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am 6. Juni 2007
Für den Krieg gegen die Krabbler sucht die Internationale Flotte einen fähigen Befehlshaber. Zu diesem Zweck werden Kinder ausgesucht, die über die nötigen genetischen Eigenschaften verfügen. Sie sollen zu Soldaten ausgebildet werden.

Schon ganz zu Anfang ist klar, daß Ender Wiggins der "Auserwählte" Junge ist. Mit sechs Jahren wird er vor die Wahl gestellt, auf die Soldatenschule zu gehen. Er tut es und muß sich durch die Ausbildung kämpfen, da er von Anfang an isoliert ist.

Er darf immer wieder entscheiden, wie er sich als nächstes verhält - und hat doch keine Entscheidungsfreiheit, denn alle seine Entscheidungen werden vom einzigen Impuls geleitet, zu überleben. Und wer überleben will, muß bereit sein, Feinde zu töten - oder? Wer überleben will, braucht Macht, und die einzige wirkliche Macht ist die, andere töten zu können - oder?

Immer wieder steht Ender vor dieser Frage, immer wieder entscheidet er sich.

Die Geschichte ist mitreißend geschrieben, obwohl der größte Teil sich den über Jahre dauernden Kampfspielen auf der Schule widmet. Das allein wäre nicht fesselnd, aber die psychologische Entwicklung des Helden und der Nebenpersonen wird daran deutlich, und es ist einfach nur spannend zu sehen, wie Ender sich verhält.

Der zweite Teil in der Kommandoschule ist weniger ausführlich beschrieben und damit auch nicht so mitreißend, aber sehr gut gemacht.

Der dritte Teil ist offensichtlich gekürzt oder nicht sauber ausgearbeitet. Die Zusammenhänge sind diffus und eine weitere Entwicklung von Ender wird nicht geboten. Deshalb nur vier Sterne, denn gerade hier hätte es sich angeboten, die Geschichte weiterzuspinnen.

Die Übersetzung selbst ist hervorragend gelungen und empfehlenswert.

Gute SF, gute "social fiction", die Anlehnungen an Heinlein u.a. halten sich im Hintergrund und sind zu einer soliden eigenständigen SF der 80er gewachsen. Zum Vergleich: Wem "Der ewige Krieg" von Haldeman gefällt, der liest auch dieses Buch gerne.
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am 16. Dezember 2012
Enders Spiel ist ein großer Klassiker der Science Fiction. Allein die Tatsache, dass der 1985 erschienene Roman bis heute kein bisschen angestaubt wirkt, spricht für die Qualität dieses Werks.

In einer Welt der Zukunft, in der die Erde bereits zweimal von insektenähnlichen Außerirdischen angegriffen wurde, sucht das internationale Militär verzweifelt nach einem militärischen Genie, dem es gelingen kann, die technologisch und zahlenmäßig überlegene Flotte des Gegeners durch geniale Strategie, Taktik und Anführerschaft zu besiegen. Dazu rekrutiert es potentielle Kandidaten bereits im Kindesalter, um sie in einer Militärschule im All isoliert von den Einflüssen, denen normale Kinder ausgesetzt sind, auf den Kampf gegen die Aliens vorzubereiten.

Unter den Kindern ist auch der sechsjährige Ender, aus dessen Perspektive nahezu das gesamte Buch geschildert ist. Ender ist das vielleicht größte militärische Genie, das das internationale Militär jemals gesehen hat, und so werden denn alle Hoffnungen auf die Rettung der Erde schon früh auf die Schultern des schüchternen und verschlossenen Jungen gelegt, der sich eigentlich nichts sehnlicher wünscht, als Liebe und eine friedliche Kindheit. Wird die Rechnung des Militärs, dass sich Ender in Isolation und mit seinen Problemen allein gelassen zum größten Anführer seiner Zeit entwickeln wird, aufgehen? Oder wird das unschuldige Kind unter der Last der Einsamkeit und Verwantwortung zerbrechen?

Der Roman fesselt den Leser von der ersten bis zur letzen Minute. Zu keiner Zeit kommt Langeweile auf. Eigentlich kommt man überhaupt nicht dazu, mal durchzuatmen, denn obwohl es Passagen im Buch gibt, in denen sich bestimmte Vorkommnisse (wie die Schlachten in Null G) wiederholen, sind sie doch so stark variiert und so spannend und unvorhersehbar gestaltet, dass man jedes Mal wieder mitfiebert. Dazu kommt noch das Überraschungsende, das zu einem der besten gehört, die ich je gelesen habe, und das wirklich herzzerreißend ist.
Enders innere Stimme ist für ein Kind seines Alters (er ist am Anfang 6, am Ende so etwa 12) sehr pragmatisch, rational, sogar erwachsen. Dies ist in der Logik des Buchs der Tatsache geschuldet, dass er (wie auch seine Geschwister und die meisten anderen Kinder der Militärschule) hyperintelligent ist. Für Realitätsversessene mag das etwas befremdlich anmuten, und sogar ich habe mir Ender immer eher als 10-11 vorgestellt. Der Autor schafft es aber trotzdem, auch die kindliche Unschuld in den pragmatischen Gedankengängen durchscheinen zu lassen. Denn vergleicht man einmal die beschriebenen Ereignisse und die Aussagen der Erwachsenen im Buch mit Enders Einschätzungen derselben, so lässt sich schnell erkennen, dass Ender eben doch mit einem gewissen Urvertrauen in die Welt schaut, das noch nicht durch weltmüde Erfahrenheit zerstört ist.

Man mag den Roman vorwerfen, dass er durch die Innensicht, die die Ereignisse aus Enders Perspektive darstellt, die objektiven Ereignisse verharmlost. Denn würde man die Handlung von außen betrachten, würde der kleine, verletzliche Ender wie ein kalt berechnendes, gewalttätiges Kind wirken. Doch hierin liegt für mich gerade der Reiz und die Genialität dieses Buchs. Naja, oder jedenfalls EIN Reiz, denn das Buch ist außerdem noch super spannend, unvorhersehbar und mitreißend konzipiert, und man schließt die Hauptfigur sofort ins Herz.

FAZIT: unbedingt lesen!!! großer Klassiker, super spannend und bewegend, mit Überraschungsende

BONUS: prophetisches Buch: obwohl es 1985 geschrieben wurde, gibt es in Enders Welt Tablet PCs, Internet, wireless LAN, hoch interaktive und personalisierte Videospiele, soziale Netzwerke, Online-Konferenzen, Skype etc.
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am 11. Juli 2013
Das große Spiel (Enders Game)

Andrew Wiggin, von allen – außer seinen Eltern – Ender genannt, ist ein seltsames Kind und das auf gleich mehreren Arten.
Zuerst einmal dürfte es ihn gar nicht geben, denn er ist ein Dritt. Das dritte Kind in einer Familie und das ist seit langen eine verbotene Sache. Zwei Kinder sind das Maximum. Wer mehr hat wir hart mit Sanktionen belegt, doch Ender ist eine Ausnahme. Nicht nur, dass seine Eltern die Erlaubnis für einen Dritt bekamen, nein, die Regierung hat ihn bestellt. Denn die Menschheit könnte ihn brauchen...

Dazu ein paar Hintergründe: Die Menschheit ist geeint. Die Völker stehen unter der Weltherrschaft des Hegemons. Ihm zur Seite steht der Polymarch und der Strategos. Doch nicht Vernunft, oder Einsicht haben die Menschheit vereint, sondern die Krabbler.

Die Krabbler, eine außerirdische Rasse welche die Erde schon zweimal versucht haben zu erobern. Das letzte mal vor 80 Jahren und da war es mehr als knapp. Nur durch einen Zufall konnte die Flotte der Erde sie besiegen. Damals war es ein einzelner Mann, Maazer Rackham, der durch seine Strategie die Invasoren zurückgeschlagen hat.

Seit diesem Zeitpunkt rüstet die Menschheit auf. Erhebliche Mittel gehen in Ausrüstung und Ausbildung der Militärs. Und die sind immer auf der Suche nach neuen Rekruten. Doch nicht als einfache Soldaten, nein sie suchen die Admiräle von Morgen. Die Anführer, die Strategen, die es schaffen, wie Maazer Rackham, die dritte Invasion zurückzuschlagen.

Die Familie Wiggin ist sehr vielversprechend und ihre Kinder haben viele Voraussetzungen um an der Kampfschule – dem Ausbildungsplatz für die späteren Offiziere – aufgenommen zu werden.
Peter der älteste, erweist sich als perfekter Stratege, aber er ist nicht teamfähig, so wird er nicht für die Schule zugelassen. Valentine die Schwester hat Einfühlungsvermögen und ist extrem teamfähig, allerdings fehlt es ihr an Durchsetzungskraft, so scheitert auch sie.

Ender soll eine gesunde Mischung aus beiden sein und dafür wird er getestet. Mit seinem 3. Lebensjahr bekommt er den Monitor eingesetzt. Ein kleines Gerät, das nur dazu da ist sein Verhalten zu studieren und ihn zu beobachten.
Nun ist er sechs und der Monitor wird ihm abgenommen. Ein sicheres Zeichen dafür, dass er gescheitert ist. Ender weiß nicht genau, ob er sich freuen soll, oder ob er traurig sein soll. Nun muss er seine geliebte Schwester nicht verlassen, aber er entkommt auch nicht den Quälereien seines Bruders. Da steht er nun ein Dritt und keine Entschuldigung dafür, dass es ihn gibt.

Auf dem Weg nach Hause wird er von einigen Klassenkameraden bedrängt und Ender sieht nur einen Ausweg: Er muss sie besiegen, hier, jetzt und für immer, sonst würden diese Spielchen nie aufhören. Und er siegt.

Am nächsten Morgen stehen die Militärs vor der Tür, es erweist sich, dass die Abnahme des Monitors nicht das Ende seiner Tests war. Der alles entscheidende Test war, wie er aus der scheinbar unlösbaren Situation herauskommt. Die Militärs sind zufrieden und nun kann er auf die Kampfschule kommen.

Noch auf dem Weg dorthin – die Kampfschule befindet sich im Orbit um die Erde – wird er, durch einen seiner Lehrer, völlig von den anderen Mitschülern isoliert. Nicht physisch, aber psychisch. Nun erkennt Ender, dass die Kampfschule ähnlich sein würde wie sein bisheriges Leben. Es würde viele Peter dort geben, aber keine Valentine. Und noch etwas erkennt er sehr schnell: Trotz allem sind die Schüler nicht der Feind, nicht einmal die Krabbler, der Feind sind die Lehrer. Eines lernt er auf der Schule noch: Egal was geschieht, er ist alleine! Niemand hilft ihm, nur er selbst kann sich helfen.

Faszinierend an dem Buch finde ich die Einblicke in die Psyche eines Kindes, noch dazu eines Kindes mit einem kaum noch zu messenden IQ. Gefühle und Ängste werden so intensiv beschrieben, dass man das Buch nur schwer wieder aus der Hand legen kann.
Dem gegenüber stehen immer am Anfang eines Kapitels ein kurzer Einblick in die Pläne und Aussichten der Lehrer.
Spannung wird hier geschickt aufgebaut und ein Buch, das mich mehr gefesselt hat, habe ich bis heute nicht gefunden. Nicht umsonst habe ich mir diesen Nick ausgesucht.

Die Geschichte ist natürlich nicht an der Stelle vorbei, aber ich will denen, die das Buch lesen wollen nicht zu viel verraten.

Besonderheit: Der Autor hat zu dieser Geschichte eine Parallaxe geschrieben, also eine Geschichte desselben Inhaltes aus dem Blickwinkel eines Anderen. Dieses Buch heißt: Enders Schatten.

Das Enderuniversum umfasst bis heute 3 Fortsetzungen und eine Parallaxe. Auf Englisch existieren noch 2 weitere Bücher. Außer Enders Schatten ist aber keines mehr so einfühlsam wie Enders game.
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am 17. Januar 2013
Eigene Zusammenfassung des Anfangs:
Andrew Wiggins ist sechs Jahr alt und er ist ein Dritt. In dieser Zukunft ist fast nichts mehr so, wie es heute noch ist, denn die Erde ist überbevölkert und die Regierung schreibt allen Paaren vor, dass sie höchstens zwei Kinder haben dürfen. Doch bei der Familie Wiggins ist das anders, denn Ender war von der Regierung gewollt und geplant. Schon seit Jahrzehnten wird die Erde von Aliens aus dem Weltall, die sogenannten "Krabbler", bedroht und seit je her muss sich die Menschheit gegen zwei Alien-Invasionen wehren. Das Militär hat große Schwierigkeiten sich gegen diese gigantische Alien-Armee zu behaupten und das Schlimmste ist: die Krabbler sammeln ihre Kräfte und werden bald eine dritte, übermächtige Invasion starten, die die Menschheit wohl oder übel ein für alle Mal vernichten wird. Aber die Regierung gibt die Hoffnung nicht auf, denn der kleine Ender ist ihre letzte Trumpfkarte. Er ist mit sechs Jahren schon ein strategisches und hochbegabtes Genie und wird zum besten Soldaten der Welt ausgebildet - egal mit welchen Mitteln.

Ender ist die letzte Chance der Menschheit. Das Militär und die Vorgesetzten dürfen sich in seiner Ausbildung nicht den kleinsten Fehler erlauben, sonst war alles umsonst und die Erde ist dem Tode geweiht. Doch sie fordern das Kind bis auf das Äußerste und das wirkt sich auf Enders Gemüts- und Gesundheitszustand aus. Dies ist das offizielle Ende seines Kind-Seins und erst der Anfang von Enders Isolation von anderen, denn nur so kann Ender später der Beste werden und alle retten. Doch kann Ender es davor überhaupt schaffen, unter all dem Druck nicht zusammenzubrechen?

Meine Meinung:
Auf diesem Cover sieht man nicht sehr viel und doch genug. Wir sehen den Nacken und den blonden Hinterkopf eines jungen Mannes, dessen starke Statur man schon erahnen kann. Das Motiv ist allerdings ein Tattoo-ähnlich aufgetragenes Zeichen, das sich auf dem Nacken befindet. Es sieht so aus, wie beispielsweise das Muster auf Chip-Karten, mit den Linien und den kleinen Kreisen. So richtig passt es nicht zur Story, da ich mir den kleinen Monitor am Nacken der Kinder sehr anders vorstelle, aber grundsätzlich haben sie den gleichen Sinn und Zweck. Ich finde das Cover wirklich gut, aber für die Leserschaft, die nicht oft Science Fiction ließt, ist es vielleicht auf dem ersten Blick etwas irreführend.

Peter ist der älteste der drei Geschwister, dann kommt Valentine und zuletzt Ender. Peter ist ein Genie wie Ender, doch es gibt einen Grund, weshalb das Militär in abgelehnt hat - Peter ist tief im Inneren böse und schlecht. Er fügt anderen gerne Leid zu und muss über jeden und allem die Kontrolle besitzen. Valentine ist ebenso intelligent, nur ist sie viel zu lieb und zu nett für eine Soldatin. Beide Kinder wurden vom Militär abgelehnt, darum erlaubte die Regierung noch ein drittes Kind. Ender würde statt Peter die Ausbildung zum Soldaten absolvieren, denn Ender war intelligent und ein strategisches Wunder wie sein großer Bruder, aber er besaß gleichzeitig das Einfühlungsvermögen (Empathie) und die Unschuld seiner Schwester. Ender will niemals so sein wie Peter und dies verhindert, dass er die Macht, die er zusammen mit seiner Brillanz erhält, niemals missbraucht.

Dieses Charakter-Dreieck hat mich sehr (!) fasziniert und der Autor hat diese bedeutsamen Figuren einfach erstklassig erschaffen! Ich kann meine Begeisterung kaum in Worte fassen, aber diese Charaktere sind unglaublich komplex und authentisch gestaltet - grandios! Ender ist mir sehr ans Herz gewachsen, denn er muss seine Kindheit für die Rettung der Menschheit opfern und muss in sehr jungem Alter extrem viel Bosheit, Druck, Belastung und Stress aushalten. Ich konnte gar nicht anders, als an Ender zu glauben, Mitleid mit ihm zu haben und ihn dann zu lieben, wann es kein anderer tat.

Diese Geschichte ist keineswegs etwas für "zwischendurch", denn dafür ist sie viel zu genial, viel zu ernst und viel zu tiefgründig. Es ist mein erstes - und definitiv nicht mein letztes - Buch von Orson Scott Card und ich bewundere den Autor für sein phänomenales Werk, das weltweit in seiner englischen Originalfassung berühmt ist. Mich hat allerdings die deutsche Übersetzung ziemlich enttäuscht. Es gab viele Grammatikfehler, ein paar Mal ist der Witz durch die Übersetzung verloren gegangen und allgemein könnte ich einen solchen Schreibstil allein niemals als "gut" deklarieren. Andererseits passt diese etwas flache Sprache sehr gut zur Story, denn Ender geht wirklich durch die Hölle. Der "nur" passable Schreibstil zeigt aber auch, wie viel besser die Handlung an sich ist, die mich so mitreißen konnte! Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven - hauptsächlich aber aus Enders Sicht - in Er-/Sie-Form und in Vergangenheit erzählt. Die Kapitel fangen immer mit einem kurzen Abschnitt aus einem Dialog von Enders Vorgesetzten an, was immer sehr informativ war und Wichtiges zur Geschichte beigetragen hat. Man konnte ein Stück weit mehr die Regierung verstehen, die es selbst schrecklich findet, was sie dem kleinen Ender antaten, aber trotzdem nicht aufhören wollen, weil eben die Menschheit davon abhing.

Ich kann alle nur vorwarnen, denn diese Story ist extrem Science-Fiction-lastig und wird nicht jedem so absolut spannend und fesselnd vorkommen wie mir. Dennoch kann ich dieses Buch allen empfehlen, denn es ist zu grandios und einzigartig, um nicht gelesen zu werden. Es gibt viele Kämpfe in Form von Spielen, die die Soldaten der Kampfschule gewinnen müssen und es wird oft über Spiel-Strategien geredet, allerdings steht eher Ender und seine komplizierte Gedankenwelt in diesem "Lebensspiel" im Vordergrund, bei der er nur eine Marionette der Regierung ist. Die Message und Moral hinter der Geschichte ist sehr wichtig und kann speziell jungen Lesern ein Beispiel sein und sie prägen. Dies ist eine heldenhafte Geschichte über Richtig oder Falsch, Gut oder Böse, Licht oder Dunkelheit. Ein Kind, das niemals Kind sein durfte, sondern ein Sklave der Regierung ist, die wiederum Sklave der Angst vor dem Weltuntergang ist.

Zitat: "Als er jedoch daran dachte, konnte er sich nicht vorstellen, was "einfach nur leben" eigentlich sein sollte. Er hatte es noch nie in seinem Leben getan. Aber er wünschte es sich trotzdem." (Seite 106, unten)

Fazit:
5 von 5 Punkten! :)
Tiefgründig, spannend, wahnsinnig gut und fesselnd, krass und einfach extrem genial!!!
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TOP 1000 REZENSENTam 15. Oktober 2013
Der Roman aus dem Jahr 1985 ist einfach ausgezeichnet und zu Recht ein Weltbestseller der Science-Fiction-Literatur.
Erstmals erschienen unter dem Titel "Das große Spiel".

Der Autor beschreibt eine faszinierende, aber auch dystopische Zukunft.
So dürfen Familien in der von Orson Scott Card beschriebenen Welt nur zwei Kinder haben und drittgeborene Kinder werden sogar wie Aussätzige behandelt, was mir einen Schauer über den Rücken gejagt hatte.
Man versteht zwar den Zweck der Zwei-Kinder-Politik, aber menschlich sieht man es eben anders.
Die Geschichte des jungen Andrew >>Ender<< Wiggin lässt sich sehr gut verfolgen.
Ein Kind, das aufgrund seiner besonderen taktischen Intelligenz zur Interstellaren Flotte kommt um für den späteren Kampf gegen die außerirdischen Insekten, genannt Krabbler, ausgebildet zu werden.
Vor seiner Rekrutierung wurde er als Dritt (Bezeichnung für drittgeborenes Kind) von seinen Altersgenossen sehr schlecht behandelt.
Das Buch ist in seiner Art sehr spannend, wegen der Charakterentwicklung Enders und der Frage ob es richtig ist Kinder zu Soldaten auszubilden.
Die Thematik Kindersoldaten finde ich sehr gut ins Science-Fiction-Genre umgesetzt.
Die Spiele, die zur Ausbildung Enders gehören, finde ich sehr realistisch beschrieben, wenn man bedenkt dass der Roman entstanden ist bevor Videospiele und Virtuelle Realität so modern wurden.
Die älteren Geschwister Peter und Valentine Wiggin sorgen auch für besondere Dramatik in der Rahmenhandlung und der Entwicklung von Ender.
Dieser Science-Fiction-Roman hat mich gefesselt und es regt einen sehr gut zum Nachdenken an. Dieser Science-Fiction-Roman wird immer zeitlos sein und es soll noch viele weitere Leser fesseln und auch bewegen.

Inzwischen ist das Buch verfilmt worden und ich bin gespannt wie der so ist.
Die Hauptdarsteller des Films sind "Hugo Cabret"-Star Asa Butterfield (als Andrew "Ender" Wiggin), "Indiana Jones"-Star Harrison Ford (als Colonel Graff), Oscar-Preisträger Ben Kingsley (als Mazer Rackham) und "Zombieland"-Star Abigail Breslin (als Enders ältere Schwester Valentine Wiggin).
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am 21. August 2013
Das Buch hat von Anfang an eine unglaubliche Anziehungskraft auf mich ausgeübt, die mich auch bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen hat. Spannend, faszinierend und mit einem unerwarteten Ende.

Dabei scheint die übergreifende Story nicht sehr originell. Die Erde wurde bereits zweimal von einer Alienrasse angegriffen und dabei fast vernichtet. Vereint sucht die Menschheit nun verzweifelt nach einem Weg zu überleben. Kinder mit besonderen Fähigkeiten werden, man könnte sagen, gezüchtet, um sie dann schon im frühen Kindesalter zu Offizieren auszubilden. Diese Geschichte handelt von einem diesem Kinder, Ender Wiggins.

Anfänglich könnte man noch witzeln, dass es sich hierbei um ein "Harry Potter im Weltraum" handelt. Dieser Eindruck verfliegt aber schnell, wenn man merkt, dass beide Autoren so unterschiedliche Wege gehen. Es geht in diesem Buch um die menschliche Natur, um Psychologie und Manipulation, die Erschaffung eines Killers, einer Waffe, mit der man sich trotzdem identifizieren kann und mitfühlt.

Dabei werden so viele moralische Fragen aufgeworfen, dass das Buch auch Tage nach dem Lesen noch bewegt.

Weswegen dann "nur" vier Sterne? Weil es eben nicht nur um die Bewertung der Geschichte, sondern auch des Buches geht. Es gibt Fehler, die hätten vermieden werden können. So ist der letzte Teil im Vergleich nicht gut ausgearbeitet. Der Epilog auf den letzten Seiten wirkt künstlich und flach und auch völlig unnötig. Die Nebenhandlung mit Valentine und Peter ist etwas unpassend und unrealistisch.
Alle Kinder reden und verhalten sich von Anfang an mehr wie Erwachsene. Insgesamt gab es einfach viele Stellen die auf mich unplausibel gewirkt haben und die auch nicht durch den bloßen Gedanken "Das ist halt Science-Fiction" glatt zu bügeln gewesen währen.

Ich empfehle nach der Buchlektüre den Essay "Creating the Innocent Killer" von John Kessel zu lesen. Einfach im Internet suchen.
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am 3. Juni 2013
Nachdem jetzt endlich Enders Spiel (wieder)erschienen ist und Enders Schatten schon angekündigt wurde muss ich aber sagen: Enders Schatten ist eigentlich wie hier derletzt behauptet nicht der Folgeroman von Enders Spiel. Enders Schatten ist die Erzählung aus Sicht der Person "Bean/Bohne". Enders Schatten ist trotzdem unverzichtbar, unter anderem deshalb, weil es um viele Jahre später entstanden ist und dadurch einen oft neuen Blick auf die Geschichte zulässt (unter anderem scheint sich das Wesen bzw. die Ansichten des Autors nach so vielen Jahren Abstand auch etwas verändert zu haben)
Die Fortsetzung heißt "Sprecher für die Toten", ist auch schon vor vielen Jahren erstmals erschienen und wird hoffentlich auch baldigst neu veröffentlicht.
Sprecher für die Toten erfüllt dann die Anforderungen, die mancheiner der bisherigen Kommentarschreiber bezüglich der Persönlichkeitsentwicklung und Sympathie von Ender stellt. In diesem Buch ist Ender erwachsen.
Sprecher für die Toten bedient eher den ethischen Bereich als wie hier den psychologischen bzw. den pädagogischen Bereich. Bei "Sprecher für die Toten" ist der Einstieg für den Leser wahrlich nicht einfach, es ist stilistisch absolut anders als "Enders Spiel" - die Mühe lohnt sich aber doppelt und dreifach nachdem man einen gewissen Punkt beim Lesen überschritten hat.
Wobei ich einfügen muss, dass Enders Spiel sich psychologisch auf ausserordentlich logischen Pfaden bewegt. Ein kleines Kind ist sehr beeinflussbar (gerade für Spiele - auch wenn es Kriegsspiele sind). Hierduch kann es kaum anders sein, als dass Ender sich anfangs nicht die Sympathie aller zuzieht. Das ist aufgrund seiner Erziehung durch die Militärführung kaum anders möglich. Ich persönlich halte den Sammelband "Ender" der vor vielen Jahren erschienen ist und die ersten beiden Bände enthält, für das Beste was je im Science Fiction Bereich erschienen ist. Ich hoffe, dass jetzt neben den 4(5) in Deutschland schon einmal erschienenen Ender-Romanen auch die fehlenden Bände noch zügig übersetzt werden und bald erscheinen.
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am 20. Juni 2015
Ich bin auf dieses Buch aufmerksam geworden, nachdem ich die Verfilmung von Gavin Hood mit Harrison Ford und Ben Kingsley in den Nebenrollen gesehen habe. Der Film war nach meinem Empfinden an sich OK und die Geschichte schien ein großes Potential zu haben (was leider meiner Meinung nach vom Film nicht genügend ausgereizt wurde), weswegen ich mich auch entschieden habe, auch das Buch zu lesen, um zu sehen, ob dieses dem Potential gerecht wird.

Nachdem ich es gelesen habe, muss ich sagen, dass es meine Hoffnungen mehr als erfüllt hat.

- Es ist spannend, leicht zu lesen, aber dennoch fordernd und anregend. Normalerweise bin ich ein langsamer Leser und tue mich da manchmal schwer, dranzubleiben (was vielleicht auch eher an den Büchern selbst liegt, obwohl dabei bei mir das Niveau nicht das Problem ist, sondern vielmehr die Erzählkunst selbst) - doch an diesem Buch blieb ich fest dran, war sozusagen „gefesselt“, und war in wenigen Abenden durch. Meine Gedanken zu dem Buch, die ich im folgenden ausführe, sollten die Leute nicht abschrecken oder einen falschen Eindruck der Art, wie es geschrieben und erzählt ist, vermitteln, denn so verkopft und „trocken-philosophisch“ wie meine Ausführungen, ist das Buch nicht, aber man kann ja daran sehen, wozu es anzuregen in der Lage ist...

- Die Charaktere erscheinen ambivalent und tiefgründig. Einfache schwarz-weiß-Zeichnungen gibt es nicht, und zwar nirgendwo (das mag aber nicht jedem gefallen...). Der Autor hält sich distanziert, wenn es um die absolute moralische Bewertung der Handlungen der Charaktere angeht. Er leuchtet ihre Motive, insbesondere die des Hauptcharakters, ausführlich und facettenreich aus, doch eine einfache absolute Bewertung in gut-böse wird nicht vorgenommen. Sicher erscheinen die Charaktere mal in dem einen und mal in dem anderen Licht - doch genau das ist ja auch der springende Punkt - die Bewertung einer Handlung ist immer vom Kontext abhängig - und den Betrachtungskontext wie den Betrachtungsstandpunkt als einen von mehreren in der Betrachtung zu wählen und zu verändern, steht jedem Menschen frei (es gibt auch gar keinen verbindlichen absoluten Kontext außer dem Leben selbst).

- Der Roman hat viele Grundideen bzw. Grundthemen, die ich höchst interessant finde und bei denen man vom Roman dazu angeregt wird, sich in die Bedeutung dieser Begriffe zu vertiefen, und ein oberflächlich fixiertes Verständnis zu hinterfragen, um so zu unkonventionellen, aber in der Tiefe der Betrachtung dennoch nicht weniger gültigen Antworten zu gelangen:

+ Ein zentrales Thema ist die Bedeutung des Kontexts/Zusammenhangs/ Betrachtungsweise bei der Beurteilung der Richtigkeit einer Handlung. Dabei auch um die hinderliche Auswirkung einer unzulässigen Kontext-Fixierung (einfaches Beispiel: Menschen, die im Zustand der Schwerelosigkeit immer noch im alten Kontext der Schwerkraft betrachten). Relatives kontra absolutes Denken, relative kontra absolute Sprache.

+ Da ist zum Beispiel das große Thema "Spiel & Leben", "Simulation & Simuliertes" - und wie unsere Handlungen und moralischen Beurteilungen sich verändern, je nachdem, ob wir meinen, uns im "Leben" selbst oder einer "Simulation" davon zu befinden - und was das für Auswirkungen auf unsere Entscheidungen hat. Das, was in einem Spiel in Ordnung ist, kann nicht aufs Leben übertragen werden und umgekehrt, denn Spiel und Leben sind zwar ähnlich, aber an entscheidenden Punkten grundverschieden, so dass man als Spieler anders entscheidet und handelt (insbesondere, wenn es um Mitspieler oder Gegenspieler geht), denn als Mensch gegenüber seinen Mitmenschen...

+ Oder da ist dieser moralische Konflikt wegen der Tatsache, dass man sich in einem totalitärem System der extremen staatliche Kontrolle befindet (welches der Autor nicht bewertet, also weder anprangert noch schönredet, sondern einfach als das beschreibt, was es ist) und darunter leidet, da die persönliche Entscheidungsfreiheit darin stark eingeschränkt ist und andererseits der Tatsache, dass die scheinbar berechtigte Angst vor einer äußeren und hochgefährlichen Bedrohung der Menschheit dieses System als alternativlos erscheinen lässt.

+ Es beschäftigt sich auch mit Begriffen wie „Sieg“ und „Feind“ und mit deren tieferer Bedeutung und regt dazu an, den Kontext zu erweitern, und dabei zu beobachten, wie das Verständnis dieser Begriffe und seine eigene Einstellung sich dabei mitverändert.

+ Und es geht um solche großen Themen/Begriffe und den Konflikt und zugleich auch Harmonie zwischeneinander und Abhängigkeit voneinander bei Dingen wie „Kreativität“/„Autorität“, „Führung“&„Kontrolle“/„Vertrauen“&“Freiheit“, „Pflicht“/“Hilfe“, „Freund“/“Feind“, „Liebe“/“Hass“.

Es wäre wohl naiv, zu erwarten, dass dieses Buch dann einem leichte offene und vor allem kontextstarre Erklärungen anbietet (das tut es nicht), es setzt sich aber auf eine interessante Art und Weise damit auseinander und regt dazu an, selbst weiterzudenken und den Kontext dabei nicht außer Betracht zu lassen. Es schildert die durchaus vorhandenen Konflikte/Widersprüche und überläßt es einem selbst, sie zu Ende zu begreifen nach deren (Auf-)Lösungen zu suchen.

Also meines Erachtens nicht nur eine unterhaltsame, sondern auch eine anregende, kluge und nützliche Lektüre.

Die Weigerung, leichte und starre Antworten anzubieten, ist wohl auch der Grund, warum das Buch von manchen so angegriffen wird. Diese Menschen mögen es wohl nicht, wenn Menschen erlaubt wird, selbst zu Ende zu denken und selbst zu ihren finalen Antworten zu kommen. Und wenn den Menschen dabei erlaubt wird, (zumindest teilweise) selbst und nicht ohne eigenes freies und freiwilliges Ergänzen zu seinen Entscheidungen und Erkenntnissen zu kommen und sich dabei womöglich für etwas vermeintlich (in den Augen anderer) „falsches“ zu entscheiden.

Ich will nicht das Ende der Bucherzählung nicht verraten, doch am Ende geschieht etwas, was durchaus sehr kontrovers wahrgenommen werden kann und sicher auch wahrgenommen werden soll. Es ist keineswegs so, dass der Autor - Orson Scott Card - das, was da passiert, pauschal gut/böse heißt (vielmehr überlässt er dem Leser, sich damit auseinanderzusetzen). Trotzdem wurde ihm unsinnigerweise vorgeworfen, er würde da etwas entschuldigen oder gar glorifizieren (bloß, indem er sich weigert, es zu verurteilen und dagegen zu hetzen) - was man eigentlich nur behaupten kann, wenn man entweder den Roman nicht gelesen/verstanden hat oder aber eben sich weigert, freies kreatives kontextabhängiges (Weiter-)Denken (auch bei sich) zuzulassen, weil man den Menschen (und auch sich selbst) nicht vertraut.

[Ganz am Rande: Dass von Seiten der Homomaniker-Community das Buch mit Homophobie-Vorwürfen gegen den Autor angegriffen wird, weil er privat die Konzepte der Homo-Ehe oder der Homo-Elternschaft als irrsinnig zurückweist, hat mit dem Inhalt des Buches nichts zu tun, denn dieses Thema wird darin nicht erwähnt. Es zeigt vielmehr, dass manche Homomaniker nicht begreifen, was das Wort „Toleranz“ bedeutet und dass diese per definitionem denen gilt, deren Meinung man nicht zustimmt. Zumal es total daneben ist, jemanden, mit dem man irgendwo unterschiedlicher Meinung ist, überall anzugreifen...]

Mein persönliches FAZIT: spannende, tiefgründige, große und kluge Science-Fiction und - obwohl es nicht die einfache Moral enthält, die manche verkrusteten Oberlehrer gerne bei jeder Geschichte enthalten hätten - unbestreitbar eines der wichtigsten Bücher im Bereich der Science-Fiction. Von mir eine klare Leseempfehlung.
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am 15. Dezember 2012
"Enders Spiel" wirft einen mittenhinein in eine nicht allzu ferne Zukunft, in der die Menschheit durch eine insektenartige außerirdische Rasse in ihrer Existenz bedroht ist. Technologisch ist die Menschheit einen großen Schritt vorangekommen und beherrscht nicht nur den interstellaren Raumflug, sondern auch den technischen Eingriff in Gedanken und Gefühle.

Ender (eigentlich Andrew) Wiggin selbst ist ein sechsjähriges Genie, welches gleich zu Beginn dazu auserkoren wird, als Kommandant der menschlichen Sternenflotte den Krieg gegen die, die Bedrohung darstellenden Krabbler zu gewinnen. Hierzu wird er zusammen mit anderen vielversprechenden Kindern auf eine im Weltraum befindliche Militärakademie geschickt.

Die fremdartige Welt und auch Erde konnten mich schnell begeistern. Allerdings war ich keinen Augenblick wirklich überzeugt davon, dass es sich bei Ender um einen Sechsjähringen handeln soll. Gleiches gilt im Übrigen auch für seine Geschwister Valentine und Peter. Alle drei sind sehr interessante und gut definierte Charaktere, die aber für ihr Alter zu erwachsen handeln, denken und sprechen. Erklärt wird dies mit ihrer hohen Intelligenz, doch authentisch wirkt dies trotzdem nicht. Dennoch stört dies das Lesen nicht stark, hebt aber den fiktionalen Charakter des Ganzen meiner Meinung nach hervor.

Die Bedeutung des Titels wird schnell ersichtlich. Ein Großteil des Buches dreht sich um ein Spiel welches die Kinder in der Akademie spielen. Hierbei geht es darum militärische Strategien zu erlernen und zu verbessern. Doch so interessant die Schlachten am Anfang noch sein mögen, auf Dauer ergäben sie allein keine spannende Basis. Was den Roman ausmacht, ist die psychologische Entwicklung des Protagonisten. Von Seite zu Seite verfolgt man, wie Ender sich verändert und damit kämpft seine unschuldige Natur zu bewahren, während er zu einem brillanten militärischen Kopf gedrillt wird. Gelungen hieran ist die Beschreibung von Enders Gefühlen und Gedanken und seine Auseinandersetzung mit den anderen Kindern. Auch seine Handlungen sind durchweg nachvollziehbar. Allerdings war er für mich auch hier nie der kleine Junge, der er laut Buch ist. Hier ging beides (Alter und Handeln) für mich einfach nicht zusammen.

Aufgrund einer recht hohen Undurchsichtigkeit der Ereignisse wird das Buch nicht vorhersehbar und der Leser rätselt immer, wie der Ausgang wohl aussehen mag. Gerade diese Ungewissheit wird ab und an aber auch ermüdend, da man sich fragt, wie viele Seiten lang man Ender noch beim Spielen begleiten wird, bevor es weiter geht. Trotzdem ist die Handlung spannend und die Themen Macht und Schuld beziehungsweise Verantwortung werden auf interessante Weise dargestellt.
Was noch auffällig ist, ist der Abfall der Ausführlichkeit der Erzählung. Wird anfangs noch sehr detailliert, wenn auch mit Zeitsprüngen berichtet, rast das Ende nur so dahin. Zwar wirkt die Handlung so nicht unnötig in die Länge gezogen, wurde mir aber im Vergleich zum Beginn des Buches in unangemessen schnellen und vor allem zusammenfassenden Stil vorgetragen. Man gewinnt den Eindruck, der Autor wolle die Geschichte nach dem zugegebenermaßen grandiosen Finale möglichst schnell beenden. Für mein Empfinden ging es an dieser Stelle etwas zu schnell. Bleibt abzuwarten, was die Folgebände bringen werden.

FAZIT:
Eine sehr interessante und auf psychologischer Ebene fein ausgearbeitete Scincefictiongeschichte, die allerdings mit Charakteren arbeitet, die für mich eher stilistisch wirken. Die Handlung wird insbesondere durch die zwischenmenschlichen Aspekte interessant und vielschicht doch leider rennt am Ende die Zeit und der Abschluss ist etwas abrupt und hätte für mich stärker ausgearbeitet sein können. Trotzdem freue ich mich auf die im August erscheinende Ausgabe von "Enders Schatten" in der die Ereignisse aus Beans Sicht geschildert werden.
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am 3. September 2007
Andrew "Ender" Wiggins ist ein Dritt, das Kind mehr als die zwei, die man haben darf und sollte. Wie seine Geschwister ist er enorm intelligent, aber im Gegensatz zum älteren Bruder, der zu Gewalttätigkeit und Herrschsüchtigkeit neigt, und zur jüngeren Schwester, die Harmonie und Ausgleich bevorzugt, ist Enders Intelligenz von Nüchternheit, Objektivität und Überlebenswillen geprägt. Deshalb wählen ihn die Militärs der "F.I." für eine Sonderausbildung aus: Ender kommt zunächst an eine Militär- und schließlich an eine Kommandeursschule, denn Wiggins soll in einigen Jahren die Kriegsflotte in die Schlacht gegen die "Krabbler" führen, jene Spezies, die die Menschheit schon zweimal angegriffen hat.

Während seiner Ausbildung wird der sechsjährige Junge, der am Ende des Buches nur wenige Jahre älter ist, isoliert, um sich voll auf sein Fortkommen konzentrieren zu können, ohne durch soziale Bindungen an objektiven Entscheidungen gehindert zu werden. Er brilliert bei allen Aufgaben, die ihm gestellt werden, zeigt Phantasie, Kreativität, strengen Willen, Überlebensdrang und Führungskompetenz. Ender meistert alle Kampfsituationen, die zunächst spielerisch zwischen den Schülern ausgefochten werden; an der Kommandeursschule befehligt er in ausgefeilten Simulationen schließlich die Kampfflotte der Menschheit, um bei der Abschlussprüfung, wie er meint, den endgültigen Sieg gegen die "Krabbler" zu erringen. Während Ender aber auf dem Asteroiden Eros virtuelle Schlachten anführt, heizen seine hochintelligenten Geschwister auf der Erde unter den Pseudonymen "Locke" und "Demosthenes" die politische Stimmung an.

Das Buch ist fantastisch geschrieben und enorm spannend, sehr pfiffig und zuweilen sogar weise. Das Ende allerdings hätte nicht sein müssen; es wirkt zu gutmenschelnd und fast lapidar. Aber bis auf dieses kleine Manko - und die nur schwer ermittelbare Botschaft des ganzen - ist "Das große Spiel" ein faszinierender, fesselnder Seitenfresser, und fraglos einer der wichtigsten und besten SF-Romane des letzten Jahrhunderts.
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