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Kundenrezensionen

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am 14. März 2013
Ich schätze ihre Musik sehr und war deshalb gespannt auf die angekündigte Autobiografie der in Ost und West populären Sängerin Veronika Fischer. Dank Amazon lag das Buch schon zwei Tage vor seinem offiziellen Erscheinungstermin vor mir auf dem Tisch und ohne eine Zeile gelesen zu haben, versprach allein sein Titel einiges an Überraschungen.
Um es vorweg zu nehmen: Nach der Lektüre der ersten 10, 20 Seiten habe ich es nicht wieder aus der Hand gelegt. Der nicht eben kurzweilige Inhalt verlangt dem Leser einiges ab, zieht ihn aber zugleich in den Bann eines sonst nur die glitzernde Fassade erkennen lassendes Musikbusiness. Ihr Buch ist so inhaltsreich, bleibt selten an der Oberfläche, macht Zusammenhänge deutlich und ist dabei so persönlich geschrieben, dass man der Autorin mit einer Kurzrezension nicht gerecht wird. Auf gut 360 Seiten beschreibt die geborene Thüringerin zunächst anschaulich und bisweilen sehr detailliert, ihren Weg vom Jungtalent der „Herzklopfen kostenlos-Bewegung“ (die man als eine frühe Form des Castings im DDR-Kolorit charakterisieren könnte) über ihre Ausbildung an der Dresdner Musikhochschule, bis hin zum Entstehen ihrer ersten „Veronika Fischer Band“ und Langspielplatte, deren Erfolg sie kometenartig ins Rampenlicht der sich gerade entwickelnden DDR-Rock- und Popmusikszene katapultiert. Musiker später so bekannter Gruppen wie Karat, Silly, Stern Meißen begleiten ihre ersten Schritte ins Rampenlicht.
Im Folgenden lässt die Autorin durch ihre Art der Erzählweise den Leser miterleben, wie sie und ihre Bandkollegen mehr und mehr durch den real existierenden „sozialistischen“ Alltag der DDR in ihrer Kreativität eingeengt und dabei von der Kulturpolitik von SED und FDJ vereinnahmt werden sollen. Zug um Zug drängt sich die Krake „Stasi“ sowohl in ihr berufliches Tun als auch in ihr persönliches Leben. Es läuft dem Leser kalt über den Rücken, wenn er erfährt, unter welchen unsagbaren Wohnverhältnissen der sozialistische Staat die mit vielen Preisen geehrte Sängerin leben lässt, während zugleich der VEB Deutsche Schallplatte Millionen Plattenverkaufserlöse einstreicht, wie sich die Stasi Repressalien ausdenkt und wie man sie schließlich geradezu in den Westen treibt. So manches Klischee vom Popstar zerstören Veronikas Erinnerungen, nicht nur das von der Villa am Müggel-(später Wannsee) und der Motoryacht am eigenen Steg.
Dem im östlichen Teil unseres nun seit fast 24 Jahren wiedervereinten Land Aufgewachsenen muss die Autorin nicht viel erklären. Wiedererkennung ist eines ihrer Stilmittel, mit dem sie uns zum Weiterlesen animiert. Manches tut richtig weh, was Veronika Fischer, die von ihren Fans „Vroni“ genannt wird, unterstützt vom Berliner Liedermacher und Autor Manfred Maurenbrecher, zu Papier bringt.
So stutzt sie die Lichtgestalten der DDR-Rock- und Popmusikszene, den Komponisten Franz Bartzsch und den Dichter Kurt Demmler auf „Normalmaß“ mit all ihren menschlichen Schwächen zurück, ohne jedoch das kompositorische Spitzentalent des einen und die dichterische Genialität des anderen in Frage zu stellen. Gleichsam macht sie in ihrem Buch deutlich, dass sie ohne diese beiden Ausnahmekünstler nicht zu jener Reife gelangt wäre, die ihre Interpretationen so außergewöhnlich populär, eingehend und oft auch anrührend werden ließen.
Der zweite und dritte Teil des packenden Buches, in dem sie ihren Kampf um Anerkennung ihrer künstlerischen Qualität und um einen angemessenen Platz im (west-) deutschen Musikbusiness schildert und der verbunden ist mit Kränkungen und Zurücksetzungen der aus dem Osten Gekommenen, ist nicht weniger spannend als der Teil I. Wahre Freude wird bei einigen von der Autorin da namentlich Genannten nicht unbedingt aufkommen. Nicht bei den großen Plattenlabels, denen die Autorin ankreidet, sie schielten seit Jahren unverhohlen nach dem reinen Kommerz und lassen anspruchsvolle Rock-/Pop-Kompositionen, Stücke mit lyrischen Texten oder dem Chanson nahe Lieder als zu wenig werbeaffin in den Archiven verstauben. Auch nicht bei manchen privaten Medien wie z.B. RTL, in dessen Chartshows sie permanent ignoriert wird und aus deren Protagonistenreihe Thomas M. Stein nicht der Unbekannteste ist. Der fragte sie schon vor mehr als zehn Jahren, wann sie denn gedenke, in Ruhestand zu treten.
Vielleicht sind es gerade die nicht wenigen Kränkungen, die sie im neuen Abschnitt ihrer künstlerischen Kariere hinnehmen musste, die sie mitunter sehr kritisch formulieren lässt. Zum Beispiel, wenn sie über den selbst ernannten Poptitanen D.B. schreibt oder den MDR als Entsorgungsanstalt für Ostmusik charakterisiert. Einige kommen da nicht gut weg. Mit Recht, wie ich meine. Erst kürzlich habe ich selbst erlebt, wie eine TV-bekannte, blonde Moderatorin mit hochgeehrtem Komponistenvater Veronika Fischer mit charmanten Worten zwar, aber dennoch unmissverständlich mitten in ihrem Konzert während einer Großveranstaltung unterm Berliner Funkturm von der Bühne komplementierte, weil eine nachfolgende, renommierte Band noch aufbauen müsse. So kann man nicht mit einer anspruchsvollen Künstlerin umgehen. Schließlich kann sie, die sich in Ost und West als Interpretin anspruchsvoller Pop-Chansons einen Namen gemacht hat, auf mehr als 40 Jahre Bühnenerfahrung, knapp 50 eigene LPs und 70 weitere Long Player, auf denen ihre Lieder veröffentlicht sind, verweisen.
Beim enormen Umfang ihrer Veröffentlichungen in den zurück liegenden dreißig Jahren fällt es auch der Autorin offenbar nicht leicht, über alle Plattenaufnahmen, Konzertauftritte mitwirkende Komponisten und Textdichter etc. zu berichten. Den interessierten Leser wird es aber freuen, wenn er erfährt, wie die eine oder andere Erfolgs-LP(CD) entstanden ist, welche Stücke die Sängerin selbst schätzt oder gar liebt und welche Komponisten und Texter ihren ganz speziellen Nerv treffen. Ganz nebenbei erfährt man Aufschlussreiches über die Mechanismen des Musikgeschäftes des neuen Jahrtausends mit all seinem Streben nach Profit, Winkelzügen von Managern und sonstigen Widrigkeiten.
Obwohl im Untertitel des Buches (nur) das Wort „Erinnerungen“ abgedruckt ist, nennt es der Verlag im Klappentext eine Autobiografie. Veronika Fischer wird diesem Anspruch sehr gerecht. Sie erzählt sehr persönlich, oft auch berührend emotional ihre Lebensgeschichte. Sie, die in Interviews manchmal kühl wirkt und scheinbar nur schwer Nähe zulassen kann, hat sich in diesem Buch offenbar viel von der Seele geschrieben, sich in unerwarteter Weise geöffnet. Wie tief sie von persönlichen Schicksalsschlägen getroffen ist, versucht sie gar nicht erst durch irgendwelche Floskeln zu verschleiern. Genauso bedarf es keines Lesens zwischen den Zeilen, um zu erkennen, wie sehr sie an ihrem Sohn Benjamin hängt. Dem sensiblen Leser wird auch nicht verborgen bleiben, wie tief sich der Vater ihres Sohnes in ihr Herz eingegraben hat. Trotz der persönlichen Trennung rühmt sie an unterschiedlichsten Stellen seine Vorzüge und lässt keinen Zweifel an seinen für die Entwicklung ihrer Karriere unverzichtbaren organisatorischen, handwerklichen und geschäftlichen Fähigkeiten.
Auf gut 360 Seiten lernen wir eine Frau näher kennen, die wir viele Jahre nur aus der Zuschauerperspektive im grellen Scheinwerferlicht des Showgeschäftes gesehen haben und von der wir nun erfahren, wie sie sich jeden Erfolg erkämpfen musste – im Osten wie im Westen und auch im vereinten Land und wie sie dabei Haltung und Gradlinigkeit bewahrte, prinzipienfest und nicht selten kompromisslos bis zur Selbstaufgabe. Die Erinnerungen, die sie aufgeschrieben hat, sind auch die Geschichte einer emanzipierten Frau oder einer die ums ernstgenommen werden kämpft im erst geteilten und dann wiedervereinten Deutschland. Ein Stück gelebte deutsche Geschichte ist sie auch und nicht zuletzt deshalb wert, von Vielen gelesen zu werden.
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am 14. Mai 2013
Schon der Titel trägt in sich ja bereits hintergründig provozierende Botschaften. In einem Beruf, zu dem auch Schlager gehören (auch wenn Veronika Fischer nie einem einzigen Genre ganz zuzuordnen war und durchaus Vielfalt in ihrem Stil entwickelt hat), die Lieder von Liebe, Romantik und Glück mit der Überschrift eines „Lügendliedes“ zu kokettieren macht neugierig auf mehr.

Wenn zudem bei der Lektüre deutlich wird, dass Veronika Fischer nicht nur einzelne „schmachtvolle“ Texte, sondern eine ganze Schlagermusikindustrie samt ihrer unverhohlenen Neigung, „Images“ zu erschaffen mit in den Blick nimmt und „von innen“ her beleuchtet (nicht immer zum Besten der „Macher“ dieses Kulturfeldes), darf der Leser getrost mehr erwarten als eine Lobhudelei mit andächtigen Tränen über die eigene Karriere und „wie viel Glück und Dankbarkeit“ man doch ins ich trägt. Samt Lobesreden auf Manger und andere Mitstreiter.

Der Lebensweg Fischers spricht ja von außen betrachtet schon eine andere Sprache. Nicht viele, die so erfolgreich zum „Kultur Establishment“ eines Landes gehören, gehen freiwillig und treten schon zuvor in manche Konfrontation. Und „ganz oben“ war Veronika Fischer in der ehemaligen DDR ja durchaus, vergleichbar vielleicht noch mit einem Frank Schoebel, Manfred Krug oder Armin Müller-Stahl. Auch ein deutsches Schicksal ist es, das Veronika Fischer noch einmal vor Augen führt.

Das Leben in der DDR, auch als erfolgreiche Künstlerin nicht einfach, ein Neuanfang im Westen Deutschlands (Ende der 70er Jahre), in dem sie als Künstlerin noch lange nicht so bekannt war, wie in der alten Heimat. Und nicht nur ein Neustart, ein „sich durchbeißen“ steht im Raum, auch der Wert, den Fischer auf ihren Stil, auf ihre musikalische Überzeugung legte und mit dem sie durchaus auch im „freien Westen“ Reibung erzeugte.

Ereignisse, von denen Fischer im Buch chronologisch berichtet, ihren Werdegang mit frühen Erfolgen, Höhen und Tiefen, eigenem Stil und eigenem Kopf vor Augen führt. Allein schon, wie sie sich überhaupt eine „eigene Zeit“ solo auf der Bühne erstritt im Rahmen der damaligen Band zeigt auf, das Veronika Fischer früh ihren Weg gehen wollte und sich auch von „spöttischer Ablehnung“ weder entmutigen noch unterbekommen ließ. Ein Weg übrigens, der zumindest mit vielen der damaligen Kollegen (von denen einige bis heute mit gewissem Bekanntheitsgrad noch aktiv sind) in enge Verbindung trat und bleibende Beziehungen entstehen ließ.

Auch dies ist ein interessanter Aspekt des Buches, der Einblick in die ostdeutsche, beginnende Rock- und Popszene und die Gratwanderung zwischen Aussagewilligkeit und Zensur, zwischen musikalischer Begeisterung und Einpassung ins damalige System. Einer musikalischen Aufbruchstimmung, in der am Staat nicht vorbeizukommen war (anders als in der Entwicklung Rock- und Popmusik der westlichen Länder). Das aber schon bald darauf im Westen ohne wirtschaftliche Interessen in der Musikindustrie nichts mehr ging und wider klare Vorgaben im Raum standen, auch das erzählt Fischer offen und prägnant im Buch.

Alles in allem eine interessante Biographie über eine „deutsche Karriere“ in beiden ehemaligen Staaten und ein durchaus kritischer Einblick in die kommerzielle Musikindustrie.
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am 15. Oktober 2014
Buch: 1974 startete sie mit "Veronika Fischer & Band" kometenhaft durch. Ihre Fans lieben sie für ihre unverwechselbare Stimme und ihre musikalische Vielseitigkeit. Ihre Musik verkaufte sich millionenfach, immer wieder war sie Nr.1. in den Rundfunkcharts. Mit Liedern wie "Dass ich eine Schneeflocke wär" und "Auf der Wiese" schuf Veronika Fischer echte Evergreens.

Mitreißend erzählt, blickt sie nun zurück auf ihre Kindheit in Thüringen, die wilden 70er-Jahre mit unzähligen Festivalauftritten und Tourneen, die zunehmenden Repressalien durch das DDR-System und die schwere Entscheidung, 1981 mit Mann und Sohn nach Westberlin zu ziehen und alles hinter sich zu lassen. Sehr offen und persönlich beschreibt sie, mit welchen Herausforderungen sie im Freiheit versprechenden Westen zu kämpfen hatte - und wie sie ihren Maximen bis heute treu geblieben ist.

Fazit: In ihrer Autobiografie befasst sich Veronika Fischer mit ihrer Kindheit, Familienleben und Musikkarriere.
Da Veronika in vielen verschiedenen Bands und Bandkonstellationen gespielt hat, trifft der Leser auch auf andere bis heute bekannte Musiker. Unter anderem führte sie mit Herbert Dreilich (später Mitglied der deutschen Rockband Karat) einen Konkurrenzkampf um die Sängerposition in der gemeinsamen Band. Nach dem Beide in anderen Musikgruppen sangen, verstanden sie sich ausgezeichnet.
Es ist sehr interessant über das Leben einer DDR-Sängerin und ihrer Wegbegleiter zu lesen. Beispielsweise hatten Veronika und ihre Band ein Valuta-Konto, mit diesem Konto konnten sie die DDR-Mark in die stärkere Währung eintauschen. Das Konto stand den Bandmitgliedern zur Verfügung, um sich im Ausland zu verpflegen. Darauf verzichteten Veronika und ihre Bandkollegen, Sie nahmen ihr Essen und alles Nötige (Tütensuppe, Geschirrspülmittel, ...) lieber mit, um fleißig für ihre Träume zu sparen. Im Fall von Veronika Fischer war es das West-Auto. Den Volvo hat sie sich dann tatsächlich gemeinsam mit ihren Mann gekauft.
Nach ihrer Ausreise war es für Veronika schwer im West-Musikgeschäft Fuß zu fassen. Hier gab es jede Menge Schlagersänger und so musste sie einen Neustart hinlegen - was natürlich nicht einfach war.
Der Schreibstil ist einfach uns daher auch leicht zu lesen. Sie schildert die damalige Zeit sehr genau ohne über die DDR bzw. den Westen herzuziehen und zu übertreiben. Als DDR-Bürger erinnert man sich gerne mit. Egal ob es das ewige Anstehen an der Telefonzelle oder der überwältigende erste Auslandsaufenthalt ist.
Die kurzweilige und lesenswerte Autobiografie lässt den Leser sowohl in das Musiker-Leben der DDR als auch den Westen blicken.
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Vor vielen Jahren kaufte ich mir die LP SEHNSUCHT NACH WÄRME von Veronika Fischer - ein schönes, professionell konzipiertes Album zwischen besserem Schlager und 80er-Jahre-Pop, versehen mit zumeist sehr gelungenen Texten. Als Sängerin fand ich sie nicht überragend, als Interpretin hingegen sehr gefühlvoll und interessant. Seither habe ich ihre weitere Laufbahn mit einem gewissen Interesse verfolgt.

Das Leben der 'Vroni', wie sie in ihrem Geburtsland DDR liebevoll genannt wurde, erzählt recht eigentlich die komplizierte Geschichte der deutschen Teilung nach. 1981, mitten im Kalten Krieg, ging sie, aus durch die Schilderung der Umstände in dieser Autobiographie nicht unverständlichen Gründen, in den westlichen Teil Berlins.

In der DDR war die Fischer in den siebziger Jahren eine Art Superstar. Mit wechselnden Bands veröffentlichte sie vier Alben und feierte eine ganze Menge Radiohits. Nach ihrem 'Systemwechsel' blieb (oder wurde) sie durch ihr streckenweise 'bockiges' und unangepasstes Verhalten in gewisser Hinsicht zu einer Außenseiterin im Showgeschäft, die ihre sicherlich vorhandenen Karrierechancen immer wieder selbst in den Mülleimer trat. Das ist einerseits sicherlich bewundernswert, war andererseits aber auch ziemlich naiv.

Das Buch "Das Lügenlied vom Glück", das sie zusammen mit einem guten Bekannten, dem (West-)Liedermacher Manfred Maurenbrecher verfasst hat, beleuchtet das ganze Kaleidoskop eines Lebensweges voller Irrungen und Wirrungen. Dabei geht Veronika Fischer die für populäre Menschen notwendige Leichtigkeit zumeist etwas ab. Witz und (Selbst-)Ironie sind ihr anscheinend ebenfalls eher fremd. Gelegentlich möchte man ihr zurufen: 'Mach dich doch mal locker, Vroni, du hast nur dieses eine Leben!'.

Die Fischer sieht sich selbst als anspruchsvolle Künstlerin, der ständig durch widrige Umstände und böse Menschen Knüppel zwischen die Beine geworfen worden sind. Dass bestimmte Leute ihr vielleicht in Wahrheit helfen wollten, auch im Westen richtig durchzustarten, käme ihr wohl nicht in den Sinn. Dass man Kompromisse auch schließen kann, um später, auf dem Tableau des erreichten Erfolges, die gewünschten eigenen Wege gehen zu können, dieser kleine, aber feine Trick ist ihr offenbar stets verborgen geblieben.

Viele 'Ossis' aus allen beruflichen Bereichen haben den Schritt in die 'Freiheit' des westlichen Lebens mühelos geschafft, andere sind gescheitert oder sogar daran zugrunde gegangen. Veronika Fischers Geschichte liegt irgendwo in der Mitte - mit einem leichten Ausschlag nach oben. Die großen Hits, den großen Durchbruch hat sie in der BRD nie geschafft. Das lag natürlich nicht ausschließlich, aber eben zu einen nicht unbedeutenden Teil auch an ihr selbst.

Sie kritisiert viele Aspekte des real existierenden Sozialismus in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik genauso vehement wie die Kälte und das ausschließlich auf Gewinnerwartung ausgerichtete Handeln im real existierenden Kapitalismus der Bundesrepublik Deutschland. Ihre Unbehaustheit in beiden Systemen wirkt auf die Dauer etwas verstörend. Was will sie denn eigentlich? Und Schuld sind sowieso irgendwie immer die anderen.

Dieses Buch ist aufschlussreich und über weite Strecken sogar spannend. Ich kann die Lektüre daher nur empfehlen. Alles Liebe und Gute, Frau Fischer!
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am 19. März 2013
Vor vielen Jahren habe ich stundenlang auf Veronika Fischer gewartet, stehend auf einer Treppe vor dem Saal, in dem das Konzert stattfinden sollte. Einige der Wartenden hatten schon Kreislaufprobleme ... aber irgendwann erschien die Band dann doch. Das Konzert selbst war super, eine Entschuldigung für die Verspätung aber kam nicht. Irgendwann sickerte etwas von Stau auf der Autobahn durch - wenig glaubhaft in der DDR, doch selbst wenn, warum sagte Veronika Fischer nichts? So wirkte sie auf uns alle wie eine zickige Diva. Gar nicht lange darauf war sie im Westen und wir sahen uns in den getroffenen Urteilen bestätigt. Und dann hörten wir nichts mehr von ihr....
Verblüfft war ich nun zu hören, dass es ein Buch gibt. Nun wollte ich doch wissen, was seitdem passiert war und was Veronika Fischer heute macht. Nach der Lektüre war ich recht nachdenklich, denn mir wurde klar, dass die Sängerin nie wieder an die alten Erfolge anknüpfen konnte und wie sie schreibt, vor allem im Nachtprogramm zu hören ist. Der Weggang in den Westen war ein Fehler, wenngleich das Buch auch die Hintergründe verstehen lässt. Wahrscheinlich hätte man in der gleichen Situation ähnlich gehandelt. Dennoch: Schade um ein großes Talent, das trotz vieler Mühen und vieler Platten und CDs kaum noch zu hören ist. Zu begrüßen ist das Buch, es lässt vieles verstehen. Ich habe mir die Musik wieder angehört, sie hat mir sehr gefallen und wenn sich die Gelegenheit ergibt, besuche ich auch wieder ein Konzert.
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am 31. März 2013
Ich war Neugierig auf dieses Buch von Vroni Fischer, die mich schon in meiner Jugend begleitet hat.
Ein sehr schönes und ehrliches Buch, das Vroni geschrieben hat.
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am 4. August 2013
"Die FischerI": In der damaligen DDR ein Star, und das zu recht. Unbestritten eine ausgebildete, exzellente Sängerin. Einsetzbar in Jazz, Rock, Pop. Es gibt nur wenige deutschsprachige Kolleginnen, die ihr das Wasser reichen können.
Das Buch führt uns chronologischer Reihenfolge (und in mancherlei überflüssigen und sprachlich verquarzten Rückblenden) durch ihr musikalisches Leben, schildert dabei gleichzeitig anschaulich und spannend das Alltagsleben der 50er bis 80er Jahre in der Tätärä.
Keine große Literatur -warum auch - aber für Musikbegeisterte, Nostalgiker und DDR-Interessierte allemal lesenswert.
Am Ende entsteht allerdings hie und da der Eindruck, dass die Vroni mit ihrem westdeutschen Schicksal hadert, ab den 80er Jahren den Kultstatus der vorvergangenen Jahre nicht wieder erreicht zu haben. Ein leichter Hauch von Bitterkeit schwebt über den Zeilen. Dafür besteht kein Grund, denn das was sie mit Panta Rhei und ihrer eigenen Band auf die Beine gestellt hat ist von allerfeinster Qualität und auch nach gesamtdeutschen Massstäben Premier League.
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am 20. Mai 2013
Ja, das hat Erinnerungen wieder wach gerufen, vieles hatte ich verdrängt. Ich danke Frau Fischer für das sehr gute und schonungslose Berichten aus ihrem Leben.
Ich wünsche Ihnen weiter viel Glück und hoffe, dass ich noch viele Konzerte erleben darf.
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am 31. März 2013
Veronika Fischer hat sehr gut beschrieben, wie so vieles in ihrem Leben passiert ist. Danke dafür!! Das Lesen hat Spaß gemacht.
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am 14. Januar 2014
Veronika Fischer war (und ist) eine tolle Sängerin und Interpretin. In der DDR war sie wohl eine der ganz wenigen Stars. Ihre Geschichte in beiden deutschen Staaten ist eine sehr interessante und in jedem Fall lesenswert, selbst wenn man nicht immer ihrer Meinung sein muss. Sprachlich ist das Buch allerdings auf keinem hohen Niveau. Streckenweise liest es sich wie ein Schulaufsatz.
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