Fashion Sale Hier klicken b2s Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
5
4,0 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:10,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Es ist ein nachdenklicher Papst Franziskus, der in dem Buch Über die Selbstanklage" deutlich wird. Es ist ein stiller Jorge Mario Bergoglio, der sich mit dem Buch Über die Selbstanklage" in deutscher Sprache präsentiert. Oder wie es der Jesuit Michael Sievernich in seinem einführenden Aufsatz Lebenskunst und Spiritualität" schreibt: Dieses kleine Buch über die spirituelle Lebenskunst stammt von einem Lebensmeister, der zugleich Lesemeister ist. Denn es enthält zum einen die geistliche Weisheit eines Menschen, der die Spiritualität ein Leben lang gelehrt und ... ein Leben lang geübt

So zählt das Buch Über die Selbstanklage" nicht zu einer Vielzahl von Büchern, die man im Alltag zur Hand nimmt, um sich einen kurzen Eindruck zu etwas zu verschaffen. Was Papst Franziskus mit dem Buch Über die Selbstanklage" geschafft hat, ist das Faktum, dass er einen spätantiken Text des östlichen Mönchtums, den Dorotheus von Gaza geschrieben hat, der Vergessenheit entrissen hat. Er hat noch mehr geleistet. Mit den Augen des zeitgenössischen Menschen schaut er auf den historischen Text und zeigt, dass auch die alten Kirchenlehrer den Menschen der Gegenwart etwas zu sagen haben.

Methodisch ist das Buch Über die Selbstanklage" sehr gelungen. Der Jesuitenpater Michael Sievernich macht nicht nur den Text des Dorotheus von Gaza verständlich, sondern schaut auch nochmals auf die jesuitischen Prägungen des Papstes Franziskus, die in seinen Betrachtungen natürlich nachvollziehbar sind. Schon in den Worten Sievernichs wird unterstrichen, dass gegenwärtig ein Leben in stiller Einkehr auch notwendig erscheint. Wörtlich: Der alte Text des Dorotheus von Gaza ... kreist um die innere Selbstgestaltung vor Gott, die nicht ohne kritische Selbstwahrnehmung und Selbstanklage zu haben ist. Diese zielführende, nur durch lange Übung zu erlangende Weisheit ist vielleicht nur in der Wüste zu erreichen, wo das Elementare an Gewicht gewinnt und das Allotria seine Attraktivität verliert." (13)

Wenn Papst Franziskus mit dem Buch Über die Selbstanklage" etwas mit auf den Weg gibt, ist es die Ermunterung zum Luftholen und sich aus dem Trubel Ziehen. Dies veranschaulicht Sievernich mit dem Bezugnehmen auf die Philosophie der Lebenskunst, die sich auf Michel Foucault und Wilhelm Schmid bezieht, denen es um die Selbstreflektion und die Selbstsorge geht. Dieses Abrücken von der Selbstbezogenheit durch Nachdenklichkeit wird dann auch in den genuin von Bergoglio geäußerten Ideen spürbar. Sievernich spitzt es zu: Unter Anklage ist hier natürlich keine juridische Anklage vor Gericht gemeint, sondern ein geistig - moralisches Geschehen im inneren Forum des Gewissens." (30)

Deshalb macht es auch Sinn, das Buch Über die Selbstanklage" zur persönlichen Betrachtung zu nutzen. Man sollte es sich in die Innentasche seiner Jacke stecken, wenn man den Weg in die Kirche sucht oder einen alltagsvergessenen Spaziergang im Wald wagt. Denn dem Gesinnungstäter Jorge Mario Bergoglio nähert man sich nur im Stillen. Das Nachsinnen über Begriffe wie Demut und Geduld gelingt nicht im Trubel des täglichen Einerlei. Genausowenig kann man dem historischen Text des Dorotheus von Gaza mit dem Krach der Gegenwart näher kommen. Nicht umsonst hat die frühchristliche mönchische Literatur sich fernab des antiken Lebens sich entwickeln können. Papst Franziskus Buch Über die Selbstanklage" lädt zum Rückzug ein, um den Alltag klarer sehen zu können.
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Dezember 2013
Das schmale Büchlein besteht aus drei in etwa gleich langen Teilen, die jeweils nicht länger als ein mittlerer Zeitschriftenartikel sind und sich relativ zügig lesen lassen. Der (1984 entstandene) Meditationstext von Bergoglio ist eigentlich nur ein kleiner Aufsatz und wird gerahmt von einer Einleitung von P. Michael Sievernich (einem bekannten deutschen Jesuitentheologen), der gut verständlich in den geschichtlichen und spirituellen Hintergrund einführt, sowie der eigentlichen "Anleitung zur Selbstanklage", nämlich Auszügen aus Texten eines spätantiken Mönchs aus dem hl. Land (Dorotheus von Gaza, gest. 565), auf die sich Bergoglios Überlegungen und Denkanstöße beziehen.

"Ich glaube, dass die anderen gut sind und ich sie ohne Furcht lieben soll, ohne sie je zu verraten, um selbst auf der sicheren Seite zu stehen", schrieb Jorge Bergoglio 1969 in einem persönlichen Exerzitientext vor seiner Priesterweihe. ("Creo que los demás son buenos y que debo amarlos sin temor y sin traicionarlos nunca buscando una seguridad para mí.") Diese Fähigkeit, im anderen das Gute zu erblicken und Gottes Wirken zu erkennen, ohne naiv oder blind zu sein, aber durchaus im Bewusstsein des mit einer solchen Haltung verbundenen Risikos, kann man als das Hauptanliegen auch in dieser Meditation ausmachen.

Das Buch ist geeignet für alle, die eine gewisse Ader für spirituelle und zwischenmenschliche Verhältnisse mitbringen. Wer begreifen möchte, was der Papst eigentlich meint mit seiner häufig wiederholten Mahnung, nicht schlecht voneinander zu reden - vgl. dazu im Jakobusbrief Kap. 4 Vers 11-12 - (selbst wenn man bis jetzt vielleicht nicht viel mit dieser Aussage anfangen konnte oder sie für eher banal hielt), könnte hier den tatsächlichen Kern seiner Spiritualität entdecken, gewissermaßen die 'Seele' Bergoglios, und zugleich etwas für sich selbst und über andere lernen.

Die beiden fremdsprachigen Texte (also der span. von Bergoglio und der grch. des Mönchs) wurden von hervorragenden Übersetzerinnen ganz ausgezeichnet ins Deutsche übertragen. Die bisherigen Übersetzungen der Papstbücher fand ich nicht allzu überzeugend, sie waren auch alle mit heißer Nadel gestrickt und lassen Bergoglios nicht ganz einfach herüberzubringenden Redestil häufig schwerfällig und holprig erscheinen, was er im span. Original nicht ist.
Dies ist hier in der Übertragung der Kölner Übersetzerin Gabriele Stein nicht der Fall; und ich halte Bergoglios Meditationstext - also das mittlere Drittel dieses Bandes - für den bislang am besten ins Dt. übersetzten Text des jetzigen Papstes überhaupt.

Ich möchte dieses Bändchen deshalb sehr empfehlen, es lässt sich wie gesagt ganz fix lesen und bietet wirklich grundlegende Einblicke, wenn man am "Wesentlichen" interessiert ist. Deshalb eignet es sich auch sehr gut zum Nochmallesen oder Meditieren, wie es ein Vorrezensent bereits beschrieb. Und auch, wer bis jetzt noch kein Buch von Jorge Bergoglio zur Hand genommen hat, findet hier meines Erachtens einen guten Einstieg.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Februar 2016
Als ich das Buch erstand, dachte ich, der Papst würde mich zu mehr Selbstannahme und weniger Selbstanklage führen. Wie -letztlich wohltuend und befreiend fand ich es schließlich zu lesen, dass es in die andere, weniger wehleidige, aber dafür starke und konstruktive Richtung geht: klagen wir uns doch ruhig einmal an! Uns, nicht einander! Sehen wir doch, wie wenig unsererseits der großen und hingebenden Liebe Gottes gegenüber steht. Und werden wir damit mild und barmherzig den bisher von uns Angeklagten gegenüber! Wer sich selbst liebt und etwas Gutes tun möchte, muss deswegen nicht kritiklos sein...
Ein Buch, das erbaut und stärkt...
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Februar 2014
Das kleine büchlein (77 seiten) ist lesenswert. Allerdings sind es nur zweieinhalb seiten, die die unterschrift des Papstes tragen. Die worte des Papstes, die in diesem büchlein als vorwort fungieren, waren ürsprünglich an mitglieder einer diözesanversammlung gerichtet, die im jahre 2005 stattfand.
Das vorwort ist zwischen eine längere einleitung von Prof. M. Sievernich SJ und den text des mönches Dorotheus von Gaza über die selbstanklage eingefügt. Wer solche spirituellen texte gerne liest, wird hier gute geistliche nahrung finden.
Allerdings möchte ich vom titel des büchleins ausgehend den wesentlichen hinweis des buches so zusammenzufassen: Anstatt dass man andere kritisiert, sollte man lieber bei sich selbst anfangen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Januar 2014
Es wird nicht klargemacht, wann man sich auch mal Loben darf. Positiv ist, daß man über andere nicht schlecht reden sollte. Man soll eben das Brett vor dem eigenen Kopf wahrnehmen. Wo Selbstanklage sinnvoll ist z.B. im
Bußsakrament wird kein Wort verloren
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden