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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die andere Sichtweise
Man kann zu dem Fall "Kachelmann" stehen wir man will. Die Medien haben natürlich einiges dazu beigetragen, daher habe ich mir dieses Buch gekauft, um einmal "die andere Sichtweise" zu erfahren.

Das Buch ist gut und sachlich geschrieben. Kein Selbstmitleid oder gar Abrechnung, wie man vielleicht vermuten würde. Klare detaillierte...
Vor 7 Monaten von M. Löber veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ih geh weg, Du hast 'nen Penis
Wir Männer stehen mit einem Ei immer im Gefängnis. Da ging es Kachelmann nicht besser als Assange (wobei in Schweden ja Vergewaltigung ja etwas anders definiert wird, wie sollte das auch mit 2 Freundinnen, bei denen er übernachtete gehen). Vielleicht lasse ich mir jedesmal, wenn es zum Äußersten kommt, mir vorher quittieren , daß es...
Vor 1 Monat von nobaertos veröffentlicht


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die andere Sichtweise, 28. Dezember 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz (Gebundene Ausgabe)
Man kann zu dem Fall "Kachelmann" stehen wir man will. Die Medien haben natürlich einiges dazu beigetragen, daher habe ich mir dieses Buch gekauft, um einmal "die andere Sichtweise" zu erfahren.

Das Buch ist gut und sachlich geschrieben. Kein Selbstmitleid oder gar Abrechnung, wie man vielleicht vermuten würde. Klare detaillierte Fakten, die man auch bei diversen Internetrecherchen so nachlesen kann. Das Buch ist wirklich lesenswert.

Was diesen Fall angeht, so kann ich nur sagen, dass die Medien und die Justiz wirklich "ganze Arbeit" geleistet haben. Egal wer hier die Wahrheit gesagt hat oder nicht, so hätte das Verfahren nie ablaufen dürfen. Für derartig dilettantische Arbeit müssen wir Steuerzahler noch herhalten. Unglaublich!
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165 von 189 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Provokant, aber leider nicht unzutreffend, 11. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz (Gebundene Ausgabe)
Das Buch bietet einen interessanten Blick auf die Justiz aus Laien-/Betroffenensicht.

Wenn es in einigen Passagen sicherlich auch über die Stränge schlägt so zeigt es leider auch auf, wie deutsche Strafjustiz teils funktioniert. Solche Erfahrungen müssen Strafverteidiger leider immer wieder, wenn auch Gott sei Dank oftmals nicht so massiv wie beim LG Mannheim geschehen, immer wieder machen.

Insoweit spricht das Buch auch Anwälten durchaus aus der Seele und bietet aufgrund der Prominenz des Autors somit der Öffentlichkeit die Möglichkeit, einen Einblick in den möglichen Ablauf eines Ermittlungs-/Strafverfahrens zu bekommen. Die Darstellung ist insoweit weitaus realistischer, als die Gerichtsshows des Privatfernsehens.

Was leider ebenfalls deutlich wird ist, dass Angeklagte ohne entsprechenden finanziellen Background wahrscheinlich nach 5 Verhandlungstagen verurteilt worden wären. So zumindest die juristische Praxis.

Man mag zu dem Fall stehen wie man will. Liest man das Buch jedoch unter primärem Augenmerk auf die Vorgänge in der Justiz, so vermag es Denkanstöße über unser Justizsystem zu vermitteln. Insgesamt durchaus lesenswert (sage ich als Fachanwalt für Strafrecht).
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36 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was soll all die Aufregung?, 11. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz (Gebundene Ausgabe)
Die Kontroverse um den Fall Kachelmann - und damit auch um das Buch - kann nur bedingt nachvollzogen werden. Was ist passiert? Frau C. Dinkel hat Herrn Kachelmann einer Vergewaltigung bezichtigt. Im Lauf des - im Buch ausführlich beschrieben - Prozesses, stellt sich heraus, dass diese Vorwürfe letztlich haltlos sind. Ja, Kachelmanns Verhalten, wobei es schwierig ist eine solche Beziehung zu bewerten, mag moralisch fragwürdig gewesen sein, das räumt er ja selbst ein. Aber das rechtfertigt selbstverständlich nicht eine Falschbeschuldigung, die zu einer Haftstrafe von vielleicht 15 jahren führen kann - es sei denn man hat das groteske "Rechtsverständnis" eines H. Karasek, S.325, der dies als "Rache" für legitim hält und schleunigst mal ein paar Hundert Gefängnisse bauen sollte um alle Untreuen, männlich wie weiblich, dieses Landes unterzubringen.

Erschreckend ist der chronologisch im Buch ausführlich geschilderte Verfahrensablauf: Mehrfach hat C. Dinkel im Ermittlungsverfahren nachweislich gelogen, auch die objektiven Befunde, wie die fehlenden DNS-Spuren am Messer usw., sprechen gegen ihre Schilderung der Tatversion. Was eine solche Falschbeschuldigung bewirken kann wird in dem Buch eindringlich beschrieben. Zudem zeigt es auf, wie schnell offensichtlich von manchen (nicht allen) Staatsanwaltschaften und Gerichten ein dringender Tatverdacht bejaht wird. Bei der im Buch geschilderten Beweislage kann man nur den Kopft schütteln, wie rigoros die Staatsanwaltschaft, gefangen im Klischee Frau = immer Opfer/Mann=immer Täter, hier gegen Kachelmann vorging und wie stur, trotz nachgewiesener Lügen der einzigen Belastungszeugin C. Dinkel, man an der Anklage festhielt. Es wird einem Angst und Bange wie einseitig und "ergebnis(Kachelmann ist schuld)orientiert" hier offensichtlich ermittelt wurde. Besonders aufschlussreich und lesenswert ist hier der abgedruckte Beschluss des OLG Karlsruhe (S. 101ff.). Auch die Unsachlichkeit diverser Gutachter, deren Zirkelschlüsse (die jeder Falschbeschuldigung Tür und Tor öffnen würden) und die unrümliche Rolle der Presse (allen voran Springer und Burda) werden beeindruckend dargestellt. Die Darstellungen dürften authentisch sein, zumal die einzige einstweilige Verfügung sich gegen die volle Namensnennung von C. Dinkel richtete, i.ü. aber offensichtlich niemand das Buch juristisch "angreifen" will.

Sicher, eine absolute Gewissheit, was sich in jener Nacht zugetragen hat, gibt es nicht, wie bei so vielen "4-Augen.Delikten". Aber ein Gericht muss auf Basis aller vorliegender Ergebnisse entscheiden, und es hat, wohl eher widerwillig, entschieden. Freispruch. Und genauso wie man bei einem Schuldspruch vom "Vergewaltiger Kachelmann" geredet hätte gilt es nun, ihn - und viele andere Opfer von Falschbeschuldigungen (G. Friedrichsen vom Spiegel schreibt hier ab und an immer wieder zu, etwas zum Fall Arnold, auch die Artikel/Bücher von Sabine Rückert sind sehr empfehlenswert) - zu rehabilitieren. Allen voran z.B. die ARD.
Eine Verharmlosung von Falschbeschuldigungen, die Darstellung des ganzen als Kavaliersdelikt oder die Praxis, dem nach solch einem Freispruch nicht mehr nachzugehen, ist fatal. Denn eine Falschbeschuldigung und die damit verbundene (mittelbare) Freiheitsberaubung bedeuten nichts anderes, als das ein "Leben", die berufliche wie private Existenz, vernichtet wird, die Gesunheit oft noch dazu. Schlimmer noch: der Fall Kachelmann zeigt eindringlich, dass der blosse Verdacht für eine solche Existenzvernichtung ausreichend sein kann. Wie kann man dann aber ernsthaft der Meinung sein, Kachelmann solle es nun mal gut sein lassen und die Sache nicht weiter verfolgen ?
Nun könnte man meinen, dass in der öffentlichen Wahrnehmung und seitens der Vorverurteiler Kachelmann Wiedergutmachung erfährt und der Fokus sich auf C. Dinkel richtet, die offensichtlich die Unwahrheit sagte, um Kachelmann zu schädigen. Aber Menschen, die Grundprinzipien eines Rechtsstaates nicht verstehen, nicht verstehen wollen, oder - wie Bundesverdienstkreuzträgerin und Rechtsstaatsverächterin A. Schwarzer - nur dann anwenden wollen, wenn es ins ideologische Weltbild passt, meinen, ihn weiterhin diffamieren zu müssen. Eigentlich müsste doch ein Konsens bestehen, dass - selbstverständlich - bei Tatnachweis eine Verurteilung erfolgt, das stellen auch die Kachelmanns nicht ansatzweise in Frage, s. etwa S. 267 u. 331. Aber im umgekehrten Fall, wenn viel für eine Falschbeschuldigung spricht, auch eben dies zu einer harten Verurteilung führt. Vergewaltiger gehören genauso hinter Gitter wie Falschbeschuldiger(innen). Beides schließt sich gerade nicht gegenseitig aus, und vor allem : beides darf nicht - bewusst? - gegeneinander ausgespielt werden, wie man es leider immer wieder in der öffentlichen Diskussion erlebt. Ein Rechtsstaat bestraft beides.

Das Buch liest sich unheimlich schnell, es ist spannend und wirkt authentisch, viele juristische Dokumente sind mit abgedruckt. Kritik: Manche Flapsigkeit und manche zu starke Verallgemeinerung (nicht jedes Gericht und nicht jede Staatsanwaltschaft arbeitet so fragwürdig wie die in Mannheim) finden sich darin. Man muss dies wohl größtenteils verzeihen, denn man spürt in jeder Zeile, wie Kachelmann und auch seine Frau Miriam Kachelmann das ganze mitgenommen hat, dieses persönliche Betroffensein darf man bei der Kritik nicht ausblenden.

Es wäre für ihn nun, wie er selbst auf S. 349 sagt, bequemer und einfacher, schlichtweg jetzt die "Klappe zu halten", sich nicht mit Burda/Springer u. Co. anzulegen. Es braucht viel Mut, Kraft und Entschlossenheit, diese Sache eben jetzt nicht ruhen zu lassen, sondern das Unrecht, was H. Kachelmann (mit ziemlicher Sicherheit)) widerfahren ist, zu benennen und dagegen vorzugehen. Das verdient Respekt. Er und seine Frau Miriam Kachelmann schaffen Raum für ein Thema, was gerne totgeschwiegen wird. Das Buch ist ein Beitrag zu einer längst notwendigen Diskussion zum Thema Falschbeschuldigung und deren Folgen und dafür 4 Sterne.
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154 von 182 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Buch stösst eine wichtige Debatte an, 11. Oktober 2012
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz (Gebundene Ausgabe)
Es mag ja sein, dass Jörg Kachelmann mit seinem Buch auch Geld verdienen wollte, sich nach Öffentlichkeit sehnt, wie er sie ja früher als Fernsehmoderator hatte. Aber kann man es ihm wirklich verdenken? Sein Fall ist doch ein exemplarisches Beispiel dafür, dass die Existenz eines Mannes, den ein Vergewaltigungsvorwurf trifft, allein schon durch nicht bewiesene Bezichtigungen vernichtet bzw. zumindest gefährdet werden kann.

Und dass die Vorwürfe gegen ihn am Ende haltlos waren, zeigt er nochmal in seinem Buch. Man kann sie aber auch genauso gut in neutralen Berichten über den damaligen Prozess nachlesen. Und die Fakten sind u.a.:

- Es hat sich niemals eine DNA- oder sonstige Spur von ihm am vermeintlichen Tatmesser gefunden
- Die Vergewaltigungsverletzungen, die sein vermeintliches Opfer vorwies, waren nach der Ansicht der Mehrzahl der rechtsmedizinischen Sachverständigen Selbstschädigungen
- Seine Ex-Freundin machte mehrere falsche Aussagen, die sie am Ende korrigieren musste

Fazit: Das Buch stösst vielleicht in Deutschland eine notwendige Debatte an. Denn niemand kann bestreiten, dass es neben Vegewaltigungsopfern auch Opfer von falschen Beschuldigungen gibt. Und jeder kann heute durch die Anzeige seines Nachbarn, seines Ehepartners, seiner Kollegen in den Hexenkessel der Strafjustiz gelangen. Aber nicht jeder hat so viel Geld wie damals Kachelmann, um gute Anwälte und Sachverständige auf eigene Rechnung zu bezahlen, die dann unhaltbare Anschuldigungen abwehren können. Deshalb ist es gut, dass durch das Buch diese Problematik zur Diskussion gestellt wird.
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessanter Einblick in den "Fall Kachelmann", 18. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz (Gebundene Ausgabe)
Ein wenig skeptisch war ich schon, als ich mir das Buch bestellte, allerdings habe ich mit Kopfschütteln den Prozess im Fernsehen aufgeschnappt. Entgehen konnte man ihm ja nicht...

Gut an dem Buch finde ich, die Sichtweise von Kachelmann und seiner Frau. Aus untersch. Blickwinkeln. Viele davon wurden in den Medien nicht preisgegeben. Auch vom Medienanwalt des Autors ist am Ende des Buches ein - wenn auch sehr kleiner - Einblick in den Prozess gegeben.
Interessant ist, wie viele Einstweilige Verfügungen erwirkt worden sind - und wie wenig davon berichtet wurde.
Auch gut, das Abbild von Urteilen o. ä.
Sehr ausführlich und so kann sich jeder sein Bild machen.

Ich finde das Buch sehr gut geschrieben und würde es jederzeit wieder kaufen und kann es nur empfehlen - auch den Kachelmann-Skeptikern, oder gerade denen.
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103 von 130 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Problem mit der Vorverurteilung..., 10. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz (Gebundene Ausgabe)
Für viele war Jörg Kachelmann schon als Schuldiger verurteilt, bevor der Fall vor Gericht kam. Dafür sorgten der Fokus, der Stern und vor allem die Bildzeitung. Jeden Tag erfuhren wir neue, pikante Details eines Mannes, der scheinbar mehrere Frauen gleichzeitig hatte und allen sagte, sie wären die Einzige.
Das macht Jörg Kachelmann jedoch noch lange nicht zu einem Vergewaltiger.
Dann konnten wir von ganz besonderen Sexpraktiken des Jörg Kachelmann lesen.
Auch das macht ihn noch lange nicht zu einem Vergewaltiger.
Aber in der Öffentlichkeit wurde ein Bild von ihm verbreitet, das ihn schon fast schuldig wirken lies. Man fing an, das bekannte Bild des sympathischen Sonnyboys, der uns täglich das Wetter präsentierte, mit dem von Bild und Co erzeugten Bild des Monsters zu vergleichen. Und plötzlich kommen einem so komische Gedanken... könnte es nicht doch sein, dass er...
Das Jörg Kachelmann dieses Buch geschrieben hat, kann ich sehr gut nachvollziehen. Er schildert dem Leser die Ereignisse aus Sicht eines zu unrecht Beschuldigten und soll wachrütteln. Es weist zum einen auf die (nachweislich) entstandenen Nachlässigkeiten und haarsträubenden Fehler bei den Ermittlungen hin, macht aber auch deutlich, wie sehr die Beschuldigte von Seiten des Gerichts und der Medien zum Opfer erklärt und mit Samthandschuhen angefasst wurde. Dabei waren die Wiedersprüche der Beschuldigten so gravierend, dass jemand hätte nachhaken müssen.
Eine der Kernaussagen des Buches ist, dass die meisten Vergewaltigungen nicht angezeigt werden und die meisten angezeigten Vergewaltigungen frei erfunden sind. Das erste wird von den Behörden bestätigt. Das zweite ist eine Behauptung, die stimmen kann. Der Rat von Herren Kachelmann an alle Männer, sich niemals mit einer Frau alleine in einem Raum aufzuhalten, ist aus seiner Sicht nachvollziehbar, aber kaum praktikabel.
Dieses Buch ist keine Abrechnung mit der Frau, die ihn beschuldigt hat. Es ist eine Abrechnung mit unserem Rechtssystem und den allmächtigen Medien, die die Hexenjagd auf ihn eröffnet hat.

Der Richter hat Jörg Kachelmann freigesprochen. Zu glauben, dass er deshalb von allen für Unschuldig gehalten wird, ist naiv und falsch. Und das weiß er auch. Umso mehr soll dieses Buch seinen Teil dazu beitragen, das es eine solche Hetzjagd nicht mehr geben wird. Vielleicht gelingt es. Vielleicht aber auch nicht.
Das einzige, was sicher ist, ist die Tatsache, dass es hier keinen Gewinner gibt.
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22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Buch musste sein, 20. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz (Gebundene Ausgabe)
Natürlich wissen wir alle nicht, was sich wirklich abgespielt hat und ob Jörg Kachelmann in diesem Buch überall hundertprozentig die Wahrheit sagt. Aber wir leben nun mal in einem Rechtsstaat und solange jemandem eine Tat nicht nachgewiesen werden kann, muss er freigesprochen werden. Ich habe mich seit der Verhaftung sehr intensiv mit dem Fall auseinandergesetzt und es spricht doch vieles dafür, dass sich jemand an Kachelmann rächen wollte, weil er sie belogen und betrogen und vielleicht kurz vor der vermeintlichen Tat für immer verlassen hat. Natürlich ist es nicht schön für einen Menschen, zu erfahren, wenn der geliebte Partner noch andere Freundinnen und oft gelogen hat. Trotzdem ist das aber nicht strafbar und rechtfertigt auf keinen Fall eine Falschanzeige wegen Vergewaltigung. Warum nimmt jemand mit anderen Kachelmann-Partnerinnen Kontakt auf, täuscht einen anonymen Brief vor und testet, wie man sich selbst verletzt?
Für mich sieht die Sache so aus, als hätte da jemand schon länger geplant, aus Wut Jörg Kachelmann beruflich und privat zu vernichten und am liebsten für immer im Knast weggesperrt gehabt. Wenn ein mutmaßliches Opfer schon bei seinen ersten Aussagen nachweislich lügt und am Tatwerkzeug keine Spuren von Kachelmann waren, gab es überhaupt keinen Grund, ihn in U-Haft zu stecken und überhaupt Anklage zu erstatten.
Die Schilderung der Verhaftung, der U-Haft und der Verhandlung fand ich interessant und wäre für mich fünf Punkte wert, weil ich viel Neues aus erster Hand erfuhr. Auch die Kritik am überheblichen Verhalten der Justiz darf und muss mal geäußert werden. Was mich ein bisschen an dem Buch gestört und zu dem einen Punkt Abzug geführt hat, ist, dass Jörg Kachelmann an manchen Stellen zu sehr verallgemeinert (man kann nicht von einem Fall auf alle schließen+alle Anzeigesteller -es gibt sicherlich viele Frauen, die wirklich ihr ganzes Leben lang unter einer Vergewaltigung leiden- über einen Kamm scheren). Ein bisschen kann ich die Wut in Kachelmann aber natürlich verstehen, wenn man monatelang unter dieser Anklage psychisch, imagemäßig und letztendlich durch die hohen Anwaltskosten auch finanziell gelitten hat. Was mir ebenfalls nicht so gefallen hat, waren die teils langatmigen pseudojuristischen Ausführungen von Miriam Kachelmann. Trotzdem ist das Buch über weite Strecken interessant geschrieben und ich empfehle es aus meiner Sicht zu 80 Prozent als lesenswert (den Rest einfach überblättern, wenn es zu sehr abschweifend und zu kompliziertes Juristendeutsch wird)
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120 von 156 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mutig - und erschreckend, 10. Oktober 2012
Von 
Christina Zacker (Monchique/Portugal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz (Gebundene Ausgabe)
"Es ist eine furchtbare Schere: Die Mehrheit der Vergewaltigungen wird nicht angezeigt - die Mehrheit der Anzeigen sind Falschbeschuldigungen."
Das ist für mich einer der Kernsätze im Buch von Miriam und Jörg Kachelmann.
Das Buch ist keine leichte Lektüre - wer nettes Geplauder erwartet oder gar haltlose Anschuldigungen, wird sich kaum durchkämpfen durch die langen juristischen Texte und das Material aus den Anwaltskanzleien. Aber es lohnt sich, denn das Buch zeigt deutlich auf, wie viel bei diesem Verfahren schief gelaufen ist. Bewiesen durch eben Dokumente, nicht nur durch Gefasel in Interviews oder Zeitungsartikeln.

Es ist erschreckend, wenn man liest, wie eng das Geflecht zwischen Polizei, Staatsanwalt, Gericht einerseits und der Falschbeschuldigerin und ihrer Familie andererseits war und ist.
Eine Horrorvorstellung, wie sorgfältig der "Coup" vorbereitet wurde, einen "Promi" fertig zu machen. Nicht nur vom angeblichen Opfer, das eine eiskalt kalkulierende Täterin ist, sondern eben auch von den Organen unseres Staates, die es besser wissen müssten, von denen wir glaub(t)en, sie würden Sorge tragen für faire Ermittlungen und ein faires Verfahren.
Es ist bestürzend zu lesen, was von Seiten der Staatsanwaltschaft und der Polizei alles NICHT unternommen wurde, um Beweise zu sichern. Und was unternommen wurde, um der Falschbeschuldigerin ja nicht zu nahe zu treten, um sie als Opfer hochzustilisieren.
Das alles in einem Rechtsstaat?
Kaum vorstellbar.
Aber es ist passiert.
Sowohl Jörg und Miriam Kachelmann wie auch der Heyne Verlag werden sich bei diesem Buch genau überlegt haben, was geschrieben wird, was beweisbar und mit welchen Klagen eventuell zu rechnen ist.
Etliche Klagen gegen Medien und ihrer Vertreter hat Kachelmann bereits für sich entschieden. Auch gegen Alice Schwarzer, die ja nicht müde wurde und wird, immer und immer wieder zu betonen, dass sie ihn nach wie vor als Täter sieht.

Überhaupt die Rolle der Medien, der "vierten Gewalt" in unserem Staat: Gewalt ist genau das Wort, das zutrifft, denn die beiden Kachelmanns schildern aus ihrer Sicht, was wir ja alle mehr oder weniger mitbekommen haben:
wie die Presse und TV nicht nur mitgespielt haben, sondern wie sie Regie führten, mit welchen Methoden versucht wurde, am Gericht vorbei eine Vorverurteilung und öffentlich-mediale Hinrichtung zu erreichen.
Beschämend für Presse, Rundfunk und Fernsehen, dass es in Deutschland lediglich zwei Wochenzeitungen gibt, interessanterweise beide mit weiblichen (!) Gerichtsjournalisten, die bereits frühzeitig auf die merkwürdigen Misstände bei Ermittlungen und der Strafkammer hingewiesen haben. Eine Schande für die Süddeutsche Zeitung, die einmal einen so großen Gerichtsberichterstatter wie Erwin Tochtermann hatte.
Über die Rolle von Alice Schwarzer möchte ich mich hier nicht auslassen - nur so viel: nicht alle Frauen sind automatisch Opfer. Und nicht alle Männer automatisch Täter. Das sagt einem eigentlich der gesunde Menschenverstand. Der scheint aber allzu oft zu fehlen. Bei Frau Schwarzer - wie auch etlichen anderen, angeblich so toughen Frauen in den Chefredaktionen, als Reportinnen oder schlicht als geifernder Mob in Foren und Leserbriefen.
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Hohn auf alle Gerichsbarkeit, 19. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz (Gebundene Ausgabe)
Meine Hochachtung dem Ehepaar Kachelmann, dem es in so kurzer Zeit gelang, das Mannheimer Justizwesen so gründlich zu sezieren.
Wir werden mit Entscheidungen und Verfahrensweisen konfrontiert, für die dem Juristen wie dem "Normalbürger" einfach die Worte
fehlen müssen, weil das, was in Mannheim passiert ist, schlechthin nicht glaubhaft ist, bzw. nach menschlichem Ermessen in Deutschland überhaupt für möglich gehalten werden kann.
Die Unabhängigkeit unserer Richter ist ein sehr hohes Rechtsgut, auf das wir stolz sein dürfen. Es darf aber nicht von Rechts-
beugern, juristisch-kriminalistisch Unfähigen, Böswilligen, bzw. Psychopathen in solchem Maße mit Füßen getreten werden, wie es
in diesem Buch ohne Furcht vor Verleumdungsklagen mit Adresse und Hausnummer belegt und benannt wird.
Mutig, wie Frau Kachelmann ihre Befragung vor Gericht erzählt und beschreibt, und damit dem Gericht die Biedermann-Maske vom Gesicht reißt.
Bewegend, wie Herr Kachelmann die gelebte Kameradschaft und Solidarität während seines Gefängnisaufenthalts schildert.
Unverständlich, dass es keinen Menschen gab, der die Nebenklägerin auf den Boden der Realität gestellt hat.
Erfreulich, dass es auch aus Justiz- und Medienkreisen Schelte gab für das, was in Mannheim geschah.
Hoffnungsvoll, wenn Justizminister über ihre Aufgaben und Verantwortung nachdenken.
Traurig, dass die beteiligten Personen auch noch befördert worden sind.
Wünschenswert, dass das Ehepaar Kachelmann noch viele gemeinsame glüchiche Jahre verleben kann.
Brandenburg a.d.Havel, im November 2012 - Wilhelm Kindel
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kafka reloaded, 15. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz (Gebundene Ausgabe)
Zunächst muß man ausblenden, dass das, was Kachelmann getan hat, menschlich zutiefst schäbig war. Das macht ihn aber nicht zum Straftäter, sondern bildet lediglich den Nährboden, auf dem Claudia D. ihren negativen Emotionen dann freien Lauf lassen konnte.

Das Buch wirft einen ernüchternden Blick auf den Zustand der Strafjustiz - noch dazu auf den in Baden-Württemberg. Ist man dort doch der Auffassung, dass die Rechtspflege noch einen kleinen Tick besser ist als im übrigen Teil der Republik.

Die Defizite der Justiz - bei der "Opfer"papa und Kammervorsitzender bestens bekannt zu sein scheinen - werden mehr als deutlich.

Traurig nur, dass ein Angeklagter ohne finanziellen Background von diesem System geschluckt worden wäre.

Wer Jura studieren will, sollte sich das Buch vorher zu Gemüte führen und sich danach neu entscheiden. Verbesserungsfähig ist dieses System ohnehin nicht. Leute mit Verbesserungswillen bekommen es nämlich ebenfalls mit diesem System zu tun.
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Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz
Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz von Miriam Kachelmann (Gebundene Ausgabe - 15. Oktober 2012)
EUR 19,99
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