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72 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Enttäuschend, bitter, ekelhaft und voller Poesie
Enttäuschend, bitter, ekelhaft und dennoch 5 Sterne? Jawohl, gerade deshalb!
Ich will es erläutern: Wir begegnen hier einem Phänomen das in der Science Fiction äußerst selten anzutreffen ist: der rücksichtslosen Demontage (rücksichtslos den Charakteren sowie notwendigerweise auch der Leserschaft gegenüber) der eignenen...
Veröffentlicht am 19. Juli 2003 von Alexander I.

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3.0 von 5 Sternen Beinharte Demontage eines Helden - schwer verdauliche Lektüre
Mit diesem Buch dürfte sich Frank Herbert - zumindest aus der Sicht vieler Leser - keinen großen Gefallen getan haben. Der zweite Teil der Wüstenplanet-Saga mag für manche ein großes philosophisches Werk sein, die meisten - darunter wohl auch viele Fans des Gesamtzyklus - dürften von diesem Werk eher enttäuscht sein. Zum einen ist die...
Veröffentlicht am 15. Juli 2008 von Stefan T.


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72 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Enttäuschend, bitter, ekelhaft und voller Poesie, 19. Juli 2003
Von 
Alexander I. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Herr des Wüstenplaneten: Roman (Der Wüstenplanet, Band 2) (Taschenbuch)
Enttäuschend, bitter, ekelhaft und dennoch 5 Sterne? Jawohl, gerade deshalb!
Ich will es erläutern: Wir begegnen hier einem Phänomen das in der Science Fiction äußerst selten anzutreffen ist: der rücksichtslosen Demontage (rücksichtslos den Charakteren sowie notwendigerweise auch der Leserschaft gegenüber) der eignenen Helden.
Was sich am Ende des 1. Bandes "Der Wüstenplanet" für den aufmerksamen Leser schon abgezeichnet hat, wird hier bis zum bitteren Finale Realität: der dramatische Abstieg von Paul "Muad'dib" Atreides zum deprimierenden Anti-Helden.
Der Band spielt 12 Jahre nach dem Sieg Muad'dibs über den Padischah-Imperator. Ein blutiger "heiliger" Krieg hat das bekannte Universum überzogen und die alte Ordnung zu Fall gebracht. Doch was daraus erwachsen ist, ist kein goldenes Reich. Pauls Fremenlegionen bringen eine neue Religion die zur Basis seiner Macht wird. Paul selbst ist ihr Gott und Heilsbringer. Die Priester des Qizarat beherrschen jetzt die Völker, richten und regieren in Pauls Namen.
Paul verbringt seine Zeit in seinem Palast auf Arakeen in tiefer Apathie. Er selbst erkennt, dass er diesen Krieg nie wollte, dass die Völker des Universum von ihm und seinen Priestern in eine fanatische, religiöse Finsternis geworfen wurden. Paul herrscht in absolutem Despotismus, Ketzer werden verfolgt, gejagt und hingerichtet.
So mehrt sich auch die Zahl seiner Feinde. Ich verrate nicht zu viel, denn es steht bereits in den ersten Seiten des Buches: die Bene Gesserit, die Navigatoren der Gilde, die Tleilax (die durch absolutes Fehlen jeder Moral und Ethik zu wahrlich perversen und abscheulichen Taten fähig sind) und Pauls eigene Frau Irulan verbünden sich gegen den allmächtig scheinenden Muad'dib.
Dieser auf höchster Ebene geführte Kampf der Verschwörer gegen Paul macht eine Hälfte dieses Buches aus. Der andere Teil wird bestimmt von Pauls Kampf mit sich selbst. Zum einen muss er ohnmächtig zusehen wie seine Legionen und Priester in seinem Namen Völker morden und sich unaufhaltbar wie ein Lavastrom durch das Universum ergießen. Zum anderen ist er Gefangener seiner eigenen Visionen geworden. Er erschafft nicht mehr seine Visionen, sondern sie erschaffen ihn. Sie werden zu Pauls wahrer und vollkommener Nemesis. Ich möchte hier jedoch nicht zu viel verraten, sonst verderbe ich den zukünftigen Lesern das unbeschreiblich ergreifende Erlebnis an diesem, dem Essentiellen, Kampf der in einem wahrhaftig ultimativen Finale enden wird.
Dieses Buch ist grandios und episch, Pauls Selbstbetrachtungen und die seiner Gefährten und Gegenspieler sind auf ihrer Ebene existenziell und unglaublich poetisch. Die Handlung des Buches muss notwendigerweise enttäuschend für die meisten Leser sein, Herbert zeichnet hier ein düsteres und hoffnungsloses Bild, wir treffen hier die alten Fremenkämpfer wieder - verkrüppelt und von Krankheiten gezeichnet, wir sehen einen Paul der sich mit "einem Herrscher names Hitler" vergleicht, Priester die im Namen ihres Mahdi Menschen hinrichten, einen Muad'dib der keinen freien Willen mehr besitzt und sich seinen schrecklichen Visionen hingibt und nicht zuletzt die Tleilax, deren Wissenschaftler ohne jede Moral zu Gräßlichem imstande sind.
Und gerade hier liegt die Stärke dieses Buches, dem vielleicht stärksten der ganzen Reihe. Hier macht sich Herbert frei von den typischen gutmütigen, naiven - wenn nicht gar infantilen - Visionen der "Golden Age" Science Fiction (die Schriftsteller wie Asimov und Heinlein hervorbrachte) und setzt seine Hauptpersonen dem wahren Fluß der Zeit, den wahren und unvermeidlichen Abgründen menschlicher Daseins und Handelns aus und kreiert dabei ein Universum voller philosophischer und existentieller Wahrheiten, glaubhaft und realistisch, lehrreich und erschreckend demaskierend.
Dies fordert natürlich einen Preis: Anspruch. Der Dune Zyklus, und besonders dieser Band, sind nichts für die schnelle Lektüre zwischendurch. Sie erfordern Konzentration und Reflexion. Doch keine Sorge, man braucht kein Philosophiestudium, nur gesunden Menschenverstand und Willen.
Ich hoffe ich habe Neugierde geweckt.
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schade, daß nur 5 Sterne möglich sind, 7. Juni 2001
Rezension bezieht sich auf: Der Herr des Wüstenplaneten: Roman (Der Wüstenplanet, Band 2) (Taschenbuch)
Wer hätte das gedacht. Eigendlich hielt ich es nicht für möglich den Roman "Der Wüstenplanet" noch zu toppen. Irrtum. Zentrales Themes des Romans ist das Prinzip der Religion, welche Macht sie besitzt und wie sie bei übertriebener Dogmatisierung zwangläufig ihrem Ende entgegengeht. Dieser zweite Roman aus dem Dune-Zyklus bietet ebenso wie sein Vorgänger eine außergewöhnlich gut geschriebene Geschichte mit sehr vielen philosophischen Aspekten. Das von Frank Herbert kreirte einzigartige Universum einer bizarren feudalistischen Zukunft fasziniert den Leser und regt seine Phantasie an. Wie bei seinem Vorgänger "Der Wüstenplanet" vermag das Buch durch seinen Deteilreichtum von eben dieses Universum regelrecht ein plastisches Bild zu erzeugen, das deutlicher ist als mancher Film.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fast so gut wie der erste Teil, 12. August 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Herr des Wüstenplaneten: Roman (Der Wüstenplanet, Band 2) (Taschenbuch)
Dieser Roman ist die Fortsetzung von Dune ("Der Wüstenplanet") und beschäftigt sich mit dem Leben des Herrschers Paul Atreides nachdem er durch einen heiligen Krieg die Kontrolle über das gesamte Imperium erreicht hat.
Der Wüstenplanet wird wasserreicher und fanatische Pilger kommen aus allen Teilen des Imperiums um ihre Führer zu sehen. Die Fremen (Die eingeborenen Wüstenbewohnen) werden aufgrund dieser Veränderungen nervös und Pauls Gegner sammeln sich.
Frank Herbert beginnt in diesem Band die Helden des ersten Teils abzusägen und zu demaskieren. Die im ersten Teil noch strahlenden Helden werden hier zu machthungrigen Monstern (Paul vergleicht sich selbst sogar mit Hitler) und tieftraurigen, mißtrauischen Machtmenschen.
Die Macht hat ihre stete Wirkung getan.
Ich persönlich habe das Buch ein wenig schlechter als den ersten Teil gefunden. Vor allem haben mir in diesem Band die teuflischen Hinterlisten und Intrigen (Und vor allem seine Interpretationen der Sitation) des Barons Harkonnen gefehlt. Die "Guten" werden immer mehr zu den "Bösen" und die "Bösen" bessern sich. Beide treffen sich in der Mitte.
Trotz allem ist das Buch sehr lesenswert.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gut, aber nicht so gut wie Teil 1!, 16. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Herr des Wüstenplaneten: Roman (Der Wüstenplanet, Band 2) (Taschenbuch)
12 Jahre sind vergangen, seit Paul Atreides, bekannt unter dem Namen "Muad'dib", die Herrschaft über den Planeten Arrakis übernommen und durch Zweckhochzeit mit der Prinzessin Irulan den Thron des Imperators an sich gerissen hat. 12 Jahre, in denen die Fremen unter dem Banner der Atreides den Djihad in das Universum getragen und das Imperium Muad'dibs vergrößert haben. Doch längst hat sich der Djihad verselbstständig. Die Lobpreisungen Pauls - des Kwisatz Haderach - als Prophet und Erlöser haben Dimensionen angenommen, die schon lange seiner Hand entglitten sind und Unheil und Leid über die Völker des Universums bringen. Höchste Zeit für seine Gegner, ihn vom Thron zu stürzen und eine neue Ordnung herzustellen. ..

Im Gegensatz zum ersten Teil des Zyklus nimmt sich der Zweite mit seinen ca. 260 Seiten eher bescheiden aus. Auch wenn Quantität nicht gleich Qualität ist merkt man doch, dass "Der Herr des Wüstenplaneten" nicht ganz an den Vorgänger ranreicht - es fehlt das "gewisse Etwas". Natürlicherweise nimmt man sich die Tiefe, die detaillierten Ausführungen und das philosophische Potenzial des ersten Bandes als Maßstab 'und genau in diesem Maßstab betrachtet kann der zweite Band meiner Meinung nach nur verlieren. Dennoch ist es hochspannend zu erfahren, wie es mit Paul Atreides und seiner Familie weitergeht, wie der einst so sichere Muad'dib in Zweifel verfällt und genau das eingeteten ist, was er immer versucht hat zu verhindern - der Djihad mit all seinen schrecklichen Folgen. Gerade aus diesem Fall des einstigen Helden und seine (gewollte oder ungewollte) Machtlosigkeit dagegen macht den Reiz dieses Buches aus.

Wer den Vorgänger mochte und wissen will, wie es weiter geht, kommt nicht um das Buch herum. Allerdings sollte kein weiterer Meilenstein wie Teil 1 erwartet werden!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genauso gut wie das 1. Buch, 14. Mai 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Herr des Wüstenplaneten: Roman (Der Wüstenplanet, Band 2) (Taschenbuch)
Wie schon der erste Teil, hat mich auch dieses Buch schlaflose Nächte gekostet. Normalerweise denkt man ja, wenn der erste Teil schon so gut ist, wird er wohl kaum noch zu überbieten sein. Dem ist hier aber nicht so. Während ich das Buch las, fühlte ich mich wie in einer anderen Welt und ich wurde dieses Gefühl nicht mehr los. Ich wollte einer von ihnen sein, wollte in dieser Welt leben. Gerade, was die Gefühle der Hauptcharaktere angeht, macht dieses Buch zu einem sehr interessanten Klassiker. Mein Fazit: wem der erste Teil gefallen hat, wird von diesem begeistert sein.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial!, 16. November 2009
Von 
Stefan Erlemann (Witten) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Herr des Wüstenplaneten: Roman (Der Wüstenplanet, Band 2) (Taschenbuch)
Paul ist nun Herrscher über das Universum. Der Djihad, der heilige Krieg, hat zwölf lange Jahre getobt und alles hinweggefegt. Mit grausamer Hand und absoluter Macht versehen, haben Paul und seine Fremen ein neues Universum geschaffen. Doch er selbst ist Opfer dieser Macht. Seine Visionen wandeln sich. Erst sah er Chancen, Möglichkeiten, Zukünfte. Nun muss er der selbstgeschaffenen Vision folgen, wird zunehmend ihr Sklave, folgt ihr ohne eigenen Willen. Die Zweckheirat mit Irulan, der Tochter des Imperators Shaddam, entwickelt sich für beide Seiten zu einem Desaster. Irulan will ein Kind von Paul, zur Not von irgendjemandem, Paul droht ihr in diesem Fall die Garotte an.
Nur die Schwangerschaft Chanis und die Geburt von Zwillingen bedeutet einen Hoffnungsschimmer im Leben Pauls. Doch seine Gegner, die Bene Gesserit, die Tleilaxu, die Gilde und Reste der Sardauker, der Elitetruppe des Imperators, formieren sich und ersinnen einen teuflischen Plan, um sich Pauls zu entledigen.

1969 erschien die von Fans des grandiosen "Dune" sehnlichst erwartete Fortsetzung: "Dune Messiah". Es dauerte bis 1978, ehe dieses Buch in Deutschland erschien. Und auch hier wurde der zweite Band, der auf dem "Wüstenplaneten" spielt, von der Kritik und den Lesern abgelehnt.
Nach dem Epos rund um den Aufstieg des jungen Paul Atreides zum Gott der Fremen und Anführer des universumweiten Aufstandes gegen den Imperator, der spannend, mitreißend, heroisch und ambitioniert war, geriet dieser zweite Teil zum genauen Gegenteil. Zum Entsetzen der vielen Millionen Menschen, die den Wüstenplaneten lieben gelernt hatten und deren Held Paul geworden war, demontierte der Autor den Mythos des Retters des Universums. Und das nachhaltig. Aus Paul dem Seher und Schöpfer wurde Paul der Diktator, Paul der Zauderer und letztlich Paul der Versager und Verlierer. Die Qualitäten des Romans wurden von den Lesern des ersten Teils größtenteils nicht wahrgenommen und abgelehnt. Zu gnadenlos zeigt Herbert, was aus allumfassender, uneingeschränkter Macht wird, was aus einem Menschen wird, der die Zukunft beeinflussen kann und zaudert. Was aus einem Mythos wird, wenn er zwölf lange Jahre einen Vernichtungskrieg führt, in die Fänge der Politik gerät und Kompromisse eingehen muss. Was aus einem Helden wird, wenn er den Thron bestiegen hat und herrschen muss, wenn er seine Vorstellungen von Wahrheit, Macht und der Zukunft für alle Menschen verwirklichen muss. Was aus einem Traum wird, wenn er wahr geworden ist und sich verselbstständigt.
Die philosophische Tragweite des zweiten Romans dieses weltumspannend erfolgreichen Werkes von Frank Herbert war zu realistisch, zu nahe an der Gegenwart und zu weit weg von dem spannenden Space-Abenteuer des ersten Romans. Erst später, nach erscheinen des dritten Teils wurde klar, das "Dune Messiah" einen noch größeren Entwurf initiiert, andeutet und vorbereitet.

Aus der Sicht und der Kenntnis des nunmehr sechsbändigen Dune-Epos erweist sich der zweite Band als Wegbereiter eines einmaligen Entwurfs. Leider aber ist dieses Buch für sich genommen zu unverständlich, zu philosophisch, zu negativ und destruktiv, um mitzureißen und zu faszinieren. Er bleibt für Leser der Hexalogie unverzichtbar, solo aber ein einziges Desaster.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Beinharte Demontage eines Helden - schwer verdauliche Lektüre, 15. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Herr des Wüstenplaneten: Roman (Der Wüstenplanet, Band 2) (Taschenbuch)
Mit diesem Buch dürfte sich Frank Herbert - zumindest aus der Sicht vieler Leser - keinen großen Gefallen getan haben. Der zweite Teil der Wüstenplanet-Saga mag für manche ein großes philosophisches Werk sein, die meisten - darunter wohl auch viele Fans des Gesamtzyklus - dürften von diesem Werk eher enttäuscht sein. Zum einen ist die Philosophie Herberts sehr komplex. Er scheint vieles, das in seinen Gedanken vorgeht, nicht auszusprechen, was aber nötig wäre, um wirklich alles, was im Buch beschrieben wird zu verstehen. Zum anderen hat das Buch - zumindest was die deutsche Übersetzung betrifft, das Original kenne ich nicht - einige strukturelle Schwächen. Dieses Manko ist mir schon beim Lesen von "Ein Cyborg fällt aus" (aus Herberts Schiff-Zyklus) aufgefallen. Alles wirkt sehr unstrukturiert und unfertig. Man hat oft das Gefühl, dass es sich hier um eine Erstfassung handelt, die der Autor - absichtlich oder nicht - nicht mehr bearbeitet hat. Dadurch wird die Zugänglichkeit noch mehr erschwert. Das scheint Frank Herbert auch selbst irgendwie klar gewesen zu sein - vielleicht ist das Buch deshalb auf rund 200 Seiten begrenzt. Nichtsdestotrotz: Wenn man es einmal geschafft hat, sich in das Material zu vertiefen, wird man sich auch durchkämpfen (zumindest ICH musste kämpfen, für manche scheint es kein Problem gewesen zu sein). Was die grundsätzliche Handlung betrifft, kann man Herbert sowieso keinen Vorwurf machen.

Auch wenn man das englische Original nicht kennt, bemerkt man sofort die holprige Übersetzung, die die Lektüre des ohnehin schwer verdaulichen Stoffes noch erschwert. Schade, hier geht sehr viel Potential verloren und einige Leser dürften allein dadurch abgeschreckt werden.

Ich bewerte das Buch im Gesamtkontext des "Wüstenplanet-Zyklus". Eine Einzellektüre ist eigentlich nur bei Band 1 möglich - alle anderen Bücher ergeben ohne die Zusammenhänge wenig bis gar keinen Sinn.

Wüstenplanet-Zyklus 1. Der Wüstenplanet: *****
Der Herr des Wüstenplaneten": ***
Wüstenplanet-Zyklus 3. Die Kinder des Wüstenplaneten: ***
Wüstenplanet-Zyklus 4 Der Gottkaiser des Wüstenplaneten: ****
Die Ketzer des Wüstenplaneten: Der Wüstenplanet. Fünfter Roman: *****
Die Ordensburg des Wüstenplaneten: ****
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So gut wie der erste Teil - aber nicht so lang, 1. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Herr des Wüstenplaneten: Roman (Der Wüstenplanet, Band 2) (Taschenbuch)
Im Gegensatz zum ersten Teil gibt es keine Wander- und Kampfpassagen (die ich sowieso nicht vermisse). Abgesehen davon bekommt man vieles geboten, was man im ersten Teil auch geboten bekommt.

Wie der Titel schon sagt, ist Paul nun Herrscher über den Wüstenplaneten und das restliche Universum. Allerdings bildet sich schon zu Beginn des Romans eine Verschwörung aus, zu der auch Pauls Pflichtgemahlin Irulan gehört. Seine wahre Frau ist Chani aus dem Wüstenvolk.

Zwei Konflikte durchziehen die Geschichte: Zum einen geht es darum, wer Nachfolger von Paul sein soll und wer diesen Nachfolger zeugen soll. Paul besteht darauf, dass Chani ihm einen Nachfolger gebären soll und nicht Irluan.

Zum andern bieten die Verschwörer Paul ein sonderbares Geschenk an: Sie haben seinen gestorbenen Mentat Duncan Idaho auf äußerst seltsame Weise wiederbelebt - und Paul nimmt das Geschenk an in dem vollen Bewusstsein, dass dieses Werk dazu gedacht ist, ihn selbst zu zerstören ...

Obwohl das Ende sich einerseits früh abzuzeichnen erscheint (Paul wird sterben durch Duncans Hand, Chani Kinder gebären und ebenfalls sterben, mit welchen es dann in "Kinder des Wüstenplaneten" weitergehen kann), gibt es doch Überraschungen. So einfach ist das am Ende dann auch nicht ... Wird der Plan der Verschwörer wirklich aufgehen?

Den Reiz des Buches machen vor allem die originellen Philosophien, verbunden mit Frank Herberts schlichten und doch sehr ansprechenden Sprachstil aus. Das Buch hat eine sehr angenehme Länge. Da ist nichts zu kurz oder zu lang geraten.

Einigen Lesern könnten Pauls Gedanken zum Teil schwer nachzuvollziehen sein, er ist ja bekanntlich ein seltsam dunkler, verschlossener Charakter. Andrerseits kennt man ihn so bereits aus dem ersten Teil, so dass das in diesem Teil nicht überraschen sollte.

Ein wenig fehl am Platz und nervig fand ich lediglich diesen "Zwerg". Dieses Wort passt nicht so recht in diese Welt und erschwert es, die Figur ernst zu nehmen.

Annette Scholonek
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Notwendige und gelungene Brücke zum dritten Teil, 18. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Herr des Wüstenplaneten: Roman (Der Wüstenplanet, Band 2) (Taschenbuch)
Elf Jahre nach den Ereignissen in "Der Wüstenplanet" sehen wir im zweiten Band des Dune-Zyklus Paul Atreides, oder auch Muad'dib als Herrscher des galaktischen Imperiums, der mit eiserner Hand regiert und das Gewürzmonopol verwaltet. Große Macht bringt auch große Abneigung mit sich, und so ist es kein Wunder, dass die übriggebliebenen Mächte, die nun in Sachen Gewürzkonsum durch die Finger schauen, den Sturz des Kaisers planen.

Der zweite Teil wird von vielen Fans oft ziemlich geschmäht, weil er nicht nur mit dem Umfang der anderen Bücher nicht mithalten kann, sondern auch aus Paul Muad'dib, dem Helden aus dem Vorgänger, einen Tyrannen wider Willen macht. Und ich finde das schlichtweg genial. Zu keinem Zeitpunkt im Buch hatte ich das Gefühl, dass die Entwicklung von Paul unrealistisch gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Bereits im ersten Buch kündigt er an, dass er gehasst werden wird, und das zweite Buch zeigt nun einfach, wohin die Macht ihn getrieben hat. Er ist immer noch der clevere, charismatische Anführer, den wir kennengelernt haben, aber seine Machtposition wirft nun eindeutig ein anderes Licht auf ihn. Was er selbst vorausgesehen hat, ist schlussendlich eingetreten, und so erleben wir die letzten Tage des Muad'dib.

Mir ist völlig unverständlich, wie Brian Herbert und Kevin J. Anderson, die das Dune-Universum mit unzähligen Nachfolgern, Vorgängern und Zwischentiteln ausbauen, den Wandel von Paul Atreides vom strahlenden Saubermann zum überbösen Tyrann in einem eigenen Buch schildern wollen (am 4. Januar bei Heyne als "Der Wüstenplanet: Paul Atreides" erschienen), wenn zum einen kein Wandel vom Weißen ins Schwarze stattgefunden hat und zum anderen diese Entwicklung perfekt in "Der Herr des Wüstenplaneten" gezeigt wird. Genau das ist auch der Reiz der Geschichte.

Neben besseren Einblicken in die Strukturen und der Politik eines auf Religion gestützten Imperiums bekommen wir auch eine schön ausgearbeitete Intrigengeschichte vorgesetzt. Seht dieses Buch nicht als Nachfolger, sondern eher als vierten Teil des ersten Buches bzw. eine notwendige Brücke zum ebenfalls brillanten "Die Kinder des Wüstenplaneten".
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der aufkommende Zweifel, 18. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Herr des Wüstenplaneten (Broschiert)
Jahre sind vergangen, nach dem Paul Muad'dib seine Rache an den Harkonnen nehmen konnte. Als Führer der Fremen hat er einen "Heiligen Krieg" den Djihad geführt, der das gesamte ehemalige Imperium umgekrempelte. Er hat die Macht über das Gewürz, er allein ist in der Lage die Produktion der Melange zu vernichten. Das bringt natürlich eine Menge Feinde auf den Plan. Kann er sich den Angreifern erwähren? Was ist die Zukunft? Welchen Weg muss er gehen? Seine Möglichkeiten in die Zukunft zu blicken zeigt Ihm viele Wege, welchen Faden der Zukunft soll er nun aufgreifen? Da taucht ein Gohla auf, ein aus den Zellen seines toten Freundes und Waffenmeisters wiederhergestellter Mensch. Ist er der alte Freund oder ist er eine Waffe der Bene Tleilax oder welche Absicht steckt hinter diesem "Geschenk". Man wird mit Pauls ständigen Zweifeln konfrontiert und erfährt, wie er trotzdem versucht seinen Weg zu finden. Die Auseinandersetzungen in seinem Inneren, wo er die Gedanken seiner Vorfahren findet, spielen eine sehr große Rolle. Der Weg der Atreides den Menschen zu dienen, ist er ein grausamer Weg? Paul muss jedoch seinen eigenen Weg finden und sich den Gefahren stellen, Hilfe hat er nur durch seine Schwester zu erwarten, die von den Schwestern der Bene Gesserit jedoch als Abscheulichkeit betrachtet wird. Welches Schicksal Paul für sich und damit für die Menschheit wählt ist der zentrale Kern des Romans, der wie stets bei Frank Herbert in spannender aber auch anspruchsvoller Form dargestellt wird. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Der Herr des Wüstenplaneten: Roman (Der Wüstenplanet, Band 2)
Der Herr des Wüstenplaneten: Roman (Der Wüstenplanet, Band 2) von Frank Herbert (Taschenbuch - 1. Mai 2001)
EUR 8,95
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