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Kundenrezensionen

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am 18. Juli 2013
Der Roman ist in zwei Zeitebenen geschrieben und wird im Wechsel von Melinda im Jahr 1948 und von Amalia, großteils ab 1895, erzählt. Zu Beginn des Buches werden auch einige Kapitel von Elisabeth oder Edward geschildert.
Beiden Frauen gibt die Autorin gleich viel Raum in ihrem Buch und versteht es gekonnt, beide Geschichten ineinander fließen zu lassen. Oft bevorzuge ich in Romanen, die auf zwei Zeitebenen geschrieben sind, eine der beiden Handlungsstränge. Doch Claire Winter ist es wirklich wunderbar gelungen, beide Erzählungen gleich rätselhaft und spannend zu schildern.

Die 27-jährige Melinda ist nach dem Krieg Vollwaise und ihr sehnlichster Wunsch ist es Journalistin zu werden. Das Geld ist knapp und so bewirbt sie sich beim Berliner Telegraf, um neben ihren Übersetzerjob bei der britischen Besatzungskommandantur, endlich ihren Traumberuf näher zu kommen. Als Tochter einer Engländerin und eines Deutschen, steht sie zwischen den ehemaligen Fronten.
Eines Tages erhält sie ein geheimnisvolles Paket ohne Absender. Es kommt aus England und enthält Liebesbriefe, Zeichnungen von mystischen Moorlandschaften und eine antike Schachfigur - eine roten Dame aus Marmor. Ihre Neugier ist geweckt und nachdem sie herausgefunden hat, wo diese Gegend in England liegt, meldet sie sich freiwillig beim Telegraf für eine Fortbildung in London. Sie möchte endlich mehr über ihre englische Vergangenheit wissen und sich gleichzeitig in ihrem Beruf verbessern. Doch ihre Nachforschungen und die Tatsache, dass sie Deutsche ist, gefällt einigen Menschen im Dartmoor nicht....

Die Geschichte von Amalia beginnt zuerst im Prolog im Jahre 1881, als sie an Scharlach erkrankt und in Folge des schweren Krankheitsverlaufes taub wird. Nur ihre ältere Schwester Cathleen ist weiterhin ihre große Stütze und wichtigste Bezugsperson. Ihre Eltern, Elisabeth und John Sherwood, kommen aus der untersten Schicht und haben sich hochgearbeitet. Trotzdem werden sie von der adligen Oberschicht nur als reiche Emporkömmlinge angesehen und verachtet. Durch die Krankheit von Amalia, die viele mit fehlender Intelligenz gleichsetzen, versucht Elisabeth zuerst alles, um Amalia helfen zu können. Sie wird von einem Hauslehrer unterrichtet, soll richtig sprechen lernen und von den Lippen lesen. Doch als sie erkennen muss, dass es ausichtslos ist, wird die Tochter einfach ignoriert und wie Luft behandelt. Ihr ganzer Ehrgeiz wendet sich Cathleen zu, die einmal in den höchsten Kreisen einheiraten soll.

Die deutsche Autorin Claudia Ziegler, die unter dem Pseudonym Claire Winter, diesen wunderbaren Roman geschrieben hat, gelingt es von Anfang an, den Leser zu fesseln. Die Geschichte ist zu keiner Zeit langatmig oder verliert an Tempo. Immer wieder kommt es zu neuen Wendungen, Überraschungen und Begebenheiten. Auch wenn ich nach 200 Seiten schon einiges erahnen konnte, wurde ich im weiteren Verlauf des Romans des öfteren in Erstaunen versetzt oder mit neuen Ereignissen konfrontiert, die mich nur so an den Seiten kleben ließen. Die Geschichte ist wunderbar erzählt und bringt den Leser auch die medizinische Unwissenheit des 19. Jahrhunderts näher. Die Gebärdensprache wird nicht anerkannt und taub sein wird gleichgesetzt mit dumm sein. Man fühlt sich beim Lesen genauso hilflos wie Amalia, die plötzlich in einer Welt voller Stille lebt.

Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist farblich schon ein Hingucker und das alte englische Schloss und die Briefe passen hervorragend zur Geschichte. Es lässt auch einen historischen Roman vermuten.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft und liest sich hervorragend. Die Charaktere sind alle sehr vielseitig und interessant dargestellt. Als Leser hat man das Gefühl, direkt in die Seele der einzelnen Protagonisten blicken zu können und all die Gefühle zu verstehen bzw. nachvollziehen zu können.

Fazit:
Ein wunderbares Buch, das endlich wieder meine Erwartungen hinsichtlich Familiensaga und alten Geheimnissen erfüllen konnte. Ich hoffe in Zukunft noch mehr von der Autorin zu hören und bin gespannt auf ihren nächsten Roman.
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am 8. August 2013
Wie so oft bei einem richtig guten Buch, fehlen mir fast die Worte, um es entsprechend zu würdigen. Der Roman erzählt die Geschichte einer fast perfekten Familie. Elisabeth und ihr Mann John schaffen es, sich durch Fleiß, Ausdauer und Schläue von ganz weit unten nach oben zu arbeiten, was ich als überaus bewundernswert empfinde. Doch leider ist das England des alten Adels im ausgehenden 19. Jahrhundert noch nicht wirklich soweit, aufstrebende Neureiche als Ihresgleichen zu akzeptieren und so wird die Familie von Elisabeth und John trotz ihres Reichtums und ihres wunderschönen Anwesens nicht so in die Gesellschaft integriert, wie sie es sich wünschen würden. Sie haben lediglich einen Trumpf, der die Herzen der Menschen öffnen könnte: Ihre zwei reizenden Töchter Amalia und Cathleen. Doch das Schicksal meint es nicht nur gut mit der Familie. Amalia erkrankt so heftig an Scharlach, dass sie infolge ihr Gehör verliert und taub bleibt. Elsbeth hat sehr große Schwierigkeiten, dieses Schicksal zu akzeptieren und kämpft lange Zeit gegen die Folgen der Krankheit an. Die Behinderung durchkreuzt ihre ehrgeizigen Pläne, die sie für ihre Töchter gehegt hatte. Amalia spürt das und leidet sehr unter den mitleidigen Blicken. Sie fühlt sich ausgeschlossen und zieht sich immer mehr in sich selber zurück. Bis auf ihre Schwester, mit der sie sich nach wie vor mittels einer selbst erfundenen Zeichensprache austauschen kann, hat sie kaum mehr soziale Kontakte. Ihr einziges Ausdrucksmittel wird die Malerei, die sie auf weite Spaziergänge ins Moor von Dartmoor führt.

In einem anderen Erzählstrang lernt der Leser Melinda kennen, eine junge Journalistin, die 1948 im ausgebombten Berlin lebt. Ihr Schicksal nimmt Fahrt auf, als sie ein geheimnisvolles Paket erhält: Gemälde einer Moorlandschaft, eine Schachfigur und ein Bündel Liebesbriefe. Sie spürt, dass die Sachen etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun haben. Da aber weder das Paket noch die Briefe einen Absender haben, hat sie kaum einen Anhaltspunkt. Da ihre Mutter Engländerin war und sie fließend englisch spricht, hat sie die Chance für eine berufliche Weiterbildung nach London zu reisen. Dort erwacht ihre journalistische Neugier und sie beginnt Nachforschungen anzustellen, was es mit den geheimnisvollen Gegenständen in ihrem Paket auf sich hat.

Die Erzählperspektiven wechseln sehr oft, so dass man sich anfangs gut konzentrieren muss. Die Erzählweise ist aber so anschaulich und angenehm, dass einem das nicht schwer fällt. Die Stimmung sowohl im ausgebombten Berlin als auch im geheimnisvollen Dartmoor wird wunderbar übertragen. Man kann sich sehr gut in die Figuren hinein versetzen und mitfühlen. Besonders gut gelungen fand ich die sensible Darstellung wie Amalia mit ihrer Taubheit zurecht kommt. Claire Winter zeigt sehr schön auf, wie sich für Amalia durch ihre Behinderung eine neue Welt öffnet. Auch die enge Beziehung zwischen den beiden Schwestern und die Entfremdung zwischen Amalia und ihren Eltern sind sehr schön ausgeführt.

Ich habe bei der Lektüre die Landschaft im südenglischen Exeter als auch die Figuren sehr lieb gewonnen. Die Autorin lässt auch genügend Raum für eigene Gedanken und Spekulationen und führt die Geschichte dennoch zu einem Ende mit dem auch Liebhaber von Liebesgeschichten gut leben können.

Von mir erhält dieses Buch seltene 5 Sterne.
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am 28. März 2014
Die Schwestern von Sherwood, ein historischer Roman von
Claire Winter.

Ein atemberaubendes Buch, große Gefühle; ich bin sprachlos und weiß jetzt schon, dass ich mit meiner Rezi dieser grandiosen Geschichte nicht gerecht werden kann.

Cover:
Hier passt alles, die Schrift die Farben, die Blumen mit dem Efeu und der romantische Herrensitz im Hintergrund, der sich auf dem Buchrücken wiederholt.

Inhalt:
1948 im noch zerstörten Berlin und London . Südengland 1881- Dartmoor.
Die auf sich allein gestellte Melinda möchte unbedingt Journalistin werden und kämpft für diesen Traum. Als sie ein mysteriöses Paket, ohne Absender, erhält ist die zuerst sehr verwirrt, doch schnell stellt sich heraus, dass es etwas mit ihrer Großmutter, die englische Wurzeln hatte, zu tun haben muss.
Im Paket ist eine geheimnisvolle Schachfigur, wundervolle Bilder von Dartmoor und Liebesbriefe die Melinda seltsam tief anrühren.
Als sie das Angebot für einen Lehrgang in London erhält greift sie sofort zu. In England beginnt sie vor Ort mit ihren Recherchen und ahnt nicht, welchem tragisch romantischen Liebesdrama sie auf der Spur ist und wie nah sie in das Ganze eingebunden ist.

Schreibweise:
Einfach phantastisch!!
Wir beginnen in der Vergangenheit, die innige Verbundenheit von zwei kleinen Schwestern und der erste grausame Schicksalsschlag wird beschreiben.
Hier werden schon Gefühle und Emotionen erzeugt die einen magischen Sog ausüben und mich schon das erste Mal tief an das Buch gefesselt haben.
Dann kommen wir in die Gegenwart und durch dieses geheimnisvolle Paket wird der erste Bogen geschlagen, wir erahnen einen ersten Zusammenhang.
Mit jeder Seite die wir weiterlesen wird das Fenster ein bisschen weitergeöffnet, so dass wir immer mehr erfahren und immer gespannter sind wie alles noch zusammenhängt, es wird so spannend aufgebaut, immer wieder neue Antworten aber auch neue Fragen.
Ab hier kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Landschaft wird so herrlich beschrieben, wäre ich ein Maler ich könnte es detailgetreu nachmalen.
Die Personen, Charaktere, werden so einfühlsam und authentisch, und so intensiv und klar beschrieben,
Vor allem die berührende Liebe, die zum Drama wird aber nie als düster empfunden wird, sondern glücklich und einzigartig ist, hat mich tief gefangen genommen.
Die Beziehung der Schwestern, wird so feinfühlig und voller Emotionen erzählt, einfach unglaublich.

Mein Fazit:
Ein geheimnisvolles Paket führt von der Gegenwart in die Vergangenheit zu einer tragisch, bittersüßen tiefen Liebe und zwei Schwestern die für das Glück der anderen sich selber aufgeben.
Eine Geschichte wie ein meterdickes, wunderbar weiches Daunenkissen, zum sich hineinfallen und versinken lassen.
Unbedingt lesen !!!
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am 3. März 2016
Der Roman „Die Schwestern von Sherwood“ ist ordinäre Trivialliteratur. Von der langweiligen Sorte. Sehr ausgelutschte Herrenhausgeschichte. Natürlich kann die Autorin eine Story halten und sie kann einen Plot konstruieren, der vom Anfang zum Ende führt und sogar einige Überraschungen parat hält, doch sowohl formal wie inhaltlich bietet sie nichts Eigenes, nichts, was nicht schon tausendmal da gewesen wäre, nichts, was nicht schon xmal gesagt worden wäre. Bei den Überraschungen bedient sie sich ebenfalls reichlich aus der Klischeekiste.

Man könnte an diesem Roman eine wunderbare Studie darüber durchführen, wie man Kitsch und Trivi erkennt. Formal ist die Autorin unoriginell und benutzt Standardformulierungen (der Trivi) mit häufigen Wiederholungen und Übertreibungen, die Prots sind aufgewühlt wegen jedem Scheiß, so dass ich um ihre emotionale Stabilität bitter bange. Inhaltlich wird der übliche Herrenhausabklatsch aufgetan, unwissende Erbin kommt dem Geheimnis ihrer Herkunft auf die Spur. Das Ganze wird ein bisschen garniert mit Petersilie des Nachkriegsdeutschlands, dem spukigen Dartmoor, finsteren Gesellen, die der Heldin ans Leder wollen, einem Retter, der ganz kurz verdächtigt wird, übel zu wollen und wenigstens ein Zipfelchen Kreativität besteht in einer gehörlosen Ahnin. Der aber wiederum vorhersehbar übel mitgespielt wird. Verbotene Liebe, Standesdünkel, Emporkömmlinge, Schwangerschaft, Intrigen, alles da. Es ist nichts ausgelassen. Habe ich Schwarz-Weiß-Malerei vergessen? Vorbild der Herrenhausliteratur dürfte wohl Daphne du Mauriers „Rebecca“ auf Manderley sein.

Ich habe mich gewundert, wie der Roman auf meine Leseliste kam. Fünf-Sterne-Wertungen auf Buchblogs und Buchsides sind, wie man sieht, keine Garantie für ein wertvolles Buch.

Fazit: Zeitverschwendung.

Kategorie: L(s)eichte Unterhaltung
Dianaverlag, 2013
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am 29. Januar 2016
Berlin 1948: Die junge Journalistin Melinda bekommt von ihrer Vermieterin ein Paket übergeben, welches für sie abgegeben wurde.
Es enthält eine Schachfigur aus rotem Marmor, ein Bündel alter Liebesbriefe ohne Unterschrift und mehrere Zeichnungen geheimnisvoller Moorlandschaften. Kein Absender, kein Brief, keine Erklärung.
Sie ahnt, dass diese Dinge etwas mit ihrer englischen Großmutter zu tun haben, welche sie nie kennen gelernt hat,
Denn die hatte ihrer Tochter Caroline (Melindas Mutter, die während des Krieges umgekommen ist) einen Satz Schachfiguren aus dem gleichen Material vererbt hat - mit fehlender Dame. Melinda bekommt durch ihren Beruf die Gelegenheit, den Spuren und Hinweisen des Paketes zu folgen und macht sich in England auf die Suche nach ihrer Familie und entdeckt ein altes Geheimnis.

Ihre Urgroßmutter Elisabeth und ihr Mann John Sherwood sind, durch harte Arbeit, zu Geld gekommen und leben mit ihren beiden Töchtern Amalia und Cathleen mittlerweile in Reichtum.
Als Amalia durch eine schwere Krankheit ihr Gehör verliert, gilt sie als „geistig zurückgeblieben“ und wird von der Mutter sorgsam vor der Öffentlichkeit verborgen.
Denn die ehrgeizige Elisabeth Sherwood hat nur einen Wunsch: Sie möchte Cathleen möglichst gut verheiraten und damit in die bessere Gesellschaft aufsteigen, denn trotz ihres Vermögens wird die Familie weitgehend ignoriert.
Die zumeist adligen Familien rümpfen die Nase über die Neureichen.
Als Elisabeth erkennt, dass ausgerechnet die taube Amalia die Hochzeit der älteren Schwester mit dem Sohn aus adligem Haus sprengen könnte (beide Schwestern haben sich in Edward Hampton verliebt), lässt sie Amalia verschwinden.
Ein schweres Unwetter und das Dartmoor kommen ihr gerade recht...

Der Schreibstil ist extrem gut und man ist gespannt wie sich die Sache entwickelt...
Von wem kam das mysteriöse Paket aus England? Wer schrieb die Briefe und an wen waren sie gerichtet?
Melinda erfährt von zwei Sherwood-Schwestern, die kurz hintereinander verstorben sein sollen. Und, dass ihre Großmutter, die sie nie kennengelernt hat, taub war! War sie Amalia?
Aber wie und wo hat sie überlebt, wenn sie doch offiziell jung gestorben ist? Wie hat ihre Mutter sie "verschwinden lassen"?
Und wie ist sie irgendwann später nach Deutschland gekommen um Tochter Caroline zu bekommen? Fragen über Fragen.....
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am 10. Juli 2013
Die beiden verschiedenen, zeitversetzten Erzählebenen (Melinda 1948 <---> Amalia & Familie im späten 19.Jahrhundert) ergänzen einander ideal. Immer wenn Melinda in ihren durch die Zusendung des geheimnisvollen Pakets ausgelösten Nachforschungen weiterkommt, werden im nächsten Kapitel die dazu passenden Ereignisse aus Amalias Leben anschaulich präsentiert. Die Erzählung aus dem späten 19.Jahrhundert gibt Einblicke in die damalige Gesellschaftsordnung und die Sitten in den Familien der höchsten Schicht. Auch über den Umgang mit "Behinderten", in diesem Fall Gehörlosen, die man seinerzeit auch für geistig beeinträchtigt hielt, erfährt der Leser allerhand. Interessant sind die Therapieversuche durch völlig sinnlose Sprechübungen und die Ablehnung der aufkommenden Gebärdensprache unter tauben Menschen durch selbsternannte Experten ohne Einfühlungsvermögen.
Auch die Erzählung aus dem 20.Jahrhundert hat ihren Reiz, kann man der Protagonistin Melinda doch durch das Nachkriegsdeutschland und -england folgen und sehen, wie sehr der Krieg die Beziehungen zwischen Deutschen und Engländern und auch den Charakter einzelner Personen (Melindas ehemaliger Verlobter Frank) verändert hat.
Sehr gelungen ist die Charakterisierung der Hauptfiguren. Besonders bei Elisabeth, Amalias Mutter, ist die Charakterzeichnung detailliert ausgestaltet und man kann manche ihrer unsympathischen Verhaltensweisen zumindest teilweise nachvollziehen. Anhand der Figur der Melinda lässt sich gut darstellen, wie sich das Frauenbild zwischen der viktorianischen Ära und der Nachkriegszeit (Zweiter Weltkrieg) gewandelt hat.
Die Handlung ist intelligent konstruiert und wird schlüssig aufgelöst, lediglich das Liebesleid von Edward ist mir gelegentlich ein klein wenig zu dick aufgetragen, insbesondere in Anbetracht seiner vorherigen Betätigung als oberflächlicher Schürzenjäger. :wink:
"Die Schwestern von Sherwood" bietet fesselnde Unterhaltung: ein Buch, das richtig zum Ausklinken aus der Alltagswelt einlädt und deshalb einen Ehrenplatz im Urlaubskoffer haben sollte. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung und 4,5 Sterne.
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am 2. Juni 2013
Berlin 1948. Melinda lebt im Nachkriegsberlin und kämpft sich irgendwie durch. Sie will Journalistin werden, doch ihr Verlobter ist überhaupt nicht angetan von ihren beruflichen Plänen und ihre Beziehung scheitert. Da erhält sie eines Tages ein anonymes Paket, in dem sich einige Briefe und Zeichnungen befinden sowie eine einzelne Schachfigur. Wer hat ihr diese Dinge zukommen lassen und warum? Melinda findet heraus, dass die Zeichnungen wohl das Dartmoor im Süden Englands darstellen und als sie die Gelegenheit erhält, auf eine Fortbildung nach London zu reisen, ergreift sie diese Chance, um mehr über den mysteriösen Inhalt des Paketes herauszufinden.

Parallel zu Melindas Geschichte erfährt der Leser mehr über die Amalia und Cathleen, zwei Schwestern, die in den 1880er Jahren in England aufgewachsen sind. Nach einer schweren Erkrankung hat Amalia ihr Gehör verloren, was ein schwerer Schlag für ihre Mutter Elisabeth ist, die sich mithilfe ihrer Töchter den Eintritt in die bessere Gesellschaft erarbeiten wollte. Geld hat die Familie Sherwood genug, aber den adligen Kreisen in ihrer Umgebung sind sie als Emporkömmlinge ein Dorn im Auge, was die ehrgeizige Elisabeth nicht hinnehmen will. Die Erkrankung von Amalia bedeutet für sie das Ende ihrer Hoffnungen, beide Töchter gut zu verheiraten, also richten sich nun all ihre Bemühungen auf eine gute Verbindung von Cathleen.

Mehr möchte ich gar nicht zum Inhalt verraten, denn die Verbindung der beiden Handlungsstränge und Zeitebenen ergibt sich natürlich erst nach und nach. Als Leser kann man schon recht früh einige Vermutungen aufstellen, andere Details enthüllen sich hingegen erst am Ende. So bleibt die Spannung konstant erhalten und da beide Handlungsstränge äußerst liebevoll und detailreich erzählt sind, verfliegen die Seiten nur so. Ich persönlich fand die Handlung um Amalia und Cathleen ein klein bisschen fesselnder als die Gegenwartshandlung um Melinda, aber auch hat sich wirklich wunderbar lesen lassen. Besonderen Charme entwickelte die Geschichte durch die vielen kleinen Verknüpfungen, die oft nur am Rande stattfanden und auffielen, bei denen man aber einfach merkte, wie durchdacht die Handlung auf beiden Zeitebenen angelegt ist.

Die Charaktere sind ebenfalls sehr liebevoll dargestellt, nicht nur die jeweiligen Hauptfiguren, sondern auch die ganzen Nebengestalten. Auch wenn einige Handlungen aus heutiger Sicht entsetzen, darf man nie den geschichtlichen Kontext vergessen, in dem die Geschichte spielt. Vieles entwickelt sich daraus und so hat man als Leser unwillkürlich auch Verständnis wenn die Figuren so und nicht anders handeln - auch wenn man es sich als Leser an einigen Stellen sehr wünschen würde, da einem einige der Figuren richtig ans Herz gewachsen sind und man mit ihnen mitleidet! Der Autorin ist es wirklich großartig gelungen, den Leser hier tief in die Geschichte der Sherwood-Schwester eintauchen zu lassen und auf eine kleine Zeitreise mitzunehmen - ich war richtig traurig, als das Buch nach knapp 580 Seiten schon vorbei war!
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am 26. Februar 2015
Südengland 1881: Das Ehepaar Sherwood hat es nach harten Jahren zu Wohlstand gebracht. Mit ihren beiden Töchtern Amalia und Cathleen leben sie inzwischen auf einem schönen Anwesen in Devon. Beide Tochter sollen in die bessere Gesellschaft einheiraten. Doch dann erkrankt Amalia an Scharlach und verliert ihr Gehör. Ihre Schwester Cathleen wird zu ihrer engsten Bezugsperson. Ansonsten zieht Amalia sich immer mehr zurück. Oft ist sie im Dartmoor unterwegs, um zu malen. Cathleen ist Lord Edward Hampton versprochen, der aus einer verarmten Adelsfamilie stammt. Amalia und Edward begegnen sich im Dartmoor und eine Liebesbeziehung beginnt. Doch dann passiert etwas Unvorhergesehenes: Amalia kehrt nicht mehr aus dem Moor zurück.
Das Familiendrama spielt auf zwei Zeitebenen. Es beginnt im Jahr 1881 in Südengland und führt bis in die Nachkriegsjahre des Zweiten Weltkriegs, nach Berlin. Dort lebt die junge Melinda, die eines Tages unerwartet in den Besitz eines Päckchens kommt. Der Inhalt war nicht viel, kein Anschreiben nichts. Es enthielt eine antike Schachfigur, eine rote Dame aus Marmor und knapp zwei Dutzend Bilder, Aquarelle und Tuschezeichnungen. Auf fast allen war eine Moorlandschaft zu erkennen. Es ergibt sich, dass Melinda beruflich nach London fährt. Hier will sie herausbekommen, was es mit dem Inhalt auf sich hat. Ihre Mutter war Engländerin gewesen. Auch hofft sie durch die Reportage beruflich als Journalistin den Durchbruch zu schaffen.
In wechselnder Erzählperspektive von Melinda, Amalia und Cathleen als auch Elisabeth, der Mutter von den Schwestern, gelingt es der Autorin, den Leser mit der Handlung nicht zu verwirren. Es kommen noch weitere Personen zu Wort, doch das würde zu viel vorweg verraten.
Welche Entwicklung die Geschichte für die beiden Schwestern in Devon nimmt, was Melinda damit zu tun hat, das hat die Autorin wirklich sehr gefühlvoll in Worte gepackt. Die beeindruckende Geschichte gehört zu den wenigen Büchern, wo ich lange überlegt habe, was schreibe ich in dieser Rezension.
Die interessanten Protagonisten, der gefühlvolle, flüssige Schreibstil ziehen einen in den Bann. Ich habe nicht damit gerechnet, dass das Buch mich so fesselt als auch berührt. Man möchte es am liebsten nicht aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Dazu beigetragen haben auf jeden Fall die Idee zur Handlung, sowie die einzelnen Charaktere. Sie alle haben schon etwas sehr Reales an sich, jedes eine eigene Persönlichkeit. Hinzu kommen die Orts- und auch Landschaftsbeschreibungen. Mit wahrhaft wunderbarem Schreibstil gelingt es der Autorin, dass der Leder jedes Wort, jede Bewegung und Regung als auch Gefühle glaubhaft aufzunehmen.
„Die Schwestern von Sherwood“ von Claire Winter ist ein Familiendrama, deren Stärke sich in einem exzellenten Schreibstil als auch brillanter Charaktere findet.

Es gehört zu meinen TopTen Büchern 2015
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am 31. August 2015
Toll geschrieben. Ich habe das Buch in einem gelesen und konnte nur schwer aufhören. Sehr gefühlvoll und spannend. Besonders interessant fand ich, dass man ein kleines Stückchen in die Welt einer Gehörlosen mit allen Nach- aber auch Vorteilen eingeführt wurde. Ich konnte richtig mit beiden Schwestern mitfühlen. Die eine, die das gesellschaftsliche Leben lebt und durch ihre Mutter zu einer höheren gesellschaftlichen Stellung getrieben wird und die andere Schwester, die von der Gesellschaft ausgeschlossen wird, aber gleichzeitig die Welt viel bewusster durch ihre Augen wahrnehmen kann. Ich kann es nur empfehlen.
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am 21. März 2016
Die bewegende Geschichte zweier unzertrennlicher Schwestern und einer schicksalhaften Liebe 1948: Die angehende Journalistin Melinda kämpft im Nachkriegsberlin ums tägliche Überleben, als sie von einem anonymen Absender ein rätselhaftes Paket erhält. Die Bilder einer mystischen Moorlandschaft und eine ungewöhnliche Schachfigur führen die junge Frau nach England, zu einem geheimnisvollen alten Herrenhaus. Dort stößt Melinda auf die dramatische Liebesgeschichte zweier Schwestern im letzten Jahrhundert, die sehr viel mehr mit ihrem eigenen Leben zu tun hat, als sie zunächst ahnt …

Berlin 1948:
Die angehende Journalistin Melinda hat es in der Nachkriegszeit genauso schwer, wie alle anderen Menschen. Ihre Mutter war als kleines Kind mit ihrer Mutter aus Großbritannien nach Deutschland gekommen.

Eines Tages erhält Melinda ein Paket, indem sich merkwürdige Dinge befinden. Verschiedene Bilder eines alten Herrenhauses sowie eine Schachfigur. Dabei liegen zusammengebundene Briefe. Als Melinda beginnt einen nach dem anderen zu lesen, begreift sie, dass diese Liebesbriefe an eine namenlose Frau gerichtet sind, in denen es um tiefe Gefühle geht und um kostbare Augenblicke. Die Schachfigur kommt Melinda irgendwie bekannt vor. Neugierig auf ihre eigene Familiengeschichte, beginnt Melinda, Nachforschungen anzustellen. Sie findet heraus, dass das Herrenhaus in Südengland stehen muss.

England 1881:

Der Familie Sherwood geht es gut. Die Eltern haben eine gutgehende Firma und sie haben ein stattliches Herrenhaus von einer verarmten Adelsfamilie gekauft, in der die beiden Töchter Amalia und Cathleen aufwachsen. Elisabeth Sherwood, die Mutter der beiden, leidet sehr darunter, dass sie nicht von der gehobenen Gesellschaft anerkannt wird. So hofft sie darauf, dass ihre beiden wunderschönen Töchter, die bald im heiratsfähigen Alter sein werden, in die gehobene Gesellschaft einheiraten können und so ein gutes und vor allem angesehenes Leben führen können. Amalie, die eine Behinderung hat, wird es in den Augen ihrer Mutter wohl etwas schwerer haben, als Cathleen. Doch das Schicksal hat anderes vor…

Der Schreibstil von Claire Winter hat mir außerordentlich gut gefallen. Leicht und fließend und gleichzeitig sehr berührend, konnte ich durch diesen Roman fließen. Sehr gut gefallen haben mir auch die beiden verschiedenen Zeitstränge gefallen, die abwechselnd erzählt wurden, so dass man nach und nach immer tiefer in die jeweiligen Zeiten eintauchen konnte. Beide Zeitstränge waren gleich gut erzählt, so dass man bei beiden immer neugierig blieb, wie es weitergeht.

Ich habe diesen Roman, der sehr berührend und mitfühlend war, sehr genossen. Tiefe Gefühle und Drama gab es, genau das gehörte einfach mittenrein in diesen Roman und brachte alles perfekt zusammen. Er hat mir schöne Lesestunden geschenkt. Dies wird mich Sicherheit nicht mein letzter Claire Winter-Roman gewesen sein.
Herzlichen Dank liebe Claire Winter.
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