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4,4 von 5 Sternen
Christmasland
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Oktober 2013
In seiner epischen Breite, der einfachen, flüssigen und direkten Erzählweise und in seinem Thema des Kampfes eines (auch schwachen) „Guten“ gegen das alte, bis in die Knochen verdorbene „Böse“ erinnert dieser Mysterythriller an die großen Klassiker des Genres.

Stephen Kings „Es“ oder „Christine“ (mit direktem Bezug, denn auch in diesem Thriller wird ein Auto ein mörderisches Eigenleben entwickeln). Oder an den „Talisman“ und andere Werke Peter Straubs, in denen die unverdorbene Kraft junger Menschen auf das knöcherne Böse trifft.

Trotz des Umfangs, das Buch liest sich wie aus einem Guss, umfasst in der Geschichte eine lange Zahl an Jahren (1986 bis in die Gegenwart hinein) und begleitet die Entwicklung der Protagonisten, gerade der Hauptperson Victoria „Vic“ („das Gör“) Mcqueen, vom Kindheitsalter an im kleinen Nest Haverhill bis in das erwachsene Leben. Protagonisten, die ihre Stärken und Schwächen besitzen, die nicht einfach stereotyp gezeichnet sind.

Vic hat eine Gabe. Gebunden an ihr schnittiges Fahrrad. Sie kann finden, was verloren ging. Indem sie über eine (eigentlich nicht existente) alterschwache Brücke über einen Bach fährt. Wobei sie eines Tages (denn Vic ist kein einfaches „liebes“ Mädchen) nichts Verlorenes sucht, sondern einfach nur „Ärger“ um des Abreagieren willen finden will.

Und den findet sie. Mehr, als ihr lieb sein kann. In einem verfallenen Haus. Welches Charls Manx III. gehört.
Kein Mann, sondern eher ein "Wesen". Das für sein bis dato 115 Jahre währendes Leben das Leben von Kindern braucht. Die er nach „Christmasland“ bringt. Mit seinem Helfer Bing (der dafür die Mütter der Kleinen „genießen“ darf). Sobald es nach Lebkuchen riecht, ist Gefahr im Verzug.

Mitten in eine Kindesentführung hinein platzt Vic mit ihrem Fahrrad. Und ist ab nun im Blick des Wesens. Der festgenommen werden wird. Wegen Vic. Der Jahre im Koma verbringt. Jahre, in denen Vic erwachsen wird. Hart. Beschädigt. Und selbst Mutter werden wird.

Doch Charles Manx vergisst nicht. Ebenso wenig, wie Bing seinen Traum vom Leben im Christmasland begraben wird. Ebenso wenig, wie der alte Rolls Royce „Wraith“ sein Eigenleben verlieren wird.

Und so wird Vic als erwachsene, vom Leben gebeutelte Frau, ein neues Gefährt finden müssen, dass ihre Verbindung zu jener Brücke wieder herstellt. Denn eines ist klar im Verlauf der Lektüre, irgendwann wird sie sich Charles Manx und seinen „Kindern“ stellen müssen.

Auch wenn das Sujet sattsam bekannt ist, hat Hill mit diesem Roman eine weitere Version des klassischen Kampfes gegen Dämonen und des „gut gegen böse“ liefert, in seiner stringenten Erzählweise steht „Christmasland“ anderen epischen Werken des Genres nicht nach und liest sich von der ersten bis zur letzten Seite spannend, flüssig und mit einem wachen Blick für die innere Entwicklung seiner Figuren und einem ständig präsenten, lange Zeit hintergründigem Grauen, dass sich zum Finale des Buches hin ungehindert Bahn brechen wird.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Nach "Blind" und "Teufelszeug" serviert Joe Hill, der als Autor von Romanen und Comics erfolgreiche Sohn von Stephen King, seinen dritten Horrorroman - und diesmal wird es so richtig unheimlich und schräg.
"Christmasland" ist im Original auf den ersten Blick eher kryptisch mit "NOS4A2" betitelt, was nichts anderes bedeutet als "Nosferatu". Die unheilvolle Buchstabenkombination findet sich auf dem Nummernschild von Charles Manx' Auto, dem schlachtschiffartigen Rolls Royce Wraith mit gruseligem Eigenleben, mit dem Manx' haufenweise Kinder entführt und sie ins Christmasland bringt. Von dort gibt es kein Entrinnen mehr - zumindest ist es bisher niemandem gelungen. Nicht nur Charlie Manx' ist ein echtes Ekel und eine Romanfigur, bei der dem Leser kalte Schauer über den Rücken laufen. Auch sein Gehilfe, der widerwärtige Bing Patridge alias der "Gasmaskenmann", der sich nicht für die Kinder, sondern für deren Mütter interessiert, ist eine Ausgeburt des Bösen.

<div style="margin-left: 20px;">Ihr wurde ganz schwindelig, so als befände sie sich in einem gläsernen Aufzug, der rasend schnell in den Himmel schoss und die Welt unter sich zurückließ.
'Lassen Sie mich los', flüsterte sie.
'Für Josiah John Thornton gibt es einen Platz im Christmasland und für Sie einen im Haus des Schlafes', sagte Charlie Manx. 'Der Gasmaskenmann wüsste, was mit Ihnen zu tun ist. Er würde Sie in Lebkuchenrauch hüllen und Sie dazu bringen, ihn zu lieben. Ins Christmasland kann ich Sie nicht mitnehmen. Nun, ich könnte schon, aber der Gasmaskenmann ist besser. Der Gasmaskenmann ist eine Gnade.'
'Hilfe', schrie Ellen, nur dass es kein Schrei war, sondern lediglich ein Flüstern. 'Hilfe!' Sie konnte ihre Stimme nicht wiederfinden.</div>

Zusammen ist das unheilvolle Gespann Charlie Manx/Bing Patridge ein absoluter Garant dafür, dass der Leser geradezu an den Seiten klebt und atemlos mitfiebert, während Vicky, die toughe, aber auch angeschlagene (Anti-)Heldin des Romans, gegen die beiden und für das Leben ihres Sohnes kämpft.

Der Apfel fällt offenbar nicht weit vom Stamm: Zwar ist es eher müßig, Vergleiche zwischen Vater und Sohn zu ziehen, dennoch fallen gerade bei "Christmasland" sehr deutliche Parallelen zu den Werken von Stephen King auf, was Stil und Handlung angeht, und das steht dem Roman sehr gut. Hill zeigt eine erzählerische Reife und eine scheinbar mühelose Verwendung von Sprache, die gleichermaßen fesseln und die die Handlung wie im Flug vergehen lassen, obwohl das Buch mit 800 Seiten ein richtig dicker Wälzer geworden ist.
"Christmasland" liest sich unglaublich spannend und durchgehend sehr flüssig, die Beschreibungen von Manx' und seiner verqueren Gedankenwelt haben eine albtraumhafte Qualität, die schlaflose Nächte fast schon garantiert. Ähnlich wie in vielen Romanen von Stephen King spielen auch hier Talismane (etwa Vickys Fahrrad), besondere Fähigkeiten, magische Kindheitsmomente und Portale in andere Welten eine entscheidende Rolle, sehr zum Entzücken des Lesers. Geschickt verwendet der Autor mehrere Zeitebenen und enthüllt so erst nach und nach, was es mit Manx, Vicky und dem Christmasland auf sich hat. Am Ende, nach einem so spektakulären wie gewalttätigen Finale, erwacht der Leser wie aus einem (bösen) Traum.

"Christmasland" ist ein wirklich fesselnder und unheimlicher Roman, der sich besonders gut unter dem Weihnachtsbaum machen dürfte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Januar 2015
Meine Meinung:

Da ich seit vielen Jahren sehr großer Stephen King- Fan bin und seine Werke liebe, wollte ich unbedingt mal etwas von seinem Sohn lesen. Um zu sehen, ob "der Apfel wirklich nicht weit vom Stamm fällt...!"
Und nun, nach Beendigung des Buches kann ich sagen...wow, Test bestanden! Grandios! Joe Hill hat definitiv einen neuen Fan!
Aber auch wenn er noch ein "No Name" der Branche wäre, hätte er mich jederzeit mit diesem Buch in seinen Bann gezogen.
Den Titel "Sohn von..." den braucht er beileibe nicht.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht, da die Erzählweise sehr flüssig ist und man gleich in der Story "gefangen" ist.
Zuerst fielen mir die tollen Zeichnungen auf, die jeden neuen Buch- und Zeitabschnitt ankündigen und stets etwas mit den Geschehnissen zu tun haben. Außerdem noch etwas für mich neues: ein Kapitel endet - das letzte Wort fehlt - das aber wiederum das erste Wort im neuen Kapitel ist. Oder sogar die ganze Überschrift. Z.b. "Vic fährt über die Brücke und ist in..." - neues Kapitel "Iowa". Fand ich sehr clever, die Kapitel so miteinander zu verbinden.

Die Story an sich, fand ich überwältigend gut und dies wird wieder so eine Geschichte sein, die ich persönlich nicht mehr vergessen werde, da sie so einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Die Mischung zwischen Fantasy, etwas Mystery und Horror, einfach perfekt!
Kein Kapitel war langweilig oder zu ausschweifend erzählt, nein im Gegenteil, 800 Seiten geballte Spannung oder Hintergrundwissen. Joe Hill nahm meine Gedanken mit.. ich fuhr mit Vic über ihre "Brücke" ins Ungewisse oder begleitete den düsteren Charlie Talent Manx in seinem alten Rollse Royce, auf dem Weg ins "Christmasland". Und gerade dieser Wechsel der Perspektiven machten alles noch spannender. Man begleitet gut und böse, Vic als Kind und als Erwachsene. Charlie Manx und die entführten Kinder. Oder Bing Patrige, den bösartigen Gehilfen von Manx. Das Buch war für mich ein regelrechtes "Abenteuerland"!

Die Figuren und Charakteren sind toll ausgearbeitet und der Schreibstil sehr bildlich. Personen, Orte und Fantasie-Welten sah ich richtig vor meinen Augen.

Auch einige versteckte Andeutungen oder "Insider" auf Geschichten des Vaters, fand ich sehr unterhaltsam und gut.

Kurzum, ich liebe diese Story einfach!

Fazit:

Für mich war die Geschichte ein großartiges Leseerlebnis und ich bedauerte sehr, als ich die 800 Seiten durch hatte!
Der Horror-Anteil ist jedoch nicht allzu hoch, falls jemand diesbezüglich bedenken hätte. Nein, es ist eher das Kopfkino, das einem erschauern lässt, da alles so bildhaft erzählt wird.

Absolute Empfehlung hoch drei!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 25. September 2013
...das bedeutet "Nos4a2" (der amerikanische Titel dieses Thrillers), also Vampir oder auch Dämon, je nach Auslegung.
Charlie Manx, der mit einem Rolls Royce Wraith mit diesem Kennzeichen unterwegs ist, ist der Nosferatu, der Vampir des Thrillers und entführt Kinder nach Christmasland, einem imaginärem Land, in dem immer Weihnachten ist und "alle Kinder immer glücklich sind".
Unsere Heldin Vic, als Kind von Manx entführt, kämpft ihre ganze Jugend und ihr ganzes Erwachsenenalter gegen traumatische Erinnerungen, gegen ihre Alkohol- und Drogensucht und für ein glückliches leben mit Sohn und Mann. Doch als Charlie Manx auch ihren Sohn holt, hilft das Verdrängen nicht mehr und sie muss sich ihrem Feind ein letztes Mal stellen.
Joe Hill ist hier ein wunderbares Buch gelungen, meiner Meinung nach bisher sein bestes. Es liest sich wirklich wie ein "junger" Stephen King, in weiten Teilen sogar besser, denn trotz vieler blutiger Details gelingt Joe Hill der Spagat zwischen subtiler Spannung und "blood and gore", also blutigem Gemetzel.
In vielen Thrillern merke ich an, dass "50-100 Seiten weniger mehr gewesen wäre", dies ist aber hier keinesfalls der Fall. Nos4a2 alias Christmasland ist ein wirklich packender und spannender Horrorroman und hält sein hohes Niveau von der ersten bis zur letzten Seite.
Der ganze Sprachstil des Thrillers ist nie holprig, sondern sehr ausgefeilt, oft originell und überraschend, fantasieanregend und bildreich - Kostprobe gefällig ? (leider nur im amerikanischen Original, ich hoffe, die deutsche Übersetzung ist genauso gut)
" A parliament of crows, roosting in the branches of a thick-trunked birch tree, discussed her in the gravest of terms as she rode beneath them".

Das Ende ist überraschend aber nicht kitschig à la "and they lived happily...", sondern durchaus dem ganzen Roman angemessen und ein zufriedenstellender, würdiger Abschluss.
Fazit: Originelle Story, hervorragende Umsetzung, keine Seite zuviel oder zuwenig - perfekte Unterhaltung. Joe Hill - er steht nicht länger im Schatten seines Vaters Stephen King, sondern ist ein hervorragender, eigenständiger Autor, der auf weitere gute Lektüre hoffen läßt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Dezember 2014
Gleich nach den ersten gelesenen Seiten notierte ich mir bereits den ersten Pluspunkt. Joe Hill verband die einzelnen Kapitel auf brillante Weise. Ein Kapitel endet und das letzte Wort erfährt man beim Umblättern. Denn das fehlende Wort ist sogleich die Überschrift des nachfolgenden Kapitels. Eine wirklich tolle Idee. Und das jedes Kapitel mit einem passenden Bild eingeläutet wird, ist ein weiteres Highlight.

Die Geschichte der Protagonistin Vic zieht sich durch das gesamte Buch. Als Kind war sie mir noch sehr unsympathisch, aber je älter sie wurde, desto besser lernte man sie und ihre ganz besondere Begabung kennen. Vic konnte mit ihrem Fahrrad über eine imaginäre Brücke fahren, um verlorene Gegenstände zu finden und dies bedeutete viel Spannung und Action, sowohl für sie, als auch für uns Leser!
Je älter Vic wurde, desto interessanter wurde ihre Persönlichkeit. Nach der Flucht aus Charlie Manx Fängen verlor sie sich zwar, aber dank ihres Sohnes kämpfte sie sich heraus aus ihrem schwarzen Loch und plötzlich scheint ihr alles, als wenn es nie geschehen ist. Ich mag die ältere, selbstbewusste, robuste und tätowierte Vic wirklich sehr. Bildlich hatte ich ein sehr genaues Bild von ihr vor meinen Augen, Joe Hill sei Dank!

Der zweite bedeutende Part dieses Buches ist eindeutig Charlie Manx. Ein längst tot geglaubter Mann und plötzlich entführt er Vic’s Sohn, gemeinsam mit seinem Untertanen Bing, der Gasmaskenmann. Beide haben den Plan Kinder vor ihren Eltern zu retten und sie ins Christmasland zu bringen, ein Ort, wo sie glücklich sind und wo sie ewig leben können!
Vic erkennt, dass ihre Kindheit keine Fantasie war und dass es Charlie Manx und das Christmasland wirklich gibt, sie nimmt den Kampf auf und will ihren Sohn retten!
Wird sie ihren Sohn Wayne finden, bevor er mit Manx ins Christmasland verschwindet, aus dem er nie wieder zurückkommen wird??

Ein Thema im Buch fand ich sehr gut durchdacht von Hill. Es zeugt von einer grandiosen Fantasie. Er erfand im Buch das Wort INGESTALT. Eine Ingestalt ist ein Gegenstand, welche einer ganz bestimmten Person zugesprochen ist und diese Person zu besonderen Fähigkeiten verhelfen kann. Da hätten wir ein Fahrrad, ein Beutel voller Scrabble-Steine und ein Auto namens Wraith. Ein sehr sehr böses Auto ;)

Einen Punkt muss ich allerdings abziehen, auch wenn mir das Buch im gesamten wirklich sehr gut gefallen hat. Für die, die es noch nicht wissen, Joe Hill ist der Sohn vom Meister des Horrors Stephen King, und dies zeigt sich meiner Meinung nach auch im Schreibstil. 800 Seiten nimmt dieses Buch ein und ich denke es ist nicht zu vermeiden, dass auch mal längen aufkommen. Vielleicht kamen sie mir nur lang vor, weil ich endlich ins Christmasland wollte und einfach zu lange darauf warten musste!!! Auch das kurzzeitige Einbringen von polizeilichen Ermittlungen passten meiner Meinung nach nicht! Und auch das Ende hätte ich mir gerne anders gewünscht, aber ist das nicht meist so??!!

Fazit
Eine absolute Leseempfehlung für alle die auch ins Christmasland wollen! Joe Hill begeisterte mich vor allem durch seine Idee, die Welt von Charlie Manx zu erschaffen. Des Weiteren glänzt dieses Buch durchweg mit grandios dargestellten Charakteren. Ich freue mich auf weitere Bücher dieses Autors!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Dezember 2013
Zum Inhalt:
Vicky McQueen hat eine besondere Gabe, mit der sie bereits als Achtjährige verlorene Dinge wiederfinden kann. Mit Hilfe ihres Fahrrades und gebündelter Gedanken kann sie eine Brücke - die Shorter Way Bridge - erschaffen, die eine Verbindung zu Vics "Inneren Welt" darstellt. Doch Vic ist nicht die Einzige, die diese Gabe besitzt, auch Charlie Manx nutzt ein besonderes Hilfsmittel, um Kinder ins "Christmasland", seine eigene persönliche Inwelt, zu befördern - einen Rolls Royce Wraith aus dem Jahr 1938 mit dem diabolischen Nummernschild "NOS4A2". Und genau das ist der Wagen, aus dem es kein Entkommen mehr gibt, denn er saugt den Kindern die Seelen aus und nährt damit seinen Fahrer Manx. Vic ist die Einzige, die Manx aufzuhalten vermag. Kann sie sich dem Bösen entgegenstellen und den Kampf um die Seelen der Kinder gewinnen?

Die Aufmachung:
"Christmasland" besticht durch eine besondere Hardcover-Aufmachung, die mir sehr gefällt. Das Cover stellt die Kühlerfigur des Wraith (Spirit of Ecstasy) im Ausschnitt dar. Der Kopf ist reliefartig hervorgehoben. Auch die Schrift passt sehr gut, da sie ohne Schnörkel sehr plakativ ist. Der Klappentext verrät nicht zu viel, macht aber neugierig und das Buch kommt ohne reißerische Werbung hervorragend zurecht.
Nimmt man den Schutzumschlag ab, so hält man ein schwarzes Buch in der Hand, lediglich der Buchrücken ist mit Titel und Autor versehen und das im Prägedruck, was sich besonders schön anfühlt.
Die Innengestaltung ist aufgewertet durch tolle Illustrationen von Gabriel Rodríguez.
Die Kapitel gehen meist nahtlos ineinander über, was es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen - sehr gekonnt Mr. Hill.

Mein Eindruck:
Ohne zu viel zu verraten, was bei einem derart spannenden Thriller Frevel wäre, kann ich sagen, dass mich das Buch von Anfang bis Ende fesseln konnte. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl unnötiger Längen, was nicht heißt, dass Hill uns nur mit Vollspeed durch die Geschichte treibt. "Christmasland" schlägt auch ruhige und nachdenkliche Töne an, erzählt uns die Geschichte einer jungen Frau, die keine leichte Kindheit hatte, was auch ihr Erwachsenendasein stark beeinflusst. Vic ist keine strahlende, vom Glück verwöhnte Heldin, eher das Gegenteil. Sie kämpft mit Alkoholproblemen, Versagensängsten und nicht zuletzt auch mit ihrer Mutterrolle. Dennoch ist sie sympathisch und man fühlt mit ihr.
Charlie Manx, dem Leser zunächst als durch und durch Böse vorgestellt, hat ebenfalls seine Beweggründe, die sich einem erst spät und möglicherweise auch nicht vollständig offenbaren. Nicht zuletzt handelt "Christmasland" aber auch von Liebe und Vergebung, von Stärke und Schwäche, von Mut und Angst - Joe Hill schafft es dem Leser dies alles auf ganz besondere und epische Weise nahezubringen. Chapeau!

Bisher habe ich von Joe Hill nur "Im hohen Gras" gelesen, eine Kurzgeschichte, die er zusammen mit seinem Vater Stephen King geschrieben hat. "Christmasland" war mein erster Roman von ihm und dabei wird es definitiv nicht bleiben. Ich bin begeistert und der Meinung, dass es Hill geschafft hat neben seinem "großen" Vater durchaus auf Augenhöhe bestehen zu können.

Fazit:
5 von 5 Sternen für einen spannenden Horrorthriller, der mir etliche Stunden reines Lesevergnügen schenken konnte.
Für mich mein persönliches Jahreshighlight 2013.
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TOP 1000 REZENSENTam 28. November 2013
Der amerikanische Autor Joe Hill ist es mittlerweile bestimmt leid, ständig mit seinem berühmten Vater Stephen King verglichen zu werden. Aber der Vergleich drängt sich natürlich förmlich auf, da sowohl seine Art des Schreibens als auch der Aufbau seiner Geschichten den Büchern seines Vaters recht ähnlich ist. In der deutschen Übersetzung liegen von Joe Hill bisher "Blind" und "Teufelszeug" vor, und nun also seit neuestem der Thriller "Christmasland", eine Mischung aus Fantasy und Horror. Und es scheint, als hätte der Autor mittlerweile akzeptiert, dass er dem "Familienfluch" nicht entkommen kann, denn hier sind auch zum ersten Mal offensichtliche Hinweise auf die Werke seines Vaters zu finden.

Worum geht es nun in "Christmasland", dem Ort, an dem immer Weihnachten ist, es sehr zur Freude aller Kinder Geschenke gibt und man nie erwachsen werden muss? Genau mit diesen Versprechungen ködert der skrupellose Charlie Manx die Kinder, die er wenig später entführt. Das klappt immer, zumindest so lange, bis sich seine Wege mit denen von Victoria "Vic" McQueen kreuzen. Diese hat eine ganz besondere Gabe, denn sie kann verlorene Dinge wiederfinden. Dazu muss sie nur mit ihrem alten Fahrrad über die Brücke in die Zwischenwelt fahren. Und bei einem dieser Ausflüge trifft sie auf Charlie Manx...

Das zentrale Thema dieser Geschichte ist, wie so oft, der Kampf Gut gegen Böse, wobei Charlie Manx und sein im höchsten Grade unsympathischer Gehilfe Bing Patridge Verstärkung durch ein Fahrzeug mit Eigenleben, Manx Rolls Royce Wraith, erfahren. Wer denkt da nicht an "Christine" oder "Trucks"? Auf der Seite der Guten kämpfen Vic, ihr Mann und eine Bibliothekarin mit einer besonderen Gabe. Doch in dem finalen Showdown stehen sich natürlich die beiden Kontrahenten Charlie und Vic gegenüber.

"Christmasland" umspannt einen Zeitraum von annähernd dreißig Jahren. Demzufolge entwickelt Joe Hill die Story sehr ausführlich, aber immer zielgerichtet. Zu Beginn ist die Erzählweise sehr auf Tempo und Spannung ausgerichtet, in der Mitte flacht dies etwas ab, dafür liegt dann der Schwerpunkt auf der Charakterisierung und Entwicklung der Personen, wohingegen gerade im letzten Drittel die Geschichte durch die zahlreichen Cliffhanger einen Sog entwickelt, dem sich der Leser kaum entziehen kann - einfach nur grandios!

Das ideale Weihnachtsgeschenk für Leser mit einer Vorliebe für gruselige Thriller.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Fast wie »Der Rattenfänger von Hameln« schleicht sich Charlie Manx durch die Jahrhunderte, entführt Kinder in das »Christmasland« und tötet mit vorgeblich guter Absicht deren Eltern. Als Charlie Manx stirbt und die Gerichtsmediziner ihm auf der Suche nach organischen Anzeichen seiner Bosheit das Herz herausnehmen, ist es fast als hätte man einem Rolls-Royce den Motor herausgeschraubt. Das passiert tatsächlich an einem anderen Ort, und kaum ist das historische und unheimlich beseelte Auto wieder instandgesetzt, funktioniert auch sein Herr und Meister wieder. Er verlässt recht fidel die Leichenhalle und setzt sein böses Werk fort.

Parallel dazu wächst Vicky auf, ein Mädchen, das bei jedem Frust und jeder Unpässlichkeit mit altersgemäßen Fahrrädern, später mit dem Motorrad in Sekunden riesige Strecken überwindet. Dazu halluziniert sie eine verfallene Brücke, auf deren anderer Seite Landschaften, Städte und Dörfer erscheinen, in denen sie zunächst neben verlorenen Dingen auch Trost findet. Irgendwann trifft Vicky auf ihren Ausflügen in einer Bibliothek eine jung verlebte Prostituierte, die sich trotz Drogen, Ritzen und Zigaretten ausdrücken auf der blanken Haut über viele Jahre als treue Partnerin im Kampf gegen Charlie Manx erweisen wird. Denn »Christmasland« ist nur in der Phantasie seiner jungen Opfer ein Paradies. Sie entwickeln sich zu seelenlosen, blutgierigen Monstern, denen Charlie Manx die Lebensenergie heraussaugt.

Als Mutter eines Sohnes wird Vicky später alles daran setzen, dem schrecklichen Treiben ein Ende zu bereiten. Längst geht es nicht mehr nur um den jungen Wayne, sondern um weit, weit mehr.

Wie der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, so ist auch Joe Hill nahe dran, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten: Stephen King. Vielleicht erinnert »Christmasland« deshalb ein bisschen an den »Friedhof der Kuscheltiere«, an das Automonster-Buch »Christine« und an Bewegungen durch Zeit und Raum wie zuletzt in »Der Anschlag«. Aber eigentlich ist es egal, woher Joe Hill sich seine Anregungen holt, wenn daraus so etwas wie »Christmasland« entsteht. Noch nicht ganz King, aber auf einem guten Weg dorthin, mischt er Wahn und Wirklichkeit und packt sie ordentlich in Kinderträume ein. »Christmasland« ist dennoch kein Roman für Kinder. Und ob die größeren Lesern sich das nächste Weihnachten davon verderben lassen? - Es käme auf einen Versuch an.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Mit „Christmasland“ legt der 1972 im US-Bundesstaat Maine geborene und mit seiner Frau und drei Kinder in New Hampshire lebende Schriftsteller Joe Hill nun nach „Blind“ und „Teufelszeug“ (letzterer wurde kürzlich verfilmt und startet wohl 2014 in den Kinos) seinen dritten Roman vor. Daneben sind in deutscher Sprache noch die sagenhafte Comicreihe „Locke & Key“, der Comic „Das Cape“ sowie die mit seinem Vater Stephen King gemeinsam verfasste Novelle „Im hohen Gras“ und der ebenfalls mit seinem Vater verfasste Comic „Road Rage“ erschienen.
Der 800-Seiten-Roman „Christmasland“ handelt von Vicky McQueen, die bereits als junges Mädchen die besondere Gabe hat, verlorene Dinge wiederzufinden. Sie muss dabei nur über eine Art imaginäre Brücke fahren, und kommt dabei fast immer an den Ort, wo sie das findet, was sie sucht. Einen imaginären Ort, (oder existieren diese Orte doch wirklich?) hat auch Charlie Manx. Er nennt ihn das Christmasland. Ein Ort, an dem täglich Weihnachten gefeiert wird und alle Kinder gerne hinmöchten, so scheint es zumindest. Charlie macht es sich zur Aufgabe, Kinder aus ihren vermeintlich schlechten Familien zu „befreien“ und sie mit Hilfe des Gasmaskenmannes in Manx altem Rolls Royce Wraith ins Christmasland zu bringen. Nur erwartet sie dort zwar wirklich ein tägliches Weihnachtsfest, aber auch unsagbares Grauen. Das muss auch Vicky feststellen, als sie, eher durch Zufall, Manx in die Hände fällt. Aber sie schafft, was bis jetzt keines der Kinder vollbrachte, sie ist ihm wieder entwischt. Viele Jahre später sinnt Manx auf Rache und Vicky ist gezwungen, ihn erneut aufzuspüren, koste es was es wolle, sie muss nur ihre Brücke wiederfinden. Aber dabei ist sie nicht ganz auf sich alleine gestellt. Eine etwas seltsame Bibliothekarin mit einer ähnlichen Gabe, wie Vicky sie besitzt, und Vickys Mann stehen ihr zur Seite. Aber letztendlich muss sie Manx alleine gegenübertreten, ein großer Showdown kündigt sich an.

Fazit:
Man sollte auf keinen Fall Vater und Sohn schreibtechnisch miteinander vergleichen, aber etwas hat Joe Hill sicher von seinem Vater geerbt. Sein schriftstellerisches Talent, auch in einem 800 Seiten langen Roman kaum Langeweile aufkommen zu lassen. Eine ausgeklügelte Story und sehr gute Beschreibungen, vor allem der Charaktere (hier sei vor allem der Gasmaskenmann noch einmal extra erwähnt), machen den Roman zu einem Lesegenuss. Wie schon bei „Locke & Key“ schafft es Hill fast spielerisch, verschiedene Zeitebenen und Handlungen gekonnt miteinander zu einem Aha-Erlebnis zu verknüpfen. „Christmasland“ ist ein ideen- und temporeicher Roman eines Autors mit hohem schriftstellerischem Talent und vor allem mit sehr, sehr viel Fantasie. Ich jedenfalls bin jetzt schon gespannt auf sein nächstes Werk, aber erst einmal in Erwartung des im März 2014 erscheinenden Abschlussbandes seiner Comicreihe. Ein Autor, den man im Auge behalten sollte!

Rezension © 2013 by Gerald Schnellbach für BookOla.de
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am 27. November 2013
Das Stephen King Imperium (so es denn eins gibt) hat wohl erkannt, dass es nicht wenige Alt-Fans gibt, die den Frühwerken des Meisters hinterhertrauern. SK zieht es ja seit einigen Jahren eher hin zum spanenden Gesellschaftsroman, klassische Horrorelemente spielen eine immer geringere Rolle und fungieren teilweise nur noch als inhaltliche Klammer, die dazu dient die eigentliche (Horror-freie) Handlung ins Laufen zu bringen (sh. der Anschlag, Under the dome). Vorbei die Zeiten, als King noch mit echten Gruselepen a la ES oder Pet Cemetary den Herzschlag seiner Fans erhöhen konnte. Was aber nicht heißen soll, dass der neue King nicht auch seine Qualitäten hat. Es macht nach wie vor Spass King zu lesen und seine neuen Ansätze sind eine willkommene Abwechslung zu seinem bisherigem Werke. Sei`s drum. Nun tritt Joe Hill (sein Sohn) auf den Plan und schließt offensichtlich die von einigen Fans schmerzlich vermisste Lücke. Hils Christmasland liest sich wie ein King alter Prägung und bedient sich fröhlich allerlei Stilelemente seines Dads. Den sinstren Bösewicht (der richtig, richtig böse ist), seinen durchgeknallten Assistenten (der "Mülleimermann" aus The Stand läßt grüßen), Kinder/Erwachsene mit übersinnlichen Fähigkeiten und für ale die es dann wirklich noch nicht verstanden haben, wessen Sohn der Gute ist, gibt es eindeutige Querverweise auf einen gewissen Pennywise und den guten alten Turm. Nein, Emanzipation vom Elternhaus sieht wirklich anders aus. Wie nie zuvor bekennt sich Hill dazu der Sohn seines Dads zu sein. Das ist schade, denn Hill hat durchaus seine Qualitäten als eigenständiger Autor. Seine Comic-Kooperationen aber auch seine Kurzgeschichten sind wirklich gut und beweisen eine sehr eigenständige Note.
Nun wäre das alles ja kein Problem, allerdings hakt es schlicht mit der Spannung. Wiedermal mäandert Hill durch mehrere Schauplätze, lässt viel (Action) passieren, schafft aber keine wirkliche Tiefe und Nähe zu einen Akteuren. Mr. Manx und sein Gasmasken Kollege wirken böse und durchgeknallt, aber wirklich beängstigend eigentlich nicht. Man liest sich zwar flüssig und schnell durch 800 Seiten (weil halt viel passiert), aber wirklich mitgenommen fühlte ich mich nicht.
Egal: die überwiegende Meinung der Leser und Kritiker ist da durchaus positiver und das zeigt immerhin, dass King senior nun in der Lage ist allen, die dem "Stoff der frühen Jahre" nachtrauern, jetzt endlich eine Antwort zu liefern: Joe Hill.
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