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39 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Digitales Leben, Web 2.0 und andere Schmankerl
Dieses Buch von zwei Mitgliedern der gerade durch Feuilletons und sonstigen Medien geisternden ZIA beschreibt das Leben einer kleinen, aber interessanten Minderheit des Arbeitsmarktes, der selbst ernannten "digitalen Bohème. Diese nicht in festen Arbeitsverhältnissen steckende, sich im Grenzbereich zwischen Kommerz und Kultur bewegende soziale Gruppe, die ihre...
Veröffentlicht am 8. Oktober 2006 von Nidhoggur

versus
167 von 183 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen No Lobo
Die Autoren sind Experten: Halm Friebe ist Werbeprofi, Sascha Logo ist auch als Rentenexperte talkshowerprobt. Beide wissen um den Markt für eingängige Begriffe - wie die diversen Generationen (Praktikum, Golf, X, Donnersmarck) - und bedienen die Nachfrage. Das ist nicht zu kritisieren: Showbusiness ist eben auch Business. Mit der digitalen Boheme liefern sie...
Veröffentlicht am 4. März 2007 von Joachim Rock


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167 von 183 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen No Lobo, 4. März 2007
Von 
Joachim Rock (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wir nennen es Arbeit: Die digitale Boheme oder: Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung (Broschiert)
Die Autoren sind Experten: Halm Friebe ist Werbeprofi, Sascha Logo ist auch als Rentenexperte talkshowerprobt. Beide wissen um den Markt für eingängige Begriffe - wie die diversen Generationen (Praktikum, Golf, X, Donnersmarck) - und bedienen die Nachfrage. Das ist nicht zu kritisieren: Showbusiness ist eben auch Business. Mit der digitalen Boheme liefern sie einen kapitalen Vierbeiner, der nun fröhlich durchs mediale Dorf getrieben wird, obwohl er bislang nicht viel Gewicht auf die Waage bringt. Die digitale Boheme gewinnt ihre Konturen vor allem in der Abgrenzung zu einem überzeichneten Popanz, dem Angestellten. Dass die digitale Boheme in dieser Anordnung Spiel, Satz und Sieg für sich verbuchen kann, ist keine Überraschung. Dagegen setzen die Autoren ein so unscharfes Idealbild der "digitalen Boheme", dass selbst Robert Lembkes Rateteam am Versuch gescheitert wäre, den einzelnen 'Happy Digit' zu enttarnen.

Die Kurzbiographien der Autoren verzeichnen keine länger als sieben Monate währenden Phasen in Festanstellung. Anders als Angestellte entgingen sie deshalb offenbar dem "Prozess der strukturellen Verblödung" (S. 54), der selbstverschuldet ist, da diese die "gesamte Lebenssituation nach Feierabend mit dem spitzen Bleistift" (S.46) durchkalkulieren. Ehrlich: so schablonenartig steht das da, ein Still-leben nach Kracauers Studie Die Angestellten (1930). Dass offenbar 100 Prozent der befragten Festangestellten im Freundeskreis (S. 14) nicht ins Raster passen, bleibt ein Problem der Empirie, mit dem sich die Autoren nicht weiter belasten. Was nicht passt, bleibt ohnehin draußen vor der Tür. Einen Link zu Studie Die Arbeitslosen von Marienthal (Jahoda/Lazarsfeld/Zeisel, 1933) sucht man vergeblich.

Die Autoren distanzieren sich verschiedentlich von neuliberalen Positionen, wohl aus ästhetischen Gründen. In der Sache lässt sich das Buch aber nahtlos in wenig egalitäre Argumentationsmuster einfügen. Ausbeutung lässt sich gerade in Arbeitsverhältnissen jenseits der Festanstellung organisieren, in der Regel sogar billiger. Ob es - wie suggeriert - ein Freiheitsgewinn ist, einen Dienstvertrag gegen wechselnde Werkverträge zu tauschen, kann bezweifelt werden. Auch dürfte es vielen Erwerbslosen sauer aufstoßen, wenn die Freiheit vom Normalarbeitsplatz zum emanzipatorischen Projekt verklärt wird. Das ist aber auch egal, denn "wie das im Einzelnen in der Zukunft funktionieren wird, ist uns selbst in vielen Punkten noch unklar" (S. 17). Klar. Dennoch wird weder an mehr oder weniger überlegten Ratschlägen noch an launigen Bewertungen von Menschen und Organisationen gespart. Weniger wäre da mehr gewesen.

Seine Stärken hat das Buch in den Passagen, in denen die Leser(innen) auf eine Reise per Anhalter durch die wunderbare Welt des Web 2.0 geschickt werden. Diese Passagen sind trotz vieler Wiederholungen oft informativ und unterhaltsam. Nicht zuletzt findet man eine Menge neuer Begriffe (Boho, Bubu, Grup), mit denen man aus Rücksicht auf das persönliche Umfeld im täglichen Leben aber sparsam umgehen sollte.

Ob die digitale Boheme noch an Substanz gewinnt, wird zu beobachten sein. Heinz Sielmann, übernehmen sie!
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Verschwendetes Geld, 19. Mai 2010
Von 
Werner Willeke "wkwilleke" (Tver / Russia und Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe von dem Buch in einen Podcast gehört, also gekauft und ... mein zusammenfassendes Resultat, s.o. in der Überschrift. Mag sein dass das Konzept für eine absolute Minderheit geeignet ist. Aber ein Ansatz der das Internet allzu hochjubelt, ist m.E. völlig fehl am Platze.

Ich weiss wovon ich rede denn meine Arbeit ist zu über 95% Internet basiert. Da gibt es harte Deadlines, einen Verdrängungswettbewerb der mit äußerst harten Bandagen geführt wird und die zunehmende Tendenz einer Verrohung der Sitten inkl. Angebote die den Tatbestand der "Sklaverei" erfüllen würden sowie Zahlungsausfällen.

Das Ganze ach so "selbstbestimmte Tun" als "digitale Boheme" zu verniedlichen geht völlig am Thema "selbstbestimmtes Arbeiten mit Hilfe des Internets" vorbei. Das Buch hat mit der Realität derer die ihr Einkommen mit dem Internet generieren müssen und dabei nicht nur über den nächsten Milchcafe in irgendeinem angesagten Szenelokal nachdenken, sondern das Geld für Miete, Altersvorsorge, Lebensunterhalt usw. usf. verdienen müssen und sich um Nachfolgeaufträge kümmern muss, und ggf. auch eine Familie haben, nicht das Geringste zutun.

Wenn das Konzept irgend jemandem Einkommen generiert, dann den Autoren der neuen Heilslehre der "digitalen Boheme". Zusammenfassend sage ich "Spart Euch das Geld!!!". Wer das Buch dennoch haben will, bei mir nimmt es noch Platz im Regal ein, den ich besser nutzen kann. Kurze Mail genügt.
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76 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wir nennen es Arbeit, 30. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Wir nennen es Arbeit: Die digitale Boheme oder: Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung (Broschiert)
Nun habe ich das das Buch Wir nennen es Arbeit", von Holm Friebe (Autor), Sascha Lobo (Autor), die digitale Boheme oder Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung bis zum Ende gelesen. Der Inhalt war nicht der, den ich erwartet hatte. Das Buch enthält zwar einige interessante Beispiele von Internet-basierten Geschäftsmodellen, die aber einen wirklich nicht gedanklich weiterbringen.

Die Möglichkeit der virtuellen Projektarbeit hört sich verlockend und einfach an. Aber sie ist nach meiner Meinung nur ein schöner Schein, der irgendwann zur harten Realität wird. Für Leute ohne regelmäßige Erwerbstätigkeit ist diese Möglichkeit besser als gar keine.

Ich hätte mir in dieser Richtung vom Buchinhalt mehr erhofft.

Was aber leider einen großen Teil des Buches ausmacht ist ein Rundumschlag auf die Festangestellten in unsere Gesellschaft mit dem sehr schönen selbstverschuldeten Prozess der der strukturellen Verblödung (Seite 54).

Natürlich ist die die technischen Möglichkeiten im Zeitalter des Netzes mit freier Zeiteinteilung sehr verlockend. Aber ist, zum Beispiel, die Zeiteinteilung wirklich frei? Muss ich mein Projekt nicht innerhalb einer Zeitachse zum Ziel bringen. Wann kommt mein Anschlussprojekt? Können Projekte nicht auch parallel verlaufen? Wie viel Zeit brauche ich, bis ich einen neuen Auftrag habe? Wie viel Geld erhalte ich für meine tatsächlich geleistete Arbeitszeit? Werde ich mich da nicht noch selbst ausbeuten?

Leider hatte ich bei dem größten Buchanteil den Eindruck, ich hätte hier eine Lektüre über den Klassenkampf aus den achtziger Jahren vor mir liegen. Schade, dass Buch hat für mich sein Ziel verfehlt. Mir fehlte es an mehr Beispielen aus der realen Welt für die virtuelle Welt mit all ihren positiven und negativen Seiten.
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123 von 140 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ich nenne es Marketing, 27. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Wir nennen es Arbeit: Die digitale Boheme oder: Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung (Broschiert)
Ich bin wahrscheinlich schon länger das, was die Autoren einen "digitalen Boehemian" nennen würden, als sie selber. Ich weiss also, wovon sie und wovon ich rede. Letztlich reden hier ein Volkswirt und ehemaliger (?) Trendforscher, der, wie fast alle seiner Zunft, die Grenzen des Marktes/Kapitals mit denen des menschlichen Verstandes in eins setzt - und ein Werbetexter, was dem Text manchmal gut tut, manchmal nicht.

Ansonsten ist das gelungenes Selbstmarketing (nur dass man nicht weiss, wer die potentiellen Kunden sein sollen, aber das werden die beiden schon wissen).

Das Buch ist clever geschrieben: Die beiden versuchen, alle Gegenargumente vorweg zu nehmen, damit sie dann sagen können: “Hamwa doch schon gesagt, steht doch schon drin, sagen wir doch auch!”

Nur setzen sie sich mit diesen Gegenargumenten gar nicht auseinander, sie wiegeln ab, räumen ein, gehen drüber weg.

So immunisieren sie ihr Buch einfach durch Erwähnung. Schlauschlau. Aber es gibt eben Leser, die sind auch schlau…

Am Ende bleibt von diesem Buch nur die banal-falsche message von Nike: “Just do it!” Dass zum Wesen des (Kapital-)Marktes die Akkumulation, die Größe gehört, ebenso wie die Monopolisierung, also das Scheitern der Mehrheit der Marktakteure - das kommt weder dem Volkswirt, noch dem Werbetexter in den Sinn. Wen wundert's?
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine interessante Milieuskizze - leider ohne jegliche Weiterverwendbarkeit..., 14. Januar 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wir nennen es Arbeit: Die digitale Boheme oder: Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung (Broschiert)
Kurz und bündig: eine interessante Milieuskizze - leider ohne jegliche Weiterverwendbarkeit...

Denn im Detail wird das Lebensumfeld werbenaher Freiberufler bzw. Selbständigen, deren Akteure sich die "digitale Bohème" nennen, wirklich nett und unterhaltsam beschrieben. Typisch sozialskizzenartig werden allerlei Umgebungsfaktoren und Befindlichkeiten (soziale, wirtschaftliche und natürlich arbeitstypologische) eher langatmig dargestellt und teilweise mit lustigen bis eher aberwitzigen historischen Hintergründen interpretiert. Und neben der nicht endenwollenden Begeisterung für die Selbstbestimmtheit, ist vor allem der im Buch nahezu omnipräsente Hass auf die Festanstellung zentrale Motivation des Buches. Diese rosarote Sichtweise der "freien Lanzenträgerei" grenzt teilweise allerdings leider an eine fast völlige Ignoranz wirtschaftlicher Belastbarkeit der wolkig beschriebenen Einnahmequellen - von einer wirklich langfristigen Zukunftssicherheit der eigenen "Selling Propositions" mal ganz abgesehen...

Hier wäre deutlich mehr Präzision in Form von konkreten Business Cases gefragt gewesen, als die vereinzelten drei Sätze langen Beschreibung verschiedener "Erfindungen und Erfinder". Somit habe ich leider bei der Lektüre dieses Sittengemäldes viel zu wenig tiefgreifende Erkenntnisse oder weiterverwendbare Informationen gefunden. Denn diese durchgehaltene Oberflächlichkeit und mangelnde Sensibilität für Details machte es mir unmöglich, eigene Schlüsse für eigene Ideen abzuleiten. Weder kann man aus skizzierten Fehlern lernen, noch sich aus irgendwelchen konkreten Erfahrungen eigene Vorgehensweisen abschauen. Dafür ist einfach nicht genug "Material" da. Wirklich Schade.

Das Thema an sich wäre wert gewesen, mal wirklich im Detail reinzuschauen, was gut geht und was schlecht geht. Und zwar nicht am Leben der Bohème, sondern an den Business Cases, um die es ja eigentlich geht, wenn man es etwas länger als Bohèmian aushalten will.

Naja, eine wirkliche Hilfestellung suggeriert der Titel ja ohnehin nicht, es geht ja auch nur um "intelligentes Leben jenseits der Festanstellung" - und wie man das findet, ist auch mit diesem Buch weiterhin jedem selbst überlassen.

Also noch mal ganz kurz als Tip: Ruhig lesen! Aber nicht erwarten, irgendwas für sich selbst dabei lernen zu können, wenn man ähnliches vorhat...
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leben jenseits der Reflektion, 4. März 2012
Friebes und Lobos Lobgesang auf die Marktwirtschaft. So könnte der Untertitel des Büchleins bzw. des Hörbuches eventuell auch lauten.
Es gibt hier ein bisschen Festanstellungs-Bashing, da ein bischen "Kreativwirtschaftscoolness" und ansonsten viel leeres Geschwätz, das dem upwardly mobilen "Kreativen" und jungspundigen Marketingfritzen sehr gefallen dürfte. Alles nach dem Motto: Mal so richtig schön der konsequenten Selbstausbeutung das Wort reden und es auch noch als Coolness verscherbeln. Das beeindruckt doch sehr.
Das Selbstprekarisierungs-Prinzip der beiden Herren ist schon erstaunlich aktuell und besticht durch sein mit leeren Phrasen aufgeladenem Gestus der "Rebellion" und des "Subversiven"; oder wie es Friebe und Lobo nennen: des "Intelligenten". Doch offenbar langte die Intelligenz dann doch nicht für die Reflektion auf die gesellschaftlichen Verhältnisse und welche Stellung eine Ideologie, wie sie in diesem Büchlein unterbreitet wird, in dieser einnimmt. Kritik am Bestehenden sucht man hier vergebens und war sicherlich auch nicht die Intention der beiden Herren. Intention dürfte wohl eher sein dem geneigten Leser den Vorschlag zu unterbreiten, statt sich dem Ausbeutungsverhältnis der Festanstellung auszusetzen, sich lieber selbst auszubeuten und das auch noch als irgendwie "subversiv" zu begreifen.
Schon bemerkenswert wie es Menschen doch immer wieder schaffen die eigene Entfremdung und das gesellschaftliche Ausbeutungsverhältnis mit ein paar einfachen Handgriffen in die Mottenkiste der Ideologieschulen zu glittern. Es ist schon ziemlich illusorisch zu glauben man könne in einer kapitalistischen Vergesellschaftungsform ein "selbstbestimmtes Leben" führen. Es läuft immer darauf hinaus, dass man gezwungen ist die eigene Arbeitskraft zu verkaufen. Ob man das nun in einer Festanstellung oder als Freelancer tut.
Das Buch ist schlicht und einfach pure Ideologie, die dazu dient sich die eigene prekäre Lage schön zu denken. Empfehlenswert wäre vielleicht statt dessen, die eigene Situation zu analysieren und eine entsprechende Kritik zu formulieren, statt sich mit den Verhältnissen via Identitätskonstruktionen gleich zu machen und damit zufrieden zu geben.
2 Punkte gibt's für den "interessanten" und durchaus aktuellen Einblick in die Gedankenstruktur der sich "frei" wähnenden Bohemians und solcher die es werden wollen. Ansonsten ist das Buch einfach unbrauchbar.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Generation Ravioli (aus der Dose), 10. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Wir nennen es Arbeit: Die digitale Boheme oder: Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung (Broschiert)
Während man sich bei Vorläufer-Generationen noch empören kann, weil diese ihr "revolutionäres" Dasein über markt-ferne Einkommen im öffentlichen Dienst abgesichert haben, entdeckt man nun eine neue SM-Generation, die sich freut, wenn es schmerzt.

Man muß den Autoren anrechnen, daß sie ein Milieu darstellen, das offensichtlich "Not und Elend" als Befreiung vom Angestelltendasein empfindet. Das wäre ja nun kein Problem, wenn hier tatsächlich eine neue Bescheidenheit gefeiert würde. Die Nagelprobe kommt allerdings in fortgeschrittenem Alter, wenn sich Fragen nach Kranken- und Rentenversicherung, "Aufzucht" von Nachkommen und Leistungen für die Schwachen der Gesellschaft (auch Steuern genannt)stellen. Cash ist König: daß hier eine Generation - oder doch nur ein Milieu ? - einer postmodernen Verelendung das Wort redet, die nur wenige Gewinner (vllt. die Autoren ?) übrig läßt, ist frappierend.

Allerdings: lesenswert !
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39 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Digitales Leben, Web 2.0 und andere Schmankerl, 8. Oktober 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wir nennen es Arbeit: Die digitale Boheme oder: Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung (Broschiert)
Dieses Buch von zwei Mitgliedern der gerade durch Feuilletons und sonstigen Medien geisternden ZIA beschreibt das Leben einer kleinen, aber interessanten Minderheit des Arbeitsmarktes, der selbst ernannten "digitalen Bohème. Diese nicht in festen Arbeitsverhältnissen steckende, sich im Grenzbereich zwischen Kommerz und Kultur bewegende soziale Gruppe, die ihre Lebenszeit nur ungern meistbietend verkauft, dabei aber nicht wirtschaftsfeindlich ist (höchstens wirtschaftsskeptisch), soll durch ihre Kreativität und ihre sozialen Netzwerke und durch ihre bloße Anwesenheit Kultur und Kommerz beflügeln. Das klingt nach einer provokanten These, der sicherlich nicht jeder glauben schenken wird.

Doch der hauptsächliche Charme des Buches entstand für mich nicht durch die zugrunde liegenden Thesen, sondern durch die pointiert be- und gut geschriebenen Beobachtungen der weiten Welt der Freelancer, Leistungsverweigerer, Träumer, Unrealisten; kurz durch all die Menschen, deren Lebensläufe in Personalabteilungen skeptisch betrachtet werden. Hier zeigen Friebe und Lobo, neben einigem an schrifstellerischem Können, wo ihre Wurzeln liegen und in welchen Kreisen sie sich bewegen. Für alle, die in Selbstständigkeit nicht nur eine Horrorvorstellung aus Armut und Hungertod sehen, sondern die eine solche Freiheit (ja, auch die Freiheit sich mal nur von Tütensuppen ernähren zu können) schätzen, bietet das Buch einige wirklich interessante Passagen und treffende Beobachtungen. Und wer im sicheren Schoß eines Unternehmens sitzt, sollte auf jeden Fall einen Blick über die Schenkel hinaus riskieren, auch wenn es nur ein Blick in Buchform ist.

Den Blick auf die Realität scheinen die Autoren dabei immer beizubehalten, denn in dem Buch wird kein weltfremdes Gesellschaftsverbessern gepredigt, sondern durchaus differenziert auf die verschiedenen Lebensmodelle eingegangen und auch widersprüchliche Quellen zitiert.

Fazit: Ein empfehlenswertes Buch. Für manche mag die hippe Selbstdarstellung störend sein, aber interessant zu lesen ist es allemal. Von mir 4,5 Sterne, die zugunsten der Autoren aufgerundet werden.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Völlig an der Realität vorbei, 17. Januar 2013
Man merkt sehr schnell, dass hier vielleicht Technik-Begeisterte, aber doch niemand aus dem Bereich Informatik schreibt. Man erfährt im gesamten Buch nichts über IT, was nicht eh jeder weiß, der zumindest jünger als 50 ist. Außerdem hat der Inhalt kaum etwas mit der Realität zu tun. Da wird im ersten Teil geschrieben, dass man natürlich dankend eine (äußerst gut bezahlte) Festanstellung ablehnt. Im spätern Part erfährt man aber immerhin, dass sich viele wegen mangelnder Aussicht auf Erfolg überhaupt nicht mehr bewerben. Das dürfte eher der Realität der hier beschriebenen Spezies entsprechen. Dann komme völlig abstruse Beispiele aus fernen Ländern, wie man im Internet Geld verdienen kann, wie etwa in Asien lebende Menschen, die dafür bezahlen, dass andere Ihre eigenen Charaktere in Computerspielen besonders erfolgreich spielen. Woher stammen solche weit hergeholten Beispiele? Aus einer Billig-Reportage im Fernsehen? Weitblick fehlt ebenfalls. Das inzwischen längst wieder vergessene „Second Life“ wird bejubelt - und man bekommt den Eindruck, dass dessen Zeit erst begonnen hat. Tatsächlich stammen viele Beispiele von diesem Spiel. Inzwischen kräht kein Hahn mehr nach Second Life. Genauso wenig wie die Autoren den tatsächlich Werdegang des Spiels voraussahen, so sind sie auch in so ziemlich allen anderen Aspekten völlig realitätsfremd. Der wichtigste Part fehlt nämlich für die digitale Boheme: Die nächste Generation steht schon in den Startlöchern, und die Jungen kennen die neuen Techniken eben doch immer besser, als die langsam alt werdende (in diesem Fall die digitale Boheme) – oder zumindest die Gesellschaft glaubt das. Dann ist das, was ja am Ende des Buches durchaus durchkommt, unausweichlich: Harz IV, außer vielleicht für diejenigen, die sich selbst so vermarkten können wie die Autoren des Buches. Abgesehen von einem gewissen Belustigungswert für so unglaublich viel Naivität und gleichermaßen Arroganz, gibt es nichts Lesenswertes im Buch. Dieser Belustigungswert rechtfertigt aber den einen Stern. Abgesehen von den Autoren dürfte das Buch niemandem nützen.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen digitale Boheme?, 18. Januar 2008
Von 
Oliver Scheid (Bruchsal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wir nennen es Arbeit: Die digitale Boheme oder: Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung (Broschiert)
Leider ist mir selbst nach Lesen des Buches noch nicht ganz klar, was der Autor mit "digitaler Boheme" genau meint. Wahrscheinlich muss man dazu gehören, um das ganze zu verstehen.
Nur so viel habe ich verstanden: Die digitale Boheme spielt nach Meinung des Autors bei den neuen (Internet-) Techniken wie z.B. Blogs, Podcast, Web 2.0, ... eine entscheidende, treibende Rolle.
Als Freiberufler habe ich das Buch gekauft und gelesen, weil ich dachte, es würde mich betreffen. Dabei werden Freiberufler in dem Buch auch ausdrücklich erwähnt, sind jedoch wohl eher nicht die digitale Boheme, soweit ich das verstanden habe (weil sie zu kapitalistisch sind?).
Zu Beginn des Buches erklärt der Autor "Das Prinzip Boheme" und damit auch die digitale Boheme. Gegen Mitte des Buches schweift das Thema allerdings komplett auf Web 2.0 und die neuen Internet-Techniken ab, was zwar sehr interessant und gut geschrieben, aber meiner Meinung nach nicht das Thema des Buches ist.
Insgesamt finde ich das Buch interessant. Vor allem auch die Ideen und Ansätze bzgl. weg von Festanstellung und Massenproduktion. Allerdings habe ich das Buch als ganzes und die "digitale Boheme" nicht verstanden.
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