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96 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Erleben einer öffentlichen Frau
Die Bischöfin und neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland, Margot Käßmann, hat mit ihrem neuen Buch eine Standortbestimmung versucht. Vielleicht ist es deshalb auch so persönlich geworden wie bisher kein anderes von ihr.

Dabei unterläuft Margot Käßmann nicht der Fehler, sich selbst als leuchtendes Vorbild,...
Veröffentlicht am 2. Januar 2010 von Karl-Heinz Heidtmann

versus
20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gut geschrieben aber oberflaechlich
Ich habe mich auf dieses Buch, welches mir eine Freundin geliehen hat, gefreut. Margot Kaessmann hat immer einen zwiespaeltigen Eindruck auf mich gemacht. Enerseits, wer kann es nicht bewundern wenn eine Frau in Deutschland es so weit schafft. Und Respekt vor ihrer Entscheidung, nach ihrer Alkoholfahrt zurueckzutreten. Andererseits konnte ich mich politisch nie mit ihr...
Veröffentlicht am 30. Oktober 2011 von Christian Kober


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96 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Erleben einer öffentlichen Frau, 2. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: In der Mitte des Lebens (Gebundene Ausgabe)
Die Bischöfin und neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland, Margot Käßmann, hat mit ihrem neuen Buch eine Standortbestimmung versucht. Vielleicht ist es deshalb auch so persönlich geworden wie bisher kein anderes von ihr.

Dabei unterläuft Margot Käßmann nicht der Fehler, sich selbst als leuchtendes Vorbild, als erfolgreiche Frau und Mutter von vier Kindern darzustellen. Autobiographisches wird nur benutzt, um Prinzipielles zu verdeutlichen. Eigene Erfahrungen werden mit Predigttexten, biblischen Geschichten und Tagebucheintragungen gemischt. In zehn Kapiteln beschreibt Käßmann Themen wie Jugendlichkeit und Alter, Schönheitswahn und Krankheit. Immer mit Bezug zur Bibel.

Der Titel ist Programm: "Ich denke, es gibt so ein Lebensgefühl um die 50. Das erleb ich bei mir und bei Freundinnen und Freunden - das Gefühl, du hast viel schon hinter Dir; viel Erfahrung, und vor Dir liegt das Alter und auch das Sterben. Dieses Gefühl, dazwischen zu sein, ist ein Spannungsgefühl, wobei ich weiß, mit 50 hat man die Mitte wahrscheinlich längst überschritten."

Über das Altern schreibt sie: "Wir sind ja eine Gesellschaft, die Alter überhaupt nicht aushält. Da müssen die Falten sofort unterspritzt werden. Wir tun alles, um nicht alt auszusehen aber möglichst dann doch wieder alt zu werden. Und ich denke, die Bibel ist auch eine Ermutigung, in Würde alt zu werden. Das wünsche ich mir jedenfalls für mich, dass ich die Nerven habe, dazuzustehen, dass die Haare grauer werden, dass Du langsamer läufst und dass auch diese allgemeine Nachricht, dass der Mensch sterblich ist, irgendwann eine sehr persönliche Botschaft für Dich wird."

Dass dieses Buch auch der eigenen Klärung der geschiedenen Ehe und der Krebserkrankung dient, ist spürbar: "Ich denke, da ist genau so ein Punkt, wo es auch eine Grenze gibt. Wenn ein Paar sich nach 26 Ehejahren scheiden lässt, ist das ein sehr persönlicher und privater Prozess, der meines Erachtens auch im Detail nicht in die Öffentlichkeit gehört. Was vor sich gegangen ist. (...) Die Scheidung hat mir wehgetan, das schreib ich in dem Buch auch noch mal, aber ich werde sie nicht im Detail an die Öffentlichkeit zerren."

Aber auch andere Themen werden angesprochen, die man von einer Kirchenfrau weniger erwartet, wie Sex im Alter, Menopause, Sterbehilfe.

Margot Käßmann ist mit ihren Ämtern eine öffentliche Person geworden. Sie ist meinungsfreudig und wortgewandt und immer da, wenn sie die evangelische Kirche in der Öffentlichkeit vertreten soll. Wie sie neben ihren vielen Terminen noch Zeit findet, Bücher zu schreiben, bleibt ihr Geheimnis. "In der Mitte des Lebens" ist keiner der üblichen Ratgeber für Frauen ab 50. Und wenn das Buch sich auch eher an die Frauen dieser Welt richtet als an die Männer, so sind doch bei dem Thema "50 plus" beide Geschlechter gleichermaßen angesprochen - und deshalb ist das Buch auch für Männer durchaus lesbar.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gut geschrieben aber oberflaechlich, 30. Oktober 2011
Von 
Christian Kober (Shanghai) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: In der Mitte des Lebens (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mich auf dieses Buch, welches mir eine Freundin geliehen hat, gefreut. Margot Kaessmann hat immer einen zwiespaeltigen Eindruck auf mich gemacht. Enerseits, wer kann es nicht bewundern wenn eine Frau in Deutschland es so weit schafft. Und Respekt vor ihrer Entscheidung, nach ihrer Alkoholfahrt zurueckzutreten. Andererseits konnte ich mich politisch nie mit ihr anfreunden. Das Buch hatte mich neugierig gemacht, da ich mich bald dne magischen 50 naehere, aber auch, weil ich mich gerne mit einer anderen Meinung auseinandersetze.
Umso herber meine Entaeuschung. Geschrieben im Stile der 'Brigitte', besteht es aus leicht lesbaren Gemeinplaetzen. Viele Bibelzitate, die unzweifelhaft schoen sind, die aber unglaublich vorhersagbar sind und so bekannt, dass sie bereits Klischee sind. Quaelend lange Eigenzitate - und ..... muss man aus Briefen an einen sterbenden Freund zitieren? Hier gleitet das Buch zudem in das sentimental-kitschige ab. Stilsicherheit scheint Frau Kaessmans Staerke nicht zu sein.
Ihre Krebserkarung haette Gelegenheit zur Reflektion seien koennen. Ist es in diesem Buch aber nicht. Ich denke durchaus, dass Frau Kaessman sicher ein reflektierender Mensch ist. Vielleicht hat sie in diesem Buch die falsche Annahme gemacht, dass man von ihr Beitraege auf 'Brigitte' - Niveau erwartet, dass dies der moderne Stil sei. Ist es nicht.
Zuletzt, natuerlich auch weil ich ein Mann bin, einige Worte zu ihrem Eheleben haette ich schon erwartet. Schliesslich ist fuer die meisten Menschen in der Mitte des Lebens die Beziehung zum Partner eine der wichtigsten. Und sei es nur, dass sie sagt, dass sie aus diesen oder jenen Gruenden sich hierzu nicht aeussert, was ehrbar und annehmbar ist. So aber fragt man sich, als verheirateter Mensch, warum 'Ehe' in der Mitte des Lebens kein wichtiger Aspekt ist.
So gibt es in dem ganzen Buch keine Stelle die zum Denken anregt, zu Auseinandersetzung provoziert. Eine vergebene Chance.
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80 von 94 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weibliche Lebensmitte, 26. November 2009
Rezension bezieht sich auf: In der Mitte des Lebens (Gebundene Ausgabe)
Ich finde es als Mann sehr wertvoll das Buch von Margot Käßmann zu lesen, die eindeutig aus weiblicher Sicht über die Lebensmitte nachdenkt. Das tut sie als Bischöfin, als Theologin, als Mutter von vier Kindern und Freundin von unzähligen Menschen, mit denen sie intensive Beziehungen unterhält. Manches kennt man schon von ihren öffentlichen Auftritten, anderes ist neu zu lesen. Besonders eindrucksvoll ist sicherlich die Beschreibung ihrer eigenen Krebskrankheit. Hingegen verwundert, dass sie zwar ihre Scheidung erwähnt, aber den Namen ihres Mannes und die näheren Umstände nicht ein einziges Mal erwähnt, obwohl doch sogar ihr Hund namentlich genannt wird.

Was ihre Sicht der Dinge von anderen Ratgebern unterscheidet, ist nicht nur die spirituelle und theologische Gewichtung, sondern auch die bewusst weibliche Wahrnehmung. Veränderungen des Körpers werden nun einmal von einer Frau intensiver erlebt als vom Mann. Neu war mir der Gedanke, den sie vom Zoologen Dawkins übernimmt, der beschreibt, dass biologische Eltern Gene weitergeben, aber die Gesellschaft insgesamt, also auch die kinderlosen, Meme" tradieren: Ein Bewusstsein für die Kultur und Tradition, für die Werte einer Gesellschaft. Wir sind gemeinsam verantwortlich für die Weitergabe der Meme, der Kultur, der Tradition, der Werte unserer Gesellschaft, ja, auch unseres Glaubens." S. 18 f. Das Buch strotzt voller Lebenslust, was in der Kirche doch ungewöhnlich ist. Mitunter zeigt sich das sogar in einer recht flotten und legeren Sprache. Dass sie auch politisch auf der Höhe der Zeit ist, spürt man in jedem Kapitel. Mit Recht weist Käßmann darauf hin, dass erst jetzt Frauen ihr Leben selbst gestalten können und eine Wahlfreiheit haben wie nie zuvor in der Geschichte. Es ist zu vermuten, dass auch Frauen in traditionellen Gesellschaften diese Freiheiten genießen würden. Dass damit kein Weg in die Dekadenz und Glaubenslosigkeit beginnt, zeigt dieses Buch sehr eindrücklich.

Als Bischöfin Käßmann zur EKD-Ratsvorsitzenden gewählt wurde, gab es nicht nur evangelikale Kritiker, sondern auch Ökumeniker, die negative Folgen für die interkonfessionellen Beziehungen befürchteten. Besonders scharfe Reaktionen aus katholischen und orthodoxen Kreisen wurden erwartet. Tatsächlich kamen aus Russland unfreundliche Signale. Vielleicht sollte man darum dieses Buch ins Russische übersetzen, damit man auch im Osten endlich Anschluss findet an das christliche Bewusstsein der Moderne. Den Evangelischen ist zu wünschen, dass sie ihre Frauenordination international selbstbewusst und theologisch gründlich bekräftigen.
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45 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Älter werden mit Zuversicht und Gelassenheit, 25. Februar 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: In der Mitte des Lebens (Gebundene Ausgabe)
"50 - und definitiv zu alt für faule Kompromisse. Die Frage ist: Was war bis hierher? Und: Was habe ich noch vor?" so heißt es auf der Verlagsseite zu diesem Buch. Margot Käßmann war seit 1999 Landesbischöfin, erkrankte 2006 an Krebs, ließ sich nach 26-jähriger Ehe scheiden. Sie hat vier Töchter, und ihre Karriere wurde gekrönt von der Übernahme des Ratsvorsitzes der Evangelischen Kirche im Oktober 2009. Sie hat viele Höhen und Tiefen erlebt und bewältigt. Gestern trat sie von allen Kirchenämtern zurück, nachdem sie alkoholisiert Auto gefahren und beim Überfahren einer roten Ampel erwischt worden war.

Margot Käßmann blickt in ihrem Buch mit Gelassenheit und Leidenschaft auf ihr bisheriges Leben, sie schildert die harte und ebenso schöne Wirklichkeit. Sie nimmt zu allen Themen Stellung, die sich in der Mitte des Lebens als relevant erweisen: Jugendlichkeit und Älterwerden, Familie, Freundschaft und Alleinsein, Schönheit und Scheitern, Krankheit und Glück, Grenzen und Kraftquellen, Routine und Veränderung.

Insbesondere das Kapitel über ihre Erkrankung wirkt sehr authentisch. Es ist persönlich geschrieben und spricht den Leser unmittelbar an. Sie schreibt:
"Ich selbst habe Glück empfunden nach der Krebserkrankung. Dieses Gefühl: Ich bin noch am Leben! Die Dankbarkeit, bewahrt worden zu sein, die war groß."

Und weiter:
"Heute habe ich die Balance wiedergefunden. Es hat ein paar Jahre gedauert, aber ich könnte heute wieder von mir sagen, dass ich glücklich bin. Auch das ist eine Erfahrung in der Mitte des Lebens: Du gehst durch tiefe Täler, aber du musst nicht unten bleiben, sondern du findest wieder einen Hügel, von dem aus du einen freien Blick über das Land hast."

Hier beschreibt sie ihre Lebensphilosophie, die ihr auch in der augenblicklichen Krise helfen wird, bald wieder glücklich zu leben. Sie vermittelt Zuversicht und die Gewissheit, dass es jenseits der 50 für jeden möglich ist, ein selbst bestimmtes Leben voller Sinn und Glück zu führen. Ihre Lebenskunst basiert auf einem tiefen Glauben, der auch gestern in ihrer Rücktrittserklärung wieder deutlich wurde. Dort schloss sie mit den Worten:

"Zuallerletzt: Ich weiß aus vorangegangenen Krisen: Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand, und für diese Glaubensüberzeugung bin ich auch heute dankbar."

Das Buch gibt seinen Lesern, ganz besonders den Leserinnen in der zweiten Lebenshälfte viel Inspiration für ein gutes und glückliches Leben. Es vermittelt die Botschaft, dass man voller Kraft und Zuversicht älter werden kann, wenn man den Mut hat, sein Leben ohne faule Kompromisse, mit Rückgrat und Achtung vor sich selbst zu führen.
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die Selbstverherrlichung der Margot Kässmann, 13. März 2011
Rezension bezieht sich auf: In der Mitte des Lebens (Gebundene Ausgabe)
Zum Glück wurde mir das Buch nur geliehen. Margot Kässmann prahlt mit ihrem tollen Leben und traut sich sogar noch "Simone de Beauvoir" zu zitieren. Ich denke aber, dass die Leser dieses Buches auch sonst nur Regenbogenpresse lesen und auch nicht wissen, welche grandiose Frau Simone de Beauvoir war. Wer wirklich wertvolle Lektüre in der Lebensmitte sucht, sollte mal ein Buch von Verena Kast, Barbara Dobrick oder Victor Chu in die Hand nehmen. Übrigens, danke ich Frau Kässmann für den Tipp, dass ich in der Lebensmitte graue Haare bekomme und eine Entscheidung treffen muss, ob ich sie färben lasse. Ob ich selbst auch darauf gekommen wäre??
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24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen aus christlicher Sicht?, 9. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In der Mitte des Lebens (Gebundene Ausgabe)
Als 50-jährige habe ich das Buch mit großem Interesse gelesen und eine ebenso große Übereinstimmung mit den dargestellten Situationen, Problemen und Meinungen gefunden.
Mein besonderes Interesse galt jedoch der Tatsache, dass die Autorin als Bischöfin aus christlicher Sicht schreibt.
Hier habe ich mich an einem Punkt doch wundern müssen: In der Bibel gilt die Ehe als ein lebenslanges Bündnis vor Gott, Ehebruch als schwere Sünde. Diesbezüglich finden sich bei Kaesmann keine Zitate. Dagegen setzt sie als Werte die anhaltende Lebensfreude, das Glück, eine neue Liebe finden zu können. Das damit verbundene Leiden, das bei dem verlassenen Partner - und eventuell auch bei den Kindern - entsteht, kehrt sie hierbei unter den Tisch, und diese Auslassung spürt man. Eine Schwachstelle im Buch, und der Verdacht drängt sich auf, dass die Bibelzitate doch eher gezielt zur Untermauerung moderner trendgemäßer Betrachtungen zusammengesucht wurden.
Weiterhin störend fand ich gegen Ende des Buches, im Kapitel "Abschied nehmen" den 5-seitigen Abschiedsbrief der Autorin an einen sterbenskranken Freund: zu unvermittelt autobiographisch die vielen Bezüge auf gemeinsame Erfahrungen und Treffen innerhalb der kirchenpolitischen Vergangenheit und ein ambivalentes Gefühl beim Lesen eines publizierten, d.h. für die eigenen Zwecke funktionalisierten, intimen Abschiedsbriefes an einen Freund.
Dennoch 4 Sterne, denn Margot Kaessmanns Buch ist auf jeden Fall erbaulich zu lesen und zuweilen tröstend, zum Beispiel wenn sie wiederholt darauf verweist: "Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand".
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24 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Buch ist gesättigt mit theologisch reflektierter Lebenserfahrung, jedenfalls bis zur Mitte des Lebens", 18. November 2009
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: In der Mitte des Lebens (Gebundene Ausgabe)
Es ist ganz bewegend, anregend und auch unterhaltsam zu lesen, wie die mittlerweile fünfzigjährige Margot Käßmann, seit einigen Wochen neue Ratsvorsitzende der EKD, ihr an Höhepunkten und Krisen sicher nicht armes bisheriges Leben beschreibt.

Sie tut das nicht fortlaufend, sondern anhand von Themen, wie sie "in der Mitte des Lebens" immer wichtiger werden, nicht nur für Frauen:

· Die Mitte finden
· Für den Körper sorgen
· Veränderungen wagen
· Lebenserfahrungen machen
· Beziehungen schätzen
· Das Eigene suchen
· Neuland betreten
· Ängste überwinden
· Vergänglichkeit annehmen
· Lebenslust entdecken

Immer wieder sind es Texte der Bibel, der jüdisch-christlichen Tradition, in der diese beeindruckende und sympathische Frau steht und die sie Menschen dieser Zeit weiter sagen möchte, an denen sie ihre eigenen Erfahrungen und Reflexionen fest macht. Und auf einmal beginnen die alten Texte zu sprechen in einer Aktualität, die bestürzend ist, weil es zeigt, wie sehr eine säkular gewordene Gesellschaft diesen Reichtum vor die Säue geworfen hat.

Margot Käßmann kennt dieses Phänomen aus ihrer eigenen Tätigkeit als Pfarrerin und Bischöfin. Doch sie lamentiert nicht, sondern hält tapfer, freudig und mutig daran fest, dass es den Frauen und Männer in der Kirche, an deren oberster Spitze sie nun steht, gelingen wird, diese Botschaft zeit- und menschennah zu verkündigen, ohne sie dem Zeitgeist und den bequemen Erwartungen der Menschen gemein zu machen.

Das Buch ist gesättigt mit theologisch reflektierter Lebenserfahrung, jedenfalls bis zur "Mitte des Lebens", das Menschen, Frauen und Männer, ermutigen kann, ihren eigenen Weg zu gehen, die Reichtümer, aber auch die Schattenseiten ihrer Existenz dankbar aus Gottes Hand anzunehmen und in der Verantwortung vor ihm und seinen Menschen etwas Gutes daraus zu machen, sich der Schuld zu stellen, Vergebung und Neuanfang sich schenken zu lassen und so immer wieder neu zu beginnen, bis das Leben dereinst endet. Und dann wieder etwas Neues beginnt, etwas wovon Ostern erzählt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mehr Schein als Sein, 31. August 2011
Rezension bezieht sich auf: In der Mitte des Lebens (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich hatte ich etwas tiefschüfenderes erwartet - etwas, was mich im Innersten trifft; mir einen neuen Blickwinkel auf die Welt an sich ermöglicht. Doch für meinen Geschmack sind in diesem Buch zu viele Allgemeingültigkeiten besetzt. Liegt es vielleicht daran, dass ich mit 59 für diese Lektüre schon zu alt bin? Die Kinder sind aus dem Haus, die alten Eltern so weit entfernt, dass eine unmittelbare Begleitung nicht umsetzbar ist.

Genau damit beginnt Kässmann ihr erstes Kapitel "Die Mitte finden". Sie schreibt darin über "Kinder loslassen" und "Eltern begleiten". Zu Beginn des Kapitels stehen Sätze, die viel erwarten lassen: "Die Mitte des Lebens erscheint mir in mancher Hinsicht wie ein Balanceakt. Viel Leben liegt schon hinter uns, einige Lebenserfahrungen haben wir gemacht, gute und schlechte." Wie sie diesen Gedanken weiterführt, machte mich neugierig. Leider hielt Kässmann das anfängliche Niveau nicht durch.

Ebenso empfand ich es beim zweiten Kapitel: "Für den Körper sorgen". Mit gefiel Kässmanns Blick auf die Schönheit, die nichts mit dem Ideal von Frauenzeitschriften zu tun hat. Immer wieder entdeckte ich einen Gedanken, der mich zustimmend nicken ließ. Doch dann hatte ich das Gefühl, dass alles in die Länge gezogen wurde, um die Seiten zu füllen.

Wer das Inhaltsverzeichnis weiter verfolgt ("Veränderungen wagen", "Lebenserfahrungen machen", "Beziehungen schätzen", "Das Eigene suchen", "Neuland betreten", "Ängste überwinden", "Vergänglichkeit annehmen", "Lebenslust entdecken") und die einzelnen Kapitel im Buchladen vor dem Kauf kurz anliest, wird sich auf die Lektüre freuen. Dort finden sich Sätze wie "Es kommt gar nicht mehr so darauf an, dass ich unendlich viel erlebe, sondern immer mehr, wie ich was erlebe" oder "In der Mitte des Lebens, denke ich, gerät der Mensch ständig an Grenzen, wenn er sich nicht diese ganz grundsätzliche Frage nach dem Sinn stellt", die einem interessante Aspekte eröffnen. Doch leider flachen die Kapitel beim Weiterlesen ab. Auch die biblischen Hintergründe halten nicht das, was sie versprechen.

"Manchmal empfinde ich auch mit fünfzig eine unbändige Lust am Leben. Dann beneide ich die Jüngeren nicht, weil ich die Freiheit und auch die Lebenserfahrung habe, den schönen Tag besonders zu genießen. . . . Ich schaue gern zurück und ohne Angst nach vorn." Dieses Zitat ist wohl das Fazit des Buches, in dem Kässmann auch auf ihre Brustkrebserkrankung eingeht, für meinen Geschmack ihren Ängsten aber nicht genug Ausdruck verleiht. Stattdessen hält sie an ihrem Anspruch fest, immer weiter funktionieren zu müssen.

Vielleicht ist dieses Buch auch mit diesem Funktionalitätsanspruch entstanden: Weil eine bekannte und von der Presse hochgejubelte, wegen einer Alkoholfahrt von ihrem Bischofsamt zurückgetretene Frau einfach tolle Gedanken haben muss. Margot Käsmann wurde zum bewunderten Publikumsliebling. Doch dieses Buch hält absolut nicht, was ich mir davon versprochen habe.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gelassenheit und Heiterkeit, 18. Juli 2011
Von 
Mimir - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: In der Mitte des Lebens (Gebundene Ausgabe)
Margot Käßmann versucht in ihrem Buch in 10 Kapiteln verschiedenste allgemeine Lebensfragen zu behandeln; sie thematisiert Gefahren und Ängste, Abschiede und Begegnungen, Veränderungen des Körpers und den Tod. Sie propagiert Toleranz und Gelassenheit, argumentiert mutig gegen den sich ausbreitenden Konformitätswahn, und verfällt trotzdem hin und wieder in so manches Stereotyp.

Offensichtlich ist die auf die weibliche Perspektive reduzierte Sicht. Oder noch eingeschränkter: hier werden die Ansichten von Frau Käßmann auf Basis ihrer ganz spezifischen persönlichen Lebenserfahrung ausgebreitet. Dass sich vieles davon spannend liest sei unbestritten. Auch dass Margot Käßmann gerne shoppen geht oder auf den Kanaren Urlaub macht ist sicherlich für eine Bischöfin bemerkenswert bis erstaunlich. Aber bedeutsam oder vorbildlich? Und warum erwähnt sie mehrmals in dem 2009 erschienenen Buch, dass sie gerne Wein trinkt? Ist das vorausschauende Selbstironie? Warum breitet sie die ersten Stunden und Tage, nachdem sie von der Diagnose 'Brustkrebs' erfahren hat, so detailliert als Auszüge aus ihrem Tagebuch aus, während sie die Trennung von ihrem Mann sehr distanziert und vage beschreibt; der Hund Ole scheint ihr wichtiger zu sein.

Gefühlte ein Dutzend Mal verwendet Frau Käßmann den Begriff der Balance. »Die eigenen Grenzen annehmen und Abschiede ins Leben hineinnehmen, auch das gehört dazu bei der Suche nach der Balance in der Mitte des Lebens.« Das sind Banalitäten. Wer hat 'in der Mitte der Sanduhr' nicht schon intensiv zurück und voraus geblickt? Frau Käßmann kratzt medienwirksam an kritischen Oberflächen, verfällt aber auch gerne in Klischees. Auffällig ist das wiederholt aufgegriffene, aber verallgemeinerte Beispiel der Begegnung einer jüngeren Frau mit einem älteren Mann. Ob Frau Käßmann damit indirekt einen Hinweis auf ihre Scheidung geben will, deren wahre Hintergründe sie so sehr im Dunkeln lässt, obwohl sie mehrfach darauf anspielt?

So bleibt insgesamt der Eindruck, dass wir viel aus dem sicherlich intensiven und bewundernswerten Leben von Frau Käßmann erfahren, die hier wie schon in Mehr als fromme Wünsche: Was mich bewegt vieles aus Büchern, insbesondere der Bibel zitiert. Wenn sie schreibt »Und dann sehe ich ... ein Photo von mir mit grauen Haaren und bin versöhnt damit, weil es meinem Lebensgefühl entspricht«, dann wäre ein solches Bild von ihr doch ideal als Cover für das Buch geeignet. Aber auch da trügt der Schein.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fühlte mich sehr angesprochen !, 4. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In der Mitte des Lebens (Kindle Edition)
Das Frau Käßmann eine mitten unter uns ist, hat Sie in diesem Buch sehr deutlich bewiesen.
Ich bin in Ihrem Alter und genau den gleichen Anforderungen ausgesetzt. Mich hat dieses Buch sehr berührt und ich kann es nur weiter empfehlen - für Frauen in der Mitte des Lebens. Fünf Sterne von ganzem Herzen !
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In der Mitte des Lebens
In der Mitte des Lebens von Margot Käßmann (Gebundene Ausgabe - 10. September 2009)
EUR 16,95
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