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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen damals - und heute?, 15. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Krieg ist ein Menschenfresser (Gebundene Ausgabe)
Aufbruchstimmung, Volksfeststimmung. Am 28. Juni 1914 schießt einer auf den Erzherzog. In einer Stadt, von der Max, die vielleicht tragischste Person des Romans, nicht einmal weiß, dass es sie gibt und wo sie liegt. Die Stimmung ist explosiv, und das Attentat lässt die ohnehin hochgerüsteten Staaten auf Konfrontation zusteuern. Und bald wird die lokale Auseinandersetzung zum Weltkrieg, dem ersten in der Geschichte der Menschheit: Bulgarien an der Seite Deutsch¬land-Österreichs, Italien, Rumänien, Japan, Portugal, Griechenland und schließlich die USA an der Seite der Entente. So lernen wir es aus dem Geschichtsbuch, wenn wir es denn überhaupt noch lernen. Trockene Fakten über ein Ereignis, das uns nicht mehr berührt als all die anderen Kriege, die die Menschheit geführt hat und führt und führen wird, denn dieser Krieg ist weit weg, räumlich und zeitlich.

Ist er das? Nicht, wenn man dieses Buch gelesen hat. Dann ist man mitten drin in dem Geschehen, denn da agieren vor allem junge Menschen wie die heutigen Leser, und das Leben liegt da noch verheißungsvoll vor ihnen: Ferdinand Frenzel, 17, aus dem Arbeiterviertel in Leipzig; August, sein Freund; Max Quinte aus vermögendem Haus, Absolvent einer preußischen Kadettenschule, der unbekümmert und sorglos als Fähnrich aus Berlin an die Westfront fährt.

Ferdinand zieht mit einem Fotoapparat und einer ledernen Kuriertasche, die ihm ein Kriegsveteran als Glücksbringer überreicht hat, in den Krieg. Lange Zeit scheint es, als bewahrheiteten sich die Wünsche des Otto Pachulke. Ferdinand wird aus der behüteten Kindheit und Jugend auf den Kriegsschauplatz geworfen, um ihn herum sterben schnell die Soldaten, Feinde wie Freunde. Seine Tasche beschützt ihn. Aber das, was der Krieg ist, was ihn da vier Jahre lang erwartet, kann er sich trotzdem noch nicht vorstellen. Bald wird Ferdinand einem Bataillon zugeteilt, das Schützengräben schaufelt, und der Krieg beginnt sich in den Gräben abzuspielen. Hautnah erlebt ihn Ferdinand, die Entbehrungen, die Kämpfe, die Qualen der Verwundeten, die um den Tod flehen, weil sie nicht weiterzuleben wissen mit dem Schmerz. Und er erlebt das Abstumpfen gegenüber dem Leid, das Gleich¬gültig¬werden gegenüber dem Tod. Ferdinand beginnt zu dokumentieren, in einem geheimen Tagebuch, mit geheimen Fotografien, die er macht, alles in der Tasche verborgen.

Und dann ist da besagter Max Quinte, selbstbewusst in seiner Position, weil der Vater seinen Sohn nun endlich interessant findet und stolz auf ihn ist. Der Krieg fasziniert Max und weil er ehrgeizig ist, lässt er sich von Feldwebel Pfals auf dessen Seite ziehen – Pfals, der Menschen jagt, Feinde und Verräter; Pfals, der sich rührend um seine eigenen Leute kümmert. Max vertraut ihm. Bis zu dem Tag, an dem Max auf Pfals‘ Geheiß einen Mann erschießt und dessen Tasche an sich nimmt und erkennen muss, dass es nicht der Feind war, den er getötet hat...

Soweit in groben Zügen die Geschichte, die auf dem Schlachtfeld tobt, aber drum herum weben sich ganz andere Schicksale, vor allem die der Sophie, die bei Max‘ Eltern aufgewachsen ist und sich rührend um Max kümmert, als dieser restlos verstört nach Hause kommt, tobend, schreiend, apathisch, verwirrt – ein Kriegsverrückter. Und bald merkt Sophie, dass sich alles um eines dreht: die Tasche, die Max versteckt hat und die er nicht hergeben will...

57 Kapitel, eine nicht betitelte Szene zu Beginn, ein Epilog – August 1914 bis März 1919. Vier Zeitabschnitte gliedern die Handlung: (1) Leipzig, August 1914 Bis ans Ende der Welt (Kap. 1–12); (2) Niemandsland, 1914–1916 Der Krieg ist anders als gedacht … (Kap. 13–28); (3) Schützengräben, Westfront, 1917–1918 Als gäbe es kein Morgen (Kap. 29–37); (4) Berlin, 1918–1919 Heimkehr (Kap. 38–57). Eine sich anschließende Zeittafel erläutert die wichtigsten Stationen des Krieges, informiert zum Zeitgeschehen; da die zeitliche Einteilung der Kapitel eine Zuordnung erlaubt, ist gezieltes Nachschlagen möglich. Begriffe, die die Zeit prägten und heute nicht unbedingt mehr allen verständlich sind, im Text in Fettdruck hervorgehoben, sind einem fast siebenseitigen Glossar erläutert.

Über das Buch zu schreiben, die Eindrücke zu verarbeiten, das Elend abzuschütteln, das man als Leser hautnah und emotional miterlebt, fällt nicht leicht. Die Reduzierung des Krieges auf einige wenige Personen in ihrem Umfeld macht das Buch so mitreißend: Zum einen liest es sich wie ein spannender Thriller, vor allem, als die Schicksale der beiden Jungen Ferdinand und Max mit Beginn des neues Handlungsstranges in der Mitte des Buches auf eine Kreuzung hinlaufen und die braune Tasche verstärkt ins Spiel kommt (und man die Eingangsszene zu verstehen beginnt), zum anderen, weil es von Menschen handelt und ihren Sehnsüchten und Träumen, von ihren Hoffnungen und Erwartungen. Davon, dass sie verführt wurden und zum Scheitern ihres eigenen Lebens beitrugen und des Lebens derer, die keine Chance hatten, außen vor zu bleiben. Die persönlichen Kriegseindrücke dieser Menschen, einmal nicht aus dem Geschichtsbuch gelernt, versetzen uns Leser unmittelbar in die Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Der Epilog am Ende führt auf die nicht betitelte Eingangsszene zurück, die man nun erst versteht. Damit schließt sich der Kreis der Handlung, eröffnet aber zugleich mit dem Epilog die Möglichkeit der Diskussion: Der Leser muss Stellung beziehen, nachdenken, überlegen, Entscheidungen treffen, seine Werte selbst finden und formulieren. Unter einem engagierten Deutsch- oder Geschichtslehrer lassen sich die kriegstreibende Propaganda der Kaiserzeit ebenso wie die völkische Propaganda bald danach entlarven ‒ und vielleicht sogar Tendenzen unserer eigenen Zeit erkennen.

„Wir müssen es öffentlich machen“, sagt der Vater von Ferdinand, als Sophie den Eltern endlich die Tasche überreichen kann. Es ist das Jahr 1919. „Wir müssen es öffentlich machen. Damit wir Menschen uns nie wieder in einen so verheerenden Krieg schicken lassen.“ Und 20 Jahre später – 1939 ?
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Krieg ist ein Menschenfresser, 23. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Krieg ist ein Menschenfresser (Gebundene Ausgabe)
Leipzig im August 1914. Glockenläuten, Freibier, Tanzmusik.Es herrscht Volksfeststimmung. Der Krieg hat begonnen! Ferdinandund August können es nicht erwarten, sich an die Front zu melden. Was hält sie jetzt noch in Leipzig ? Zumal die schöne Anni nur noch Augen für Ernst Dunker in seiner schneidigen Leutnantsuniform hat. Wenig später sitzen die beiden im Zug Richtung Frankreich, im Gepäck einen Fotoapparat und eine braune Ledertasche. Berlin im März 1018. Als das Telegramm ihres Jugendfreundes Max ankommt, macht sich Sophie sofort auf den Weg. Max ist kaum wiederzuerkennen. Kriegsverrückt, lautet die Diagnose der Ärzte. Aber das ist noch nicht alles. Er soll Beweismittel unterschlagen haben. Irgendein Vorfall an der Front. Es droht das Kriegsgericht. Alles scheint sich um eine braune Ledertasche zu drehen. ( Klappentext ). Die beiden Freunde Ferdinand und August sind noch viel zu jung für den Krieg. Aber sie wollen unbedingt in den Krieg, denn die Franzosen haben ja ihren Torhüter erschossen. Verschiedene Gründe kommen noch hinzu um ihre Heimat Leipzig zu verlassen. An der Front herrscht eine wahre Schlacht, Tote und Verletzte in Überzahl. Max der auch an der Front ankommt, erhält von seinen Vorgesetzten einen Sonderauftrag. Der Krieg hat ihn kaputtgemacht. Er wird verrückt und nach Berlin geschickt. Er soll vor ein Kriegsgericht. Was aber hat die braune Ledertasche mit Max zu tun ? Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, während Ferdinand und August im Kriegsgetümmel merken, dass doch nicht alles so ist, erfahren sie die ganze Wahrheit über den Krieg und werden ihn mit Fotos dokumentieren. Im zweiten Teil erfährt der Leser, aus der Sicht von Max, der durch Zufall auf Friedrich trifft, und wie die Kriegszukunft aussehen wird. Der dritte Teil ist wieder Max gewidmet, der unbeabsichtigt einen Mord begeht, und jetzt kommt die braune Ledertasche ins Spiel. Die Geschichte des Kriegsverrückten Max ist schon aufregend. Aufregend und spannend allerdings ist auch das Buch aus dem Hanser Verlag München. Wer über den Ersten Weltkrieg mehr erfahren möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen. Glossar und Zeittafel verdeutlichen dem Leser den Ersten Weltkrieg.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch über den 1.Weltkrieg, 16. Oktober 2014
Von 
Helmut Cassel "bunny" (Oberhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Krieg ist ein Menschenfresser (Gebundene Ausgabe)
Da man viel zu wenig über den 1.Weltkrieg weis habe ich mir dieses Buch zugelegt. Es beschreibt die vier Jahre zwischen 1914 - 1918 und schildert das Schicksal junger Leute. Sehr lesenswert
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herrvoragende Vermittlung des großen Krieges, 14. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Krieg ist ein Menschenfresser (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch vermittelt die Bedeutung des 1. Weltkrieges in Romanform so, dass junge Menschen die Dramatik dieses Ereignisses aufnehmen können. Eine moderne und einprägsame Sprache führt einen durch die Geschehnisse anhand von Menschen die aus
verschiedenen Schichten ein Schicksalsband verknüpft.
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Der Krieg ist ein Menschenfresser
Der Krieg ist ein Menschenfresser von Elisabeth Zöller (Gebundene Ausgabe - 3. Februar 2014)
EUR 15,90
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