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70 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeit der Umkehr
Noch nie in der Geschichte der Kirche hat ein Papst in Form eines persönlichen und direkten Interviews Rede und Antwort gestanden. Papst Benedikt gibt in dem im Buch enthaltenen Gespräch Einblicke in sein weltanschauliches Denken, aber auch in den Alltag eines Amtes, was ihn zum Oberhaupt von 1,2 Milliarden Menschen auf der Welt macht.

Schon diese...
Veröffentlicht am 29. November 2010 von Falk Müller

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93 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gemischte Gefühle
Es ist insgesamt nicht ganz einfach, das Buch zu bewerten, denn es sind ja zwei Stimmen, die zu uns sprechen: Peter Seewald und Papst Benedikt. Genau darin liegt in meinen Augen das Problem.

Das wirkliche Ärgernis des Buches sind die Fragen von Peter Seewald. Dabei geht es nicht nur um die Themenauswahl (Williamson und Fatima zum Beispiel). Seewalds Ton...
Veröffentlicht am 5. Dezember 2010 von Waldschrat


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70 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeit der Umkehr, 29. November 2010
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Licht der Welt: Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit. Ein Gespräch mit Peter Seewald (Gebundene Ausgabe)
Noch nie in der Geschichte der Kirche hat ein Papst in Form eines persönlichen und direkten Interviews Rede und Antwort gestanden. Papst Benedikt gibt in dem im Buch enthaltenen Gespräch Einblicke in sein weltanschauliches Denken, aber auch in den Alltag eines Amtes, was ihn zum Oberhaupt von 1,2 Milliarden Menschen auf der Welt macht.

Schon diese Zahl macht deutlich, dass so ein Amt natürlich auch eine große Bürde ist. Und dies gibt er im Gespräch offen zu. Zitat: " Dass ich mich plötzlich dieser gewaltigen Aufgabe gegenüber sah, war ein Schock für mich. Die Verantwortung ist in der Tat ungeheuerlich." Man lernt Benedikt im Interview aber als Menschen kennen, der mit großem Fleiß und Selbstdiziplin seinen Aufgaben wahrnimmt. Dabei lernt man auch ganz persönliche Seiten von ihm kennen. So erfährt man etwa welche Filme er sich anschaut, was er in seiner Freizeit für Kleidung trägt oder wie er persönlich Weihnachten feiert.

Im Mittelpunkt steht natürlich die Frage, wo die Kirche heute steht und wohin sie sich künftig entwickeln wird. Papst Benedikt beklagt hier eine Säkularisierung, die durch ein neuzeitliches Fortschrittsdenken ausgelöst wird. Heute meint der Mensch all das zu können, was er früher nur von Gott erwartet hat. Nach diesem Denkmodell erscheinen die Dinge des Glaubens als archaisch, einer vergangenen Zivilisation angehörend. Doch die Vermittlung von Werten ist heute wichtiger denn je. Deshalb, so Benedikt, muss sich Religiosität neu regenerieren, und damit auch neue Ausdrucks- und Verstehensformen finden. Er spricht sogar von einer neuen Evangelisierung. Das Interview enthält noch viele solche Denkanstöße.

Ergänzt wird das Gespräch im Buch mit einem unfangreichen Anhang, in dem nochmal der Lebenslauf von Benedikt dargestellt wird. Anschließend folgt auch noch eine kurze Chronik seines bisherigen Pontifikats, etwa dem Ablauf seiner Wahl 2005, die Bücher und Schriften, die er seitdem herausgebracht hat, und natürlich die zahlreichen Reisen, die er unternahm. Insgesamt also ein recht informatives Buch.
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93 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gemischte Gefühle, 5. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Licht der Welt: Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit. Ein Gespräch mit Peter Seewald (Gebundene Ausgabe)
Es ist insgesamt nicht ganz einfach, das Buch zu bewerten, denn es sind ja zwei Stimmen, die zu uns sprechen: Peter Seewald und Papst Benedikt. Genau darin liegt in meinen Augen das Problem.

Das wirkliche Ärgernis des Buches sind die Fragen von Peter Seewald. Dabei geht es nicht nur um die Themenauswahl (Williamson und Fatima zum Beispiel). Seewalds Ton neigt an manchen Stellen zur Frömmelei und erscheint unterwürfig, auch verfällt er mitunter in eine Jubelprosa und verwendet Begriffe wie 'Milleniumspontifikat' oder redet vom Papsttum als 'der größten Bühne der Welt'. Das allein macht die Lektüre schon sehr mühsam, damit ist es aber nicht genug: Sewald versucht durch seine Fragen den Papst beständig in eine bestimmte Richtung zu lenken. Wenn Seewald ein Thema anspricht, bietet er zunächst einmal kurz eine Zusammenfassung der gegenwärtigen Situation, bevor er dem Papst dann eine Frage stellt. Diese Zusammenfassungen sind nicht nur meist einseitig und tendenziös, sie sind oft auch schlicht falsch und ärgerlich entstellend. Zwar relativiert der Papst in diesen Fällen fast immer die Seewaldschen Aussagen, jedoch bleiben viele der angeblichen Fakten im Raume stehen, ohne daß der Papst überhaupt die Gelegenheit bekäme, sie richtig zu stellen.

Beispiele dafür lassen sich im Buch zahlreich finden. Hier nur ein paar Beispiele, von mir etwas zugespitzt:

Im Themenkreis Ökumene zum Beispiel:

Seewald: Die Ökumene mit der Orthodoxie steht vor dem Durchbruch.
Benedikt: So einfach ist es nicht, es gibt noch viele Probleme.

Seewald: Die Ökumene mit den Protestanten ist am Ende.
Benedikt: Nein, es gibt viele Gemeinsamkeiten, wir können viel zusammen tun.

Seewald: Die historisch-kritische Methode in der Bibelwissenschaft ist antichristliche Pseudowissenschaft.
Benedikt: Keineswegs, sie hatte ihre Zeit, hat viele wichtige Beiträge geliefert und wird auch weiterhin ein Teil der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Bibel bleiben.

Seewald: Drückt das Sendschreiben an die Gemeinde in Laodizea in der Offenbarung des Johannes nicht aus, daß das Zeitalter der Demokratie bereits eine Erscheinung der Endzeit ist?
Benedikt: Quatsch. (Wörtlich: Solchen Interpretationen gegenüber sei Benedikt 'skeptisch').

Absurd auch Seewalds Behauptung, Papst Benedikts Buch 'Jesus von Nazareth' habe einen Paradigmenwechsel in der Bibelinterpretation eingeleitet. Abgesehen davon, daß Benedikt das nicht für sich in Anspruch nehmen würde, ist es schlicht Blödsinn. Eine ähnliche Form der 'kanonischen Schriftauslegung' und postliberalen Theologie gab es auch schon vor Benedikt, er hat sich nicht erfunden, sondern er bedient sich ihrer (dankenswerterweise).

Faßte man die Aussagen Peter Seewalds, die er in seinen Frageeinleitungen über das Buch verteilt macht, zu einem eigenen Text zusammen, entstünde das Zerrbild eines retrogressiven Katholizismus, mit dem man Papst Benedikt keinesfalls identifizieren sollte.

Wie aber bereits deutlich wird, sind es Benedikts besonnene Antworten, die das Buch retten. Er widerspricht Seewald häufig, relativiert dessen Aussagen, öffnet dessen Verengungen, korrigiert seine Irrtümer. Benedikt läßt sich an keiner Stelle auf Seewalds frömmlerischen Ton ein, bleibt sachlich und bescheiden und stellt die Sache und die Botschaft in den Vordergrund. Das ist der Papst Benedikt, den man kennt und gerade deshalb so sehr schätzt.

Benedikt ist m. E. überall da besonders stark, wo er eine Analyse der gegenwärigen Situation der Welt und der Kirche liefert. Hier treffen seine Sätze häufig ins Schwarze, ohne zu überzeichnen. Benedikt hält sich nicht nur mit den oberflächlichen Symptomen der Krise auf, sondern erkennt und benennt deren Ursachen. Darin ist er stark.

Sehr nachdenklich hat mich gemacht, daß auch Papst Benedikt an den Punkten vage wird, an denen es darum geht, konkrete Schritt als Reaktion auf die zahlreichen Krisen in Kirche und Welt zu benennen. Offensichtlich ist, daß alle die Krise(n) ähnlich wahrnehmen, Katholiken, Protestanten und Nichtchristen gleichermaßen. Vorschläge, den Krisen zu begegnen, gibt es viele. In Teilen der christlichen Kirchen macht sich eine neue Form des Traditionalismus oder Fundamentalismus breit. Die Krisen sollen durch Rückkehr zum Alten und Bewährten, zum Bekenntnis, zur Alten Messe, zur vorkonziliaren Theologie usw. Damit einher geht der Ruf nach einer stärkeren Autorität, mehr Gehorsam gegenüber dem Papst. Diese Entwicklung sehen wir sowohl auf der protestantischen wie auf der katholischen Seite.

Bemerkenswert ist, daß Benedikt beidem eine Absage erteilt. Er verteufelt die 'Moderne' nicht pauschal, sondern sieht darin auch viel Gutes. Er steht nicht für eine schlichte Rückkehr zum [i]status quo ante[/i]. Ebenso relativiert er die päpstliche Autorität deutlich, indem er ihren Einfluß als begrenzt ansieht. Päpstliche Autorität funktioniert nur, wenn s eine Einheit des Willens gibt. Mit Benedikt gibt es also kein schlichtes Zurück zur Vergangenheit, noch wird er mit eiserner Hand regieren. (Auch für die Klarstellung dieser Position ist das Buch zu loben!)

Zugleich erteilt Benedikt allen kirchlichen 'Reformbemühungen' eine mehr oder weniger deutliche Absage. Frauenpriestertum und Zölibat stehen nicht wirklich zur Debatte. Dies ist keine Überraschung, denn hier ist Benedikt zu deutlich an Entscheidungen seiner Vorgänger gebunden, als daß er etwas bewegen könnte oder wollte.

Was aber ist dann zu tun? Wie ein roter Faden zieht sich durch das Buch die Formulierung, die Botschaft der Kirche müsse 'neu gesagt' werden oder 'wieder neu gehört werden'. Im Prinzip hat er damit natürlich recht: Die Kirche hat nichts und niemand anders zu verkündigen als Jesus Christus. Daran gibt es nichts zu rütteln. Aber kann es angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen wirklich genug sein, das bisher Gesagte - salopp ausgedrückt - nur lauter und deutlicher zu sagen?

Hier beschleicht mich ein leichtes Unbehagen. Müßte man angesichts der Schwere der Krisen und des sich immer mehr vertiefenden Grabens zwischen der Kirche und der Gesellschaft, zwischen dem Wort des Evangeliums und dem, was die Menschen heute verstehen können, nicht zu anderen, radikaleren Mitteln greifen? Müßte man nicht Horden von Denkern, Theologen und Künstlern losschicken, mit dem Auftrag, das Evangelium so zu denken, zu sagen und darzustellen, daß es zu den Menschen von heute, die nicht kirchlich geprägt sind, neu spricht?

Es gab Passagen in Benedikts Antworten, in denen ich mich an die Radikalität eines Dietrich Bonhoeffer erinnert fühlte, der in einer der krisenhaftesten Situationen des 20. Jahrhunderts Dinge zu denken wagte, die bis dahin in der Theologie nicht gedacht worden waren.

Papst Benedikt scheint der Mut zu solchen Schritten zu fehlen, obwohl vieles in seinem Buch darauf hindeutet, daß wir diese Schritte gehen müßten. Das ist gewiss kein Vorwurf, sondern eine einfache Beobachtung. Für einen Menschen seiner Herkunft und seiner Biographie ist der Schritt vielleicht zu groß. Die Frage ist aber, ob wir uns auf Dauer leisten können, ihn nicht zu tun.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefgründige Gespräche, 23. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Licht der Welt: Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit. Ein Gespräch mit Peter Seewald (Gebundene Ausgabe)
Es gibt Wissenschaftler, die auch über die Weihnachtsfeiertage nicht auf Fachliteratur verzichten können und sich mit entsprechend vielen Büchern und Artikeln eindecken. Wie oft habe ich Wäschekörbe voll Bücher mitgenommen, die dann im neuen Jahr unangetastet wieder zurückgeschleppt wurden. Nun, auch wenn meine Weiterbildung dabei auf der Strecke blieb, so war zumindest mein Gewissen entlastet: ich hätte können, wenn ich hätte wollen ...

Meine erste Empfehlung daher: Sich mit möglichst wenig auf den Weg machen. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Wenige tatsächlich auch gelesen wird. Meine zweite Empfehlung: Sich mit etwas gänzlich Fachfremdem – schöngeistiger Literatur, Lyrik, philosophischen, geschichtlichen oder theologischen Erörterungen – beschäftigen. Dadurch wird die geistige Aufnahmefähigkeit für die wieder anstehende Fachlektüre im neuen Jahr umso größer, weil die Entbehrung das Interesse wieder wachsen lässt. Mein „Ziel“ für das Weihnachtsfest 2010 war es, das Gespräch, das Peter Seewald im Sommer mit Papst Benedikt geführt hatte, zu lesen. Und – es ist mir gelungen.

In Deutschland wird immer viel über Personen geschrieben und Urteile sind dabei rasch zur Hand. Viel wichtiger aber ist es, genau hinzuhören, was die betreffenden Personen zu sagen haben, um sich ein eigenes Bild zu machen. Nur wer sich eine eigene Meinung gebildet hat, kann sich gegen die veröffentlichte Meinung immunisieren. Und so sollten wir auch hören, was Papst Benedikt selber zu sagen hat. Jeder hat dann zu prüfen, was er als das bewahrenswerte Gute für sich annehmen kann.
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82 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die perfekte Vollendung der Trilogie, 24. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Licht der Welt: Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit. Ein Gespräch mit Peter Seewald (Gebundene Ausgabe)
Wer bereits Salz der Erde und Gott und die Welt gelesen hat sollte dieses Buch unbedingt dazu nutzen die Trilogie zu vervollständigen. Der Glaube von Papst Benedikt ist so rein und voller Liebe wie kaum ein theologisches Buch. Er kommt ohne unverständliche Fachbegriffe aus und kann den christlichen Glauben durch sein eigenes Leben so stark bezeugen wie ein großer Heiliger. Peter Seewald stellt genau die Fragen welche uns heute interessieren und Benedikt XVI. antwortet aus dem großen Wissen der katholischen Kirche heraus mit der Liebe eines Kindes. Wahrhaft ein Meisterwerk dieses Papstes.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wir sind Kirche, 11. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Licht der Welt: Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit. Ein Gespräch mit Peter Seewald (Gebundene Ausgabe)
Nach den beiden erfolgreichen Interview-Büchern von Seewald mit Kardinal Ratzinger erfolgt nun sensationellerweise das erste Papst-Antwort-Buch überhaupt, was es wohl in diesen Tagen nicht geben würde, hätte sich diese Begegnung der zwei ungleichen Bayern vorher nicht so originell gefügt, was ihren Unterhaltungen auch das gewisse Etwas gibt.
Seewald neigt in seinem Gesellschaftsbild etwas zum Pessimismus, was Papst Benedikt durch ergänzende positive Aspekte dann arumentativ auszuloten versucht (na ja, besser als umgekehrt). Die ZEITZEICHEN werden vor allem besprochen wie der Verlust von Maßstäben, Suchtverhalten, Kirchen-Skandale, Fanatismus oder Kulturkrise (1), dann das PONTIFIKAT (2) und schließlich das WOHIN der Kirche (3).
1
Wer lebt hier in einer Scheinwelt? Doch wohl der, der das Maß, die Maßstäbe verloren hat (An wen denken Sie gerade?).Seewald sieht eine moralisch stumpfe Turbogesellschaft im Raubtierkapitalismus. Benedikt meint, gut und böse sei heute relativ und folgenabhängig. Wir finden trotz viel Wissen keine Weisheit, wir glauben zu wissen, suchen nicht mehr das Geheimnis Gottes. Nein, ohne Gott lösen wir unsere Probleme nicht, und die werden nicht weniger.
Das Christentum hinterfragt unser banales Konsumleben. Die Schlange der Glücksgier bringt uns ins Paradies des Teufels (Drogenhandel Lateinamerika). Alles scheint erlaubt, und das bedeutet Zerstörung.
Sexualität soll nicht zu einer Art Droge banalisiert werden durch übertriebene Kondomfixierung. (Die katholische Kirche engagiert sich im Übrigen für die Aidsleidenden mehr als andere). Sexualität soll Liebesausdruck sein und das Menschsein mitentfalten. Körperlichkeit ist eine positive Gabe als Teilhabe an der Schöpfung. Das Meinungsgewirr weiss nicht mehr, was Ehesakrament bedeutet.
Ausgerechnet im Priesterjahr wirft uns der Teufel seinen Schmutz ins Gesicht (Doppelleben, Abstürze). Bei dem erschütterndem Missbrauch von Kindern, was ja kein kath.-spezifisches Problem ist, ist die Rede von einem bestürzendem Vertrauensmissbrauch, einem verletzten Weihesakrament, verspielter Achtung, Schande und Unehre. Einmal bleibt auch einem Papst nichts mehr als mit den Opfern zu weinen.
Die Sache mit den Pius-Brüdern war eigentlich ein eindeutiger Rechtsfall, und die Rehabilitierung Williamsons durch seine Anerkennung des Primats war nach damaligem Wissensstand klar. Das wurde von der Öffentlichkeitsarbeit allerdings nicht deutlich genug vermittelt. Die Medien geben sich der Kirche gegenüber bloßstellungsfreudig, Journalisten fragen nicht nach und wollen dem Papst schaden. Aber auch unter Katholiken zeigt sich eine papstfeindselige Schicht.
Die Gewaltgebärden des Fanatismus widersprechen dem Wesen Gottes, dem richtigen Denken und Reden. Das Regensburger Zitat wurde grob politisiert. Man muss mit Dialogwilligen das Verhältnis zwischen Wahrheit und Toleranz klären.
Man redet über säkulare Medien und instabile Sekten, die die Kulturkrise fördern, über den ausgrenzenden Mainstream, über unser vergiftetes Denken. Wir sind verschuldet und leben auf den Schein hin. Und tun so, als ginge uns Gott als unser Richter nichts an.
2
Joseph Ratzinger sah in diesem Papstamt überhaupt nicht seine Bestimmung, aber vielleicht will Gott mit einem Professor als Papst einen Moment der Nachdenklichkeit. Ein Amt der Macht? Nein, es ist ein Zur-Verfügung-Stehen. Unfehlbar? Nein, aber einer trägt die Entscheidung und die Last des Kreuzes. Man kann nur versuchen, die Tagesplage abzutragen und Wesentliches zu erwägen. Die Kirche ist im Ganzen gesund und müsse wieder lebendig, als Licht wahrgenommen werden. Man wünscht sich den Papst als allgemeinen Sprecher der Kirche. (Wir brauchen auch ein Einheitsorgan in der Globalisierung).
3
Es gibt eine Annäherung an den Orthodoxen und an China. Zu den modernen und vielschichtigen Protestanten müssen wir eine Basis finden. Kirchenkonkurrenten bieten wahrheitshinweisende Lichtfragmente. Es ist mehr Übersetzungsarbeit vonnöten. Wir sind keine Global Player, keine Produktionsfirma, sondern eine Freiwilligengemeinschaft. Wir sind die Kirche, die alle Kulturen, Nationen und Zeiten überbrückt. Sie prägt nicht mehr eine Nation oder Kultur, sie wird geprägt von entschiedenen Christen. Das Christentum bietet heilsame Oasen wie etwa die Lithurgie. In ihr lassen wir uns in eine größere Wirklichkeit einfügen, kommen wir Christus entgegen, kommen wir ins Ganze und werden eins. Sie berührt als eine verändernde und weisende Kraft, als eine Wandlung von innen. Der eine Geist, der uns verbindet, soll uns gottfähig machen für das Ewige Leben.
Unser begründeter Glaube muss die Moderne durchformen, das darf kein geteiltes Nebeneinander sein. Die Religions-Geographie sinkt, aber es gibt noch Glaubensvitalität. Es gibt einfache und tiefe Suchbewegungen, Kreis-Durchbrechungen durch kreative Aufbrüche. Mit guten Kräften mögen wir dem Gottesreich näherkommen. Für den Demütigen ist die Wahrheit maßgebend. Das Christsein ist wie eine Bergbesteigung. Sie ist unbequem, aber sie lässt uns erst das Große und Schöne sehen.
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58 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Licht der Welt hat Tiefgang, 27. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Licht der Welt: Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit. Ein Gespräch mit Peter Seewald (Gebundene Ausgabe)
Als Christ, im protestantischen Glauben, habe ich mir dennoch dieses Buch gekauft.. was in seiner Konfesstionszielgruppe ja uni-artig ist.

Ich bin ein großer "Fan" von Papst Benedikt XVI; er ist ein einzigartiger Mensch.

Seine Gedanken und Worte haben Tiefgang, seine Vorstellung können einem aus der Seele sprechen.

Der Autor Peter Seewald kann sich sehr freuen, diese besondere Ehre erhalten zu haben, den Papst zu interviewen.

Ich werde mir mit großer Wahrscheinlichkeit auch die anderen vorrangegangenen Bücher von Herrn Seewald besorgen.

BUCH NUR ZU EMPFEHLEN !!!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Offener Blick ins Herz des Papstes, 29. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Licht der Welt: Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit. Ein Gespräch mit Peter Seewald (Gebundene Ausgabe)
Es hat wohl noch nie einen Papst gegeben, der derart offen ein so ausführliches Interview gegeben hat. Jeder, der sich ein Bild über Benedikt den XVI anmaßt sollte dieses Buch und zumindest das Vorwort zu Ratzinger Josef Benedikt XVI, Jesus von Nazareth,erster Teil, Herder Wien, gelesen haben.Dann wird er vermutlich einen anderes (ein positives) Bild von diesem Papst haben, das leider durch die Presse meist verzerrt wird.Als Beispiel will ich auf den Fall Williamson verweisen (S.38ff und S.150ff), der in der Presse völlig verzerrt und damit falsch vatikanfeindlich dargestellt wurde.("Papst rehabilitiert Holocaust-Leugner") Dies ist halt heute "in" und erhöht offenbar die Auflage. Ein hervorragendes, leicht lesbares Buch.Ein "musst" für jeden kritischen Menschen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ... die Zeichen der Zeit, 3. März 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Licht der Welt: Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit. Ein Gespräch mit Peter Seewald (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch kann ich nur empfehlen. Papst Benedikt XVI. äußert sich zu den heiklen Themen der Zeit. Man bekommt einen anderen Blickwinkel und es macht zuweilen nachdenklich.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für alle die die persönliche Seite von Benedikt XVI kennenlernen wollen., 17. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Licht der Welt: Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit. Ein Gespräch mit Peter Seewald (Gebundene Ausgabe)
Ich bin begeistert. Im Interview mit Peter Seewald lernt man die menschliche Seite von Benedikt XVI kennen. Wie er ist, was er denkt und was er will.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der heilige Vater nicht hautnah, aber etwas näher, 14. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Licht der Welt: Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit. Ein Gespräch mit Peter Seewald (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch für Einsteiger. "Licht der Welt" gibt in Interviewform einen Blick hinter die Kulissen des Vatikans, in das persönliche Umfeld des Papstes und ermöglicht es dem Leser, zu erfahren, wo der Heilige Vater die Schwerpunkte seines Pontifikats sieht, wie er die katholische Kirche zukunftsfest machen will und wie es gelingen kann, Gläubige für die Kirche (zurück) zu gewinnen. Peter Seewald fragt zwar nicht offensiv kritisch, spart aber die drängenden Problemfelder - Mißbrauchsfälle, Opus Dei, den Fall Williamson oder das Verhältnis zu anderen Glaubensgemeinschaften - nicht aus. Die Art der Fragestellung führt den Leser (oftmals durch eine erklärende Passage) auf das jeweilige Thema hin, so dass auch Nicht-Katholiken und Nicht-Kirchenhistoriker, die einfach etwas mehr über den deutschen Papst wissen wollen, sicherlich Neues erfahren können. Wer sich aber Schwänke aus Joseph Ratzingers Jugend oder überraschend Persönliches aus seiner Zeit als Priester, Professor oder Bischof erwartet, wird enttäuscht - ein Papst kann aber wahrscheinlich wirklich nicht viel mehr preisgeben, als dass er als Papst keine Geldbörse besitzt und gerne Don Camillo und Pepone-Filme auf DVD guckt. Das Interview-Format hemmt Benedikt XVI. allerdings auch zum Teil, da es ihm nicht ausreichenden Platz bietet, Gedanken in der ihm eigenen Klarheit bedächtig, hintergründig, wissenschaftlich fundiert und sprachlich klar zu entwickeln - es bleibt beim Leser manchmal das Gefühl, dass der Papst bei seinen Antworten nur an der Oberfläche bleibt. Das Interview ist aber sehr flüssig lesbar - niemand braucht Angst zu haben, dass Benedikt XVI. zu pastoral philosophiert und die Leser in eine Trichtervorlesung zwingt. Der Papst wirkt freundlich-sympathisch mit Bodenhaftung. Wer immer den Eindruck hatte, der Papst ist der realen Welt entrückt, wird durch "Licht der Welt" eines Besseren belehrt - er hat die Probleme der Kirche, der Gegenwart und seiner Schäfchen im Blick. Abschließend möchte ich die Lektüre von "Licht der Welt" empfehlen.
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