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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Killer....
"Lese 1984 von Orwell" haben sie gesagt...

"Hat was mit Facebook und den Ausblick auf unsere Welt zu tun" haben sie gesagt...

...und ich bin hart aufgeschlagen in diesem Meisterwerk.

Leider war ich sehr unvorbereitet und habe nicht diese extreme Düsternis und Hoffnungslosigkeit erwartet die Orwell beschreibt.
Das Buch hat mich...
Veröffentlicht am 31. Mai 2011 von W. Lange

versus
0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 1984 Roman
Kann ich noch nicht abschließend beurteilen, da ich nur einige Seiten gelesen habe, und dann hat mich der "Pfaffenspiegel" mehr interessiert. Es scheint aber bezüglich des Zeitgeistes sehr vorausschend geschrieben zu sein. "leider"
Vor 8 Monaten von Heinz Schwägermann veröffentlicht


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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Killer...., 31. Mai 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 1984: Roman - Mit einem Vorwort von Thomas M. Disch (Taschenbuch)
"Lese 1984 von Orwell" haben sie gesagt...

"Hat was mit Facebook und den Ausblick auf unsere Welt zu tun" haben sie gesagt...

...und ich bin hart aufgeschlagen in diesem Meisterwerk.

Leider war ich sehr unvorbereitet und habe nicht diese extreme Düsternis und Hoffnungslosigkeit erwartet die Orwell beschreibt.
Das Buch hat mich regelrecht in eine Depression und tagelanges Grübeln gezogen.

Man(n) kann sehr gut nachvollziehen wie die Welt hier funktioniert. Die Gedanken, Hoffnungen, Wünsche und Ängste von Winston gehen einem sehr nahe.
Kann das auch bei uns passieren? Passiert dies alles auch bei uns.

Die schockierende Antwort ist leider -> ja.

Pressezensur- und Überwachung in der Türkei ist mir gleich eingefallen. Willkür in vielen Ländern in der Welt wenn es um die Staatsmacht geht.

Das Buch fesselt einen und lässt keinen mehr los. Auch lange danach nicht mehr.

Das Buch ist ein Weckruf, eine Warnung und die Aufforderung sich zu wehren.

Es macht aber auch klar, dass man allein kaum etwas erreichen kann.

Lest dieses Buch!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 1984, 5. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 1984: Roman - Mit einem Vorwort von Thomas M. Disch (Taschenbuch)
viele der in 1984 geschilderten überwachungsmethoden sind heute schon realität, zwar ist die umsetzung nicht aus dem roman übernommen aber eine gewisse ungenauigkeit darf man wohl im bereich science fiction erlauben. auch die idee des neusprech welche in der heutigen zeit in abgeänderter form anwendung findet ( 2006 gab es in europa ca. 500 >terror<anschläge) gibt dem buch einen durchaus aktuellen charakter.

die umsetzung der geschichte ist gut gelungen, man sollte sich nach jedem kapitel auch überlegen welchen bezug es zur realität gibt bzw. wie manche der von "der partei" gewünschten effekte in der heutigen zeit erzielt werden (interessant ist in diesem zusammenhang evtl auch michael crichtons "state of fear").
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Georg Orwell � 1984, 2. August 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 1984: Roman - Mit einem Vorwort von Thomas M. Disch (Taschenbuch)
Georg Orwell - 1984
Obwohl als Kind im Sozialismus aufgewachsen, hatte ich doch Anfangs einige Probleme dieses Buch zu lesen. Allein die vorangegangenen Kritiken hatten mich jedoch neugierig gemacht und hielten mich weiter bei Leselaune. Nach kurzer Zeit konnte ich mich dann sogar teilweise zwischen den Zeilen wieder finden. Ich durchlitt mit dem Hauptakteur die Ängste, Widersprüche und Hoffnungen bis zum Moment seiner Inhaftierung durch die Gedankenpolizei. Von diesem Augenblick an weigert sich dann allerdings mein Hirn und ich wurde wieder der einfache Leser. Zu realitätsnahe, zu nach vollziehbar und zu erschreckend wurde nun die körperliche und gedankliche Welt eines Individuums beschrieben, welches in die Fänge der Gedankenpolizei gerät.
Fazit:
Es ist eine Buch, welches uns zuerst ganz sanft an die Hand nimmt um uns in eine Welt zu führen, welche für den Autor beim Schreiben im Jahre 1948 wohl eher eine Fiktion war. Fast fühlen wir uns geborgen um dann mit einer gewissen Niederträchtigkeit im Heute aufzuwachen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schrecklich gutes Buch, 9. Juni 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als ich das Buch durchgelesen hatte war ich defintiv schon ein wenig geschockt. Dieses Werk strahlt eine ganz eigene Art von Horror aus da es eben eine durchaus realistische Alternative zeigt wie unsere Welt heute auch aussehen könnte.

Es handelt sich meiner Meinung nach nicht so sehr um einen SciFi-Roman, sondern eher um eine Verarbeitung von politischen Spielarten welche zu allen Zeiten dazu angewendet wurden und werden um die Massen sowohl zu unterdrücken, als auch zu manipulieren. Der wesentliche Punkt dabei besteht darin, das wer diese politischen Spielarten durchschaut von ihnen nicht mehr beeinflusst wird, eben ganz so wie es auch dem Hauptdarsteller im Buch wiederfährt.

Und genau aus diesem Grund kann ich das Buch nur weiterempfehlen, die eigendliche Story ist dabei eher langweilig, die Impfung welche man durch das Buch erhält reicht jedoch ein Leben lang.
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29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der gläserne Mensch, 19. Juni 2005
Von 
Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Dieses Buch ist ein oft zitierter Klassiker, auf den selbst in politischen Debatten des Öfteren angespielt wird. 1984 beschäftigt sich vor allem mit politischen Themen, wie Diktatur, persönlichen Freiheiten, Nationalsozialismus, geschichtlicher Manipulation, dem Einfluss des Staates auf Medien, Zensur, ständige Überwachung und Eingriffen in die Privatsphäre. Selbst in der heutigen Zeit haben diese Themen noch eine hohe Aktualität und vor allem die Diskussionen über Datenschutz und justizlich genehmigte Überwachung greifen auf den so genannten „gläsernen Menschen" zurück.
Im Mittelpunkt von 1984 steht das Mitglied der inneren Partei Winston, ein Mann Mitte dreißig. Es ist eine düstere Welt in die uns George Orwell hier entführt. Eine Welt ohne große Hoffnungen, die Welt des großen Bruders, von dem es keine Beweise gibt, dass er wirklich existiert. Winston führt ein Leben in der ständigen Gewissheit selbst bei der geringsten kritischen Äußerung sofort bestraft zu werden. Keiner ahnt wie weit Winston bereit ist zu gehen, sofern sich ihm die Möglichkeit bietet. Es beginnt ganz unscheinbar mit einem Tagebuch und endet schließlich in einem der schlimmsten Verbrechen, die ein Mensch in der Welt des großen Bruders begehen kann, einem Gedankenverbrechen. Auf dem Weg dorthin begegnet er einem Mädchen namens Julia, welches er zunächst für seine schlimmste Feindin hält. Doch eine zufällige Begegnung bringt die beiden näher zusammen und lässt sie schließlich sogar ein paar werden, doch das Glück der beiden wehrt nicht lange, denn auch das ist ein Verbrechen. Schlussendlich führt sie die Geschichte in das Ministerium der Liebe, in Neusprache Minilieb genannt. Wo die finale Auseinandersetzung, das Brechen stattfindet.
Ein Buch das jede Empfehlung wert ist. Jeder der sich schon immer mal dafür interessiert hat, was es mit dem gläsernen Menschen und dem großen Bruder oder Big Brother auf sich hat, der sollte sich hier einlesen. Für anspruchsvolle kritische Unterhaltung ist gesorgt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen A hierarchical society was only possible on a basis of poverty and ignorance, 12. Juni 2013
Von 
callisto (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
London, April 1984. Der 39 Jahre alte Winston Smith, Mitglied der Partei arbeitet für das „Ministerium für Wahrheit“. Seine Aufgabe besteht darin, Fakten und Daten und Worte rückwirkend der Parteilinie anzupassen. Winston jedoch kommen immer mehr Zweifel an der Partei, er begeht Gedankenverbrechen, er schreibt Tagebuch, etwas das aufgrund der nahezu flächendeckenden Videoüberwachung auch im Privaten so gut wie unmöglich ist, er besucht die Viertel der Proletarier und versucht herauszufinden, was vor der Partei war und er beginnt eine sexuelle Beziehung zu einer 27jährigen, zur Keuschheit verpflichteten Parteigenossin.

1984 ist zweifellos ein dystopischer Klassiker. Orwell beschreibt eine Welt, in der jeder Bürger komplett überwacht wird. Viele seiner Ideen sind, vor allem für die Entstehungszeit des Romans, revolutionär wie die komplette Kameraüberwachung (heute teilweise im öffentlichen Bereich der Normalzustand und mit der Vorratsdatenspeicherung sogar deutlich extremer als Orwell es sich jemals erträumt hat), die extreme Geschichtsfälschung (eine historische Tatsache zu jeder Epoche, heute, durch elektronische Medien in der Cloud sogar einfacher, als Orwell es sich jemals hätte träumen können) und vor allem, durch Neusprech oder Newspeak und das Konzept, wie Sprache die Gedanken widerspiegelt.
Die Umsetzung jedoch, lässt in meinem Augen streckenweise etwas zu wünschen übrig. Der erste Teil des Buches, der diese Welt unter Ingsoc beschreibt, ist genial, wenn auch durch nahezu kompletten inneren Monolog und Beschreibungen ohne wirkliche Handlung, teilweise etwas träge. Der zweite Teil ist langweilig. Eine Affäre eben, als wenn in jedes Buch ebenso etwas hinein muss. Julia ist farblos, diese ganze Beziehungskiste einfach nur gähnend langweilig. Seine Theorie

„What was more important was that sexual privation induced hysteria, which was desirable because it could be transformed into war-fever and leader-worship.”

Ist eher lächerlich. Wer also keinen Sex hat ist hysterisch und will Krieg führen? Wie erklärt man sich da wohl Nonnen und Mönche und Dauersingles, die keinen umbringen? Es geht aber noch weiter

„There was a direct intimate connexion between chastity and political orthodoxy. For how could the fear, the hatred, and the lunatic credulity which the Party needed in its members be kept at the right pitch, except by bottling down some powerful instinct and using it as a driving force? The sex impulse was dangerous to the Party, and the Party had turned it to account.”

Aha, wir haben es schon immer gewusst. Konservative Politiker haben keinen Sex, nur so kann man die Politik der CDU/CSU und FDP erklären.

Das einzige Highlight des zweiten Teils ist das verbotene Buch, das Winston liest, das einige sehr interessante und wahre Gedanken formuliert:

„Even since the end of the nineteenth century, the problem of what to do with the surplus of consumption goods has been latent in industrial society.” - Orwells Lösung: Krieg, unsere: geplante Obsoleszenz.

“In the long run, a hierarchical society was only possible on a basis of poverty and ignorance.” - Auch hier sind wir auf dem besten Wege, das umzusetzen. Hartz IV und Akkumulation des Kapitals in den Händen immer weniger Menschen zu Stabilisierung einer hierarchischen Gesellschaft. Einsparungen in der Bildung und Fernsehsender wie RTL2 sorgen für die Verdummung.

„. It is deliberate policy to keep even the favoured groups somewhere near the brink of hardship, because a general state of scarcity increases the importance of small privileges and thus magnifies the distinction between one group and another.” - Das Ausspielen der Schichten gegeneinander spielt man in diesem Staat auch sehr gerne, befördert durch die Medien und deren ausgerichtete Berichterstattung: Hartz IV Empfänger gegen die Ausländer, die angeblich die Arbeit wegnehmen. Die noch Arbeit habenden, gegen die angeblich faulen Hartz IV Empfänger.

„In principle it would be quite simple to waste the surplus labour of the world by building temples and pyramids, by digging holes and filling them up again, or even by producing vast quantities of goods and then setting fire to them.” – Das lässt mich an Stuttgart 21 und den Berliner Flughafen denken.

“They are then overthrown by the Middle, who enlist the Low on their side by pretending to them that they are fighting for liberty and justice. As soon as they have reached their objective, the Middle thrust the Low back into their old position of servitude, and themselves become the High.” – Leider auch nur allzu wahr. So war es bei der französischen und auch bei der russischen Revolution.

Der dritte Teil des Romans ist einfach nur noch zäh wir Kaugummi. Winston wird gefoltert: gähn. Ausgesöhnt hat mich nur der Anhang über Newspeak und wie das Beschneiden der Sprache die Gedanken einengt. Einige, vor allem grammatikalische Vereinfachungen fand ich jedoch durchaus logisch und nützlich.

Fazit: Ähnlich wie Philipp K. Dick hat Orwell visionäre Ideen jedoch hapert es ein wenig an der Umsetzung als spannender Roman. Dennoch ein wichtiges Buch, besonders in der heutigen Zeit.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 1984 – George Orwell, 23. März 2013
Nachdem wir letztes Mal schon ein ziemlich ernstes Buch hatten, machen wir heute mit dem Standardwerk der totalen Überwachung weiter.

1984 beschreibt eine Welt der totalen Überwachung. Es gibt drei Kontinente, von denen sich zwei ständig im Krieg befinden, um immerzu Güter zu vernichten und damit die knappen Konsumgüter und den geringen Lebensstandard zu rechtfertigen.

85% der Bevölkerung sind Arbeiter und werden bewusst dumm und naiv gehalten. Sie dürfen quasi machen, was sie wollen.

Die äußere Partei wird immerzu durch Teleschirme, die gleichzeitig senden und empfangen können, überwacht. Alles, was irgendwie Spaß macht, ist verboten.

Das Buch erzählt die Geschichte von Winston Smith, der im Ministerium für Wahrheit (“Miniwahr”) arbeitet und daher über die Geschichtsfälschung genau Bescheid weiß. Er ist skeptisch und beginnt im Laufe des Buches Indizien über die Zeit vor der Revolution zu sammeln.

Im Verlaufe des Buches trifft er Julia, mit der er eine heimliche Beziehung führen möchte, Julia möchte ihre Beziehung ausleben, Winston der Bruderschaft (eine Untergrundorganisation gegen den Staat) beitreten, beide rebellieren also.

Sie werden bei einem ihrer Treffen, beim Lesen des Manifests der Bruderschafts, festgenommen, Winstons Peiniger im Gefängnis (Ministerium für Liebe) ist der, der ihm dieses Manifest besorgt hat und ihn in die Bruderschaft aufgenommen hat.

Er wird dann einer brutalen und schmerzhaften Gehirnwäsche unterzogen, betritt letzten Endes das Zimmer 101, in welchem sein Widerstand endgültig gebrochen wird.

Nach Zimmer 101 lebt Winston noch einige Zeit weiter, er braucht von nun an nicht mehr zu arbeiten, sitzt den ganzen Tag in einer Kneipe und betrachtet das Programm des Teleschirms. Als er eines Tages bei den Kriegsnachrichten mitfiebert, ist er endlich vollständig bekehrt und wird für seine Verbrechen umgebracht.

Wie schon erwähnt, ist das Buch ein Klassiker. Es wird eindrucksvoll gezeigt, wie die öffentliche Meinung von einem totalitären Überwachungsregime gelenkt werden kann, es gibt ja beispielsweise noch die Neusprache (die diesen Blogpost sprengen würde) und weitere Methoden, die Bewohner der Staates klein zu halten.

Unklar bleibt das ganze Buch lang, welchem höheren Zweck die Sache dient. Auch die Figur des O’Brien bleibt offen. Letzten Endes soll das Buch auch die Doppelmoral und die Sinnlosigkeit einer solchen Überwachung zeigen.

Es ist, wie schon beim Herr der Fliegen, sicherlich kein einfaches Buch und kein Buch für jedermann. Für einige Szenen am Ende braucht man durchaus starke Nerven (oder mangelndes Vorstellungsvermögen), für manche Stellen muss man sich ziemlich stark in die Welt hineinversetzen, einiges bleibt auf den ersten Blick unklar.

Zur Übersetzung von Kurt Wagenseil kann ich sagen, dass sie mir grundsätzlich gut gefallen hat. Neusprech war vom Sinn her gut dargestellt und alles war klar erkennbar und doch fremdartig.

Trotz allem: Dieses Buch ist noch mehr als der Herr der Fliegen ein absolutes Muss. Auch angesichts der Aktualität des Themas, sollte man sich das Buch, unbedingt zu Gemüte führen. Folgerichtig gebe ich 1984 5/5 Sternen.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Willkommen im Jahr 1984, 11. April 2008
Rezension bezieht sich auf: 1984: Roman - Mit einem Vorwort von Thomas M. Disch (Taschenbuch)
George Orwells Buch "1984", von dem ich immer wieder hörte, es aber nie selbst in die Finger nahm, hat mich jetzt, da ich es tatsächlich las, doch sehr überrascht. Ich glaubte, ein politisches Buch aus dem Jahre 1948 könne heute nicht mehr aktuell sein und sei auch literarisch wie inhaltlich veraltet. Wie habe ich mich getäuscht! Wüßte ich nicht, dass es bereits 60 Jahre alt ist, so könnte es in meinen Augen auch heute entstanden sein. Insofern ist es ein wahrhaft zeitloses Buch.

Natürlich entstand es vor dem Hintergrund der totalitären Regimes des Zwanzigsten Jahrhunderts, doch die Art, wie er seine Vision weiterdenkt, zeigt, dass keine Gesellschaft davor gefeit ist, autoritär und absolutistisch zu werden, wenn es die Freiheit des Einzelnen für die Sicherheit einer Gesellschaft und im Endeffekt für die Sicherung der Macht einer oberen Klasse aufgibt.

So folgt der Leser dem Hauptcharakter Winston Smith, der in London lebt, einer Stadt der Supermacht Ozeanien, welche nicht nur die Britischen Inseln, sondern Amerika und Teile Afrikas umfasst. Ozeanien ist eine von drei übriggebliebenen Supermächten und befindet sich je nach Situation im Krieg mit Eurasien oder mit Ostasien. Winston arbeitet für die äußere Partei, was in etwa der Zugehörigkeit einer mittleren Klasse der Gesellschaft entspricht. Mitglieder der Partei werden als potenziell gefährlich angesehen und leben in ständiger Überwachung, jede Abweichung von der Realität der Partei ist gefährlich. Gedanken werden kontrolliert und geahndet, der Gedankenpolizei sei dank. Und doch findet Winston sich nicht mit den bestehenden Verhältnissen ab, verliebt sich in eine Parteigenossin und träumt vom Widerstand; ein Umstand, der ihn und seine Geliebte Julia in den Abgrund führen wird. Glaubt man anfangs noch an die Möglichkeit eines Widerstandes, an die Existenz einer Opposition, so führt Orwell den Leser in immer dunklere Abgründe, die in der absoluten Ohnmacht und Hilflosigkeit gegenüber der Staatsmacht endet.

Daher ist dieses Buch eine Mahnung und ein Appell an die Wachsamkeit und die Mündigkeit des Einzelnen, nicht zu vergessen, Widerstand zu leisten, bevor diese düstere Vision Realität wird. Anzeichen dafür gibt es auch bei uns. Nicht umsonst gab es Neujahr 2008 den Auspruch: "Willkommen im Jahr 1984!" Und so ist es auch nicht wirklich wichtig, ob Orwell ein guter oder ein schlechter Belletrist war. "1984" ist nicht nur ein Buch, es ist ein literarisches Mahnmal. Ein literarisches Muss.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Zukunft hat schon begonnen ..., 17. Juli 1999
Von Ein Kunde
Auch wenn wir das Jahr 1984 nun bereits länger Hinter uns gelassen haben, hat das Buch gerade in den letzten Jahren zunehmend an Aktualität gewonnen. Was zur Zeit der Entstehung (1948 - der Titel ergibt sich nämlich als Zahlendreher der Jahreszahlen)noch völlig utopisch klang, hat 1999 einen nicht mehr ganz so undenkbaren Chrakter. Der "gläserne Mensch" ist in großen Teilen bereits verwirklicht, die Überwachung wie sie von George Orwell geschildert wird, in weiten Teilen leider auch schon nicht mehr so Realitätsfern, wie sich das der ein oder andere gerne wünschen würde. Die große Macht der Medien wurde uns gerade im Golfkrieg - oder jüngst im Kosovo-Konflikt vor Augen geführt. Auch die Umdeutung der Sprache ist nichts ungewöhliches mehr. So wird bei Bombardierungen von "chrirgischen Eingriffen" gesprochen, Massenvernichtungen heißen plötzlich "humanitäre Katstrophen".
Die Technik in Orwells Roman hinkt der aktuellen Entwicklung natürlich weit hinterher, Rohrpost hat keine Zukunft; doch waren Computeranlagen wie wir sie kennen gegen Ende des zweiten Weltkriegs schlicht undenkbar.
George Orwells Roman ist mittlerweile ein Standardwerk, welches eigentlich jeder einmal gelesen haben sollte, um zu verstehen, wohin uns die Technikbesessenheit führen kann. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen faszinierend, aber.., 7. Juli 2004
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Ich zähle mich nicht unbedingt zu der Kategorie von Lesern, die ein besonderes Faible für allumfassende Utopien oder apokalyptische Endzeitstories an sich hat. Und um etwas Zeitkolorit hinzuzufügen, ich gehöre auch nicht zu denen, die von den Matrix-Fortsetzungen ob der verschenkten philosophischen Weiterentwicklungen maßlos enttäuscht waren. Ja, richtig. Ich lasse mich in erster Linie gerne unterhalten. Mehr muss ein Medium nicht erfüllen, um mir zu gefallen.
So ist dieser - nicht gerade leicht verdauliche - Klassiker hier auch nur zufällig auf meinem Nachtkästchen gelandet, denn schließlich gibt es Literatur, die "sollte" man doch früher oder später mal gelesen haben. Alleine schon der Bildung wegen, so glaube ich.
"1984" ist dann auch genauso komplex, intelligent, erschreckend und deprimierend, wie es die Allgemeinheit behauptet. Gerade auch, wenn man das Entstehungsjahr des Buches - nämlich '49 - im Kontext zur Geschichte sieht, ist Orwell in seiner revolutionär angehauchten Weitsicht was Entwicklung und Aufbau der dort geschilderten Staatsform betrifft, unglaublich faszinierend! Aber die Qualität des Werkes und die Brillanz seines Autors zu bestätigen, ist eigentlich völlig überflüssig, denn hier haben wir es mit einem bereits tausendfach besprochenen Klassiker der Weltliteratur zu tun. Vielmehr will ich versuchen, "1984" subjektiv aus meinem Blickwinkel als "Spannungsroman" zu bewerten.
Der Spannungsbogen, den die Geschichte vom "Zahnrädchen" Winston in der Maschine des Großen Bruders über den Umfang von plusminus 300 Seiten spannt, bekommt nämlich gerade im Mittelteil einen kleinen Einbruch. Dann, wenn über mehrere Kapitel die Struktur des Engsoz (also des "englischen Sozialismus" in dem sich der Protagonist befindet) aufgezeigt wird. Streckenweise hatte ich hier das Gefühl, das sich die Hintergrundschilderungen über die Parteiintentionen bezüglich Krieg und Volk ja sogar wiederholen oder zumindest mehrfach ausgeführt werden.
Es ist interessant, das Ausmaß von Orwells Utopie so detailliert kennenzulernen, aber als Leser ist man an diesen Stellen dank der etwas trockenen Sachbuchrhetorik eben nur noch durch die Faszination am Thema an sich an das Buch gefesselt, und nicht mehr durch die Geschichte. Zumindest ging mir das so. Ich glaubte in gewissen Momenten auch zu spüren, dass es Orwell schlicht und einfach ein erzählerisches Bedürfnis war, seine Welt strategisch und psychologisch auszuformulieren, und die Dramaturgie dementsprechend halt etwas in den Hintergrund treten musste. Trotz der Spannungseinbußen bleibt es aber auch hier lesenswert.
Punktum. Gerade durch kürzlich erschienene Filme wie eben jene Trilogie mit den Zeitlupeneffekten oder "Equilibrium" sowie durch Zeitgeschehenisse wie die EU-Erweiterung gewinnt 1984 wieder an Aktualität. Darum glasklare Leseempfehlung von meiner Seite, auch wenn man als "anspruchsloser Leser" den ein oder anderen Stolperstein in punkto Spannung erwarten darf.
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1984: Roman - Mit einem Vorwort von Thomas M. Disch
1984: Roman - Mit einem Vorwort von Thomas M. Disch von George Orwell (Taschenbuch - 1. August 2002)
EUR 8,95
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