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Kundenrezensionen

91
4,1 von 5 Sternen
Der Minus-Mann. Ein Roman-Bericht
Format: TaschenbuchÄndern
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51 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Mai 2008
Zu meinem Erschrecken muss ich gestehen, dass mich selten ein Buch derartig in seinen Bann gezogen hat, wie diese schonungslose Lebensbeichte des Wiener Zuhälters und brutalen Gewaltverbrechers, Heinz Sobota. Zufällig stolperte ich über eine Rezension zu dieser authentischen Geschichte und trotz ernst gemeinter Warnungen eines Bekannten, bestellte ich mir den Roman. Ich öffnete den Versandkarton, las die ersten Zeilen und konnte dieses Werk erst wieder aus der Hand legen, als die letzte Seite gelesen war. Am Ende atmete ich erleichtert auf.
Eins vorweg: Dieser Roman-Bericht verlangt starke Nerven, gleicht er doch einem Drehbuch des Schreckens. Sprachlich brillant, in äußerst knappen und enorm bildhaften Sätzen zu Papier gebracht, säuft, nötigt und prügelt sich der Ich-Erzähler durch sein katastrophales Leben. Es gibt keinen Leerlauf, keine Erholung für den Leser. Geschockt, aber (ich gestehe es) auch fasziniert, riss mich die Lektüre fort. Fort in eine schreckliche Wirklichkeit, die der Normalbürger nicht kennt, und besser auch nicht kennen sollte, wie ich nachträglich meine.
Heinz Sobota hasst alles und jeden, am meisten sich selbst. Emotionslos, ohne Bedauern, aber auch ohne jedes Selbstmitleid, erzählt er von seinen Verbrechen. Er vergewaltigt und domestiziert junge Häftlinge, vermietet sie im Knast, zwingt Frauen brutal in die Prostitution, verkauft ein schrecklich gefoltertes, siebzehnjähriges Mädchen an ein deutsches Puff und erschlägt in München einen Macker auf offener Straße. Als er einmal in Geldnot gerät, prügelt er für ein paar tausend Schilling, einen ihm völlig Unbekannten auftragsgemäß ins Koma. Das alles wird so anschaulich, gefühlskalt und realistisch erzählt, dass dem Leser der Atem stockt.
Sobota berichtet aber auch von seiner belasteten Kindheit, dem schwierigen Verhältnis zu den Eltern, seinen gestörten Beziehungen zu Frauen, die er liebt und hasst zugleich. Bereits im Pflichtschulalter begeht er einen Mordversuch an seinem Vater, kurz danach folgt der erste Raubüberfall, das Opfer ist ein Taxilenker. Der junge Sobota kommt in ein Erziehungsheim, später ins Jugendgefängnis. Ab diesem Zeitpunkt taumelt er von einem Knast in den nächsten. Dazwischen liegen Gewalt, hemmungsloser Sex, Alkohol, und Frauen, die er alle erbarmungslos auf den Strich schickt. Er weiß um den Irrsinn seiner Existenz, beschreibt sie in tiefen Innenansichten, ist verzweifelt, zwei Selbstmordversuche misslingen. Eine neue Frau erscheint in seinem Leben, sie ist die erste, die er nicht auf den Strich schickt. Er verliebt sich unsterblich, aber auch sie weicht letztlich seiner Brutalität und verlässt ihn.
Er geht nach Frankreich, Marseille. Wieder Unterweltfehden und brutale Zuhälterei. 1978 wird er festgenommen und zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Im Gefängnis von Marseille schreibt er diesen Roman-Bericht innerhalb von sieben Wochen.
Was mich neben dem, ich betone nochmals, äußerst schockierenden Inhalt seines Romans am meisten überraschte, ist das hohe literarische Niveau des Erzählers. Kaum vorstellbar, dass jemand, der mehr als zwanzig Jahre in Gefängnissen verbracht hat, zu solch sprachlichem Ausdruck fähig ist. Welch Talent, welch Verschwendung einer solchen Gabe.
Wer glaubt, einen Blick in die tiefsten menschlichen Abgründe und die dunkelsten Schattenseiten unserer Gesellschaft riskieren zu müssen, der möge zu diesem Werk greifen. Allen anderen sei empfohlen, diese verstörende Lektüre sein zu lassen. Nicht jeder kann so etwas zu Ende lesen.
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49 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Oktober 2000
Nachdem ich dieses Buch gelesen hatte, von dessen Inhalt ich, was mich im Nachhinein erschreckte, fasziniert war, habe ich persönlich Kontakt zu Heinz Sobotta aufgenommen. Ich war überrascht von seinem Sprachschatz und seinem literarichen Wissen und über die tiefe Verbitterung einer zerstörten Seele. Ich denke, dass sein Buch inhaltlich leider absolut glaubwürdig ist über eine hohe Aussagekraft verfügt. Wer den Minus-Mann gelesen hat, sollte auch das Buch von Constanze Elsner : Mit mir nicht mehr. Gewalt in der Partnerschaft, lesen, denn sie lebte mit ihm zusammen und ist zuerst seinem Charme und dann seiner Brutalität erlegen. Sobota gibt schonungslos Einblicke in sein 20jähriges, von Gewalt durchzogenes, kriminelles Leben und zeigt dabei auch deutlich, wie es sich entwickelte. Indirekt prangert er dabei auch die damaligen östereichischen Vollzugsanstalten an und ist nach 23 Jahren immer noch ein von der Gesellschaft abgelehntes Subjekt. Man hat Angst vor ihm, einem unberechenbaren Raubtier gleich, dem nur an einer festen Leine und mit Maulkorb zu begegnen sei. Erstaunlich für mich war neben der schonungslosen Beschreibung dieser Rotlichtkarriere sein beachtliches Ausdrucksvermögen, wenn man bedenkt, dass er sich sein Wissen mehr oder weniger hinter Gittern angeeignet hat.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Nach 13 Jahren viel mir dieses Buch wieder in die Hände und sofort erinnerte ich mich wieder an Einzelheiten, es hatte also bleibenden Eindruck hinterlassen und war es wert sich ein zweites mal damit zu befassen.
Damals bewertete ich dieses Buch wohl mehr als ein Sittengemälde der österreichischen Unterwelt und Rotlichtszene.
Für Gutmenschen die eine psychosoziale Lebensbeichte, eines geläuterten Sünders und gesellschaftlich Entrückten erwarten ist dieses Buch nichts!
Sobota`s Kindheit war von spießigem Kleinbürgertum und heuchlerischer Doppelmoral geprägt mit bizarren Normen und Wertevorstellungen, es gelang ihm nicht das Gleichgewicht zwischen Realität und ihm vorgesetzten Dogmen zu finden.
So entglitt er nach und nach in eine Subkultur aus Kriminalität, Gewalt und Sex, ersteres um seine materiellen Bedürfnisse zu stillen, die beiden letzteren um Dominanz und Macht auszuüben, um das trügerische Gefühl zu haben nicht mehr auf der Verliererschiene zu sein.
Der brutale Zuhälter, Säufer und Schläger schrieb dieses Buch nicht um Absolution seitens einer Leserschaft zu bekommen der seine Welt so fremd war wie ein ferner Planet, man wusste zwar dass es so etwas gab, hatte aber wohl kaum Vorstellungen davon.
Diese Autobiographie ist fern von jeglicher romantischer medialer Verklärung von schweren Jungs und leichten Mädchen, sie ist real und knallhart.
Sobota ist kein Opfer einer Gesellschaft die solche Auswüchse geschaffen hat, er war williger Täter, der die Schwächen seines Umfeldes und eben jener Gesellschaft skrupellos ausnützte.
Er ist und will kein Sympathieträger sein, ebensowenig wie ein um Vergebung winselnder Jammerlappen.
Zu Recht kam er ins Gefängnis und wäre dem nicht so dann hätte er weitergemacht, er sah auch keinerlei Begründung von diesem Weg abzuweichen.
Sobota ist kein Typ mit dem der "Normalo" mal gerne um die Häuser ziehen würde!
Letztendlich saß er wegen einem Mord im Gefängnis, in Marseille, wieder gescheitert, der ewige Verlierer.
Sobota wird dieses Buch vielleicht geschrieben haben um selbst einen Sinn in seinem Leben und seinen Taten zu sehen, welcher das auch immer sein mag.
Einen therapeuthischen Effekt hatte dieses Buch wohl allerhöchstens für ihn selbst.
Er hat uns aber gezeigt welche Gefahren, die mitunter vorgegaukelte schöne rosarote Welt, mit der wir uns hin und wieder nur zu gerne umgeben, in sich birgt!
Wir sollten nicht Sobota bewerten sondern sein Buch, alles andere wäre sinnlos!
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32 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Februar 2001
Wer dieses Buch gekauft und dann auch bis zu Ende gelesen hat, der wird, wenn er ehrlich mit sich umgeht, feststellen ,dass in uns allen ein Stückchen Minusmann zu finden ist. Wer Interesse an dem Autor hat, sollte insbesondere die ersten Seiten mit den Augen eines Analytikers lesen und sich fragen, was da wohl angelegt worden ist in einem Fünfjährigen? Damit will ich nichts entschuldigen oder abschwächen. Ich finde das Buch inhaltlich grauenvoll und teilweise abstoßend, dabei aber exzellent geschrieben. Dass Heinz Sobota eine überdurchscnittliche Intelligenz mitbekommen haben muss, zeigt sich auch, wie er seine schulische Entwicklung erlebt hat. Erstaunlich und erwähnenswert finde ich auch, wie er, nachdem er erst einmal ins Negativmilieu abgerutscht ist, sich dieses Sprach- und Ausdrucksvermögen angeeignet und erhalten hat. Benützt er auch immer wieder gern die Fäkalsprache, so spürt man doch, dass er sie gekonnt einsetzt und dabei bewusst provoziert. Ich habe ihn vor einigen Jahren kennen gelernt und war überrascht, einem Mann gegenüber zu stehen, der zwar von seiner Ausstrahlung her seine Vergangenheit nicht verleugnen kann, mir aber doch nicht ganz so gefühlsneutral und cool erschien, wir er es in seinem Buch einen gern glauben macht. Wer akzeptiert, dass kriminelle Energie und Gewaltbereitscahft in vielen von uns schlummert und dieses Buch nicht nur als einen Reisser liest, der wird sehr viel auch über sich erfahren können.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. April 2010
Der Minusmann ist die Beichte eines Mannes, der gegensaetzlicher nicht sein kann. Auf der einen Seite intelligent, eloquent, gutaussehend, charmant, auf der anderen Seite ein Straftaeter, dessen Brutalitaet scheinbar keine Grenzen kennt und der insbesondere Frauen gegenueber ein gestoertes Verhaeltnis aufweist. Er lebt im Rotlichtmilieu und kennt keine (moralischen) Bedenken, Frauen zur Prostitution zu zwingen, sie auszubeuten und notfalls mit Gewalt zu dem zu zwingen, was er von ihnen erwartet. Seine Persoenlichkeit ist derart zwiespaeltig, dass man nur von einer Gestoertheit ausgehen kann. Wie kann es sein, dass ein Mensch extrem schlechtes und extrem gutes in sich bewahren kann, ohne dem guten den Vorrang zu geben? Das literarische Bekenntnis Sobotas macht an vielen Stellen sprachlos. Ein Mann, der fasziniert, ein Mann der abstoesst. Wieviel Sobota steckt in jedem von uns? Wie schaffen es die einen, ihrer Abgruende Herr zu werden waehrend andere ihnen verfallen. Sobota ist sicherlich kein Einzelfall, nur schaffen es der "Typ" Sobota in der Regel, sich besser zu tarnen. Dennoch sind sie allgegenwaertig, immer und ueberall.
Eine Lebensbeichte, die nachdenklich stimmt und nach dem Lesen dafuer sorgt, im taeglichen Leben eine ganze Menge (kleiner) Sobotas zu sehen. Nicht zuletzt in der gegenwaertigen Wirtschaftskrise unter den Verursachern und unter den Opfern, die ueberleben wollen.
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Januar 2003
Da ich selber im Rotlicht tätig bin,sind mir viele der Beschriebenen Gegebenheiten leider allzugut bekannt.Trotzdem hat mich dieses Buch zutiefst erschüttert.Diese Ehrlichkeit,ohne Selbstmitleid,ist in diesem Millieu sehr sehr selten.Denn eins ist ganz klar:Der Absprung ist sehr schwer.Zuhälter werden nicht geboren sondern gemacht.Auch von Frauen wie mir.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. April 2005
Ich habe dieses Buch vor sehr langer Zeit gelesen. Leider habe ich es damals verliehen und nicht zurückbekommen. Es handelt im Mileu und ist einfach unglaublich faszinierend geschrieben, wozu auch der Wiener Dialekt, den der Author im Buch benutzt, beiträgt. Wer es einmal gelesen hat, wird es nie vergessen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
"Lass ja die Finger davon", war die Aufforderung meines Vaters, als er das Buch in den 80er Jahren zu Weihnachten auspackte. Nun, einer pubertierenden sehr neugierigen Tochter das zu sagen, war ein Fehler, den meine Mutter gleich erkannte. So gut konnte es gar nicht versteckt werden, dass ich es nicht fand und las...und mich extrem geekelt habe!
Jahre später las ich dieses Buch nochmals (immer noch mit dem Argwohn meines Vaters) , mit der Erkenntnis einer Erwachsenen. Sobota erzählt eindringlich, ordinär und extrem offen. Dieses Buch ist definitiv nichts für schwache Leser/innen.
Sobota ist Zuhälter, Schläger, Abrichter (Mädchen werden als Prostituierte abgerichtet) und Trinker; er ermordet fast seinen Vater, entführt eine 19jährige und richtet diese als Prostituierte ab (wofür er aber nie verurteilt wurde) und schlägt bis zum Abwinken Frauen.
Er hat einen unbändigen Hass und Ekel gegen sich selbst, sagt selbst zu seiner Lebensgefährtin Stella: "Ich kann schon mit mir selbst nicht leben, wie sollst du es dann können." Sie verlässt ihn schliesslich in Frankreich. Als er in Marseille verhaftet wird, schreibt er in 7 Wochen dieses Buch.
Was heute aus ihm geworden ist, ist unbekannt. Einige glauben, dass er in München lebt, andere meinen er sei 1988 bei einem Banküberfall "Suizid by Cop" erschossen worden; beides wäre möglich.

Fazit: Im tiefsten Wiener Jargon ist dieses Buch extrem exzessiv, widerlich, grauenhaft, ehrlich und schonungslos. Es ist kein Buch welches man so schnell vergisst; hat es an Aktualität (Frauen aus dem Osten die billig in die Bordelle verkauft werden) und Brutalität sicher nichts verloren. Interessant wäre einmal zu wissen, was aus ihm und seiner Tochter geworden ist.
Lesenswert!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. August 1999
Diese Buch sollte man gelesen haben ( ganz gleich wie derb der Stoff auch dargelegt ist ). Auf alle Fälle geht es mit unheimlichen Realismus zu Werke, was man auch daran merkt, daß man dieses Buch in einem Zug liest, ja regelrecht verschlingt. Einfach ein Leben von der unangenehmen Sorte pur, hart und ehrlich beschrieben.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. November 2000
Ein Alptraum von einem Buch. Die Schattenseite unserer Gesellschaft wird brutal realistisch, ohne Selbstmitleid und Beschönigung offen gelegt. Dazu kommt eine sprachliche Qualität, die man manchem unserer sonstigen berühmten Autoren wünschen würde, die mit ihrer verträumten Kindersprache abseits vom wirklichen Leben viel Geld verdienen und eigentlich nichts bewirken, außer verlorener Zeit. Einige Stellen des Buches, besonders jene, in denen Sobota in seinen Gewaltorgien schwelgt, lesen sich fast wie perfekteste Lyrik. Ein Wortschatz des Bösen, der dich zwischen überwältigender Faszination und Angeekeltheit hin und her schwanken lässt. Letztendlich ist man froh, wenn sich die letzte Zeile verabschiedet hat. Doch irgendwann greift man wieder zu diesem Werk, weil man es niemals vergessen kann. Würde das Gute nur ebenso nach wirken. Man weiß, dieses Wesen, das auch Mensch sein soll, ist irgendwo da draußen, und es sind derer gar nicht so wenige. Wer würde wohl sonst das Internet heute mit den perversen Kinderbildern befriedigen. Doch wir sehen zu, tun nichts und ein jeder von uns hofft, dass dieser Krug an ihm vorüber geht. Und diese Wesen da draußen wagen immer mehr. Denn es ist selten, dass deren Taten einen Richter finden, denn die Opfer schweigen meist und wir haben sie ins Schweigen gedrängt, weil wir nichts davon wissen wollen. Wir Mit-Täter!
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