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Kundenrezensionen

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am 20. Dezember 2002
"Der ewige Krieg" ist ein ganz eigener Roman, der einem auch lange im Gedächtnis bleibt. Ich habe die Geschichte vor bald zwanzig Jahren das erste mal gelesen ... und seit her wird das Buch immer wieder aus dem Regal gezogen und gelesen.
Spannend, kurzweilig, witzig und was am wichtigsten ist: es hat das was einen guten SciFi meiner Meinung nach ausmacht: Eine neue Idee und auf dieser einen mögliche Zukunft!
Genau dies alles hat dieser Roman.
Ein einzelner Soldat nimmt mehr oder weniger freiwillig an einem interstellaren Krieg teil, der durch die Zeitdillatation auf über 1000 Erdenjahre gestreckt erscheint, aber tatsächlich "nur" ein paar Jahre Lebenszeit umfasst. Die Geschichte wird aus Sichtweise dieses Soldaten erzählt, der eigentlich nur Passagier der Umstände ist und an verschiedenen "Schlachten" teilnimmt, die alle einige hundert Erdenjahre auseinanderliegen. Nach jedem "Landurlaub" werden die entsprechenden soziologischen und technischen Entwicklung fremdartiger und für ihn unverständlicher. Immer weiter wird er durch diesen Krieg in die Zukunft getragen und fühlt sich immer mehr entfremdet. Irgendwann unterscheidet er sich so sehr von seinen Mitmenschen wie von den Außerirdischen ... weshalb es diesen Krieg jemals gab, wusste von Anfang an niemand so richtig. Schliesslich weiss er nicht einmal mehr für was er kämpfen soll und was ihm fremdartiger erscheint.
Immer spannend mit ein paar Spritzer Ironie, lässt einen die Geschichte nicht mehr los.
Unbedingte Kaufempfehlung!!!
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am 7. Februar 2003
Die Veröffentlichungsgeschichte, die Joe Haldeman im Vorwort anspricht, spricht Bände: Ohne den persönlichen Einsatz eines anderen Großen der SF, Ben Bova, der als Herausgeber des "Analog"-SF-Magazins Haldemans Werk in Fortsetzung abdruckte, wäre dieser bahnbrechende Hard-SF-Roman wohl nie veröffentlicht worden, und das aus politischen Gründen: Niemand wollte im Amerika der 70er Jahre einen SF-Roman lesen, der sich mit einem Krieg gegen Außerirdische vom System Taurus befasst, bei dem allerdings nach wenigen Seiten klar wird, dass hier unter dem Deckmäntelchen von Alien Warfare eine bitterböse und sehr schmerzhafte Satire auf den Vietnam-Krieg der USA steckt.
Haldeman schreibt aus erster Hand, er wurde mit 25 nach Vietnam eingezogen und verdiente sich dort ein Purple Heart. Sein Held William Mandella, der sich von Kapitel zu Kapitel weiter hochdient, ist ein wenig überzeugter, aber sein Leben liebender Fighter im ersten Krieg der Menschheit gegen Aliens. Kaum zu glauben, dass nach den ungeheuren Strapazen der Ausbildung und der ersten Einsätze, wie sie in bestechender Detailfreude und in ungeheurem Erzähltempo behandelt werden, überhaupt noch eine emotionale Steigerung möglich ist. Ist es aber: Die Heimkehr Mandellas auf eine Erde, wo in seiner subjektiv empfundenen kurzen Abwesenheit viele Jahre vergangen sind, wird zur größten Herausforderung für den Kämpfer.
Joe Haldemans Frau heißt übrigens ebenso wie die seines Helden Mandella: Marygay Potter. Und die Liebesgeschichte Mandellas und Marygays ist ein weiterer Pluspunkt der Story. Einen Stern Abzug gibt es nur für die manchmal etwas zu detailverliebte Behandlung technischer Probleme und des militärischen Prozedere. Ansonsten zweifelsohne ein Glanzstück der Science Fiction!
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am 26. Januar 2014
Der Roman wurde 1972 oder 1974 geschrieben (hier und da steht jeweils immer das andere Datum).

Ich hab vor ca. einem Jahr angefangen zu lesen.
In der Mitte (die Heimkehr) verlor ich die Motivation weiterzulesen, obwohl es bis dato ordentlich zur Sache ging in den Beschreibungen des Krieges und der Sinnlosigkeit all dessens. Doch hatte das Buch einen Punkt erreicht, der mir nicht zu gefallen schien.

Vor einer Woche nahm ich das Buch in die Hand und las weiter und eben auch zu Ende.

Wow.
Wie hatte ich mich getäuscht. Es passierte noch soviel interessantes und lesenswertes.
All diese Ideen im Buch und all die Ansätze, die darin enthalten sind.
Es gibt einige Filme, die schon Anleihen daraus umgesetzt haben. Manches vielleicht auch nur aus logischer Konsequenz daraus was der Autor selber erahnte, wie sich die Welt der Zukunft und deren Vorstellung entwickeln könnte.

Das Ende ist echt genial in meinen Augen.

Bin echt begeistert und hoffe wirklich, das Ridley Scott dieses Buch noch verfilmen wird. Die Rechte dafür hat er ja schon gesichert.
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am 2. Juni 2010
Dies ist ein wunderschönes Sci-Fi Buch. Mir hat vor allem die Zeichnung des Haupt-Charakters und seiner "Truppe" über die verschiedenen Zeitfenster gefallen. Interessant, dass es aus dem Anfang der 70er kommt als gerade der Vietnam Krieg in den letzten Zügen stand. Was der Autor von diesem Krieg hielt, lässt sich auf den letzten Seiten gut nachvollziehen: Er lässt seinen Helden auf dem Planeten "Mittelfinger" sich zur Ruhe setzen... Absolut lesenswert!
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am 18. Mai 2013
Als Jugendlicher machte ich Bekanntschaft mit dem Comicbuch und wußte nichts von der ursprünglichen Romanvorlage.

Haldeman vermag es, den den meisten Menschen innewohnenden Fortschrittswillen, mit angebrachter Gesellschaftskritik zu verbinden.

Es ist ihm ein leichtes seine Erlebnisse als Vietnamveteran auf einen futuristischen Schauplatz zu übertragen.

Den Vietnamesen mögen damals die amerikanischen Landungstruppen ähnlich erschienen sein, wie Haldemans Tauriern die irdischen Invasoren.

In der deutschen Ausgabe des Romans wurden die Jahreszahlen „angepasst“, was man bestenfalls als Verschlimmbesserung gelten lassen kann.
Behält man die Intention des Autors im Hinterkopf , sollte das kein größeres Problem darstellen.

Fazit ... ein gesellschaftskritischer Science Fiction Roman mit, am Ende, positivem Ausblick.
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am 3. August 2007
VORAB: Das Buch ist ungewöhnlich deshalb, weil man es auf zwei Arten Lesen kann. Als reine Fiction und als Verarbeitung eines Vietnam - Traumas.

ZUM BUCH: Das Buch ist leicht geschrieben und sehr spannend. Man schafft es eigentlich nicht sich von ihm loszureissen, da es durch seine packende Darstellung der Ereignisse den Leser zu fesseln weiß. Es ist in seiner Betrachtung von Krieg und auch Sex durchaus etwas freizügig, aber für die heutige Verhältnisse des medialen Zeitalters nicht mehr schockierend.

ZUM INHALT: In einer fernen Zukunft führt die Erde Krieg gegen die Taurier und schickt die besten Soldaten der Erde zum lichtjahre entfernten Kampf. Das Problem: Während für die Kämpfer nur 2 Jahre vergehen, vergehen auf der Erde 25 Jahre. Immer wenn die Soldaten zurückkehren stellen sie die Veränderungen der Erde fest und sie wird ihnen immer fremder...

FAZIT: Das Buch stellt, als Fiction gelesen, einen mittlemäßigen Roman dar. Erst mit dem Hintergrund des Vietnam-Traumas des Autors erkennt man die Wahrheit hinter dem Buch. Ein aufs Töten gedrillter Soldat kehrt auf die Erde zurück und kann sich nicht mehr an die Gesellschaft anpassen, alles ist ihm fremd. Was hier durch Zeitdiskrepanz ausgedrückt wird, muss für den Autor Realität gewesen sein. Der Protargonist, im Herzen ein verkappter Pazifist, kehrt also zurück zur Armee und führt einen sinnlosen Krieg weiter, der einzig um des Krieges willen weitergemacht wird und aus wirtschaftlichen Gründen geführt werden muss, weil die ganze Welt sich mitttlerweile auf den Krieg eingestellt hat.
Das Buch ist weniger Fiction als vielmehr Anklage an zukünftige Generationen. Ähnelt mit seiner Intension sehr Remarque und in seiner Ausdrucksweise ist es eine Mischung aus Starship Troopers und Platoon.
Es ist zusammengefasst ein wichtiges Buch, das unterhalten und mahnen will.
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am 28. Dezember 2001
Joe Haldemans Roman"Der ewige Krieg" darf zweifellos als der Antikriegsroman der Neuzeit angesehen werden. Die Sinnlosigkeit des Krieges ,und der Schrecken einer total auf Krieg ausgerichteten Gesellschaft,werden in diesem Werk sehr wirkungsvoll dargestellt.Dieser Roman handelt von einem,über viele Jahrhunderte geführten,Krieg zwischen der Menschheit und einem außerirdischen Volk. Dieser Krieg wird aus der Sicht eines jungen Soldaten namens Mandella beschrieben.Dadurch dass er sich bei seinen Einsätzen mit Beinahelichtgeschwindigkeit bewegt,kann er beobachten wie die Zeit um ihn herum wesentlich schneller verinnt.Er durchlebt also im Laufe seiner Dienstzeit den gesamten Krieg mit all seinen Schrecken und Nebenwirkungen.
Sicherlich läßt sich auch so manch autobiographischer Anteil in diesem Roman entdecken. Die Art und Weise wie junge Soldaten in den Krieg geschickt werden,ohne dass sie eine Ahnung hätten was auf sie zukommt,die Art und Weise wie die Erdenkrieger ein sinnloses Massaker an Aliens begehen und die gnadenlose Intoleranz gegen alles Unbekannte, erinnert an einigen Stellen durchaus an Vietnam.
Während die technische Entwicklung stets mit den durchquerten Jahren weitergeht,bleibt die Konfliktsituation ständig identisch,bis zu dem Punkt wo diese auf eine frappierend simple Weise gelöst wird.
Retrospektiv kann ich dieses Buch wirklich nur jedem ans Herz legen,ebenso wie Haldemanns "Der ewige Frieden",der ein ebenso lesenswerter Antikriegsroman ist.
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am 27. November 2002
Dieses Buch ist mittlerweile ein Klasssiker der SF Literatur. So lese ich es in vielen Rezensionen. Als ich es das erste Mal las, ich war etwa 20 Jahre alt, und bin mittlerweile fast doppelt so alt, hat es auf mich eine ungeheure Faszination ausgeübt. Die Faszination war so groß, dass ich, da ich es aus einer Leihbücherei gegeliehen hatte, selber erwerben wollte. - Fehlanzeige. Der Heyne Verlag hatte über Jahre hinweg keine Neuauflage geplant. Jetzt lese ich mit Freude, dass man es wieder bestellen kann.
Nach wie vor halte ich die Brüchigkeit, mit der Haldeman seinen Hauptprotagonisten schildert, für ungeheuerlich. Er schafft es, nachvollziehbar zu machen, wie sich ein Frischling im Militär zu einem hochdekorierten Kriegsheroen entwickelt, der zu dem, was er an Militärordern zu erfüllen hat, seine eigene Weltsicht hat, und behält. Mandella ist zugleich Zeuge, und Kritiker des Geschehens in einem. Wie alle gute SF Literatur geht Haldeman mit der Gegenwart schonungslos um, und nutzt damit, wie z.B. auch H.G.Wells, die Mittel des Genre. Er spart nicht mit Technologieschilderungen, doch haben sie bei ihm stets auch die Funktion, seine Botschaft zu transportieren.
Joe Haldeman ist ganz klar ein Kriegsgegner. Ihn interessieren nicht die Zivilopfer, die fürchterliche, grausame Seite des Krieges, sondern der Zynismus innerhalb der Gesellschaft, für die Krieg eine Lebenssinn spendende Kraft wird. Und das ganz besondere an Haldeman ist: Er führt den Zynismus zu Ende. Es gibt kein Happy End, den dieses Happy End ist Zynismus pur. Die Menschen, so wie sie als auslaufende Modelle in Mandella und seinen Militärkollegen vom Aussterben bedroht sind, werden genetisch abgeschafft. Der Krieg, und auch Reflektionen darüber werden unnötig, denn die zukünftigen, genetisch optimierten Menschen haben jede Hinwendung zu diesen Formen der Agression verloren. Die Menschheit hat zwar nichts aus der Geschichte gelernt, aber sie muss es auch nicht mehr, denn eine Menschheit, in der die Erfahrungen von Generation zu Generation weitergegeben werden, bis es eine geläuterte Generation geben mag, wird es nie mehr geben.
Die Gesellschaft nach dem "ewigen Krieg" braucht keine Ghandis mehr, das Individuum ist artifiziell, die Persönlichkeit genetisch manifestiert, die Bestie Ego wurde nicht ausgetrieben, sondern genetisch gelöscht.
22 Kommentare31 von 36 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 21. Februar 2006
Es ist an sich schon eine bemerkenswerte Leistung, sich an das Thema der relativistischen Zeitdilatation ranzuwagen. In den allermeisten SciFi-Geschichten fliegen die Raumschiffe halt mit Überlichtgeschwindigkeit, wodurch (auf welche Weise auch immer) die Physik (und insbesondere die Relativität) ausgehebelt wird. Bei Joe Haldemann hingegen fliegen die Schiffe mit 0,9facher Lichtgeschwindigkeit, mit allen Einsteinschen Konsequenzen: Zum einen wird die Gravitationskraft enorm hoch (im vorliegenden Fall bis zu 25 g), zum anderen unterliegt die Besatzung der Zeitdilatation bzw. –kontraktion, so dass für die Soldaten an Bord des Schiffes nur wenige Monate vergehen, wobei auf der Erde Jahrzehnte, ja sogar Jahrhunderte vergehen.
Dem Autor gelingt es auch, den ganzen physikalischen Hintergrund kurz und bündig und für jedermann nachvollziehbar zu erklären. Es erscheint alles schlüssig und durchaus realistisch. Das allein finde ich schon mal eine erstaunliche Leistung!
Inhaltlich geht es um das ewige Thema Krieg und dessen Sinnlosigkeit – zumindest hintergründig. Vordergründig geht es eher um die Kriegserlebnisse des Protagonisten und die Veränderung der Gesellschaft auf der Erde im Verlauf von 1100 (Erden-)Jahren. Bei der Schilderung der Kriegserlebnisse spürt man schnell ganz klar den autobiographischen Touch. Der Autor arbeitet seine eigenen Vietnam-Erlebnisse hier auf, wobei meiner Meinung nach die ganzen Geschehnisse teilweise etwas zu detailliert geschildert werden. Welche Formation welcher Zug in welchem Augenblick gerade hat, mag für Kriegsstrategen interessant sein, ich fand es teilweise etwas ermüdend. Nichtsdestotrotz sind die Episoden spannend und knackig und vor allem (das ist für einen Anti-Kriegs-Roman wichtig) blutig (nämlich realistisch!) geschrieben. Ein Spannungsbogen im engeren Sinne fehlt freilich.
Die Veränderung der Gesellschaft auf der Erde zeigt eine ganz interessante Entwicklung, die mir eigentlich auch ganz plausibel und realistisch erscheint. Hier fasst sich der Autor aber (leider) etwas zu kurz, da hätte man mehr draus machen können. Insgesamt fehlt mir etwas die aktive Auseinandersetzung des Protagonisten mit den Geschehnissen. Sowohl die Kriegserlebnisse als auch die gesellschaftlichen Erlebnisse (wenn man es so nennen will) fahren irgendwie zu schnell am Leser vorbei, man nimmt die Eindrücke kurz wahr, das war`s dann aber auch schon. Es fehlt einfach noch der letzte Schritt Sozialkritik, den Haldemann hier nicht gewagt hat und der dem Buch einfach fehlt.
So bleibt am Schluss eine zugegebenermaßen spannende und absolut nachdenklich machende Geschichte, der aber doch der letzte Biss fehlt. Nichtsdestotrotz ist es ein großartiges Anti-Kriegs-Buch, das Lesen macht Spaß und lässt den Leser immer mit einem irgendwie unbehaglichen Gefühl zurück – was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
Also ein klasse SF-Roman, aber zu einem Weltroman (wie z.B. „Im Westen nichts Neues“) fehlt doch noch einiges! Dennoch gebe ich gute 4 Sterne, weil es einfach ein tolles spannendes SF-Buch ist, wobei das lesen Spaß macht! P.S.: Der Schluß ist wunderschön romantisch, mir lagen Tränen in den Augen (und das meine ich nicht ironisch!!!)
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am 8. Oktober 2001
Okay, das Buch ist im Großen und Ganzen intelligent und glaubwürdig, Details und Hintergrund sind gut ausgearbeitet. Dass der Autor Krieg (oder meint er den Militärdienst?) nicht toll findet, weil er tödlich, brutal und menschenverachtend ist, steht außer Zweifel. Aber den Roman deshalb gleich in den Olymp der Anti-Kriegsliteratur zu heben, geht mir dann doch etwas zu weit (vielleicht galten ja Anfang der 70er noch andere Maßstäbe, oder Amerikaner haben einen etwas anderen Blickwinkel auf den Krieg).
Mal abgesehen davon, dass die taurischen Feinde nur als anonyme Ungeheuer auftauchen, mal abgesehen von der Unglaubwürdigkeit, dass der angeblich pazifistisch angehauchte Held es bis zum Major schafft, mal abgesehen vom Schlussteil, dessen Schilderung vom verlustreichen, aber gleichwohl heldenmütigen, weil siegreichen Kampf gegen eine zig-fache Übermacht jedem Kommisskopp Tränen der Rührung in die Augen treiben würde: der größte Mangel des Buches (und damit die wichtigste Verbindung zum angeblich geschilderten Vietnam-Krieg) liegt im kompletten Fehlen der Hauptleidtragenden des Krieges: der Zivilbevölkerung (Haldeman schildert den Krieg eben aus rein terranischer = amerikanischer Sicht). Und zu guter Letzt: Happyend... o je!!
Aber ich will nicht zuviel meckern - wenn man mir das Buch nicht als brillanten Antikriegsroman verkaufen will, ist es ganz in Ordnung!

Etwas zu meckern hab ich dann doch noch: obwohl Haldeman in seinem Vorwort darauf hinweist, auf die Änderung der Jahresangaben bewusst verzichten zu wollen (geschrieben Anfang der 70er, beginnt die Handlung 1997), pfeift der deutsche Herausgeber auf den Verfasser des Buches mit der Bemerkung, dies sei dem deutschen Leser nicht zuzumuten, und erlaubt sich, bei allen Jahreszahlen 300 hinzu zu addieren!! Aus meiner Sicht eine Unverschämtheit und Dummheit! Die direkte Verbindung zu den Vorkommnissen des 20. Jahrhunderts wird einfach gekappt und der Gipfel der Peinlichkeit erreicht, als der Protagonist verrät, dass seine Eltern "Hippies" gewesen seien! AHA! Schön zu wissen (zumindest für den deutschen Leser des Buches), dass die Hippie-Bewegung im 23. Jahrhundert eine Renaissance erlebt! Hoffen wir, dass diesem neunmalklugen Herausgeber nicht irgendwann Orwells "1984" in die Finger gerät!
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