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73 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Kahneman sowie andere Forscher und Managementdenker light,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klugen Handelns: 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Als ich vor einiger Zeit erfuhr, daß es in Kürze einen Nachfolgeband zu Rolf Dobellis "Die Kunst des klaren Denkens" geben sollte, war klar, daß ich mir auch dieses Buch sofort kaufen würde. Diejenigen, die Dobellis Kolumnen u.a. in der FAZ oder Zeit verfolgen, finden hier natürlich nichts Neues. Aber ein handliches Büchlein mit Lesebändchen und einer vierfarbigen Illustration zu den jeweils dreiseitigen Texten ist allemal schöner, als eine Sammlung von Zeitungsausschnitten in einer Juris-Mappe.Wer das erste Büchlein von Dobelli mochte, wird auch von diesem nicht enttäuscht werden. 52 kurze Texte zu all den Fallstricken, die da lauern, wenn es zu handeln und zu entscheiden gilt. Mancher wird unterbewußt wissen, welche Gefahren in der Welt draußen auf einen harren, aber es ist gut, sich diese gelegentlich mal wieder vor Augen zu führen. Wirklich Neues findet man in dem Buch eher selten, wenn man sich schon einige Zeit mit der Materie beschäftigt. Aber die knackigen Formulierungen, die prägnanten Beispiele, die haben echt etwas. Ich werde das Buch immer wieder in die Hände nehmen, denn die mittlerweile 104 Irrwege und Denkfehler die Dobelli beschreibt, kann man nicht permanent präsent haben und die Gefahr einen Fehler zu begehen, von dessen Möglichkeit man eigentlich wußte gibt es ständig. Trotz seiner sicher weit überdurchschnittlichen Kenntnis all der Fallstricke gibt der Autor selbst zu, daß es ihm nicht immer gelinge, Denkfallen zu veremeiden. Dobelli will seinen Lesern helfen, das zu beherzigen, was laut seinem Vorwort sowohl Aristoteles, wie auch Warren Buffet erkannt haben: "Das Ziel des Weisen ist nicht Glück zu erlangen, sondern Unglück zu vermeiden." Bzw.: "Wir haben nicht gelernt, schwierige Probleme im Geschäftsleben zu lösen. Was wir gelernt haben: sie zu vermeiden." Wer die beschriebenen Denkfehler kennt, kann diesen Idealen vielleicht näher kommen. In seinem ersten Buch war mir aufgefallen, daß Dobelli besonders häufig auf Robert Cialdini Bezug nahm. Im vorliegenden Band wird sehr oft auf Daniel Kahneman verwiesen, dessen fast 600 Seiten umfassendes Buch "Schnelles Denken, langsames Denken" schon seit Wochen in den Bestsellerlisten steht. Ich habe mir die Lektüre für den Strandurlaub aufgespart, bin nach Dobellis Buch noch gespannter, etwas ausführlicher Kahnemans Gedanken kennenzulernen. Einige Leser, die mir bei der Lektüre von Kahnemans Buch voraus sind, hatten mir berichtet, daß die Lektüre anspruchsvoll um nicht zu sagen, anstrengend, sei. Wenn das stimmt, dann dürfte "Die Kunst des klugen Handelns" all denen entgegenkommen, die sich mit dickeren Schwarten nicht abgeben wollen oder können. Kann man nach 52 Denkfehlern weitere 52 Denkfehler, die mindestens gleichwertig sind, finden, oder sind die neuen "Denkfehler" eher zweite Wahl? Ich fand mich auch bei der Lektüre dieses Buches gut unterhalten und staunte oft, weshalb ich nicht finde, daß es hier den oft beobachteten Qualitätsabfall zum Vorgängerwerk gibt. Die Leistung von Dobelli liegt darin, daß er wichtige Erkenntnisse, die uns allen helfen können, weniger Fehler zu machen, schön zusammengetragen, anschaulich präsentiert und hervorragend formuliert hat. Den fünften Stern verwehre ich ihm aber, weil mir das gegenüber all den Autoren, die etwas Eigenes geschaffen haben, unfair erscheint. Trotzdem eine klare Kaufempfehlung nicht nur für einen selbst. Jedem, dem man dieses Buch mitbringt oder zumindest empfiehlt, macht man meiner Meinung nach ein tolles Geschenk. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
63 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Oft geistreich und amüsant, aber manchmal auch etwas konstruiert,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klugen Handelns: 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Während es im erfolgreichen Vorgänger um Denkfehler ging, geht es nun im aktuellen Buch um Handlungsfehler. Herr Dobelli gibt im Vorwort zu, dass man beide nicht wirklich trennen kann, so dass man das neue Buch durchaus als Fortsetzung vom Vorgänger ansehen kann. Inhaltlich könnte man die Kernthese von Dobelli wie folgt beschreiben: Wir brauchen keine zusätzliche Schlauheit, sondern nur weniger Dummheit. Der Weg des Verzichts, das Weglassen, das Reduzieren ist das, was meist den Erfolg bringt.Oft sind es schon die Uberschriften, die den Leser direkt vom Inhaltsverzeichnis in das jeweilige Kapitel ziehen. Bei mir war das z.B. bei solchen Überschriften der Fall wie: "Warum sie Hilters Pullover nie tragen würden" oder "Warum sie ihr eigener Ketzer sein sollten." Naja, Klappern gehört zum Handwerk. Manchmal hält das Kapitel nämlich nicht ganz, was die interessante Überschrift verspricht. (aus meiner Sicht) Jedes der 52 Kapitel ist wie folgt aufgebaut: Zuerst kommt ein ganzseitiges Bild zum Kapitelthema, das schon zeigen soll, worum es geht, dann eine oft recht ungewöhnliche Überschrift (siehe oben), dann nochmal ein Untertitel, der die Überschrift näher erläutert. Es folgt der eigentliche Text, etwa jeweils 3 Seiten lang und am Schluss meist ein Fazit, dass die Grundaussage nochmal kurz zusammenfasst. Durch diesen Aufbau ist das Buch wirklich gut lesbar, manchmal aufgrund der Kürze der Kapitel vielleicht etwas zu oberflächlich. Wie sich also so ein Kapitel liest, sei an einem Beispiel mal exemplarisch dargestellt. Die Überschrift heisst: "Warum sie ihre Schiffe verbrennen sollten". Wer damit nicht viel anfangen kann, bekommt gleich noch weitere Hinweise. Der Untertitel heisst nämlich: "Die Unfähigkeit, Türen zu schliessen", und im Bild sieht man einen Mann, der von Tür zu Tür rennt. Soll also heissen, dass man sich nicht alle Optionen offenhalten, sondern sich auf wenige festlegen sollte. Ach so, was es mit den Schiffen auf sich hat, die man selbst verbrennen soll? Der Autor führt hierzu den Konqisitor Cortes an, der im 16. Jhr mit einer Handvoll Leuten ganz Mexico eroberte. Wie er das schaffte? Indem er seine Schiffe verbrannte, sich damit jeden Fluchtweg abschnitt, und dann nur noch eine Option übrig blieb: Siegen oder untergehen. Es gibt Kapitel, die von der Aussage total überzeugen, und den Aha-Effekt auslösen. Bei mir war das z.B. bei einem Kapitel über Motivationsverdrängung so. Da geht es also darum, dass bestimmte materielle Anreize schädlich sind, weil sie genau das Gegenteil bewirken von dem, was beabsichtigt war. Beispiel Kinderkrippe. Bei den Eltern, die ihre Kinder zu spät abholten, zum Ärger der Erzieherinnen natürlich, wurde eine Art Strafgebühr erhoben. Ergebnis: die Zahl der zu spät kommenden Eltern nahm nicht ab, sondern zu. Erklärung: Die Gebühr transformierte das Verhältnis zwischen Eltern und Krippe von einem zwischenmenschlichen, zu einem monetären. Das Zuspätkommen wird legitim, schliesslich bezahlt man ja dafür. Manche Kapitel konnten mich aber nicht überzeugen, die Aussage wirkte konstruiert. In einem ging es etwa darum, dass es meist besser ist, auf zusätzliche Informationen zu verzichten. Der Autor nennt als Beispiel die Buchung eines Hotels im Internet. Eines gefiel ihm auf Anhieb. Dann wälzte er sich aber noch durch Dutzende Bewertungen von anderen Hotels, um dann doch wieder auf das erste zurück zu kommen. Der Autor schliesst daraus, dass eine Lawine zusätzlicher Infos nicht zu besseren Entscheidungen führt. Das mag in diesem, und manch anderen Fall sicher stimmen. Aber man kann m.E. nicht generalisieren. Um beim Beispiel Hotelbuchung zu bleiben: Wer hat es nicht schon selbst erlebt, dass er erst nach langer Suche das Traumhotel fand, und dann froh war, die Zeit investiert zu haben. Fazit: Die Stärken des Buches sind auch gleichzeitig ein wenig seine Schwächen. Die Kapitel sind ziemlich kurz, die Aussagen recht komprimiert. Dadurch ist es gut lesbar, vielleicht aber auch ein wenig oberflächlich. Die 52 Kapitel werden dem Leser nicht alle gefallen, dies ist wohl auch von den persönlichen Vorlieben abhängig. Auf jeden Fall sind aber genug Denkanstösse dabei, so dass sich die Lektüre für jeden lohnen sollte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Banale Stereotypen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klugen Handelns: 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Ein oberflächliches Buch, ein Sammelsurium an Ratschlägen, die banaler nicht sein können.Herr Dobelli will seinen Lesern die falschen Muster vor Augen führen, nach denen wir "unklug" handeln. Er scheint ja außerhalb oder gar oberhalb dieser Irrtümer zu "weilen". Ich bekenne unklug gehandelt zu haben, ich habe ein überaus langweiliges Buch gekauft, mit stereotypen Kapiteln, sich ständig wiederholenden Aussagen, voller Blabla-Wörter aus der Welt des "Business". Gähn, gähn........ Schade um das Geld, schade ums' Papier und alle Ressourcen, die an dieses Buch verschwendet wurden. Handelt klug und lasst diesen Stuss links liegen....... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Recycling von Füllmaterial,
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klugen Handelns: 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Gleich mit der Einleitung präsentiert Herr Dobelli ein Kunststück das den Baron von Münchhausen alt aussehen lässt: "Wir müssen nicht klüger handeln, es reicht weniger dumm zu handeln." Stellen Sie sich vor sie würden einem Menschen dabei helfen sich auf eine Prüfung vorzubereiten und würden nach diesem Schema verfahren.Im Umkehrschluss bedeutet das, Herr Dobelli weiß gar nicht wie man klüger vorgeht. Und das sagt er auch. Um einen falschen Weg vermeiden zu können, muss ich den richtigen oder einen besseren Weg kennen. Ansonsten bewege ich mich in den Idiotismen einer Planwirtschaft. Dort wurde auch immer wieder aufs Neue beschlossen es im nächsten Zeitraum weniger schlecht zu machen. Die Ergebnisse sind bekannt. Das Buch ist eine Sammlung von zusammenhanglosen Füllstücken die schon einmal in der FAZ erschienen sind. Nichts verkehrt daran, doch der Titel ist eine Irreführung. Im zweiten oder dritten Kapitel verweist Herr Dobelli auf ein vorstehendes Kapitel das nicht einmal im Buch vorhanden ist. Die einzelnen Kapitel basieren auf kuriosen bis fragwürdigen psychologischen Experimenten. Bei dieser Sorte Experiment wird der Proband meist über den tatsächlichen Forschungsgegenstand im Unklaren gelassen. Diese Experimente haben einen Unterhaltungswert, daraus aber auf Gesetzmäßigkeiten in realen Lebenssituationen zu schließen ist reines Glücksspiel. Bei manchen der genannten Kuriositäten ist mir auch nicht klar was Herr Dobelli damit zum Ausdruck bringen möchte. Das niemand mit Wurfpfeilen auf das Foto eines geliebten Menschen werfen möchte ist offensichtlich – eines der fragwürdigen Experimente. Mich erstaunt es, dass es Menschen gibt die an dieser Stelle weiter brav am Experiment teilnehmen. 14,90 Euro für 52 recycelte Bauernweisheiten sind zu teuer. Drei Euro für ein E-Book das problemlos entsorgt werden kann wären angemessen, denn das Buch hat einen gewissen Unterhaltungswert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
copy & paste - die Dobelli-Methode,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klugen Handelns: 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
„Lesen hilft gegen Dummheit“, formuliert Dobelli sein Credo griffig.Der Mitgründer von getAbstract (Buchzusammenfassungen) lehnt pauschal „das Fernsehen“, „die Zeitungen und die Zeitschriften“ sowie „die News“ als „toxisch“ ab. Quelle: PDF auf seiner Website „Vergessen Sie die News.“ (lesenswert!) Zum Inhalt: Wirklich Neues findet man in dem oberflächlichen Büchlein natürlich nicht, es entstand - wie der Vorgängerband - in gewohnter Dobelli "copy & paste" Manier. Das bewährte Rezept: Man nehme ausschließlich fremde Ideen (z.B. von Daniel Kahneman und Nassim Taleb) und stelle diese nett illustriert in übersichtlichen Kapitelchen zusammen, stets redlich mit Quellenangaben versehen. Fazit: Das seichte Pasticcio-Bändchen präsentiert lesefreundlich in knappen Info-Häppchen weithin bekannte Volksweisheiten, Psychologie-Studienergebnisse aus den 1970ern und einige aktuelle „Abstracts“ populärer Mainstream-Autoren. Ein typischer Dobelli also. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
31 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Wer selber denkt, handelt besser,
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klugen Handelns: 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich bereits Band 1 gelesen habe und mäßig begeistert darüber war, bin ich bei diesem Buch maßlos enttäuscht und fast schon verärgert. Die ständigen Praxisbezüge zu CEOs, Börsenkurse und Managern nerven gewaltig. Man bekommt den Eindruck, dass es in Dobellis Welt um nichts anderes geht. Trauriger Höhepunkt des Buches war dann tatsächlich die Empfehlung von Herrn Dobellis man solle sich doch nur dann ehrenamtlich oder gesellschaftlich engagieren, wenn man einen Promi-Status wie Madonna oder vergleichbaren VIPs hat. Alles andere wäre laut Dobelli nicht klug und effizient. Man solle lieber mehr arbeiten und dafür Geld spenden, so sein Ansatz. Demnach begehen offensichtlich gut 42 % der Deutschen, die sich gesellschaftlich engagieren grob fahrlässige Denkfehler!Mein größter Denkfehler der letzte Tage war indes leider der Kauf dieses Buches. Und es zeigt mir, dass sich bestimmte Fehler im Leben einfach nicht vermeiden lassen - daran ändern auch Dobellis beide Bücher nicht viel. Ich werde die Bücher jedenfalls (ganz uneigennützig -> Kapitel "Volunteer's Folly" S. 61 ff.) meiner öffentlichen Stadtbibliothek spenden. Wie es diese Bücher in die SPIEGEL-Bestseller-Liste geschafft haben, erschließt sich mir nicht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
"Plappertendenz",
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klugen Handelns: 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Wer zur Kunst des klaren Denkens durchgedrungen ist, wird in Dobellis neuem Buch eingeladen, nun auch die Kunst des klugen Handelns zu erlernen. 52 Irrwege werden aufgezeigt.Gleich zum Einstieg geht es in die Vollen: - Menschen möchten Begründungen hören. Darum - auch die dümmste Ausrede ist besser als gar keinen Grund für Fehler und Versäumnisse anzugeben. - Wer geschlaucht und übermüdet ist, ist anfälliger für Fehlentscheidungen. Darum - öfter mal Pause machen. - Hitlers Pullover - so er "frisch gewaschen" ist - nicht tragen zu wollen, wäre irrational. Darum - sich nur nicht von eigenen Emotionen abhalten lassen, Dinge von Leuten, die Abscheu in uns hervorrufen, trotzdem zu nutzen. Welcher evolutionär bedingte Mechanismus hält den Leser wohl davon ab, das Buch nach diesem Blick über die ersten Seiten nicht gleich wieder ins Buchhandlungs-Regal zurück zu stellen, wo es neben Bettina Wulffs Enthüllungswerk den ihm gebührenden Platz gefunden hat? - Vielleicht liegt es ja daran, dass er bereits ein paar Seiten zuvor im Inhaltsverzeichnis, gelernt hat, dass der erste Eindruck oft täuscht! Vielleicht kommt ja doch noch was, dass sein Leben zur ultimativen Erfolgsstory macht! Also geht es weiter: - Was besser aussieht als der Status Quo macht oft blind für Alternativen, die noch besser wären! - Man fällt auf Propaganda rein, wenn man versäumt, die Frage "Qui bono?" zu stellen! - Dass ein Produkt so designed ist, dass es wirkt, als wollte es potenzielle Interessenten allein durch die Aufmachung einfangen, muss deshalb nicht schlecht sein! Die beiden zuletzt genannten Denkfehler könnte ein besonders gewitzter Autor freilich in Band 3 entsprechend verschleiert gleich nochmal verwenden. Denn dass die Quelle einer Information von dieser profitiert, muss noch nicht heißen, dass sie falsch ist. Und vielleicht verschwendet man mit dem "eye catching product" ja doch seine Zeit. Das könnte man mit vielen von Dobellis Ratschlägen durchdeklinieren. Letztlich nützt es nur bedingt, mögliche Denkfallen zu kennen. Denn clevere Geschäftspartner, Werbe-, Marketing- oder Medienfachleute könnte einen solchen Verdacht ja schon mit eingepreist haben. Oder - das überzogene Bemühen, die Falle zu vermeiden, wird schlicht selbst zur Falle, weil die Realität einfach zu viele Überraschungen bereit hält. - Jeder Fall, jede Situation ist anders. Man muss sich eben schlicht die Mühe machen, genau hinzuschauen und je nachdem, ob eine Sache den Aufwand wert ist, möglichst umfassend zu informieren. Das Stereotyp - ganz gleich in welcher Form - ist die eigentliche Gefahr. Was als Basis für gute Entscheidungen sicher ebenso wichtig ist, und bei Dobelli notorisch unterbelichtet bleibt, ist ein einigermaßen vernünftiges Wertegerüst. Wen bspw. Karrieregeilheit oder Profitgier beherrschen, bei dem wird sicher fast zwangsläufig oft der Wunsch (oder auch die Angst) der Vater des Gedankens sein. Der Autor selbst kann nicht verbergen, dass seine Zielgruppe, zumindest die, die in seiner Vortragstätigkeit die dicksten Honorare einbringt, Leute aus Business bzw. Wirtschaft sind. Es geht in erster Linie um Erfolg, nicht unbedingt um soziale Verantwortung. Da hätte er sich das Kapitel zum Wehrdienst wohl sparen können. Denn für den "Denkfehler", sich für das Gemeinwohl Risiken auszusetzen, bestehen hier schon von Haus aus wenig Anfälligkeit. Würde Dobellis Rat aber zum allgemeinen Konsens, müssten wir wohl nicht lange warten, um böse Überraschungen zu erleben. Auch mit exzeptionellen "schwarzen Schwänen" in der Art und Weise zu rechnen, wie der Autor es vorschlägt, mag dem Erfolg des Businessman zuträglich sein. Doch wenn alle "Künstler, Erfinder oder Unternehmer mit einem multiplizierbaren Produkt" werden wollten und keiner mehr "Zahnarzt oder Journalist" wären wohl bald die weißen Schwäne die Ausnahme. Bei all den denkerischen Pirouetten ist es verzeihlich, dass der Autor da und dort auch mal über die eigenen Füße stolpert. Etwa wenn er einer - offenbar sehr gutmütigen - Ärzteschaft erklärt, dass es bei Stechen in der Brust, das öfter Stress- als kardiologischen bedingt sei, den Rat gibt, immer erst die Stressproblematik abzuklären. Oder beim Will Rogers-Phänomen bei dem er übersieht, dass der frei werdende Programmplatz zunächst mal erfolgreich neu gefüllt werden müsste. Solche logischen Schnitzer werden dann schnell wieder gut gemacht - durch die Erläuterungen zum "monetären Motivationsverdrängungseffekt" oder den Hinweis, dass Starfotografen in der Freizeit besser keine Vogelhäuschen zimmern. "Wenn du nichts zu sagen hast, sage nichts" - Unter dieser Überschrift macht Dobelli sich über eine aufgeregt in die Kamera stammelnde "Miss Teen" und eine - zugegeben in haarsträubendem Intellektuellen-Latein verfasste - Sequenz aus Habermas Faktizität und Geltung" über den Wandel des Freiheitsbegriffs lustig. "Dummheit und Denkfaulheit" sieht er da sowohl beim kalifornischen Girlie als auch bei "Deutschlands Staatsphilosophen" am Werke. Nun ja... Man kann es dem Autor wohl nicht ersparen, ihm selbst einen gewisse "Plappertendenz" zu attestieren. Aber es ist schwer vorstellbar, dass Dobelli - der einst über Derridas Dekonstruktivismus promoviert hat - das nicht selbst realisiert. Er ist inzwischen Geschäftsmann und weiß den derzeitigen Hype um seine Person und Produkte zu nutzen. Völlig nutzlos ist die Lektüre seiner Bücher bei allem, was man dazu kritisch anmerken kann, denn ja vielleicht auch nicht. Soweit man sie nicht allzu ernst nimmt, haben sie zumindest das Potenzial, ins Nachdenken darüber zu bringen, auf welcher Grundlage und nach welchen Prämissen man Entscheidungen trifft. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Ganz nett,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klugen Handelns: 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen (Kindle Edition)
In einem Buch zusammengefasste Kolumnen sind durchaus verräterisch. Als Zeitungsleser mag man von einem Artikel beeindruckt sein, wenn aber alle hintereinander aufgereiht sind zeigen sich die Schwächen gnadenlos. Trotzdem, das Buch ist nett, ein wenig oberflächlich und es belastet den Leser in keiner Weise; oder wenn doch so höchstens ein wenig - indem es ihn langweilt.
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Unterhaltsames Pseudowissen,
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klugen Handelns: 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Auch hier gilt:Es ist wirklich lobenswert, wenn sich ein Betriebswirt über die Fachgrenzen hinweg mit Themen anderer Disziplinen beschäftigt und dieses Wissen der Öffentlichkeit zugänglich macht. Somit hat das Buch mehr als nur einen Stern verdient. Das Buch vermittelt eine Reihe von Verzerrungen im Denken und illustriert diese beispielhaft. Es wirft hingegen kein Licht auf die dahinterstehenden Mechanismen, Theorien und Menschenbilder der Psyhologen, die diese Befunde hervorgebracht haben. Somit ist die Auflistung von Denkfehlern nichts anderes als eine Anhäufing von Wissen, mit dem man zwar am Stammtisch glänzen kann, sich aber wohl kaum auf die allgemeine Lebensführung auswirken wird. Man kann dieses Buch mit dem Sprachteil eines schlechten Reiseführers vergleichen, der zwar einzelne Sätze vermittelt, aber die zugrunde ligende Grammatik außer Acht lässt. Fazit: Ein netter Zeitvertreib ohne großer Erkenntnis. Wer Interesse an einer Umfangreichen Auflistung an kognitiven Biases hat, der kann genauso gut auf wikipedia den Artikel zu "List of biases in judgment and decision making" lesen. Wer gerne tiefer einsteigen möchte, dem empfiehlt sich das Buch "Schnelles denken, langsames denken" von Daniel Kahnemann, einem echten Fachmann auf dem Gebiet oder "Nudge. Improving Decisions About Health, Wealth, and Happiness" von Sunstein und Thaler. Ein weiterer Kritikpunkt auch hier: der nicht besonders prosoziale Untertitel "52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen" ... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Dobellis Resterampe!,
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klugen Handelns: 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Ich bin über dieses Buch dermaßen enttäuscht, dass ich hier meine erste Rezension schreibe.Herr Dobelli lässt in seinem Vorwort verlauten, dass ihm für dieses Buch kein besserer Titel eingefallen wäre, das Buch aber schließlich einen haben müsse. Der geneigte Leser solle aber nicht glauben, dass der gewählte Titel dem Inhalt entspräche. Da kann ich Herrn Dobelli nur Recht geben. Bei diesem Werk handelt sich um eine Ansammlung von Kolumnen, die Herr Dobelli bereits zuvor in anderen Medien veröffentlicht hat. Diese sind sehr plump und ohne, dass sich dem Leser ein roter Faden oder gar ein origineller Gedankengang des Autors erschließt, aneinandergereiht. Ich schlage deshalb vor, den aktuellen Buchtitel in: Dobellis Resterampe - in Lehrstück, wie man es mit geschicktem Marketing in die Bestsellerlisten schafft" zu ändern. Dann wäre für alle Beteiligten klar, worum es dem Autor primär geht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Die Kunst des klugen Handelns: 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen von Rolf Dobelli (Gebundene Ausgabe - 27. August 2012)
EUR 14,90
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