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72 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ach, hätten wir bloß mehr von solchen Stammtischökonomen"!
Marktschreierische Titel wie "Rettet unser Geld! Wie der Euro-Betrug unseren Wohlstand gefährdet" oder "Europa braucht den Euro nicht" stoßen mich ein bißchen ab. Wie harmlos mutet da Hans-Werner Sinns "Die Target Falle - Gefahren für unser Geld und unsere Kinder" an. Regelrecht langweilig und um was für ein Ziel (target) geht es da...
Vor 21 Monaten von Georges de Gueule veröffentlicht

versus
6 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lösungsansätze kommen zu kurz
Sinn ist wahrscheinlich der prominenteste Ökonom Deutschlands. Sein aktuelles Buch polarisiert mindestens genausostark wie seine bisherigen. Anbei einige pros/kontras für die potentiellen Interessenten:

+ flüssiger Schreibstil
+ schöne bunte Schaubilder
+ viele Metaphern und emotionale Sprache
+ klare Sprache, Mut mit einigen...
Vor 20 Monaten von Norbert Sanftmann veröffentlicht


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72 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ach, hätten wir bloß mehr von solchen Stammtischökonomen"!, 16. Oktober 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder (Gebundene Ausgabe)
Marktschreierische Titel wie "Rettet unser Geld! Wie der Euro-Betrug unseren Wohlstand gefährdet" oder "Europa braucht den Euro nicht" stoßen mich ein bißchen ab. Wie harmlos mutet da Hans-Werner Sinns "Die Target Falle - Gefahren für unser Geld und unsere Kinder" an. Regelrecht langweilig und um was für ein Ziel (target) geht es da überhaupt?

Nachdem Herr Sinn diesem Thema schon seit über einem Jahr nachspürt, wollte ich es nun genauer wissen.

Viele europäische Länder beneideten Deutschland lange um seine niedrigeren Zinsen, die es seiner Industrie zur Zeit der DMark erlaubten, sich billiger zu finanzieren. Durch die Schaffung des Euro wurde für diese Länder ein Traum wahr. Und wie Ausgehungerte gaben einige Länder sich der Völlerei hin. Nahmen Kredite -die andere ihnen gerne gewährten- auf und konsumierten, bzw. investierten in Immobilien. Auch nutzten die profitierenden Länder das billige Geld um ihre Staatsdiener besser zu bezahlen und dem in Westeuropa vorherrschenden Gehaltsniveau anzunähern.

Weil in diesen Ländern aber leider die Produktivität nicht im gleichen Maße anstieg, verloren deren Wirtschaftssektoren zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit. Sinn schätzt, daß die Produktivität von Griechenland und Portugal eher der der Türkei entspricht. Um ihre Waren wieder wettbewerbsfähig anzubieten, müßten diese beiden Länder ihre Währung (sofern sie noch eine eigene hätten) um ca. 40 Prozent abwerten. Nachdem dies aber im Euro-Währungsbund nicht geht, müßten die Preise um diesen Betrag gesenkt werden. Stellen Sie sich vor, Sie müßten von heute auf morgen auf 40 Prozent Ihres letzten Einkommens verzichten!

Ab 2008 hätten die Kreditgeber der nicht mehr wettbewerbsfähigen Länder erkannt, daß es so nicht weitergehen könne und ihre Kredite aus diesen Ländern abgezogen, was sich dann zur Eurokrise auswuchs. Statt sich nun einzuschränken und nach Lösungen zu suchen, seien die reichen Euroländer dazu "überredet" worden, für die ausgefallenen Kreditgeber einzuspringen. Das Leben in Saus und Braus habe weitergehen können. So weit so verständlich für jemanden mit passablen Wirtschaftskenntnissen, der regelmäßig auch einen Blick in den Wirtschaftsteil seiner Zeitung wirft.

Hans-Werner Sinn weist in seinem Buch darauf hin, daß es aber ein noch viel größeres und bisher kaum diskutiertes -weil auch schwer zu erklärendes- Problem gebe: Die Target Falle!

Man stelle sich vor, daß ein Grieche das Fahrzeug eines deutschen Autoherstellers erwirbt. Vom Kunden wandert das Geld über den Händler an die Niederlassung dieses Autoherstellers in Griechenland. Dieser weist seine Bank an, das Geld nach Deutschland zu transferieren. Hierzu erteilt die Hausbank der griechischen Zentralbank (die für Geldtransaktionen ins Ausland zuständig ist) den Auftrag, das Geld an die Bundesbank weiterzuleiten, von der es dann an die Hausbank des Autoherstellers weitergeleitet wird.

Nicht hartes Gold sondern nur elektrische Impulse wandern von der griechischen Zentralbank an die Bundesbank. Die Geldscheine mit denen das Auto in Griechenland bezahlt wurde, verbleiben in Griechenland. Bei der Zentralbank wird eine Schuld gegenüber der Bundesbank vermerkt. Die Bundesbank verbucht eine Forderung gegenüber der griechischen Zentralbank.

Würden in ungefähr gleichem Maße Produkte aus Griechenland in Deutschland gekauft, könnten die Guthaben- und Schuldensalden bei den beiden Zentralbanken miteinander verrechnet werden. Nachdem die griechische Industrie aber nicht wettbewerbsfähig ist, kauft kaum einer Waren von dort und die Schulden gegenüber den Zentralbanken der Länder aus denen die Griechen munter Waren beziehen, steigen immer weiter an. Die Firmen einer Unternehmensgruppe sorgen zum Ende eines Geschäftsjahres dafür, daß die Konten untereinander ausgeglichen (auf Null gestellt) werden. Weil das aufgrund eines Konstruktionsfehlers bei der Schaffung des Euro für Transaktionen zwischen den Zentralbanken der Euroländer nicht vorgesehen sei, geschieht das, was für einen Konzern das Normalste der Welt ist, auf Zentralbankebene leider nicht.

Sinn argumentiert, daß die gigantischen Verbindlichkeiten, die die Krisenländer den Geberländern (und hier insbesondere Deutschland) gegenüber aufgebaut haben, dann ein immenses Problem darstellen, wenn eines der Krisenländer seine Zahlungsunfähigkeit erklärt bzw. aus dem Euro ausscheiden muß. Die Bundesbank müßte die aufgelaufenen griechischen Verbindlichkeiten aus dem Target-System abschreiben. Nachdem die Summe an allen Target-Verbindlichkeiten gegenüber der Bundesbank sich einer Billion Euro nähert, stelle dies eine riesige Gefahr für die Ersparnisse der Deutschen (bei Banken, in Lebens- und Rentenversicherungen etc.) dar. Diese würden vernichtet und bei der Vorsorge für den Lebensabend sehe es dann mau aus.

Die Darstellung von Sinn erscheint mir plausibel. Die Thematik ist sehr komplex und wohl nicht mit sehr einfachen Worten zu erklären, aber der Autor gibt sich redliche Mühe, ein breites Publikum zu erreichen. In der Einleitung weist er darauf hin, daß insbesondere die Kapitel 6,7 und 8 eine hohe Konzentration vom Leser verlangen und empfiehlt im Ernstfall diese Kapitel zu überfliegen. In der Tat ist die Schilderung der Zusammenhänge für den volkswirtschaftlichen Laien schwer zu erfassen und überschauen. Ich möchte jedem Interessierten anraten, durchzuhalten und das Buch bis zur letzten Seite zu lesen. Was Sinn schreibt ist geradezu unerhört und das Phlegma unserer Politiker am ehesten mit deren fachlich-intellektueller Überforderung zu erklären; wieviel VWL wird eigentlich im Jurastudium unterrichtet?

Was mir an Sinns Buch gefällt ist, daß er sich sehr vorsichtig ausdrückt und keineswegs die Abschaffung des Euro oder die ewige Vertreibung der Krisenländer aus dem Eurosystem fordert. Gegen Ende des Buchs empfiehlt er uns Europäern eine Orientierung am US-amerikanischen Zentralbankensystem, das sich über 150 Jahre evolutionär entwickelt habe. Ich bin bestimmt kein Fan amerikanischer Konzepte, aber was Sinn über das US-System schreibt, scheint mir vernünftig.

Natürlich ist an manchen Stellen Kritik an unseren Politikern herauszulesen (Erinnert sich noch jemand an Bundeskanzler Schröder, der einen ständigen Sitz in der UNO für Deutschland forderte?). Und Hans-Werner Sinn ist offensichtlich frustriert über die Zugeständnisse deutscher Politiker an unsere europäischen Partner. Wenn man sich die möglichen Folgen eines Zusammenbruchs des Systems für deutsche Sparer und Renter vor Augen führt, so ist das sehr gut nachzuvollziehen.

Meine Kenntnisse in VWL reichen bei weitem nicht aus, um mir ein Urteil zu erlauben, ob Herr Sinn alles richtig sieht und darstellt. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 4. März 2012fand ich folgende Aussage: "Doch ein Hans-Werner Sinn lässt sich nicht abspeisen. Im Gegenteil: Wenn er auf Widerstände stößt, nimmt seine Energie noch zu. Innerhalb seines Forschungsinstituts stellte Sinn vier Hypothesen auf, was hinter den geheimnisvollen Salden stecken könnte: Seine Kollegen bat er, alle Argumente vorzutragen, die eine dieser Hypothesen falsifizieren könnte" Dieses Zitat macht mich glauben, daß Herr Sinn recht hat. Viel zu viele versuchen ihre Hypothesen ausschließlich zu verifizieren und sehen deshalb selten alles; wenn aber eine Hypothese nicht falsifiziert werden kann, dann muß sie stimmen. Charles Darwin, der Entdecker der Evolutionstheorie (siehe meine Bemerkung zur Entwicklung der amerikanischen Zentralbanken), ist übrigens genauso vorgegangen.

Norbert Häring stellte am 11.10.2012 im Handelsblatt die Frage, ob Hans-Werner Sinn ein Stammtischökonom sei und kam zu einem eindeutigen Ja: "Ökonomen müssen ... sich zu den Themen ...zu Wort melden... mit Worten, die der normale Mensch versteht ..."

Genau das beweist Hans-Werner Sinn in der Target Falle. Ich empfehle dieses wichtige Buch uneingeschränkt, sollte Herr Sinn das Gefahrenpotential überschätzt haben, umso besser!
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132 von 143 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen It's the free credit……stupid!!!!, 9. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder (Gebundene Ausgabe)
Die Target-Debatte angestoßen zu haben ist der große Verdienst von Hans-Werner Sinn. Wie immer schafft es Sinn ein sperriges Thema auch für den Laien verständlich aufzuarbeiten. Der Target-Mechanismus ist aufgrund seiner Gefahr für ein funktionierendes Geldsystem in ganz ! Europa für uns alle von Interesse. Der ehemalige Bundesbank-Chef Helmut Schlesinger hat Sinn auf einen Posten in der Bundesbankbilanz aufmerksam gemacht, der seit 2007 stetig gewachsen ist. Hans-Werner Sinn recherchierte daraufhin und der Target Mechanismus entpuppte sich schnell als Sprengsatz für das Euro-System. Bis heute sind Target-Forderungen in Höhe von ca. 700 Mrd. EUR bei der Bundesbank aufgelaufen. Nimmt man die anderen Leistungsbilanzüberschussländer wie Österreich, Finnland und die Niederlande hinzu kommt man auf 1 Billion. Ein stolzer Betrag für einen Posten in den Zentralbankbilanzen, der ehedem nur eine kleine statistische Größe war.

Was aber ist der Target-Mechanismus und wie funktioniert er?

Target ist einfach ein elektronisches Zahlungssystem in dem die EZB, die Notenbanken und die dahinter angeschlossenen Geschäftsbanken angeschlossen sind. Es regelt einfach den Zahlungsverkehr zwischen den EURO-Ländern (Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System). Überweist ein Grieche also einen Betrag auf eine deutsche Bank indem er ein Auto kauft, dann stösst er eine Target-Überweisung an. Überweist dagegen ein Deutscher einen Betrag auf eine griechische Bank, weil er z.B. eine Hotel in Santorini bezahlt, dann löst er ebenfalls eine Target-Überweisung aus, da beide Überweisungen von den Geschäftsbanken über die jeweiligen Zentralbanken über die EZB in das jeweils andere Land geschleust werden. Das Target-System „nettet“ dann die beiden Überweisungen in Echtzeit. Beträgt also der Betrag für das Auto 10.000 EUR und der Betrag für das Hotel (3 Monate Vollpension) 10.000 EUR, dann ist der Target-Saldo eben Null. Und so soll das auch sein. Die Zahlungsströme sollen sich über die Zeit hinweg ausgleichen. Wir wollen ja am Ende des Tages Güter und Leistungen tauschen und nicht abstrakte Zahlungsmittel.

Wenn der Grieche nun das Auto auf Kredit kauft, dann ist der Target-Saldo ebenfalls 0, da er dann einen Kredit von der – sagen wir Autobank in München - i.H.v. 10.000 EUR erhält. Es findet also ein Überweisungsvorgang von der Autobank auf sein Konto in Griechenland statt und er überweist dann den Betrag sozusagen gleich wieder an die Autobank in Deutschland. Wir sehen also, der Target-Saldo ist immer Null, wenn es zu jedem Zahlungsstrom ein Gegenzahlungsstrom gibt. Die Zahlungsströme gleichen sich dann aus.

Was aber passiert, wenn der Grieche 10.000 EUR nimmt und einfach in Deutschland damit einkaufen geht, aber niemand in Griechenland in den Urlaub fährt? Genau! Dann fließen immer mehr Zahlungsmittel – und damit Kredit – aus Griechenland ab und es gibt keinen Gegenzahlungsstrom. Die Kaufkraft verlässt dann das Land, in welchem die Zahlungsmittel abfließen. Irgendwann haben die Griechen dann kein Geld mehr und das führt eben zu Problemen.

Jedes Land hat eine spezifische Geldmenge, die seiner umlaufenden Güter- und Dienstleistungsmenge entspricht. Der Güter- und Leistungsaustausch mit dem Ausland ändert nichts daran. Austausch mit dem Ausland kann es dauerhaft nur geben, wenn ein Leistungsaustausch (Tausch von Gütern / Dienstleistungen gegen Güter / Dienstleistungen) stattfindet oder ein Land zwar Güter und Leistungen kauft und diese eben vom Ausland vorfinanziert bekommt.
(Also: Auto gegen Urlaub oder Auto gegen Kredit (Kredit = Forderung) wie oben dargestellt.)

Genau dies hat in der Finanzkrise ab 2007 nicht mehr funktioniert, als die Investoren (etwas spät) gesehen haben, dass Griechenland (und auch andere Südländer) praktisch pleite waren, da Sie die Gelder, welche sie von den Kapitalmärkten (z.B. von uns) bekommen haben, nicht investiert sondern „verfrühstückt“ haben. Investoren haben dann begonnen ihre Finanzmittel abzuziehen. Z.B. könnte es sein, dass ein Pensionsfond aus Deutschland seine Mittel abgezogen hat. Schon haben wir eine Target-Überweisung, der kein Gegenzahlungsstrom gegenübersteht. Es handelt sich – zugegebenermaßen – um eine späte, aber dennoch rationale Entscheidung, denn es handelt sich hier um Ersparnisse und die mögen es nicht verbrannt zu werden. Dieser Vorgang passiert aber auch, wenn Bürger aus den Südländern aus verständlicher und rational nachvollziehbarer Angst um ihr Erspartes ein Konto bei der - sagen wir - Volksbank München anlegen um dort ihr sauer verdientes Geld zu bunkern (sprich: zu überweisen). Das können dann einfache Bürger oder auch Superreiche sein, aber wer könnte es ihnen verübeln. Geld will immer Sicherheit und kennt keine Grenzen. Es ist somit die Kapitalflucht sowie ein einseitiger Konsumstrom gewesen, die zu einem Kapitalstrom aus den Südländern heraus geführt hat.

Ein anderer Weg war die Diskontierung von wertlosem Vermögen. Die EZB hat in 2008 entschieden, dass die Notenbanken der Südländer auch wertlose Pfänder in Zahlung nehmen und dafür frisches Geld ausreichen. Da sich in der Südzone wertloses Pfand in Billionenhöhe befindet ist der Gelddruckerei also keine Grenze gesetzt. Wenn nun ein reicher Grieche z.B. über eine Million Euro griechische Staatsanleihen verfügte, konnte er diese bei seiner Hausbank kreditieren, diese reichte die Papiere dann an die Griechische Notenbank weiter, die dafür Geld druckt. Dieses Geld schaffte er dann über den Target-Kanal z.B. nach Deutschland oder auch nach Finnland oder die Niederlande oder wo auch immer hin. Somit werden wertlose Vermögensgegenstände in wertvolle „getauscht“ und verlassen das Land ohne einen Gegenzahlungsstrom.

Da der Überweisungsvorgang dann in den oben genannten Fällen über die Hausbank des Griechen und die griechische Zentralbank und damit über die EZB zu der (in unserem Beispiel) Bank in Deutschland läuft, entsteht bei der Bundesbank ein „Überhang“ an eingehendem Geld, welches bei der Bundesbank geparkt wird. Immer mehr Zahlungsmittel fließen nun nach Deutschland. Das Kapital flüchtet also dorthin, wo es in Zukunft was wert ist. Ein Ausgleich findet nicht mehr statt. Das eine Land blutet aus, das andere saugt sich voll (und weiss nicht so recht wohin damit und bietet es dann Häuslebauern für 2,9% an, damit irgendwas damit gemacht wird).

Der gleiche Vorgang lässt sich besser erklären als die USA mit Ihren Dollars nach 1971 die BRD überflutet haben. Um den Vietnamkrieg zu finanzieren hat man die Goldbindung gelöst und einfach gedruckt, was das Zeug hielt bis die Inflationsraten zweistellig waren. Die billigen (schnell gedruckten und damit inflationierten) Dollars wurden zu einem festen Wechselkurs in DM eingetauscht und lagen somit bei der Bundesbank herum (wurden geparkt). Da der Wechselkurs fixiert war, musste die Bundesbank DM für Dollar ausreichen. Sie konnte gar nicht anders.
Die zusätzlich in den Umlauf geratenen DM-Scheine haben hier das Geldmengenvolumen aufgebläht und langfristig zu Inflation geführt. Die Bundesbank war gezwungen die Wechselkursbindung aufzulösen. Die DM hat sofort aufgewertet. Damit war das leichte Spiel für den Dollar aus. DM gab es nur noch für einen größere Menge Dollar. Die DM wurde eben somit wertvoller.

Und genau hier liegt das Problem: Es gibt keinen DEURO und auch keinen GEURO. Es gibt nur den EURO. Aber das heißt nicht, dass es keinen Wechselkurs mehr gibt. Er ist nur unsichtbar. Nominal ist der Wechselkurs zwar 1:1, aber in der Wirklichkeit fällt der Wert eines in Griechenland „produzierten“ Euros anders aus als in Deutschland. In dem Wert einer Währung zeigt sich ja, was eine Nation so alles produziert und was nicht. Die Griechen verfügen daher über eine Währung, der tragischerweise in ihrem Land nicht "sehr viel wert" ist, da Sie sich dafür nicht viel kaufen können, bzw. nicht das kaufen können, was sie sich kaufen wollen (u.a. deutsche Maschinen, VW, Mercedes, IPhones, Modeartikel, etc....). Aber der Euro, der über die griechische Notenbank emittiert wird, entfaltet in Deutschland eine weitaus größere Kaufkraft, weil hier u.a. die begehrten Produkte zu kaufen sind. Daher werden nun große Mengen EUROs u.a. nach Deutschland, Finnland, Österreich und die Niederlande geschleust, wo sie Kaufkraft entfalten. Neben den "Konsum-Euro" fließen aber auch die "Ersparnis-Euros" und „gedruckte Euros“ sowie die „Rettungsgelder-Euros“ aus diesen Ländern. Dem Hineinpumpen und Durchschleusen von Kaufkraft sind keine Grenzen gesetzt.

Die Kapitalflucht ist es ja, die die Banken, Versicherungen und Unternehmen ausbluten lässt und damit bei der normalen Bevölkerung Arbeitslosigkeit und Verzweiflung produziert. Wir schieben dann das Geld nach um die Lücken zu stopfen, damit dort das Bankensystem nicht zusammenbricht, aber das Geld rutscht immer unten durch. Der Kreislauf wird erst gestoppt, wenn das Rettungsbemühen endet und wenn die Target-Druckerei aufhört. Dann aber ist der Euro wahrscheinlich nicht mehr interessant für diese Länder. Sie würden sofort austreten, da der Nutzen einer eigenen Währung sofort größer wäre. Der Target-Mechanismus erhält somit ein dysfunktionales System praktisch dauerhaft am Leben, indem er Reichtum und Wohlstand umverteilt, als gäbe es kein Morgen.

Das Standard-Argument von seiten der Politik lautet dann immer: wir profitieren von dem Euro bzw. wenn die Südländer aufhören unsere Waren zu kaufen, dann bricht hier alles zusammen. Natürlich ist es richtig, dass der Target-Mechanismus die Konsummaschine Südeuropa am Leben erhält. Aber mit dieser Begründung könnte nun jeder insolvente Staat und jeder Bürger, der Pleite ist, einen Lebensstandard verlangen, der zwar seinen Bedürfnissen, aber nicht seiner Leistung entspricht. Das wird und kann nicht funktionieren. Zumindest nicht dauerhaft. Die Gefahr einer dauerhaften Alimentierung entsteht ja nicht durch den Konsumstrom sondern durch den erlahmenden Antrieb. Ist dieser erstmal am Boden (sprich: Firmenpleiten, verzweifelte Bürger und ein zerrüttetes Staatswesen) wird es wirklich unangenehm. Und genau in diese Richtung bewegen wir uns.

Die Target-Salden sprechen somit für in der Südzone künstlich am Leben erhaltene Kaufkraft und damit für das Verschenken von Leistungen, denn die Target-Forderungen sind eigentlich wertlose Devisen, die – einer politischen Laune zum Trotz – auf EURO lauten. Also auch auf unsere Währung. Um mit Hans-Werner Sinn zu sprechen: „Wir behalten unsere Arbeitsplätze, aber wir verlieren unsere Ersparnisse“. Was aber nützt ein Arbeitsplatz dauerhaft, wenn man die Produkte verschenkt? Und was passiert, wenn die Baby-Boomer in Rente gehen wollen und sehen, wie Ihre Lebensversicherung dahingeschmolzen ist? Ein jeder vermag sich das selber ausmalen. Die Pensionskassen und Versicherungen schütten schon jetzt aus der Substanz aus.

Wie aber hätte das Dilemma eigentlich ablaufen müssen, damit keine Target-Salden entstanden wären?

Die Investoren hätten ihre Gelder abgezogen und damit einen einseitigen Zahlungsstrom aus den Südländern raus erzeugt. Die Target-Salden wären temporär entstanden. Die Notenpresse wäre nicht angeworfen worden, da die EZB keine wertlosen Pfänder als Refinanzierung angenommen hätte. Wir hätten keine Rettungsfonds aufgelegt, welche das Leiden nur verlängern und der Bevölkerung in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien und Irland nicht helfen, sondern sie nur in die Armut treiben. Das Fluchtkapital hätte zu einer schweren Rezession in den Südländern geführt. Die Preise für Immobilien, Arbeitskraft und Konsumgüter wären sehr tief gefallen. Die Wirtschaft hätte einen schweren Schock erlitten und die Arbeitslosigkeit wäre stark angestiegen. Menschen und Gesellschaft hätten eine sehr schwierige und turbulente Phase durchgemacht. Aufgrund der gesunkenen Preise wären Investoren aber irgendwann wieder eingestiegen. Das Fluchtgeld wäre zurückgekehrt und die Salden hätten sich wieder um den Nullwert eingependelt. Aus einer verständlichen Angst vor den Konsequenzen wollten sich die Politiker in den Südländern und in Deutschland das nicht antun. Damit schieben wir das Problem vor uns her und müssen zusehen, wie die Target-Salden wachsen und wachsen……
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Radikal und schonungslos nach allen Seiten, 6. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder (Gebundene Ausgabe)
Schon wenn man das Buch aufschlägt, lädt es zum Lesen ein: Überschriften und Erklärungen zu den Abbildungen heben sich farblich ab; zahlreiche Grafiken machen auch komplexe Muster und Zusammenhänge übersichtlich; klaren Gliederungen in eigenständige Kapitel folgen anschließend gleich die detaillierten Anmerkungen; ein umfangreiches Personen- und Sachregister, und ein Autorenregister, machen das Buch zum Nachschlagwerk.
Hier wurde auf jede Weise sorgfältig gearbeitet.

Was man vom Inhalt erst recht sagen muss!
Hans-Werner Sinn gelingt es mit seinem klaren und persönlichen Stil, mit dem Leser praktisch in einen Dialog zu treten, ihn teilhaben zu lassen an den Gedankengängen, die bei ihm zu Warnungen oder Lösungsvorschlägen führen.

Sinn ist ein Neoliberaler, aber einer, der auch weit nach rechts und nach links ausholen kann.

Vieles hört sich an wie Lehrsätze der neoklassischen Theorie:
„Niemals kann eine Zentralinstanz über das Detailwissen verfügen, das die private Investitionsentscheidung der Anleger ersetzt“. Daraus leitet sich auch seine Kritik an der EZB ab, bis hin zu der erstaunlichen Formulierung: „Nun ist der EZB-Rat kein kommunistisches Zentralkomitee .... indes zeigt das kommunistische Beispiel die Natur des Problems“.

Die „Eigenmächtigkeit“ der EZB mit einem ZK zu vergleichen (wenn auch nur indirekt) ist schon ein unerwarteter Hieb, den Sinn hiermit der EZB versetzt, die aufgrund der Untätigkeit der konventionellen Politik zu unkonventionellen Maßnahmen greift um das Gebäude vorübergehend abzustützen.

Wenn Sinn wiederholt und zustimmend darauf hinweist, dass „die Märkte“ jene „abstrafen“ die sich nicht an die fundamentalen Marktregeln halten, dann merkt man, dass er der Finanzwirtschaft auch einen Gerichtstand zugesteht und durchaus dafür ist, dass dieser drakonische Strafen verhängt.

Woran liegt es aber, dass Hans-Werner Sinn, der wirtschaftspolitisch doch auf der Linie der derzeitigen Regierungskoalition liegt, von dieser einfach ignoriert (wenn nicht gar verunglimpft) und auch im allgemeinen so kontrovers behandelt wird?
Helge Peukert („Die große Finanzmarkt- und Staatschuldenkrise“) sagt über Hans-Werner Sinn:
„Seine Vorschläge sind zum Teil radikal und seine Analyse ist schonungslos nach allen Seiten“.

Das wird es wohl sein: radikal und schonungslos nach allen Seiten!
Diese Charakteristika scheinen nicht sehr gefragt in einer Zeit, in der die Bürger desto mehr beruhigt werden müssen je beunruhigender sich vor ihnen Schuldenberge auftürmen und über ihnen Rettungsschirme aufspannen.

Jene, die Sinn vorwerfen, dass seine Schlussfolgerungen zu radikal wären, sollten aber auch die Ruhe und den Rat des kompetenten Wissenschaftlers nicht übersehen:

*Sollte der Euro fallen, wird Europa nicht untergehen, und weil das so ist, sollte man auch nicht jeden beliebigen Preis für seinen Erhalt zahlen. Es ist an der Zeit, dass die Politik aus ihren ideologischen Überhöhungen auf den Boden der praktischen Vernunft zurückkehrt.*
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwarzes Loch im europaeischen Finanzsystem, 5. November 2012
Von 
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder (Gebundene Ausgabe)
Sinn klingt in seinem neuen Buch alarmistisch: Unser aller Vermögen sowie das Geld unserer Kinder stehe auf dem Spiel. Ein schwarzes Loch im europäischen Finanzsystem ließe das wirtschaftlich starke Deutschland allmählich ausbluten.

Worum geht es? TARGET (Transeuropean Automated Realtime Gross Settlement Express Transfersystem) wurde als System entwickelt, dass einen Liquiditätsausgleich der Nationalbanken in der Euro-Zone ermöglicht. Seit 2007 wurde es erweitert und zu einem übernationalen Zahlungssystem, zudem alle Banken Zugang haben (TARGET2). Kredite werden dabei gewissermaßen transferiert. Kauft bspw. Firma A in Italien Zulieferungen der Firma B in Deutschland per Kredit ein, lässt die Geschäftsbank des ersten Unternehmens ihr Guthaben bei der italienischen Zentralbank um den entsprechenden Betrag reduzieren.

Der Ausgleich erfolgt dann durch die Bundesbank. Bis zum Beginn der internationalen Finanzkrise war die Bilanz des Zahlungsverkehrs auf dieser Ebene in etwa ausgeglichen. Dann erfolgte aber allmählich eine immer stärkere Belastung der Bundesbank durch Kredite der Krisenländer. Der Saldo - so Sinn - sei hier mittlerweile auf ein Volumen von ca. 700 Mrd. Euro angewachsen. Insgesamt hätten die Südländer durch das System zu Ungunsten der starken Partner sogar in einer Größenordnung von 971 Mrd. profitiert. Dies komme einem gigantischen Rettungsprogramm gleich, dass alles was die Politik bisher mit Finanzhilfen und Rettungsschirmen unternommen habe, in den Schatten stellt.

Sinn macht deutlich, dass die private Verschuldung somit eigentlich eine bisher unterbelichtete Dimension hat und im Vergleich mit den Staatsschulden das eigentlich größere Problem darstelle. In ganz besonderem Maße gelte dies im Zusammenhang mit der spanischen Immobilienblase.

Was ist von dieser Analyse zu halten? Kritiker von Sinns Theorie beruhigen: Sinn würde das System missverstehen. Es wäre keineswegs so, dass hier die Bundesbank als Kreditgeber fungiere. Auch diese selbst lässt verlautbaren, dass ein Saltenausgleich unter den Nationalbanken durch die EZB anhand festgeschriebener Paritäten erfolgt. Sinn stellt das anders dar. Für ihn sind TARGET-Verbindlichkeiten vergleichbar mit Eurobonds. Für die Rückzahlung seien letztlich die Steuerzahler der Nationen, deren Notenbanken als Gläubiger fungieren, in der Pflicht.

"Der Unterschied zu echten Eurobonds", so Sinn, "ist nur, dass die Zentralbanken der GIPS-Länder nach eigenem Gustus über diesen Kredit verfügen können, sofern sie Sicherheiten bieten, und dass die Bundesbank den Kauf der impliziten Eurobonds nicht ablehnen kann. Die Möglichkeit, TARGET-Kredite aufzunehmen, lädt zur Selbstbedienung ein."

Seitens der Fachleute gibt es insgesamt divergierende Aussagen. Wer nicht tief genug in der Materie steht, hat es schwer, sich hier ein Urteil zu bilden. Sinn hält jedenfalls ein kontinuierliches Zurückfahren der Salden für unbedingt nötig. Auch die Staaten müssten im EU-Konsens entwickelte Budget-Auflagen streng befolgen. Andernfalls müsse zumindest eine temporäre Ausgliederung aus dem Euro möglich sein.

Die TARGET-Problematik bildet "nur" das zentrale Thema des Buches. Eingebettet ist es - wie man es von Sinn gewohnt ist - in eine sehr umfassende und detaillierte Darstellung der Eurokrise, die in vielem an Thilo Sarazins Buch zum Thema erinnert. Sarazin hatte seinerseits bereits die Brisanz der TARGET-Kredite angesprochen und auf Sinns Analyse verwiesen.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wahrheit ist nicht schön, aber man sollte sie kennen, 14. Oktober 2012
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder (Gebundene Ausgabe)
Dass der deutsche Haftungsanteil, so wie eigentlich vom BVG verfügt, für die diversen Rettungsschirme auf 190 Mrd Euro begrenzt bleibt, glaubt wohl keiner mehr. Denn der ESM ist nur ein Bruchteil der Haftung im Vergleich zu den Risiken, die ausserhalb der Rettungsschirme auf den deutschen Steuerzahler warten, schreibt Herr Sinn in seinem Buch. Das Konstrukt, mit dem diese Risiken verschleiert werden sollen, nennt sich Target-Salden. Und genau diese nimmt sich Hans-Werner Sinn in seinem Buch vor und rückt sie erstmals in den Blickpunkt der öffentlichen Wahrnehmung. Und er zeigt, welche riesige Gefahr von ihnen ausgeht. Deneben beschäftigt sich Sinn aber auch mit der Euro-Krise im allgemeinen und räumt mit manch politisch motivierten Lüge oder Halbwahrheit auf. Hier nur 3 Beispiele:

DEUTSCHLAND HAT SELBST BEWUSST GEGEN DIE MAASTRICHTKRITERIEN VERSTOSSEN UN IST DAHER NICHT BESSER ALS DIE ANDEREN SCHULDENSÜNDER
Tatsache ist, dass die anderen EU-Länder Deutschland gezwungen haben, die damaligen von der DDR "geerbten" Treuhandschulden den Staatsschulden hinzuzurechnen. Das führte von 1994 zu 1995 zu einem Sprung der Verschuldung um 8 % auf 58 %, also knapp unter die 60 % -Grenze. Im Referenzjahr für den Euro 1997 lag Deutschland dann mit 61,3 % knapp über der Verschuldungsgrenze. Dadurch, dass man also Deutschland bewusst über diese Grenze "schubste", hatten die anderen Länder das entscheidende Argument, die Kriterien auch nicht einhalten zu müssen.

EUROBONDS SIND NOTWENDIG, WEIL ZINSSÄTZE ÜBER 6 % FÜR DIE SÜDLÄNDER AUF DAUER NICHT TRAGBAR SIND
Das ist ein Märchen. Selbst Deutschland musste 1974 etwa 10 % auf neu emitierte Staatsanleihen geben, Spanien und Italien sogar bis zu 15 %. Und beide Länder haben es überlebt, ohne nach billiger, fremder Hilfe zu rufen, wie derzeit.

DAS STIMMENGEWICHT IN DER EZB IST DEMOKRATISCH LEGITIMIERT
Bei der EZB gilt ja: "ein Land eine Stimme". Hört sich demokratisch an, ist es aber nicht. Diese Stimmengewichtung ist sowohl bei privaten Kapitalgebern, als auch bei internationalen Organisationen völlig unüblich. Beim IWF etwa ist das Stimmengewicht genau an den Kapital- und Haftungsanteil eines Landes geknüpft. Und so ist es auch gerecht. Es kann nicht sein, das Deutschland und Malta die gleiche Stimme haben, obwohl Deutschland für 27 % haftet und Malta für unter 1 %.

Fazit: Sinn räumt im Buch mit mancher bewusst gestreuten Unwahrheit auf. Das macht beim Lesen manchmal fast fassungslos, ist aber notwendig. Denn nur wer die Wahrheit kennt, trifft die richtigen Entscheidungen - gerade angesichts der Wahlen im nächsten Jahr.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ... endlich jemand der sich den Mund nicht verbieten lässt ... die Wahrheit kommt ans Licht ..., 13. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder (Gebundene Ausgabe)
Ich möchte mich bei Prof. Sinn für seinen Einsatz für die Aufklärungsarbeit zum Wohle des deutschen und europäischen Volkes bedanken.

Er beschreibt sehr sachlich und wahrheitsgemäß an welchen Problemen die jetzigen Rettungsmaßnahmen scheitern und wieso gerade für das griechische Volk ein Wechselkurssystem von Vorteil wäre. Die Preise in Griechenland sind immer noch viel zu hoch und teuer bezahlen muss dies vor allem die griechische Bevölkerung. Gebt den Griechen Ihre Freiheit zurück zum Wohle des griechischen und europäischen Volkes.

Den beiden polemischen und unsachlich argumentierenden Vor-Rezensenten möchte ich folgendes mit auf den Weg geben: Die Panik- und Stimmungsmache kommt von Seiten der Finanzmärkte (Banken) und Euro-Bürokraten, die immer mehr Treibstoff für Ihre Finanzverbrennungsanlage benötigen und den nicht-demokratisch legimitierten und mächtigen Zentralstaat Europa im Hinterstübchen unumkehrbar aufbauen möchten.

Fazit: Vielen Dank Herr Prof. Sinn für ein sehr gelungenes Buch. Ich habe als Volks- und Betriebswirt noch viel dazugelernt. Klare 5 Sterne!
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu H.W. Sinns Targetfalle, 19. Oktober 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder (Gebundene Ausgabe)
H.W. Sinns Neuerscheinung „Die Target Falle“ – mit dem nachdenklich stimmenden Untertitel „Gefahren für unser Geld und unsere Kinder“ – zu rezensieren, ist nicht einfach, weil das 400-seitige Werk mit Zahlen und Darstellungen aus anerkannten Quellen gespickt ist. Ausführliche Anmerkungen mit Quellenbelegen am Ende eines jeden Kapitels schaffen Vertrauen zur Seriosität der Inhalte.
Trotz der an wissenschaftliche Aufmachung erinnernden äußeren Form habe ich als Nichtfachmann für Wirtschaft und Ökonomie keine Schwierigkeiten gehabt, die Gedanken nachzuvollziehen. Dem Verfasser ist es somit hervorragend gelungen, die sehr komplizierte Materie, in die unsere Europa-Krise eingebettet ist, allgemeinverständlich darzulegen.
Von „Target Salden“ habe ich bisher noch nie etwas gehört und viele Politiker offensichtlich auch noch nicht! Sollte man aber, denn im Falle eines Crashs könnte Deutschland mit rund 750 Mrd Euro leer ausgehen, und weitere große Schäden kämen dann noch hinzu!
Doch das Buch liefert noch viel, viel mehr: in einer brillianten Analyse wird dargelegt, wie die europäischen Krisenstaaten in die Wettbewerbsunfähigkeit geraten sind, welche Rolle dabei die Banken und die EZB gespielt haben und noch spielen, und wie die europäischen Politiker die seit wenigen Jahren aus dem Ruder laufende Entwicklung wieder befrieden wollen (Geld-ins-Schaufenster-Politik). Der Verfasser nennt das eher „Fass-ohne-Boden-Politik“. Fast möchte man meinen, der Verfasser sei Anti-Europäer – davon distanziert er sich jedoch vehement! Deshalb versäumt er es auch nicht, im letzten Kapitel einen Weg zu skizzieren, der eine goldene Brücke für unsere Kinder werden könnte und damit natürlich auch für Europa!
Ich habe das Buch nur ungern aus der Hand gelegt!
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lose-Lose-Situation, 18. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder (Gebundene Ausgabe)
Wer nachdenkt weiß, das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Dieses Buch hält den Leser in Atem wie ein spannender Krimi und hilft gleichzeitig, den Unterschied zwischen gut und gut gemeinter Politik durch fundierte Analyse klarzustellen.
Jeder, dem Europa am Herzen liegt, sollte dieses Buch lesen. Denn wir sind in Gefahr, die europäische Idee zu zerstören. In geradezu fahrlässiger Weise gehen wir einen leider falsch eingeschlagenen Weg im Währungssystem Euro weiter, ohne dabei die Risiken, die sich sowohl für die Geber- als auch die Nehmerländer heute und in der Zukunft daraus ergeben, zu berücksichtigen. Heute ist es offenkundig, dass es falsch war, die Rechnungseinheit Euro in so vielen, wirtschaftlich sehr ungleichen Ländern einzuführen. Am Ende führt dies zu einer Lose-Lose-Situation für alle Beteiligten.

- Die wirtschaftlich schwächeren Länder haben durch die Euroeinführung ihren Rettungsanker, das Instrument der Abwertung verloren und werden dadurch auch in Zukunft nicht ausreichend exportieren können. Die schon jetzt extrem hohe Arbeitslosigkeit wird somit bestehen bleiben oder sich gar noch erhöhen.
- Die wirtschaftlich stärkeren Länder werden zu permanenten Hilfszahlungen gezwungen, die aber nicht den Menschen in den schwächeren Ländern sondern vor allem den Geldanlegern zugute kommen.
- Permanente Transferleistungen von den Gebern – zu den Nehmerländern schwächen die heute noch stabilen Länder der Eurozone und am Ende ganz Europa.
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30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hans Werner Sinn, 9. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder (Gebundene Ausgabe)
Meine Hochachtung vor Herrn Sinn, der sich von Schäuble schon als Milchmädchen verleumden lassen musste, da er und ca. 170 seiner Kollegen, allesamt Prof. und Gelehrte der WWirtschaft, offen vor dem ESM und weiteren Schritten in die Schuldenübernahme anderer Länder warnten, Wäre er doch nur unser Finanzminister. Weiter so, sagen Sie den Deutschen die WAHRHEIT!
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufwachen, 9. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder (Gebundene Ausgabe)
Der Euro ist eine Währung, die der stetigen Rettung bedarf. Einst gab es eine stabile DM, die anderen Länder konnten nach Gutdünken auf- oder abwerten, ein jedes Land war FREI. Wenn wir alle pleite sind, werden wir wohl endlich aus der Währungsunion aussteigen dürfen - oder auch nicht. Dass die Regierung nicht auf die Target2-Salden eingeht, ist ein Zeichen entweder der Ignoranz, oder aber Hilflosigkeit, oder... was auch immer. Schönzureden, dass der € Frieden und Wohlstand bringt, entgegen aller aktuellen Entwicklungen bzw. der der letzten Jahre, ist ein Paradoxum, dass nicht mehr nachvollziehbar ist. Herr Sinn, meine Hochachtung. Ich verfolge oft die Vorträge von Ihnen im Netz, habe erst dadurch von Target 2 erfahren. Was auch immer uns zum Verschenken unserer Exporte treibt, die ganze Welt lacht über uns. Dank Lohnstagnation haben wir nun 10% weniger Realeinkommen, DAS nennt man ja mal Gewinn.
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Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder
Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder von Hans-Werner Sinn (Gebundene Ausgabe - 8. Oktober 2012)
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