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45 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Heiße keinen Menschen glücklich als bis er tot ist" Herodot
Wenn ich mich an "Niemalsland" erinnere, dann an ein unwahrscheinlich schnelles und spannendes Buch. An eine Geschichte die so rasend vorüberging. "Ich schulde dir einen Gefallen", war damals unser gängigster Spruch.
"American Gods" liest sich nicht so schnell. Es ist weitaus komplexer, gibt dem Leser mehr Stoff zu Grübeln und ist mehr, sagen wir, zum...
Veröffentlicht am 11. Januar 2004 von irene_gish2

versus
2.0 von 5 Sternen Nervig
Mir hat es überhaupt nicht gefallen. Figuren, Styl, Sprache absolut nerventötend. Davon habe geschaft ca. 130 Seiten zu lesen.
Mehr war nicht drin. Meine Geduld war zu Ende
Vor 1 Monat von Carera Corbetta veröffentlicht


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45 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Heiße keinen Menschen glücklich als bis er tot ist" Herodot, 11. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: American Gods: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wenn ich mich an "Niemalsland" erinnere, dann an ein unwahrscheinlich schnelles und spannendes Buch. An eine Geschichte die so rasend vorüberging. "Ich schulde dir einen Gefallen", war damals unser gängigster Spruch.
"American Gods" liest sich nicht so schnell. Es ist weitaus komplexer, gibt dem Leser mehr Stoff zu Grübeln und ist mehr, sagen wir, zum "Genuss-Lesen". Man hat Angst ein Wort bzw. eine Zeile zu verpassen.
Shadow soll nach drei Jahren Haft wegen guter Führung entlassen werden. Er möchte zu seiner Frau, Laura, zurückkehren und bei seinem besten Freund, Robbie, arbeiten. Plötzlich erfährt er das Laura und Robbie bei einem Autounfall ums Leben kamen. Auf dem Weg zu Lauras Beerdigung begegnet er Wednesday welcher ihm ein lukratives Jobangebot macht.
Und schon kommt die Geschichte ins Trudeln. Als die Menschen nach Amerika auswanderten nahmen sie ihren Glauben mit und so auch Ihre Götter, welche seither durch Amerika streifen. Die alten Götter wurden vergessen und durch neue ersetzt. Wer kennt heute noch Odin, Easter, Loki und Tschernibogg?
Shadow soll auf seiner gemeinsamen Reise durch Amerika, auf der Suche nach Göttern die Wednesday bei seinem Kampf gegen die neuen Götter unterstützen, keine Fragen stellen. Und so tappt der Leser gemeinsam mit Shadow die meiste Zeit im Dunkeln (vielleicht daher der Name). Götter leben vom Glauben der Menschen, sie nähren sich von deren Opfergaben, von deren Hingabe. Doch was wenn die Menschen aufhören zu glauben?
Neil Gaiman erweitert in diesem Buch unseren Horizont. Allein die Frage, glauben wir nun an neue Götter. Glauben wir an Internet, an Flugzeuge und Mr. World und Mr. Town? Haben sich die Opfergaben denn nicht nur verändert? Glauben wir nun an Technik und Fortschritt? Doch auch Zwischenmenschliches schildert Gaiman in faszinierenden Geschichten. Manchmal hat man das Gefühl, den roten Faden in der Geschichte zu verlieren. Doch am Ende ergibt alles einen Sinn. So wie Shadow plötzlich die versteckten Indianer sieht, erkennt der Leser was uns Gaiman mit diesem Buch sagen will.
Ein wunderbares Buch. Nehmen Sie sich viel Zeit und lesen Sie nicht einfach nur drüber. Das wäre wirklich schade...
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Shadow oder postmoderne Helden..., 4. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: American Gods: Roman (Taschenbuch)
Neil Gaimans "American Gods" war einer dieser Zufallskäufe, die einem passieren, weil man an dem Cover irgendwie nicht vorbeikommt. Und nach der Lektüre kann ich sagen, dass man auch an Neil Gaiman nicht vorbeikommt. Viele Aspekte und Problematiken der amerikanischen Göttergeschichte erschienen mir aus Terry Pratchetts "Einfach göttlich" zwar bereits vage vertraut, aber ich werde mich hüten, einen Plagiatsverdacht auszusprechen. Dafür ist Gaiman zu trocken, zu nüchtern, zu postmodern im besten Sinne. Dies gilt auch für den Helden seiner vielschichtigen Geschichte, der dem Leser mit jeder Seite ein Stück näher rückt. Seine Beschreibungen bleiben immer so nah an der Realität, dass sich jedes fantastische Element schlüssig einfügt und niemals gewollt wirkt.

Ich werde in jedem Fall den Nachfolger "Anansi Boys" lesen und hoffe, es lohnt sich ebenso sehr!
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traumwelten, 2. August 2007
Von 
Dodo (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: American Gods: Roman (Taschenbuch)
Das Besondere an Gaimans Werken ist, dass sie nicht wirklich von dieser Welt sind. Seine Geschichten spielen in einer Zwischenwelt - einem Traumzustand zwischen Mythos und Wirklichkeit, in dem Dinge möglich sind, die rational absurd erscheinen und die nicht auf ersten Blick in einer "logischen Reihenfolge" stehen.
Deswegen, so bemerkte ich, wirken Gaimans Geschichten auf neue Leser oft verwirrend oder schlicht sinnlos. Eine Freund, der "American Gods" las, drückte es zu Anfang der Lektüre so aus, dass er überhaupt keinen "roten Faden" entdecken könne. Doch schließlich "packte" es auch ihn und er sagte dann, dies sei eins der Bücher, die ihn wirklich nachhaltig beeindruckt hätten.
Ein bisschen zum Inhalt:
Shadow (ein sprechender Name) wird vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen, da seine Frau bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Er fragt, wozu er jetzt überhaupt noch frei herumlaufen will, denn er hat nichts mehr: keine Frau, die er über alles liebte, keinen Job, kein Geld, keine Familie, keine engen Freunde. Er macht sich auf eine Reise ohne Ziel, dabei begegnet er dem Dumbledore-haften Wednesday, der von sich behauptet (zu Recht, wie man später weiß) der Gott Wodan zu sein und der ihn als Bodyguard anstellt. Shadow prügelt sich für Wednesday u.a. mit irischen Kobolden und Streetkids-Gottheiten. Zugleich steigt Shadows Frau aus dem Grab und macht sich auf die Suche nach ihm, denn sie muss ihm etwas Wichtiges sagen (eine bizarre Cathy/Heathcliff Variante, die aber funktioniert). Shadow lernt noch andere Gottheiten kennen, zum Beispiel Thot = Mr Ibis, der als Bestatter arbeitet und einen rustikalen Slavengott, der sich als Schlachter durchschlägt.
Zwischen den Abschnitten dieser Haupthandlung streut Gaiman Rückblicke ein, in denen er beschreibt, wie die alten Götter nach Amerika kamen: der Glaube und die überlieferten Mythen der Einwanderer brachten sie mit. Auch hier kann man fragen, was soll das? Was das soll: Gaiman zeigt, wie unsere Vorstellung Gestalten hervorbringt, die so real werden, dass man am Ende "weiß", wie sie in bestimmten Situationen agieren, wie ihr Charakter ist - weil sie ein Teil von uns selbst sind.
Am Ende des Romans muss sich daher Wodans Mythos vollziehen, wobei Shadow die zentrale Rolle übernimmt und sich selbst zu einer Art Gott macht.
Natürlich bleibt das Buch am Ende doch irgendwie rätselhaft, aber gerade das sollte gute phantastische Literatur ausmachen: dass nicht alles unbedingt "geklärt" werden muss. Denn auch ein Traum ist zwar deutbar, kann aber nicht mit realen Ereignissen gleichgesetzt werden.

Etwas Hilfe gibt Gaiman schließlich in der Novelle "Monarch of the Glen" in seiner Geschichtensammlung "Fragile Things": hier erklärt er das sich Wiederholende des Mythos (das "Ungeheuer" wird immer wieder besiegt und lebt doch immer wieder, um wieder besiegt zu werden) und gibt einen Hinweis darauf, wer Shadow wirklich ist.
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33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Götterdämmerung als literarisches road movie, 19. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: American Gods: Roman (Gebundene Ausgabe)
Drei lange Jahre saß Shadow im Gefängnis ab. Als er endlich aus dem Kittchen entlassen wird, muß er erfahren, daß seine Frau Laura bei einem Autounfall auf recht frivole Weise ihr Leben ließ. Beim Flug in sein nun trostloses Zuhause, erhält er von einem sonderbaren hünenhaften Mann das Angebot, ihm als sein Helfer mit noch unbekanntem Auftrag zu folgen. Ein seltsamer Typ mit Glasauge, den er bald darauf in einer Bar wiedertreffen sollte - Wednesday ist sein Name. Shadow willigt widerwillig in den Vorschlag ein - und nun nimmt „American Gods", ein Buch, das eigentlich den Charakter eines road movies hat, seinen Lauf.
Gar sonderbare Leutchen finden sich auf der Fahrt durch das amerikanische Herzland, dem Mittelwesten, einer Aneinanderreihung eher monotoner Bundesstaaten, die sonst kaum Vorlage für literarische Bestleistungen sind. Doch was Neil Gaiman, Autor des genialen „Neverwhere", von Minnesota bis Kansas und Tennessee auf den Plan treten läßt, ist nicht nur amüsant, sondern auch sehr philosophisch. Verpackt in ein turbulentes Crossover aus Edda, Fantasy und Detektivgeschichte geht er der Frage nach, was macht das eigentliche Wesen Amerikas aus: Ist es das Land an sich in seiner Majestät, egal ob oder von welchen Menschen besiedelt? Ist es die bunte kollektive Tradition der einzelnen Einwanderkulturen mit ihrem reichen Pantheon? Oder muß in der Moderne, in der Gläubigkeit an technologischen Fortschritt und massenmedialer Hysterie nach dem Leitbild gesucht werden?
Unvereinbare Glaubenssysteme von Alt und Neu prallen aufeinander. Ein Sturm braust heran, eine Götterdämmerung zieht herauf. Und Shadow fällt eine tragende Rolle in diesem gigantischen Konflikt zwischen Tradition und Gegenwart zu. Er ist der Spielball, aber auch Auserwählte, die Zukunft in diese oder jene Richtung zu lenken - oder in ihr gar einen dritten Weg zu zeigen. Allerlei Götter, Göttinnen und Götzen kreuzen auf seiner Odyssee durch Amerikas geographisches wie metaphorisches Herz seinen Weg. Liebe und Verrat findet er ebenso wie Sieg, Niederlage oder Tod und Wiederauferstehung. Shadow wird selbst zu einer Art Halbgott, wenn gleich auch ungewollt und mit allen irdischen Makeln behaftet.
Nietzsche postulierte „Gott ist tot". In „American Gods" wird diese philosophisch-metaphysische Sicht verfeinert, indem, daß Götter solange leben, solange der Glauben der Menschen an sie bestehe. Dadurch sind sie gleichermaßen sterblich wie unauslöschlich, da sie in der einen Vorstellungsform verschwinden und in anderer erneut wie Phönix aus der Asche entsteigen. Wednesday und sein dubioser Gegenpart Mr. World wollen diesem Gesetz durch Shadow ein Schnippchen schlagen. Laura, seine „anders tote" Frau, kommt dabei die Rolle der dea ex machina zu, die immer dann zur Stelle ist, wenn es eng für ihren „anders lebendigen" Gemahl wird. Der Showdown des Buches im hinterwäldlerischen Rock City nimmt eine überraschende Wendung. Und selbst nach dem eigentlichen Ende des zentralen Erzählungsstranges zeugen weitere gelungene twist and turns für Gaimans Talent als Autor.
Wednesday, Wotan und Odin sind zwar eins, aber deshalb noch lange nicht dieselben. Alles klar? Wenn nicht, fahren Sie nach Island. Nach einem oder mehreren Drinks steht der All-Vater für ein klärendes Wort möglicherweise selbst neben Ihnen an der Theke ...
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die alten Götter in der Neuen Welt, 5. April 2007
Von 
S. Mehler (Lörrach, BaWü) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: American Gods: Roman (Taschenbuch)
Ein wirklich schönes Ding!

Neil Gaiman geht mal der Frage nach, was denn mit den Göttern passiert, deren Gläubige nach Amerika aus-/eingewandert sind. Und er findet eine durchweg unterhaltsame Antwort auf diese Frage.

Die Figuren im Buch kann man eigentlich direkt vor sich sehen, darunter sind auch immer wieder skurril-abgedrehte Gestalten, die einem gerade deswegen so ans Herz wachsen. Ob Untote oder alter Gott mit gelben Handschuhen und schlimmem Husten, man kann sie gern haben.

Das Buch ist lang, aber nicht zu lang, vielmehr nimmt sich Gaiman Zeit, die Geschichte zu entwickeln - und zu einem überraschenden Ende zu führen.

Kurzweilige Unterhaltung, interessante Gedanken, glatte 5 Punkte von mir!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolles Buch, schwache Übersetzung, 17. September 2004
Rezension bezieht sich auf: American Gods: Roman (Gebundene Ausgabe)
Weil ich nicht auf die deutsche Übersetzung warten wollte, habe ich "American Gods" im englischen Original gelesen - und war begeistert. Das lag mit Sicherheit zum großen Teil daran, dass ich mich früher begeistert allen möglichen Mythologien gewidmet habe und hier viele "alte Bekannte", teilweise in sehr neuer Gewandung wiedergetroffen habe. Egal ob nordische, karibische oder afrikanische Mytholgie: alles finden ihren Platz in Gaimans Amerika, und nebenbei erfährt auch der deutsche Leser noch etwas Neues über unseren guten alten Heinzelmann (erschreckend, dass ein englisch-amerikanischer Autor hier Aufklärung leisten muss...)
Mittendrin im Kampf der Gottheiten um das Überleben in dem Köpfen der Menschen: Shadow, ein sympathischer Held, der aber seinem Namen alle Ehre macht und immer eine mysteriöse, dunkle Seite erahnen lässt, die ebenso dem Leser wie ihm selber Rätsel aufgibt. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis und dem überraschenden Ableben seiner großen Liebe unter recht pikanten Umständen tritt er in den Dienst eines großen, eindrucksvollen Fremden. Und wenn Shadow schon eine leicht mysteriöse Seite hat, so ist Wednesday - so der Name des fremden Arbeitgebers - die dunkle Seite des Mondes. Er verfolgt mit Sicherheit ganz eigene Ziele, und Shadow scheint dabei eine nicht unwesentliche Rolle zu spielen - doch Wednesday lässt sich nicht in die Karten gucken.
Das alles zusammen ergibt eine spannende Reise durch verschiedenen Mythologien und durch Amerika, bei der Shadow schließlich auch noch einiges Neues über sich selber erfährt.
Wer phantastische Literatur im weiteren Sinne und einen amüsant-hintergründigen Erzählstil zu schätzen weiß, kann dieses Buch eigentlich nur lieben.
Dass das ganz offenbar nicht der Fall ist, kann ich mir nur durch die streckenweise sehr holprige deutsche Übersetzung erklären, die ich zufällig vor kurzem in die Hände bekam. Sie transportiert leider so gar nichts vom flüssigen, bildreichen Erzählstil Gaimans, so dass ich jedem nur empfehlen kann, das Buch auf Englisch zu lesen (denn dafür reichen ein einigermaßen solider Grundwortschatz und evt. ein gutes Wörterbuch völlig aus).
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die beste Fantasy im Herbst 2003, 12. November 2003
Rezension bezieht sich auf: American Gods: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es geht um "Shadow", Ex-Con und arbeitslos, seit sein bester Freund (und Arbeitgeber) zusammen mit Shadows Frau Laura bei einem Autounfall starb. Also lässt er sich vom alten, einäugigen Mr. Wednesday anheuern. Als Fahrer und Bodyguard, aber Wednesday ist in Wirklichkeit der Germanengott Wotan. Und er versucht alle von Einwanderern mit in die USA gebrachten Kollegen zur großen Schlacht gegen die Konkurrenz der modernen Götter von TV, Hollywood, Konsum und Internet aufzustacheln. Weil die alten Götter sonst an Glaubensmangel sterben werden.
Klingt zuuu phantastisch? Macht nichts. Gaiman verbindet Elemente aus Agententhrillern perfekt mit ganz selbstverständlich erzählten Hororrstories und beides mit Road-Movie-Szenen aus den Kleinstädten Amerikas. Er verpflanzt Fantasy aus dem Elfen-Zwerge-Helden-Reich a la Tolkien mit Witz und Brillanz in unsere aktuelle Welt. Schon nach den ersten Seiten glaubt man fest daran, dass tote Frauen Agenten ermorden können, dass irische Kobolde, verkleidet als Kneipenschläger, Goldstücke aus der Luft holen, das man dann für Taschenspielertricks verwenden kann, und dass Wotan ein begabter Betrüger ist . Besonders wenn es darum geht, Menschen und Götter zu finden, die sich für ihn opfern. Damit er weiter wandern, weiter intrigieren, weiter Sex mit unschuldig-gutgläubigen jungen Mädchen haben kann.
Ja, auch Sex kommt in "American Gods" nicht zu kurz. Schließlich ist Gaimans Roman kein Buch für Kinder oder Teenies wie Harry Potter. Hier wird Straßenslang gesprochen, geflucht, gepisst, geliebt und betrogen. "American Gods" spielt im 21. Jahrhundert, und genau das macht das Buch so spannend. Und so glaubwürdig. Und zu einer neuen Art von phantastischer Literatur, die in Großbritannien und den USA längst auf den Bestsellerlisten steht. Sie hat es verdient, den Sprung von "noch einer Fantasy fiction" zur Anerkennung als wirklich guter und absolut lesenswerter Roman auch in Deutschland zu schaffen.
Einen einzigen Einwand gibt es allerdings: Gaiman hat zwischen die Hauptstory um Shadow und Mr. Wednesday mehrmals Stücke über die Einwanderung der alten Götter im Gepäck von Einwanderern gestellt. Die finde ich langweilig und überflüssig, aber man kann sie leicht überblättern und versäumt nichts dabei: "American Gods" ist schließlich auch asuf deutsch über 600 Seiten dick ...
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Götterdämmerung als subtile Horrorgeschichte?, 1. November 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: American Gods: Roman (Gebundene Ausgabe)
Shadow soll nach drei Jahren wegen guter Führung vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen werden, und wir verstehen, daß er sich auf das Wiedersehen mit seiner Frau Laura freut, auf ein ausgiebiges heißes Bad, auf noch mehr Wiedersehen danach, dürfen wir annehmen, und auf einen noch ausgiebigeren Schlaf, und dann wieder auf Wiedersehen mit Laura. Als er vor dem Entlassungstermin in das Büro der Gefängnisleitung gerufen wird, ahnt er, daß etwas nicht stimmt. Vielleicht wird die Entlassung widerrufen?
Es ist viel schlimmer. Viel, viel schlimmer. Und einige Tage später wird er erfahren, daß es auf eine Weise tragikomisch viel schlimmer ist, wie sie John Irving (denk an den Augenblick, an dem Garp mit seinen beiden Söhnen vorzeitig vom Kino nach Hause kommt, in strömendem Regen, und der Volvo mit ausgeschaltetem Motor und ausgeschalteten Scheinwerfern die geschwungene Auffahrt zum Haus hochrollt) oder Stephen King (erinnerst Du Dich an die Trauerfeier aus „Pet Sematary"?) nicht hätten tragischer und komischer schreiben können. Und überdies ist er unterdessen einem Mann begegnet, der sich Wednesday nennt¹ und viel zu viel über sein, Shadows, Leben weiß. Er weiß sogar schon, daß Shadow sein Angebot annehmen wird, für ihn zu arbeiten.
Wir begreifen sehr schnell, wer Wednesday vielleicht ist: ein breiter, knurrig jovialer Mann, der einsam und einäugig durch die Welt streift und eine bezwingende Autorität ausstrahlt. Nun gut, wir leben in Amerika, und deswegen hat er längst Schlapphut und Augenklappe abgelegt und wandert statt dessen in abgetragenen Anzügen und mit einem bezaubernden Glasauge ruhelos durch seine Welt, in welcher er von einer Einsamkeit bedroht ist, die noch viel größer zu werden droht als die, mit der er schon bei Richard Wagner nicht hat umgehen können.
Im Dienste von Wednesday durchstreift Shadow einen großen Teil der Vereinigten Staaten und lernt dort allerhand berühmte und berüchtigte Wesen kennen, Götter, um es geradeheraus zu sagen, die mit ihren Verehrern nach Amerika gekommen sind, und mit ihren Verehrern immer mehr in Bedeutungslosigkeit versinken und endlich aussterben. Dies ist eine wunderbar ausgeführte Erzählung über die alte Frage: Welches Geräusch macht ein Baum im Wald, wenn er umfällt, und niemand hört zu?
Es sterben nicht nur die alten Götter aus. Es wollen auch neue an ihre Stelle treten, die ganz offensichtlich - statt des Quilts aus vielen Göttern aus aller Herren Länder, der vorher über das Land gebreitet war - die Identität des modernen Amerika repräsentieren; nur sind es leider keine wirklich interessanten, sondern auf langweilige Weise bösartige Götter, gegen die sich die alte europäische und afrikanische Aristokratie nicht wehren kann.
Wäre nicht Wednesday, der mit Hilfe des allmählich zu einem zerrissenen Halbgott aufrückenden Shadow eine wahnwitzige Intrige inszeniert, deren abgrundtiefe - und sehr nordische - Gemeinheit wir erst begreifen, als auch Shadow sie begreift, und da ist es fast zu spät.
Während wir aber, Du und ich, von einer verrückten Handlung vorangetrieben werden, haben wir - ohne es zu merken - viel begriffen von dem, was die Identität eines Menschen und seiner Gesellschaft ausmacht, über Mythen und ihre Folgen und über die Schönheit des fleischgewordenen Mythos überhaupt. Am Anfang wussten wir nicht, ob das eine Roadshow werden sollte, eine Detektivgeschichte oder ein Horrorroman. Am Ende sind wir froh, daß es keines von alledem geworden ist, sondern etwas ganz eigenes, das nur ein Könner schaffen konnte wie Neil Gaiman - und zugleich eines der schönsten Abenteuer dieses Jahres.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Emigration im Handgepäck, 8. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: American Gods: Roman (Taschenbuch)
In erster Linie geht es hier um "mitgebrachte Götter" der ehemaligen Siedler die in einem fremdes (gottunfreundliches) Land kommen und sich versuchen zu behaupten bzw zu überleben. Doch in diesem Land sind die Umstände ganz andere- und ebenso wie ihre "Gläubigen" sind die Götter gezwungen sich anzupassen- was ihnen mehr schlecht als recht gelingt.
Meiner Meinung nach eine Geschichte, die ein Stück weit auch etwas nachdenklich macht.

Den Autor mit Terry Pratchett und Douglas Adams auf eine Stufe zu stellen weckt beim Leser etwas zu hohe Erwartungen.
Wer hier mit einem Lachsalven Feuerwerk gerechnet hat, wird ein wenig enttäuscht sein.
Allerdings hier und da ein Schmunzeln gibt das Buch sicher her und ein Grinsen bei Liebhabern des schwarzen Humors wird nicht ausbleiben.
Der Schreibstil ist bodenständiger als Douglas Adams und nicht so fein und mit humoristischen Anspielungen gespickt wie Terry Pratchett (aber durchaus so philosophisch).
Lesenswert allemal, aber ohne Erwartungen wesentlich schöner.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur ein spannender Schmöker..., 6. März 2010
Von 
Xirxe (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: American Gods: Roman (Taschenbuch)
Neil Gaiman war mir bis vor kurzem 'nur' als (außergewöhnlicher) Kinderbuchautor ein Begriff und hätte mir ein Freund nicht dieses Buch geschenkt (um seinen Lieblingsautor kennenzulernen), wäre dies wohl auch so geblieben.
Die Story ist recht schnell erzählt: Shadow, ehemaliger Häftling auf Bewährung entlassen, erwischt keinen guten Start ins neue Leben. Seine Frau und sein bester Freund sterben kurz zuvor, sodass er ohne weitere Alternative das Jobangebot des mysteriösen Wednesday annimmt, künftig dessen Fahrer und Bodyguard zu sein. Bald stellt sich heraus, dass sein Chef ein Gott ist und dieser mit enormer Anstrenung versucht, seine KollegInnen in den USA dazuzubringen, zu einem letzten Kampf aufzubrechen in dem es um ihr aller Überleben geht.
Die zugrunde liegende Idee ist bemerkenswert realistisch: Götter und Göttinnen existieren nur solange man an sie glaubt. Doch wie alles im Leben ist auch der Glaube einem Wandel unterworfen und so kommen neue Gottheiten auf während die alten verblassen: des Internets, der Drogen, der Automobilindustrie - letztere wurde insbesondere durch ihre zahlreichen Opfer groß und mächtig. Obwohl es eine völlig fantastische Geschichte ist, gelingt es Gaiman sie derart gut in die Realität einzuflechten, dass man (bzw. ich :-)) sich immer wieder fragt, ob der obskure Alte im Supermarkt heute morgen oder die schrille Rothaarige gegenüber nicht vielleicht auch ein Gott oder eine Göttin darstellen.
Zwischen die eigentliche Handlung bettet der Autor kurze Kapitel ein, wie die Götter in die USA gelangten oder wie sie ihr heutiges Dasein in den USA fristen - eine ziemlich deprimierende Angelegenheit.
Das Alles ist ausgesprochen spannend erzählt, mit vielen überraschenden Wendungen und nicht weniger gelungenen Geschichten. Einziges Manko: Der Held ist vielleicht eine Spur zu gut. Kaum Zweifel, immer loyal, treu und ergeben - zu gut um wahr zu sein :-)
Ein toller Schmöker mit einer Reihe nachdenkenswerter Anregungen.
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American Gods: Roman
American Gods: Roman von Neil Gaiman (Taschenbuch - 18. Mai 2005)
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