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43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Odysse durch die tiefen Londons
Richard Mayhew führt ein Leben, wie aus einem Quelle-Bestellkatalog. Er ist Büromann in einer angesehenen Wehrtpapierfirma im Zentrum Londons, führt eine mehr oder weniger herzliche Beziehung zu einer Angestellten eines erfolgreichen londoner Unternehmers und genießt die sonntäglichen Fußballspiele vor dem Fernseher in seiner...
Veröffentlicht am 15. Oktober 2005 von danzelot

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mein erster 'Gaiman' ...
1.) Inhalt
Unter den Straßen Londons gibt es eine Welt, die sich die meisten Menschen nicht einmal in ihren Träumen ausmalen könnten. Eine Welt, bevölkert von Ungeheuern und Heiligen, Mördern und Engeln, Rittern in eiserner Rüstung und geisterhaften Schönheiten in schwarzem Samt - Unter-London, das Niemalsland. Richard Mayhew ist...
Vor 19 Monaten von K. Liebing veröffentlicht


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43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Odysse durch die tiefen Londons, 15. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Niemalsland: Roman (Taschenbuch)
Richard Mayhew führt ein Leben, wie aus einem Quelle-Bestellkatalog. Er ist Büromann in einer angesehenen Wehrtpapierfirma im Zentrum Londons, führt eine mehr oder weniger herzliche Beziehung zu einer Angestellten eines erfolgreichen londoner Unternehmers und genießt die sonntäglichen Fußballspiele vor dem Fernseher in seiner 2-Zimmer-Wohnung in einem Randgebiet der Londoner City.
Doch das ändert sich schlagartig als er eines Abends ein verwundetes Mädchen von der Straße aufliest und in seine Wohnung bringt. Das Mädchen Door ist in Wirklichkeit eine 400 Jahre alte Gräfin, die von zwei teuflischen Meuchelmördern verfolgt wird. Nachdem er ihr geholfen hat, stellt er fest, dass sein altes Leben nicht mehr existiert. Menschen sehen ihn nicht mehr, Kreditautomaten erkennen seine Karte nicht mehr, als er jemanden anspricht, stellt er fest, dass er praktisch sofort wieder vergessen wird und er muss hilflos zusehen, wie seine eigene Wohnung an ein fremdes Ehepaar verkauft wird, während er in der Badewanne sitzt.
Er macht sich ratlos auf die Suche nach dem Mädchen Door, die ihm das alles eingebrockt hat und taucht damit ein in die Welt von Unter-London. Eine Welt von Feenmärkten, ganzen Königreichen in alten U-Bahnzügen, sogenannten Rattensprecher, Ungeheuern, Engeln und noch unwirklicheren Wesen. Auf dem Weg zurück in sein altes Leben muss er wieder dem Mädchen Door helfen und erlebt unzählige Abenteuer, während derer er sich den Respekt seiner Gefährten verdient.
Neil Gaiman schafft es, ein modernes Märchen für Erwachsene durch das ganze Buch mithilfe seines sarkastischen Schreibstiles spannend und amüsant zu halten. Es gelingt ihm, die guten wie die bösen Charaktäre liebenswürdig und klar dem Leser nahezubringen und ihn dazu zu bringen mit ihnen mit zu fiebern. An dieses Buch wird sich der Leser noch lange erinnern und sich vielleicht etwas mulmig fühlen, sollte er tatsächlich einmal in den Untergrund Londons eindringen, und sei es nur bei einer U-Bahnfahrt vom Trafalgar Square zur Bakers Street.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Unterhaltung, 12. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Niemalsland: Roman (Taschenbuch)
Jessica findet, ihr Freund Richard hätte über das blutüberströmte Mädchen auf der Straße einfach hinwegsteigen sollen, anstatt es mit nach Hause zu nehmen und die Verabredung mit Jessicas Chef platzen zu lassen. Spätestens als zwei unheimliche Männer an seine Tür klopfen und fragen, ob er nicht ihre verrückte Schwester gesehen hat, fragt sich Richard, ob es nicht wirklich besser gewesen wäre, die Finger von dem Mädchen zu lassen, das doch nicht so schwer verletzt ist und jetzt bei ihm zu Hause sitzt und sich mit Tauben und Ratten unterhält.
Richard versteht nicht recht, was eigentlich los ist und genauso wenig begreift der Leser, wie das alles genau zusammenhängt, doch schon auf den ersten Seiten spürt er, daß hier etwas ebenso Bizarres wie ungeheuer Spannendes vor sich geht. Und im Gegensatz zu Richard weiß der Leser, daß die beiden unheimlichen Männer an seiner Tür zuvor ein lakonisches Gespräch geführt haben, in dem sie sich dazu verabredet haben, jemanden umzubringen.
Wieso die ganze Familie des Mädchens namens Door getötet worden ist, auf welche Weise Richards Welt völlig aus den Fugen gerät und warum Gestalten wie der "Marquis de Carabos", "Old Bailey", "Lord Rattensprecher" und "Hunter" buchstäblich in der Londoner "Unterwelt" leben, erfährt der Leser auf den restlichen 300 Seiten des Buches.
Das ist unglaublich spannend erzählt, so daß man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann, bis man es von Anfang bis Ende durchgelesen hat. Also nehmen Sie sich ein paar Stunden Zeit, ziehen Sie sich in Ihre Lieblingsleseecke zurück, sorgen Sie dafür, daß Sie nicht gestört werden und dann: "Viel Spaß beim Lesen"!
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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Original - fantastisch im besten Sinne, 21. Februar 2007
Von 
Dodo (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Niemalsland: Roman (Taschenbuch)
Unter London existiert eine Parallelwelt mythischer Gestalten: Am Earl's Court residiert ein echter Earl, der Engel Islington ist eben dort in einer geheimnisvollen Kammer gefangen, die Grauen Brüder unterziehen am Grey Friars Durchreisende ihren geheimnisvollen Prüfungen, verführerische Vampir-Ladies lauern in dunklen Gängen, und durch die ganze Szenerie streichen die gewaltbereiten, sadistischen Killer Valdemar und Croup. In diese bizarre Welt gerät ein Mensch unserer Zeit wie einst Alice ins Wunderland und das, weil er einem verletztem Mädchen helfen wollte. Ihn begleitet immer wieder eine kampflustige Verbündete und ein distinguierter Herr im Mantel - Hunter und der Marquis von Carabas.

Kommt Ihnen davon etwas bekannt vor? Eventuell ja, wenn Sie von Marzis "Lycidas" gehört oder das Buch gelesen haben.
Aber: dies hier ist das Original. Und ungleich besser.

Das Mädchen Door besitzt die Fähigkeit (ist sie gar ein "Trickster"...? Kommt Ihnen das auch bekannt vor?) Türen zu öffnen ohne Schlüssel, ja sogar Türen zu schaffen, wenn man einen Weg braucht. Auf eben diese Fähigkeit ist jemand ganz versessen und dieser jemand hetzt Door und ihrem neuen Freund Richard aus "Normal-London" Valdemar und Croup auf den Hals. Eine wilde Reise, nicht nur durch die Nacht, sondern durch die fantastische Welt des "London below" beginnt.

Neil Gaiman schuf diese Welt ebenfalls durch eine Inspiration, doch er schuf sie mit einer Vollendung und einem Ideenreichtum, das nicht aus Versatzstücken anderer Bücher und Geschichten besteht. Vergleichbar mit Lewis Carroll nimmt Gaiman Fantasien des kollektiven Bewusstseins und setzt sie in Figuren und Orte um, das aber auf eine ebenso skurril, märchenhafte und humorvolle Art wie einst das Wunderland.
So ist es Hunters größtes Ziel, die Bestie einer jeden Stadt zu erlegen: in New York überwältigte sie den großen Alligator (Bezug: die "Urban Legend", dass in New Yorks Abwasserkanälen Alligatoren leben würden), in Berlin erschlug sie natürlich den Bär. Jetzt will sie "The Great Beast of London" bezwingen - eine Umschreibung der Stadt selbst.
Der Marquis of Carabas trägt sein Leben sicherheitshalber in einer Schachtel herum - man weiß ja nie. Und Richard erfährt durch die Grey Friars, dass Aufgeben manchmal siegen sein kann.
Ein fantastisches (in jedem Wortsinn) Kult-Werk, das in Deutschland leider weitaus weniger bekannt wurde als im englischsprachigen Raum, wo auch der Autor Kult-Status besitzt.
Tip: Originale sind meist besser als die Trittbrettfahrer.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Geschichte wie ein Traum ..., 13. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Niemalsland: Roman (Taschenbuch)
Wer schon einmal ihn London war und mit der U-Bahn gefahren ist, wird sicherlich auch die "London Transport Underground Map" kennen. Neil Gaimans Buch NIEMALSLAND spielt in diesem Unter-London, in den Katakomben, den bekannten U-Bahn-Stationen und den Geisterbahnhöfen und -zügen, in denen sich Ritter, Engel, Ratten und unzählige andere Kreaturen aufhalten. Diese Welt lernt der junge Geschäftsmann Richard Mayhew kennen, nachdem er das Mädchen Door vor ihren Verfolgern Mr. Croup und Mr. Vandermeer beschützt, die sie töten wollen, wie sie in ihrem langen Leben schon so viele getötet haben. Denn Door kann Türen öffnen, wo gar keine Türen sind - und so gelangt Richard mit ihr in eine Welt, von der er sich manchmal wünscht, sie niemals kennengelernt zu haben ... Gaiman beschreibt eine Welt, die so faszinierend ist, daß ich das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen wollte. Niemalsland steckt voller Magie. Die Geschichte wirkt wie ein Traum, wobei man nicht weiß, ob man lieber sofort aufwachen oder ewig weiterträumen möchte! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein phantastischer Trip, 8. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Niemalsland: Roman (Taschenbuch)
Der Name Neil Gaiman wird sicherlich dem ein oder andern bekannt vorkommen. Er ist der Verfasser der Sandman-Comics und auch der Co-Autor von Terry Prattchet beim dem Buch "Ein gutes Omen". Aber Neil Gaiman ist auch anderweitig aktiv. Zum Beispiel als Drehbuchautor der Fernsehserie "Neverwhere". Leider ist die von der BBC produzierte Serie bisher nur in England gelaufen, leider nicht mit dem gewünschten Erfolg. Man muß jedoch nicht traurig sein, da Neil Gaiman die Serie noch einmal in Buchform aufbereitet hat "Niemalsland" hätte von mir aus doppelt so dick sein können. Zum Schluß war ich richtig enttäuscht, das es schon zu Ende wahr. Gaiman hat es vollbracht, eine wunderbare Mixtur von Horror, Humor und Phantasie zu schaffen. Es ist wirklich schon ein phantastischer Trip nach Unter-London, in eine Welt angefüllt mit Ungeheuern, vampirähnlichen Wesen und einem Engel. Ich habe das Buch sehr genossen. Gaiman hat einen lockeren, jedoch sehr interessanten Schreibstil. Die Charaktere sind glaubhaft und trotz ihrer teilweisen Fremdartigkeit konnte ich mich gut mit ihnen identifizieren. Man kann nur hoffen, daß die BBC und Gaiman wieder einmal zusammen arbeiten, um vielleicht eine Fortsetzung zu "Neverwhere" zu schaffen. FAZIT: Empfehlenswert, und das mit drei Ausrufezeichen. "Niemalsland" ist das Buch für jede Gelegenheit. Wenn euch also das Buch einmal unterkommt und ich konnte mit dieser Rezension etwas Interesse wecken, dann gibt es nur eines: Zugreifen!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Türen weit auf ins "Niemalsland"!, 19. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Niemalsland: Roman (Taschenbuch)
Tueren weit auf ins „Neverwhere" !
Lassen wir uns von Lady Door die Tueren weit aufstossen zu einer Reise nach „Unter-London", jener dem Auge der normalen Menschen verschlossenen Ebene der Obdachlosen, der Ausgestossenen - aber auch der Fuersten, Engel, Rattensprecher und Energievampirinnen. Autor Neil Gaiman fuehrt als pointenreicher Erzaehler durch dieses „Niemalsland" - quasi als Fremdenfuehrer in einer Parallelwirklichkeit.
Die Phantasie fordert voll Einlass in unsere Gedanken. Wer kann schon von sich behaupten, dass er/sie wusste, dass in der U-Bahn-Station Earl's Court tatsächlich ein waschechter Earl Hof haelt? Wem kam es in den Sinn, dass bei der Haltestelle Black Friars auch wirklich schwarz gekuttete Moenche einen Schluessel zu den Realitaeten hueten? Wie wirklich ist denn nun die Wirklichkeit? Mit dem Umblaettern jeder Seite geraet der Leser mehr und mehr ins Wanken über diese Frage, steigt tiefer hinab in die Eingeweide Londons. Wird verfolgt von zwei Herren in abgetragenem Schwarz - Croup und Vandemar, Aeonen alten Profikillern - mit einem ausgepraegten Faible für Torturen aller Art. Wird becirct von Lamia, die ihre untote Blaesse in edlem Samt gewandet. Macht Bekanntschaft mit dem Marquis de Carabas und seinem Arsenal an Finten.
Kurz um, es gelang Neil Gaiman, dem Leser den Anschein zu vermitteln, selbst Richard Mayhew, jener schicksalsgebeutelte Hauptakteur des Buches zu sein, der sein sorgloses Yuppy-Leben im Nu gegen den Ueberlebenskampf in den Gossen und Rinnsalen der Kanalisation eintauschen muss. Diese spannungsgeladene Identifikationsmöglichkeit macht wohl den Reiz einer guten Erzaehlung aus. „Niemalsland" schreit foermlich nach einer Fortsetzung. Wenig wunder, dass die elfenhafte Saengerin Tori Amos (in deren Haus das Black Friars-Kapitel entstand) den Wunsch zum Ausdruck bringt, die Geschichte moege niemals enden. Wie wahr!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ~~~Dunkle, alptraumhafte Fantasiewelt~~~, 12. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Niemalsland: Roman (Gebundene Ausgabe)
Richard Mayhew ist gelangweilt mit seinem Leben, das nicht so läuft, wie er es sich erhofft hat. Eines Tages findet er auf der Straße ein verwundetes Mädchen und nimmt es mit nach Hause um es gesund zu pflegen. Vielleicht hätte Richard das Mädchen nicht so bereitwillig aufgenommen, wenn er geahnt hätte, worauf er sich da einläßt. Von dem Mädchen erfährt er von einer Untergrundwelt, die unter den Straßen von London in den verlassenen U-Bahnstationen und Kanälen existiert, und die sich bewußt von der Oberwelt distanziert hat. Dieses Wissen könnte seinen Tod bedeuten...
NIEMALSLAND entführt den Leser in ein alptraumhaftes aber faszinierendes Szenario. Die Story hat durchaus ihre lustigen Momente, aber der Hauptton der Geschichte erfüllt den Leser eher mit einem leisen Grauen. Die Figuren der Ober- und Unterwelt sind sehr glaubhaft gezeichnet. Neil Gaiman, der sonst eher für seine Graphic Novels (SANDMAN Serie) bekannt ist, hat mit NIEMALSLAND einen packenden Thriller geschrieben, der besonders alle Fans der etwas dunkleren Fantasy ein Genuß sein sollte! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sightseeing Tour London, mal anders, 28. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Niemalsland: Roman (Gebundene Ausgabe)
Seid ihr schon mal in London mit der U-Bahn gefahren? Ja? Habt ihr euch da nicht auch mal Gedanken drüber gemacht, woher all die vielen Stationen der Londoner Tube ihren Namen haben? Was hat z.B. die Goldenhawk Road mit goldenen Adlern zu tun? Findet man in Shepherd's Green Schäfer? Regiert in Raven's Court ein Rabe als König? Und was für seltsame Brüder finden sich in Blackfriars?

Wenn ihr euch auch ab und zu Gedanken über solch wunderliche Dinge macht, dann ist dieser Roman von Kultautor Neil Gaiman ein absolutes Muss für euch. Denn hier muss man die Namen von Straßen und U-Bahnhstationen sehr wörtlich nehmen, wenn man nicht so manch böse Überraschung erleben möchte :-)

In diesem Buch erleben London-Fans ihre Lieblingsstadt mal von einer gänzlich anderen Seite - nämlich ganz von unten. :-)

Das Ganze beginnt damit, dass der junge Neu-Londoner Richard mit seiner karrierebewußten Freundin Jessica zu einem Essen mit deren Boss unterwegs ist. Auf der Straße findet Richard plötzlich ein junges Mädchen in etwas seltsamen Klamotten, das schwer verletzt ist. Obwohl Jessica bereits am Toben ist, beschließt Richard, dem Mädchen zu helfen - und da es ihn eindringlich bittet, es nicht in ein Krankenhaus zu bringen, fällt ihm nichts besseres ein, als die Kleine in seine Wohnung mitzunehmen, wo sie sich seltsamerweise extrem schnell von ihren Verletzungen erholt. Aber damit der Mysterien nicht genug; schon bald stehen zwei leicht seltsame Herren vor Richard's Tür, die behaupten, die Brüder des Mädchens zu sein - ihre Schwester sei geisteskrank und ausgerissen, und sie müßten sie unbedingt wiederfinden.

Weil Richard diese beiden Herren (namens Mr. Croup & Mr. Vandemar, wie wir schon vorher erfahren haben, keineswegs besorgte Brüder, sondern äußerst kaltblütige Killer!) nun nicht ganz so vertrauenswürdig findet, beschließt er, den Aufenthaltsort seines Gastes nicht zu erwähnen - was auch gut war, denn er erfährt nun die wahre Geschichte des Mädchens, das sich ihm als Door vorstellt (ein Name, der noch einige Bedeutung erlangen wird!) Door's Familie wurde bereits von Croup & Vandemar im Auftrag einer noch unbekannten Person hingemeuchelt, sie ist die einzige Überlebende, und somit auf der Flucht vor den Killern. Zudem versucht sie herauszufinden, wer nun ihre Familie umbringen ließ und warum.

Obwohl Richard diese Geschichte recht komisch vorkommt, willigt er ein, Door bei der Suche nach dem ominösen Marquis de Carabas zu helfen, der ihrer Familie noch einen Gefallen schuldet und bei dem sie sich Schutz und Hilfe bei ihrer Mission erhofft. Als dies gelingt und Door zusammen mit dem Marquis nach "Unter-London" abtaucht, um einen geeigneten Leibwächter für ihre gefährliche Mission zu finden, sieht Richard die Angelegenheit als erledigt an (auch wenn die aufgebrachte Jessica ihm mittlerweile den Laufpass gegeben hat und er nach seiner kleinen Rettungsaktion ohne Freundin dasteht). Doch warum bittet ihn Door zum Abschied um Verzeihung? Und für was? Richard wird es bald bemerken.

Denn kaum ist er wieder wohlbehalten in seine Wohnung und zu seinem normalen Leben zurückgekehrt, geschieht gar wundersames und unangenehmes - Richard ist schlicht "nicht mehr da". Nicht nur, dass ihn seine Kollegen auf der Arbeit nicht mehr erkennen und seine Anwesenheit nach ein paar Sekunden schlicht vergessen zu haben scheinen; nein, auch sein Schreibtisch ist geräumt, kein Taxi hält mehr, wenn er mitfahren will, und als Richard sich nach einem anstrengenden Tag in der Wanne erholen will, kommt sein Vermieter mit potentiellen Interessenten für Richards Wohnung hinein - unangemeldet und natürlich auch, ohne den nackten Richard in der Wanne auch nur annährend zu bemerken. Übrigens eine der lustigsten Szenen im Buch :-)

Es dauert nicht lange, und Richard bringt seine Situation mit Door's Entschuldigung in Verbindung. Schnell steht für ihn fest: Er muss sie finden. Er begibt sich in die Londoner Unterwelt und findet Door mit Hilfe einiger Unterweltbewohner, die wie er "durch's Netz gefallen" und für die Menschen der Oberwelt nicht mehr bemerkbar sind - fortan macht sich das kleine Grüppchen um Richard, Door, den Marquis und die beinharte Leibwächterin Hunter auf die Suche nach dem Engel Islington, der anscheinend den Schlüssel zum Geheimnis um den Tod von Door's Familie in den Händen hält...

Auf dieser beschwerlichen Reise begegnen Richards staunenden Äuglein so (selbst für London) ungewöhnliche Dinge wie Menschen, die mit Ratten und Tauben sprechen können, Monster in London's U-Bahntunneln, wunderschönen, aber leider etwas arg kühlen Velvets und Toten, die (auch schon leicht angefault) wieder zum Leben erweckt werden. Natürlich befinden sich auch Mr. Croup & Mr. Vandemar weiterhin auf der Spur unserer Helden, und in der Wahl ihrer Mittel sind die nicht grade zimperlich...

~~~~~~~ Meine Meinung dazu ~~~~~~

Na klar, man kann sagen: Der Inhalt orientiert sich sehr stark an gängigen Fantasy-Plots. Ein unbedarfter Held wird unfreiwillig in eine Welt hineingezogen, die er sich in ihrer Merkwürdigkeit niemals hätte ausmalen können, mit der er eigentlich am Liebsten gar nichts zu tun haben möchte, in der er sich aber trotzdem bewähren muss. Das kennen wir vom Herrn der Ringe, vom allgegenwärtigen Harry Potter und auch von Douglas Adams' (übrigens auch einer von Gaiman's guten Freunden) "Per Anhalter durch die Galaxis". Dieses Schema F sollte also jedem bekannt sein, der sich auch nur einmal annährend mit Fantasy-Literatur beschäftigt hat.

Was macht dieses Buch also so besonders? Sind es die wunderbar skurrilen Einfälle, die Gaiman an den Tag legt? Ist des der herrlich lakonische Witz und die sprachliche Rafinesse, die übrigens auch in der Übersetzung großartig gelungen ist? Die märchenhafte Geschichte, die auch jeden Erwachsenen wieder zum staunenden Kind werden lässt? Die wirklich überraschenden Irrungen und Wendungen, die die Story für uns Leser bereit hält ? Oder die unglaublich bildhaft beschriebenen Figuren, die dem Leser sofort ans Herz wachsen?

Alles, natürlich! Dieses Buch gehörte zu denen, von denen ich bis zum Schluss unmöglich meine Finger lassen konnte. Viele Male habe ich über den Erfindungsreichtum des Autors gestaunt, der sich auch auf haarsträubend lustigen Slapstick erstreckt (und das will in Buchform schon was heißen!), über die teils weisen, teils unglaublich komischen Dialoge und Wortspiele gelacht - zur Verdeutlichung mal ein kleiner Dialog zwischen Richard und Anaestaesia, einem Rattenmädchen aus dem Londoner Untergrund:

"Magst du Katze?", fragte sie.

"Ja", sagte Richard. "Katzen mag ich ganz gern."

Anaesthesia wirkte erleichtert. "Bein?" fragte sie. "Oder Brust?"

Auch was andere Dinge anbelangt, sollte man manches durchaus wörtlich nehmen, was einem in Unter-London zu erzählt wird *gg*

Eine absolute Meisterleistung war für mich auch die Beschreibung der Charaktere. Man sieht sie wirklich bildhaft vor sich und hätte wohl keine Probleme, seine eigene kleine Verfilmung des Buches zu besetzen. Schwierigkeiten macht es mir persönlich eher, meine Lieblingsfigur im Roman zu benennen - der manchmal etwas tölpelig agierende Richard, der undurchsichtige, aber mit derbem Humor gesegnete Marquis, die klein und schmächtig aussehende, aber äußerst kämpferische Door, die schöne Kampfamazone und Monstertöterin Hunter oder aber doch Mr. Croup & Mr. Vandemar ?

Letztlich würde ich mich, auch wenn es ein wenig krank klingt, für letztere entscheiden - ich fand die Figuren einfach genial beschrieben. Man weiß einfach nicht, ob man sich vor Ihnen fürchten (denn sie wirken ja recht bedrohlich und legen auch einige eklige Angewohnheiten in puncto Folter an den Tag) oder über sie lachen soll (z.B. über etwas seltsame Essgewohnheiten). Außerdem kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, Mr. Gaiman hätte sich bei der Charakterisierung dieser Figuren doch ein klein wenig von Stan & Ollie inspirieren lassen - Stan & Ollie im Splatterformat sozusagen *gg*

Wenn überhaupt, so wäre allenfalls hier ein kleiner Kritikpunkt anzubringen. Stellenweise ist das Buch sehr brutal und das Blut spritzt doch recht heftig. An einer Stelle wird sogar en detail eine Kreuzigung beschrieben. Diese Stellen kommen zwar nicht häufig vor, aber allzu jungen Lesern würde ich das Buch trotzdem nicht in die Hand drücken. Die verstehen aber auch wahrscheinlich auch die zahlreichen Anspielungen nicht, über die etwas erwachsenere Leser vergnügt grinsen.

Aber dieses Buch bietet nicht nur und nicht vollständig Spaß. Auch etwas gut verpackte Gesellschaftskritik hat der Autor untergebracht. Denn seine "durchs Netz gefallenen" Londoner sind zumeist die Menschen, die wir "normalen" Menschen zumeist ignorieren und am Liebsten garnicht in unserer Nähe haben wollen - Bettler, Obdachlose, Trinker - das, was gemeine Zeitgenossen als "menschlichen Abschaum" bezeichnen. Die Art, wie Gaiman das Thema behandelt (denn schließlich findet sich auch der biedere Richard schließlich in einer Situation wieder, in der er geflissentlich von seinen Mitmenschen ignoriert wird) lässt seinen Lesern das fiese Grinsen im Gesicht gefrieren, wenn sie den Zusammenhang denn verstehen.

Kurzum: Ein absolutes Muss und zurecht ein Kultbuch. Übrigens existiert auch eine für das englische Fernsehen produzierte Serie zum Buch, für die Neil Gaiman auch das Drehbuch schrieb. Ob die allerdings auch hier in Deutschland mal lief, kann ich leider nicht sagen.

Ich kann jedoch jedem, der auf ungewöhnliche Geschichten und britischen Humor steht, dieses Buch nur allerwärmstens ans Herz legen. Auch London-Fans dürften sich prächtig amüsieren - und mal ehrlich, jetzt, wo das Wetter schlechter wird, es langsam auf Weihnachten zugeht und schon die ersten Warnungen vor Bodenfrost im TV zu hören sind, ist es doch ein besonderes Vergnügen, mit einem guten Buch in der Badewanne zu verschwinden und sich in andere Welten entführen zu lassen. Dieses Buch ist absolut ideal dafür. Mit anderen Worten: LESEN LESEN LESEN!!!
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der schönsten Bücher überhaupt, 12. September 2002
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Niemalsland: Roman (Taschenbuch)
Stellen Sie sich vor, Ihr alltägliches Leben wäre mit sehr viel mehr Farbe und Abenteuer erfüllt, als Ihnen jemals genehm sein könnte - aber wie schön ist es, sich das wenigstens auszumalen, nicht wahr? -, und das (zum Glück! höre ich Sie seufzen) nicht direkt vor aller und vor Ihren entsetzten Augen, sondern dahinter, darunter, daneben und dazwischen, so als wäre eine Gegenwelt mit der unseren so gründlich verschachtelt, daß beide einander an allen möglichen Stellen berühren, durchdringen und ergänzen. Ist das nicht wundervoll? Nein, nicht? Gut, dann lesen Sie weder hier weiter noch verschwenden Sie Ihr Geld an "Niemalsland" von Neil Gaimann. Wenn doch, und wenn Sie dieses Buch noch nicht kennen, sind Sie herzlich eingeladen, weiterzulesen.
"Der gutmütige [und wir zögern nicht, hinzuzufügen: der arg- und phantasielose] Richard Mayhew", so beginnt der Klappentext, der sich gerade in London mit Beruf, Karriereaussichten und Verlobter einigermaßen eingerichtet hatte und auf dem besten Wege war, zu einem trübsinnigen Yuppie sozialisiert zu werden, hilft - ohne sich über seine Beweggründe richtig klar zu werden - eines Tages einem verwundeten Mädchen, das ihm aus dem Niemalsland direkt vor die Füße fällt. Damit gerät er in eine großangelegte Intrige, die ihn eigentlich gar nichts angeht. Aber da hilft nichts. Fast ohne eigenes Zutun und zum Glück ohne jedes Vorwissen (da ist er nicht klüger als wir Leser) findet er sich in Unter-London wieder, nicht ganz als Außenseiter, sondern als ein potentieller Bewohner.
Gerade darum beginnt er in seiner eigenen gewöhnlichen und alltäglichen Welt zu verschwinden. Niemand kennt ihn mehr. Sein Arbeitsplatz wird an jemand anders vergeben, ebenso seine Wohnung, und seine Plastikkarten werden wertlos, so daß er sich in seiner Angst und Verwirrung wieder nach unten verzieht und Begleiter des Mädchens wird, das er seinerzeit so unversehns von der Straße aufgelesen und gerettet hat.
Das alles ist möglicherweise nicht neu. So beginnen manche Geschichten, die ihre Helden in Parallel- oder andere mystische Welten entführen. Auch scheint dieses Niemalsland an sich nicht sonderlich aufsehnerregend: Wir wissen, daß der Untergrund unter London sich weitaus krakenförmiger verzweigt, als offiziell bekannt ist, und daß viele dieser Verzweigungen auf so vielen Ebenen (ein dreidimensonales Labyrinth) nur scheinbar geschlossen, verrammelt, verschüttet oder einfach nur vergessen sind - dort könnte eine ganze Welt neben der unseren herleben. Und wenn ihre Bewohner für uns zwar nicht unsichtbar, aber unscheinbar sind, dann können sich diese Welten auch berühren und durchdringen.
In Wirklichkeit formt diese Welt ein mehrdimensionles Labyrinth durch Zeit und Raum, das nicht nur dem kleinen Mädchen Zuflucht gewährt - sie heißt Door und kann (wen wunderts) auf geheimnisvolle Weise das Verschlossene öffnen; Tore, Türe und Behältnisse -, sondern auch weitaus absonderlichen und grauenhafteren Zeitgenossen, dem leibhaftigen Engel Islington (der eine weitaus merkwürdigere Rolle spielen wird, als wir sie ihm zutrauen) oder den gräßlichen Folterern und Mördern Mr. Croup und Mr. Vandemar, die durch die Zeit reisen und allerwärts ihre abscheulichen Aufträge ausführen; so haben sie auch die ganze berühmte Familie der kleinen Door abgeschlachtet und verfolgen nun das Mädchen selbst.
Mehr will ich hier nicht erzählen.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer London liebt, muß dieses Buch lesen!, 10. April 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Niemalsland: Roman (Taschenbuch)
Niemalsland! Was für ein Titel. In diesem Buch erfährt man, was passieren kann, wenn man einem jungen Mädchen, daß aus einer Wand fällt zur Hilfe eilt.... Der Roman spielt in London der heutigen Zeit. Schnelllebig, lebendig und geheimnissvoll. Da ist Richard Mayhew, ein junger Geschäftsmann, erfolgreich, verlobt aber unzufrieden. Durch seine Hilfsbereitschaft wird er in eine Welt hineingezogen, wie sie bizzarer nicht sein könnte. Door, das Mädchen dem er geholfen hat, kommt aus dem Unterlondon. Dem London der U-Bahn-Tunnels, der Katakomben. Hier herrscht eine andere Zeit, andere Gesetze. Gemeinsam mit Door macht sich Richard auf die Suche nach zwei teuflischen Todesboten, die Doors Familie ausgelöscht haben. Werden sie den Schlüssel zum Niemalsland finden, und Richard in seine Welt zurückkehren? Fragen über Fragen und nur eine Antwort.....! Ein Buch das spannender nicht sein könnte. Wenn man es gelesen hat, sollte man nach London fahren, und sie die Schauplätze des Buches bei Nacht ansehen. Vielleicht entdeckt man Richard oder Door. Und passen sie das nächste Mal auf, wenn sie eine Ratte sehn......
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Niemalsland: Roman
Niemalsland: Roman von Neil Gaiman (Taschenbuch - 1. August 1998)
EUR 8,95
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