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Die Postmoderne lässt nichts so eindeutig, wie es früher einmal war. Und die Postpostmoderne lehrt uns, dass nicht nur die klaren Weltbilder in Überkomplexität aufgelöst sind, sondern auch die Symbole und Bräuche. Wie kann man einen Bogen vom Hodensack eines Stieres zum Hl. Nikolaus schlagen? Was sich abstrus und ein wenig gotteslästerlich anhört, lässt sich mit Ironie, Witz und einem gehörigen Sachverstand bewerkstelligen. Manfred Becker-Huberti parliert munter drauf los, geht der Geschichte des Weihnachtsmannes nach und verwirrt den Leser mit seinem geschichtlichen Wissen. Man erfährt, wie aus dem Hl. Nikolaus der Weihnachtsmann wurde, dass die Kinder zunächst am Fest der unschuldigen Kinder beschenkt wurden, dann vom Nikolaus und schließlich vom Christkind, wobei auch das regional verschieden ist. Die Reformation hatte zwei Lager geschaffen und zusätzlich tanzten die Holländer noch aus der Reihe. In den Niederlanden bringt der Nikolaus die Geschenke und nicht das Christkind, obwohl nach guter protestantischer Tradition das Christkind für die Geschenke zuständig ist. Als schließlich der Nikolaus in Amerika ankam, hatte er seine Identität gewechselt. Der Weihnachtsmann, wie wir ihn in den Warenhäusern geboten bekommen, ist ein Re-Import des exportierten säkularisierten Nikolaus. Sachkundig wird der Leser mit dem wechselhaften Leben des Weihnachtsmannes und seiner Helfer bekannt gemacht. Nebenbei erfährt man, was sich hinter der Wissenschaft der Nanologie verbirgt. Das ist nämlich die Lehre von den Gartenzwergen, die wiederum Gehilfen des Weihnachtsmannes waren.
Es macht Spaß, dieses Buch von Manfred Becker-Huberti zu lesen, weil es nicht nur sehr kenntnisreich ist, sondern auch geist- und humorvoll. Gleichzeitig ist es eine spannende Analyse des Zeitgeschehens.
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