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am 7. Januar 2013
Auch in diesem Buch über Nordkorea kann man nichts menschliches über das mörderische Regime in Pjöngjang erfahren. In diesem, wie auch in vielen anderen Büchern über dieses Land, kann man erkennen, wie grausam mit Hilfe von Denunziation und totaler Überwachung, Menschen zu Marionetten werden und sogar mit dem Hungertod leben, als wäre es selbstverständlich. Die Kims haben es bisher immer verstanden, die Hilfsbereitschaft Südkoreas, Japans, Chinas und Amerikas auszunutzen, um die eigenen Missstände zu vertuschen und um sich vor allen Dingen für die Eliten die Töpfe zu füllen. Eine million Soldaten müssen ja verpflegt werden., und die Schranzen sowieso. Die Pattsituation zwischen Südkorea und Nordkorea erlaubt es nicht, gewaltsam einen Wandel zu bewirken, da es zu viele Menschenleben kosten würde. Die Menschen in Nordkorea sind größtenteils uninformiert über die wahren Verhältnisse zu Südkorea und der übrigen Welt, dank der totalen Abschirmung. Nur der lebensgefährliche Warentransfer mit China bringt Stückweise die wahren Hintergründe ins Land, aber laut darüber zu reden bedeutet den Tod. Hinrichtungen von Familienangehörigen vor den Augen der Kinder und Sippenhaft bis ins dritte Glied sind grausame Methoden, alle Einwohner zu schweigenden und willenlosen Sklaven zu machen. Diese stalinistischen Züge von Steinzeitkommunismus sind weder zeitgemäß noch akzeptabel. Auch der Schein und die Wirklichkeit des Kim jong Il werden aufgezeigt, denn sein nach außen getragenes Image als gütiger Landesvater wird hier ad absurdum geführt, in dem man erfährt, dass er in Wahrheit ein Alkoholiker und Frauenliebhaber war, dazu mit der Neigung zu westlichem Lebensstil, was sich besonders auf die Filmbranche bezieht, für die er ja ein Südkoreanisches Schauspielerehepaar entführen ließ, um seine eigenen Filmideen aufzupeppen. Ein interessantes Buch mit guten Recherchen und Beschreibungen. Lesenswert.
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am 11. September 2013
Wer sich politisch wie geschichtlich interessiert sollte dieses Buch lesen. Es erzählt in einzigartiger Form wie das Leben in anderen politischen Kulturen erlebt werden kann und wie Menschen, manipuliert durch die staatlichen Dogmen, in die Irre gelenkt werden.
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am 4. Mai 2012
Zunächst einmal: meine kürzlich (gebraucht) erworbene Ausgabe ist bereits im Jahr 2004 veröffentlicht worden( wie viele Bücher zu diesem Thema). Daher ist sie nicht mehr immer ganz aktuell; vor allem natürlich hinsichtlich der letzten Jahre. Ansonsten ist sie leider äußerst aktuell; denn Nordkorea hat in den letzten Jahren nicht wirklich seine Politik verändert.

Das Buch wurde 2004 geschrieben; also gerade zur Zeit der "Zweiten Korea- Atom-
Krise"; zu einer Zeit also, in der die Weltöffentlichkeit Angst vor dem kleinen, völlig isolierten Land hatte, und etwas von diesem Land erfahren wollte, um dieses und seinen unberechenbaren Führer Kim Jong- Il besser einschätzen zu können.
Die Einschätzung gelingt dem Leser; denn der Autor - ein langjähriger Ostasien- Korrespondent - versteht es, den Leser recht genau in die komplexe Problematik des Korea- problems einzuführen. Das gelingt ihm durch ein sehr profundes und (zumindest damals) sehr aktuelles Wissen. Er beweist sich wirklich als Kenner des Problems und zitiert häufig andere Korea- Experten, unter deren Mitarbeit dieses schmale Buch (knapp 160 Seiten) offenbar entstanden ist.
Der wenig vorinformierte LEser wird dadurch sehr schnell und sehr gut ins Bild gesetzt. Das buch ist sehr gut geschrieben. Es ist keineswegs langweilig und verschafft dem Leser so manches "Aha- Erlebnis".
Das Buch ist auch sehr gut in Kapitel gegliedert. Am Ende des Buches gibt es noch einen sehr guten zeitlichen Überblick und eine Karte von Korea.

Kürzlich ist ja der "Geliebte Führer" Kim Jong- Il gestorben. Dieses hat im Westen die Hoffnung genährt, dass es dadurch mehr Chancen zu einem echten politischen Wechsel und zu Reformen geben würde. Diese Hoffnungen mussten leider entttäuscht werden; denn der Familienclan der Kim- Dynastie sitzt fest im Sattel, und die Loyalität von Führungsspitzen in Partei und Militär ist nach wie vor uneingeschränkt; vermutlich, weil es diesen Leuten in Nordkorea relativ gut geht, und sie große Privilegien genießen, und tatsächlich daher (man möchte es kaum glauben) sich keine bessere Alternative als Kim's "Juche- Sozialismus" vorstellen können.
Der Autor nährte in dem Buch noch die Hoffnung, dass Kim Jong- Il seine völlig am Boden liegende Wirtschaft noch reformieren wollte, am Beispiel von China oder Vietnam. Das hat Kim Jong- Il aber zu Lebzeiten tatsächlich nie durchgeführt, obwohl der Autor viele Hinweise dafür gibt, dass Kim Jong- Il wusste, dass Reformen nach westlichem Vorbild für den Staat langfristig überlebensnotwendig sein würden; und tatsächlich hat er ja geringfügige Reformen zugelassen (relativ freie Bauernnmärkte; Erlaubnis von geringem Vermögen und Eigentum; Streichung der Subventionen für öffentliche Betriebe; Anhebung der Löhne und der Preise an tatsächliches Niveau; höhere Wohnungsmieten). Aber nichtsdestotrotz ist das Land bettelarm geblieben, und (wirtschaftliche) Reformen wurden nur da eingeführt, wenn es wirlich nicht mehr anders ging, also quasi "Mittel zum Zweck", die das Regime nicht ändern, sondern am laufen halten sollten. Denn politische Reformen sind vom Diktator immer unerwünscht gewesen.

Völlig zurecht bleibt Nordkorea weiter der "Böse Bube" der Weltgemeinschaft, der mit Atomwaffen droht, ständig militärische Zwischenfälle provoziert, und sein eigenes Volk verhungern lässt (der Autor spricht von "geschätzten maximal 3 Millionen Hungertoten in einem Zeitraum von wenigen Jahren!), während es sich die Herrscher- Clique gut gehen lässt (Kim Jong- Il soll jahrelang bester Kunde der Spirituosen- Firma "Hennessy" gewesen sein).

Der Autor analysiert sehr gut die Zusammenhänge, die mit der Problematik Nordkorea zusammenhängen. Dabei geht er nur wenig auf die (ältere) Geschichte Nordkoreas ein; und wenn, dann nur so weit sie zur Erläuterung aktueller politischer Sachverhalte unumgänglich sind (z.B. den Korea- Krieg; oder die Einsetzung von Kim- Il- Sung als prägende Figur des durch ihn (und russische und chinesische Hilfe) gegründeten sozailistischen Staates).
Recht ausführlich erklärt der Autor aber die isolationistische "Juche"- Staats- Ideologie, und die konfuzionistischen Traditionen, die in Nordkorea noch eine Rolle spielen. Auch der Nationalismus kommt zur Erwähnung. Und natürlich weiß der Autor auch über die völlig verfehlte WIrtschafspolitik und desolate Lage von Landwirtschaft und Industrie einiges zu berichten.
Der Isolationismus ist eine wichtige Säule des Regimes: man versucht wirtschaftlich autark zu sein (um damit politisch so unabhängig wie möglich zu sein); man lässt keine ausländischen Informationen ins Land, um das Informationsmonopol zu behalten, und durch Propaganda und gezielte Lügen beim Volk Verständnis für die desolate (WIrtschafts-) Lage zu erzeugen.
Paradoxerweise hat gerade dieser Isolationismus zu den verheerenden Hungersnöten mit schätzungsweise über 1 Millionen Toten im Land geführt.
Doch in Wirklichkeit geht es dem Land nicht um Wohlstand für seine Bevölkerung, sondern darum, sich an der Macht zu halten. Und dafür ist jedes Mittel recht; auch die Hungersnöte der Bevölkerung; die unglaubliche Aufrüstung des Landes; die Militarisierung der Gesellschaft; die sehr große Armee; die Versuche, Atom- Waffen herzustellen; die Propaganda und "Erziehung des Volkes" zu Marionetten und ausschließlichen Ja- Sagern für das Regime; ...
Das Regime versucht ein willenloses Volk zu "erziehen", durch Schule und ständige Propaganda und das Verbot von ausländischen Informationen im Land.
Die Abschottung des Landes und die Überwachung der Menschen funktionieren so gut, dass die MEnschen tatsächlich glauben, was das Regime verbreiten lässt. Man zweifelt nicht daran, dass man es hier mit Zuständen wie in Orwell's "1984" zu tun hat.
Und tatsächlich gelingt es dem Regime so, dass viele Menschen (gerne!) für dieses in den Tod gehen würden.
So gesehen ist das Regime innenpolitisch sehr erfolgreich.
VÖllig versagt hat das Regime allerdings in wirtschaftlicher Hinsicht: das Land hat kaum exportfähige Produkte (außer Waffen); die Landwirtschaft ist völlig runtergewirtschaftet; ebenso die völlig veraltete Industrie.
Um dennoch an Devisen zu kommen, und dadurch letztlich auch poltisch zu überleben, greift das Regime zu unerhörten Mitteln: so hat es in der Vergangenheit MEnschen erführt (um diese für viel Geld wieder freizulassen); es druckt Falschgeld; und es produziert und "exportiert" in großem Stil Drogen.
AUSSENPOLITISCH ist das - nach dem Wegfall des "Eisernen Vorhanges" - auch politisch völlig isolierte Land dennoch bis heute erstaunlich erfolgreich; das schafft es vor allem durch ein Mittel: durch militärische Drohgebärden. Besonders effektiv ist Nordkorea's bekannte Drohung, sein Atom- Waffen- Programm wieder zu starten, bzw. sein ABC- Waffen- Arsenal zu erweitern. Das Land ist hochgerüstet wie kaum ein Anderes; die Soldaten sind bereit, für das Regime in den Tod zu gehen. Es droht quasi mit Kamikaze, im Falle wenn es bedroht wird. Die Soldaten werden so geschult, dass sie in jedem Augenblick mit Angriffen der Feinde rechnen sollen (vllt. kommt es auch gerade dadurch immer wieder zu militärischen Attacken z.B. gegen Südkorea). Nordkorea fühlt sich (völlig zurecht) ständig bedroht; es weiß, dass es keine Freunde hat.
Und mit der Angst des reichen Westens lässt sich für Nordkorea am besten Geschäfte machen: es gibt sich immer wieder bereit zu Zugeständnissen, sein Atom- Programm (vorläufig) einzufrieren, wenn es dafür beträchtliche "Wirtschaftshilfe" und Hilfslieferungen "Für das hungernde Volk" erhält.
Tatsächlich ist zeitweise jeder 2. Nordkoreaner von Programmen der Welthungerhilfe u.Ä. abhängig gewesen. Das Land hat sich so zu einem reinen Wohlfahrtsstaat entwickelt; seine Bewohner können nicht effektiv arbeiten und sich selber ernähren. Der Autor bezeichnet es zurecht als "schwer bewaffneten Bettler". Es ist und bleibt völlig abhängig von internationalen Hilfen, die es nötigenfalls mit der Drohung, seine A-Bombe weiter zu bauen (es ist bis heute nicht sicher, ob Nordkorea tatsäüchlich die Bombe besitzt; aber der Autor vermutet es schon damals!), vom reichen Westen erpresst.
Zig Tausend Tonnen Lebensmittel erhält Nordkorea so jährlich durch die USA, Südkorea, der EU und Japan. Es ist einer von vielen völlig deutlichen Widersprüchen in Nordkorea's Politik, dass die in der Propaganda als "größten Feinde des Volkes" bezeichneten Länder (Südkorea, Japan, USA) am stärksten für den Weiterbestand dieses Landes in seiner jetztigen Form durch ihre enormen Wirtschafts- und Hungerhilfen beitragen.
Ein sehr gutes Kapitel widmet der Autor so dem Problem der koreanischen WIrtschaft und der ständigen Hungerhilfe. Dabei kommt das zentrale Problem zum Ausdruck, dass Nordkorea weitgehend selber bestimmt, wie ihm und wem und unter welchen Bedingungen geholfen wird, und wer dadurch letztlich leer ausgeht.
Ein weiteres sehr gutes Kapitel ist dem Thema "Korea und die A- Bombe" gewidmet.
Geld und Hilfe erhält Nordkorea also durch seine "illegalen Aktivitäten" wie Falschgeld und Drogen- Produktion; aber eben auch durch die Drohkulisse von Atomprogramm und der (oft tatsächlich sehr schlimmen, wenn auch noch zusätzlich oft deutlich übertriebenen Darstellung der) Hunger- Problematik. Der AUtor zeigt dabei, wie Nordkorea mit den Hilfen umgeht, und warum viele Organisationen ihr Engagement in Nordkorea aufgegeben haben (z.B. "Cap Anamur"), andere aber dennoch weitermachen (z.B. die "Deutsche Welthungerhilfe").
Ein weiteres Kapitel ist dem Thema "Gulag" gewidmet; viele Menschen werden - i.d.R. lebenslang! - in Nordkorea inhaftiert, wo hunderttausende sterben - i.d.R. keines natürlichen Todes. Der Autor zeigt sehr gut auf, warum diese "Ärmsten der Ärmsten" keine Lobby haben, und warum aufgrund der WEltpolitik dieses Thema kaum thematisiert wird.
Der enorme Nahrungsmittel lässt viele Tausend Nordkoreaner jährlich nach Norden die chinesische Grenze illegal überqueren. Der Autor zeigt ausführlich die wichtige Rolle China's in dieser Problematik, und wie es sich verhält. Äußerst verdienstvoll erwähnt der Autor aber auch kleinere und private Organisationen und Individuen, die sich insbesondere der Hilfe der nordkoreanischen Flüchtlinge gewidmet haben - teils aus wirtschaftlichen, teils aus religiösen oder humanitären Motiven (z.B. diverse "Schleuser"). (Leider macht sich China durch die energische Verfolgung und Abschiebung von nordkoreanischen Flüchtlingen sehr zum Komplizen des verbrecherischen nordkoreanischen Regimes).
Ein Kapitel widmet sich auch der Person des (unlängst verstorbenen) Diktators Kim Jong- Il. Es zeigt den Diktator nicht als "Ausgeburt des Bösen", sondern mit menschlichen Zügen (der Autor ist durchaus neutral und nicht als "anti- kommunistisch" zu erkennen), aber auch, wie schwer diese Person zu berechnen ist, lässt oft Leute zu Wort kommen, die ihn gekannt haben. Der Autor zeigt hierbei, dass Kim Jong- Il als "Kronprinz" durchaus die Notwendigkeit und auch den WIllen zu Reformen (im Geheimen) gezeigt hat, und dass er zunächst vor hatte, sein Land dahingehend zu reformieren; vor allem auch aus dem Grund, weil er geglaubt hatte, die reichen Länder würden sich dafür großzügig in politischer und finanzieller Weise bei ihm "bedanken". Als er aber merkte, dass die westlichen Staaten dann nichts zu "verschenken" hätten, sondern dass diese vor allem zahlen würden, wenn sie bedroht würden (z.B. durch die A- Bombe), zog er seine Reformideen zurück und änderte seine Außenpolitik dahingehend, dass er eine Politik der "atomaren Drohkulisse" der einer von "Partnerschaft und Reformen" vorzog. Kim Jong- Il war nicht dumm; er erkannte, dass die kapitalistischen Länder nicht so humanitär von sich aus waren, wie sie vorgaben, und vor allem ihre strategischen und wirtschaftlichen Interessen hatten. Und bei diesem Spiel hätte Nordkorea - vor allem aber das Regime um den Diktator - schlechte Karten gehabt. Daher dieser Wechsel in Kim Jong- Il's Gesinnung und Politik.
Leider ist Kim- Jong- Il's Rechnung genau aufgegangen. Er kannte einige Schwächen der westlichen Politik. Er wusste, dass sein Land isoliert war und es auch bleiben sollte (um sein Regime an der Macht zu halten). Und daher war es sehr gefährdet. Am besten wirkte noch immer die nukleare Abschreckung: der Diktator gab Gründe an (viele dieser Gründe werden vom Autor anschualich genannt), warum er sich (meist von den USA) bedroht fühlte, und begründete damit die Wiederaufnahme seines Atom- Programmes; z.B. aufgrund von Energiemangel oder strategischer Bedrohungen. Kim erreichte damit sehr viel: z.B. den Abzug von Nuklearwaffen aus Südkorea; oder den Bau von Leichtwasser- Reaktoren durch die USA (für zivile Zwecke). Schwer ist dabei zu orten, was Nordkorea ernst meint, und was es nur als Vorwand nennt. Auf jeden Fall erreicht Nordkorea sehr oft seine Ziele damit, und wird dadurch in seiner Politik bestätigt. Etliche Male verfolgte Nordkorea die gleiche Strategie in den letzten Jahren; und war oft genug erfolgreich.
Am wenigsten genutzt hat das Alles den (einfachen) Menschen in Nordkorea.
Der Diktator gab schließlich die Losung aus: "Militär zuerst", das das Militär auch bei der Versorgung mit Lebens- (und Hilfs-) Mitteln privilegierte, und machte aus Nordkorea einen Militär- und Gefängnis- Staat.
Ein weiteres Kapitel widmet sich dem problematischen Verhältnis mit Südkorea. Insbesondere für "rechte" Politiker ist es in Südkorea immer schwer gewesen, dem nordkoreanischen Regime "auf Augenhöhe" zu begegnen oder ihm Zugeständnisse zu machen. Linke Präsidenten in Südkorea verfolgten dann aber die "Sonnenschein- Politik", die mit viel Anerkennung und Zugeständnissen, vor allem aber mit enormer Wirtschafts- und Hungerhilfe, für Nordkorea verbunden war. Ziel war, dass sich die Beziehungen der beiden Staaten entspannten, und dass wieder miteinander geredet wurde; aber auch wirtschaftliche Zusammenarbeit (natürlich wieder vor allem zu Gunsten des Nordens). Tatsächlich konnte Einiges erreicht werden; allerdings mehr auf symbolischem Gebiet. Immer wieder kehrte Nordkorea seine Erpressungs- Politik heraus (und konnte erfreut sein, wie erfolgreich es damit war!). Tatsächlich war diese Politik für Südkorea sehr teuer, und hat Nordkorea sehr einseitig begünstigt, ohne dass langfristig Nordkorea zur Erfüllung gewünschter Bedingungen bereit gewesen wäre (schon gar nicht auf humanitärem Gebiet).
Der Autor fragt sich daher zurecht, ob NOrdkorea den guten Willen seiner (reichen) Nachbarstaaten nicht immer nur ausgenutzt hat, und in WIrklichkeit eine eigene Strategie in dieser "freundschaftlichen Politik" verfolgt hat, und ob der "Westen" mit seiner ganzen Spendierfreudigkeit letztlich nur an der Nase herumgeführt wurde. Dennoch genießt diese "gemäßigte Politik des Friedens und der Veständigung" in Südkorea noch viele Anhänger.
Viel Raum widmet das Buch auch dem Verhältnis der USA zu Nordkorea. Wille zur "Normalisierung der Beziehungen" gab es in der Clinton- Ära. Hierbei wurde auf "Beschwichtigung" von Nordkorea gesetzt; man stellte seinen guten WIllen in den Vordergrund, und versuchte Nordkorea davon zu überzeugen, dass man nicht an einem Krieg mit diesem Land überzeugt war. Es kam zu einigen strategischen und wirtschaftlichen Verbesserungen; aber natürlich nicht zu humanitären.
Das Ende dieser Poltitik kam schließlich in der Bush- Ära, die wieder auf eine "Politik der harten Hand" setzte, was Nordkorea natürlich sehr verwirrte. Die Bush- Politik gegen Nordkorea wurde zwar von Vielen begrüßt, die die "gemäßigte Politik" der Vorgänger als gescheitert ansahen; andererseits entstand so wieder eine "Kalte Krieg"- Situation mit Nordkorea; Nordkorea ließ sein Atom- Programm immer wieder laufen, usw. Nordkorea beobachtete wiederum mit Sorge die sehr effektive Nutzung neuer Waffensysteme der USA im Irak- Krieg, und befürchtete (zu Recht), dass es der Nächste wäre, der "an die Reihe kommt" (tatsächlich hat es konkrete Pläne zur (militärischen) Beseitigung des Nordkorea- Regimes gegeben, einschließlich Attentats- Pläne; erstere wurden aber wegen des hohen Risikos für die US- Soldaten fallen gelassen).
In der "Obama- Ära" haben sich die Beziehungen zu Nordkorea wieder verbessert (natürlich sah Kim Jong- Il die Aufspürung und Erschießung von Osame Bin Laden auch als Warnung gegen ihn an!).
Warum letztlich nie wirklich aktiv und militärisch und auch kaum wirtschaftlich der Westen gegen das Regime in Nordkorea gearbeitet hat, sondern dieses de facto sogar durch ihre Hilfslieferungen noch unterstützen, klärt der Autor auf: Südkorea will gar nicht mehr mit dem völlig verarmten und sich selbst zugrunde gerichtet habenden Norden vereinigt werden (es könnte die Massen von Arbeitslosen aus dem Norden nicht übernehmen, und der Aufbau der Wirtschaft des Nordens wäre finanziell nicht tragbar vom Süden); China (hat Angst vor den Flüchtlingswellen) und auch die USA sind an einer Destabilisierung Nordkoreas nicht interessiert. So erklären sich die enormen Hilfslieferungen an Nordkorea nicht nur durch Menschenliebe, sondern vor allem darin, dass man inzwischen tatsächlich daran interessiert ist, das Regime in Nordkorea aus politisch- strategischen Gründen letztlich zu stützen! Man hat Angst vor einem völligen Zusammenbruch des Landes und der daraus resultierenden Folgen.

Diese ganzen Zusammenhänge erklärt der Autor kurz und klar, in gutem Stil.
Der Ausblick des Buches auf die "Zukunft" zeigt einige Schwächen; es ist dann doch etwas anders gekommen. Auch muss man die abschließende Meinung des Autors nicht teilen.

Der Leser stellt sich am Ende die Frage, wie sich die Internationale Staatengemeinschaft wohl am besten gegenüber dem "Schurkenstaat" Nordkorea verhalten sollte. Der Autor gibt da keine klare Antwort; aber der Leser kann dann selber sich eine Meinung darüber bilden.
Für mich ist ziemlich erkennbar, dass jegliche Art einer "Politik der Zugeständnisse" gegenüber Nordkorea versagt hat; der "Schurke" hat alle Geschenke immer gerne angenommen, an seine Freunde verteilt, und das Volk verhungern lassen, während er seinen Teil der Abmachung - insbesondere im humanitären Bereich - fast nie eingehalten hat. Ich glaube nicht, dass es das richtige Mittel ist, wenn man derart "Verbrecher hofiert"; vor allem nicht, wenn man selber in der in Wirklichkeit viel stärkeren Position ist. Dennoch hat man sich immer die Bedingungen des "Kleinen Schurken" diktieren lassen; er hat mit uns "sein Spiel gespielt", und die Weltgemeinschaft dabei immer dumm ausssehen lassen. Wahrlich, mit Ruhm bekleckert hat sich "der Westen" hier nicht!
Am wichtigsten ist aber wohl die Humanitäts- Frage: wie kann man diesen verhungernden Menschen in Nordkorea am effektivsten helfen, die keine Schuld für ihre Misere trifft? Die Antworten des Buches sind etwas dürftig; aber m.E. wäre es am besten, wenn China sich zur Aufnahme der Flüchtlinge in speziellen Lagern erklären würde, die die Weltgemeinschaft finanziert. Vielleicht könnte man die dort erzogenen Exil- Koreaner dazu bewegen, das Regime zu stürzen, und Korea mit internationaler Hilfe demokratisch neu aufbauen? Denn zur Zeit sieht es so aus, als ob am liebsten Millionen von Koreanern ihr Land verlassen würden, koste es, was es wolle!
Aber leider sieht es danach ja nicht aus, weil es für die reichen Länder bequemer ist, alles so zu belassen, wie es ist (geht auch aus dem Buch hervor!).
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