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28 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr direkte Einblicke in die Person Hitler, 2. Juli 2008
Von 
Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Allabendlich haben Hitler und einige enge Vertraute im Führerhauptquartier und in der Wolfschanze zusammengesessen und oft bis in die Morgenstunden bei einer Tasse Tee zwanglos geplaudert. Die Zeit sollte der Entspannung dienen, weshalb die Probleme des Tages ausdrücklich außen vor gelassen wurden. Es ging mehr um die Hintergründe des Weltkrieges, des Nationalsozialismus, über die Gesellschaft, Lebensphilosophie, oft auch um Religion und Spirituelles, und immer wieder um ganz private Dinge. Die Gesprächsinhalte waren dabei so interessant, dass Reichsleiter Martin Bormann durch seinen Adjutanten Heim diese aufzeichnen ließ, um sie der Nachwelt zu erhalten, und es ist unklar, ob es Hitler überhaupt bewusst war, dass diese Mitschriften erfolgt sind. Die "Monologe" sind keine wörtliche Widergabe, sondern eine kurze Zusammenfassung von etwa 1/2 bis 1 Seite täglich.

Was soll ich zum Inhalt sagen? Man steht wahrscheinlich gleich in der rechten Ecke, wenn man nicht alles pauschal als 'Gesabbel' bezeichnet. Zunächst einmal hat der Leser einen sehr direkten, privaten und wenig gefilterten Einblick in die Person Hitler, wie es ihn soweit ich weiß kein anderes Werk ermöglicht, denn "Mein Kampf" und seine Reden wurden schließlich zu propagandistischen Zwecken geschrieben, während er in den "Monologen" privat redet. Es offenbart sich ein Mann mit "hohen intellektuellen Fähigkeiten", einem "außerordentlichen Gedächtnis und bemerkenswerter Literaturkenntnis" sagt Professor Jochmann, der Leiter der Forschungsstelle für die Geschichte des Nationalsozialismus und Herausgeber dieses Buches. Hitlers ganzheitliche Betrachtungsweise und sein Spezialwissen in vielen Bereichen hätten selbst Fachleute beeindruckt. Die Bandbreite der Themen ist riesig. Von Konfuzius über die Antike und die großen Philosophen bis hin zu aktuellen Werken hatte Hitler alles gelesen und bis ins Detail ein ausgereiftes Weltbild entwickelt - wenngleich natürlich verquert und völlig fehlgeleitet.

Es finden sich in den "Monologen" die radikalen Positionen aus "Mein Kampf" wieder, Hitler bleibt hier konsistent, darunter die fatalen Irrtümer, es gebe eine jüdische Agitation hinter Kapitalismus und Kommunismus sowie einen geplanten Angriffskrieg auf Westeuropa durch Stalin. Es finden sich weiterhin sehr umfangreiche und konkrete Aussagen dazu, wofür er den gesamten Krieg führte, was seine Ideale und seine Befürchtungen waren, und was für ein Reich er danach aufbauen wollte. Warum hat dieser intelligente Mann sich und den Deutschen all dieses Leid angetan, wo wollte er hin?

Die Aufzeichnungen beginnen kurz nach dem Einmarsch in die Sowjetunion und sie enden, als sich im Osten bereits die Niederlage abzeichnet. Hitler wird, so war mein Eindruck, über diese Zeit hinweg düsterer und radikaler, und er brach die privaten Gespräche schließlich ganz ab. Die Aufzeichnungen beginnen und enden abrupt. (Der Zeitraum März bis Juli 1942 wurde übrigens statt von Heim durch Henry Picker aufgezeichnet und gesondert in "Hitlers Tischgespräche" veröffentlicht. Die beiden Werke ergänzen sich.)

Wegen vielfacher antisemitischer und rassistischer Aussagen ist dieses Buch selbstverständlich mit kritischer Distanz zu lesen!

ZITATE: "Den schwachen Menschen kann ich nur dadurch bei der Pflicht erhalten, dass ich ihm sage: Gehst du zurück [von der Front], wirst du erschossen; so kannst du, wenn es gut geht, leben. Wir haben einige hundert Leute erschießen müssen, weil sie sagten, sie könnten vor ihrem Gewissen nicht verantworten zu dienen. Dann hat es aufgehört." -- Wenn das die Lage war, in der sich unsere Großväter befanden, frage ich mich, wie man den Vorwurf von der 'Ewigen Schuld aller Deutschen' aufrecht erhalten kann.

Bei einer Passage, wo Hitler von Fürst Metternich erzählt, habe ich mich gefragt, ob er da möglicherweise Parallelen zu sich selbst und den Hass auf ihn gesehen hat: "Metternich wird vielfach sehr zu Unrecht völlig falsch beurteilt. Er hat versucht, einen Kadaver wieder zum Leben zu erwecken. Es wollte es wieder zur früheren Größe führen. Dass er sich dabei vielfach in den Mitteln vergriffen hat, kann man nicht bestreiten. Aber man muss seine Tätigkeit aus seiner Zeit heraus verstehen."

WIRTSCHAFTLICHE ANSÄTZE:
Die wirtschaftliche Situation in Deutschland war 1933 noch desolater als heute. Daher fand ich einige der diskutierten Auswege aus heutiger Sicht ganz interessant. Die Welt sähe heute sicher anders aus, wenn die Nazis diese friedlichen Wege gegangen wären, anstatt die Kriegsmaschinerie anzukurbeln:
* Einfrieren der Schulden und Stopp der Zinszahlungen an Leute, die genug Geld haben bzw. hohe Steuern auf Zinseinnahmen.
* Umkehr der Globalisierung: Schutz der einheimischen Wirtschaft durch Zölle, Rückverlagerung von Arbeitsplätzen, Produktion für den eigenen Markt, Gütertausch zwischen autarken Nationen (etwa deutsche Maschinen gegen irakisches Öl, brasilianischen Kaffee oder afrikanische Rohstoffe) statt Export gegen Devisen und spekulativer Kapitalverschiebung
* Konzentration auf die Realwirtschaft, Förderung von Arbeitern und Bauern
* Förderung von Familien mit Kindern
* Kriminalität und Korruption konsequent bekämpfen
* Drastische Entschlackung der öffentlichen Verwaltung um zwei Drittel durch Streichen von Budgets, Personal und Büroraum. Dezentralisierung von Entscheidungen möglichst weit nach unten.
* Geldwertstabilität
* langfristig alternative Energien statt Öl, Umstellung auf Wasserstoff als Energieträger

BUCHTIPP: Ich hatte vor einiger Zeit das Buch "Das Reich Artam" von Volkmar Weiss rezensiert, das als Utopie einen Teilsieg der Nazis annimmt und von einem Deutschen Reich im Jahr 2100 erzählt. Der Autor erwähnt zwar nicht die "Monologe" als Quelle, aber dieses Reich entspricht erstaunlich exakt Hitlers darin geäußerten Plänen.
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5 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der sabbelte sich einen zusammen..., 29. Dezember 2005
Während des Krieges gegen die Sowjetunion befand sich das Führerhauptquartier in Ostpreußen. Von hier aus lenkte Hitler sowohl den Rußland-Feldzug als auch die heimische Innenpolitik. Bei der Mittagstafel und der abendlichen Teestunde in kleinem, vertrautem Kreis äußerte Hitler sich zu den verschiedensten Themen. Diese zwanglosen Plaudereien geben einen intimen Einblick in sein ganzes Denken. Reichsleiter Bormann kam auf die Idee, die Gespräche festzuhalten, und beauftragte dam seinen Adjutanten Heinrich Heim. Für jede Gesprächsnotiz wurde eine Urschrift angefer­tigt, die Heim noch einmal überarbeitete und korrigierte. Von der endgültigen Fassung wurde ein Original mit zwei Durchschlägen herge­stellt. Ersteres wurde von Heim unterschriebe und von Bormann verwahrt. Dieser versah die Sammlung mit einem Geheimvermerk und sandte sie in Teilen an seine Frau zur Verwah­rung. Gerda Bormann nahm sie 1945 mit nach Südtirol. Dort übernahm ein italienischer Regierungsbeamter den gesamten Bestand und veräußerte ihn später an Francois Genoud in Lausanne. Er ist Grundlage dieser Edition.
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Monologe im Führerhauptquartier 1941 - 1944.
Monologe im Führerhauptquartier 1941 - 1944. von Adolf Hitler (Broschiert - Mai 1986)
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