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35 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einzigartiger Blickwinkel
Tom Wolfe gewährt mit seinem Werk "Ich bin Charlotte Simmons" tiefe Einblicke in das Leben an amerikanischen Universitäten.
Das nach außenhin konservative, beinahe prüde wirkende Leben an der Uni wird offengelegt, etwas teilweise Unerwartetes und vollkommen Neues tritt zutage. Mit einer sprachlichen Gewandheit der Sonderklasse versteht Tom Wolfe...
Veröffentlicht am 13. Februar 2006 von fwieneke

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Entindividualisierter Bildungsroman als Hörbuch
Als Charlotte Simmons von den Blue Ridge Mountains herabsteigt um als Vollstipendiatin an der prestigeträchtigsten Universität der vereinigten Staaten zu studieren, glücklich dem Stumpfsinn ihres ländlichen Heimatstädtchens entkommen zu sein, ist sie in keinster Weise auf das vorbereitet, was sie erwartet: An Stelle intellektueller Betriebsamkeit...
Veröffentlicht am 31. August 2006 von fräuleinföbe


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35 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einzigartiger Blickwinkel, 13. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Ich bin Charlotte Simmons (Gebundene Ausgabe)
Tom Wolfe gewährt mit seinem Werk "Ich bin Charlotte Simmons" tiefe Einblicke in das Leben an amerikanischen Universitäten.
Das nach außenhin konservative, beinahe prüde wirkende Leben an der Uni wird offengelegt, etwas teilweise Unerwartetes und vollkommen Neues tritt zutage. Mit einer sprachlichen Gewandheit der Sonderklasse versteht Tom Wolfe es sich auszudrücken.
Welche Raffinesse hinter vielen Formulierungen, sowie hinter der gesamten Handlung, steht, fällt häufig erst beim mehrfachem Lesen beziehungsweise intensiverem Überdenken der Handlung auf.
Detailliert ist die Geschichte allemal, zeigt das Auf und Ab des Lebens des hochbegabten Landeis Charlotte Simmons, das aufgrund eines Präsidialstipendiums die Möglichkeit erhält an der Elite-Universität Dupont zu studieren, wo sie einen riesigen Kulturschock erleidet, wo für sie Traumwelten zusammen brechen, wie sie anschließend anfangs beschwerlich neue Kontakte knüpft.
Sie gerät rasch in einen mitreßenden Strudel aus Alkohol, Drogen, Sex und Dekadenz. All das durch ihr Zusammentreffen mit DEM Frat Boy der Uni.
Charlotte verliert sich selbst, schafft es nicht sich an der Wasseroberfläche zu halten; sie droht zu ertrinken.
Durch die Hilfe eines Freundes versucht Charlotte wieder sie selbst zu sein, ihre Familie nicht zu entäuschen.
Das Buch vermittelt auf sehr besondere Weise, dass man seine Einstellung zum Leben und seine Ziele nicht unbedacht über den Haufen werfen sollte. Doch nur durch Erfahrung kann man sich selbst besser und seine Grenzen kennen und schätzen lernen.
Nachdem ich diese faszinierende Lektüre beendet hatte,
versuchte ich Stephen Kings "Christine" zu lesen, scheiterte jedoch an den platten sprachlichen Formulierungen, die mir zeigten, dass nicht jedermanns Wertschätzung auf gelungener Handlung und Schreibweise liegt.
Das Buch sei jedem empfohlen, der an der amerikanischen Kultur interessiert ist, sprachlich anspruchsvoll unterhalten werden möchte und sich nicht vor dem jugenlichen Leben großer Teile der gegenwärtigen Gesellschaft scheut.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Entindividualisierter Bildungsroman als Hörbuch, 31. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Ich bin Charlotte Simmons: Lesung (Audio CD)
Als Charlotte Simmons von den Blue Ridge Mountains herabsteigt um als Vollstipendiatin an der prestigeträchtigsten Universität der vereinigten Staaten zu studieren, glücklich dem Stumpfsinn ihres ländlichen Heimatstädtchens entkommen zu sein, ist sie in keinster Weise auf das vorbereitet, was sie erwartet: An Stelle intellektueller Betriebsamkeit findet sie eine Parallelgesellschaft vor, in der das ausgiebige Praktizieren sexueller Freiheit zwingend geworden ist und strenge Verhaltensregeln keinen Spielraum mehr lassen. Doch die Parallelgesellschaft von Dupont existiert nicht losgelöst von der sie umgebenden. In ihr werden die Karten der High School neu gemischt. Wer dort ein nerd war, kann hier zum angesagten Verbindungsmitglied werden und den Grundstein für eine glorreiche Zukunft legen. Die Studenten gebrauchen einander als Zeugen für ihr Ich; ein Ich, dem, da allein erzeugt durch die Zeugenschaft der Anderen, keine individuelle Ausdifferenzierung möglich ist. Doch jeder hat nur eine einzige Chance, denn: Es gibt kein Leben nach Dupont. Wer hier angesagt ist bleibt es für den Rest seines Lebens. Wer unter die Räder kommt hat verspielt. Es geht also ums Ganze und auch Charlotte muss sich entscheiden, welche endgültige Bedeutung der Satz „Ich bin Charlotte Simmons“ haben soll. Soll sie etwas Besonderes sein oder dazugehören, ihre Grundsätze über Bord werfen oder ihnen treu sein, das Spiel um Sex und Macht mitspielen oder ausgestoßen sein, das schillernde Leben auf dem Campus von Dupont oder ein Leben des Geistes führen. Auf Charlottes Depression folgt die Schizophrenie. Inneres und äußeres Leben gehen getrennte Wege. Dupont hat einen Menschen zerstört und einen Amerikaner erschaffen.

Das, was sich als Bildungsroman einer jungen Frau gibt, ist tatsächlich ein Ausschnitt aus der Geschichte der Entwicklung einer ganzen Gesellschaft. Die mangelnde Individualität der Figurenzeichnung scheint in der Ansicht des Autors begründet zu sein, dass es so etwas wie Individualität in Formen des Zusammenlebens überhaupt nicht geben kann. Häufig werden innere Vorgänge der Figuren detailliert beschrieben. Sie sind jedoch nicht individuell sondern immer übertragbar auf alle.

Die Auswahl, die das Hörbuch vornimmt, enthält alle wichtigen Schlüsselszenen und gibt viele Beispiele des detailreichen, dem Realismus verpflichteten Erzählstils Wolfes. Die von Lesern des Romans empfundene Langatmigkeit wird in der Lesung glücklicher Weise nicht spürbar. Die notwendigen Kürzungen haben sich positiv auf den Rhythmus der Erzählung ausgewirkt. Matthias Brandt läuft besonders in seiner Lesung der Entjungerfungs-Szene zur Höchstform auf. Sein Vortrag dieser Szene, in der Charlotte nicht nur sprichwörtlich ihre Unschuld verliert, sondern auch erstmals ihren Willen zur Macht verspürt, ist absolut mitreißend.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk amerikanischer Gegenwartsliteratur, 13. August 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ich bin Charlotte Simmons (Taschenbuch)
Aus dem »Lexikon der Nobelpreisträger« zitiert Wolfe zu Beginn seines dritten großen Romans die Entdeckung »kultureller Parastimuli« durch den amerikanischen Dupont-Lehrer Viktor Ransome Starling. Der Forscher hatte Laborkatzen die Amygdala entfernt, das ist der Teil des Großhirns, der bei höheren Säugetieren Gefühle steuert. Darauf gerieten die von dem Eingriff betroffenen Tiere in extreme sexuelle Erregung und begannen, ohne Unterbrechung ekstatisch zu kopulieren. Als nach einigen Woche Käfige mit im selben Raum isoliert gehaltenen, unbehandelten Katzen geöffnet wurden, stürzten sich die normalen Tiere ebenfalls aufeinander. Sie waren durch die wochenlange Beobachtung ihrer entfesselten Artgenossen derart stimuliert, dass sie jedes normale, gesunde Verhalten ablegten und sich ebenso verhielten.

Im seinem auf diesen kurzen Wissenschaftsbericht folgenden Prolog lässt Wolfe zwei betrunkene Stundenten der Dupont-Elite-Universität von Pennsylvania durch den Park der Hochschule torkeln und dabei versehentlich den Gouverneur von Kalifornien beobachten, der sich von einer Studentin im Mondlicht des Campus befriedigen lässt. Bei Dupont geht es offenbar zu wie bei den amygdalektomierten Katzen.

Charlotte Simmons, ein blasses Landei aus bescheidenen Verhältnissen, wird aufgrund ihrer ausgezeichneten Leistungen ausgewählt, die Dupont-Uni zu besuchen und erhält ein Stipendium. Die Hochschule präsentiert sich als Kaderschmiede reicher und schöner Teen und Twens, für die Sex zur Atemluft gehört wie Stickstoff und Sauerstoff. Charlotte prallt vollkommen unvorbereitet auf eine Umgebung, in der Gorillatestosteron in der Luft liegt. Sie spürt zum ersten Mal in ihrem Leben etwas von der Macht, die eine Frau über die monomanischste, triebhafteste aller Kreaturen haben kann – den Mann. Fühlt sie sich ihren Kommilitonen aufgrund ihres Fleißes und ihrer Intelligenz, denn »Ich bin Charlotte Simmons«, haushoch überlegen, scheitert sie im zwischenmenschlichen Bereich und erlebt herbe persönliche Niederlagen.

Wolfe, der Begründer des »New Journalism«, zeichnet in seinem voluminösen Meisterwerk eine schüchterne und unerfahrene junge Frau, die schon im Umgang mit gemischten Toiletten und Waschräumen Schweißausbrüche bekommt. Wie mit einem Skalpell deckt Wolfe dabei Schicht für Schicht der amerikanischen Gesellschaft auf und zerlegt sie mit seinem bislang unerreichten Reportagestil. Treffsicher setzt er sich mit Jugendmoden und Campussprache auseinander und beschreibt den psychologischen Krieg zwischen den Vertretern des neokonservativen und des liberalen Amerika.

»Ich bin Charlotte Simmons« ist ein Meisterwerk amerikanischer Gegenwartsliteratur, das in sprachlicher und stilistischer Hinsicht ebenso wie in der Farbigkeit der Schilderung der Charaktere und ihrer Hoffnungen, Träume und Empfindungen wie ein leuchtender Stern am Literaturhimmel strahlt. Absolut lesenswert!
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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hier Unterbewertet, einfach gut!!!, 14. April 2008
Von 
Paula Jakob (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ich bin Charlotte Simmons (Taschenbuch)
Gerade lese ich Tom Wolfes farbenprächtigen Campus - Roman zum zweiten Mal und bin ebenso begeistert wie vor zwei Jahren beim ersten Lesen! Meiner Meinung nach muss "Charlotte Simmons" sich keineswegs hinter "Fegefeuer der Eitelkeiten" verstecken, auch in diesem Roman schaut Wolfe sehr genau hin und lässt den Leser teils quälend präzise teilhaben an den Gedanken und Gefühlen seiner mehr oder weniger sympathischen Hauptfiguren: Die Hauptperson, die 16- jährige Charlotte, kommt aus einem Kaff in North Carolina an ein Elite - College,in jeder Hinsicht weit weg von den Blue Ridge Mountains. Sie hat kein Geld und keine Ahnung, wurde in einem konservativen sittenstrengen Milieu unter einfachen Leuten mit viel Liebe erzogen und von einer ehrgeizigen, altjüngferlichen Lehrerin zu Höchstleistung gecoacht. Charlotte ist, was ihre herzensgute Momma und die ihre begeisterte Lehrerin in ihr sehen wollen, eine eigene Persönlichkeit hat das Mädchen, das sein Leben lang nur gelernt hat, noch nicht. Und damit landet sie auf einem sinnesfrohen, hedonistischen Campus wie eine Außerirdische, die mit all den Riten,nicht vorhandenen Sitten und sonstigen Gebräuchen gar nicht klar kommt. Es begegnen dem Leser also erst mal Charlotte, das naive, weltfremde Landei, dem all seine klassische Bildung im hormongesteuerten Dschungel eines Uni - Wohnheimes einfach gar nichts nützen mag; Jojo, der faule, bequeme aber doch unterschätzte Sportstar, der plötzlich merkt, dass er mehr sein will als nur ein Anabolika - Monster; Hoyt, der verführerische, und eiskalte Verbindungsstudent und der verbitterte Loser Adam, der sich einredet, ein Intellektueller zu sein, der aber eigentlich nur eins will: Das große Geld. All diese Charaktere bieten absolutes Mitfieber- Potential. Der Schock, unter dem Charlotte in der ersten Zeit in ihrer neuen Schule steht, die Verzweiflung, die Einsamkeit, das ist unglaublich gut und psychologisch präzise erzählt und alles, was danach mit ihr passiert ist schlüssig und geradezu unausweichlich. Alle Figuren verändern und entwickeln sich, nicht alle zum Guten und das ist einfach spannend und in einer opulenten, bildreichen Sprache geschrieben. Wer in diesem gewaltigen Wälzer zwischen all den Begegnungen Charlottes mit ihren Mitschülern nichts als Sex, Sex, Sex gefunden hat, hat sich möglicherweise nur auf wenige Seiten beschränkt. Was man nicht leugnen kann, ist, dass Wolfe sich neben der viel zitierten Entjungferung seiner Heldin recht ausführlich dem pubertären Hormonstau der Jugendlichen widmet. Es wird bei den Studenten viel über Sex geredet und nachgedacht, darüber, wie man ihn bekommen könnte oder warum man leider keinen hat und mit Enthusiasmus widmet Wolfe sich den Basketballern, ihrem frauenfeindlichen und nicht jugendfreien Rap - Fluch- Schimpf und Beleidig- Slang aber da trifft er halt bedauerlicherweise wohl nur den Nagel auf den Kopf. Wie soll er denn sonst schreiben? Glaubt irgendwer, Jugendliche irgendwo auf der Welt würden noch so reden wie in Erich Kästners fliegendem Klassenzimmer? Nö, ich kann da nichts onkelhaft oder lüstern finden, das ist leider nur alles ziemlich realistisch. Das Getue der Mädchen um ihre Klamotten, ihre Figur und Frisur, das Gepöble und Federnspreizen der Jungs....einfach mal an einem heißen Sommertag in ein beliebiges Freibad der Republik fahren und sich - vorzugsweise an den Sprungturm setzen. Nach weniger als zehn Minuten hat man Wolfes gesamtes Panoptikum gesehen und gehört. Insofern finde ich die "lüsterner, alter Mann" - Vorwürfe ungerechtfertigt, Wolfe hat einfach nur genau hingeschaut.
Und unter diesem Aspekt ist "Ich bin Charlotte Simmons" wirklich ein großartiger Coming - of- age- Roman,
der meinetwegen auch noch hundert Seiten mehr hätte haben können
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ich bin (zum Glück) nicht Charlotte Simmons, 24. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Ich bin Charlotte Simmons (Taschenbuch)
Charlotte erhält ein Stipendium für die Dupont University. Voller Hoffnung, dass sie dem Kaff, in dem sie lebt, endlich entfliehen kann begiebt sie sich an diese Universität. Sie ist sehr intelligent und begabt, auch schüchtern. Charlotte hofft, dass sie es an der Universität mit lauter Intelligenzbestien zu tun bekommt und wird schnell enttäuscht. Auch darüber, dass sie sich als Mauerblümchen fühlt und die "Coolen" sie ignorieren. Drei junge Männer, die unterschiedlicher nicht sein können machen ihr Avancen, aber sie entscheidet sich für den Falschen. Als sie es merkt, ist es natürlich längst zu spät.

Tom Wolfe beschreibt sehr ausgiebig die amerikanische Jugend des 21. Jahrhunderts. Trotz Elite Uni sind die wichtigsten Themen: Saufen, Sex, nochmal Sex, Mode und natürlich nicht zu vergessen Sport. Geistige Bildung scheint unwichtig, ja gerade zu uncool.

Nach den ersten 200 Seiten, die sich leider etwas hinziehen, ist es ein sehr spannendes Buch mit viel Ironie und Witz geschrieben.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Danke Mr. Wolfe, für die vielen schönen Lesemomente, 4. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Ich bin Charlotte Simmons (Gebundene Ausgabe)
Es mag stimmen, dass "I Am Charlotte Simmons" nicht das beste Werk von Tom Wolfe ist. Es mag auch angehen, dass sich verschiedene KritikerInnen die Frage stellen, ob ein 74 Jähriger das Recht hat, einen Roman über Teenager und junge Erwachsene zu schreiben. Das alles kümmert mich aber wenig. Ich habe den Roman verschlungen. In persönlicher Rekordzeit sogar. Tom Wolfe schreibt flüssig, spannend, mitreissend und stark. Seine, zum Teil sarkastische, Aufarbeitung der amerikanischen Doppelmoral kommt auch in diesem Werk zum Tragen.
Ich habe sehr gelebt in der Geschichte, ja, ich hab mich sogar ein bischen in Charlotte verliebt, war neidisch und eifersüchtig auf Hoyt, Adam und JoJo. Ich war mit ihr zusammen betrübt und habe mit ihr gelitten. Bis zum Schluss des Buches durchlebte ich das Leben von Charlotte, begleitete sie und konnte sie am Schluss des Buches nicht mehr ausstehen wegen ihres gesellschaftlichen Anbiederns und dem Verrat ihrer eigenen Sache.
Dieses sich in eine Geschichte einleben und mitleben können mit den Protagonisten, ist es was einen Roman, eine Geschichte für mich "gut" macht, nicht wie viel besser diese oder jenes Buch von Tom Wolfe war.
Ich empfehle dieses Buch all jenen, die eine gute Geschichte zu würdigen wissen, die eine gute Sprache schätzen. Wenn der englischen Sprache mächtig, unbedingt in der amerikanischen Version!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein grandioses, kraftvolles Werk, 4. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Ich bin Charlotte Simmons (Gebundene Ausgabe)
Das für mich beste Buch der letzten Jahre.
Es vermittelt einen hohen Erkenntnisgewinn über das Leben an US-amerikanischen Eliteuniversitäten.
Gleichzeitig geligen Tom Wolfe durchweg fesselnde Charakterisierungen verschiedener College-Arche-Typen, deren Erlebnisse und Seelenleben einem beim Lesen den Atem rauben.
Großartig bringt der Altmeister seine weibliche Hauptfigur erst durch Abründe und Höhenrausche und am Ende dann in einen erschütternden und daher so gelungenen Einklang aus Geist, Trieb und Sozialstatus.
"Ich bin Charlotte Simmons" ist für mich der "Fänger im Roggen" des neuen Jahrhunderts! WOW!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen PISA-Schock mal anders!, 13. Februar 2014
Von 
Peter Mueller (Raetia) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ich bin Charlotte Simmons (Taschenbuch)
Von Tom Wolfe kennt man am ehesten “Fegefeuer der Eitelkeit“, eine ziemlich böse, weil treffende Abrechnung mit dem Milieu der selbstverliebten Wall Street-Börsenkönige einerseits und den publictity-süchtigen Schaumschlägerei einiger heuchlerischer Menschenrechts-Aktivisten. Wolfe verstand es hier, genau wie bei “Ein ganzer Kerl“ hervorragend, seinen jeweiligen Protagonisten mit der Nase in den Dreck zu strecken, obwohl diese weder totale Helden, noch üble Schurken sind, sondern einfach Typen, die das alte preußische Ideal “mehr sein als schein“ zu sehr ins Gegenteil gekehrt haben.

Diesmal blicken wir Charlotte Simmons über die Schultern, ein begabtes, aber etwas weltfremdes Mädchen aus der Provinz, die in einem Ostküsten-Elite-College einen schweren Kulturschock erleidet, sich dann aber besser anzupassen versteht, als man am Anfang denken mag. Außerdem werden drei Jungs portraitiert, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber mit Tugenden nicht gerade überladen sind. Unsere Charlotte wird sich letztlich für einen der drei entscheiden, aber mehr will ich natürlich nicht verraten. Zwar ist Wolfe diesmal etwas milder seiner Hauptfigur gegenüber, aber dafür bekommen die anderen College-Kids samt Umfeld ordentlich ihr Fett weg. Konsumgeil, verwöhnt, phlegmatisch, oberflächlich, sadistisch und dumm-lüstern, so stellt sich der Autor den Nachwuchs der reichen Oberschicht vor, wollen wir hoffen, dass er übertreibt. Wie er aber ein ganzes fiktives Elitecollege aus dem Boden stampft samt Architektur, Historie, Traditionen, Professoren, Sportmannschaft, Zeitung und was weiß ich noch alles, das verdient Respekt. Auch wenn er seine eigene Kreation danach ziemlich durch den Kakao zieht.

Daran lag es auch, dass mir die über 900 Seiten aufs beste amüsiert haben und den tiefen und nicht selten schockierenden Einblick in die College-Welt nehme ich gerne mit.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amerika den coolen Amerikanern, 1. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Ich bin Charlotte Simmons (Gebundene Ausgabe)
Den bisherigen Einschätzungen, Wolfe reproduziere nur Klischees, muss ich entgegentreten. Es ist überhaupt nicht erstaunlich, daß sich ein alternder Journalist und Schriftsteller der Jugend- und Studentenkultur von heute zuwendet. Wolfe hat die Hippiebewegung politisch und journalistisch seit ihren Anfängen begleitet, Nonkonformismus und Selbstsuche waren immer schon seine Themen. Ihn interessiert, welche Werte und Ziele eine spätere Studentengeneration (für die es keinen geläufigen Namen mehr gibt, Generation Y) hat. Den Wechsel der Generationen illustriert er an Charlotte Simmons, einem Landei aus armen und wohlbehüteten Verhältnissen, das als Stipendiatin an eine amerikanischen Top-Uni gelangt. Dort ist Charlotte deren Mentalität fast noch der der 50er-Jahre entspricht, mit den sozialen Gepflogenheiten des beginnenden 21. Jahrhunderts konfrontiert. Zunächst wappnet sie sich mit Scheuklappen gegen die coole Umgebung und widmet sich nur ihrer akademischen Aufgabe. Wolfe zeigt, wie unmöglich es ist, dem sozialen Druck zu entkommen: Charlotte schwankt zwischen der Sehnsucht, dazuzugehören und der Behauptung ihres Ichs. Auch die anderen Romanfiguren sind in dieser Dynamik befangen, jeder erfindet seine eigene Geschichte. Wolfe moralisiert nicht, sondern legt Gewalt und Ängste offen, die das "System Cool" erzeugt. Liest man das amerikanische Original, erkennt man sofort alle sprachlichen Manierismen (und Stumpfsinnigkeiten) der "Britney Spears"-Generation wieder. Wolfe schildert das in einem schonungslosen Reportagestil, ohne aber aber seine Figuren zu verdammen. Er ist gerade am besten, wenn er ihre Denkweise in den sprachlich beschränkten Dialogen zeigt. Er läßt die heutigen Studenten sozusagen selbst zu Wort kommen und sich und ihre Welt beschreiben. Die Absurdität wird spätestens dann klar, wenn Leute über ernste Dinge philosophieren, während im Hintergrund ein Rapper singt "I want you to eat my testicles, bitch". Man könnte sagen, Charlotte lebt in einem misogynen Rap-Song, von dessen Losungen sie sich zunächst treiben läßt, bevor sie zu ihrer ganz eigenen Weiblichkeit finden kann, bevor sie sagen kann "Ich bin Charlotte Simmons".
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bester Roman der letzten 5 Jahre, 26. April 2008
Von 
OldboY - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ich bin Charlotte Simmons (Taschenbuch)
Als ich die letzte der knapp 800 Seiten dieses herausragenden Romans gelesen hatte stand für mich fest, dass dieses Buch ein Meilenstein der jüngeren amerikanischen Literatur ist. Jetzt nach etwas mehr als 2 Jahren bin ich sogar davon überzeugt, dass Wolfe den besten Roman der letzten 5-10 Jahre verfasst hat.

Zur Handlung: Erzählt wird das Leben von Charlotte Simmons, die soeben als Klassenbeste ihre High School in irgendeinem gottverlassenen Bergdorf im hinterwäldlerischsten Amerika verlässt, um auf dem renommierten Dupont College zu studieren. Die naive und idealistische Charlotte erhält auf dem College eine Abreibung nach der anderen. Sie gerät in einen Strudel von Anpassung und charakterlicher Veränderung, erlebt ihren ersten Sex und darf mitansehen, wie ihre hervorragenden Noten sich von heute auf morgen in Luft auflösen. Kurzum: Charlotte wird vom Establishment einverleibt, wird vom Zeitgeist der "Upper Class" verschlungen.

Zum Stil: Tom Wolfe hat einen stilistisch tadellosen Roman geschrieben. Trotz seiner 800 Seiten hält er den Leser stets bei der Stange. Witz, Charme und Chuspe wechseln sich ab und garabtieren somit einen wunderbareb Lesespaß, eine wahre Erfahrung.

Zur Bewertung: "I am Charlotte Simmons" ist im Grunde ein klassischer Bildungsroman, der anhand des Lebensweges der Hauptprotagonistin den Werteverfall im heutigen Amerika vorzüglich darstellt. Charlotte ist bevor sie auf das College geht die Reinheit in Person, die personifizierte "Unschuld vom Lande". Die charakterliche Entwicklung die sie in Dupont durchmacht ist somit ein Spiegelbild der heutigen entwerteten GEsellschaft. Insoweit hat Wolfe mal wieder einen wertkonservativen Roman, ein moralistisches Meisterwerk verfasst, der seines gleichen sucht. Absolut bemerkenswert ist es zudem, dass ein fast 80 Jähriger es schafft in die Jugendkultur einzudringen und ein derart deteilreiches, glaubwürdiges und stimmiges Bild der amerikanischen "Leading Class" abzuliefern.

Fazit: "I am Charlotte Simmons" ist eine moralische Erfahrung, die das Bild, das die Gesellschaft von den sogenannete Leistungsträgern hat, deutlich zurechtrückt. Jeder der einmal eine Universität besucht hat und sich möglicherweise selbst zur Leistungsgsellschaft zählt sollte dieses Buch lesen. Die große Stärke von tom Wolfe ist es, ohne ins sarkastische oder klassenkämpferische abzudriften, die Eliten des Westens zu kritisieren, ja bis aufs Mark zu blamieren. Das sollte wirklich niemand verpassen.
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Ich bin Charlotte Simmons
Ich bin Charlotte Simmons von Tom Wolfe (Taschenbuch - Mai 2007)
EUR 9,95
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