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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessantes Grichtsdrama zwischen Selbstjurtiz und Gerechtigkeit
Die zehnjährige, dunkelhäutige Tonya Hailey wird von den zwei Weißen James Willard und Billy Cobb erniedrigend mißhandelt und vergewaltigt; sie überlebt die Torturen schwer gezeichnet. Da die Täter sogar mit ihrer Tat noch prahlen, dauert es nicht lange bis zu ihrer Ergreifung und zum Prozess. Carl Lee Hailey, Vater der kleinen Tonya,...
Veröffentlicht am 23. September 2009 von Timo Becker

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Langatmig und ohne Überraschungen
'Die Jury' fand ich in erster Linie langatmig, wodurch kaum Spannung aufkommen wollte. Ich habe bereits zwei andere Grisham-Romane gelesen und fand beide viel stärker als 'Die Jury'. Die Story ist zu sehr gestreckt und mit unwichtigen Details gespickt, wobei es mir zu wenig um den eigentlichen Fall ging. Besonders die ersten zwei Drittel des Buches ziehen sich ganz...
Veröffentlicht am 18. Dezember 2011 von Krümel


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessantes Grichtsdrama zwischen Selbstjurtiz und Gerechtigkeit, 23. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Jury: Roman (Taschenbuch)
Die zehnjährige, dunkelhäutige Tonya Hailey wird von den zwei Weißen James Willard und Billy Cobb erniedrigend mißhandelt und vergewaltigt; sie überlebt die Torturen schwer gezeichnet. Da die Täter sogar mit ihrer Tat noch prahlen, dauert es nicht lange bis zu ihrer Ergreifung und zum Prozess. Carl Lee Hailey, Vater der kleinen Tonya, nimmt die Sachen in die eigene Hand. Er besorgt sich eine Waffe von einem Freund, versteckt sich im Gerichtshaus und wartet bis die beiden Vergewaltiger vom Gerichtssaal zurück ins Gefängnis geführt werden. Mit dem Maschinengewehr schießt er wild um sich, beide Vergewaltiger sind tot. Nun wird ihm der Prozess gemacht - kann sein Freund und Anwalt Tyler Brigance Carl Lee ihn vor der Strafe schützen?

Die Story reißt den Leser mit. Mat hat Sympathien für den wüten Vater, der Gerechtigkeit sucht - auf der anderen Seite gibt es Regeln, an die sich jeder zu halten hat. Wo käme man hin, wenn jeder die Sachen in die eigene Hand näme?
Dieser spannende Konflikt zieht sich durch das ganze Buch. Die Konstellation, dass ein Duneklhäutiger zwei Weiße ermordet hat, hetzt die Weiße und Dunkelhäutige aufeinander auf. Die National Association for the Advancement of Colored People, NAACP, versucht sich einzumißen, eine Divison Ku-Klux-Klan bildet sich im kleinen Clanton.

Das erste Grisham-Buch bietet einen tollen Einblick in das amerikanische Rechtssystem und wirft schwierige Gewissenskonflikte auf. Die neuen Grishams wie der Anwalt sind schneller, spannender - aber auch oberflächlicher. Von mir gibt es für dieses interessante Buch vier Sterne.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der emotionalste, spannendste, bisher beste Grisham !!!, 6. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Jury (Taschenbuch)
Mit "Die Jury" (im englischen Original "A Time To Kill") gelang John Grisham der Thriller, den ich als seinen Allerbesten bezeichnen würde. Grisham erzählt die Geschichte eines zehnjährigen schwarzen Mädchens, das von zwei Weißen brutal mißhandelt und vergewaltigt wird. Der Vater des Mädchens erschießt die beiden Täter noch im Gerichtssaal. Der junge Anwalt Jake Brigance übernimmt die Verteidigung des Mannes. Richter und Staatsanwalt sind weiß, die Jury gemischt, der Täter ist schwarz. Grisham schildert eindringlich, spannend und fundiert den Prozeß, das Bemühen um die Wahrheitsfindung - war es Gerechtigkeit oder eiskalte Rache. Im Örtchen Clanton bleibt es unterdessen nicht still. Schwarze gehen für den Vater auf die Straße - der Ku-Klux-Clan aber fordert die Höchststrafe und setzt Gewalt ein. Die Jury aber soll unabhängig bleiben und wird von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Mit viel Spannung und dem profunden Blick als Kenner des amerikanischen Rechtssystems entwarf Grisham eine Story, die einen von der ersten bis zur letzten Seite fesselt ! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Langatmig und ohne Überraschungen, 18. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Jury: Roman (Taschenbuch)
'Die Jury' fand ich in erster Linie langatmig, wodurch kaum Spannung aufkommen wollte. Ich habe bereits zwei andere Grisham-Romane gelesen und fand beide viel stärker als 'Die Jury'. Die Story ist zu sehr gestreckt und mit unwichtigen Details gespickt, wobei es mir zu wenig um den eigentlichen Fall ging. Besonders die ersten zwei Drittel des Buches ziehen sich ganz schön. Als dann endlich der Prozess beginnt, wird die Geschichte etwas flotter und interessanter, jedoch hatte ich mir davon einiges mehr versprochen. Ich habe noch auf einen großen Knalleffekt und eine Wende gewartet, die jedoch leider ausgeblieben ist.
Das Buch ist jedoch, wie man von Grisham gewohnt ist, gut geschrieben. Zudem ist es witzig und ironisch, was den Leser zwar immer wieder zum Schmunzeln bringt, jedoch auch nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Geschichte schlichtweg auf zu viele Seiten gestreckt wurde. Die Charaktere sind überwiegend ebenfalls gut ausgearbeitet und machen die Geschichte interessant.
'Die Jury' muss man wirklich nicht gelesen habe, da sollte man lieber zu einem anderen Grisham greifen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufwühlendes Buch, 2. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Jury: Roman (Taschenbuch)
„Die Jury“ ist ein Buch, das aufwühlt. Ein kleines schwarzes Mädchen namens Tonya wird von zwei Betrunkenen vergewaltigt und überlebt diesen brutalen Überfall nur knapp. In der darauf folgenden Anhörung kommt es zum Eklat und der Vater des Mädchens erschießt die beiden Täter noch im Gerichtsgebäude. Er bereut seine Tat nicht und der Prozess wird zu einer Sensation. Denn hier geht es nicht nur um Mord, sondern auch ganz stark um das Thema Rassenhass – der Täter ist ein Schwarzer, der zwei Weiße ermordet hat, und das im Süden von Amerika, wo auch der Ku-Kux-Klan ein Wörtchen mitreden möchte …... Grisham hat hier einen sehr emotionalen Roman geschrieben, der das Thema Selbstjustiz nahe an den Leser heran trägt – nicht nur jene, die Vater eines kleinen Mädchens sind, werden sich hier gut in die Situation dieses Mannes hinein versetzen können.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein tolles Buch, 25. Februar 2010
Von 
Oehler "290873" (Magdeburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die Jury: Roman (Taschenbuch)
Tonya Hailey, ein zehnjähriges, schwarzes Mädchen, wurde von zwei betrunkenen, weißen Männern brutal vergewaltigt und missbraucht. Wenige Tage später erschießt Tonyas Vater Carl Lee Hailey die beiden Täter im Gerichtsgebäude, in dem sie zu einer ersten Anhörung vorgeführt wurden. Das Gerichtsverfahren, dass kurz darauf gegen ihn eingeleitet wird, gerät zu einem wahrhaftigen Sensationsprozess, denn der Ort dieser Handlung ist die Kleinstadt Clanton im amerikanischen Bundesstaat Mississippi, eine jener Gegenden, in denen ein Schwarzer noch heute damit rechnen muss Nigger genannt zu werden. Als Schwarzer, der es wagt, im amerikanischen Süden Lynchjustiz an den weißen Peinigern seiner Tochter zu üben, erwartet Carl Lee Hailey unweigerlich das Todesurteil. Der gerade frisch von der Universität gekommene junge Anwalt Jake Brigance übernimmt diesen Fall. Der Staatsanwalt ist ebenso ehrgeizig wie er selbst und macht es nicht einfach für den jungen Anwalt. Hinzu kommen noch eine teils rassistisch eingestellte Jury und der für tot gehaltene Ku-Klux-Klan. Jedoch schafft es Jake Brigance, zusammen mit der Jura-Studentin Ellen Roark, dem erfahrenen Scheidungsanwalt Harry Rex Vonner und seinem Lehrer Lucien Willbanks die Jury zu überzeugen, dass diese den Angeklagten Carl Lee Hailey unter großem Beifall aller anwesenden Schwarzen freispricht.
John Grisham schildert in seinem Buch (wenn mich nicht alles täuscht handelt es sich hierbei auch um sein Erstlingswerk und natürlich wurde dieser Roman auch längst schon verfilm) einen unheimlich spannenden Mordprozess nicht nur aus der Perspektive des Gerichtssaals, sondern führt den Leser auch hinter die Kulissen. Dabei deckt er auf eine sehr beindruckende Weise auch die inneren und äußeren Verflechtungen auf, die bei einem solch aufgeputschten Mordprozess und dass in einer typischen Kleinstadt im amerikanischen Bundesstaat Mississippi vorherrscht. Dies war sozusagen auch mein erstes Buch, welches ich von John Grisham gelesen habe und ich war sofort derart angetan, dass ich mir auch fast alle anderen Romane (es gibt ein paar, wie zum Beispiel Das Fest", oder Die Farm", die ich von der Inhaltsangabe her nichts mit den ursprünglichen Romanen von Grisham zu tun haben und die ich deshalb auch nicht sonderlich lesenswert fand) von ihm besorgt und natürlich auch gelesen habe.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Justiz und Selbstjustiz - Gerechtigkeit und Selbstgerechtigkeit, 1. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Jury: Roman (Taschenbuch)
Nach eingehender Lektüre des Romans und dem Anschauen der Verfilmung entschließe ich mich zu einer Rezension dieses thematisch nicht einfachen Buches.

Die Story ist rasch erzählt: Schwarzer Vater erschießt weiße Vergewaltiger seiner Tochter, wird (im Süden der USA) angeklagt und mit der Hilfe eines jungen, idealistischen weißen Anwalts freigesprochen.

Klingt nach Klischees à la Hollywood?

Das dachte ich auch. Und ehrlichgesagt, ich fand die Handlung und die Darstellung der Charaktere zuweilen hart an der Grenze zur Stereotypisierung und Reproduktion hollywood'scher Schablonen, dennoch lohnt sich die Lektüre des Romans. Der Ausgang des Prozesses erfüllt zwar die Postulate der "poetic justice" ("Der/das Gute siegt!"), doch erscheint er mir recht unglaubwürdig und eher als Wunschdenken denn harte Realität im konservativen, nicht ganz vorurteilsfreien Süden der USA.

Es ist ohne Frage eines der fesselndsten Werke Grishams, in dem sein Anliegen klar zum Ausdruck gebracht wird. Aber welches Anliegen überhaupt???

Ich meine, dass der Roman den Leser auf eine gefährliche Reise führt und verführt - nämlich die der Billigung von Gewalt und Selbstjustiz. Ich bin nicht so naiv zu denken, dass sich die Gewalt und Probleme der Welt mit blauäugigem Pazifismus und Jesus-Sprüchen lösen lassen, dennoch ertappte ich mich dabei, wie befriedigend und gerechtfertigt ich es fand, dass z.B. der schwarze Police Chief einem weißen Bombenleger mit seinem Knüppel die Knochen bricht (= foltert), um aus ihm Infos herauszudreschen. Oder dass ich die - juristisch gesehen - Ermordung der weißen Vergewaltiger und Rassisten durch den Vater mit innerem Applaus billigte (bin selbst Vater zweier Kinder und wüsste wirklich nicht, wie ich in diesem Falle handeln würde). Darin liegt die Verführung des Romans, damit spielt der Autor mit der Verführbarkeit des innerlich aufgewühlten Lesers! Grisham spricht die Emotionen an (ist im Grunde m.E. für ein Buch legitim), reflektiert wird nach vollendeten Tatsachen.

Man kann Grisham vielleicht vorwerfen, dass er sehr simplistisch arbeitet, dennoch bin ich mir bewusst (und das rechne ich dem Autor positiv an), dass ein aufgeklärter, rational denkender Abendländer oft emotional berührt werden muss, um zum Handeln und echten Verständnis für die Opfer bewegt zu werden. Z.B. weiß jeder Jugendliche in Deutschland, dass Millionen von Juden unter Hitler umgekommen sind, jedoch berührt sie das Schicksal der Anne Frank mehr als alle statistischen Zählungen. Ich weiß, dass Vergleiche mit dem Dritten Reich nie aangemessen sind, aber ich möchte nur eine Analogie aufzeigen.

Ergo muss jeder Leser das Buch für sich selbst entdecken, dennoch muss man sich bewusst machen, mit welcher Brutalität und Gewalt Gewalt und Brutalität begegnet wird. Der Leser verlässt dabei leicht die Rolle des Beobachters und begibt sich in die des heimlichen billigenden Unterstützers.

Letztendlich muss ich diesem Werk eine Empfehlung aussprechen - mit einem Stern Abzug für die zuweilen fragwürdige unterschwellige Sicht der Gerechtigkeit, die das Buch transportiert.

Hoffe, dass dies hilfreich war.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen BURNING CROSSES in Mississippi!, 2. Januar 2004
Von 
Lars Hermanns (Karben, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Jury: Roman (Taschenbuch)
Mit diesem Buch begann meine Vorliebe für John Grisham.
Ich war vom ersten Moment an gefesselt. Die Vergewaltigung des kleinen Mädchens wird dermaßen detailliert beschrieben, dass man förmlich den Geruch der beiden Männer, den Gestank des Urins und die Schmerzen des Mädchens nachvollziehen kann. Man fühlt sich fast schon als Augenzeuge hinzu gezogen und wartet nun förmlich darauf, wie diese beiden Männer zur Rechenschaft gezogen werden.
Der Vater des Mädchens, Carl Lee Hailey, tut letztendlich das, was manch einer von uns ebenfalls tun würde, wüsste er, dass sein Kind von einer bestimmten Person vergewaltigt worden ist. Er nimmt Rache an den Peinigern. Doch ist es nun Rache oder Gerechtigkeit? Darf ein liebender Vater sich über das Gesetz stellen und Selbstjustiz verüben?
Man ist immer wieder hin- und hergerissen. Man empfindet Mitleid für die Familie des vergewaltigten und schwer verletzten Mädchens. Wir empfinden für das Kind, dessen Unschuld auf solch bestialische Art und Weise genommen wurde. Wir spüren beim Lesen eine gewisse Wut in uns hoch kochen. Doch rechtfertigt dies einen Doppelmord?
John Grisham gelingt es in diesem Buch vorzüglich, die Gemüter immer wieder von schwarz nach weiß und zurück zu lenken. Irgendwann verschwimmen die grenzen und alles erscheint nur noch grau. Zu unwirklich wirken plötzlich diese krassen Gegensätze zwischen den einzelnen Hautfarben. Gut gegen Böse. Schwarz gegen weiß. Doch wer ist nun gut und wer ist böse? Ist Carl Lee Hailey gut, weil er seine Tochter verteidigt und gerächt hat? Ist er gut, weil er die Qualen seiner Tochter fast schon selbst hautnah erleben musste? Ist er gut, weil er sein geliebtes Kind beinah gänzlich verloren hätte? Oder ist er böse, weil er einen feigen Doppelmord begangen hat? Ist er böse, weil er zwei Männer erschossen hat, die zu diesem Zeitpunkt wehrlos waren und keine Chance hatten, zu fliehen?
Immer wieder werden die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischt. Immer wieder fließen beide Seiten ineinander und sorgen für eine Grauzone, der man kaum noch zu entrinnen imstande zu sein scheint. Es fällt immer schwerer, einen klaren Gedanken zu fassen. Sympathisiert man für den Vater? Den liebevollen Vater eines kleinen, zehnjährigen Mädchens? Den Mörder zweier Söhne weißer Mütter?
Oder sympathisiert man eher für die beiden Opfer des schwarzen Mannes? Den beiden jungen Männern, die ihr Leben noch vor sich hatten, das ihnen so abrupt durch den bösen schwarzen Mann genommen worden ist? Den beiden Vergewaltigern eines kleinen, wehrlosen Mädchens?
So sehr man immer wieder hin- und hergerissen wird, so derb wird man plötzlich durch das Auftreten des KKK wachgerüttelt. Der KKK, der Ku Klux Klan. Weiße Männer, die sich mit Kapuzen tarnen und brennende Kreuze in Gärten all jener stellen, die gegen die Gesetze des weißen Mannes verstoßen haben.
Sehr bald schon wird man feststellen müssen, dass es nicht mehr länger eine Verhandlung gegen den Mörder zweier Männer wird, sondern dass es sich vielmehr um den Hass zweier Gesichtsfarben handelt. Schwarz und weiß werden wieder strikt voneinander getrennt. Die weiße Herrenrasse wagt den großen Vormarsch. Angst und Gewalt regieren in den Straßen und der junge Anwalt Jake Brigance sieht sich dieser Gefahr entgegen gestellt.
Geschickt geht John Grisham in diesem Buch mit Amerikas dunklem Fleck auf scheinbar weißer Weste um. Waren wir Deutschen durch den Amerikaner als Faschisten verschrien, fällt hierbei doch zunehmend auf, dass die Methoden des KKK sich kaum von den Methoden der SA unterschieden. Einige Herrenmenschen glauben, sich durch Gewalt Respekt schaffen zu müssen. Körperverletzung, Sachbeschädigung und Einschüchterung sind die Waffen des KKK. Man wird immer wieder an die eigene Vergangenheit erinnert und muss nun feststellen, dass es immer noch Gegenden zu geben scheint, wo es immer noch Faschisten gibt, die zudem noch Mitglieder in den höchsten Regierungskreisen zu haben scheinen.
John Grisham lässt einen diesen Roman nicht bloß als Beobachter im Vordergrund lesen. Er führt einen vielmehr hinter die Kulissen. Er war selbst jahrelang Anwalt und weiß, wovon er schreibt. Man erhält Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seele und in die Abgründe der Justiz. Man erlebt selbst mit, wie hilflos man sein kann, wenn sich die gesamte Menschheit gegen einen verschworen zu haben scheint.
Alles steuert mehr und mehr zu einem großen Finale hin. Einem Finale, das so einzigartig wie gerissen ist. Man erlebt, wie das Gesetz mit seinen eigenen Waffen geschlagen wird. Wie schwarz und weiß wieder miteinander vermengt werden, um in der grauen Zone die wahre Gerechtigkeit zu finden. Was ist nun Recht und was ist Unrecht? Das Schlussplädoyer des jungen Anwalts Brigance bringt die Wirklichkeit ans Licht.
John Grisham hat die Eigenart, seine Bücher zumeist immer etwas lahm beginnen zu lassen. Man wird normalerweise Schritt für Schritt an die einzelnen Charaktere heran geführt, die eine mehr oder weniger große Rolle spielen. Die Spannung steigt langsam aber stetig an, bis man sich nicht mehr von diesem Buch losreißen mag.
Diesmal ist alles ein wenig anders. Das Buch ist bereits von Anfang an spannend. Man steigert sich gleich zu Beginn immer mehr in den Stoff rein und möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Alles greift langsam und logisch aufbauen ineinander über und vermittelt dem Leser das Gefühl, mitten drin statt nur dabei zu sein. Das Finale stellt dann fast schon eine Erlösung dar.
Ich war vom ersten Tag an von diesem Buch begeistert. Mittlerweile habe ich beinah alle Bücher von John Grisham gelesen und freue mich immer wieder auf Neuerscheinungen. Wer bislang noch keinen Roman von John Grisham gelesen hat, der sollte wohl am besten mit diesem hier anfangen. Auch wenn „Die Akte" und „Die Firma" die wohl bekanntesten Werke des amerikanischen Bestsellers sind, so ist DIE JURY doch wohl noch ehesten für den Neueinsteiger zu empfehlen, um ihn langsam an den Stil von John Grisham zu gewöhnen. Man sollte nämlich auf keinen Fall vergessen, dass es sich hierbei um höchst anspruchsvolle Lektüre handelt. Es ist keinesfalls ein Buch für nebenher. Zu komplex sind die Handlungen und die Zusammenhänge.
Ich empfehle dieses Buch natürlich auf jeden Fall uneingeschränkt weiter und hoffe, dass ich Eure Neugierde wecken konnte.
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5.0 von 5 Sternen Spannend, 15. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Jury: Roman (Kindle Edition)
von A bis Z
Gut heraus gearbeitete Persönlichkeiten und die im Süden der USA noch immer aktuelle Rassenfrage realistisch dargestellt in einem Justizkrimi, wie Grisham sie besonders gut schreibt, finde ich.
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5.0 von 5 Sternen Meisterwerk!, 23. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Jury: Roman (Taschenbuch)
Wer Grisham mag, wer sich für das gesellschaftliche Leben und rassistische Auswüchse in den Südstaaten um 1980 interessiert, wer vor allem Einblicke in das US-Rechtssystem erhaschen will und wer höchste Spannung abseits von Hektolitern Blut und perversen Serienkillern mag ist mit diesem Buch bestens beraten.

Volle Fünf Sterne von einem Grisham-Genießer.
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5.0 von 5 Sternen Sehr gut, 20. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Jury: Roman (Kindle Edition)
Spannung von Anfang an. Schwer es aus der Hand zu legen. Man möchte wissen, wie es weitergeht. Kann ich wirklich nur weiterempfehlen.
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Die Jury
Die Jury von John Grisham (Taschenbuch - 2002)
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