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Kundenrezensionen

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am 27. Juli 2010
Ein großartiges Buch einer großartigen Frau.

Kirsten Heisig schildert sehr differenziert verschiedene Wege von Jugendlichen ganz unterschiedlicher Herkunft in die Kriminalität. Es geht in dem Buch nicht nur um Neukölln. Auch ihre Erfahrungen aus anderen Bezirken werden geschildert, so aus Pankow, wo es Anfang/Mitte der 90er Jahre viele Probleme mit rechtsorientierten Gewalttätern gab.
Der Leser kann nachvollziehen, wie die mangelhafte Kooperation von Schulen, Jugendamt, Gerichten und Justiz kriminelle Jugendliche geradezu zu Straftaten ermuntert, weil sie entweder gar nicht bestraft werden oder zu spät und zu mild.
Nie aber werden die Jugendlichen als Monster gezeichnet, sondern immer auch als Opfer, vor allem ihrer eigenen Eltern. Eltern, die überfordert und unfähig sind zu grundlegender Erziehung. Und auch von Eltern, die die kriminelle Karriere ihrer Kinder in Kauf nehmen oder sogar - wie im Falle arabischer Großfamilien - aktiv voran treiben.

Bis vor wenigen Jahren war es in der gesamten Bundesrepublik, und in Berlin besonders, üblich, dass über die weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen aus türkischen und besonders arabischen Familien geschwiegen oder nur sehr beschönigend und abwiegelnd gesprochen wurde.
Die Medien und die Politik handelten hier in ebenso seltener wie grundfalscher Einmütigkeit. Die Berliner Justizsenatorin von der Aue versetzte einen Oberstaatsanwalt, der sich öffentlich über jugendliche Gewaltkriminalität äußerte, während die Polizei zunehmend frustrierter über das Versagen von Politik und Justiz war.

Kirsten Heisig schildert in dem Buch, wie sie das "Neuköllner Modell" entwickelte und auf den Weg brachte - und damit, gegen den Widerstand vieler Kollegen in der Justiz, als Erste einen konkreten und messbaren Beitrag leistete, Jugendliche nicht weiter in die Kriminalität abrutschen zu lassen und die Straßen von Berlin etwas sicherer zu machen.

Kirsten Heisigs Buch ist konkret, ist engagiert und bewegend. Es spricht die unschönen Wahrheiten aus und es zeigt Wege, wie die Zunahme der Gewalt endlich eingedämmt werden kann. Ich hoffe, dass dieses Buch der Anfang ist vom Ende des Schweigens und Schönredens.

Danke, Frau Heisig. Sie fehlen.
3535 Kommentare|742 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 26. Juli 2010
Kirsten Heisig war eine Berliner Jugendrichterin zunächst zuständig für die Ostberliner Bezirke Pankow und Freidrichshain, in den letzten Jahren für Neukölln, eine der Kriminalitätshochburgen der Stadt. Sie weiß, wovon sie spricht, kennt das gesamte Spektrum von jugendlichen Gewalttäter: Von verwahrlosten Deutschen, die in die rechtsradikale Szene abdriften, von verwöhnten Mittelstandssprößlingen und Linksradikalen "Erste-Mai-Randalierern" bis hin zu außerhalb von Recht und Gesetz lebenden Migrantenkindern. Sie war keine "Richterin Gnadenlos", wie manche sie in der Öffentlichkeit abstempelten. Was sie umtrieb war ein ineffektives politisches System und eine häufig ängstliche Verwaltungspraxis, die es zuließen, dass Kinder in einem Zustand der Verwahrlosung aufwuchsen. Und sie begann, Modelle für eine Veränderung zu entwickeln. Das Buch enthält eine realistische Zustandsbeschreibung - gewonnen aus einer tagtäglichen engagierten Arbeit, eine Darstellung, was Jugendrichter leisten können und welche Mittel ihnen dazu zur Verfügung stehen, einen Blick über die Grenzen, wie anderen Orts - in Oslo, London oder Rotterdam - mit dem Problem umgegangen wird und Vorschläge, welche dringend notwendigen Änderungen eingeleitet werden sollten. Diese laufen letztlich auf eine Linie hinaus, die jeder Praktiker in diesem Feld nur aus vollem Herzen unterschreiben kann: Es muss rasch und konsequent gehandelt werden, unsere Rechts- und Werteordnung muss entschlossen durchgesetzt werden. Wenn wir es tolerieren, dass Eltern ihre Kinder nicht zur Schule schicken, ihre Söhne zu kleinen Machos erziehen und ihre Töchter systematisch unterdrücken, wenn wir es zulassen, dass Schüler mehr oder weniger sanktionslos Lehrer attackieren dürfen, dass Polizeibeamte sich bei Festnahmen plötzlich mit einem Rudel gewaltbereiter Landsleute auseinandersetzen müssen, wenn arabische Großfamilien ihre Kinder auf den U-Bahnhöfen harte Drogen verticken können, ohne dass den Eltern das Sorgerecht entzogen wird, wenn weggeschaut wird, wenn in den Familien die Kinder misshandelt werden, dann wird unsere Gesellschaft den Kampf gegen die Jugendgewalt verlieren. Die Autorin betont dabei zu Recht, dass präventive, unterstützende Maßnahmen an erster Stelle stehen sollen. Werden diese aber nicht angenommen, dann ist es notwendig auch konsequent und rasch mit repressiv zu reagieren und Signale zu setzen. Dieses Buch sollten alle, die in diesem Bereich arbeiten, lesen und es so sollte außerdem zur Pflichtlektüre der Politiker werden, damit sich die Verhältnisse endlich ändern, bevor es zu spät ist!
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am 27. Juli 2010
Es ist unglaublich und unfassbar, welche Zustände offensichtlich in der Berliner Jugendarbeit herrschen. Wegsehen als Prinzip. Man feiert sich auf Partys als die großen Multikulti-Protagonisten - aber auf Kosten der Jugend und zulasten der ganzen Gesellschaft. Ganze Generationen von Jugendlichen aus problematischen Vierteln werden sich selbst überlassen, werden von vornherein aufgegeben. Aus ideologischen Gründen darf nicht sein, was längst Realität ist.

Kirsten Heisig weist aber einen Weg zur Lösung, der überzeugend wirkt. Hoffentlich lesen viele berliner Verantwortliche ihr Buch und nehmen es sich ehrlich zu Herzen.

Anstatt eine solche engagierte und kompetente Frau wie Kirsten Heisig zu unterstützen und zu fördern, wird sie von Berliner Politik und Behörden alles andere als positiv begleitet. Die Brutalität des Umgangs mit kritischen Stimmen, nicht nur bei Kirsten Heisig, ist erschreckend. Bleibt nur zu hoffen, dass die Umstände ihres unvermittelten Todes restlos aufgeklärt werden.
33 Kommentare|425 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Juli 2010
Die verstorbene Richterin Kirsten Heisig beschrieb in ihrem Buch ihre Sicht auf den Umgang mit heranwachsenden Gewalttätern. Als langjährige Jugendrichterin in Berlin verfügte sie über detailierte Einblicke in die Problematik. Sie benennt Ursachen der Fehlentwicklungen und erläutert anschaulich und sachlich wohin der Weg der Gesellschaft führt, falls es nicht zu einem gravierenden Umdenken kommt. Gegen immer jünger werdende und brutaler agierende Täter fordert sie schnellere Verfahren, Abschreckung durch Strafe aber auch präventive Maßnahmen um ein weiteres eskalieren der Gewalt zu verhindern.

Die Autorin beschreibt:
- die Auflösung der traditionellen Familienstrukturen und das dortige nichterziehen der Jugend. Wenn die männliche Bezugsperson eines heranwachsenden eine Figur aus einem Gewaltspiel oder Actionfilm ist darf man sich nicht wundern. Die Vermittlung von Werten und Vorbildern findet nicht mehr in den Familien statt.
- falsch verstandene Toleranz. Richtige Toleranz bedeutet jedem Menschen, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Religion, ethnischer oder sozialer Herkunft die Möglichkeit zu geben seinen Platz in der Gesellschaft zu finden und ihn gegebenfalls zu unterstützen. Falsche Toleranz ist wegen den genannten Punkten die Augen vor einer Fehlentwicklung zu verschließen.
- auch politische Gewalt ist Gewalt und in jedem Fall abzulehnen. Was treibt jungen Menschen zu politischem Extremismus und wie wirkt dieser sich aus.
- die Ich- Fixieretheit und der daraus fehlende Bezug vieler Jugendlicher zum Gemeinwohl.
- mangelde Integration von Migranten
- jugendliche Intensivtäter
- Gewalt an Schulen
- selbstverständlich wird ihr eigenes Wirken als Jugenrichterin, das Jugendgerichtswesen allgemein und der Blick über den Tellerrand, also wie handhaben es andere Länder, thematisiert.

Fazit: Ein wichtiges Buch, das - nicht nur - die Entscheidungsträger unseres Landes lesen sollten und das für die kommenden Jahre aktuell bleiben wird.
33 Kommentare|109 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. August 2010
Kirsten Heisigs Buch verstößt gegen das Prinzip des juste milieu's, aus "übergeordneten" Gründen unangenehme Wahrheiten zu tabuisieren.

Die unangenehme Wahrheit ist, dass es in Deutschland kein prinzipielles Problem mit Immigranten, sondern ein sehr spezielles mit Teilen der muslimischen Immigranten gibt und dass die Politik des Verleugnens, Beschwichtigens und des Appeasements gegenüber dieser Immigrantengruppe aus soziokulturellen Gründen absolut kontraproduktiv ist.

Was bei der öffentlichen Diskussion um die Richterin Kirsten Heisig oft verschwiegen wird, ist ihr persönliches, menschliches Engagement, mit dem sie betroffene Familien aufsuchte und in Gesprächen mit diesen, Sozialarbeitern und Lehrern versuchte, straffälligen Jugendlichen eine Integration, überhaupt erst eine Sozialisierung zu ermöglichen.

Das Buch ist erschütternd und wird von den Hütern des multikulturellen (Alb)Traums totgeschwiegen werden - das sollten wir nicht zulassen, den die Realitäten beginnen uns einzuholen, nicht länger nur in den Großstädten.
0Kommentar|254 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Das ist wirklich ein sehr sehr wichtiges Buch von einer mutigen Frau, die leider zu früh aus dem Leben geschieden ist. Endlich traut sich jemand, den Finger in die Wunde zu legen und - nicht aus einer undifferenzierten Propagandaabsicht, sondern wirklich aus eigener, fundierter, langjähriger Berufserfahrung als Jugendrichterin im Problembezirk Neukölln - das auszusprechen, was wirklich in diesem Land los ist, auch wenn es vielen in diesem Land, vor allem den blauäugig-blinden Multikulti-Politiker der Grünen, die jahrelang eine angebliche Bereicherung dieses Landes durch die Migranten gepredigt haben und Studien zur rechten Gewalt (in Berlin: 0,2%) in Auftrag gaben, während sie im Hinsicht auf linke Gewalttaten blind waren, nicht passen mag. Ich habe selbst mehrere Jahre in Berlin gelebt und beobachten können, daß die im Buch geschilderten Zustände in Berlin - und sicherlich auch in vielen anderen deutschen, und europäischen Großstädten - tagtäglich das Leben der Menschen bestimmen und bedrohen. Und wir müssen uns wirklich überlegen, ob wir bereit sind, dieses Land und sein Werte- und Rechtssystem zu verteidigen oder ob wir bereit sind, es kampflos Menschen zu überlassen, die die hier bislang geltenden Werte und Normen bewußt unterwandern wollen.
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am 1. August 2010
Schland, irgendwann im Jahr 2010:

Eine populäre Strafrichterin aus Berlin, die schon viele Kontroversen losgetreten hat, weil sie kriminelle Jugendliche zu schnellen "Strafen" verholfen hat, öffentlich die Integrationsunwilligkeit vieler "Kulturbereicherer" anprangerte und noch so dreist war, direkt die Lösungen für diese Problematik zu benennen, bereitet sich auf die anstehende Presse- und TV-Tour zur Bewerbung ihres Buches DAS ENDE DER GEDULD vor.

Hier plaudert sie aus dem Nähkästchen und gibt der geneigten Leserschaft einen ganz seltenen Blick hinter die Kulissen des Schland'schen Rechtstaates.
Dabei fällt auf, dass die Schilderungen von Frau Heisig so gar nichts mit den populierten Statistiken und Aussagen zur Jugend- und Ausländerkriminalität übereinstimmen.
Die einen freuen sich, dass die Wahrheit endlich mal benannt wird, die anderen hören desinteressiert weg, nach dem Motto "eh nix neues", und die dritte Gruppe labert direkt wieder von br.ner Propaganda und davon, dass Frau Heisig sich von den sog. nationalistischen "Unmenschen" instrumentalisieren lasse.....

Unmittelbar vor der Buchveröffentlichung schweigen die Schland`schen Qualitätsmedien komplett, und dann heisst es plötzlich, Frau Heisig sei verschwunden.......tagelang wird sie gesucht. Überall. Von den best-ausgebildeten Polizisten, die Schlands Hauptstadt Krüzbük entbehren kann.
Und schwups, nach ein paar Tagen, dürfen wir lesen, dass die arme Seele Selbstmord begangen hat. Wie, sei mal dahingestellt.
Gefunden wurde ihre Leiche in einem Waldstück, dass erst kürzlich ebenfalls abgesucht wurde. Sogar von Spürhunden. Aber was die blinden und geruchstoten Tiere + Beamten nicht fanden, fällt einem Spaziergänger dann Gott-sei-Dank auf.

Und BILD wusste es eh: Frau Heisig hatte private Probleme. Sie war Depressiv und krank. Nur vom Alkohol war nicht die Rede.
Und diese Tragödie des Selbstmordes, was einem Herrn Enke ( der weder etwas bewegt hat noch überhaupt von irgend jmden gekannt wurde ) dazu verhalf, öffentlich aufgebahrt, betrauert und pompös bestattet zu werden, reichte für die couragierte Frau Heisig nichtmal aus, um von ihrer Beisetzung in den Medien zu erfahren.

Das ihre Leiche in eine Plane eingewickelt war und im Waldboden verscharrt, bekommen wir natürlich nirgends zu lesen. Auch nicht, dass sie mit ihrem Hund zuletzt gesehen wurde und sich die Leiche dieses Tieres ebenfalls noch an der Stelle befand, wo Kirsten Heisig geselbstmordet wurde.
Ich muss nicht mehr erwähnen, dass die Fundstelle, von der es Handybilder im Internet gab, inzwischen mit einer Reihe Baumstämme "plattgemacht" wurde. Aber das stört die Menschen nicht, die täglich dort Blumen ablegen ( natürlich gibts davon auch nix in der BILD...).

Zuletzt kann man Kirsten Heisig nur danken. Für ihren Mut und ihr Rechtsverständnis. Und vielleicht erfahren wir irgendwann, weshalb diese arme Frau umgebracht wurde?

Das Buch ist allemal jeden Cent wert. Eine Pflichtlektüre für alle, die es wagen, die rosarote Brille Schland`scher Multikultiglückseligkeit abzunehmen und erkennen, dass Recht haben und Recht bekommen jeden Tag aufs neue davon abhängt, ob es politisch gewollt ist.

5 Sterne :-)

koppminusonlinepunktkomm
1414 Kommentare|203 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. August 2010
Selten habe ich so ein gutes Buch gelesen und noch nie eines am Stück durchgelesen. Die Frau spricht nackte Tatsachen, aus erster Hand an. Sie bemängelt, dass es zu lange dauert, bis die Täter verurteilt werden. So kann schon mal Jemand sechs bis 12 Monate in Untersuchungshaft sitzen, bis es zur Hauptverhandlung kommt. Da ist natürlich der Bezug zur Tat bei den Tätern schon längst nicht mehr vorhanden. Sie kritisiert, dass die Behörden nicht eng genug zusammenarbeiten und Problemfälle gerne durchgereicht werden. Des Weiteren führt sie an, dass die Jugendkriminalität steigt, obwohl uns Medien und Politik etwas anderes verkaufen wollen. So hat Berlin, zum Beispiel, in den letzten acht Jahren über 4000 Polizeidienststellen gestrichen und der Rotstift regiert weiter. Da ist es natürlich klar, dass weniger Polizisten auch weniger aufdecken können. Schon hat man eine nichtssagende Statistik, in der angeblich die Straftaten sinken. Hier sollte man stets vorsichtig sein, getreu dem Motto "traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast."

Absolut erschreckend finde ich die Tatsache, dass Migranten die Statistiken der Intensivtäter anführen und sie schreibt, je brutaler das Verbrechen ist, um so mehr steckt ein Migrationshintergrund dahinter. Doch die Täter haben nicht viel zu befürchten. Sind doch Verfahren langwierig und enden oft mit Bewährungsstrafen. Hier kann man zurecht von einer Weicheijustiz sprechen.

Zum Schluss des Buches hat sie die kommenden Jahre richrig erfasst.

"Die Gesellschaft wird sich in Arm und Reich, Links und Rechts und muslime und nichtmuslime spalten".
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am 2. August 2010
Als Thilo Sarrazin vor etwa einem halben Jahr genau die Thematik dieses Buches der Öffentlichkeit präsentierte, überschlug sich die Gilde der deutschen Gutmenschen - von roten und grünen Kommunisten bis hin zu den Kirchen und Religionsgemeinschaften. Sie konnten ihn zwar in der Öffentlichkeit nach allen Regeln stalinistischer Kunst denunzieren und verleumden, ihm auch beruflich schaden, doch dank Artikel 102 des Grundgesetzes konnten sie ihn nicht als Ketzer verbrennen, wie sie es wohl gern getan hätten. Nun schweigen sie. Sind sie des Lesens und Schwatzens nicht mehr mächtig? Oder folgen sie dem stalinistischen Grundsatz des kollektiven Verschweigens? Wo bleiben die Empörung heuchelnden Genossinnen und Genossen Roth, Künast, Nahles, Gysi, Trittin, Ströbele und wie sie sonst noch heißen? Sind sie etwa zu der Einsicht gekommen, daß an der Kritik von Sarrazin und Frau Heisig doch etwas dran sein könnte? Oder sehen sie nur die Aussichtlosigkeit, gegenüber einer Autorin, die vor einer mit Sicherheit zu erwartenden Hetz- und Verleumdungskampagne, nur den Tod als Ausweg gesehen hat, ihre Dummheiten loszuwerden?
Es ist müßig, den Inhalt dieses Buches noch einmal zu analysieren, das haben schon viele getan. Dem Gesamturteil ist nicht mehr viel Neues hinzuzufügen. Nach der Lektüre des Buches bleiben aber Fragen für die Zukunft offen:
Wie gedenkt die Politik mit den Einsichten, die Sarrazin und Frau Heisig liefern, umzugehen? Steckt man weiter den Kopf in den Sand und setzt die gutmenschlichen Absichten vor die realpolitischen Einsichten? Die Auslassungen von Frau Schavan und Herrn Brüderle lassen keine Einsicht erwarten.
Gibt man endlich zu, daß Multi-Kulti-Wischi-Waschi gescheitert ist?
Gibt man endlich zu, daß die in diesem Buch geschilderten Probleme etwas mit dem Islam, um genauer zu sein, mit dem islamischen Chauvinismus zu tun haben?
Versucht man zu ergründen, warum die geschilderten Probleme ausschließlich mit der islamisch-chauvinistisch motivierten Parallelgesellschaft zu tun haben und nicht mit Ausländern allgemein? Warum gibt es denn mit Japanern, Chinesen, Vietnamesen, Indern, russischen Juden, Ungarn, Tschechen, Polen, Chilenen oder Südafrikanern kaum Integrationsprobleme?
Ist in einem Land, in dem Verfassungsgerichte so weltbewegende Probleme wie die Interessen von Rauchern, Kilometerpauschalen oder steuerlich absetzbare Arbeitszimmer zu behandeln haben, ein Umdenken zu den wirklichen Problem noch möglich?
Ist die Demokratie gegenüber dem Ansturm totalitärer Ideologien noch zu retten?
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am 3. August 2010
Im Hinblick auf die weitere gesellschaftliche Entwicklung in diesem Land ist dieses Buch schlichtweg desillusionierend und auch in der stets wertfreien sachlichen Schilderung der Ist-Situation bietet es mehr als einen Schockmoment. Man kann vor dieser mutigen Veröffentlichung nur den Hut ziehen. Da ich mich leider erst durch das Erscheinen des Buches mit dem Schaffen von Frau Heisig näher beschäftigt habe, bestürzt es mich umso mehr, dass eine solch couragierte und engagierte Frau nicht mehr unter uns weilt.

Für jeden der sich mit der Zukunft unserer Gesellschaft gedanklich auseinandersetzt ist dies absolute Pflichtlektüre.
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