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119 von 126 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich!!
Die guten Kritiken, egal wo man gelesen und mit wem man gesprochen hat, haben mich schon neugierig auf diesen Monumentalschinken mit 1450 Seiten gemacht. Was ich aber dann zu lesen bekam, hat meine kühnsten Hoffnungen und Erwartungen übertroffen, dachte ich doch bisher, Isaac Asimovs Foundationtrilogie könnte nicht mehr getoppt werden, so wurde ich hier...
Veröffentlicht am 23. Mai 2003 von Deval

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lesenswert, aber nicht umwerfend
Wie viele bereits erwähnt haben, passiert in Hyperion eigentlich nicht wirklich viel - den größten Platz nehmen die Vorgeschichten der Hauptcharaktere ein, die von diesen selbst erzählt werden, während sie im Raumschiff unterwegs sind zum Inhalt des Folgeromans. Also so etwas wie ein sehr langer Prolog.

Diese Vorgeschichten sind der...
Vor 23 Monaten von ichlol veröffentlicht


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119 von 126 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich!!, 23. Mai 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die guten Kritiken, egal wo man gelesen und mit wem man gesprochen hat, haben mich schon neugierig auf diesen Monumentalschinken mit 1450 Seiten gemacht. Was ich aber dann zu lesen bekam, hat meine kühnsten Hoffnungen und Erwartungen übertroffen, dachte ich doch bisher, Isaac Asimovs Foundationtrilogie könnte nicht mehr getoppt werden, so wurde ich hier eines Besseren belehrt.

Ich könnte noch nicht einmal genau sagen was mir denn so sensationell gut gefallen hat. Die Geschichte ist nicht unbedingt besser oder schlechter als andere SF Geschichten oder der Autor ein Spitzenkönner der seinesgleichen sucht. Im Gegenteil, so weit ich weiß hat er zwar noch einige Romane geschrieben, die aber mehr oder weniger unter -ferner liefen- zu haben sind.

Nein, ich denke, hier hat jemand zum richtigen Zeitpunkt die richtige Geschichte im richtigen Stil geschrieben. Schon allein die Idee der Zeitgräber, die rückwärts durch die Zeit altern, ist einfach herrlich. Auch, das alle Protagonisten auf dem Weg zum Ziel sich den Grund ihrer Reise, bzw. die Motivation die dahintersteckt berichten, wobei jede einzelne Geschichte schon ein Roman im Roman ist, ist für dieses Buch ein hervorragender Gedanke gewesen.

Ein blauer Himmel ist für Dan Simmons nicht einfach nur ein blauer Himmel, sondern eine Begebenheit, die in mindestens einem Hauptsatz und zwei Nebensätzen beschrieben werden muß, wobei Lapislazuli seine Lieblingsfarbe zu sein scheint. Das wirkt aber keineswegs langweilig oder ermüdend, sondern eher wie das Tüpfelchen auf dem i. Simmons macht auch nicht den Fehler, seine technischen Errungenschaften, wie z. B. die Höllenpeitsche oder die Farcasterportale, mühsam erklären zu wollen (ein Zug, den ich an Isaac Asimov immer geschätzt habe), sondern er stellt sie als gegeben hin und als eine selbstverständliche Tatsache. Wo andere Autoren zweieinhalb Seiten brauchen um die technischen Vorgänge beim Start eines Raumschiffes darzulegen, startet es bei Dan Simmons einfach und verschwindet, wie könnte es anders sein, in den lapislazulifarbenen Himmel.

Das erste Buch -Hyperion- handelt von einer illustren Reisegruppe, anfangs zu siebt, später nur noch zu sechst, die auf dem Weg zu eben jenen erwähnten Zeitgräbern ist und der Begegnung mit einem geheimnisvollen und grausamen Wesen namens Shrike entgegensieht.
Dieses Wesen scheint eine Art Hüter oder Begleiter jener Zeitgräber zu sein, welche gerade dabei sind eine unnormale Aktivität zu entfalten und sich zu öffnen. Die Führungsspitze der Hegemonie (eine Art Zusammenschluß von Menschen besiedelter Planeten), der TechnoCore (eine Art allumfassende Datensphäre) und eine eigenartige Kirche, genannt, Kirche des Shrike, entsenden unsere Protagonisten nach Hyperion um dem Geheimnis der Zeitgräber und des Shrikes auf die Spur zu kommen. Aber nicht nur die Hegemonie, sondern auch eine menschliche Splittergruppe, welche in einem erbitterten Kampf mit der Hegemonie steht, die Ousters, versuchen den Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Letztere sind sogar der Meinung, die Zeitgräber seien von ihren zukünftigen Nachfahren aus der Zukunft in die Vergangenheit geschickt worden, um die Ousters in dem Kampf gegen die Hegemonie als Waffe zu dienen. Das Buch endet mit der Ankunft der Sechs bei den Zeitgräbern.

Im zweiten Buch gerät eine weitere Person in den Mittelpunkt des Geschehens. Ein Künstler namens Joseph Severn. Die weitere Geschichte unserer Reisenden wird teilweise durch die Augen dieses Mannes erzählt, welcher auf eine nicht unbedingt genau zu bestimmende Art und Weise (Schrön Schleife) mit einem Mitglied der Pilgergruppe in Kontakt steht. Träumt Joseph Servern, träumt er die tatsächlichen Erlebnisse der Pilgergruppe als sei er selber anwesend. Auch auf dem Nebenschauplatz, dem Krieg um den Planeten Hyperion, entwickeln sich die Dinge nicht ganz so wie von der Hegemonie erhofft. Die Ousters erringen einen Sieg nach dem anderen und beginnen mit der Invasion und Zerstörung der Hegemonie. Doch nicht alles ist so, wie es den Eindruck erweckt. Erst nach einiger Zeit erfährt der Leser, wo denn eigentlich der wahre Feind der Hegemonie (und der gesamten Menschheit) zu finden ist und der sitzt nicht in den Reihen der Ousters.

Tja, wie es mit unserer Pilgergruppe weitergeht (es werden immer weniger), wer den Krieg um den Planeten Hyperion gewinnt, welchen unglaublichen Verrat die Präsidentin der Hegemonie, Meina Gladstone, begeht um die Menschheit zu retten, was aus den Zeitgräbern herauskommt und welches tragische und zu Herzen gehende Schicksal die jüngste der Reisegruppe, Rachel Weintraub, erlitten hat - das muß man selber gelesen haben. Und glauben Sie mir, sie werden es nicht bereuen.

Am Ende hat man vielleicht den Eindruck, das alles recht schnell geht und bei einigen Handlungsfäden irgendwie das Ende etwas zu kurz kommt. Man wünscht sich mehr Informationen, so ging es mir auf jeden Fall. Aber dem Gesamteindruck tut das keinen Abbruch.

Fazit:
Es ist schon lange her, das ich von einem Buch so gefesselt gewesen bin, wie von diesem. Vielleicht habe ich auch nur die falschen Bücher gelesen, auszuschließen ist das nicht. Aber hier habe ich jede der 1450 Seiten genossen, der Begriff -Lesefreude- hat hier eine neue Bedeutung für mich gewonnen. Danke, Dan Simmons.
© deval
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51 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sternstunde der Science Fiction, 2. Februar 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Hyperion Gesänge bestehen eigentlich aus 2 getrennten Büchern. Die Zusammenfassung zu einem Band ist allerdings äusserst sinnvoll. Denn das erste Buch endet so abrupt, dass man zum weiterlesen förmlich gezwungen wird. Doch der Reihe nach: Der erste Teil des Buches ist eine Aneinanderreihung von Episoden, die von den Teilnehmern einer Pilgergruppe erzählt werden. Es handelt sich dabei um ihre Lebensgeschichten, die zwar verschiedener nicht sein könnten, jedoch alle irgendwie mit dem rätselhaften Planeten Hyperion verbunden sind. Stück für Stück erfährt der Leser mehr über die Pilgergruppe, aber auch über die Zeit in der sie leben. Dennoch tappt der Leser bis zum Ende des ersten Buches über den Zweck ihrer Reise und das Rätsel von Hyperion im Dunkeln. Der Zweite Teil beginnt mit der Ankunft der Pilger am Ziel ihrer Reise. Simmons legt zahlreiche falsche Fährten aus um letztendlich in einem bombastischen Finale die Knoten zu entwirren.
Eigentlich wollte ich das Buch nach den ersten paar Seiten bereits wieder zuklappen. Ich dachte eine Fortsetzung in Händen zu halten die man nur versteht wenn man das Original gelesen hat. Simmons versucht nämlich nicht etwa eine Welt langsam aufzubauen und den Leser Stück für Stück an die futuristischen Technologien heranzuführen sondern stößt ihn unvermittelt in ein Universum aus Farcastern, Technocores, Fatline Transmittern und Baumschiffen. Er gibt keine Erklärung der Funktionsweise dieser Technologien, denn die Menschen im Buch verstehen viele davon selber nicht richtig. Die meisten wichtigen zivilisatorischen Errungenschaften wurden von einer gigantischen KI (künstlichen Intelligenz) entwickelt, die ein eigenes Bewusstsein entwickelt hat und nun von der Menschheit losgelöst existiert. Doch genau dieses Fehlen technokratischer Erklärungen erspart er dem Leser langatmige Abschweifungen, die das ohnehin umfangreiche Buch gesprengt hätten.
Hyperion ist das genialste Science Fiction Buch das ich je gelesen habe, denn die Fantasie des Autors kennt offensichtlich keine Grenzen. Ob Zeitgräber, die in der Zeit rückwärts reisen oder die rätselhafte Kreatur Shrike: So absurd viele Dinge auf den ersten Blick wirken, ergeben sie am Ende doch einen Sinn. Beinahe spielerisch und doch mit der Intensität einer Naturgewalt behandelt Dan Simmons Themen wie Religion oder die Gefahren blinder Technikgläubigkeit. Er begeht dabei jedoch nie den Fehler moralinsauer schwarz-weiss zu malen. Vielmehr wird der Leser durch die philosophischen Elemente der Geschichte zum Nachdenken über diese Themen veranlasst. Hyperion ist für Science Fiction Fans ein absolutes Muss!
Der Hyperion Zyklus besteht übrigens insgesamt aus 4 Büchern. Die beiden nachfolgenden Bücher sind „Endymion: Pforten der Zeit" und „Endymion: Auferstehung".
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Literarische Glanztat, 9. Januar 2004
"Die Hyperion-Gesänge" ist ein Sammelband, in dem die beiden Einzelromane "Hyperion" und "Der Sturz von Hyperion" enthalten sind.
Bei "Hyperion" handelt es sich gewissermaßen um den längsten Prolog in der Literaturgeschichte, denn der gesamte Roman ist nichts weiter als eine episodenhafte Hinführung zur eigentlichen Handlung - und die findet erst im zweiten Buch statt! Die einzelnen Episoden, die in "Hyperion" erzählt werden, entwickeln sehr schnell eine eigenartige Faszination, der man sich nur sehr schwer entziehen kann. Insbesondere die Geschichten um Pater Hoyt (bzw. Pater Duré) und Sol Weintraub sind in ihrem Erfindungsreichtum kaum zu überbieten.
Der zweite Roman baut nahtlos auf dem "Prolog-Roman" auf und verknüpft in einem furiosen Finale die Einzelgeschichten von "Hyperion" zu einem erstaunlichen Ganzen.
Doch Vorsicht! Der Roman ist mehr als "nur" Science Fiction. Denn obwohl er in einer fernen Zukunft spielt, ist er dank seiner zuweilen grandiosen Überlegungen über Gott und Religion, das Verhältnis von Mensch und Technik, Umweltzerstörung, Ausrottung von Arten und und und zugleich ein zeitkritisches Werk. Allerdings hat man nie den Eindruck, dass Dan Simmons, einer der genialsten (und dennoch - zumindest in Deutschland - unbekanntesten) Autoren unserer Zeit, mahnend den Zeigefinger hebt. Statt dessen bettet er seine Überlegungen eben in eine verwickelte SF-Story, so dass es dem Leser selbst überlassen bleibt, ob er sich eher für die Geschichte oder doch eher für die Kritik interessieren will.
Das ganze Werk glänzt in einer sprachlichen Gewalt, die Ihresgleichen sucht. Simmons ist tatsächlich ein Meister, wenn es darum geht, visuelle Eindrücke wortgewaltig zu beschreiben.
Einen Stern muss ich dem Sammelband allerdings leider doch abziehen, da insbesondere der zweite Teil zuweilen extreme Längen hat (zumindest kam es mir so vor) und die Protagonisten den Eindruck machen, recht ziel- und planlos durch die Gegend zu rennen. Die Handlung scheint keine zwangsläufige Abfolge einzelner Taten mehr darzustellen. Sie ist viel mehr eine willkürliche Aneinanderreihung sinnlos erscheinender Aktionen.
Hierfür wird man allerdings von den letzten 200 - 300 Seiten reichlich entschädigt. Denn es ist wirklich erstaunlich, mit welcher Eleganz (und einem gerüttelt Maß an überraschenden Enthüllungen) Simmons hier offene Fragen beantwortet, die sich während der vorhergehenden 1000 Seiten gestellt haben.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Superlativ der Science-Fiction!, 24. September 2002
"Hyperion" (engl. "Hyperion") und "Das Ende von Hyperion" (engl. "The fall of hyperion") bilden gemeinsam ein an Spannung und Komplexität kaum zu überbietendes Meisterwerk.
Simmons verzichtet im Gegensatz zu manch anderem Autor darauf, sein Werk unnötig in die Länge zu ziehen. Ihm gelingt es auf rund 1500 Seiten eine Geschichte zu erzählen, für die ein anderer Autor wohl die doppelte Zeit gebraucht hätte. Und dennoch wird seine Geschichte nie oberflächlich oder gar unlogisch. Im Gegenteil, es ist klar erkennbar, dass Simmons schon bevor er mit dem Schreiben begonnen hatte, genau wusste, wie er alle Handlungsstränge am Ende zu einem großen Ganzen vereinen wollte. Der Leser wird nicht mit irgendwelchen für den Fortgang der Handlung irrelevanten Geschehnissen gelangweilt; alles, was Simmons schildert, hängt auch irgendwie mit dem großen Ganzen zusammen, von dem der Leser erst am Ende des Buches wissen wird, worin es eigentlich besteht.
Doch eines sollte jedem Leser klar sein: Hyperion ist alles andere als einfache Kost. Schon zu Beginn hat man das Gefühl, irgendetwas einfach verpasst zu haben. Da ist von fremden Technologien die Rede, die einfach in die Handlung eingeführt werden, ohne auch nur in Ansätze erklärt zu werden, da ist von Bäumen die Rede, die tatsächlich als Raumschiff verwendet werden, ohne das der Leser ein Ahnung haben würde, wie das wohl funktionieren könnte.
Aber keine Angst: Im Laufe der Handlung wird sich alles aufklären, das Bild wird nach und nach immer klarer.
"Hyperion" und auch "Das Ende von Hyperion" sind Bücher, die man unter Umständen auch mehrerer Male lesen muss, um wirklich alle Zusammenhänge zu begreifen und alle innerhalb des Romans aufgeworfenen Probleme für sich selbst verständlich zu machen. Alles in allem stellen die beiden Hyperion-Bände großartige Unterhaltung dar, die jedem, der sich auch nur im Ansatz für Science Fiction begeistern kann, zusagen sollte. Dieses Buch hat einfach alles!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Horror-Fantasy-ScienceFiction, 5. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Hyperion (Gebundene Ausgabe)
Normalerweise sollten zumindest Fantasy und Science Fiction sich nicht weiter vermischen, denn die Unterschiede sind für Liebhaber beider Stilrichtungen zu groß um einfach so ineinander über zu gehen (bliebt ntürlich der Streit, ob "Der Wüstenplanet" nun Fantasy oder SF ist).
Frank Simmons hat mit "Hyperion" eine der weinigen Symbiosen geschaffen, die Anhängern beider Glaubensgemeinschaften zusagen dürfte. Nicht zuletzt durch seine brillante Schreibweise -der größte Teil der Geschichte wird durch Berichte der Hauptpersonen im Rückblick erzählt- läßt er die Grenzen der Genres perfekt verschwinden und baut zusätzlich noch eine Portion Horror mit ein.
Interessant ist dabei, daß viel Zwischenmenschliches, viel High-Tech und auch viel Poesie mit in "Hyperion" eingeflossen sind. Daß macht das Buch für eine breite Leserschicht zugänglich und man kann Simmons nur gratulieren.
Ich konnte nicht aufhören zu lesen, fast als ob ich zufällig das Tagebuch meiner besten Freundin in die Hände bekommen hätte und nicht wiederstehen konnte darin zu lesen -von der ersten bis zur letzten Seite-.
Ohne Probleme kann man "Hyperion" auch nicht SF'lern empfehlen, die Geschichte zieht wohl jeden nach kurzer Zeit in Ihren Bann.
Die Folgebände hab ich noch nicht angefangen, aber wenn man die erste Geschichte gelesen hat, ist das Ende erst der Anfang und macht unbändigen Hunger auf "Der Fall von Hyperion". (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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34 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gehirn hochfahren und in den SF-Himmel aufsteigen, 12. Dezember 2006
Kennen Sie die Canterbury Tales?

Nachdem Sie Hyperion gelesen haben, ja. Denn dieses Glanzstück von Dan Simmons ist stark an diese mittelalterliche Kurzgeschichtensammlung angelehnt und zeugt so vom erzählerischen Genie des Autors und von seiner Vielseitigkeit. Dennoch hat der Leser keinen ermüdenden Ausflug in die verquaste Poesie vergangener Jahrhunderte vor sich, sondern das genialste, einfallsreichste, launigste und komplexeste Sciencefiction Meisterwerk der Gegenwart.

Inhalt Hyperion (ungespoilert):

Wie bei Geoffrey Chaucers Canterbury Tales ist eine Gruppe von Pilgern unterwegs, natürlich nicht im Mittelalter sondern in einer fernen Zukunft. Ihr Ziel ist der Planet Hyperion wo das mysteriöse Wesen Shrike lebt und wie ein Gott verehrt wird. Die Pilger vertreiben sich die Zeit der Reise damit, sich gegenseitig ihre Geschichten zu erzählen, und während nun einer nach dem anderen seine Lebensbeichte ablegt und damit den unfassbaren Grund für seine Pilgerreise offenbart, erfährt der Leser mehr über die von Simmons erdachte Zukunft.

Die Alte Erde gibt es nicht mehr. Die Menschen sind auf viele Planeten verstreut aber als so genannte Hegemonie bilden sie die dominierende Rasse des bekannten Universums. Die Technik der Hegemonie, die Datensphäre und die Reiseportale (Farcaster) zu den vielen Welten werden vom Techno Core betreut. Das ist die virtuelle Welt der künstlichen Intelligenzen, die sich von den Menschen zwar unabhängig gemacht haben und ihre eigenen undurchsichtigen Wege gehen, aber der Menschheit immer noch beratend zur Seite stehen.

Welche wichtige Rolle der mysteriöse Planet Hyperion in dieser Welt spielt oder woher jene Abscheulichkeiten wie das Shrike und die Kruziformen kommen, das bleibt das spannende Geheimnis, welchem Leser und Pilger gleichermaßen nachspüren. Ganz allmählich gewinnt man aber eine düstere Ahnung davon, wie hoffnungslos die Zukunft der Menschheit aussieht, wie kompliziert und gleichzeitig haarsträubend die Geschichte um Hyperion in Wahrheit ist.

Inhalt Der Sturz von Hyperion (auch nicht gespoilert):

John Keats, ein englischer Dichter des 19. Jahrhunderts, spukt in diesem 2. Teil der Hyperion Gesänge durch die ferne Zukunft. Keine Bange, obwohl man einige Gedichte von Keats zu lesen bekommt, die passender nicht platziert sein könnten, muss man sich dennoch nicht mit abgehobener Lyrik herum quälen, denn dieser John Keats steckt voller Mysterien. Eigentlich ist er ein Cybrid, eine künstliche Intelligenz, die vom Techno Core erschaffen wurde und in den rekonstruierten menschlichen Körper des wirklichen Dichters gesteckt wurde. Warum der Core ihn schuf, das weiß Keats selbst nicht. Was ihn antreibt und welche Rolle ihm zugedacht wurde, das ist letztlich das große Rätsel, dem der Leser mit Gänsehaut und angehaltenem Atem auf die Spur kommt.

Natürlich gibt es auch noch die Pilger auf Hyperion, hilflose Schachfiguren in einem höheren Plan. Die sind nun bei den Zeitgräbern angekommen und den Unberechenbarkeiten des Shrike unterworfen. Ihre einzige Verbindung zum Netz ist ausgerechnet John Keats und der scheint ihnen keine Hilfe zu sein. Denn als die Zeitgräber sich öffnen, erfüllt sich das Schicksal der Menschheit und auch das von John Keats, ganz wie geplant, jedoch völlig anders als erwartet, denn da gibt es ja immer noch Hyperion.

Bewertung: 10 Sterne oder den Literaturnobelpreis im Jahre 2800 ;-)

Mit diesem Opus hat Dan Simmons ein faszinierendes und komplexes Zukunftsgemälde komponiert und es brillant in Worte gefasst. Dass Simmons (be)schreiben kann wie ein Gott, ist längst kein Geheimnis mehr. Er beherrscht die Höhen und Tiefen der Sprache wie ein Virtuose, ja selbst das Telefonbuch von Kastrop-Rauxel wäre, wenn von Simmons geschrieben, noch eine sprachliche Orgie und damit lesenswert.

Seinen Pilger, die von ungleichen Schichten und Planeten stammen und von den seltsamsten Motiven getrieben sind, verpasst er Denkmodelle, Biografien und natürlich auch Ausdrucksweisen, die so atemberaubend wie geistreich sind. Dabei hängen deren einzelne Geschichten nicht im luftleeren Raum sondern sind dicht mit dem spannenden Handlungsbogen und dem Geheimnis um Hyperion verwoben.

Im zweiten Teil werden mehrere Handlungsstränge aus der Perspektive von Keats erzählt, der bildet sozusagen den originellen (nahezu göttlichen) Rahmen für den weiteren Gang der Geschichte. Bis zum verblüffenden Ende und der Auflösung der meisten Geheimnisse müssen die Leser aber noch viel mit den Helden mitbangen und gewissermaßen von einer Überraschung zur nächsten springen (oder casten, wie die Leute aus der Netzwelt sagen).

Man kann die Hyperion Gesänge natürlich als Space Opera ansehen und ohne größere Anstrengung lesen, dann kommt man dennoch in den vollen Genuss von Nervenkitzel, Einfallsreichtum und Unterhaltung. Wer aber vor dem Lesen dieses Buches sein Gehirn hochfährt und sich die Mühe macht, die Gedanken des Autors zur Religion, der von ihm entworfenen Zukunft oder gar zu Gott nachzuvollziehen, der wird feststellen, dass Hyperion deutlich mehr als eine SF-Opera ist und der wird 1400 Seiten lang im SF-Himmel schwelgen.

Viel Spaß da oben!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Klassische Erzählmuster" und feingesponnene Story, 22. Mai 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Hyperion (Gebundene Ausgabe)
In aller Kürze: Die Idee, verschiedene "Ich-Erzähler" durchaus individuell wiedergeben zu lassen, was sie zu einer Pilgerfahrt bewegte, hat etwas von Vorbildern wie das Decamerone oder Brentanos "Wehmüller". Die letzte Geschichte klärt auf, faßt die Hintergründe zusammen und schließt genauso die "formalistische" Konstruktion des Erzählens ab, wie sie ein offenes Ende bereitet (das nicht unbedingt direkt stört, vor allem, da "Fall of Hyperion" dann etwas langatmig abfallen wird). "Mythische" (nicht triviale!) Strukturen sind gekonnt eingearbeitet: Es geht um sehr viel, nämlich Religion, Elternliebe, Strukturen politischer Systeme und "transzendentale" Aspekte "künsticher Intelligenz" (KI). Simmons gelingt es, Genremuster (Detektivroman, Weltraumkrieg etc.) in die einzelnen Ich-Erzählungen einzubauen und ein echtes SF-Epos zu konstruieren.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Virtuoses, fulminantes und phantasiereiches Meisterwerk, 21. Februar 2005
Es ist schwierig, eine adäquate Rezension dieses Buches zu schreiben, ohne etwas vom Inhalt zu verraten. Deshalb fällt diese Kaufberatung eher kurz im vergleich zur Stärke des Buchs aus. Was der Klappentext schon verrät und der Leser auch schnell erfährt ist folgendes:
Auf Hyperion herrscht das Shrike, eine Lebensform die halb organisch und halb mechanisch zu sein scheint und über dessen Ursprung (zunächst) nichts bekannt ist. Sieben Pilger reisen zum Shrike auf der letzten Pilgerfahrt.
Zunächst weiß der Leser nicht, was all dies bedeutet. Was ist das Shrike? Wieso gehen Leute freiwillig zu diesem Ungeheuer? Was bedeutet diese Pilgerfahrt?
Im ersten Teil (Diese Auflage besteht aus ursprünglich zwei Büchern-‚Hyperion' und ‚Der Sturz von Hyperion') erzählt Simmons die Geschichte von jedem der Pilger, was ihnen widerfahren ist und warum sie nach Hyperion wollen. Die Geschichten handeln von sehr unterschiedlichen Dingen und haben nur einen gemeinsamen Nenner: Hyperion.
Dan Simmons schreibt in einem messerscharfen Stil, der auf den über 1400 Seiten sein Niveau mühelos hält. Er wirft mit Worten wie ‚Farcaster', ‚Zeitschuld' und ‚Allwesen' um sich, ohne diese wie viele andere Autoren des SF und Fantasy zwanghaft erklären zu wollen. Der Leser wird einfach in die Welt Hyperions geschmissen und lernt durch die Geschichten der sieben Pilger, wie das Hyperion-Universum aussieht und funktioniert. Die Fantasie und die Ideen bieten genug Stoff für fünf oder mehr Bücher. Man taucht sofort in das Buch ein und will es nicht mehr weglegen.
Obwohl ich sonst fast nie SF lese wollte ich nach diesem Buch nichts anderes mehr lesen. Es hat nicht nur einen Atemberaubenden riesigen Plot, sondern ist absolut virtuos erzählt, kaum zu glauben, dass es sich hier nur um Belletristik handelt!
Also: SF und auch Fantasy Fans können bedenkenlos zugreifen, und jeder andere Bücherliebhaber sollte es zumindest versuchen, wenn es nicht gefällt ist es zwar schade, aber diese Möglichkeit ist einfach zu gering! (An dieser Stelle ist noch zu sagen, dass sich das Buch stellenweise wegen Elementen der Physik und ‚Technobabble' schwer lesen lässt, was jedoch keinen abhalten sollte, weil es einen Teil des Charmes diese Buches ausmacht)
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein klassiker, 15. April 2006
'Die Hyperion Gesänge' bieten die ersten beiden Bände der Space Opera um den Planeten Hyperion. Das Buch bietet zwar ein Ende (was für ein Wunder), jedoch kein zufrieden stellendes - kein Wunder, denn es gibt eine Fortsetzung.
Zuerst: Dieses Buch ist a) das Schwerste(vom Gewicht her), b) eines der Spannendsten, c) eines der Einzigartigsten, die ich je gelesen habe - deshalb die 5 Punkte.
Die Welt des Dan Simmons beschreibt einen Zusammenschluss von Welten - das NETZ der HEGEMONIE, eine Art Foundation der Menschen, die mittels einer Art "Internet" vollverkabelt und mittels "Farcaster" von einem Ort zum anderen sich beamen können. Die Gesellschaft wird sowohl von Menschen, als auch von Künstlichen Intelligenzen regiert und geprägt (dem All-Wesen)
Band 1 erzählt die Geschichte von 6 Pilgern. Diese Pilger wurden vom "All-Wesen" auserwählt, die Reise nach Hyperion anzutreten. Ziel der Reise ist das Tal der Zeitgräber, ein Ort, wo die Richtung des Zeitflusses sowohl in die Zukunft, als auch die Gegenwart erfolgen kann. Das dort herrschende Wesen ist das "Shrike", ein dorniges Wesen aus Metall, der Inbegriff der Grausamkeit, 'Herr der Schmerzen', der seine Opfer am 'Baum der Dornen' lebendig aufspießt.
Der erste Band besteht aus 6 Kurzgeschichten, entsprechend der Erzählung der Lebensgeschichten der 6 Protagonisten - eines Priesters, der durch den Fluch des Shrike zum ewigen Leben verdammt ist, einer Detektivin, die auf der Suche nach dem Mörder einer künstlichen Intelligenz ist, eines Wissenschaftles, dessen Tochter seit einem Unfall in einem Zeitgrab von Tag zu Tag jünger wird, eines Schriftstellers, für dessen Lebenswerk die Muse das Shrike darstellt, eines Konsuls und hohen Diplomaten der Hegemonie und eines Tempelritters.
Die Geschichten erzählen einerseits die Verbindung jedes einzelnen zum Shrike und zu Hyperion, geben Auskunft über Geschichte, Geographie und Politik des System und alles in allen bekommt man eine Einführung in die gesamte Saga.
Während die Hauptpersonen ihre Geschichte erzählen, schreitet ihre Reise ins Tal der Zeitgräber voran, bis sie schließlich am Ende des ersten Bandes unmittelbar mit dem Shrike konfrontiert werden.
Neben den Menschen gibt es die Rasse der Ousters, die nach der Zerstörung der 'Alten Erde' sich separiert haben - auf Hyperion wird Krieg geführt zwischen Menschen und Ousters.
In Band 2 eskaliert der Streit zwischen Menschen und Ousters, und die Pilger bereiten sich darauf vor, jeder einzeln, Auge in Auge dem Herrn der Schmerzen, dem 'Shrike' gegenüber zu treten. Mehr sei nicht verraten, da es noch weitere 2 Teile gibt.
Dieses Buch ist sehr spannend geschrieben, kombiniert klassische Science Fiction a la Asimov mit Gibsons Cyberpunk, mischt dazu etwas Daily Soap und archetypische Charaktäre - und es entsteht daraus ein goldenes Buch, nicht mit Diamanten aufzuwiegen.
Wer SciFi liebt, möge dies nehmen, ebenso, wer S. King verschlang, den möge dieses Buch verschlingen, und der Rest soll sich seinen Teil denken.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genialität, 22. Januar 2004
Es ist wahrlich unglaublich, mit welcher sprachlicher Ausdrucksfähigkeit Dan Simmons hier ans Werk gegangen ist. Sein Einfallsreichtum und seine bildgewaltige, fast poetische Beschreibung eines faszinierenden Universums fesselt von der ersten bis zur letzten der 1.450 Seiten.
Er verpackt sozialkritische, religiöse Gedanken und ökologische Befürchtungen mühelos in eine spannende Story, ohne belehrend zu wirken. Bäume als Raumschiffe klingen unglaublich, Simmons beschreibt diese Phänomene aber plausibel, nichts scheint in diesem Universum unmöglich zu sein. Utopische Ideen haben andere Schriftsteller auch, aber in den Hyperion-Gesängen sind sie glaubhaft. Auch der Übersetzer Joachim Körber hat hier wohl eine Glanztat vollbracht.
Dieses Werk ist mit Abstand das beste, was ich an Science Fiction jemals gelesen habe und ich kann es daher nur jedem ans Herz legen - unbedingt lesen.
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Hyperion
Hyperion von Dan Simmons (Gebundene Ausgabe - 1997)
Gebraucht & neu ab: EUR 9,80
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