlungen. Er schreibt wie sein Vater, nur schneller und abgedrehter. Joe Hill kommt schneller zum Punkt! Auch in "Teufelszeug" wird der Leser in die Geschichte hineingeworfen. Ig hat Hörner und er weiß nicht, wieso und woher? Seine Gabe, die dunklen Geheimnisse der Menschen herauszuholen, fand ich sehr interessant. Man sieht wieder, wie böse wir eigentlich wirklich sind. Am Anfang fand ich aber einige Handlungen nicht recht nachvollziehbar. Warum zum Beispiel lässt Ig die Menschen böse Dinge tun.
Klar, sie sagen gemeine Sachen, aber er ist ja am Anfang zumindest noch nicht böse. Oder hat es etwas mit dem Einfluss der Hörner zu tun?
Den Anfang fand ich gut, aber nicht hervorragend. Was mir allerdings sehr gefallen hat, waren die Passagen über die Geschichte der Charaktere. Das, was viele vlt. langweilig fanden, fand ich sehr spannend, weil dadurch die Charaktere an Tiefe gewonnen haben. Ob die Tiefe nun positiv (Ig) oder negativ (Lee) war. Die ganze Dreiecksgeschichte hat mich in den Bann gezogen und umso schlimmer empfand ich dann das Ende dieser Beziehung.
Teufelszeug hat zwar seine Schwächen, aber mir konnte der Roman interessante Stunden bescheren. Außerdem waren die theologischen Ansichten zum Thema Gott und Satan sehr interessant. Spannend fand ich den Roman auch durchweg, obwohl er nach dem Anfang ein wenig ruhiger wurde, um die Hintergrundgeschichte erzählen zu können.
Zum Thema Hörner: !!!ACHTUNG SPOILER!!!

Ich weiß nicht, ob ich das richtig verstanden habe. Aber sind Ig die Hörner gewachsen, weil er im magischen Baumhaus den Kopf der Satanfigur auf den Kopf des Engels draufsetzte? Und dann das Baumhaus anzündete? Hat Merrin aus der Unterwelt ihm die Hörner verliehen, damit Lee getötet werden konnte??? !!!SPOILER ENDE!!!

Ein wirklich skurriler Roman, der mich oft zum Lachen brachte und gut unterhielt. Wegen den nicht immer nachvollziehbaren Handlungen am Anfang gibt es einen Punkt Abzug.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannend, emotional mitreißend und unterhaltsam - deutliche Steigerung zu "Blind"!, 20. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Teufelszeug (Gebundene Ausgabe)
"Teufelszeug" ist der zweite Roman von Joe Hill, dem Sohn von Stephen King. Im Vergleich zu seinem Erstling "Blind" hat der Autor merklich zugelegt und kann sich in einigen Szenen durchaus mit seinem berühmten Vater messen. War "Blind" eigentlich nur ein unterhaltsames, blutig-unbekümmertes Horrorbuch, ist "Teufelszeug" wesentlich tiefgründiger und emotionaler. Ig Perrishs Odyssee, die er durchmachen muss, bis er den Mörder seiner Freundin stellen kann, ist schmerzlich und spannend zu lesen. Durch die ungewollte Gabe, dass ihm Personen in seinem unmittelbaren Umkreis zwanghaft ihre Geheimnisse ausplaudern, erfährt Ig einige sehr schmerzhafte und sehr hässliche Wahrheiten, an denen er fast zerbricht und die in einigen Fällen auch den Leser anekeln und schockieren.

Joe Hill schweift immer wieder ab in die Vergangenheit und enthüllt nicht nur Stück für Stück, was sich in der schicksalhaften Nacht von Merrins Ermordung zugetragen hat, sondern erzählt vor allem, wie Ig und sein bester Freund Lee aus Kindertagen sich kennenlernten und beide in Merrin verliebten. Ausgangspunkt für dieses Kennenlernen ist eine magische, lebendig geschilderte Sommerszene, die unter die Haut geht und schriftstellerisch zu den besten im Buch gehört. Angestachelt von der Idee, sich vor den anwesenden Mädchen zu beweisen, fährt der jugendliche Ig in einem Einkaufswagen einen steilen Abhang hinab - ein Vorhaben, das ihn fast das Leben kostet, das aber unvergleichlich geschildert ist und wirklich an die typischen Jugend-Szenen von Stephen King erinnert.
Es gibt aber nicht nur Erinnerungen und Gefühle in diesem Roman, sondern natürlich auch einige dramatische und äußerst brutale Szenen. Je weiter das Buch voranschreitet, umso mehr wandelt sich Ig, umso größer werden seine Hörner und umso mehr kann er sich mit seinem neuen Dasein und seiner Macht anfreunden.

"Teufelszeug" ist ein gelungener Horrorthriller mit einigen emotional sehr mitreißenden Szenen, stark geschrieben und sehr unterhaltsam! Wenn Joe Hill sich weiter so steigert, darf man auf seine zukünftigen Werke wirklich gespannt sein.
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Teufelszeug: Roman
Teufelszeug: Roman von Joe Hill (Taschenbuch - 11. Oktober 2011)
EUR 9,99
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