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am 14. November 2013
„Im Grunde kennt die Literatur nur zwei große Themen: Die Liebe und den Tod. Der Rest ist Mumpitz.“ Ich hätte nicht gedacht, dass ich in einer Rezension einmal Marcel Reich-Ranicki zitiere. Aber hier passt es. Natürlich kann man sich darüber streiten, ob der Rest wirklich „Mumpitz“ ist (für mich ist er es nicht), aber so ganz falsch lag er mit dieser Sichtweise nicht, weil sich doch vieles in der Literatur um Liebe oder Tod dreht. Aber warum dieses Zitat zu Beginn der Besprechung von DOCTOR SLEEP)? Weil dieser Roman ein Hauptthema hat. In seinem letzten großen Roman DER ANSCHLAG hat sich King mehr mit dem anderen „großen Thema“, der Liebe, beschäftigt. Doch hier ist es, wie so oft in seinen Romanen (und wie so oft in der Horrorliteratur) der Tod.

DOCTOR SLEEP ist die Fortschreibung von Kings Roman SHINING aus dem Jahr 1977. SHINING ist wahrscheinlich nicht nur für mich einer der besten King-Romane, was ihn gleichzeitig auch zu einem der besten Horror-Romane überhaupt macht. King war sich natürlich bewusst, dass er ein Wagnis eingeht, wenn er die Geschichte des kleinen Jungen Danny Torrance weiter erzählt. Im Nachwort zum Buch schreibt er ganz richtig: „Ich denke gern, dass ich immer noch ganz gut schreiben kann, aber nichts kann der Erinnerung an etwas gerecht werden, bei dem wir uns ordentlich gegruselt haben, wirklich nichts, besonders wenn diese Erinnerung aus einer Zeit stammt, in der man jung und leicht zu beeindrucken war.“ Im ersten Teil des Satzes untertreibt er ein wenig, aber sonst trifft der Satz den Nagel auf dem Kopf. Das war auch der Grund, warum ich SHINING nicht noch einmal gelesen habe, um mich auf die Lektüre von DOCTOR SLEEP einzustimmen. Den Zauber, den Grusel und die Angst, die dieser Roman bei meinem 15- oder 16jährigem Ich erzeugt hat, kann er unmöglich heute auch noch entfalten. Also habe ich meine spärlichen Erinnerungen angezapft, die aber während der Lektüre dieses Buches immer wieder aufgefrischt wurden.

Das Buch hat drei Handlungsstränge, die langsam aber sicher zusammengeführt werden. Der Roman beginnt nicht lange nach den Geschehnissen im Overlook-Hotel. Danny Torrance hat immer noch die Gabe, Dinge zu sehen und zu können, die andere nicht sehen oder können – das Shining. Im Schnelldurchgang wird seine Kindheit und Jugend erzählt, bevor er als junger Erwachsener gezeigt wird, der genau so ein versoffenes Arschloch wie sein Vater geworden ist. Durch ein Schlüsselerlebnis, seinem Tiefpunkt, versucht er von der Flasche loszukommen, wandert ziellos durch die USA umher und landet schließlich (um die Jahrtausendwende) in dem Örtchen Frazier, New Hampshire, wo er einen Job und Freunde findet, die ihn dazu bringen sich den AA (Anonyme Alkoholiker) anzuschließen. Im zweiten Strang wird von einer Gruppe in Wohnmobilen umherziehender Leute erzählt, die sich selbst den „Wahren Knoten“ nennen. Diese Personen sind nicht wirklich menschlich. Sie sehen zwar aus wie Menschen, haben aber übernatürliche Gaben und eine erheblich größere Lebensspanne, die sie hauptsächlich ihrer „Nahrung“, dem sogenannten Steam“ verdanken. Dieser Steam ist nichts anderes, was der Leser auch als Shining kennt. Und auf welch brutale Weise die Mitglieder des Wahren Knotens an ihren Steam herankommen, zeigt schon früh im Roman auf, wer die Bösen sind.

Zu guter Letzt lernen wir noch das Mädchen Abra kennen. Sie wohnt in der Nähe des Ortes Frazier. Es scheint also kein Zufall zu sein, dass es Danny Torrance dorthin verschlagen hat. Schon Abras Geburt war nicht unbedingt normal. Als kleines Mädchen stellt sich dann heraus, dass sie ähnliche übersinnliche Begabungen hat, wie wir sie von Dan kennen, nur dass sie noch viel stärker ausgeprägt sind. Sie schafft es auf mentaler Ebene eine Verbindung zu Dan aufzunehmen. Aber auch der Wahre Knoten wird auf sie aufmerksam, durch die starke Ausprägung ihres „Shinings“ ist sie für sie die größte Nahrungsquelle, die sie je entdeckt haben. Nach ca. einem Drittel des Buches sind wir im Jahr 2013 angekommen und die bis dahin getrennt voneinander handelnden Personen, treffen aufeinander.

Wie schon zu Beginn erwähnt, handelt der Roman hauptsächlich vom Tod und vom Sterben. DOCTOR SLEEP ist der Name den Dan Torrance erhält, weil er bei seiner Tätigkeit in einem Hospiz, derjenige ist der gerufen wird, wenn ein Patient dabei ist, sein Leben auszuhauchen. Durch seine Fähigkeit und sein wissen, dass es mehr gibt, als das, was man sehen kann, nimmt er den Sterbenden die Angst. Aber auch die Mitglieder des Wahren Knotens werden mit dem Tod konfrontiert. Für sie kommt es umso überraschender, da sie sich fast für unsterblich halten. Aber auch in anderen Haupt und Nebenhandlungsschauplätzen wird immer wieder der Tod thematisiert. Der Roman gibt aber keine Antworten, wie man sich dazu positionieren soll, sondern regt eher dazu an, dieses gerne verdrängte Thema wieder näher an sein eigenes Bewusstsein heranzulassen.

Aber unabhängig von dieser Ebene ist der Roman auch eines: gute, spannende Unterhaltung auf erzählerisch höchstem Niveau. Schon nach wenigen Kapiteln hat es Stephen King geschafft mich in einen Sog hereinzuziehen, wie nur wenige Autoren es können. Man vergisst die Welt um sich herum und lebt für den Augenblick nur in dieser Geschichte. Dieses Erlebnis, das ich in der Jugend oft hatte, herbeizuführen, ist eigentlich nur noch King in der Lage. Er schafft es nicht mehr mit jedem seiner Bücher. Aber mit diesem hier ist es ihm wieder gelungen. Seine Romane sind zwar nicht mehr so unheimlich, wie es seine frühen Werke waren (und ich denke, dass liegt nicht nur an meinem fortgeschrittenen Alter, dass ich so empfinde), aber wie die Spannung aufgebaut wird, um am Ende in einem packenden Finale zu kulminieren. Das ist die Champions League des Erzählens. Wie nebenbei baut er persönliche Erfahrungen ein (AA), bringt kleine Schreckmomente und lässt es in geringen Dosen auch ordentlich splattern.

Und wie seine Figuren bis in die kleinste Randfigur hinein lebendig wirken, versetzt mich bei jedem neuen Buch immer wieder in ehrfurchtvolles Staunen. Dieser Roman hat es geschafft mich zu beeindrucken, obwohl ich nicht mehr „jung und leicht zu beeindrucken“ bin. DOCTOR SLEEP ist mehr als ein guter Horror-Thriller, es ist in meinen Augen große Literatur und ich wage die (für uns wohl nicht verifizierbare) These aufzustellen, dass dieses Buch, wie viele andere von Stephen Kings Büchern, noch in 200 Jahren gelesen werden.

Fazit: Stephen King zeigt bei DOCTOR SLEEP seine einzigartige Fähigkeit einen spannenden Thriller zu schreiben und dabei nebenbei existentielle Fragen anzugehen. Das alles geschieht auch noch in einer erzählerischen Qualität, dass ich von der ersten bis zur letzten Seite des Romans gefesselt war und am Ende absichtlich langsamer gelesen habe, weil ich nicht wollte, dass dieser Roman aufhört.

Die Rezension befindet sich auch auf meinem Blog (siehe Profilname)
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VINE-PRODUKTTESTERam 24. April 2015
Lange, nachdem Dan den Schrecken seiner Kindheit verdaut hat, wird ihm klar, dass diese Wahrheit nicht stimmt. Sein Shining wird er nie verlieren und ohne es zu ahnen verfällt er dem Alkohol und all seinen Tücken. In einem Hospiz hilft er, alte Menschen in Ruhe sterben zu lassen. Bis eines Tages eine komische Sekte beginnt ihr Unwesen zu treiben und ein kleines Mädchen in Gefahr gerät. Dan überlegt nicht lange und handelt, wie es nur ihm möglich ist …

Die Protagonisten
Ich habe mit Dan gelitten, als er noch sehr klein war, und wusste nicht, ob ich ihn wiedersehen möchte. Eine Figur, mit der ich viel Zeit verbracht habe, von der ich mich verabschiedet hatte – musste sie wieder kommen? Anscheinend schon, denn sie hatte noch etwas zu erzählen und spukte durch den Kopf von Stephen King. Jetzt, danach, bin ich froh, dass Dan noch einmal wiedergekommen ist.

Er ist ein zähes Bürschchen mit vielen Problemen. Manchmal habe ich gedacht, es ist das ein oder andere Problem zu viel. Ein Freund muss nicht auch noch krank werden, wenn Dan schon mit dem Alkohol zu kämpfen hat. Er trägt seine Gefühle im Kopf und im Herzen und verbunden wird alles mit seinem Shining. Die Treffen bei den AA haben mir sehr gut gefallen, auch wenn es manchmal etwas viel war, denn auch Sprüche und Belobigungen sind im Buch zu verfolgen und zu lesen.

Sofort in mein Herz geschlossen habe ich Abra. Ich will zwar nicht viel über sie sagen, aber ihr Leben hat mich wirklich interessiert. Sie war so frei und süß manchmal, dass ich sie nur noch knuddeln wollte.

Kulisse
Wollte ich an den Ort des ersten Buches zurückkehren? Dort hin, wo ich mit Dan gelitten habe, Angst vor toten Menschen hatte und später in jedem Knarren einen Toten vermutet hatte?

Gott sei Dank ist Stephen King nicht ganz so böse und lässt uns erst mit Dan etwas durch Amerika reisen, um dann in einem eher unscheinbaren Ort zu landen. Die meisten Orte sind für Dan schwierig zu ertragen, was an seiner Vergangenheit liegt. Ich mochte es sehr, die Landschaft aus seinen Augen und mit seinen Gefühlen zu sehen. Außerdem begleiten wir noch ein bisschen Abra, die noch ein klein wenig spießiger wohnt als Dan.

Wie der Ort des Hotels hier wieder auftaucht, möchte ich nicht verraten, denn das müssen die Leser selbst entdecken.

Handlung
Die Geschichte knüpft nicht exakt an “Shining” an und das ist gut so. Auch der Stil der Geschichte hat sich etwas geändert. War der Schrecken in “Shining” jederzeit greifbar und war plötzlich erschreckend, geht der Schrecken von “Doctor Sleep” etwas tiefer, braucht aber auch länger, um zu wirken. Aber diesen Wandel gab es in den letzten Büchern von Stephen King immer mal zu lesen.

Die Probleme von Dan und seine Gabe, alten Menschen zu helfen, verschafft ihm eine angenehme Position in seiner kleinen Stadt und ein paar gute Freunde. In einem anderen Erzählstrang begleitet der Leser die kleine Abra, die wächst und gedeiht und ordentlich die Handlung vorantreibt. Außerdem gibt es noch die Sekte, die zwischendurch durch Amerika zieht und der Leser ihre Machenschaften kennenlernt.

An bestimmten Punkten kreuzen sich die Geschichten durch gewisse Ereignisse, Treffen untereinander oder etwas Grusel. Das hat mir immer sehr gut gefallen. Manchmal verheddert King sich in gewissen Szenen, die er als sehr wichtig erachtet, aber da habe ich mich durchgelesen. Und am Ende war mir bewusst, dass jede Szene etwas wichtiges in sich trägt, was nicht immer sofort sichtbar ist.

Die Gestaltung
Das Cover sieht wirklich gut aus. Sehr geheimnisvoll und erst, wenn der Leser das Buch zu Ende gelesen hat, hat er eine Ahnung, was auf dem Cover abgebildet ist.

Die Bewertung
Diesmal tat ich mich mit dem neuen King-Buch ein bisschen schwer. Ich mag keine Fortsetzungen von Büchern, die ich sehr gemocht habe und mit denen ich abgeschlossen hatte. Trotzdem hat Stephen King mich wieder auf seine Seite gezogen und ich mochte die Geschichte sehr. Zwar ist sie nicht so gruselig, wie einige erwarten, aber unterschwellig war immer etwas da und hat mir Gänsehaut bereitet.
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Ja, alt bin ich geworden. Er war mein Held meiner Kinderzeit. In den 8oer Jahren hat er mich Nacht für Nacht das Gruseln gelehrt: Carrie, Frühling, Sommer, Herbst und Tod, Der Friedhof der Kuscheltiere, In einer kleinen Stadt Needful Things (mein Lieblingsbuch) und natürlich - Shining.

Was habe ich ich Jack Nicholson in diesem Film verehrt. Kubrick's Idee mit dem Fahrstuhl; unauslöschlich ins Hirn gebrannt. Durch Stephen King bin ich Thriller-Fan geworden, irgenwann in den frühen 20er Jahren änderte ich allerdings wegen Mo Hayder meinen Lesezettel.

Ich kaufte King's-Bücher weiter, las sie aber nicht mehr. Mein letztes Buch von ihm war "Das Bild" und "Sturm des Jahrhunderts"; beide gefielen mir überhaupt nicht. Viele zu viele stehen noch immer ungelesen in meinem Regal. Ihn zu lesen war nicht mehr meine Priorität, ihn zu kaufen und im Regal zu haben, musste mit jedem seiner Bücher sein.

Und dann kam er nach München. Natürlich pilgerte ich hin; unvorhergesehen bekam ich ein Exemplar geschenkt. Und natürlich wollte ich wissen: Kann er es noch?

Ja und Nein. Ich glaube, auch wenn ich das Gespräch mit Denis Scheck Revue basieren lasse, dass es King's persönlichstes Buch ist. Er gibt viel von sich Preis - ob bewusst oder unbewusst; aber seine Art und Weise, wie er seine Alkoholzeit, seinen Entzug und die AA-Interventionen beschreibt, sind schon sehr persönlich. Was auch immer sein Punkt war, den er überwinden musste, um den Entzug zu machen, bleibt - absolut - seine Privatsache; ich bin sicher, dass es mindestens so hart war, wie Dan Torrance schwärzester Tag.

Ich muss sagen, dass mich diese Szene sehr berührt hat; ja sogar weinen ließ. Auf ewig, werde ich "Zucka" nicht mehr unbewusst zur Hand nehmen können (wohlgemerkt den "echten" Zucker nicht die Metapher), um nicht an Tommy zu denken.

Ansonsten muss ich aber sagen, dass King viele lange, endlos lange Passagen, eingebaut hat, wo man als Leser wirklich durchhängt. Ich bin es ja von jeher von seinen Büchern gewöhnt, denn alle haben diese Passagen; aber ewig lange AA-Programme zu lesen oder diese "Wahre Knoten"-Geschichte, wer wer ist und was und welchen Trailer sie fahren; oje, das hat mich fast dazu bewogen, ihn wegzulegen. Und doch trieb es mich weiter, um dann plötzlich (ab ca. Seite 560) zu explodieren. King bekommt einen Sog, den nur er hinbekommt. Mein Kopfkino explodierte förmlich, ich sah alles geistig vor meinem Auge abziehen. Er heißt Meister, er ist der Meister. Ich kenne keinen, der das auch nur annähernd zustandebringt, sich alles so bunt, so explosiv, so nahe vorzustellen. Er kann es noch.

Begeistern wird es natürlich auch viele Kollegen; er zollt ihnen ihren Tribut, in dem er ihre Werke benennt, zitiert, Namen von Protagonisten einwirft oder auch nur einen Titel erwähnt: Joanne K. Rowling, Thomas Harris, Jodi Picoult, Dean Koontz, Lisa Gardner, Suzanne Collins, Regisseur Peter Bogdanovic und sogar Margaret Mitchell finden ihre Erwähnung.

Ärgerlich war, dass der Heyne Verlag, es nicht verstand, die Geschichte ordentlich übersetzen zu lassen: Das Korrektorat hat extrem geschlampt. Der Verlag kann das hohe Niveau des Preises nicht halten. Auch ein Lesebändchen hätte dem HC gut getan. Schade!

Fazit: Wer Stephen King liebt und ihn seit Jahren liest, wird sich freuen, dass er in seine alte Form zurückgefunden hat. Für Neueinsteiger ist das Buch allerdings nicht geeignet, da es ohne Shining-Vorkenntnisse nicht ankommen wird. Wer weder den Film, noch das Buch je gesehen bzw. gelesen hat, wird sich mit der Geschichte schwer tun. Persönlich fand ich, dass es einige Leerläufe gab und gerade der "Wahre Knoten" mich fast schon zum Gähnen gebracht hat; diese Geschichte ich nicht neu, hat es in ähnlicher Form schon gegeben, hier war der Punkt wo ich sage: "Bitte tu was, aber tu es bald". Auch die AA-Sprüche und ständige Mantra-Wiederholung war für mich, etwas zu viel und hätte an manchen Stellen nicht sein müssen. Ich habe lange Zeit gedacht, er würde für dieses Buch nur eine 3 kassieren; alles in allem, aber ist es eine Story, die ab einer gewissen Seite einen Sog entwickelt, den man sich nicht mehr entziehen kann - deshalb verdient: 4 Sterne!
Viel Spaß!
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TOP 500 REZENSENTam 18. Juni 2014
Ich bin nicht der große Freund von Fortsetzungen. Aber ich lasse mich gern überzeugen, dass sie sich lohnen. Allerdings ist hier so einiges schiefgelaufen. Obwohl King im Nachwort schreibt, er fand die Idee wirklich gut und er wollte das Buch schreiben, das Fans von ihm wollten, finde ich, es wirkt ganz und gar nicht so, als hätte King es wirklich schreiben wollen. Es fehlen seine kleinen "Runden mitten ins Herz", seine Art, wie er den Leser hinterrücks in die Falle laufen lässt, es fehlt seine komplette Finesse.

Das Übel fängt aber schon mit der Übersetzung an, die deutlich schwächelt und Mängel aufweist. Und der Lektor/Korrektor hat dann völlig versagt und die deutsche Sprache massiv vergewaltigt. Das kenne ich vom HEYNE-Verlag absolut nicht, da bin ich höchste Qualität gewöhnt und umso geschockter bin ich jetzt.

Die Story wäre wirklich klasse, hätte sie nicht so viele Löcher wie ein schweizer Käse. Nichts, aber auch gar nichts wird wirklich erklärt, es bleiben unzählige offene Enden (die aber kein weiteres Buch wert wären). Alles tröpfelt vor sich hin, bis zu einem Mini-Show-Down, der auch noch dermaßen vorhersehbar und viel zu glatt ist, dass ich das Buch beinahe an die Wand geworfen hätte.

Wo ist der King, den ich so gerne lese, den ich geradezu verschlinge und der mich bisher noch nie enttäuscht hatte? Wie er selbst im Nachwort schreibt: "Der Mensch, der Doctor Sleep geschrieben hat, ist ein ganz anderer als der wohlmeinende Alkoholiker, der Shining schrieb, aber beide haben dasselbe Ziel: eine tolle Geschichte zu erzählen." King hat seine Süchte schon länger bekämpft und überwunden, aber dieses Buch fühlt sich für mich nach Tiefpunkt an.

"Joyland" fand ich einfach genial, es hat mich auf eine Reise mitgenommen und den Freizeitpark erleben lassen. "Doctor Sleep" hat mich nur von weiter Ferne zusehen lassen und mich nicht in die Story hineingezogen. Das gab es bei King noch nie.

Schade! Ich hatte mich so sehr auf das Buch gefreut und es mir extra länger "aufgehoben", um es genießen zu können. Seit mehr als 20 Jahren lese ich die King-Bücher in ihrer chronologischen Reihenfolge und mache jede Entwicklung, jede Veränderung von King mit, aber hier stehe ich ratlos da und frage mich, was mir wohl "Mr. Mercedes" bringen wird.

Ich muss mich überraschen lassen. Aber für "Doctor Sleep" bleiben leider nur drei Sterne übrig. Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal machen werde und es tut mir körperlich weh.
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am 17. Mai 2016
Die Aufregung war groß, als bekannt wurde, Stephen King führt einen seiner größten Erfolge weiter, Shining. Die einen waren hellauf begeistert, endlich zu erfahren, wie es nach den Erlebnissen im Overlook Hotel mit Danny weiterging, wie sein Leben verlief, andere hingegen sahen darin einen Fauxpas, der nur in die Hose gehen konnte. Wie sollte etwas an Shining heranreihen.

Zu aller erst muss ich sagen, ich bin kein Fan von Shining, und das obwohl ich großer Stephen King Liebhaber bin. Ich mag das Buch nicht, noch viel weniger aber den Film. Mich zog die Geschichte einfach nie in seinen Bann. Vielleicht auch weil man als 90er Generation zu dem Zeitpunkt, wenn man das Buch endlich liest, ja eigentlich eh schon weis, was passiert und wie es ausgeht. Deshalb konnte ich aber, denke ich, diesem Buch etwas unvoreingenommen entgegentreten.

700 Seiten später kann ich sagen, ich bin begeistert. Das ist King so wie ich ihn liebe. Ein für in typischer Handlungsstrang, den ich aber so gerne lese, der von einem Helden handelt, der auf Grund eines schweren Schicksals die, wie ich sie nenne, King'sche Entwicklung durchlebte, er wurde Alkoholiker und sich nun noch ein letztes Mal seinen Dämonen stellen muss. Dieses Buch ist so ganz anders, als es Shining ist. Spielt Shining noch in einem, von der Außenwelt, abgekapselten Hotel, spielt sich in diesem Buch ein kleiner Roadtrip ab, der sehr verschiedene Helden zusammenbringt, während sich woanders das Böse versammelt und etwas Großes plant.

Ein schönes Buch über einen Mann, der lernte seine Dämonen zu besiegen und sich diesen schlussendlich offen zu stellen um ein junges Mädchen zu retten und ihr ein besseres Leben zu verschaffen.
Wer Bücher wie Dead Zone oder Der Anschlag mochte, wird auch an diesem Buch seinen Gefallen finden.
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TOP 500 REZENSENTam 28. Oktober 2014
Ich habe meinen ersten King-Roman gelesen und bin insgesamt recht gut unterhalten worden, aber von den Socken gehauen hat er mich nicht. Zum Fan werde ich wohl nicht, auch wenn ich ihm mit dem Roman "Shining" eine zweite Chance geben werde.

Angezogen worden bin ich von der Ankündigung "Die große Fortsetzung von Shining". Den Film habe ich natürlich in den 80er Jahren mit einer Mischung aus Ekel und Faszination geschaut und wollte gern wissen, was aus dem kleinen Danny geworden ist, der mit seinem Dreirad durch das einsame Overlook-Hotel geradelt ist und dabei Dank seiner Gabe allerlei untote Gestalten gesehen hat. Die Antwort: genau so ein versoffenes cholerisches Arschloch wie sein Vater.

Was mich ein wenig genervt hat, sind die langen, langweiligen Passagen in der Mitte des 700 Seiten Wälzers, wo King wohl seine eigene Vergangenheit als Alkoholiker verarbeitet und seitenlang Treffen der Anonymen Alkoholiker beschreibt. Auch die Beschreibung der Zombietruppe der "Wahre Knoten" (was für ein bescheuerter Name) hat nicht zur Spannungssteigerung beigetragen. Die letzten 150 Seiten wird es wieder richtig spannend, da erweist sich Stephan King wirklich als der "Meister des Horrors".

Da es immer wieder Rückblenden zu den Geschehnissen im Roman "Shining" gibt, braucht man den Vorgängerroman nicht unbedingt lesen, um die Geschichte zu verstehen. Für den langweiligen Mittelteil ziehe ich einen Punkt ab, ansonsten habe ich mich gut unterhalten gefühlt bei durchschnittlichem Gruselfaktor, der auf unnötig grausame Szenen verzichtet.
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am 4. Mai 2016
Danny Torrance, bekannt aus dem Weltbestseller "Shining", schafft es gemeinsam mit seiner Mutter aus dem Overlook Hotel zu fliehen und vor seinem besessenen Vater zu entkommen.

Jahre später lassen Danny die Ereignisse, die sich im Hotel abgespielt haben, immer noch nicht los, weshalb er in eine Alkoholsucht stürzt.

Als Abra mit dem Shining aufwächst, wird eine Sekte auf sie aufmerksam. Eine Sekte, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, alle Kinder mit dieser Fähigkeit zu finden, um an das Shining zu gelangen.

Aus diesem Grund wollen Dan und Abra gegen diese Sekte vorgehen und geraten dadurch in Lebensgefahr.

Persönliche Meinung:

Die Geschichte beginnt drei Jahre nach der Flucht aus dem Overlook Hotel. Obwohl Danny und seine Mutter weggezogen sind, um noch einmal neu anzufangen, sieht Danny immer noch Geister in Form von nackten Frauen, die ihn suchen.

Um sich so einen Geist vorstellen zu können, möchte ich auf eine der bekanntesten Szenen aus Shining hinweisen:

Dannys Vater betritt ein Badezimmer und sieht eine nackte Frau in der Badewanne sitzen, die ihn anschaut, aus der Wanne steigt, auf ihn zuläuft und beide beginnen sich zu küssen. Bis Dannys Vater in den Spiegel schaut und sieht, dass die Frau, die er im Arm hält, total zerfallen und eigentlich schon tot ist.

Diese Szene kann man sich auch auf Youtube anschauen. Ich möchte sie hier jedoch wegen der "Nacktszene" nicht verlinken.

Anschließend gibt es einen großen Zeitsprung und man befindet sich im Jahr 2001. Danny (Dan) ist bereits erwachsen und alkoholsüchtig.

Um die Sucht des Protagonisten zu beschreiben, nimmt King sich ganze 300 Seiten Zeit. Ich weiß, dass Stephen King seine eigene Alkoholsucht in diesen 300 Seiten verarbeitet, aber mir persönlich war es dann doch etwas zu viel.

Ich bin froh, dass dieser Roman ganze 700 Seiten umfasst, sonst wäre es wohl ein ganz schöner Griff ins Klo gewesen.

Hat man diese Hälfte hinter sich, geht es erst richtig los. Es wird ungeheuer spannend! Das typische King-Feeling (Jemand, der King bereits gelesen hat, wird wissen, was ich meine) kommt beim Leser ganz extrem an, was es fast schon unmöglich macht, mit dem Lesen aufzuhören.

Ich habe diesen Roman als Hörbuch gehört. Hätte ich das nicht getan, würde ich wahrscheinlich die nächsten zwei bis drei Wochen noch an diesem Buch lesen... wenn nicht sogar länger. :D

Wieso ich behaupte, dass man ab einem bestimmten Punkt gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören kann, liegt daran, dass es mir mit dem Hören genauso ging. Für über 20 Stunden Hördauer habe ich 4 Tage gebraucht. Hätte ich nicht noch zwischendurch schlafen müssen, wäre es wesentllich schneller gegangen. :)

Aufgrund der wirklich vielen Seiten und der Neugier auf David Nathan - der für die Vertonung von Stephen King Romanen sehr bekannt ist - habe ich mich für das Hörbuch entschieden. Der Auslöser dafür, dass ich nun auch bei Audible einen Account besitze :D

Schon seit einigen Monaten höre ich immer wieder in Verbindung mit Stephen King, dass David Nathan klasse sein soll.

"Klasse" ist in meinen Ohren völlig untertrieben! Ich fand ihn GRANDIOS!!!

Durch die Art, wie Nathan liest, verleiht er dem Inhalt zusätzliche Spannung!
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am 9. Juni 2016
In meiner Jugendzeit habe ich King verschlungen. Manche seiner Bücher fand ich genial, andere nicht ganz so gut - aber alles besser als den Durchschnitt. Mit "Friedhof der Kuscheltiere" und "Shining" hatte mich King absolut an sich gefesselt.
Vor wenigen Jahren nahm ich Shining nochmals zur Hand und es faszinierte mich immer noch. Diesmal unter ganz anderen Gesichtspunkten - die psychischen Abgründe, die jeder Mensch in sich trägt.
Um so größer war die Freude als ich entdeckte, dass nun Danny aus Shining seine Geschichte weitererzählt. Leider konnte er mich nicht überzeugen. Aus dem kleinen Danny wurde ein absolut gräßlicher, alkoholsüchtiger Erwachsener. Mit dem Wissen, dass hier King seine Zeit als Alkoholiker verarbeitet hat, gelingt es dem Leser vielleicht noch etwas Verständnis für die Längen, die durch AA-Treffen entstehen, aufzubringen. Doch der Spannung ist es nicht unbedingt förderlich. Auch die Gruppe der "shiningfressenden" Kreaturen konnte nicht überzeugen.
Wer also einen ebenso starken Roman wie Shining erwartet, wird eine böse Überraschung erleben. Wer von Shining fasziniert war, sollte die Finger von Doctor Sleep lassen.
Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht!
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am 24. Juli 2014
Der kleine Danny Torrance aus dem Buch Shining ist erwachsen geworden. Die vielen schlechten Erfahrungen im Overlook Hotel liegen hinter ihm, die düsteren Geschichten, Erinnerungen und Gefahren liegen tief verborgen in seinem Inneren. Doch ein Teufel lässt sich nicht so leicht wegschliessen - Dans Alkoholsucht. Er tritt was dies anbelangt, in die Fußstapfen seines Vaters.
Doch dann nimmt das kleine Mädchen Abra eines Tages telepatischen Kontakt zu ihm auf, über die Jahre hinweg entsteht so etwas wie eine Brieffreunddschaft, allerdings nicht auf Papier sondern im Kopf der beiden. Dan scheint zwischenzeitlich im wahren Leben angekommen zu sein, er ist trocken, geht seiner Arbeit nach und Abra beginnt zu einem Mädchen heranzureifen. Doch dann kreuzen sich Abras Wege mit denen des Wahren Knotens. Der Wahre Knoten ist eine Art Sekte deren Mitglieder unsterblich sind, wenn Sie sich vom Lebensatem, genannt Steam, übersinnlich begabter Menschen ernähren. Und Abra hat nicht nur viel davon, sondern unendlich viel. Gemeinsam mit Abra öffnet Dan nun sein Innerstes, kehrt in die Vergangenheit des Overlook Hotels zurück um gegen den Wahren Knoten und seiner Führerin Rose anzutreten.
Ich würde dem Buch gerne noch mehr Sterne geben. Es hat mich umgehauen! Ich liebe Shining und ich liebe Doctor Sleep! Wer ein echter King Fan ist wird dieses Buch lieben. Unverkennbarer King-Stil, leise anschleichend, dann direkt, brutal. Die Charaktrere undvergleichbar tief und liebevoll ausgearbeitet, bis zum knallermässigen Finale.
Ihr merkt, ich bin von den Socken.
Sir King ich sage dir meinen Dank und hoffe auf viel mehr von solch vollkommenen Büchern!!!!!
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am 25. Mai 2014
Diese Frage stellt sich mir hier gar nicht.
Bei mir dürfte es gut 20 Jahre zurück liegen, seit ich Shining - sehr begeistert - gelesen habe!

Jack Nicholson als Jack Torrance, war zwar im Film toll besetzt, aber leider hatte der Film mit dem Buch nur den Titel gemein, weshalb man auch den Film als vorab zu Docotor Sleep nicht empfehlen kann.

Wer also Shining nicht kennt, sollte es VOR Dr. Sleep LESEN!!! So viel dazu. Und den ständigen, völlig nervenden Vergleich zu Shining, kann ich echt schon nicht mehr hören. Doctor Sleep steht auf völlig soliden, eigenen Beinen. So!

Zum Inhalt sag ich nix, da ich nicht wie die allermeisten Rezensenten, spoilern möchte.

Stephen King ist es gelungen - wie kein zweiter im Übrigen - mich wiederholt zu fesseln.
Ich für meinen Teil, konnte das Buch, kaum dass ich es in Händen hielt, weglegen.

Er erzählt - in typischer SK Manier- die Geschichte eines einst kleinen Jungen, der mit einer besonderen Gabe versehen, den wahren Alptraum lebt. Aus dem kleinen Danny, ist mittlerweile der erwachsene, Drogen- und Alkoholabhängige Dan Torrance geworden, der sich auf der Flucht vor sich und seinen Dämonen (Shining) befindet...

SK hat es geschafft, dass ich den kleinen Danny in dem runtergekommenen Dan wiedererkannt und mit ihm mit gefiebert habe.
Innerhalb weniger Tage hatte ich das Buch durch und habe fast geweint.
Also, dazu muss man wissen, dass Stephen King nicht berühmt für seine Enden ist - meistens sind die Enden seiner Geschichten echt verhunzt, nicht aber dieses Mal!
Vielleicht kennt jemand das Gefühl, ein Buch beendet zu haben und am Liebsten den imaginären Resetknopf zu drücken, damit man die Geschichte, ganz jungfräulich, noch einmal lesen kann?
Tja, mir ging es hier so!

Mein Fazit:
Gelungene Fortsetzung eines Klassikers, die einen tollen Start, einen großartigen Spannungsbogen und ein einfaches, gutes Ende nahm. Punkt. Mehr gibt's nicht zu sagen.

Klare Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne für den Meister!
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