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Kundenrezensionen

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am 30. September 2011
Auch wenn das oft und über viele Bücher geschrieben wird: Dieses ist wirklich herausragend. Das liegt nicht am "Science"-Gehalt des Romans, sondern an der Geschichte an sich. Die kommt zwar langsam in Gang, entwickelt dann aber eine fundamentale Wucht, die einem noch lange nach dem Romanende darüber nachdenken lässt.

Beschrieben werden die absolut wahnwitzigen Auswirkungen von blinder Religiosität und absoluter Unterwerfung gegenüber der althergebrachten Lebensweise. Die extrem forschritts-feindliche und hinterwäldlerische Gesellschaft ist in eine Art von Kasten aufgeteilt, wo der einzelne nicht versteht, zu welchem Zweck er seinem Beruf nachgeht, geschweige denn den Sinn hinterfragt. Der Satz "Das haben wir schon immer so gemacht..." bekommt hier eine ganz spezielle Bedeutung. Und die Auflösung des Geheimnisses der Haarteppichknüpfer ist dermaßen absurd, dass es einem Schauer über den Rücken jagt.

Die Geschichte wird in teilweise lose miteinander verknüpften Einzelschicksalen erzählt. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber durchaus gelungen und der Geschichte angemessen, weil dadurch die verschiedenen Aspekte der Geschichte in ihrer Absurdität sehr gut ausgeleuchtet werden.

Ein wirklich hervorragendes Werk!
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am 10. März 2006
Dieses Buch wurde mir von einer lieben Bekannten empfohlen mit den Worten "Versuche erst gar nicht, eine Hauptfigur oder einen durchgängigen Handlungsstrang zu entdecken, die Hauptfigur ist der Haarteppich und das große Rätsel löst sich erst ganz am Ende". Wer das Buch mit diesem Vorabhinweis genießt, läuft auch nicht Gefahr, seine Aufmerksamkeit an den falschen Stellen zu vergeuden oder eben nach etwas zu forschen, dass dieses Buch nicht enthält.
Das Buch steigt mitten im Leben eines Haarteppichknüpfers ein. Die Haarteppichknüpfer gehören einer Handwerksgilde an, die den Grundstein einer ungeheuren, planetenübergreifenden Infrastruktur bilden und deren Leben(sweise) streng reglementiert ist. So darf jeder Haarteppichknüpfer nur einen Sohn haben, jedoch beliebig viele Frauen und Töchter. Die weiblichen Mitglieder einer Familie stellen ihr Haar zur Verfügung, aus denen das Familienoberhaupt im Laufe seines Lebens genau einen Teppich fertigt, dessen Maße und Beschaffenheit ebenfalls genau festgelegt sind. In einem feierlichen Zeremoniell übergibt ein Haarteppichknüpfer am Ende seines Lebens den vollendeten Teppich an einen Händler, erhält eine beträchtliche Summe Geldes, die für die Zeitspanne eines ganzen Knüpferlebens bemessen ist, und sein Sohn beginnt schließlich den nächsten Zyklus. Ein religionsähnlicher Kult um einen unsterblichen Kaiser, der auf einem entfernten Planeten die Teppiche (angeblich) zum Schmuck seines Palastes verwendet, sichert die Demut und Loyalität des gesamten Apparates aus Knüpfern, Händlern und Raumfahrern.
Dieser beschriebene Rahmen stellt den atomaren Grundbaustein einer Geschichte dar, deren Ausmaß (und auch Unerhörtheit) tatsächlich neue Maßstäbe setzt. Die Geschichte erweitert mit jedem Kapitel die Perspektive und den Blickwinkel und fügt immer neue Handlungsstränge ein, die zunächst zusammenhangslos erscheinen oder nur vage mit den bereits bekannten verknüpft sind. Man beginnt sozusagen mit dem Blickwinkel und Kenntnisstand einer Ameise, um zum Ende hin die gesamte Tragweite einer Geschichte zu begreifen, die Begriffe wie Eitelkeit, Rache und Buße neu definiert.
Um als Leser dieses Buch vollendet geniessen und verinnerlichen zu können, muss man zwei Voraussetzungen erfüllen:
1.) Man muss damit leben können, auch mal über 150 Seiten in der Luft zu hängen, weil man die Handlungsfäden im Kopf partout nicht verknüpft bekommt und
2.) man darf das Buch nicht nebenbei, unaufmerksam oder halbherzig lesen, weil man sonst die vielen (relevanten) Details nicht richtig aufnehmen kann.
Wer diese Voraussetzungen erfüllt, dem wird am Ende des Buches ein richtiger Knaller geboten. Ich zumindest bekam - nachdem sich die letzten Schleier gelüftet hatten - eine ganze Weile die Kinnlade nicht wieder geschlossen. Zur allgemeinen Beruhigung darf gesagt sein, dass sich wirklich alles zum Ende hin auf- und erklärt. Das sich daraus ergebende Gesamtbild läßt sich dann in einem Wort folgendermaßen zusammenfassen:
BOAH!
Volle fünf Sterne ***** von mir ohne wenn und aber.
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am 22. Dezember 2011
...kommt Andreas Eschbachs Erstling -Die Haarteppichknüpfer- daher. Während sich andere Autoren im Sci-Fi-Bereich damit begnügen eine Welt zu erschaffen, macht es Eschbach in seiner Geschichte nicht unter ein paar Galaxien und Äonen von Jahren. Dieser lange Atem macht den Stoff im wahrsten Sinne des Wortes anspruchsvoll zu lesen. Handlungsorte, Personen, Fakten und Stränge der Geschichte wechseln und haben scheinbar nichts miteinander zu tun. Am Ende lichtet sich der Nebel jedoch und die ganze Klasse von Eschbachs Roman kommt zur Geltung. Wer dann noch ein wenig Fantasie besitzt, der erkennt, dass die Story jenseits unserer Vorstellungskraft spielt und doch irgendwie ein Spiegelbild unseres Lebens ist...

Eschbachs Geschichte spielt in einer anderen Zeit, in einer fremden Galaxis. Er führt uns auf einen Planeten, der die Gilde der Haarteppichknüpfer beherbergt. Ein Mann knüpft aus den Haaren seiner Frauen einen Teppich. Dafür benötigt er sein ganzes Leben. Der Teppich wird dann an den Kaiser verkauft und der Erlös ernährt den Sohn des Haarteppichknüpfers. Dieser produziert wiederum den nächsten Teppich...
So weit, so gut. Der Kaiser lebt ewig und niemand rüttelt sei Jahrtausenden an den Vorgängen. Doch dann erscheinen Rebellen, die den Kaiser getötet haben. So recht glaubt das niemand, doch es erfolgt auch keine Reaktion von Seiten des Kaisers. Egal ob Haarteppichknüpfer, Händler oder Raumschiffer, alle müssen sich auf die neuen Situation einstellen. Da der Kaiser auf einem anderen Planeten lebt, lässt sich sein Sturz nicht überprüfen. Eschbach nimmt uns mit in das Leben seiner Figuren, die auf ihre eigene Weise versuchen, das Leben zu meistern. Am Ende gibt es keine Lösungen, aber jede Menge neue Einsichten...

-Die Haarteppichknüpfer- haben mir gut gefallen. Auch wenn man seine Zeit braucht, um sich durch den Stoff zu arbeiten. Am Ende war es die Mühe wert. Eschbach zeigte schon in seinem ersten Roman, was in ihm steckt. Nicht umsonst wurde der Roman mehrfach ausgezeichnet...
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am 24. April 2007
"Die Haarteppichknüpfer" ist ein Buch, das bis zum Schluss voller Geheimnisse steckt. Die Geschichte wird zwar nicht von einer Person oder aus nur einer Perspektive geschildert, doch trotzdem lässt der Gesamtumfang der Handlung den Leser einfach nicht los. Jedes Kapitel beschäftigt sich mit einem anderen Charakter, und keiner von ihnen kommt ein zweites Mal zu Wort, doch verweben sich diese Geschichten so ineinander, dass man zum Schluss trotzdem ein Gesamtbild der Geschehnisse bekommt.

Ich muss gestehen, während ich das Buch las, hoffte ich nur, dass es schnell vorbei ist und *endlich* heraus kommt, worauf Eschbach bei diesen vielen Geschichten und darin enthaltenen Andeutungen eigentlich hinaus wollte. Denn bis kurz vor Schluss wird das Geheimnis um die Haarteppichknüpfer nicht gelüftet und der Leser auf die absolute Folter gespannt.

Wirklich, während ich es las, musste ich in den Lesepausen daran denken, weil es so rätselhaft und zusammenhangslos wirkt (und zu einem nicht unerheblichen Teil trostlos!), aber jetzt, wo ich es durch habe, kann ich nicht aufhören daran zu denken, weil der Schluss wirklich so überraschend und aufwühlend ist und eine Moral vermittelt, die mir auf diesem Weg noch nie begegnete.

Für den hinterlassenen Eindruck sollte ich also eigentlich fünf Sterne geben, aber da ich mich teilweise wirklich durch das Buch quälte (diese Perspektivenwechsel und die Trostlosigkeit machten mir das Lesen nicht leichter), muss ich leider einen Stern abziehen. Ein weiterer Stern ist weg, weil die Wendung der agierenden Charakter im letzten Kapitel auf mich sprichwörtlich wie "an den Haaren herbeigezogen" wirkt. Und zwar schon so sehr, dass ich das als Sternabzug gelten lassen kann.
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am 2. Dezember 2005
Die Haarteppichknüpfer arbeiten ein ganzes Menschenleben lang an ihren Meisterwerken, aus den Haaren ihrer Frauen, den Teppichen für den Palast des unsterblichen Kaisers.
Die gesammte Gesellschaft ist auf diesen Kult des Haarteppichknüpfens und die "Religion", den Glauben an den unfehlbaren Kaiser auf dem unerreichbar fernen Stern ausgerichtet.
Ein Raumschiff trifft auf diese Welt, und es beginnt die Suche nach dem tatsächlichen Ziel für die Haarteppiche, die nie im kaiserlichen Palast auf der Zentralwelt ankommen.
Das Buch gliedert sich fast wie eine Aneinanderreichung verschiedener Kurzgeschichten. Viele Figuren begleiten wir dabei nur ein Kapitel und es ereilt sie bereits jeweils zum Ende des Kapitels ein meist grausiges Schiksal. Trotzdem verliert sich nie der Rote Faden, auch wenn er manchmal so dünn scheint, wie die Haare, aus denen die Teppiche gefertigt sind.
Diese recht lose Struktur trägt dazu bei, dass die Kapitel nicht urplötzlich zu Gunsten eines Thrills unterbrochen werden, sondern der Leser sich mit den Hintergründen, den philosophischen Ansätzen und der Botschaft bereits während der Geschichte auseinandersetzt. Die düstere Atmosphäre und das Rätsel um den Verbleib der kostbaren Teppiche halten des Spannungsbogen ohne jeden weiteren Trick auf höchstem Niveau.
Ein Buch über Religion und Fanatismus. Ein Gedankenspiel zu Arroganz und Ignoranz, zu Rache und Unmenschlichkeit, zum Streben nach Höherem und der Suche nach einem Lebenssinn. Ein Ausflucg in die Unendlichkeit von Raum und Zeit.
Eine brilliante Auseinandersetzung mit dem für uns Menschen so unvorstellbaren, wie dem unendlichen Leben und der Allmacht.
Der Weg ist das Ziel, denn: Was mache ich, wenn ich schon alles erreicht habe?
Eschbach hat mit seinem Debüt ein Meisterwerk geschaffen, unbedingt lesen!!!
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am 3. Februar 2009
In seinem Werk "Die Haarteppichknüpfer" gelingt es Eschbach hervorragend, eine unglaublich gute Sci-Fi Geschichte zu schreiben ohne auf die üblichen typischen Klischees zurückzugreifen. Er erschafft ein eigenes Universum dessen Plausibilität man absolut gut nachvollziehen kann und welches eigentlich so naheliegend ist, dass es einen verwundert, dass noch niemand vor ihm etwas derartiges beschrieben hat. Und doch ist es so anders als alle anderen bekannten Sci-Fi Universen (Star Wars, Star Trek, BSG etc.)
Es ist meiner Meinung nach aber nicht nur einfach ein Roman.
Zum einen sind alle im Buch vorkommenden Umstände, Gegenstände und Personen durch fein säuberlich ausgedachte Details untermauert. Selbige Details lassen den ein oder anderen Leser gerne geistig abschweifen und sich eine kleine Geschichte zu dem jeweiligen Subjekt weiterspinnen. Das hat mir sehr gefallen.
Das Buch ist gespickt mit Denkansätzen und Aussagen zu alltäglichen und wichtigen Themen unserer Zeit. Zum Bespiel ist eine verschleierte aber doch eindeutige und gelungene Religionskritik darin enthalten, die Richard Dawkins nicht hätte besser formulieren können.
Ich lege dieses Buch jedem aufgeschlossenem Leser ans Herz.
Dieses Buch zu lesen bedeutet auch seinen Horizont zu erweitern und mal über den Tellerrand hinaus zu blicken, was eigentlich so alles in der Welt geschieht, und warum, und ob man nicht auch Einfluss darauf hat.
Wer Eschbach mag, für den ist es ein absolutes Muss zu lesen.
Tipp: Ein Buch das im gleichen Universum spielt -> "Quest" ebenfalls von A. Eschbach. Ebenfalls Genial.
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am 12. September 2005
"Die Haarteppichknüpfer" ist eine ausgesprochen originelle und spannende Geschichte, die zugleich auch eine philosophische Ebene besitzt. Diesen Roman muss man gelesen haben. Die Frage, welche Berechtigung die Dinge um uns herum eigentlich haben, wird auf phantastische Weise gestellt. Wen interessiert, wie fragwürdig auch die höchsten Lebensziele und Tugenden sein können, sollte sich auf die Reise zu den Haarteppichknüpfern begeben. Für mich ein aufklärendes Buch gegen so manche - vermeintlich - selbstverständliche Forderung der Gesellschaft. Die Geschichte der Haarteppichknüpfer ist somit eine großartige Metapher. Das Ganze wird vom Autor literarisch gekonnt und fesselnd umgesetzt - lesenswert!
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am 28. August 2009
Ich habe dieses Buch gekauft, da die Rezensionen im Internet sehr positiv waren und Eschbach meist sehr fesselde Bücher schreibt.
Generell bin ich kein Fan von Science Fiction. Dieses Buch allerdings hat mich wirklich überrascht. Keine der Beschreibungen im
Internet konnten mich auf dieses Leseerlebnis vorbereiten.
Es war, als wäre ich als Leser die Hauptperson. Ein unsichtbarer, zeitloser Beobachter der Geschehnisse in diesem Universum.
Stück für Stück wird der Leser über eine Vielzahl von, anfänglich nur lose zusammenhängenden Ereignissen an die furchtbare
Wahrheit über die Haarteppichknüpfer herangeführt. Zu keinem Moment wird das Buch langweilig. Trotz der vielen Orts- und Zeitwechsel
sind mit jedem neuen Stück zur Lösung des Rätzels neue Sicksale von beteiligten Personen verwoben. Hoffnungsvolle, grausame und fantastische
Schicksale begleiten den Leser auf seiner Odyssee durch die Welt des gestürzten Kaisers und auf seiner Suche nach der Lösung des Geheimnisses.

Mit den Haarteppichknüpfern hat Eschbach ein Buch geschrieben, dass nicht nur für Science Fiction Leser interessant ist,
sondern auch Leser von Krimis und Thrillern anspricht. Mitreißend und den Leser in den Mittelpunkt eines großen Rätzels
stellend ist es ein Buch das seinesgleichen sucht.
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am 9. Oktober 2009
Auf Eschbach aufmerksam wurde ich vor Jahren durch "Das Jesus Video", welches ich schon regelrecht im Eiltempo konsumierte. Dadurch empfahl sich der Autor natürlich für weitere Werke.

Nach Exponentialdrift, Solarstation und Quest sowie Ausgebrannt stieß ich auf diesen Erstling vom Autor und schreibe bewusst ausschließlich zu diesem Titel des Autors eine Rezension.

Es ist sagenhaft, wie es Eschbach in diesem Buch bestehend aus einer scheinbar aneinandergereihten Sammlung mehr oder minder unabhängig voneinander bestehender Kurzgeschichten ein großes Ganzes zu fügen vermochte, welches schlussendlich erschüttert und nachhaltig auf einen einwirkt.

Großartiger ScienceFiction - für mich der Beste von zahlreichen gelesenen!

Auch wenn Andreas Eschbach m.E. nach immer eine gute Adresse als Autor mit seinen nach diesem Roman folgenden Veröffentlichungen ist - an die Klasse von "Der Haarteppichknüpfer" reichte er nach meiner persönlichen Meinung in Folge dessen nicht mehr heran.
Wobei man fairerweise erwähnen muss, dass mir noch einige wenige Werke des Autors in meiner Sammlung fehlen, die dieses Fazit meiner Einschätzung nach aber nur theoretisch noch Lügen strafen könnten.
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Die Handlung des Buches "Die Haarteppichknüpfer" spielt weit in der Zukunft und entführt den Leser in ein Sternenimperium, das sich aus den Trümmern einer Diktatur neu erschaffen muss. Eschbach konzentriert sich hierbei nicht auf einen einzelnen Protagonisten oder eine Gruppe; er webt für fast jedes Kapitel neue Charaktere und verknüpft die Geschichte der Handlungsträger an verschiedenen Stellen miteinander. So entsteht eine packende Story, die, ähnlich einem der Haarteppiche aus dem Buch, kunstvoll miteinander verworben ist. Hierbei ist die Abwesenheit von zentralen Hauptfiguren kein Manko, sondern unterstreicht die Epik der Saga. Die Vergangenheit des Kaiserreichs, die Gegenwart - in der die Rebellen eine demokratische Freiheit etablieren wollen - und das Geheimnis der Haarteppiche, werden durch individuelle Geschichten lebendig.

Es ist faszinierend, dass es dem Autor beständig aufs Neue gelingt, authentische Charaktere zu erschaffen, ihren Hintergrund mit Leben zu erfüllen und mit Hilfe von Wendungen in deren Existenz den Leser zu überraschen. Natürlich können nicht alle Schicksale gleichermaßen fesseln und es gibt "schwächere" Handlungsfiguren, die für das große Ganze nur eine untergeordnete Rolle spielen. Diese kleinen Durststrecken mindern jedoch nicht das Lesevergnügen.
Eschbach verwendet für "Die Haarteppichknüpfer" die sogenannte "Cut-up"-Technik. Dabei ist es nicht von Relevanz, in welcher Reihenfolge die Teile gelesen werden. Jedes Kapitel steht für sich, ist aber mit dem großen Haupthandlungsstrang verbunden - die Lesereihenfolge ist also frei wählbar. Eine gewagte Technik, die in vorliegendem Fall jedoch ausgezeichnet funktioniert.

Einziges Manko ist die Geschichte einiger Charaktere, die zum Ende hin ins Leere laufen und den Leser damit unbefriedigt zurücklassen. Als Beispiel sei hier "Nillian" genannt, dessen Handlungsstrang zwar theoretisch endet, sein endgültiges Schicksal jedoch nicht vollständig geklärt wird.

Ein spannendes und fesselndes kleines Meisterwerk, das ein Sci-Fi-Fan gelesen haben sollte. Es steht jedoch nicht die Technik im Vordergrund, sondern die Charaktere. Sci-Fi meets Fantasy. Fans von Military-Sci-Fi werden nicht auf ihre Kosten kommen, allen anderen sei "Die Haarteppichknüpfer" aber wärmstens empfohlen.
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