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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 29. April 2007
Salvatore zieht, als er unheilbar krank wird, aus dem ländlichen Süditalien zur Familie seines Sohnes nach Mailand. Neben seinen alten Freund- und Feindschaften und seinem gewohnten Essen vermisst er sein freies, ungebundenes Leben. Zum Mittelpunkt und Sinn seines Daseins wird sein einjähriger Enkel und das Bestreben, diesen zu einem "richtigen Mann" zu erziehen.

Wer ist nun eigentlich dieser Salvatore - oder Bruno, wie er sich selbst lieber nennt? Ein rührender alter Mann, der, heimatlos geworden, seine ganze Liebe auf den Enkel richtet? Oder ein besserwisserischer Eigenbrötler mit nostalgisch verklärten Erinnerungen, der allem, was sich nicht mit den eigenen Erfahrungen deckt, ablehnend gegenübersteht? Er ist beides, und das Reizvollste an der Figur ist, dass sie unzählige Facetten besitzt und beim Leser die widersprüchlichsten Gefühle zwischen Mitleid und Ärger hervorruft.

Zwei aussagekräftige Bilder verwendet der Autor für den Tod: Auf der einen Seite Rusco, die Schlange, mit der Salvatore das Wüten des Krebses in seinem Leib personifiziert, auf der andern Seite das lächelnde Paar auf dem etruskischen Sarkophag. Der Job, den Salvatore an der Universität bekommt, und das Schnippchen, das er Studenten und Professoren schlägt, sorgen für eine heitere Note. Überhaupt, so scheint es, wird die Stimmung des Buches umso lockerer und heiterer, je näher Salvatore seinem Tod kommt, denn auch Sohn und Schwiegertochter erlebt man zunehmend gelöster und toleranter.

Die Geschichte der Entwicklung, die Salvatore durch verschiedene Menschen macht, die neu in sein Leben treten, ist eine moderne Parabel dafür, dass ein Mensch fähig ist zu lernen und zwar in jeder Phase seines Lebens bis zum Tod - wobei "lernen" nicht mit intellektueller Wissensaneignung gleichzusetzen ist. Und: Jeder Mensch kann vom anderen lernen, unabhängig von Alter, Lebenserfahrung oder Wissen.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. August 2000
jose luis sampedro erzählt uns von einem mann, der in seinem leben nur gekämpt und nie wirklich gefühle gezeigt hat. liebe spielte darin eine untergeordnete rolle. als sein leben beinahe zu ende ist und er seinen lebenswillen schon beinahe verloren hat, schafft es sein enkel, gefühle in diesem alten "haudegen" hervorzurufen, die er bisher nicht kannte. ein kleiner junge verwandelt einen alten kauz. sampedro schildert dies in einer sprache, die beim lesen die innersten gefühle trifft - ohne schnörkel und kitsch. einfach herrlich traurig ... wer dieses buch liest und bis zum ende keine tränen vergiesst, besitzt keine gefühle ...
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Juli 2001
...wer viele Fragen an das Leben und an das Alter aber auch an die Liebe hat, bekommt hier auf einfühlsame & eindrucksvolle Weise zumindest Denk- anstöße. Vielleicht je nach Typ auch Antworten. Ich kenne kein Buch, daß diese drei Sinnfragen auf so erzählerische Weise versucht zu beantworten.
Urlaubszeit? Packt das Buch ein!!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Juli 2008
Dieser Bestseller, von dem ich zuvor noch nie gehört hatte, machte mich neugierig. Als ich anfing zu lesen, war ich erst skeptisch, denn die Geschichte ist sehr neutral geschrieben, und zuerst tut man sich schwer, seinen "Helden" zu finden. Doch der kauzige und todkranke kalabresische Hirte Salvatore, der lieber seinen Partisanennamen Bruno hört, drängt sich, ob man will oder nicht, immer mehr in den Vordergrund. Man will ihn anfangs nicht mögen, zu quer sind seine Ansichten, zu hart geht er mit seinen Mitmenschen ins Gericht, zu hinterwäldlerisch kommt er daher. Doch die Liebe, die er seinem Enkelchen gegenüber empfindet ist rein und absolut. Auch die Witwe Hortensia, die er unter ungünstigen Umständen kennenlernt, beginnt sich immer mehr zu ihm hingezogen zu fühlen. Als Salvatore nach tapferem Dagegenankämpfen schließlich seiner Erkrankung unterliegt, hat er sich unvergessen gemacht...
Ein wunderschönes, "menschliches" Buch, das ich absolut empfehlen kann.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. November 2004
Sampredo's "Das etruskische Lächeln" ist ein sehr gefühlvoller, positiver Roman über einen gealterten süditalienischen Kämpfer, der aus gesundheitlichen und privaten Gründen sein Dorf in den Bergen verlassen muss um eine Weile in der Großstadt bei seinem Sohn zu wohnen. ES ist im Grunde genommen ein Roman über die Veränderung eines starrsinnigen Alten, über die Macht der Liebe und den Frieden mit sich selbst und den Versäumnissen, die es vielleicht einmal gegeben hat. Dazu gehört auch ein verändertes Bild gegenüber Frauen, wenngleich es noch reichlich machohaft bleibt. Trotzdem gehört es irgendwie dazu, denn die Veränderung ist realistisch und nachvollziehbar, nicht überzogen. Und es gibt auch durchaus Momente, in denen man den eigensinnigen Tölpel nicht sehr sympathisch findet.
Trotzdem ist es ein großer Roman, wunderbar geschrieben, gut zu lesen und er stößt ein bißchen zum Nachdenken darüber an, was man am Ende seines Lebens wohl über das eigene Leben denken wird und was passieren sollte um am Ende zufrieden Lebwohl sagen zu können.
Für den fünften Stern reicht es aber nicht ganz, weil der Roman auf manchen, wenn auch wenigen Seiten, auch ein paar Längen hat.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Juli 1999
Als alter Mensch in eine neue Welt zu geraten kann alte Erinnerungen wecken. Salvatore Roncone ist alt und entdeckt als Süditaliener Mailand. Es ist eine Liebeserklärung an das Leben und ein unbeschreibliches Lesevergnügen. Wortgewandt, lebensklug und humorvoll wird der Generationenkonflikt geschildert, nie das gute Leben aus den Augen lassend. Zio Roncone ist der unbequemste und sympatischste alte Mensch Italiens. Zusammen mit seinem Enkel erlebt er die Liebe neu. Ein wunderschönes Buch mit immer wieder überraschenden Aspekten des Zwischenmenschlichen Daseins.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Januar 2009
Das etruskische Lächeln
Jose Luis Sampedro, schildert in diesem Roman einfühlsam den Wandlungsprozess eines alten Bauern aus Calabrien. Ohne Vater, von Hirten aufgezogen, wurde er hart und stolz durch den Überlebenskampf, geformt durch archaische bäuerliche Strukturen und durch Erfahrungen im Partisanenkampf. Wegen einer Krebserkrankung wird er von seinem Sohn zur Behandlung nach Mailand gebracht, lebt auf engem Raum zusammen mit der Frau und dem wenige Monate alten Enkel. Ein Kulturschock! Die Auseinandersetzung mit den 'modernen' Ansichten seiner Schwiegertochter lässt den Partisanen in ihm lebendig werden, er verbündet sich mich Brunettino. Vergangenheit und Gegenwart vermischen sich auf bisweilen skurile Weise. Prägende Erlebnisse tauchen dabei auf, tragisch, schockierend, berührend. Empört über die rigiden Erziehungmethoden seiner Schwiegertochter, sieht er den Sinn seiner letzten Lebensmonate darin, seinen kleinen Enkel in seiner Entwicklung zu einem Mann zu unterstützen. Überrascht entdeckt er seine eigene weiche, weibliche Seite, die er zunächst als beschämend und fremd erlebt. In Verbindung gekommen mit diesem zarten Teil trifft er auf eine reife Frau: Hortense. Und er, der so viele kraftvolle Frauen 'genommen' hat, kann zum ersten Mal, vom nahen Tod gezeichnet, Zärtlichkeit für eine Frau empfinden und ' ihre Liebe annehmen.
Als Leser fühlt man sich beschenkt durch die Fülle und Widersprüchlichkeit des Lebens und bereichert durch die Tiefe, den Humor und die Liebe des Autors.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. August 2000
Der Roman des Spaniers José Luis Sampedro kommt, und das ist allemal lobenswert, ohne effektheischende Szenen aus. Still entwickelt er die Handlung, an deren Ende aus dem Macho aus Kalabrien ein Mensch geworden ist, der durch seinen Enkel und Hortensia, die er zufällig kennengelernt hat und ebenfalls verwitwet ist, seine Gefüle als neue Welt entdeckt hat. Viel zu spät, wie er nun erkennt, doch besser als gar nicht. Der Roman erinnert an Paulo Coelhos moderne Märchen wie "Der Alchimist", die Umkehr des Alten erscheint fast zu schön, um wahr zu sein, und dennoch vermeidet der Autor das Abgleiten in Sentimentalität; denn der Held bleibt bei all seiner Wandlung Realist, einer, der es den Hochschulprofessoren mit seinen erfundenen Berichten aus seiner Heimat zeigt, für die er noch ein Honorar bekommt; einer, der dem Großstadtleben Mailands wenig abgewinnen kann; einer, der seiner Zwiesprache mit dem Körper mehr vertraut als den Ärzten. Die Figuren selbst versinken nicht in Klischees, sondern haben alle ihre liebenswerten wie fragwürdigen Seiten. Das etruskische Lächeln, das er findet, ist es nicht ein zufriedenes, aber kein selbstzufriedenes, ein ruhiges und dennoch lebensfrohes Lächeln?
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. November 2013
Was empfinden wir, wenn wir einen alten, schrulligen Menschen sehen? Können wir uns vorstellen, was dieser Mensch alles erlebt hat, was er empfindet, wie er uns junge Menschen sieht? Dieses Buch ist eine gefühlvolle Darstellung des Miteinander verschiedener Generationen und verschiedener Lebensauffassungen. Ein alter Mann, in seiner Jugend ein aktiver Kämpfer gegen die Ungerechtigkeit der Reichen in seinem Dorf, wird unfreiwillig - wegen seiner Krankheit - in das moderne Mailand geworfen. Sein Sohn und dessen Frau lassen ihn bei sich wohnen, was zu Konflikten führt, denn der alte Mann hält an seinen "Dorfgewohnheiten aus alter Zeit" fest. Zunächst lehnt er alles ab und fühlt sich unverstanden und isoliert, verbittert. Aber sein kleiner Enkelsohn wärmt ihm das Herz. Er begegnet sogar einer letzten Liebe in dieser Stadt. Und er führt die jungen Leute, die Studenten, an der Nase herum. Schließlich, auch wenn seine Krankheit den Sieg davon trägt, hat diese unfreiwillige Änderung seiner Lebensgewohnheiten dazu geführt, dass er noch einmal auflebt, tolle Situationen erlebt und sogar Frieden schließt mit seiner Schwiegertochter. Ein alter, sterbender Mann gibt den jungen Leuten noch vieles auf ihre Wege mit. Das Buch ist sehr berührend, aber überhaupt nicht rührseelig. Alten Menschen macht es Mut und junge Menschen bringt es zum Nachdenken. Ganz wunderbar.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Juli 2010
Eine einfühlsame, eindrucksvolle und sehr menschliche Geschichte, die gut geschrieben und angenehm zu lesen ist. Das Buch stellt die alte Frage nach dem Sinn des Lebens: kann man trotz Leiden und Sterben dem Leben einen Sinn verleihen, wie es das lächelnde Paar auf dem etruskischen Sarkophag suggeriert?

Das fragt sich auch die Hauptfigur, ein alter, rauher und starrsinniger Hirte aus Süditalien. Wegen einer schweren Krebserkrankung zieht dieser zu seinem etwas verweichlichten Sohn und seiner Familie in die Großstadt im Norden, um dort die letzten Wochen seines Lebens zu verbringen. Bereits todkrank hofft er, dort eventuell noch medizinische Hilfe zu erhalten und seinen Enkel kennenzulernen.

Es ist spannend zu verfolgen, ob der alte Macho eine Antwort auf seine Frage und eine Lösung seiner Probleme findet. Das Buch lebt von dieser natürlichen Spannung und dem wiederholten Aufeinandertreffen von Gegensätzen: Süditalien/Norditalien, Dorfbewohner/Großstadtmensch, alt/jung, Leben/Tod, Mann/Frau, Geburt/Zerfall..

Routiniert beschreibt Sampedro wie wichtig Liebe, Mitgefühl und Schmerz im Leben sind, und das bei wahrer Liebe auch der Tod etwas von seinem Schrecken verliert und ein Lächeln erlaubt - das etruskische Lächeln.
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