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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ave Cicero!
Da der Lateinunterricht nun schon doch einige Jahre zurückliegt, ließ ich mich angstfrei und fast vorurteilslos auf einen Roman über das Leben des Mannes ein, dessen Reden mir als Schüler fast den Schlaf raubten. Harris schaffte es tatsächlich, mir wieder eine schlaflose Nacht zu bescheren. Aber diesmal war es das pure Vergnügen. Ich...
Veröffentlicht am 29. März 2007 von Buchfink

versus
27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannend, aber letztlich dennoch nicht ganz befriedigend
Robert Harris hat mit "Imperium" einen durchaus spannenden Roman um den römischen Denker und Politiker Marcus Tullius Cicero vorgelegt, der aus Sicht seines Sklaven, Tiro, beschrieben ist. Er beschreibt allerdings nicht das gesamte Leben Ciceros, sondern lediglich seinen Aufstieg zur Macht, welches im römischen Reich als "Imperium" bezeichnet wird. Dabei "pickt"...
Veröffentlicht am 29. Dezember 2006 von Bernhard Nowak


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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ave Cicero!, 29. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Imperium: Roman (Gebundene Ausgabe)
Da der Lateinunterricht nun schon doch einige Jahre zurückliegt, ließ ich mich angstfrei und fast vorurteilslos auf einen Roman über das Leben des Mannes ein, dessen Reden mir als Schüler fast den Schlaf raubten. Harris schaffte es tatsächlich, mir wieder eine schlaflose Nacht zu bescheren. Aber diesmal war es das pure Vergnügen. Ich möchte mich bei diesem Autor bedanken, dass er es geschafft hat, mir die staubtrockene Schreckensgestalt des Cicero in eine faszinierende Persönlichkeit zu verwandeln. Wer sich heute mit Politik beschäftigt, wird eine Fülle von Bezügen zum modernen Alltag finden. Nur gelegentlich, wenn der Sklave Tiro die Tür zur Antike etwas zu hastig aufreist, kommen ein paar Flusen aus den Buchseiten. Trotzdem: Ave Cicero!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bitte mehr davon!, 17. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Imperium (Taschenbuch)
Ein genialer Roman über die Zeit des ersten vorchristlichen Jahrhunderts im alten Rom und über Marcus Tullius Cicero, den berühmten Anwalt, Redner und Politiker, dessen berufliche und politische Laufbahn der Leser miterleben darf. Alle großen Personen der Geschichte der Zeit kommen zum Zug: Cicero selber, Pompeius, der große Feldherr, der steinreiche Crassus, Gaius Julius Caesar, der berüchtigte Gaius Verres, der berühmte Redner Hortensius Hortalus und natürlich Catilina, Ciceros großer Gegenspieler.
Harris gelingt es ganz wunderbar, das Leben in Rom nachzufühlen und spannend darzustellen. Der Leser gewinnt Einblick in das Familienleben, das gesellschaftliche Leben und vor allem in das politische Intrigenspiel. Und das ist gewaltig, das hat es in sich: Bündnisse werden geschmiedet, Verrat begangen, List und Trug sind an der Tagesordnung. Cicero ist ein "homo novus", heute würde man sagen: Quereinsteiger, was ihm die politische Karriere nicht gerade leicht macht. Darf man Harris (und seinen Quellen) glauben, ist Cicero ein durchaus integerer Mensch, Politiker und Anwalt (soweit letzteres keine contradictio in adjecto darstellt). Und er war schlau.
Das einzige Problem für mich war, dass ich nicht genau die Unterscheidung treffen konnte zwischen geschichtlicher Tatsache und Fiktion.
Und so wünscht man sich schon während des Lesens eine Fortsetzung der derart spannend und lebendig dargestellten Geschichte in alle anderen Epochen, ganz gleich, welche - bis in unsere Gegenwart.
Der einzige Kritikpunkt, den ich anzubringen habe: die berühmte Catilinarische Verschwörung wird nur angedeutet, die Geschichte wird aber nicht zu Ende gebracht. Die berühmten Reden gegen Catilina fehlen! Auch die weitere Geschichte um Cicero, das Triumvirat (wo er nicht mitmachen wollte) und sein Ende bleiben unberücksichtigt. Schade.
Insgesamt ist dieser Roman ein geniales Werk, lebhaft und spannend geschrieben - man verlangt nach mehr.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kandidieren, intrigieren & wählen gehen, 8. Oktober 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Imperium: Roman (Gebundene Ausgabe)
Robert Harris beschreibt in seinem Roman "Imperium" den politischen Werdegang des Marcus Tullius Cicero. Die Geschichte wird interessanterweise in der Rückblende von seinem Sklaven & Vertrauten Tiro erzählt. Cicero ist ein hervorragender Rechtsanwalt, der nun jedoch in der Politik Fuß fassen und Karriere machen will. Der Roman beschreibt, wie er mittels erfolgreicher Verteidigungen bzw. Anklagen, sowie durch Zusammenschlüsse mit anderen Senatoren und Konsulen emporsteigt.
Cicero sagt selber, daß die unentwegten Wahlen eigentlich nur durch etwas Politik unterbrochen werden. Und so hatte ich als Leser auch das Gefühl, daß die Römer nichts anderes veranstalteten - irgendeine Wahl stand immer an. Und wenn auch nur halb soviel intrigiert und bestochen wurde, wie Harris hier schreibt, ist das schon ziemlich unglaublich.
Robert Harris schafft es in "Imperium" das antike Rom zum Leben zu erwecken und die Machtverhältnisse sowie die internen Bündnisse gut zu beschreiben. Richtige Spannung habe ich nicht im besonderen Maße erfahren, jedoch sind vor allem die Streitreden vor dem Senat sowie vor den Gerichten mitreißend geschrieben. Nur erging es mir im Laufe der Geschichte so, daß mir die ganzen Kandidaturen und Wahlvorgänge zuviel wurden.
Eher negativ fand ich das Ende. Während am Anfang einleitende Worte von Tiro gesprochen werden, kommt das Ende eher ganz plötzlich. Eine erneute Wahl ist beendet und ebenso das Buch. Eine ausleitende Passage von Tiro oder ein Epilog gibt es nicht.
Insgesamt ein sicherlich guter Roman, von dem man aber bloß die Finger lassen sollte, wenn man von "Imperium" eher Eroberungskriege erwartet oder man ganz allgemein keinen Spaß an Politik und Geschichte hat.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein historischer Politthriller, 13. März 2008
Von 
Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Imperium (Taschenbuch)
Nach Pompeji hat Robert Harris mit Imperium seinen zweiten historischen Thriller aus dem alten Rom vorgelegt, dessen Geschichte jedoch in der früheren römischen Republik angesiedelt ist und den Beginn der Karriere des unvergleichlichen größten Redners und Kämpfers für die Republik, Markus Tullius Cicero präsentiert.

So ist Cicero am Beginn seiner Karriere schwächlich, kränklich und ein Stotterer, der keine großen Aussichten auf Erfolge zu haben scheint, doch durch Reisen zu einigen der größten Rhetorikmeister seiner Zeit beginnt er sich zu einem wortgewaltigen Redner zu entwickeln, der sich durch die Heirat mit einer vermögenden Römerin auch Zugang zum Senat verschafft und bald in diesen gewählt wird. Doch der Politiker Cicero ist auch Rechtsanwalt und so tritt eines Tages der Kunstsammler Sthenius von Thermae an ihn mit der Klage heran vom sizilianischen Statthalter Gaius Verres beraubt worden zu sein. Trotz stichhaltiger Beweise scheint der Fall aussichtslos, da Verres nicht nur die mächtigsten Männer Roms, sondern mit Hortulus Hortensius auch den besten Anwalt der Stadt. Dabei könnte ihn eine Anklage womöglich weit mehr kosten als seine Karrierechancen und das alles für einen Mann, der nicht einmal wahlberechtigter Bürger Roms ist...

Trotz der vorgegebenen Geschichte ist Imperium hochspannend und besteht aus mehreren voneinander getrennten Kapiteln, die Ciceros Aufstieg bis zum Konsul beleuchten, wobei natürlich auch sein späteres Schicksal perfekten Romanstoff hergegeben hätte und Robert Harris in Interviews zugegeben hat, dass er sich die Option für mögliche Fortsetzungen für eine vollständige Cicero-Trilogie über dessen Aufstieg und Fall zumindest offen hält. Im Laufe seiner Karriere verwickelt sich Cicero immer mehr in die Machenschaften des Pompejus Magnus und macht sich mächtige Feinde, denn je näher er der Macht und seinem Endziel kommt, dem Konsulsamt, desto mehr ist er auch bereit von seinen anfänglichen Prinzipien abzuweichen und die "Hilfe" seiner Unterstützer anzunehmen.

Beinahe wie für Robert Harris Bücher typisch hätte auch Imperium das "gewisse Etwas" fehlen können, doch diesmal geht Harris Rechnung auf und die Handlung braucht keinen besonderen zündenden Moment, sie ist perfekt so wie sie ist. So spannend können Politthriller und Geschichte sein. Der Plot garantiert Hochspannung, konzentriert sich auf das wesentliche, ohne das Alltägliche aus den Augen zu verlieren und erzählt die Geschichte aus der Sicht von Ciceros Assistenten und Sklaven Tiro. Die Charaktere sind tadellos ausgearbeitet und damit eine nennenswerte Verbesserung gegenüber Pompeji, das es weniger geschafft hat zu begeistern.

Fazit:
Beanstandungslos der bisweilen beste Robert Harris-Thriller und zugleich ein kongenialer historischer Politthriller mit reizvollen Plot, der beweist wie spannend Politik und Geschichte sein können.
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48 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Besser als Pompeji, aber sehr schlechter Satz, 8. Oktober 2006
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Imperium: Roman (Gebundene Ausgabe)
Robert Harris erzählt aus der Sicht von Ciceros Leibsklaven und Vertrauten Tiro entscheidende Abschnitte aus dem Leben des berühmten Redners und Staatsmanns. Das Buch ist in zwei Teile unterteilt, SENATOR und PRÄTOR. Im ersten Teil behandelt Harris Ciceros historischen Durchbruch als Redner und Staatsmann im Prozess gegen Gaius Verres, den korrupten Statthalter Siziliens. Dabei beschreibt er das Wesen Ciceros sehr lebendig, unterhaltsam und glaubwürdig. Nebenfiguren wie seine Frau Terentia, seine Tochter Tullia und andere ihm nahe stehende Freunde und Feinde können ebenfalls auf ganzer Linie überzeugen, denn Harris hat geschickt gerafft und sich auf die wesentlichen und spannenden Punkte der Verresrede konzentriert. So konnte er vermeiden Ciceros Rede nachzuäffen oder einen langweiligen Rechtsstreit zu inszenieren.

Der zweite Teil, PRÄTOR, beschreibt Ciceros Aufstieg zur Macht und ist geprägt von seinem zwiespältigen Verhältnis zu Pompeius, den immer schlechter werdenden zu Crassus und später zu Caesar. Sein Aufstieg zum Konsul wird von der Catilinarischen Verschwörung überschattet, die zweifellos die Krönung von Ciceros Karriere im politischen Sumpf des römischen Senats darstellt. Damit endet der Roman auch, das historisch überlieferte schmähliche Ende Ciceros wird in diesem Roman leider nicht behandelt. Eigentlich schade, obwohl Cicero hier zweifellos nicht mehr der Agierende war und auch nicht mehr im Mittelpunkt der Ereignisse stand.

Das Leben Ciceros ist zwar lückenhaft dargestellt, aber die Person umso deutlicher gezeichnet. Die Konzentration auf Wendepunkte in Ciceros Leben lässt keine Lägen aufkommen, der Roman ist stets spannend und unterhaltsam.

Leider hat man beim Satz des Buchs fürchterlich geschlampt, deshalb auch ein Stern Abzug ' ich würde fast zwei abziehen, denn es ist ziemlich dreist welche Qualität man heute Lesern zumuten will. Vor 50% aller A und 90% aller V am Wortanfang und generell zwischen kleinen Worten und am Satzanfang hat man das Leerzeichen vergessen. Bei der verwendeten Schriftart "Bembo" gehen so die Buchstaben ineinander über, was fürchterlich anzusehen ist.

Auf S. 177 sind diese Mängel besonders deutlich zu erkennen: "Das istVerres!" ' "Verres!Verres!Verres!" oder auch '"GaiusVerres", '"berühmterVorfahr". Neben Verres kommen diese Fehler leider bei Wörtern wie Vater oder Villa ständig vor - wie kann so etwas nur in den Druck gelangen?

Auch bei der Übersetzung hat man sich einige kleinere Fehler geleistet, stilistisch ist sie jedoch einwandfrei und angenehm zu lesen. Insgesamt gefällt mir "Imperium" einen Tick besser als "Pompeji".
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leitfaden für strategisches Denken, 23. Oktober 2006
Von 
T. Grohmann (Bad Oeynhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Imperium: Roman (Gebundene Ausgabe)
Romane, eingebettet in einen historischen Rahmen, unterliegen der Gefahr, kitschig zu sein oder die handelnden Figuren unangemessen zu glorifizieren. Nicht so dieses Werk. Vor dem Hintergrund des noch "demokratischen" Aufbaus des römischen Staates vor dem Caesarentum, schildert der Roman anschaulich den Aufstieg Ciceros im Staatsapparat. Interessant für den historisch in der römischen Geschichte nicht so bewanderten Leser die Anzeichen, die bereits in der Zeit, während der der Roman spielt - wenige Jahrzehnte v. C. -, auf die spätere Diktatur hindeuten. Ein Lehrstück bis hin in die heutige Zeit ist in der Schilderung der strategischen Vorgehensweise Ciceros zu sehen. Zusammenfassend: ein informatives, gut zu lesendes Buch.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltsam und informativ - Uneingeschränkt empfehlenswert, 9. Mai 2007
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Imperium: Roman (Gebundene Ausgabe)
Robert Harris hat ein Buch über Macht - lat. Imperium - geschrieben. Als langjähriger politischer Journalist in England weiß er wovon er schreibt, und das macht für mich den Reiz des Buches aus. Mit Cicero hat er den idealen Protagonisten für sein Vorhaben gefunden. War er doch der einzige Politiker im antiken Rom, der es ohne eine adlige oder reiche Familie im Rücken bis ganz nach oben geschafft hat, und der deshalb ein Meister des Machtspiels sein musste.

Die Machtkämpfe im Rom seiner Zeit und Ciceros Rolle darin sind das Sujet des Romans und Harris schafft es meisterlich, einen spannenden Plot daraus zu kreieren. Sehr spaßig wird es, wenn Harris deutlich macht, dass sich die Mechanismen und Finten der Macht seit den Zeiten der Urdemokratie Rom nicht wesentlich geändert haben. Oder kommt es jemandem nicht bekannt vor, wenn nach einem Angriff von Piraten auf die im Hafen liegende römische Flotte diverse Politiker die Terrorgefahr für Rom durch Piraten hochspielen und die dadurch ausgelöste allgemeine Hysterie dazu benutzen, die eigene Macht zu steigern und einen großen militärischen Feldzug gegen die Piraten und die sie beherbergenden Länder zu starten ?

Der Roman ist unterhaltsam und zeitweilig spannend geschrieben. Er mag zwar einige historische Fehler enthalten - wie heftig kritisiert wurde - aber das spielt letztlich keine Rolle. Man wird gut unterhalten und lernt noch etwas dabei. Das ist deutlich mehr, als man über die meisten anderen historischen Romane sagen kann.

Es wurde hier kritisiert, dass die Figuren und insbesondere der Protagonist blass bleiben und ohne Tiefe gezeichnet werden. Ich halte das für eine Qualität des Buches. Harris lädt nicht wie andere Autoren historischer Romane die geschichtlichen Charaktere mit spekulativen Charakterzügen und Gefühlswelten auf, was ja meist im Kitsch endet. Cicero tritt nicht als Ich-Erzähler auf, sondern er wird von seinem Sekretär und Assistenten beobachtet. Der Leser kommt Cicero auf diese Weise sehr nahe und lernt viel über ihn. Aber es bleibt dennoch eine Distanz, die dem Thema und dem Anliegen des Buches besser entspricht als pseudopsychologische Charakterspekualationen.
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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannend, aber letztlich dennoch nicht ganz befriedigend, 29. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Imperium: Roman (Gebundene Ausgabe)
Robert Harris hat mit "Imperium" einen durchaus spannenden Roman um den römischen Denker und Politiker Marcus Tullius Cicero vorgelegt, der aus Sicht seines Sklaven, Tiro, beschrieben ist. Er beschreibt allerdings nicht das gesamte Leben Ciceros, sondern lediglich seinen Aufstieg zur Macht, welches im römischen Reich als "Imperium" bezeichnet wird. Dabei "pickt" sich der Autor zwei Ereignisse heraus, die den Schwerpunkt seines historischen Romans bildet. Den Aufstieg Ciceros als Anwalt, den er durch seinen Prozess gegen den korrupten Statthalter Siziliens, Verres, erlangte. Detailliert wird beschrieben, welchen Mut es erforderte, sich gegen die Arostokraten und den lange mächtigen Statthalter zu stellen. Doch Cicero, der eigentlich den Popularen, also dem "Volk" in Rom nahestand, belässt es nicht dabei. Um sein erstrebtes Ziel, Konsul zu werden, zu erreichen, packtiert er im zweiten Teil des Romans auch mit den Aristokraten und seinem bislang verhassten Gegner Hortensius.

Nun ist Cicero immer schon dankbares Objekt der Literatur gewesen, man denke an Steven Saylors spannenden historischen Kriminalroman: "Das Lächeln des Cicero", welches den Prozess gegen Sextus Roscius beschreibt.

Harris Roman ist spannend geschrieben. Man legt ihn nicht aus der Hand. Er lässt mich aber dennoch unbefriedigt zurück. Denn zum einen werden wichtige Begriffe des politischen Systems in der römischen Republik, also das des Aedils, des Quaestors, des Konsuls eben nicht ausreichend beschrieben. Auch der historische Hintergrund der beteiligten Personen bleibt seltsam blass. Wie kam Ciceros Intimfeind Crassus zu seinem Aufstieg? Dass er abgebrandte Häuser wieder aufbauen ließ und dafür Vermögen kassierte, kommt - im Gegensatz zu Steven Saylors Roman - nicht heraus.

Alle Politiker, von Crassus, über Catilina, Caesar werden als Intriganten beschrieben, doch auch Cicero erscheint - je länger je mehr - als Opportunist, was insbesondere seinen jüngen Bruder Lucius in den Freitod treibt. Es hätte sich angeboten, eine Skizze über die Verhältnisse der römischen Republik zu schreiben und den Alltag - jenseits der Intrigen - deutlicher zu beleuchten. Spätestens bei der Beschreibung des brutalen Senators Catilina hätte es sich doch angeboten, die nach diesem benannte Verschwörung - die Cicero immerhin aufdeckte! - zu beschreiben.

So bleibt der Eindruck (leider) bestehen, dass Harris hier relativ willkürlich zwei Episoden aus dem Leben Ciceros herausgriff und um sie herum eine - zugegebermaßen spannende, aber letztlich nicht zufriedenstellende, "Story" drum herum schrieb. Zumindest hätte der Autor kurz den weiteren Lebensweg seines Protagonisten erläutern müssen. An andere historische Romane, etwa Robert Graves: "Ich Claudius, Kaiser und Gott" kommt das Buch daher nicht heran, zu eindimensional schematisch erscheinen die Charaktere und zu sehr "selektiv ausgewählt" und auf einen Spannungsbogen zugeschnitten scheinen die Episoden.

Wer sich näher über Cicero kurz informieren will, sollte nach der Lektüre dieses Buches Fuhrmanns Biographie: "Cicero und die römische Republik" oder Karl Christs: "Krise und Untergang der römischen Republik" heranziehen - oder eben googeln.

Fazit: ein spannender historischer Roman, der aber letztlich nicht ganz befriedigt.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Politikerroman aus dem alten Rom - aber nur zwischen 72 bis 63. v. Chr., 27. September 2009
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Imperium (Taschenbuch)
Es gibt bestimmte Passagen der Weltgeschichte, die so ausgeleuchtet sind, dass wir jeden Kulissenschieber und Statisten kennen. Der Untergang der Römischen Republik ist eine solche Epoche, die seit Mommsens "Römischer Geschichte" immer neue Forscher und Literaten zur Neubearbeitung gereizt hat. Und die Wahrheit ist: obwohl man mit dieser Story vertrauter ist als mit vielen näher liegenden Zeitaltern, liest man immer wieder gerne vom gutmütigen Pompejus, dem schlauen Cäsar, der schicken Kleopatra und der ganzen historischen Besetzungsliste, deren Mitglieder vor allen Dingen eines gemeinsam haben: dass sie nach maßlosem Leben eines gewaltsamen Todes starben.
Robert Harris hat es unternommen, einen Teil dieses Premiumstücks der Weltgeschichte neu zu entfalten - und zwar nicht die Finalszenen des Bürgerkrieges oder Cäsars Ermordung - sondern die vergleichsweise ruhige Epoche zwischen 681 bis 673 seit Gründung der Stadt Rom ( in unserer Zeitrechung: von 72 bis 63 vor Christus ). Der Leser erlebt in dieser Zeit den Werdegang des namenlosen Marcus Tullius Cicero vom Senator zum Konsul und damit auch die Querelen der innerrömischen Politik, den Aufstieg des Pompejus, die Intrigen des Crassus und des Cäsar, bis das Buch mit dem Konsulat des Cicero ( und noch vor der catilinarischen Verschwörung endet). Reizvoll ist, dass Harris diese Zeit aus der Perspektive einer zwar verbürgten aber historisch verloren gegangen Biographie darstellt, nämlich der Lebensbeschreibung, die Ciceros Sekretär Tiro in hohem Alter nach dem Tode des Meisters verfasst haben soll.
Dieser formale Ansatz macht den Leser zum Augenzeugen eines packenden weltgeschichtlichen Romans, der tiefe Einblicke in die Verfassungswirklichkeit und die Krise der späten Römischen Republik bietet. Kernstück des Buches ist zweifellos Ciceros Prozess gegen den Statthalter Verres, der im ersten Teil des Buches ("Senator") routiniert und spannend wie ein Juristenroman unserer Tage präsentiert wird. Im zweiten Teil ("Prätor") wird Ciceros weitere Karriere bis zu seinem weltgeschichtlichen Konsulat im Jahre 63 v. Chr. dargestellt. Dann ist Schluss, was schade ist, weil erst nun, mit der Verschwörung des Catilina, dem ersten Triumvirat und Cäsars atemberaubenden Aufstieg das Totenglöcklein der Republik so richtig zu bimmeln beginnt (Vielleicht aber gibt es ja noch eine Fortsetzung "Imperium II" ).
Wer sich mit dieser zeitlichen Begrenzung abfinden kann, wird das Buch trotzdem mit Gewinn lesen. Exquisite Literatur wird nicht geboten, aber dafür gute Handwerksarbeit, klar wiedererkennbare Charaktere, pfiffige Dialoge und ansprechende Tempiwechsel. Soweit ich sehe, wird die historische Bühne fehlerfrei und anschaulich ausgeleuchtet, so dass dass man alles in allem nicht nur gut unterhalten wird sondern auch noch was lernen kann. Das ist für einen Unterhaltungsroman eine ganze Menge.
Wer übrigens das gesamte Leben des Cicero in romanhafter Gestaltung kennen lernen möchte, dem empfehle ich Otto Zierers "Und dann verschlang mich Rom". Dieses Buch ist ebenso flott geschrieben wie "Imperium", bietet aber einen umfassenderen Einblick in die letzten dreißig Jahre der römischen Republik auf einem ansprechenden Niveau.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gelungenes Werk, 14. September 2010
Von 
Charlene (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Imperium (Taschenbuch)
Inhalt:
Kein Lateinschüler kommt an den Briefen Ciceros vorbei, die er an seinen lebenslangen Freund Atticus schrieb. Und eigentlich sollte kein Schüler, egal welche sprachlichen Präferenzen er hat, an dem Politiker Cicero vorbeikommen. Er war aber auch Anwalt, Schriftsteller und Philosoph. Letztendlich war er durch seine verschiedenen Tätigkeiten einer der besten Redner, die in der Antike das Forum bevölkerten.
Hingegen ist Tiro nur sehr wenigen Menschen ein Begriff. Er war Ciceros Sklave, Sekretär und enger Vertrauter. In diesem Zusammenhang erfand er eine Kurzschrift, die es ihm erlaubte wichtige Gespräche in Windeseile zu notieren. Cicero schrieb hierzu einmal selbst an Tiro: 'Deine Dienste an mir sind nicht zu zählen(...)' (Brief vom 7.11.50 v.Chr., zitiert nach Harris, Imperium, 2008). Seine Notizen ermöglichten aber auch die posthume Veröffentlichung sämtlicher Reden und Briefe des römischen Politikers. Weiterhin soll Plutarch eine Biografie genutzt haben, die Tiro verfasst hatte. Leider ist diese heute nicht mehr erhalten. An diesem Punkt setzt Robert Harris mit seinem Buch 'Imperium' an.
In seinem Roman kommt Tiro zu Wort und beschreibt wichtige Ereignisse aus Ciceros Leben. Auf fast 500 Seiten behandelt er besonders Ciceros Aufstieg zum Senator, die Senatorenzeit und die Zeit als Prätor. Die Beschreibung endet mit dem Gewinn der Konsulatswahlen.
Was sich hier so linear anhört ist ein stetiges Hin und Her. Cicero war ein Redner, der sich blitzschnell auf ein anderes Publikum einstellen konnte und dieses häufig für sich gewonnen hat. Genauso schnell musste er politischen Entscheidungen treffen oder seine Taktik ändern. Tiro berichtet aber ebenso von den Affären anderer Politiker, von Bestechungen und Morden. Bei der Beschreibung ist es ihm aber wichtig häufig die missliche Lage darzustellen, in der Cicero (nach Harris) häufig gesteckt hat. Persönliches Interesse oder die persönliche Meinung mussten oft dem politischen Kalkül weichen. Konflikte sind in solchen Fällen nicht weit entfernt.

Sprache und Stil:
Robert Harris schreibt in einem sehr klaren Stil, der durch sehr viele Dialoge gekennzeichnet ist. Diese Dialoge wirken harmonisch und in keiner Weise hölzern. Sie tragen zur Belebung der Geschichte sehr stark bei und unterstützen das Gefühl des Lesers, dass er sich direkt im Geschehen befindet. Dafür sorgt auch die Perspektivwahl. Aus meiner Sicht gelingt es dem Autor in hervorragender Art und Weise die historischen Fakten mit seinen eigenen Ideen zu verknüpfen. Es erscheint alles logisch und nicht konstruiert. Zudem ist die Handlung sehr spannend aufgebaut. Der Leser fiebert geradezu einer nächsten Rede des Senators entgegen und wartet gespannt auf die Wahl in das nächste politische Amt. Hier wird auch die gute Recherchearbeit von Harris deutlich. Er bindet die überlieferten Reden und Zitate sehr schön in den restlichen Text ein.
Da es sich weiterhin nicht um einen sehr metaphernreichen oder poetischen Text handelt, kann man das Werk recht zügig lesen.

Fazit:
Aus meiner Sicht handelt es sich hier um ein hervorragendes Werk. Dem Autor gelingt es auf leicht zugängliche Weise dem Leser die Antike und die Person Cicero näher zu bringen. Dabei fehlt es dem Buch nicht an Spannung, Intrigen, Verrat und Macht.
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Imperium: Roman
Imperium: Roman von Robert Harris (Gebundene Ausgabe - 22. September 2006)
Gebraucht & neu ab: EUR 1,16
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