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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwarzbuch Intuition
Was wir Menschen "Denken" nennen, ist nicht mehr als ein geschicktes Raten. Es ist gut genug, um ein Leben zu führen, aber bei Lichte besehen von tausenden Fehlern durchzogen. Die Folge sind individuelle Fehlentscheidungen, aber auch Krisen oder das Verwenden gemeinschaftlicher Ressourcen auf fragwürdige Zwecke. Wie lässt sich dem begegnen? Sinnvoll ist...
Vor 11 Monaten von tsvifle veröffentlicht

versus
264 von 277 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Man lernt nie aus
Der Hype um das Buch machte mich neugierig. Beim Lesen war ich überrascht, denn was sich hier findet, ist eigentlich schlichte, relativ konservative Vernunft. Zwar ist der Ausgangspunkt des Autors jeweils eine andere Spielart menschlicher Fehlwahrnehmung (mitunter gar als neuste Entdeckung der Hirnforschung deklariert). In Handlungsmaximen umgemünzt ist man dann...
Vor 11 Monaten von FMA veröffentlicht


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264 von 277 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Man lernt nie aus, 25. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Der Hype um das Buch machte mich neugierig. Beim Lesen war ich überrascht, denn was sich hier findet, ist eigentlich schlichte, relativ konservative Vernunft. Zwar ist der Ausgangspunkt des Autors jeweils eine andere Spielart menschlicher Fehlwahrnehmung (mitunter gar als neuste Entdeckung der Hirnforschung deklariert). In Handlungsmaximen umgemünzt ist man dann aber im Großen und Ganzen bei dem, was man gemeinhin "gesunder Menschenverstand" nennt.

Dass man sich im Umgang mit anderen Menschen nicht vom schönen Schein blenden lassen, sich nicht von schnellen Gewinnchancen mitreißen oder überzogenen Verlustängsten entmutigen lassen soll; dass man Risiken und Chancen nüchtern einschätzen und die Kosten vor einem Projekt gründlich überschlagen sollte; dass man das Denken nicht anderen überlässt, dass Geld nicht glücklich macht, wohl aber gute Beziehungen, dass Wegschauen und Untätigkeit schlimmer sein kann, als eine falsche Entscheidung; blinder Aktionismus hingegen die Dinge oft nur "verschlimmbessert"; dass man bei Verlusten den Blick für Relationen nicht verlieren sollte, nicht vorschnell dem Bauchgefühl folgt, sondern besser den Verstand einschaltet; dass man Schuld zuerst bei sich selbst suchen und nicht auf andere schieben sowie sich nicht selbst überschätzen sollte - das alles sind Dinge, die uns schon unsere Mütter immer ans Herz gelegt haben.

Dass man gerade in Wirtschaftskreisen so von Dobelli begeistert ist, verwundert zusätzlich, weil vieles, was der Autor schreibt, ja gewissermaßen seitenverkehrte Werbe- bzw. Marketingpsychologie ist:
"Dieses Buch wird Ihr Denken verändern." (Prof. Dan Goldstein, London Business School)
"Ein Feuerwerk an Erkenntnis!" (Prof. Iris Bohnet, Harvard, Leiterin des Harvard Decision Science Laboratory)
"Muss man dieses Buch lesen? Unbedingt!" (Prof. Dr. h.c. Roland Berger, Gründer und Honorary Chairman von Roland Berger Strategy Consultants)
"Rolf Dobelli ist sowohl mit Sachkenntnis als auch Erfindungsgabe gesegnet - eine seit Ende der Renaissance seltene Kombination." (Nassim Nicholas Taleb, The Black Swan)

Wenn man dies Verzückung für das eigentlich Selbstverständliche erlebt, wundert einen nicht mehr, wie es zu den gegenwärtigen Krisen in vielen Bereichen kommen konnte und warum man sich mit Lösungen so schwer tut.

Es ist ein interessantes Phänomen, dass die Nachfrage nach gesunden Konzepten der Entscheidungsfindung und Orientierung gerade in den gesellschaftlichen Eliten so groß ist. Bereits seit einiger Zeit geht der Trend dabei deutlich hin zum Altbewährten. Konfuzius und Sunzi werden als Lehrmeister entdeckt; Jesus als Leit- und Vorbild. Klöster erleben einen Run ratsuchender Manager. Die aktuelle Krise hat all das noch verstärkt.

Tatsächlich könnte man nahezu jedes Kapitel in Dobellis Buch auch mit Bibelversen untermauern. Im Kapitel zur "Reziprozität" nimmt Dobelli selbst Bezug auf die Bergpredigt: "Vergeltet nicht Böses mit Bösem". Ebenso denkt man an Paulus: "Überwinde das Böse mit Gutem" oder "Geben ist seliger denn nehmen" - neuerdings eine der zentralen Thesen der empirischen Glücksforschung.

Noch vor einigen Jahren ging es in der Managementliteratur um ganz andere Schwerpunkte: Vergiss alle Regeln und folge deinen eigenen! Du musst den Erfolgt nur wollen! Setze dich durch! Think positiv! The sky is the limit! Lass Bedenkenträger und Moralisten hinter dir! - Nun herrscht Katerstimmung und eine Sehnsucht nach Bodenständigkeit, Augenmaß, Solidität, Charakter, Anstand, Werten, Gemeinsinn.

Das Ganze erinnert an ähnliche vorangegangene Entwicklungen, bspw. im pädagogisch-psychologischen Bereich. Auch hier feierte man in den 60ern bis in die 80er Jahre hinein das Ende der Familie und Zweierbeziehung und meinte mit Laissez Fair-Erziehung den besseren Menschen heranzubilden. Selbst für viele der damaligen Protagonisten mündete dies in schmerzhafte Lernprozesse.
Am Ende kam man einmal mehr im Großen und Ganzen dort an, wo christliche Sozialethik (selbstredend nicht unbedingt die kirchliche) schon 2000 Jahre vorher war.

Das Manko des Buches besteht darin, dass es zwar viele gute Ratschläge gibt, jedoch auf das begrenzte Vermögen des Menschen, diese auch umzusetzen, keine Antwort hat. Unproblematisch ist es letztlich insofern nicht, dass solide Grundsätze der Entscheidungsfindung und Handlungskonzeption wiederum in erster Linie in den Dienst effektiver Geschäftemacherei oder des eigenen Vorteils gestellt werden. Die Ressource Menschlichkeit, derer wir so dringend bedürfen, wird so sicher nicht vermehrt.
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397 von 425 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Knappe knackige Ausführungen - vielleicht etwas zu knapp!, 24. Oktober 2011
Durch die vielen Vorschusslorbeeren, gemeint sind die bisherigen Rezensionen, beeinflusst habe ich mir dieses Buch als Kindle-Version gekauft.

Dies war bereits mein erster "Denkfehler", den ich nach Lesen des Buches vielleicht nicht gemacht hätte. Ich bin dem "Social Proof" wie der Autor es nennt erlegen. Auf deutsch dem Herdentrieb. Wenn alle sagen, das Buch ist gut, dann muss es ja auch gut sein. Warum der Autor diese Eigenschaft nicht Herdentrieb oder Gruppendruck genannt hat bleibt mir schleierhaft. Dies ist auch ein Kritikpunkt an dem Buch, dass viele Denkfehler mit englischen oder französischen Begriffen benannt werden, obwohl die deutsche Sprache auch dafür sicherlich einen Begriff gefunden hätte. Begriffe wie ,Hyperbolic Discounting', `The Omission Bias' oder ,C'est le ton qui fait la musique' sagen leider icht jedem Leser auf Anhieb etwas.

Die Verwendung dieser Begriffe allein ist jedoch nicht verwerflich, die teilweisen sehr knappen Erläuterungen a) zu den Begriffen und b) zu den Effekten könnten meines Erachtens an vielen Stellen ausführlicher ausgeführt werden. Die Erklärungen sind sehr oberflächlich und Experimente werden nur ansatzweise dargestellt, ohne die Hintergründe ausführlich zu betrachten. Leider finden sich, wie in vielen Büchern dieser Art, die gleichen Beispiele zur Erläuterung der Sachverhalte. Das Experiment mit den Stromstößen oder das Marshmallow-Experiment mit vierjährigen Kindern sind keine besonders aufregenden Neuigkeiten.

Auch gibt der Autor selbst einen Grund, dieses Buch nicht zu kaufen, da er schreibt: "Machen Sie einen Bogen um Selbsthilfeliteratur...", und als solches kann man dieses Buch verstehen.

Trotz all der Kritik, öffnet einem der Autor in vielen Fällen die Augen für die falschen Entscheidungen, die man tagtäglich aufgrund der klassischen Denkfehler trifft.

Fazit: Ein lesenswertes Buch, das in einigen Aspekten zu oberflächlich ist. Die Verständlichkeit könnte durch eine bessere Begriffserläuterung in vielen Bereichen ganz klar gesteigert werden.
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124 von 133 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Alte Weine im neuen Schlauch, 3. Mai 2012
Von 
Susanne Preusker "SP" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Nettes Büchlein, origineller Titel, aber dennoch: bei den Denkfehlern, die Dobelli benennt, handelt es sich um sattsam bekannte Phänomene und Effekte der Psychologie, vornehmlich der Sozialpsychologie, die nicht nur in der Fachliteratur, sondern auch in zahlreichen populärwissenschaftlichen Abhandlungen ausführlich beschrieben sind. Neu ist das also mitnichten. Diese Phänomene in ein hübsch illustriertes Bändchen zu packen und in komprimierter Form den CEOs dieser Welt (trotz Globalisierung ein Stern Abzug für die Verwendung dieses Kürzels) zur allgemeinen Erbauung ans Herz zu legen, ist eine interessante Vermarktungsidee für einen BWLer, die mich vielleicht überzeugt hätte, wenn Dobelli richtig gut und lebendig schreiben könnte. Kann er aber nicht. Etwas mehr Sprachwitz, eine Prise Selbstironie und Verzicht auf diesen unangenehm belehrenden Grundton hätte den alten Weinen nicht geschadet und dem neuen Schlauch gut getan.
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65 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Sehr Pseudowissenschaftlich, 25. August 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Also ich habe schon bei der Einleitung etwas gegrübelt, dass hier irgendetwas nicht stimmt mit diesem Buch.

An Selbstbewusstsein und Selbstüberschätzung mangelt es dem Autor nicht, zunächst verkündet er:

"Jahre später realisierte ich, dass ich neben meinem Job als Schriftsteller und Unternehmer ein veritables Studium der sozialen und kognitiven Psychologie absolviert hatte."

Und in den Lobeshymnen auf der Buch-Rückseite sind ja auch nur BWLer aufgelistet
(u.a. Vorstand Lufthansa AG, was sollen das bitte für Referenzen sein).

Einer seiner *Freunde* die der Autor auch im Buch erwähnt "Nassim Taleb" sagt: "[Dobelli] ist sowohl mit Sachkenntnis als auch Erfindungsgabe gesegnet - eine seit Ende der Renaissance seltene Kombination", einfach nur lächerlich.

Also zum Haupt-Problem:

Die Argumentation ist schwammig, unfassbar verkürzt und häufig nicht nachvollziehbar und teilweise willkürlich im erkennbaren Zusammenhang.

Es gibt schon einen deutlichen Unterschied zwischen tatsächlichen Wissenschaftlichern und einem BWLer, der sich selbst zum Wissenschaftler erklärt.

Der Unterschied in der Argumentation und dem Inhalt kommt mir im Vergleich so offensichtlich mangelhaft vor, weil ich - unter anderem - zuvor das Buch von Thomas Metzinger "Der Ego-Tunnel" gelesen habe.

Nur wenn man einen Vergleich hat, wird einem klar, wie bodenlos der Inhalt ist. Metzinger ist theoretischer Philosoph, der mit Neurowissenschaftlern zusammenarbeitet und er hat sich nicht mal bei seinem Kern-Thema so weit aus dem Fenster gelehnt wie Dobelli bei fast allen Themen und Metzinger hat Haarscharf und Glasklar argumentiert und absolut perfekt wissenschaftlich und nachvollziehbar.

Der eindeutig bessere Dobellit - den Dobelli selbst nach zu ahmen scheint - ist Prof. Cialdini, seine Bücher sind die eindeutig wissenschaftlichere Variante.

Dieses Buch auf gar keinen Fall kaufen, bessere alternative Autoren: Thomas Metzinger, Robert Cialdini, Richard Precht
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64 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein konzeptioneller Denkfehler, 16. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Der erste, äußere Eindruck ist: Ein schönes Buch. Angenehm kleines Format, schöne Typographie, Lesebändchen.
Schon das Inhaltsverzeichnis stört meinen Eindruck. Ich finde 52 Kapitel à drei Seiten. Die Kapitel sind deshalb alle gleich lang, weil sie schon als Kolumne in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gestanden haben. In jedem soll einer der angekündigten Denkfehler beschrieben werden. Kapitelüberschriften wie "Der Over-Confidence-Effekt", "The Swimmer's Body Illusion" oder "The Survivorship Bias" lassen mich ein Buch umgehend wieder zuklappen. Aber dies waren nur die ersten drei. Es kommen noch 49 weitere.
Jeder kennt aus seinem Arbeits- oder Privatleben diesen bestimmten Typen Mensch, der sich auf Partys unterhält mit Leuten, die er nicht kennt, aber trotzdem beeindrucken will. Dann erzählt er, gerne in Monologen, von Dingen, die er nicht versteht, die er aber entweder für hip hält, oder aber für so kompliziert, dass der andere wegen des ebenfalls Keine-Ahnung-Habens nur ergriffen schweigen oder beeindruckt zustimmen kann.
Diese Menschen werden sich mit Dobellis Buch wohl fühlen. Sie finden darin mindestens 52 Möglichkeiten in einer attraktiven sprachlichen Mischung aus Englisch, Französisch und Lateinisch, mit denen Sie bei der nächsten Party/Incentive/Vorstandssitzung auftrumpfen können.
Wenn ich mir überlege, wie viele Menschen dieses Buch gekauft haben, wird mir schwindelig. Warum bloß werden solche Bücher Bestseller? Wegen der kurzen Kapitelchen, die gerade über drei Seiten reichen? Weil immer noch eines vor dem Einschlafen geht und man sich nie länger auf einen Text mit Zusammenhang konzentrieren muss? Wegen der vielen, noch kürzeren Anekdoten, die sich auf dem Lufthansa-Kurzflug mal eben aus dem Aktenköfferchen zaubern lassen? (Ja, auch LH-Vorstandschef Franz liebt das Buch, so steht es zumindest auf dem Umschlag.) Wird es gekauft, weil es mit 14,90 Euro erstaunlich preiswert ist für ein Hardcover? Oder ist es doch der bloße Werbeeffekt des Zeitungs-Kolumnisten Dobelli, der auf seine eingeschworene Lesergemeinde bei der FAZ und die Anzeigenflächen des Verlages setzen kann?
Ich habe keinen blassen Schimmer. Für mich ist Dobellis Buch die schlimmste, weil intellektuell verkleidete Form des Ratgebers, der bei mir schon in seiner Ur-Ausprägung (Schlank im Schlaf") manchmal allergischen Juckreiz auslöst.
Das Traurige ist: Manche von Dobellis Texten sind durchaus interessant. Drei Seiten über das Phänomen des Herdentriebs, der bei ihm "Social Proof" heißt, regen zum Nachdenken an, sind aber viel zu kurz, sprich oberflächlich, um im Gehirn des Lesers ernsthaft Spuren zu hinterlassen. (Es eignet sich eben nicht jede Zeitungskolumne dazu, als Buch ohne neues Konzept zweitverwurstet zu werden.) Dabei hätte sich die Überlegung gelohnt: Ist man wieder dem Sog der Masse erlegen und hat ein Buch nur deshalb gekauft, weil es auf der Spiegel-Bestsellerliste oben stand?
Oder das Kapitel über das "Chauffeur-Wissen" im Gegensatz zum echten Wissen: "Chauffeur-Wissen" bedeutet nach Dobelli: von-allem-ein-bisschen-aber-nichts-richtig-Wissen. Das sind ziemlich genau jene Kenntnisse, die man sich aneignet, wenn man Dobellis Buch liest. Und weil Dobelli, ich kenne ihn nicht persönlich, ja eigentlich ein ganz kluger Mann sein müsste, muss man spätestens auf Seite 63 begriffen haben, das man hier vom Autor nach Stich und Faden ver... wird. Deshalb genieße ich jetzt noch für einen Moment die hübschen Illustrationen von Birgit Lang und lege das Lesebändchen ein.
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34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zufall? Kalkül?, 29. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Ich habe kurz zuvor das Buch "Schnelles Denken, langsames Denken" des Nobelpreisträgers Daniel Kahneman gelesen. (sehr zu empfehlen!)
Man bekommmt bei "Kunst des klaren Denkens" den Eindruck, es wurde abgschrieben, wenngleich nicht wörtlich. Viele Beispiele sind dieselben, jedoch ohne Referenzen.
Beide Bücher erschienen innerhalb eines Monats. Zufall? Kalkül?
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42 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Logik light, 8. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Rolf Dobelli ist ein erfolgreicher Schriftsteller. - Dieser Satz exemplifiziert den "fundamentalen Attributionsfehler". Der Erfolg des Buches "Die Kunst des klaren Denkens" muß nämlich keineswegs dem Autor zuzuschreiben sein. Möglich ist, daß das Thema derzeit Konjunktur hat, daß angesichts zunehmend unklarer werdender Verhältnisse das Trainieren klaren Denkens opportun scheint, daß das Marketing gut war, daß das Buch gerade die richtige Größe, Aufmachung und den richtigen Preis hat, um als Geschenk mitgenommen zu werden, und so fort.
Worauf der Erfolg des Buches tatsächlich beruht, weiß ich nicht. Am Autor allein kann er meines Erachtens jedoch nicht liegen. Dobellis Ausführungen haben nämlich einige auffällige Mängel.
Daß er denjenigen, die mit der Thematik vertraut sind, kaum Neues bietet, muß man ihm nicht ankreiden. Vorwerfen muß man ihm jedoch, daß er unklar und inkonsequent vorgeht. Unklar oder zumindest ungenau sind häufig die Bezeichnungen der aus logischen oder psychologischen Gründen ungültigen Schlüsse, die Dobelli beschreibt. Was er "Fehler" nennt, sind oft nur Einseitigkeiten oder Überakzentuierungen. Viele der als "falsch" oder "illusorisch" bezeichneten Folgerungen können unter entsprechenden Prämissen durchaus zutreffen - ihre Problematik besteht lediglich darin, daß es keine sicheren Folgerungen sind.
Neben der Unklarheit mancher Ausführungen hat mich das nahezu völlige Fehlen von Selbstkritik gestört. Die Fehler machen die anderen, Dobelli entlarvt. Dabei scheint der Versuch, Fehlschlüsse aufzudecken, a priori doch ebenso fehleranfällig zu sein wie das Schließen selbst. Zudem räumt Dobelli in manchen Fällen ein, die Suggestivkraft des betreffenden psychologischen Mechanismus sei so groß, daß man ihr gar nicht entrinnen könne. Diese Feststellung sollte einen Autor doch bezüglich seines eigenen Standpunkts ins Grübeln bringen. Dobelli nicht; er besetzt die Position des feuilletonistischen Aufklärers, unangefochten und von Zweifeln unangekränkelt. So darf denn ein Kapitel, das die "Prognoseillusion" zu entlarven vorgibt, auch Prognosen enthalten.
Zu empfehlen ist dieses Buch nur denjenigen, die einen ersten Einblick in die Vielfalt gedanklicher Irrwege suchen. Alle anderen werden dieselbe Enttäuschung erleben wie jemand, der sich auf ein Pils freut und dann alkoholfreies Bier vorgesetzt bekommt.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die Kunst beim Lesen nicht zu Denken, 10. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Eins vorweg: Ich hätte diese Rezension nicht geschrieben würde diese Buch nicht wochenlang an der Spitze der Bestsellerliste der Wirtschaftsbücher geführt.

Als langjähriger und regelmäßiger Konsument von Wirtschaftsbüchern muss ich konstatieren: Das ist das schlechteste oder oberflächlichste Buch, das ich jemals gelesen habe!

Warum? Der Autor Dobelli erfindet eine Vielzahl an Varianten von Denkfehlern, clustert diese und belegt sie mit Anglizismen. Sehr wissenschaftlich. Im Stile eines angelsächsischen Textbooks erläutert er die Denkfehlerarten anhand von Beispielen. Sehr elegant. Und schön zu lesen. Eines darf man jedoch bei der Lektüre der Denkfehler nicht: Denken! Sobald man dieses tut, fallen einem zwangsläufig haarsträubende (bei mir nicht), oberflächliche, einseitig beleuchtete oder schlichtweg falsche Argumentationen auf. Alles „belegt“ der Herr Autor dann mit Untersuchungen, die stets und immer ein-eindeutig verlaufen sind. Unfassbar. Wahnsinn. Beispiel? Er vergleicht zwei Lotterien, eine mit einer geringen Gewinnsumme aber einer hohen Gewinnchance, und eine mit einer Millionengewinnsumme und den üblichen minimalen Chancen auf den Hauptgewinn. Die übliche Untersuchung belegt nun in diesem Beispiel wo alle Teilnehmer mitmachen: natürlich in der Lotterie des Millionengewinns. Aufgrund der Gewinnwahrscheinlichkeiten befindet nun der Autor, dass hier ein Denkfehler geschehen ist, wer hätte das gedacht. Omg! - Man möchte wie Bully Herbig alias Winnetouch ausrufen: „Überraschung!“ Natürlich aber gibt es einen Grund, bei der niedrigstwahrscheinlichen Ausspielung mitzumachen: Die pure Hoffung auf einen Millionengewinn. Für viele Teilnehmer ist das ein (hoffentlich nicht der einzige) Antrieb morgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Wo also ist der Fehler? Der Verfasser schafft es hernach sogar noch, die Personen ob ihres „Denkfehlers“ zu verurteilen. Ja, soviel Zeit muss sein.

Einen solchen Quatsch (teilweise nicht so offensichtlich) findet sich in fast jedem - nein in jedem (!) seiner Kapitelchen. Zum Davonlaufen!

Sicher findet sich auch in diesem Buch der ein oder andere interessante Denkanstoß. Bei mir hat sich zum Beispiel durch das Buch der Begriff „Social Loafing“ in meinen Wortschatz eingenistet. Dank an den Autor. Aber summa summarum, eine krasse Zeitverschwendung. Strong sell!

Ganz am Rande erwähnt verspricht der Autor im Anhang eine Sammlung von Buffet-/Munger-Zitaten, welche dort aber vergeblich zu suchen sind. Zum Glück gibt es das Internet.

Zugute halten möchte ich dem Autor resp. den Verlegern allerdings folgendes: Das Buch kommt absolut wertig daher. Ansprechendes Format, sympathische Bebilderung, klare (deutsche) Strukturierung, Quellenangaben und hochwertige Bindung. Last not least gibt natürlich der Erfolg dem Werk absolut recht und meiner Rezension unrecht. Ends.

Diskussionen gerne mit mir unter lexa@usa.com. Axel Schuster
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Selbsternannte Kognitionspsychologen etc., 7. Februar 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Tut mir leid. Ich habe das Buch zwar geschenkt bekommen... und diesen Dingen schaut man ja nicht ins Maul. Aber... Dieses Buch enthält soviel Geschwätz. Ich habe es der Empfehlung des Autors entsprechend nach dem 5. Kapitel (The Sunk Cost Fallacy) weggetan. Nichts neues, nichts interessantes, Geldschneiderei! Eine große Enttäuschung ist für mich der bisher geschätzte Hanser Verlag! Die Spiegelbestsellerliste kann ja nichts für die Verkaufszahlen. Meine Frau hat das selbe Buch drei Wochen später geschenkt bekommen. Der Spiegel kann was dafür, dass er diese unsäglichen Listen veröffentlicht. Nun wird das Buch umgetauscht in die Kunst des klaren Handels (von der Schenkerin), ich bin kein Prophet, wenn ich denke, dass dies der selbe Müll in anderer Verpackung ist. Der annoncierte Sprachwitz war für mich nicht zu entdecken. Danke fürs Lesen dieser Rezension.
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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwarzbuch Intuition, 3. Juni 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen (Gebundene Ausgabe)
Was wir Menschen "Denken" nennen, ist nicht mehr als ein geschicktes Raten. Es ist gut genug, um ein Leben zu führen, aber bei Lichte besehen von tausenden Fehlern durchzogen. Die Folge sind individuelle Fehlentscheidungen, aber auch Krisen oder das Verwenden gemeinschaftlicher Ressourcen auf fragwürdige Zwecke. Wie lässt sich dem begegnen? Sinnvoll ist sicher, bei den gröbsten und häufigsten Arten von Trugschlüssen zu beginnen, diese zusammenzutragen, zu verinnerlichen und dann möglichst zu vermeiden. Deshalb sind Bücher wie dieses, bei aller Unterhaltsamkeit, auch ein wichtiger Beitrag zur allgemeinen Bildung. Ich konnte mir früher schwer vorstellen, über ein Buch mal wichtigtuerisch zu sagen, dass man es gelesen haben sollte, aber bei diesem bin ich nicht weit davon entfernt. Bei einigen der vorgestellten Fehlermuster schmerzt es, dass erwachsene Menschen überhaupt noch darauf hingewiesen werden müssen. (Was lehrt unsere Schule in so vielen Jahren, wenn nicht solche elementaren Dinge?)

Leider macht das Büchlein seine Sache in mancher Hinsicht nur mittelmäßig gut, was wohl überwiegend dem Format als Sammlung kurzer Kommentare geschuldet ist. Beeindruckend sind die etlichen hundert Beispiele - der im Vorwort angesprochene "Austausch mit einer Vielzahl von Leuten, die man als amerikanische Ostküsten-Intelligenzija bezeichnen könnte" ist glaubhaft. Den Anteil an Beispielen aus dem wirtschaftlichen Bereich finde ich übrigens nicht übertrieben groß, es ist eine bunte Sammlung.

Anzulasten ist dem Werk erstens ein Mangel an Systematik. Die Kategorie "Denkfehler" ist weit gefasst, sie enthält
- typische Trugschlüsse
- Verzerrungen der Realität durch die menschliche Psyche
- manipulative Tricks, wobei der Fehler dann darin besteht, darauf hereinzufallen
- Aufgaben, die einfach schwierig sind, so dass sie häufig schlecht gelöst werden, ohne dass ein besonderes Muster aufgezeigt würde (etwa das Setzen von Anreizen, Abschnitt "Incentive Superresponse")
Manche der Fehler haben große Tragweite, andere sind recht speziell. Das alles wird präsentiert als wilder Haufen ohne jede Ordnung. Auch die zahlreichen Überschneidungen zwischen den verschiedenen Mustern muss der Leser selbst sortieren.

Zweitens sind die jeweils drei Seiten, auf denen die Probleme besprochen werden, für manche davon dann doch sehr knapp. Oft will der Autor zu viele Aspekte mit zu wenig Text beleuchten, kann exotische Varianten nicht weglassen, wird hektisch und schwer nachvollziehbar. Es ist manchmal nicht einfach, den Fehler zu abstrahieren, also die eigentliche Lehre zu erkennen. Den konfusen, überladenen Abschnitt "Framing" z.B. muss der Leser gedanklich um die Aussagen ergänzen, warum es sich um einen Fehler handelt, und wer genau ihn begeht.

Zum Titel: "Die Kunst des klaren Denkens" ist natürlich nicht sehr treffend, wie von anderen schon angemerkt. Nach der gleichen Logik könnte sich eine Liste von Fahrfehlern und Unfällen, zu denen sie geführt haben, "Die Kunst des sicheren Autofahrens" nennen...
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Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen
Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen von Rolf Dobelli (Gebundene Ausgabe - 26. September 2011)
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