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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kleines Juwel unter den historischen Romanen
"Ich hatte wahrscheinlich wie Viele das Bild einer machtgierigen, verschwendungssüchtigen Mätresse vor Augen, als mir eines Tages einige Briefe der Marquise de Pompadour in die Hände fielen. Fasziniert von dem sprühenden Geist und dem Charme, die sie darin zeigte und die dieser Vorstellung so ganz zu widersprechen schienen, begann für mich eine...
Veröffentlicht am 17. Mai 2007 von Maria Amalia

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Politik, Intrigen und Prunk am Hofe Ludwig XV.......
Nachdem mir von Frau Ziegler "Die geheime Tochter" sehr gut gefallen hat, habe ich mir auch "die Favoritin des Königs" angeschafft, wohl wissend, dass mich dieses Buch vom Thema her nicht (mehr) wirklich anspricht, aber ich schätze den Schreibstil und die guten Recherchen der Autorin und es konnte ja nicht schaden, über die berühmte Geliebte von Ludwig...
Veröffentlicht am 27. Dezember 2010 von Katzenfan


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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kleines Juwel unter den historischen Romanen, 17. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Favoritin des Königs (Taschenbuch)
"Ich hatte wahrscheinlich wie Viele das Bild einer machtgierigen, verschwendungssüchtigen Mätresse vor Augen, als mir eines Tages einige Briefe der Marquise de Pompadour in die Hände fielen. Fasziniert von dem sprühenden Geist und dem Charme, die sie darin zeigte und die dieser Vorstellung so ganz zu widersprechen schienen, begann für mich eine lange spannende Recherchereise." (Nachwort, S. 719)

Dieser erste Absatz aus dem Nachwort des Debütromans von Claudia Ziegler hat mich letztendlich davon überzeugt, dieses Buch zu kaufen und zu lesen, nachdem ich zuerst etwas skeptisch war als ich es im Buchladen aus dem Regal gezogen hatte. Jahrhundertelang hielt sich das Klischee von der prunksüchtigen und machthungrigen Mätresse Ludwigs XV. von Frankreich, die den angeblich labilen und manipulierbaren König für ihre Zwecke mißbrauchte. Doch neueste Geschichtsforschung hat längst erkannt, daß man sich von tradierten Klischeebildungen und unreflektierten Wertungen lösen muß, wenn man ein unvoreingenommenes Porträt dieser faszinierenden Frau zeigen will.

Auf diesen neuen Erkenntnissen baut auch der Debütroman von Claudia Ziegler auf. Die Autorin schildert in diesem farbenprächtigen Roman den Aufstieg der Pariser Bürgerstochter Jeanne-Antoinette Poisson zur mächtigsten Mätresse am französischen Hof des 18. Jahrhunderts. Der Zeitrahmen des Romans erstreckt sich dabei von der 10jährigen Klosterschülerin bis zum Tod der Pompadour im Jahr 1764, wobei die Zeitspanne bis zur Begegnung mit Ludwig XV. ziemlich gerafft beschrieben ist, was aber nicht unbedingt ein Nachteil ist, denn die wichtigsten Daten sind enthalten und die Autorin verrennt sich hier nicht in unnötigen Details.

Wir lernen in diesem Buch die Pompadour als eine schöne und kluge, aber trotzdem nicht unfehlbare Frau kennen. Nach ihrer schicksalhaften Begegnung mit dem König von Frankreich, der an ihr nicht nur ihre Schönheit, sondern auch ihren Intellekt bewundert, wird sie seine offizielle Mätresse und zieht am Hof von Versailles ein. Die Autorin beschreibt hierbei hervorragend und nachvollziehbar die Schwierigkeiten und Anfeindungen, denen sie von Anfang an am Versailler Hof ausgesetzt ist. Ihre Position ist stets bedroht und nur mit äußerster Energie und Wachsamkeit gelingt es ihr, sich auf dem Schlachtfeld der Hofintrigen zu behaupten, deren Spielregeln sie sehr schnell lernt.

Hervorragend ist es der Autorin auch gelungen, das Verhältnis zwischen der Pompadour und dem König zu beschreiben. Auch als die sexuelle Beziehung zwischen den beiden endet, bleibt die Pompadour offizielle Mätresse des Königs und seine wichtigste Vertraute und Beraterin, wohl und gerade wegen ihres diplomatischen Geschicks und aufgrund ihrer umfangreichen Studien, durch die sie über die wichtigsten Staatsaffären sehr gut informiert ist. Die Autorin schildert diese große (mittlerweile historisch auch belegte) Liebe zwischen den beiden mit sehr viel Wärme und Einfühlungsvermögen, verzichtet hierbei aber auf jede überflüssige rosarote Gefühlsduselei. Wer hier also einen der typischen Schmachtfetzen vor historischer Kulisse erwartet, wird ziemlich enttäuscht sein.

Auch Ludwig XV. begegnet uns in diesem Roman nicht als der labile Schlappschwanz, als den ihn die Historie gerne hingestellt hat. In ihrem Roman stützt sich die Autorin auch bei der Figur Ludwig XV. auf die neueste Geschichtsforschung, die mit dem althergebrachten Klischee des Schwächlings auf dem Königsthron gründlich aufgeräumt hat. So lernen wir Ludwig XV. als verantwortungsbewußten und sehr gebildeten König kennen, der zeitweise zu Melancholie und depressiven Phasen neigt.

Dieser Roman ist ein Juwel auf dem Gebiet der historischen Romane, das leider von so vielen, 08/15-Schrottromanen überhäuft ist. Claudia Ziegler hat hervorragend recherchiert, um dann Historie und Fiktion in einem wunderschön und spannend erzählten farbenprächtigen Roman miteinander zu verweben. Ich möchte dieses Buch all denen ans Herz legen, die gerne hochwertige historische Romane lesen, die die Bezeichnung "historisch" auch wirklich verdienen.

Höchst interessant ist übrigens auch noch das Nachwort der Autorin mit einigen zusätzlichen Informationen. Des weiteren runden ein Personenregister mit den wichtigsten Personen, eine Zeittafel und ein Quellenverzeichnis diesen Roman zu einem wundervollen Ganzen ab.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar, 16. September 2007
Von 
Joko - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Favoritin des Königs (Taschenbuch)
Ein wunderbares Buch,super recherchiert und so spannend,dass es einem sehr schwer fällt,es nicht in einem Zug durchzulesen,was einem allerdings bei über 700 Seiten schwer fallen sollte.
Trotz dieser 700 Seiten wird die Geschichte der Madame Pompadour nie langweilig.
Das Buch spielt im 18. Jahrhundert und beginnt in der Kindheit der Jeanne-Antoinette Poisson, der späteren Maitresse en titre Louis`s XV., besser bekannt als Madame Pompadur und endet mit ihrem Tod. Es wird das Leben dieser beeindruckenden Frau geschildert, ihre leidenschaftliche Liebe zum König von Frankreich , die Intrigen , die den Hof von Versailles bestimmen und Jeanne das Leben manchmal zur Hölle werden lassen.
Beeinduchend fand ich die gute Charakterdarstellung der beherrschenden Personen dieses Romans, der Madame Pompadur und Louis XV..Es wird aufgeräumt mit den Vorurteilen eines schwächlichen Königs und seiner verschwendungssüchtigen Maitresse und ein realistisches Bild der damaligen Zeit und auch der politischen Verhältnisse geschildert.
Mir hat dieses Buch ausgesprochen gut gefallen und hoffe bald wieder etwas von Claudia Ziegler lesen zu können.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Lesegenuss, 16. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Favoritin des Königs (Taschenbuch)
Als ich die Buchlektüre zu Ende gelesen habe, schlug ich gleich den hinteren Einband mit der Kurzbiographie von Claudia Ziegler auf und habe mit Zufriedenheit festgestellt, dass die Autorin an ihrem zweiten Roman arbeitet. Ich bin schon jetzt auf ihr Nachfolgewerk gespannt.

Ihr Debütroman hat mich nachhaltig begeistert. Die Autorin versteht es meisterhaft, das Leben der Marquise de Pompadour am Hof Louis XV. zu beschreiben. In einem historischen Roman kann der Autor nicht auf Fiktion und persönliche Sichtweise verzichten. In diesem Buch werden aber sehr gelungen einige alte und ungeklärte Fragen nachvollziehbar und möglichst authentisch beantwortet. Es werden bewusst Spannungsbögen weggelassen, denn die Intrigenspiele, Machtkämpfe und Affären sprechen für sich.
Sehr gut haben mir auch das umfangreiche Nachwort der Autorin sowie das detaillierte Personenregister gefallen.

Fazit: ein Lesegenuss!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Politik, Intrigen und Prunk am Hofe Ludwig XV......., 27. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem mir von Frau Ziegler "Die geheime Tochter" sehr gut gefallen hat, habe ich mir auch "die Favoritin des Königs" angeschafft, wohl wissend, dass mich dieses Buch vom Thema her nicht (mehr) wirklich anspricht, aber ich schätze den Schreibstil und die guten Recherchen der Autorin und es konnte ja nicht schaden, über die berühmte Geliebte von Ludwig XV einmal ein Buch zu lesen.
Warum nur drei Sterne? Weil mich das Buch nicht wirklich gefesselt hat, weil mir die Spannung teilweise total gefehlt hat und es sich (aufgrund der tatsächlichen Geschehnisse) eigentlich immer um das gleiche Thema handelt - die Intrigen gegen die Heldin des Buches - die meisten am Hofe wollen, dass diese kluge und sehr schöne Frau möglichst bald wieder verschwindet und dafür wird alles unternommen, echte Freunde dieser Frau sind nur wenige, aber die Feinde rotten sich gegen sie zusammen, allein der König steht in seiner Liebe immer fest zu ihr und nicht einmal die Königin wird zu ihrer wirklichen Feindin.
Sie ist nicht nur Geliebte, sondern vor allem Freundin und Beraterin, auch in politischen Fragen, dies lässt sich schwer nachvollziehen, kennt man doch die Erziehung von Frauen zu dieser Zeit, aber sie mag wohl außergewöhnlich gewesen sei, ansonsten ihr die Liebe des Königs nicht bis zu ihrem Tode gehört hätte.
Mit all dem Prunk und im Gegensatz zur Armut des Volkes aufgrund der ständigen Kriege und des teuren Hoflebens kann man sich heute kaum noch identifizieren und dies führte ja letztendlich zur Revulution.

Wer für die französischen Könige und deren Zeit eine Vorliebe besitzt, dem wird dieses Buch nicht nur sehr gefallen, sondern auch viele Aufschlüsse zu der damaligen Politik geben.
Für echte Englandfans wie für mich, fehlt einfach das passende Thema bei diesem Buch, aber daran bin ich als Leser selbst schuld.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr beeindruckende Lektüre, 13. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Favoritin des Königs (Taschenbuch)
Dieses Buch habe ich auf Grund einer Empfehlung in einem Journal gelesen. Für den Roman habe ich nicht einmal eine Woche gebraucht, obwohl über 700 Seiten stark. Ich war schon immer an französischer Geschichte interressiert und habe bisher zu wenig über Lous XV gelesen. Das Augenmerk hier ist auf seine Mätresse, Madame Pompadour, gerichtet. Nach diesem Buch bin ich von dieser Frau, ihrer Intelligenz, schwer beeindruckt. Ich kannte den Namen aus den Geschichtsbüchern, mehr aber auch nicht. Die Autorin versteht es mit ihrem Erstlingswerk genau meinen Geschmacks- und Interessennerv zu treffen.
Sie schafft es gekonnt, große Sympathie für die Mätresse des Königs zu empfinden.
Madame Pompadour muss wirklich eine außergewöhnliche Frau gewesen sein, dass der König sich vor einer Entscheidung auf ihr Urteil verlassen hat.
Fazit: Dieser Roman ist ein gelungenes und hochinteressantes Buch, welches sich auch noch wunderbar lesen lässt. Ich bin sehr gespannt auf nachfolgende Werke.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Von der Hure zur Heiligen, 9. Mai 2013
Im Nachwort ihres Buches "Die Favoritin des Königs" legt Claudia Ziegler dar, wie einseitig negativ die Mätresse des französischen Königs lange dargestellt wurde und wie sie bei ihren Recherchen ein durchaus anderes Bild der Marquise de Pompadour gewonnen hat. Dieses will sie nun an ihre Leser weitergeben und tappt dabei in eine typische Falle: Von dem Wunsch beseelt, die als männlich-abwertend empfundene Sichtweise auf eine historische Frauenfigur zu korrigieren, verfällt sie ins andere Extrem und idealisiert ihre Heldin bis zur völligen Unglaubwürdigkeit.

Claudia Zieglers Jeanne-Antoinette Poisson, denn so lautet der bürgerliche Geburtsname der späteren Marquise, ist ein Ausbund an Schönheit, Charme und Tugend, mit einem ganz großen, goldenen Herzen. Die erste Begegnung mit Louis XV. ist ein reiner Zufall, aber natürlich ist es für beide Liebe auf den ersten Blick. Um ihrem Liebsten nahe zu sein, würde Jeanne alles tun, aber persönliche Vorteile aus dieser Verbindung zu ziehen, fällt ihr im Traum nicht ein. Bittet sie den König doch einmal um etwas, dann nur, weil die Umstände oder der intrigante Hof sie dazu zwingen. Der Hochadel ist ohnehin eine wahre Schlangengrube und die arme Jeanne ist immer wieder tief schockiert, wenn sie in diesen Abgrund von Bosheit, Neid und Verdorbenheit blickt. Mon Dieu! Wäre die echte Marquise de Pompadour ein derart zartbesaitetes Naivchen gewesen, hätte sie Versailles spätestens nach einem Monat verlassen, um ins Kloster einzutreten.

Dazu kommt, dass die Autorin die Beziehung zwischen der maitresse en titre und dem König als wahre Liebe darstellen möchte, sie jedoch lediglich gnadenlos verkitscht. Stellen wie diese könnten auch aus einem Nackenbeißer-Roman stammen: "Aber im selben Moment suchten seine Lippen schon die ihren und erstickten jeden Einwand. Es lag etwas Leidenschaftliches und Forderndes in seinem Kuss, das ihr den Atem raubte und jeden Widerstand von ihr zum Schmelzen brachte." (S. 159)

Kurz gesagt, Claudia Ziegler erweist Marquise de Pompadour, die sie so gerne rehabilitieren möchte, einen Bärendienst, indem sie sie von der geldgierigen und intriganten Mätresse zum süßen Unschuldslamm umretuschiert und damit zu einer unrealistischen und schlicht langweiligen Figur macht. Ein Fehler, den übrigens viele Schriftstellerinnen begehen, die sich mit bekannten und berühmten Frauen beschäftigen. Ich verstehe, dass dies einer guten Absicht entspringt, aber es verflacht und trivialisiert deren Lebensgeschichten. Außerdem ärgert mich das Frauenbild, das aus dieser Schönfärberei spricht. Muss denn eine Frau wirklich durch und durch perfekt sein und höchsten moralischen Ansprüchen genügen, um als positive Heldin auftreten zu dürfen? Warum darf sie nicht auch ihre schwachen oder sogar dunklen Seiten haben, so wie alle großen Männer der Geschichte?
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lebendige Geschichte: Schöne Ergänzung zum Sachbuch, 29. Oktober 2012
Nachdem sich mir das Faszinierende an der Person der Marquise anhand Evelyne Levers Madame de Pompadour: Eine Biographie leider nicht erschlossen hatte, habe ich mich sehr gefreut, ihre Lebensgeschichte nochmals in Romanform nachvollziehen zu können. Meine Hoffnung, daß mittels dieses Genres, dem einfach mehr Mittel zur Verfügung stehen als dem Sachbuch, der Madame de Pompadour endlich Leben eingehaucht würde, wurde nicht enttäuscht: Von der Autorin historisch korrekt recherchiert und plausibel interpretiert, breitet sich der ungewöhnliche Werdegang der Bürgerlichen Jeanne-Antoinette Poisson vor dem Leser aus, wird ein lebendiger Eindruck der Versailler Verhältnisse und politischen Verwicklungen zu Zeiten Louis XV. gegeben und werden die involvierten Charaktere greifbar gemacht.

Kritiker könnten der Autorin vorwerfen, die Idee einer wirklich starken, gegenseitigen Liebe zwischen König und Marquise wäre als Erklärung für ihren bis an ihr Lebensende währenden Status der maîtresse en titre und die kontinuierliche Erstarkung ihres politischen Einflusses allzu romantisch interpretiert - zumal sie im krassen Gegensatz zum bisher (aufgrund einschlägig gefärbter Darstellung zeitgenössischer Gegner der Maitresse) vorherrschenden Bild vom willensschwachen Monarchen in den Fängen einer maßlos herrsch- und verschwendungssüchtigen Manipulatorin steht.

Weniger zynisch betrachtet spricht jedoch auch im 18. Jahrhundert und auf gesellschaftlich verzwicktem Parkett nichts gegen eine Beziehung, die durch Hingabe ohne Selbstaufgabe geprägt ist, egal wie "modern" der Gedanke im ersten Moment anmutet. Daß eine selbstbewußt agierende Frau, die weder ihren Intellekt noch ihre Attraktivität verleugnet, zwangsläufig zu vehementen Widerstand und tendenziöser Meinungsmache des zeitgenössischen Umfeldes führen mußte (genau wie sie auch noch heutzutage die Leute mißtrauisch macht), erscheint in der neuen historischen Einordnung Louis XV. und der Marquise eher einleuchtend denn unwahrscheinlich.

Mir hat der Roman trotz des eher einfachen Stils sehr gut gefallen, relativiert er doch auf sowohl unterhaltsame als auch nachvollziehbare Weise das bislang vorherrschende Bild einer außergewöhnlichen Frau, ohne sich allzu viele künstlerische Freiheiten in Bezug auf belegte Fakten zu nehmen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Madame Pompadour wird lebendig, 2. November 2009
Von 
Skatersally "skatersally" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Über die erste Mätresse König Ludwigs XV ist viel in Romanen und Biografien geschrieben worden. Fast ausschließlich wird dabei das Bild einer machtgierigen und ehrgeizigen Frau gezeichnet, die ihre Position bei Hof dafür nutzt, um sich und ihrer Familie zu Wohlstand zu verhelfen. Kaum jemals wird die Person dahinter betrachtet. Claudia Ziegler hat in ihrem Debüt den Charakter der Jeanne-Antoinette Poisson aufgegriffen und sich ein umfassendes Bild über ihre Beweggründe und Absichten gemacht. Der gefällige Schreibstil macht es leicht, sich von der Geschichte einnehmen zu lassen und führt den Leser an den Hof von König Ludwig XV, dem Urenkel des Sonnenkönigs.

Begonnen mit der Kindheit in Paris als Tochter eines Bürgerlichen, erhält der Leser Einblick in das seinerzeit typische Leben einer wohlhabenden Familie. Jeanne bekommt schon als Kind prophezeit, dass sie einmal die Mätresse des Königs wird. Dennoch heiratet sie zunächst den Neffen ihres Vormunds. Charles-Guillaume Le Normant ist der Vater ihrer Tochter Alexandrine. Als Jeanne schließlich in den Stand der ersten Mätresse erhoben wird, ändert sich dieses Familienleben beträchtlich. Schnell erhält sie einen Adelstitel, damit ihr Stand bei Hof gefestigt wird. Dennoch hat sie schon früh gegen Verleumdungen und Intrigen anzukämpfen, da auch Außenstehende den immer größer werdenden Einfluss auf den König und seine politischen Entscheidungen erkennen. Diese historisch belegten Vorkommnisse verflechtet die Autorin mit einer romantischen Liebesgeschichte. Geschichte und Fiktion sind stimmig und erleichtern die Vorstellungskraft, dass das Geschilderte tatsächlich so passiert sein könnte. Madame Pompadour wird dadurch wieder lebendig und kann vielleicht 250 Jahre später die über sie gängigen Vorurteile richtig stellen. Sie hat in ihrem nur 42 Jahre dauernden Leben viel erlebt und bewegt, das ein derart seitenstarkes Buch rechtfertigt. Dieser Roman zeigt alle Facetten. Geschichtsinteressierte und Liebhaber historischer Romane kommen hier gleichermaßen zu ihrem Recht.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein historischer Roman der aus der breiten Masse hervorsticht. Sehr lesenwert!, 26. Juli 2008
Die Kinderjahre verbringt die Bürgerliche Französin Jeanne eher abgeschieden in einer Klosterschule. Aufgrund ihrer zarten gesundheitlichen Konstitution entschließt sich ihre Mutter jedoch eines Tages, sie zurück nach Hause, nach Paris zu holen.
Mittlerweile lebt die Mutter mit einem reichen Geschäftsmann zusammen und verteilt ihre Gunst äußerst großzügig an die Männerwelt. Doch Glück im Unglück; sieht der Geliebte von Jehannes Mutter gleich, was für ein ungeschliffenes Juwel in dem Mädchen schlummert und er finanziert ihr eine kostspielige Ausbildung in Gesang, Tanz, höfischen Umgangsformen und Bildung, einzig beseelt durch den Gedanken, dass das Mädchen in einigen Jahren bereit ist, sämtliche Männerherzen des Königreiches höher schlagen zu lassen und ihm dadurch vielleicht sogar Zugang bzw. wichtige Kontakte zu den höchsten Kreisen des Adels zu verschaffen.

Nachdem Jeanne in den Genuss dieser einzigartigen Ausbildung gekommen ist, wird sie schließlich mit dem Neffen von Le Normant de Tournehem, dem Geliebten ihrer Mutter verheiratet. Diese Ehe wird jedoch nur aus taktischen Gründen geschlossen, denn Jeannes Ehemann ist von Adel und soll Jehanne vom Makel des Bürgertums befreien.
Die intelligente Jeanne, die großer Denker ihrer Zeit wie Voltaire zu ihren Freunden zählt, vermag in ihrer Ehe leider keine Liebe zu finden. Zu unterschiedlich sind sich ihr eher schweigsamer, nüchterner Ehemann und sie, eine lebenslustige wissbegierige junge Frau.

Eines Tages jedoch kommt es zu einem unvorhersehbaren Zwischenfall. Als Jeanne mit der Kutsche unterwegs ist, läuft ein verwundetes Wildschwein, ein Muttertier zudem, vor Angst und Schmerz getrieben, vor die Kutsche und die Pferde gehen aus lauter Panik mitsamt der Kutsche durch. Und so findet sich Jeanne schließlich, von oben bis unten durchnässt im Weiher wieder, wo sie von einem Gefolgsmann des Königs aufgefunden wird. Sie weigert sich jedoch zunächst seine Hilfe anzunehmen und besteht auf die sofortige Tötung des Tieres, da es unsägliche Schmerzen leidet. Als sich der Mann weigert das Tier zu erlösen, denn nur einzig dem König, der sich ebenfalls auf der Jagd befindet, stünde dieses Privileg zu, erschießt Jeanne das Tier kurzerhand selbst und sieht sich kurze Zeit später dem Königs höchstpersönlich Auge in Auge gegenüber.
Er ist mehr als amüsiert über die schöne und resolute Frau und als seine Geliebte, die Duchesse de Chateauroux einige Zeit später plötzlich verstirbt, kreuzen sich die Wege des Königs und die von Jeanne erneut. Aus ihrer Begegnung wird tiefe gegenseitige Liebe, die sich trotz grausamer Intrigenspiele, Machtkämpfen bei Hofe und einer schweren politischen Situation immer mehr festigt und Jeanne Macht und Einfluss verschafft. Als Marquise de Pompadour wird sie schließlich in die Geschichte eingehen....

Meine Einschätzung:

Claudia Ziegler hat mit diesem historischen Roman ein interessantes Stück französischer Geschichte über eine der einflussreichsten Mätressen überhaupt, der Marquise de Pompadour, neu zum Leben erweckt, das nicht einfach nur nüchtern und sachlich die Biografie dieser unglaublich intelligenten Frau schildert; der Autorin gelingt es auf unterhaltsame Art und Weise und mit viel Einfühlsamkeit, den Leser zu fesseln und von der ersten Seite an, gleich mitten ins Geschehen zu ziehen. Die Figuren sind so bild und lebhaft in den historischen Hintergrund eingebunden, dass man regelrecht mit ihnen mitleidet und mitfiebert. Zwar muss man bei einem Unterhaltungsroman immer kleine Abstriche machen, was den Wahrheitsgehalt der erzählten Geschichte betrifft, jedoch spürt man hier beim Lesen gleich, dass Claudia Ziegler sich sehr viel Mühe mit den Recherchen zu ihrem Roman gemacht hat und viele Geschehnisse im Roman auf wirklichen, historischen Ereignissen beruhen. Zudem befindet sich am Ende des Romans neben einem interessanten Nachwort der Autorin und einem Personenverzeichnis sämtlicher in diesem Roman erwähnten Figuren, eine Zeittafel, ein Quellenverzeichnis, einen Stadtplan von Paris und eine kleine Sightseeingtour, die interessierte Leser des Romans an wichtige historische Plätze führt, die im Zusammenhang stehen, mit der Marquise de Pompadour und die das Buch somit wunderbar abrunden und ergänzen.

Sehr bedeutsam und wichtig empfand ich es, dass die Autorin sich dazu entschieden hat, die Marquise de Pompadour nicht wie in anderen Büchern und geschichtlichen Erzählungen der damaligen Zeit, einfach nur sehr eindimensional als machthungrige, kalte und rücksichtlose Frau zu beschreiben. Claudia Ziegler gelingt es, mit ihrer eindringlichen Erzählweise, die Pompadour als einfachen Menschen darzustellen; mit all ihren Ängsten, Stärken und Schwächen. Zudem stützt sie sich auf neuste geschichtliche Fakten, die bezweifeln lassen, dass die Marquise tatsächlich so rücksichtslos und machthungrig war, wie von ihren Feinden" bei Hofe, dargestellt.
Wer sich für diesen Roman entscheidet, erfährt auf unterhaltsame Weise viele interessante geschichtliche Hintergründe der damaligen Zeit. Zudem werden manche Gerüchte , die sich bisher um die Marquise de Pompadour rankten entweder entkräftet, oder muten durch eine völlig neue Sichtweise und aktuelle Erkenntnisse auf die historische Person der Pompadour zumindest zweifelhaft an.

Fazit: Ein opulenter, facettenreicher und wichtiger historischer Roman über eine der intelligentesten und einflussreichsten Mätressen überhaupt, der den Leser gewiss zum Nachdenken anregen wird und ein unterhaltsamer Roman über eine große Liebe.
Kurz- ein historischer Roman der aus der breiten Masse hervorsticht. Sehr lesenwert! (NG)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben der Madame de Pompadour, 16. August 2008
Von 
Lilian Grobis "Lilian" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Frankreich im 18. Jahrhundert: Die kleine Jeanne Poisson wird von ihrer schönen Mama aus der Klosterschule von Poissy abgeholt und nach Paris gebracht. Das Mädchen ist glücklich, nach drei scheinbar endlosen Jahren im Kloster endlich nach Hause zurückkehren zu dürfen. Nachdem Jeannes Vater ins Exil gehen musste, lebt ihre Mutter inzwischen bei ihrem Geliebten Charles Le Normant de Tournehem. Der kluge Geschäftsmann erkennt recht bald, dass in dem überaus hübschen und intelligenten Kind großes Potenzial schlummert. Fortan genießt Jeanne eine vielfältige Ausbildung - nichtsahnend, dass ihr diese in der Zukunft zu einem kometenhaften Aufstieg verhelfen wird...

Claudia Ziegler zeichnet in ihrem Roman ein sehr glaubhaftes Bild der berühmten Marquise de Pompadour. Sie befreit die Mätresse Louis' XV. von verstaubten Klischees, Vorurteilen und inzwischen erwiesenermaßen falschen historischen Beurteilungen ohne sie dabei zu idealisieren. Ein weiterer Pluspunkt des Buches sind das erfreulich ausführliche Nachwort und die Sightseeing-Empfehlungen im Anhang. Ich freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin!
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Die Favoritin des Königs
Die Favoritin des Königs von Claudia Ziegler (Taschenbuch - 21. Februar 2007)
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