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49 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Vereinigten Staaten taugen nicht als Vorbild
"Wer Geschichte nicht als Kriminalgeschichte schreibt, ist ihr Komplize." Karlheinz Deschner, der sich insbesondere auf dem Gebiet der Religionskritik einen Namen gemacht hat (Abermals krähte der Hahn; Das Kreuz mit der Kirche; Kriminalgeschichte des Christentums), nimmt sich in diesem Buch die Vereinigten Staaten und ihre Geschichte auf seine...
Veröffentlicht am 30. August 2000 von klazehnder@commundo.de

versus
33 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zerrbild der US-amerikanischen Geschichte
»Amerika ist eine Missgeburt« - das ist eines von den »programmatischen« Zitaten, die Karlheinz Deschner an den Anfang seines Buches stellt. Eines Buches, das er 1992, nach dem Ende des Zweiten Golfkriegs veröffentlichte und das sich zur Überraschung der Leser nicht mit seinem Hauptarbeitsgebiet, der kritischen Kirchengeschichte, befasste. Seine »kritische...
Veröffentlicht am 8. Oktober 2010 von PikAss


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49 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Vereinigten Staaten taugen nicht als Vorbild, 30. August 2000
Rezension bezieht sich auf: Der Moloch. Eine kritische Geschichte der USA. (Taschenbuch)
"Wer Geschichte nicht als Kriminalgeschichte schreibt, ist ihr Komplize." Karlheinz Deschner, der sich insbesondere auf dem Gebiet der Religionskritik einen Namen gemacht hat (Abermals krähte der Hahn; Das Kreuz mit der Kirche; Kriminalgeschichte des Christentums), nimmt sich in diesem Buch die Vereinigten Staaten und ihre Geschichte auf seine unnachahmliche Weise vor. Dabei ist wiederum sein Talent zu bewundern, die verschiedensten, zahlreichen Quellen in sehr lesbarer Sprache zu einem runden Ganzen zusammenzufügen. Es führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei, daß die USA auf der zielgerichteten Ausmordung (dieses Wort benutzt der Autor) der indianischen Eingeborenen beruhen. Wenn man die ersten Kapitel darüber liest, drängen sich einem deutschen Leser, der in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts bewandert ist, zwangsläufig Parallelen und Ähnlichkeiten zwischen der Ideologie und den Taten der Nordamerikaner und der der Nazis auf (ethnische Säuberungen, Rassenkampf, Rassenvernichtung, die Strategie "verbrannte Erde", dh. die Vernichtung ganzer Dörfer, Vertragsbruch, Expansionsdrang, Sozialdarwinismus, die Selbstgewißheit, bei all den blutigen Tagen gleichwohl im Recht zu sein, etc.). Es kann gar nicht anders sein, daß die blutige Entstehungsgeschichte der USA in der Volksseele und im Volkscharakter der Nordamerikaner ihren Niederschlag gefunden haben muß. Man erkennt dies etwa daran, daß Hollywoodfilme generell Gewalt zur Lösung von Konflikten propagieren und die Ideologie vertreten, daß stets der Gute siegt. Mit anderen Worten: wer den Kampf überlebt, wer gewinnt, der ist der Gute, der hat recht gehabt. Die Selbstgerechtigkeit der ersten puritanischen Siedler hat ihren festen Niederschlag auch in der heutigen Moral der Nordamerikaner gefunden. Weshalb sonst verweigern sie den Sioux-Indianern den Vollzug der Entscheidung des höchsten US-Gerichtes, daß die Black Hills den Indianern gehören, wie es einmal vertraglich vereinbart worden ist? Ist es nicht schlimm, wenn die USA anderen Völkern Moral lehren wollen, während sie sich selbst aber nicht einmal an die eigene Rechtsordnung halten?! Pacta sunt servanda! Each man is equal! Stattdessen heißt es: alles ist erlaubt, wenn es Geld bringt... und man damit durchkommt. Dann ist es Gottes Wille, und Gott hat immer recht.
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30 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre! Faszinierend, erschreckend!, 8. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Moloch. Eine kritische Geschichte der USA. (Taschenbuch)
Wer hätte gedacht, dass dieses ach so freie, demokratische Land versaut und verlogen bis in die allerersten Anfänge ist? Wie viele Menschen wissen heute, dass so gut wie alle Kriege aus reiner Profitgier angezettelt wurden, dass für Amerika (wohl auch heute noch) zu lange Friedenszeiten schädlich sind - man macht keine Mords-Geschäfte, man müßte sich den sozialen Fragen des Landes stellen - also: si vis pacem, para bellum! also führt man Kriege, holt sie herbei: man hat angeblich die Japaner so lange provoziert, bis sie nicht mehr anders konnten, als sich beginnend in Pearl Harbour, freizuschlagen - und auch das war kein Überfall, sondern soll sogar vom Präsidenten vorausgesehen, herbeigesehnt worden sein! Angefangen von den Indianerausrottungen über die Niederschlagung der Arbeiterstreiks bis hin zu Vietnam, auf das man die Atombombe werfen sollte, ginge es nach amerikanischen Bischöfen, hat dieses von Gott erwählte Land (wie könnte es anders sein?) kein Verbrechen ausgelassen. Beim Lesen bleibt einem manchmal die Spucke weg und man fragt sich unwillkürlich: Spinn ich jetzt oder spinnt der Deschner? Manches ist wirklich kaum zu glauben. Kein Wunder, dass man auch beim Lesen die starken Emotionen des Autors häufig durchspürt, dort und da eine Zornesader aufleuchtet. Deschner, wie immer, ein Meister des Wortes, scharf, gnadenlos, unerbittlich. Nach der Lektüre sieht man Amerika anders. Garantiert!
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61 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen God's own country, 24. Mai 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Moloch. Eine kritische Geschichte der USA. (Taschenbuch)
Amerika Land der Freiheit, der Menschenrechte, letztes Bollwerk gegen Anarchie und Sklaverei. Das Land in dem Milch und Honig fließen und jeder vom Tellerwäscher zum Milliardär über Nacht wird. So kriegen wir es ja von Kindesbeinen an eingeimpft.
Karlheinz Deschner seines Zeichens Querulant und „Ketzer" reißt die von Selbstüberschätzung strotzende glänzende Fassade der USA ein und offenbart den alles verschlingenden grundverderbten Moloch. Wie bei ihm üblich schafft es Herr Deschner nicht objektiv zu bleiben. Man bemerkt sofort das er sich im Laufe des Buchs in Rage schreibt. Struktur und „Roter Faden" geht unter seinem beißenden Zynismus nahezu verloren. Doch seine Schlußfolgerungen sind sowohl einleuchtend als auch fundiert bewiesen. Besonders beeindruckte mich die absolute Scheinheiligkeit des Woodrow Wilison der als eiskalter Kriegstreiber im 1.Wk in der Nachkriegszeit als Friedensbringer Nummer eins gefeiert wurde. Außerdem wurde ich von den mit brutalsten Mitteln niedergeschlagenen Arbeiterstreiks überrascht, die dem klassischen Manchaster Kapitalismus noch eins draufsetzten.
Mit all den geschichtlichen Unglaublichkeiten gepaart mit den bigottesten Heucheleien, der allumfassenden Ignoranz und der unerschütterlichen Arroganz dieses von Gott erwählten Landes zeichnet Deschner ein monströses Bild das mir in aller Deutlichkeit klar gemacht wurde.
Diese Buch ist eine absolute Pflichtlektüre und ist für Diskussionen über die USA unverzichtbar. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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34 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine kritische Geschichte der USA, 22. März 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Moloch - Der Gott der Bösen. So zumindest steht es in der Bibel.
Karlheinz Deschner gibt sich dann auch über 300 Seiten Mühe, die USA als diesen Gott des Bösen darzustellen.
Deschner geht in seiner Schilderung der amerikanischen Geschichte streng chronologisch vor. Das Buch kann in drei Hauptteile zerlegt werden. Da wäre zuerst die Zeit der Entdeckung Amerikas und der folgenden Indianerausrottung. Es folgt die Zeit der Entstehung der heutigen USA mit Bürgerkrieg, Rassenproblemen und den ersten Übergriffen nach Lateinamerika. Der letzte große Teil beginnt schließlich beim ersten Weltkrieg, und endet mit dem Irakkrieg 1990.
Der aktualisierten Ausgabe geht außerdem eine kurze Einleitung voraus, in der Deschner kurz die Zeit vom ersten zum zweiten Irakkrieg Revue passieren lässt.
Das Hauptaugenmerk des Verfassers liegt auf der Ausrottung der Indianer, dem ersten Weltkrieg, dem zweiten Weltkrieg, dem kalten Krieg, sowie dem Korea- und Vietnamkrieg. Diese Themen werden ausführlich diskutiert. Die Jahre zwischen diesen Ereignissen werden knapper und prägnanter überbrückt. Dabei geht Deschner immer wieder auf die Verbindung zwischen der Wirtschaft und dem Militär ein. Genauer gesagt: Warum jeder Krieg für die Wirtschaft, und damit für die Regierung, ein Segen ist.
Im ersten Teil des Buches wirkt der Erzählstil dabei etwas unkoordiniert und teilweise zu zynisch. Dies wird aber im Laufe des Buches immer besser, so dass es gen Ende immer einfacher wird, den Überblick zu behalten.
Insgesamt gelingt es Karlheinz Deschner sehr gut, die Geschichte der USA, ihre Rolle in der Welt, wie sie sich selbst sieht, und wie andere sie wahrnehmen darzustellen. Seine Ausführungen werden dabei immer mit Daten und Fakten begründet. Immer wieder fließen aber auch persönliche sarkastische Kommentare ein.
Das die USA ein Land mit zwei Gesichtern sind, ist nicht neu. Deschner möchte mit diesem Buch die dunkle Seite der USA zu zeigen. Bewusst lässt er daher die gute Seite komplett weg. Sie hat mit dem Thema des Buches nichts zu tun. Das Buch ist also sehr einseitig. Dem Leser muss daher klar sein, dass es auch diese andere Seite gibt, da er sonst doch wieder ein falsches Bild der USA erhält.
Da man aber, gerade aus den USA, immer nur die gute Seite vorgehalten bekommt, ist so ein Buch wie dieses umso wichtiger!
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19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Informativ, 19. März 2000
Rezension bezieht sich auf: Der Moloch. Eine kritische Geschichte der USA. (Taschenbuch)
So einfach wie mein Landsmann es sich macht ist es natuerlich nicht. Wie die USA wirklich ist, dass ist keineswegs eine Erfindung der boesen boesen Faschisten, die ja bekanntlich fuer alles verantwortlich sind, wenn dem ach so engelsgleichen Westen einige unangehme Fragen gestellt werden.
Man kann Unmengen von Buechern ueber das doppelte Gesicht der USA finden, keineswegs aus der rechten Scene und wenn sich mein Landsmann die Muehe macht amazon.com anzuklicken, dann kann er sehen dass auch viele Americaner die Geschichte ihres Landes kritisch sehen. Sie wird allerdings von einem ewigen Geplapper aus Hollywood zugedeckt . Die Rolle der USA im ersten WK ist eine klar negative, da sie den Krieg verlaengern halfen, aber behaupten sie haetten den Krieg verkuerzt, was ganz einfach laecherlich ist. Anschliessend intervinierten sie nicht in ihrem angeblich freien Geist um das Schlimmste zu verhindern, sondern mischten sich ein und ueberliessen Europa den Woelfen. Haette die USA sich in den ersten Weltkriegb nicht eingemischt so waere der schwarze Freitag auf das Fruejahr 1918 gefallen, da haetten die Englaender nehmlich einen Ausgleichsfrieden schliessen muessen der uns wahrscheinlich den II Weltkrieg erspart haette. Was die Finazierung der USA durch Amerika angeht, so ist das in den USA ein offenes Geheimnis die Bankhaeuser sind allgemein bekannt, die involviert waren und ausserdem auch der Vater eines spaeteren nationalen Symbols der USA. Lesen mein lieber Landsmann vuiel lesen und nicht nur Hollywood anschauen und vorallem auf Englisch lesen.
Das Buch mag da und dort wie ueblich bei Deschner ueber das Ziel hinausschiessen, es bietet aber ein stimmiges Gesamtbild, vor dem die Berufshistoriker so oft so grosse Angst haben. Diese Welt ist ja so kompliziert sagen sie. Ich stimme mit Deschner ueberein, dass sie es nicht ist.
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16 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen dem amerikanischen ELLENBOGEN im weg ..., 28. Januar 2004
Von 
FrizzText "frizz" (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
deschner, der hauptsächlich als kirchen-kritiker bekannt wurde, macht sich auch als USA-kritiker nicht schlecht. man führt zwar keine kriege mehr von "god's own country" aus, es sind ja nur mehr "bloß große polizeiaktionen" - ob golfkrieg 1 oder 2, ob vietnam oder korea-krieg. wie puritaner in einem riesigen babylon fühlen sich die amerikaner nun mal verpflichtet, ordnung in das unchristliche durcheinander zu bringen. ob die auslöschung der indianer, die gewissenlose ausnutzung der neger-sklaven, die ständigen eingriffe in südamerika auch mit der bibel zu rechtfertigen sind? "intoleranz, prüderie und heuchelei" (so eine typische deschner-kapitel-überschrift) gelingt so manches zu rechtfertigen - auch wenn es oft sehr dreist an den haaren herbeigezogen scheint. nach der lektüre des bleibend aktuellen deschner-werkes fragt man sich, wieso es in den USA zwar denkmäler für in vietnam und korea gefallene US-soldaten gibt - aber nirgendwo ein denkmal, dass sich entschuldigt, so viele vietnamesen oder koreaner getötet zu haben - nur weil man den kommunismus für die falsche ideologie hielt. und welche falsche ideologie hatten die indianer und die neger-sklaven? oder standen sie nur dem amerikanischen ellenbogen im wege? deschners buch ist empfehlenswert für menschen, die sich nicht vom ärger auffressen lassen, sondern ihn positiv in argumente umzusetzen vermögen...
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24 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Moloch; die beleuchtete Schattenseite der USA, 24. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Moloch. Eine kritische Geschichte der USA. (Taschenbuch)
Karl Heinz Deschner beschreibt, aufbauend auf Zitaten, meist von US-Präsidenten oder deren nahem Umfeld und historischen Fakten mit einer ungeheuren sprachlichen Wucht gepaart mit einer hohen Präzision, spannend, oft fast atemlos, manchmal angereichert mit einigen zynischen Spitzen, die dunkle Seite der Geschichte der USA. Vom Landklau mit den Massakern an der Urbevölkerung, der kriegerischen Loslösung vom Mutterland, Sklaverei und Bürgerkrieg, Umgang mit Gewerkschaften und eigener Arbeiterschaft, Minderheiten und anders denkenden, die amerikanische Rolle in den beiden Weltkriegen und allen danach folgenden Kriegen bis zum 1. Irakkrieg wird von Deschner ein Geschitsbild gezeichnet, notabene aufgebaut auf historischen Fakten, das in den Schulen so nie gelehrt wird. - Aus dem moralisch integeren Helfer und ersehnten Retter wird berechnender Antreiber und kaltschnäuziger Täter und vor allem Nutzniesser der Situation. Der Motor ist immer derselbe, Dollars, Ressourcen und Macht - für einige wenige - US-Amerikaner natürlich. - Zu diesem Buch gibt es nur eine Empfehlung, die zu befolgen allerdings mehr oder weniger einschneidende Folgen für das eigene Verständnis von geschichtlichen Zusammenhängen hat, wie bei den anderen Büchern von Deschner auch: lesen, verstehen, nachdenken!
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33 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zerrbild der US-amerikanischen Geschichte, 8. Oktober 2010
»Amerika ist eine Missgeburt« - das ist eines von den »programmatischen« Zitaten, die Karlheinz Deschner an den Anfang seines Buches stellt. Eines Buches, das er 1992, nach dem Ende des Zweiten Golfkriegs veröffentlichte und das sich zur Überraschung der Leser nicht mit seinem Hauptarbeitsgebiet, der kritischen Kirchengeschichte, befasste. Seine »kritische Geschichte der USA« erschien auch nicht in seinem Hausverlag Rowohlt, sondern bei Weitbrecht und später bei Heyne, wo sie zahlreiche Neuauflagen erfuhr.

Armin Pfahl-Traughber, der Bücher und Artikel zu den Themen Rechtsextremismus und Verschwörungsideologien verfasste und, wie ich selbst, Deschner für seine aufklärerische Arbeit über die Grundlagen des Christentums und die christlichen Kirchen wertschätzt, veröffentlichte in einer Sonderausgabe der Zeitschrift »Aufklärung und Kritik« (9/2004) eine so treffende Langrezension zu »Der Moloch«, dass ich sie zumindest teilweise in diese Rezension mit einfließen lassen will. Um Textnähe möglichst zu wahren und Deschner im Originalton wiederzugeben, zitiere ich mehrfach aus der mir vorliegenden »Überarbeiteten Neuausgabe 12/2002« (München 2003). Dass die Seitenangaben bei älteren Auflagen wegen unterschiedlichen Formatierungen oder Vorworten um einige Seiten abweichen können, sei einführend noch angemerkt.

Deschners Buch gliedert sich in vierzehn Kapitel: Die ersten drei widmen sich der Landnahme durch die weißen Kolonisten und der Bekämpfung und Vertreibung der indianischen Ureinwohner. Dem folgen mehr oder weniger lange Kapitel zur Entstehung der USA, dem Bürgerkrieg und dem Aufstieg der USA zur wirtschaftlichen Großmacht, sowie der Aufnahme einer imperialistischen Politik. Amerikas Rolle im Ersten Weltkrieg, in der Zwischenkriegszeit und im Zweiten Weltkrieg werden in jeweils eigenen Abschnitten behandelt. In den drei letzten Kapiteln befasst sich Deschner mit den USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, also im Allgemeinen mit dem Kalten Krieg und im Speziellen u.a. mit den »Stellvertreterkriegen« in Korea und Vietnam. Das Buch endet mit dem Zweiten Golfkrieg.

Schon nach wenigen Seiten wird deutlich, dass es sich beim »Moloch« nicht um eine »nüchterne und sachliche, sondern um eine aufgeregte und emotionalisierte Darstellung« (Pfahl-Traughber) handelt. Das fängt beispielweise damit an, dass Deschner die Amerikaner immer wieder als »Yankees« bezeichnet. Das ist ein Spitzname, der zumindest im europäischen Raum, negativ behaftet ist. Man möge sich dazu nur einmal ein englischsprachiges Werk vorstellen, indem die Deutschen dauernd als »Krauts« tituliert werden! Knapp vierzig Mal (!) findet sich dieses, als Kampfbegriff verwendete Wort in allen möglichen Formen im Text wieder, oft auch in Kombination mit diffamierenden Pauschalurteilen: »Scheint der Yankee doch überhaupt zum Selbstbelügen noch mehr befähigt als der Rest der Welt.« (S. 47), »Yankees haben Geschmack. Die Welt weiß es.« (S. 26, S. 63 und S. 69), »Aber so empfindlich sind Yankees, trifft es sie selbst einmal.« (S. 80), »Einflussreiche Yankees wollten einfach einen Krieg.« (S. 154), »Das amerikanische Wesen ist das Geld: der Inbegriff des Yankee-Daseins.« (S. 269) oder z.B. »...eine Heuchelei, die in Yankeebrüsten vielleicht gar nicht mehr empfunden wird, so tief schon ist sie eingedrungen...« (S. 178).
Diese Originaltöne enthalten auch schon die drei Grundpunkte des Deschnerschen USA-Bildes: Seiner Auffassung nach sei die US-amerikanische Gesellschaft nämlich von Anfang an geprägt gewesen durch Geldgier, Gewalt und Heuchelei (vgl. S. 27). Das ist quasi der sprichwörtliche rote Faden, der sich durch den ganzen undifferenzierten und oft sarkastischen Text zieht.

Ihm gelten die USA, das »Reich der Groschenromanrekorde« (S. 149), als ein kulturloses Land. Bezeichnenderweise ist dabei eine Stelle in einem Unterkapitel »Ein ganz spezieller Schluck für ihre Kehlen«: »Als dann aber die Massen der GIs über den großen Teich schwappten, Camel und Lucky Strike kamen, der Jazz und Rock und Pop, Giftgas und Atomsprengköpfe, kurz alles, was die Neue Welt der Alten an Kultur zu bieten hatte ...« (S. 271). Dass Deschner die Musikrichtungen Jazz, Rock und Pop in einem Atemzug mit Massenvernichtungswaffen nennt, sagt dann aber vermutlich mehr über seinen eigenen Geschmack bzw. seine persönlichen Aversionsobjekte aus, als über die vermeintliche Kulturlosigkeit der Amerikaner. Dazu gehört auch die, in zahlreichen Sätzen mit eingebrachte, allgemeine Geringschätzung von Politikern. Auf derselben Seite findet sich bzgl. der Westbindung deutscher Politiker ein wahrlich gelungenes Bild: »Und wie man eben noch Hitler in den Hintern kroch, so nun den Amis. Die Politiker voran.« (S. 271).

Zum wissenschaftlichen Arbeiten eignet sich der »Moloch« nicht. Zwar wartet das Buch, von den polemischen Zusätzen mal abgesehen, mit zahlreichen »historischen Fakten« (Klappentext) auf, doch kommt es ohne eine einzige Fußnote daher. Aber nicht nur der Anmerkungsapparat fehlt, sondern auch das Literaturverzeichnis. Weder das eine, noch das andere wurde in den zahlreichen Neuauflagen nachgeliefert, auch nicht in der »Überarbeiteten Neuausgabe 2002«. Wenn man den Angaben von Deschner-Kollegen Schmidt-Salomon glauben darf, so ist dies darauf zurückzuführen, dass Deschner unter Zeitdruck stand (»Der Verleger wollte das Buch unbedingt schnell veröffentlichen ...«) und die Quellenhinweise nicht mehr einarbeiten konnte (vgl. Deschner-Forum im Internet). Das würde auch die für Deschnersche Verhältnisse oft plumpen Formulierungen einigermaßen erklären. Lediglich in der insgesamt nur drei Sätze langen Nachbemerkung schreibt Deschner: »Vielen Autoren, Wissenschaftlern und Publizisten bin ich durch dieses Buch verpflichtet - zu vielen, um sie hier zu nennen. Besonders hilfreich aber waren mir u. a. die einschlägigen Arbeiten von E. Angermann, S. v. Nostitz, L. L. Matthias, A. Maurois, H. Scholl, G. Schomaekers, R. Winter.« (S. 365).
Pfahl-Traughber entschlüsselt das folgendermaßen: »Worum handelt es sich bei dieser Literatur und wie ist sie einzuschätzen? Einige der offenkundig gemeinten Veröffentlichungen lassen sich identifizieren, was hier an vier Beispielen erfolgen soll: Mit "E. Angermann" dürfte Erich Angermanns Arbeit "Die Vereinigten Staaten von Amerika seit 1917", mit "L.L. Matthias" Leo L. Matthias Buch "Die Kehrseite der USA", mit "H. Scholl" Heinz Scholls Schrift "Von der Wallstreet gekauft" und mit "R. Winter" Rolf Winters Werk "Ami go home" gemeint sein. Wie steht es um Charakter und Qualität dieser Veröffentlichungen? Sie können in der genannten Reihenfolge wie folgt eingeschätzt werden: ein renommiertes wissenschaftliches Standardwerk, eine kritische journalistische Arbeit, eine rechtsextremistische verschwörungsideologische Publikation und eine oberflächliche journalistische Streitschrift.«

Die Berufung auf einen rechtextremistischen Autor ist übrigens kein Einzelfall. So stützt sich Deschner an einer Stelle auf den Historiker Harry Elmer Barnes (vgl. S. 230), einem der bedeutendsten Geschichtsrevisionisten und Holocaust-Leugner (bzw. -Relativierer) der USA. Dieser spricht nicht nur die Deutschen in beiden Weltkriegen von der Kriegsschuld frei, sondern bezeichnet die Gaskammern als Nachkriegserfindungen (vgl. Pfahl-Traughber/D. E. Lipstadt). Auf keinen Fall sollen Deschner hier politische Nähen zu diesen Personen unterstellt werden, doch zeigen diese Fälle, dass es offenbar an einer sorgfältigen Auseinandersetzung mit der entsprechenden Literatur mangelte.

Im Kapitel »Die Wallstreet kauft Hitler« (!) fällt Deschner sogar auf eine Fälschung herein. Dieser 7-seitige Abschnitt befasst sich mit unterschiedlichen deutschen und ausländischen Geldgebern der NSDAP und stellt die Finanzierung Hitlers durch die Wallstreet in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Deschner spricht von über 30 Millionen US-Dollar, die durch das Bankhaus Warburg an Hitler geflossen sind (als Gegenleistung für eine aggressive Außenpolitik gegenüber Frankreich (!) (vgl. S.222)), und verweist auf ein 1933 erschienenes und schnell wieder aus dem Handel gezogenen Buch mit dem Titel »De Geldbronnen van het Nationaal-Socialisme. Drie gesprekken met Hitler door Sidney Warburg«. Bei der Schrift handelt es sich nachweislich um eine Fälschung. Herausgeber war der Journalist J. G. Schoup, der wegen unrechtmäßiger Führung des Doktortitels und finanzieller Betrügereien vor Gericht gestanden hatte. Der Verlag zog das Buch binnen kurzer Zeit zurück, weil man um den Ruf des Hauses fürchtete (ausführlich in Pfahl-Traughbers Beitrag »Deschners USA-Bild. Eine kritische Betrachtung zu Der Moloch« in »Aufklärung und Kritik« (9/2004)). Wie schon erwähnt, rechnet Deschner dem Einfluss des Geldes in den USA einen besonderen Stellenwert zu. Hinter nahezu allen politischen Entscheidungen stehen wirtschaftliche Interessen bzw. die US-Hochfinanz bzw. allgemein die »typisch amerikanische« Geldgier. Diese verschwörungsideologische Geschichtsauffassung mündet dann in so vollkommen unsinnige Pauschalisierungen und unhaltbare Übertreibungen wie »Der Revolutionskrieg für die Reichen« (S. 81) oder »Die US-Hochfinanz finanziert die Russische Revolution« (S. 187) oder »Man wird in Erinnerung behalten müssen, dass die Finanzierung des Umsturzes in Russland und der roten Armee durch die US-Hochfinanz geschah« (S. 187) oder »Eine wichtige, vielleicht sogar entscheidende Rolle für den Kriegseintritt der USA [...] spielt das New Yorker Bankhaus Kuhn, Loeb & Co...« (S. 183) oder »Die Wallstreet kauft Hitler« (S. 217) oder »Es waren dieselben Wallstreet-Kreise, die schon 1917 die bolschewistische Revolution finanziert hatten, die auch Hitler beisprangen, in der einzigen Absicht, seine Machtergreifung, seine Aufrüstung, sowie den nächsten Weltkrieg zu ermöglichen und damit für sie noch riesigere Gewinne als im letzten.« (S. 217). Pardon, aber bei so einer monokausalen, ökonomieüberschätzenden Betrachtungsweise kann man nur den Kopf schütteln und sich der Entgegnung Pfahl-Traughbers anschließen: »Selbst wenn gewisse finanzielle Mittel geflossen sein sollten, so lassen sich mit diesen Geldern weder allein noch primär derartige politische Ereignisse erklären«. Und speziell was die Behauptung angeht, Hitler sei quasi eine »Marionette der Wallstreet« gewesen, kommen James und Susanne Pool in ihrem Buch über die Auslandsfinanzierung der Hitlerpartei zu dem Schluss, dass es zwar vielfältige Finanzierungswege gegeben habe, sie aber nicht entscheidend für Hitlers politischen Sieg waren.

Wie eine Selbstverteidigung kommt dann auch ein recht merkwürdig platzierter Einschub im Unterkapitel »Die Wallstreet kauft Hitler« daher: »Die etablierte Geschichtsschreibung [...] vernachlässigt noch immer gerade die wirtschaftlichen Komponenten im globalen Beziehungsgeflecht, die ökonomischen Faktoren als bestimmende Antriebskräfte...« (S. 219). Dieser Vorwurf überrascht, denn er übergeht u.a. die sozioökonomischen Elemente der zweitweise sehr weit verbreiten marxistisch geprägten Geschichtsschreibung (erwähnt sei hierzu nur bspw. Kiyoshi Inoues »Geschichte Japans«).

An Deschners »Moloch« ist vieles ärgerlich. Stellenweise ist das Buch aber auch einfach polemisch bis zur Unerträglichkeit. Ich habe zwar schon einige Zitate eingebracht, möchte aber noch einige unkommentierte Kostproben des Textes nachliefern: »...eine unersättliche Gier nach Land, Macht, Märkten, ein Hunger, der die Yankees über Kontinente und Ozeane treibt« (S. 21), »...jetzt fühlen sie eher Abscheu, Wut, wird doch ihr Heiligstes angetastet - ihr Profit!« (S. 78), »...wie das Yankees ja immer tun« (S. 166), »...behauptet in bewährter Yankee-Heuchelei...« (S. 165), »...ein wahrhaft wundervolles Geschäft, das Geschäft des Jahrtausends« (S. 214), »...den Herrschenden ganz scheißegal« (S. 177) oder »Alles erstunken und erlogen« (S.327). Am deftigsten kriegt der britische Premierminister im Zweiten Weltkrieg, die »Kriegsfurie Churchill« (S. 267) sein Fett weg: »...Churchill, einer der blutgierigsten Deutschenhasser aller Zeiten, ein fetter britischer Bulle, der im Töten von Deutschen das erste Ziel des Krieges sah.« (S. 248). So eine hefige Diffamierung findet sich in seriösen Sachliteratur wohl kaum ein zweites Mal...

Auffallend an Deschners Text ist aber vor allem folgendes: Die Amerikaner stellt er in ein möglichst dunkles Licht, während er ihren zeitweiligen Gegenspielern, wie Engländern, Deutschen oder Japanern bewusst gute Eigenschaften und Beweggründe zuschreibt. Während Deschner die Landnahme der Kolonisten und den Raubkrieg der Amerikaner gegen Mexiko aufs Schärfste angreift, verurteilt er mit keiner Zeile den aggressiven Expansionsmus der Japaner vor und während des Zweiten Weltkriegs oder das grausame Vorgehen gegen die Chinesen. Im Gegensatz: Diesen Landraub bezeichnet er sogar als Erfolg der Japaner (»...dass Japan alle seine bisherigen Erfolge aufgeben müsste« (S. 237)). Das »kleine Japan« (S. 236), das siegreiche (!) Kriege gegen China und Russland führte und nach dem Ersten Weltkrieg »mit nur einigen deutschen Kolonien abgespeist wurde« (S. 236), fühlt sich »mehr und mehr isoliert und bedrängt« (S. 236) von den Engländern und (vor allem) den Amerikanern. Die Japaner geben nach (vgl. S. 236), die japanische Regierung möchte einlenken (»vergeblich«) (S.237), die Amerikaner» reizten jedoch die Japaner immer mehr« (S. 237). Schließlich hat Japan »keine andere Wahl« (S. 239) - Deschner zitiert hier den japanischen Außenminister Shigenori Togo, der nach seinem Bekunden ein »ungewöhnlich kluger Diplomat« (S. 238) war - und muss die USA angreifen, was dann auch ohne vorige Kriegserklärung geschieht. »Die Japaner errangen gewaltige Siege zu Wasser und zu Land« (S. 240) und »die japanische Armee war außerordentlich tapfer« (S. 240), doch gegen die USA, mit einer fast doppelt so großen Bevölkerung etc., »konnte Japan nicht siegen« (S. 240). Bei allem Respekt: Das ist übelster Geschichtsrevisionismus. Durch Weglassen von Informationen, die die Japaner in diesem Zusammenhang kompromittieren könnten, subtilen Formulierungen und der Einbringung von positiven Worten wie »klug«, »tapfer« oder »siegreich«, wird das Bild der Japaner im Zweiten Weltkrieg bewusst geschönt und ihre Kriegsschuld relativiert. Das Japan des Zweiten Weltkriegs aber war ein kulturchauvinistischer, militaristischer und in weiten Teilen auch rassistischer Staat, der eine sogenannte »Großostasiatische Wohlstandssphäre« unter japanischer Vorherrschaft anstrebte. Dieser imperiale Traum sollte schließlich durch Angriffskriege und der Einsetzung von pro-japanischen Marionettenregierungen in die Realität umgesetzt werden. Nach dem Prinzip »Actio et reactio« war ein Zusammenstoß mit anderen Mächten und Großmächten dabei eine vorhersehbare Konsequenz. Was Kriegsschuld anbelangt, so ist die vorhersehbar apologetische Aussage eines japanischen Spitzenpolitikers und Kolonialministers (Shigenori Togo) übrigens von zweifelhafter Qualität.

Ähnlich verfährt Deschner mit den Engländern, den sklavenhaltenden Konföderierten, den Sowjets und den Deutschen. Deschner reagierte zwar mit großer Empörung auf Pfahl-Traughbers Aussage, dass sich der Kirchenkritiker in dem »Moloch« in eine »Geschichtsbetrachtung mit deutschnationalen Zügen« versteige, und blockte diese in einer Erwiderung als »zu absurd, um von mir widerlegt zu werden« ab. Aber auch in diesem Punkt kann ich Pfahl-Traughber nur beipflichten. Während er den Deutschen anscheinend pauschal Eigenschaften wie Verlässlichkeit (vgl. S. 214) und Tüchtigkeit (vgl. S. 215) zuschreibt, stilisiert er die Amerikaner als »In-die-Suppe-Spucker« und »Spielverderber«, die Deutschland »durch ihren Kriegseintritt 1917 in den Abgrund gerissen [haben]« (S. 214). Ein Unterkapitel über den Ersten Weltkrieg, in dem Deschner mit geradezu schwärmendem Beiklang über die anfänglichen Siege der deutschen Truppen schreibt, trägt den bezeichnenden Titel »Erst die USA zwangen Deutschland 1918 zu Boden« (S. 190). Mit dieser Überschrift greift er also schon das Feindbild voraus. Im letzten, abschließenden Unterkapitel zum Ersten Weltkrieg wiederholt er fast schon mit bedauerndem Unterton noch einmal sein Resümee: »Kaum ein Zweifel, dass nur das Auftauchen der amerikanischen Riesenarmee auf dem europäischen Kriegsschauplatz die Mittelmächte in den Untergang riss« (S. 198). Das selbe Spiel im Kapitel zum Zweiten Weltkrieg: Wenn Deschner schreibt »Und obwohl Hitler wohlweislich alles vermied, Amerika einen Grund zum Kriegseintritt zu geben, steuerte Roosevelt voll darauf zu« (S. 234) argumentiert er nicht differenzierend, sondern behauptet pauschal, Hitler habe keinen Krieg gegen die USA gewollt, Roosevelt aber einen Krieg gegen Deutschland angestrebt. Genauso mit dem Satz »Roosevelt provozierte Deutschland fortgesetzt, um endlich Krieg führen zu können« (S. 234). Deschner zufolge haben die Amerikaner nicht nur die deutsche Nation 1917/18 »kaputtgeschossen«, sondern ihr auch im Zweiten Weltkrieg »den Rest gegeben« (vgl. Formulierungen auf S. 214).

Es gibt zahlreiche weitere Punkte in Deschners USA-Geschichte, mit welchen man sich detaillierter auseinandersetzen könnte. Aus Platzgründen sei hier lediglich noch fragmentarisch auf fünf Punkte eingegangen, die ich mir beim Lesen des Buches herausgeschrieben habe:

Angefangen mit dem harmlosesten: Im letzten Unterkapitel zum Ersten Weltkrieg kommt Deschner nach Nennung von drei Fällen (bzw. zwei) in denen sich US-Präsident Wilson geografisch vertan hat zum Gesamturteil »Überhaupt waren die Geographiekenntnisse der Yankees, was Europa (und darüber hinaus) betrifft, einfach stupend« (S. 195). Jetzt könnte man sich natürlich fragen, welcher Europäer aus dem Stand die Stadt Rastatt (die Wilson, laut Deschner, für einen rheinischen Brückenkopf hält) korrekt lokalisieren könnte und ob es sich dabei nicht eher um mangelnde Vorbereitung, als um fehlende Geografiekenntnisse handelt. Wie dem auch sei, in einem weiteren Beispiel passiert Deschner ironischerweise selbst ein Irrtum: Bei der Schreibung »Heligoland«, die er dem amerikanischen Außenminister Lansing als Fehler anlastet, handelt es sich einfach um die englischsprachige Version des Inselnamens.
Nebenbei bemerkt gibt es im politischen System der USA streng genommen auch keine »Minister«. Bei diesen Kabinettsmitgliedern handelt es sich um Sekretäre des Präsidenten (»Außenminister« wäre der »Secretary of State«) mit beratender Funktion (vgl. Informationen zur politischen Bildung 283 (2004): Politisches System der USA). Da im »Moloch« keine Analyse des US-amerikanischen politischen Systems erfolgt, wird diese Information und damit auch der Hinweis auf die starke Machtverschränkung in der Person des US-Präsidenten übergangen.

Auf Seite 271 heißt es dann: »Die USA sind bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein in vielen Ländern Europas weder sehr bekannt noch sehr angesehen gewesen. Man kannte sie kaum besser als China, Südafrika oder Australien. Und bis ins 20. Jahrhundert hinein dachte man über sie in Europa fast ausnahmslos negativ...«. Dem wage ich sehr zu widersprechen. Allein wenn man die Beliebtheit eines Landes an ihrer Einwandererzahl misst, trifft dieses Pauschalurteil nicht zu. Vergleicht man beispielsweise die durchschnittliche Immigrationszahl der Vereinigten Staaten mit der von Australien im Zeitraum von 1831 bis 1860, kommt man zu dem Ergebnis, dass schon damals neunmal mehr Menschen in die USA (i.D. 165000 Einwanderer jährlich) ausgewandert sind, als nach Australien (18200 Einwanderer)(vgl. Adams: Fischer Weltgeschichte. Die Vereinigten Staaten von Amerika, Vamplew: Australians. Historical Statistics). Dass die Einwanderungszahl im frühen 19. Jhd. gering war, hat nicht nur mit den Napoleonischen Kriegen und der Kontinentalblockade zu tun, sondern auch mit den anfangs sehr hohen Überfahrtskosten (über 3000 Meilen Schiffsweg). Auch ist es ein absolutes Fehlurteil, das man über die USA »bis ins 20. Jahrhundert (!) [...] fast ausnahmslos negativ« dachte - dies war vielleicht nach dem 1. Weltkrieg in Deutschland und dann eher in deutschnationalen Kreisen der Fall. Die deutsche Auswanderung nach den Vereinigten Staaten erreichte ihren Höhepunkt mit einer Viertelmillion (!) im Jahre 1882 (vgl. Adams). Oft verband man mit der Auswanderung in die USA die Hoffnung auf eine besseres Leben. Dass die Löhne in Amerika stets höher waren, als in der Rest der Welt, war ein wichtiger Faktor für die Auswanderung. Aber: »Nicht alle Einwanderer waren jedoch Opfer ihrer wirtschaftlichen Lage. Seit Beginn der amerikanischen Geschichte sind zahlreiche Menschen aus politischen, religiösen und kulturellen Gründen in die Neue Welt gekommen« (Adams, S. 187).

Was man auch im Zusammenhang mit der "deutschnationalen Geschichtsschreibung anführen könnte, ist der Abschnitt »Teheran oder Möglichst viele Deutsche töten« (!) (S. 246). Wie es der Titel schon andeutet, geht es um die Teheran-Konferenz Ende 1943, bei er sich die alliierten Hauptführer Churchill, Roosevelt und Stalin zusammenfanden, um ihr weiteres Vorgehen abzustimmen. »Natürlich klangen [...] die verschiedensten Themen an« und auch »die Zerschlagung Deutschlands wurde selbstverständlich ventiliert« (S. 247), aber bei aller Meinungsverschiedenheit war man sich, so Deschner, einstweilen darin einig, »die Deutschen in Massen umzubringen, in möglichst großen Massen; je mehr desto besser« (!) (S. 247). Roosevelt, so weiter im Text, soll seinem Sohn Elliott in Teheran gestanden haben, dass »die einfachste Methode, um möglichst viele Deutsche unter möglichst geringen eigenen Verlusten zu töten, darin bestehe, eine große Offensive aufzubauen und dann mit allen Mitteln zuzuschlagen, die uns zur Verfügung stehen...« (S. 248). Das ist vermutlich so ein innovatives »Faktum«, das vielen Lesern in noch keinem Buch begegnet ist. Da keinerlei Quellenangabe auf den Ursprung dieses ominösen und auch inhaltlich unsinnigen »Zitats« hinweist, kann man nur darauf schließen, dass es entweder direkt aus dem »Völkischen Beobachter« entnommen wurde, oder aus neuerer rechtsextremistischer »Enthüllungsliteratur« - unreflektiert und ungeprüft. Kernaussage dieses Unterkapitels ist jedenfalls, dass die alliierte Führung (allen voran US-Präsident Roosevelt) nicht auf eine Niederringung eines verbrecherischen und Angriffskriege führenden Regimes aus war, sondern schlicht »möglichst viele Deutsche töten« wollte.

Weiter schreibt Deschner, der Koreakrieg sei die Folge der russlandfeindlichen US-Politik (!) (vgl. S. 284) gewesen, und schickt dieser Auffassung nicht einen einzigen erläuternden Satz hinterher. Bei der nur zweieinhalb Seiten langen Beschreibung des Koreakrieges vergisst er nicht darauf hinzuweisen, dass es sich bei Südkorea um ein »diktatorisches Regime« unter Führung des Antikommunisten Syngman Rhee handelte. Auf eine Beschreibung Nordkoreas verzichtet er aber komplett und erwähnt nicht dass ein gewisser Kim Il-sung diktatorischer Machthaber des kommunistischen Nordens war, 1950 den Angriffsbefehl gab, sogenannte »Umerziehungslager« errichtete und seinen Sohn Kim Jong-il nach über 40-jähriger Alleinherrschaft in die Führung hievte.

Und im Vietnam-Kapitel, das wohl das größte Potential für eine Amerikakritik bietet, versteigt sich Deschner zu der Aussage: »Hitlers SS hatte Lidice vernichtet - in Vietnam hat man "ganze Ortschaften ausgetilgt" (Egon Larsen)« (S. 337). Das läuft darauf hinaus, dass die US-Amerikaner schlimmer waren als die Nationalsozialisten und ist im Gesamtkontext nicht nur eine unzulässige Verallgemeinerung, sondern auch tendenziell falsch. Lidice war nämlich mitnichten die einzige, von Hitlers SS-Mordtruppen vernichtete Gemeinde (wie die Formulierung es vorgibt): Allein auf der Krim wurden über 80 jüdische Gemeinden ausgelöscht (vgl. Gilbert: Endlösung. Die Vertreibung und Vernichtung der Juden). Überhaupt wirkt das Vietnamkriegs-Kapitel aufgrund der vorherigen pauschalisierenden, dämonisierenden oder übertriebenen Aussagen zu anderen historischen Ereignissen und dem polemischen Stil geradezu »entkräftet«.

So sehr man Deschners Ruf nach Aufklärung und Kritik zustimmen muss und so sehr die Kritik an mehreren Punkten der US-amerikanischen Geschichte durchaus berechtigt ist, sowenig gelingt Deschner mit dem »Der Moloch« eine fundierte, stilistisch ansprechende (kritische) Darstellung der US-Geschichte und -Gesellschaft. Die amerikanische Gesellschaft lässt sich nicht einfach auf Geldgier, Gewalttätigkeit, Kaugummi und Rockmusik reduzieren. Dass Deschner im Moloch vor keiner noch so abgedroschenen Formulierung und Argumentaufbietung zurückschreckt um dass so hinzubiegen, lässt einen mehr als nur einmal verärgert an den Kopf fassen. Pfahl-Traughber beendet seine Langrezension zum Buch mit folgenden treffenden Worten, denen ich abermals nur beipflichten kann - ausdrücklich auch seinem »versöhnlichen« Schlusssatz:
»"Der Moloch" [...] bringt weder formal noch inhaltlich Neues, ähnlich gestrickte Bücher sind mitunter besser, mitunter schlechter - aber sie vermitteln kaum innovative Einsichten und wirklichen Erkenntnisgewinn, allenfalls befriedigen sie emotionale Ressentiments und stereotype Feindbilder. Statt der Arbeit an "Der Moloch" wäre ein weiterer Band der "Kriminalgeschichte des Christentums" ein lohnenderes publizistisches Projekt gewesen.«
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17 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deschner: Der Moloch, 30. April 2003
Von 
Deschners "Der Moloch" gehört wohl zu den besten Büchern über die Geschichte der USA überhaupt. Die einzige Kritik, die ich an diesem Buch auszusetzen habe, sind die ca. "nur" 370 Seiten, einige 100 Seiten mehr wären mir lieber gewesen.
Ein grandioses Meisterwerk über die Politik der USA seit den Anfangszeiten.
So sollte Geschichte immer geschrieben und auch gelehrt werden! Deschner beschreibt die pure Realität. Ein Buch, das es sich lohnt, mehr als nur einmal gelesen zu werden.
Wer an Geschichtsschreibung interessiert ist und die ständigen Geschichtslügen satt hat, der ist hier bestens aufgehoben.
Deschner beschreibt genau, mit wem man es zu tun hat.
Gerade unter den derzeitigen politischen Verhältnissen ein unverzichtbares Meisterwerk.
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21 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die dunkle Seite der Macht, 28. August 2005
Wer sich schon immer gewundert hat über die scheinbar so tollen USA, die immer erfolgreich, hilfreich und gut zum Besten ihrer Bürger und der ganzen Welt agieren, der sollte sich dieses Buch zur Gemüte führen. Deschner ist eigentlich einer der profiliertesten Kirchenkritiker, was aber gut zum Thema paßt. Immer wieder zieht er die Verbindung zwischen den Aktionen der Supermacht und den religiösen Überzeugungen der Strippenzieher. Aber auch ganz ohne Religion legt Deschner in der ihm eigenen Vermischung von Fakten und ätzender Polemik schonungslos die Schattenseiten der USA frei, macht mit manchen gnädigen Legenden (Jeder kann es schaffen, wenn er nur hart genug arbeitet, etc) Schluß und zeigt penibel auf, dass seit der Gründung der Staaten stets Machtpolitik nach außen und Profitgier nach innern die treibenden Federn sind. Und schließlich wird klar, dass das von Europäern befremdlich empfundende Pathos der Bürger eine der wesentlichen Klammern darstellt, die das Land einigermaßen zusammen halten. Jeder sollte dieses Buch zur Abrundung seines Wissens lesen, und dann frei entscheiden.
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Der Moloch. Eine kritische Geschichte der USA.
Der Moloch. Eine kritische Geschichte der USA. von Karlheinz Deschner (Taschenbuch - 2002)
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