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Kundenrezensionen

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am 10. April 2014
Die Essaysammlung empfängt ihre LeserInnen zunächst mit weit offenen Armen, lässt sie an der kinderreichen Familie („Familienwerte“) und an der Märchenlektüre ihres Verfassers („Die Ewigkeit in einer Stunde“) teilhaben um sich danach manchmal als eher spröde Gastgeberin zu erweisen. Dieser Eindruck entsteht nicht auf der Grundlage des Inhalts, sondern ist an die sprachliche Gestaltung gekoppelt, somit vielleicht auch an die Übersetzung (man müsste aber mit dem Original vergleichen um sich hier ein Urteil erlauben zu dürfen). Obwohl jedoch in Tammets Sätzen mitunter der Schwung und die Leichtigkeit fröhlich dahinplätschernder Prosa zu vermissen ist, wäre es ein grober Fehler das Buch aus der Hand zu legen. Es lohnt sich dranzubleiben, sich die Gunst des Textes ein bisschen zu erkämpfen und danach mit Tammet die mathematischen Grundlagen unserer Welt zu erkunden. Das unendliche Feld der Zahlen erscheint auf den ersten Blick ähnlich trocken wie manche Sätze, in das es verpackt ist, offenbart aber, wenn man sich darauf einlässt, ein facetten- und erkenntnisreiches Universum, das Tammets Inselbegabung und sein übermenschliches Gedächtnis hervorragend spiegelt.
Alle Essays sind empfehlenswert, meiner Meinung nach die folgenden aber ganz besonders: da sind zuerst die oben bereits erwähnten „Familienwerte“ und „Die Ewigkeit in einer Stunde“, danach „Sprichwörter und Einmaleins-Tabellen“, denn hier gelingt es Tammet sein Hauptthema, die Parallelen von Mathematik und Sprache, vorzüglich zu gestalten. So wie Sprichwörter „die knappe Zusammenfassung einer ganzen Kultur sind“ (52), stellen die „Gleichungen einer Einmaleins-Tabelle die Essenz unseres Zahlenwissens dar“ (54), so die Hauptthese. An Shakespeare („Shakespeares Null“) interessiert Tammet vor allem die den Dramatiker faszinierende „Anwesenheit der Abwesenheit“ (75), letztendlich die Null, das Nichts, dem die Unendlichkeit entgegensteht, die der Autor in dem nicht minder spannenden „Über große Zahlen“ verfolgt und dabei vor allem das grundlegende menschliche Paradoxon Unendlichkeit – Endlichkeit in knappen Worten analysiert. Wie weit man in einem besonderen Fall das Wissen von der Unendlichkeit vorantreiben kann, beweist Tammet schließlich mit dem autobiographischen „Die bewundernswerte Zahl Pi“. Er erzählt, wie aufreibend und gleichzeitig erfüllend es für ihn war im Zuge eines Weltrekords, vor Publikum und trotzdem in großer Einsamkeit, mehr als fünf Stunden lang die Nachkommastellen der Zahl Pi zu rezitieren und damit in Oxford ein Stück Ewigkeit zu Besuch kommen zu lassen. Darüber hinaus widmet sich Tammet „Einsteins Gleichungen“, unterstreichend, dass Einstein eine große Vorliebe für das Schöne, insbesondere die Schönheit von Zahlen hatte. Neben „Höhere Mathematik für Schriftsteller“ und „Das Buch der Bücher“ glänzt vor allem der im Deutschen titelgebende Essay aus der Sammlung hervor. „Die Poesie der Primzahlen“ bezieht sich auf den okzitanischen Dichter Arnaut Daniel, „il miglior fabbro“ laut Dante, Erfinder einer besonderen Gedichtform, der „sestina“. Wie mathematisch genau eine Sestina aufgebaut ist und wie eng dadurch Gehalt und Gestalt des Gedichtes miteinander verquickt sind, beweist Tammet mit einer Analyse einer Sestine (die man zumindest in einer Fußnote vielleicht auch in der Originalsprache hätte abdrucken können). Bevor er den Band mit einer Hymne auf die Mathematik enden lässt („Die Kunst der Mathematik“), offenbart Tammet seine, gut nachvollziehbare, dennoch verstörende Perspektive auf die Zeit und beantwortet damit in mathematischer Hinsicht die Frage, warum wir unser Leben als immer schneller ablaufend empfinden. Sowohl dieser Essay, „Der Fluss der Zeit“, als auch der folgende, „Himmelhoch“, fokussieren außerdem endliche und unendliche Zeit, stellen die Frage nach der Unendlichkeit von Gott und erörtern, ob auch „die von Gott inspirierte Heilige Schrift außerhalb der konventionellen Zeit“ (299) steht.
Alles in allem beweist Tammet nicht nur, wie vielfältig die Disziplin der Mathematik ist, sondern er positioniert sie auch dort, wo man sie nur bedingt erwarten würde – im Bereich der Kunst, insbesondere in Sprachkunstwerken. Der Mathematiker sei ein Künstler (so im letzten Abschnitt des Buches) und, diese optimistische Sichtweise äußert Tammet bereits zu Beginn, mathematische Ideen können uns „eine Hilfe dabei sein, unsere Empathie zu erweitern und uns von der Tyrannei eines einzigen, eingeschränkten Blickpunktes zu befreien. Zahlen machen uns, richtig betrachtet, einfach zu besseren Menschen“ (23). Wegen dieses und vieler vergleichbarer guter Gedanken gibt es trotz Mini-Vorbehalte fünf Sterne.
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am 7. Juli 2014
Bis auf ein bis zwei Kapitel die ich als zu "dünn" und "leer" empfand, haben mich alle anderen "Stories", die sich so auch gut im Arbeitsalltag zwischendurch lesen lassen, durchaus fasziniert und angeregt die Bedeutung der Bewertung von Dingen und Vorgängen in Zahlen zu überdenken - die allgemeine wie auch die persönliche. Dass der Autor ein "Mathematik- und Zahlenfreak" ist und wohl auch über das Schreiben ganz hervorragend die Brücke zum "normalen" Leben zu finden, gibt dem mathematisch durchschnittlich begabten Leser die Möglichkeit in durchaus angenehm, einfach geschriebenen, kurzweiligen Geschichten neue Türen zu anderen faszinierenden Denkmustern zu öffnen. Da die Mathematik ja sicherlich eine der interessantesten und tiefgründigsten Wissenschaften ist, von der immer wieder der Versuch gemacht wird sie als zentrale Grundstruktur hinter allen anderen Künsten und Wissenschaften zu sehen (eben auch z.B. in musikalischen Werken), was aber je weiter sich alle Wissenschaften entwickeln immer schwieriger wird darzustellen (die letzten Universalgenies sind ja wohl schon vor mehr als hundert Jahren ausgestorben), ist dieses Buch sicherlich ein kleiner aber feiner Beitrag hierzu. Ein lohnendes Buch
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am 11. April 2014
Okay, ich mag kein Mathe. Ich muss sogar überlegen, was eine Primzahl ist. Und jetzt soll mir eine Intelligenzbestie, ein Mathemonster erklären, wie das so ist mit der Logik, der Abstraktion, den Zahlen? Tammet ist eine Inselbegabung sozusagen im doppelten Sinne. Kommt aus London, kann auf schmalem Raum also überwältigend viel. Er ist Autist (sagt er jedenfalls), hat aber genug Peilung im Bezug auf seine Mitmenschen, um zu wissen, wie sie bei schwierigen Themen bei der Stange bleiben. Und genau deswegen habe ich dieses Buch immer wieder in die Hand genommen, nachdem ich es bei einer Freundin fand: Er erzählt mir etwas über Algebra (Pfui-Wort!), vermischt das mit Kulturgeschichtlichem und Privatem ("Familienwerte") - und das ist der Konnex, der "Die Poesie der Primzahlen" zu einem wirklich schönen Leseerlebnis macht. Tammet ist ein den Leser nun nicht übermäßig überraschender, aber ein im genau richtigen Sinne unerwartete Volten vollziehender Autor: etwa wenn er über Märchen der Grimms und Andersens in mathematische Gedankengebäude steigt. Der Mann tickt anders als wir. Ein guter Move vom Verlag, dieses Buch zu veröffentlichen - Danke dafür.
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TOP 1000 REZENSENTam 20. Oktober 2014
Von einem "Genie" hätte ich mehr erwartet.
Das Buch beseht aus 25 (im Wesentlichen ohne erkennbaren roten Faden aneinandergereihten) Kapiteln, die sich alle irgendwie im weitesten Sinn mit Mathematik befassen. Zwar werden dabei gelegentlich durchaus interessante Themen angerissen, eine fundiertere Auseinandersetzung findet aber nicht statt. Alles bleibt an der Oberfläche, dafür ergeht sich der Autor in (pseudo)philosophischen Ergüssen, persönlichen Erinnerungen, netten Anekdoten und sonstigen Banalitäten.

Für ein kurzes Hineinschnuppern darin, was man mit Zahlen alles machen kann, ist dieses Werk wohl geeignet.
Leuten, sie sich für "richtige" Mathematik interessieren, kann ich es allerdings nicht empfehlen.
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am 20. Juli 2014
Habe auf irgendwelche Anregungen zur Beschäftigung mit Mathematik gehofft. Oder auf sonstige interessante Aspekte aus der Geisteswelt eines Autisten. Finde aber nur oberflächliche Plaudereien über wild durcheinandergewürfelte Themen. Sicherlich Geschmackssache. Jedenfalls nichts, was ich noch mal kaufen würde.
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am 19. März 2014
Faszinierende Geschichten über Zahlen, lebendig geschrieben in kleinen Geschichten - die über unterschiedliche Kulturen und Zeithorizonte verteilt sind. Der Auto versteht sein Fach, er ist Austist (asperger Syndrom) und wie er selbst sagt, waren Zahlen seine besten Freunde in der Kindheit. Ein aussergewöhnlicher Mensch schreibt hier ein aussergewöhnliches Buch. Mehr über Daniel Tammet und seine Gedanken in seinem Interview hier: [...]
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am 14. August 2015
Dieses Buch ist für Mathematiker oder an Mathematik interessierte Laien ohne jeden Reiz, es geht kaum über das Multiplizieren hinaus. Langweilig! Nur so nebenbei: Der Weltrekord im Aufsagen von Nachkommastellen der Zahl pi wurde ihm aberkannt, weil er an einer Stelle falsch lag.
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am 12. März 2014
Autisten sind rätselhafte Menschen. Wir staunen angesichts ihrer Inselbegabungen. Nicht im Traum könnten wir derartige Leistungen vollbringen. Was hat sich die Natur dabei gedacht, einzelne Menschen derart hochzurüsten in einzelnen Gebieten? Für uns Normalsterbliche ist natürlich der virtuose Umgang mit Zahlen, die kaum der Taschenrechner bewältigt, am erstaunlichsten. Der Autist Daniel Tammet nun, spezialbegabt im Mathematischen, verblüfft seine Leser mit Geschichten über die Menschlichkeit der Zahlen. Wie er seine Gefühle in Bezug auf Zahlen und mathematische Rechnungen zum Ausdruck bringt, ist erstaunlich poetisch. Offenbar steckt in ihm auch ein Dichter. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen!
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am 18. August 2014
Das Buch ist ein Geschenk zur Hochzeit (Beiwerk) meiner Tochter (Dr. der Mathematik, Zahlentheorie) und meinem Schwiegersohn (Dr. der Physik). In der Hoffnung, dass die Beiden es noch nicht kennen. Meine Neugierde auf den Autor Daniel Tammet, weckte der NDR bei mir. Er faszinierte mich sofort, da ich noch nie etwas von Inselkindern gehört hatte. Einer meiner Enkel ist auch Autist, ein liebenswertes Familienmitglied. Ich möchte ihn nicht missen und auch er ist sehr begabt. Ich selbst bin auch heute noch, mit über 70 Jahren sehr neugierig auf das Leben und freue mich, wenn ein Buch so lustig und fantasiereich geschrieben wurde, dass auch ich als Nichtakademiker, es verstehe.
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am 1. Juli 2014
Langatmig und mit wenig neuen Erkenntnissen zum Thema Mathematik kann der Band auch nicht durch die teils beklemmenden Schilderungen aus dem Leben des Authisten Daniel Tammet überzeugen.
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